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Full text of "Jahresbericht über die Fortschritte und Leistungen auf dem Gebiete der sozialen Hygiene und Demographie 3.1903 + 4.1904"

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•^iw^^eUJahresbericht 

über die 

Fortschritte und Leistlingen auf dem Gebiete der 

Sozialen Hygiene und Demographie. 

Dritter Band: $- 4 - 

Bericht über das Jahr 1903."° 4* 


Herausgegeben 

von 

A. Grotjahn 9 und F. Kriegei. 

Dt. med. Dr. phil. 



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Jen a. 

Verlag von Gustav Fischer. 

1904 . 


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II 2 







Verlag von Gustav Fischer in Jena 


Jahresbericht über die Fortschritte und Leistungen 
auf (lern Gebiete (1er Sozialen Hygiene und Demo- 

OTSllllllO Von ^ r * ™ed. A. Grotjahn und Dr. phil. F. Kriegei. 

s-1- 'L Band I: Bericht über die Jahre 1900 nnd 1901. 1902. Preis: 

7 Mark 50 Ft. 

Medizinische Reform Nr. 36 vom 6. Sept. 1902 sagt Uber den I. Band: 

Die stetig zunehmende Zahl von Veröffentlichungen auf dem Gebiete der Sozialen 
Hygiene, des Versicherungswesens und verwandter Bestrebungen kann der Einzelne kaum 
noch übersehen, zumal die Verfasser nicht nur aus Ärzten und Hygienikern, sondern auch 
aus Beamten und Nationalökonomen bestehen. Das vorliegende Werk wird dem Ürientie- 
rungsbedUrfuis.se eines jeden, der sich in den einschlägigen Gebieten zurechtfinden muß, in 
bester Weise Genüge tun ... Es ist nur zu wünschen, daß dieser erste Jahresbericht sehr 
zahlreiche Leser finde, der Ausbreitung und Vertiefung sozialmedizinischer Kenntnisse würde 
so auf das Beste Vorschub geleistet. 

Band II: Bericht Uber das Jahr 1902. V on Dr. med. A. Grotjahn und 
Dr. phil. F. Kriegei. 1903. Preis: 12 Mark. 

Aerztliche Sachverstandigen-Zeitung, X. Jahrgang. 1904. Nr. 2 vom 15. 1. 


Die günstige Aufnahme und die Anerkennung, die der erste Jahresbericht in den 
weitesten Kreisen gefunden hat wird auch dem vorliegenden zweiten Jahresbericht nicht fehlen. 
Soeben erschien: 

Gesetz hetr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. 

Vom 30. März 1903. Nebst den bisher ergangenen Bekanntmachungen des 
Bundesratsund den preußischen Ausfühl ungsbestimmungen. Von Lehrer Konrad 
Agahd und MagistratsratM. v. Schulz. Zweite neu bearbeitet e Aul läge. 
Preis: 1 Mark. Von verschiedenen Regierungen besonders empfohlen. 

Beiträge zur Armcnstatistik. 

Jahr lSft«--»7. Hei ausgegebeu nach einer Erhebung der Konferenz deutscher 
Städtestatistiker im Aufträge des Instituts für Gemeinwohl in Frankfurt a M 
von Dr. Ihr. J. klumker. Preis: 8 Mark. 

Soeben erschien: 

Bericht über de» IX. Internationalen Kongreß gegen 

Abgehalten in Bremen vom 14.—19. April 1903 
unter dem Ehrenpräsidium Seiner Excelleuz 
Staatssekretär des Innern Dr. Graf v. Posadowsky- 
Magnitizenz dem Bürgermeister Dr. Pauli. 


den Alkoholismus. 


des Staatsministers 
Wehner, Berlin und Seiuer 
Bremen. Im Aufträge des Organisationskomitees herausgegeben und redigiert 
von Franziskus Hilhnel. Preis: 5 Mark. 

Hygiene der Prostitution n. venerischen Krankheiten. 

Von Dr. A. Blaschko. Mit einer Kartenskizze und 2 Kurven im Text. 1900. 
Preis: 3 Mark. 

Handbuch der Schulhygiene. y° u D f r p® »«^ersteiu und d. 

_212 _ August Netolitzky m \\ len. Mit 

350 Abbildungen. Zweite umgearbeitete Auflage. 1902. Preis: brosch. 
20 Mark, gebunden 22 Mark. 

Deutsche Schulzeituug. Berlin, ‘2. Januar 1890, No. 1 sagt über die 1. Auflage: 

. . . Die hygienischen Forderungen bezüglich der verschiedenen Verhältnisse werden 
in möglichster Vollständigkeit gegeben; die Begründung der Forderungen ist in entsprechen¬ 
der Ausführlichkeit erfolgt. Wo über einzelne Bedingungen noch keine Innigkeit erzielt worden 
ist, da wird in objektiver Weise das Für und Wider dargcstellt . . . Vorliegendes Buch 
muss als das gegenwärtig beste Werk grösseren Umfanges über Schulhygiene be¬ 
zeichnet werden. 

Jahresberichte über den Wirtschafts- und 
Arbeitsinarkt für Volkswirte und Ue- 
schäftsmänner, Arbeitgeber- und Arbeiterorganisationen. Von Richard Cal wer. 
Erster Teil: Handel nnd Wandel in Deutschland. Preis: brosch. 8 Mark, 
geh. 9 Mark. Zweiter Teil: Jahrbuch der Weltwirtschaft. Preis: brosch. 
8 Mark, geh. 9 Mark. 

Volkswirtschaftliche Chronik i'iir das Jahr 1003. Ah,1, T k 

— --- ■ -_ aus uf*u 

Jahrbüchern der Nationalökonomie und Statistik. Gegründet von Bruno 
Hildehrand. J iciau^gcireben von Dr. J. Conrad, Prof, in Halle a. S. In 
Verbindung mit Dr. Edg. Loeuing, Prof, in Halle a. S. und l)r. W. Lexis, 
Prof, in Göttingern. 1904. Preis: 15 Mark. 


Das Wirtschaftsjahr 1002. 


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Jahresbericht 


über die 

Fortschritte und Leistungen auf dem Gebiete der 

Sozialen Hygiene und Demographie. 

Dritter Band: 

Bericht über das Jahr 1903. 


Herausgegeben 

von 

A. Grotjahn , und F. Kriegei. 

Dr. med. Dr. phil. 



Jena. 

Verlag von Gustav Fischer. 

1904. 


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Alle E e c h t e Vorbehalten. 


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Vorwort. 


Nach den nämlichen Grundsätzen, die uns bei der Herausgabe 
der ersten beiden Bände leiteten, haben wir auch den dritten Band, 
den wir hier der Öffentlichkeit übergeben, zusammengestellt. Da uns 
aber nicht nur aus dem Leserkreise, sondern auch aus der Reihe 
unserer Herren Mitarbeiter Aufforderungen zugingen, an dieser Stelle 
eine präzise Definition dessen zu geben, was wir unter „Sozialer 
Hygiene“ verstehen, so hielten wir uns für verpflichtet, diesem Ver¬ 
langen selbst auf die Gefahr hin nachzukommen, durch eine längere 
theoretische Auseinandersetzung den Rahmen, den die literarische 
Gepflogenheit einem Vorwort setzt, zu überschreiten. 1 ) 

In der Tat wird gegenwärtig das Adjektivum „sozial“ so häufig in 
Verbindung mit den Substantiven Medizin und Hygiene gebraucht, 
daß es wohl an der Zeit ist, zu untersuchen, ob jene, die die Wörter 
„Soziale Medizin“ und „Soziale Hygiene“ mit besonderer Vorliebe im 
Munde führen, damit nur einer weitverbreiteten Mode folgen, oder ob 
sie mit diesen Bezeichnungen Begriffe verbinden, die einen wissen¬ 
schaftlich definierbaren Inhalt haben, der mit den älteren Ausdrücken 
„Staatsarzneikunde, öffentliches Gesundheitswesen u. a.“ nicht er¬ 
schöpfend wiedergegebeu werden kann. Das Wort „Soziale Medizin“ 
ist bekanntlich von dem Nestor der Berliner Ärzte, S. Neumann, 
vor einem halben Jahrhundert geprägt worden. Es bedeutete damals 
so etwas wie öffentliche Gesundheitspflege im weitesten Sinne, während 
die Bezeichnung gegenwärtig mehr als Sammelname für alle jene 
Beziehungen gebraucht wird, die zwischen der Medizin und der mo¬ 
dernen sozialen Versicherungsgesetzgebung bestehen. Einer wissen- 


! ) Die Ausführungen decken sich zum Teil mit denen, die der eine der Heraus¬ 
geber am 1. März 1904 in der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheits¬ 
pflege in Berlin vorgetragen hat. 

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IV 


Vorwort. 


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Ausdruck „soziale Medizin“ bei näherem Zusehen durchaus. Das 
mag daran liegen, daß das Wort Medizin nach erfolgter Spezialisierung 
der einzelnen medizinischen Disziplinen überhaupt keine umgrenzte 
Wissenschaft mehr bezeichnet, und somit auch das Wort „Soziale 
Medizin“ in theoretischer Hinsicht eine gewisse Verschwommen¬ 
heit behält, obgleich es für die praktischen Bedürfnisse recht 
brauchbar ist. 

Anders ist es jedoch mit dem Ausdruck „Soziale Hygiene“, 
von dem sich wohl eine prägnante Definition, eine besondere Art der 
wissenschaftlichen Fragestellung und eine Abgrenzung gegen ver¬ 
wandte Disziplinen geben läßt. Der Ausgangspunkt, um zu einer 
brauchbaren Definition zu gelangen, liegt natürlich in dem, was man 
unter dem Begriff „Hygiene“ bisher ganz im allgemeinen ver¬ 
standen hat. 

Das Ziel jeder Hygiene ist die Fernhaltung von den Körper 
schädigenden Einflüssen der Außenwelt und die Vervollkommnung 
der Körperkonstitution. Die Hygiene ist also zunächst und ihrem 
innersten Wesen nach ein Tun, eine Praxis, die unmittelbar im 
Selbsterhaltungstriebe des Menschen ihre psychologische Motivierung 
findet. Seit Jahrtausenden gründet sie sich auf eine naiv-em- 
p i r i s c h e Erkenntnis der gesundheitsschädlichen und gesundheits¬ 
forderlichen Einflüsse der Umgebung des Menschen. Erst relativ spät 
wich diese rohe Empirie im Anschluß an die Fortschritte der Medizin 
und der Naturwissenschaften einer methodischen Betrachtungsweise, 
die erst in unseren Tagen als eine eigene wissenschaftliche 
Disziplin anerkannt wurde. Es. ist gegenwärtig allgemeiner Sprach¬ 
gebrauch geworden, unter „Hygiene“ die Wissenschaft zu ver¬ 
stehen, während für die hygienische Praxis der Genius der deut¬ 
schen Sprache den treffenden Ausdruck Gesundheitspflege ge¬ 
prägt hat. Nur von der ersteren soll im folgenden die Rede sein. 

Die Hygiene gehört nicht zu d e n wissenschaftlichen Disziplinen, 
die ihr Gebiet nach der Beschaffenheit eines nur ihnen eigentümlichen 
Stoffes abgrenzen, wie z. B. die Physik, die Botanik, die Anatomie 
u. a. in.; sie ist in ihrem Wesen auch durchaus nicht durch eine 
eigenartige Methode bestimmt, wie die Mathematik, die Histologie u. a., 
sondern sie wird ausschließlich durch eine prägnante Ziel Vor¬ 
stellung gekennzeichnet, wie z. B. die Pharmacie durch das Be¬ 
streben, die Eigenschaften der verschiedensten Substanzen unter dem 
Gesichtspunkte ihrer Verwertung zu Heilwirkungen zu studieren. 
Derartige Wissenschaften sammeln einzelne Abschnitte aus den ver¬ 
schiedensten Disziplinen und kombinieren sie unter dem Gesichts¬ 
punkte eines praktischen Zweckes; so müssen, um bei dem Beispiel 
der Pharmacie zu bleiben, hier Chemie, Botanik, Mineralogie, Physio- 


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Vorwort. 


V 


logie und Pathologie die Bausteine liefern, aus denen sich die Arznei¬ 
mittellehre als eigene Wissenschaft aufbaut. Wie hier, liegt auch bei 
der Hygiene nicht das Verhältnis einer Wissenschaft zu ihren Hilfs¬ 
wissenschaften vor, sondern das ausschließliche Bestehen aus Elementen, 
die aus anderen Erkenntnisgebieten entlehnt sind. 

Die Hygiene, sowohl in der Theorie wie in der Praxis, hat ein 
negatives und ein positives Gesicht. Einmal — und das ist 
von jeher als ihre Aufgabe anerkannt worden — beschäftigt sie sich 
mit den Schädlichkeiten, die dem menschlichen Körper drohen und 
den Mitteln, diesen zu begegnen. Man kann sie insofern als defen¬ 
sive Hygiene bezeichnen. Zum andern befaßt sie sich aber auch 
mit der Hebung, Verbesserung und Vervollkommnung der Körper¬ 
konstitution. In Ermangelung eines besseren Ausdrucks mag man sie 
dann nach H. Büchner als positive Hygiene bezeichnen. Da 
die Hygiene im engsten Anschluß an die Medizin entstanden ist, und 
die Krankheitsverhütung zu ihren ersten und dringlichsten Aufgaben 
gehörte, ist sie in ihrer Eigenschaft als defensive Hygiene in geradezu 
hypertrophischer Weise entwickelt worden, während ihre positive 
Seite bisher nur vereinzelt Berücksichtigung erfahren hat. 

Die Hygiene als beschreibende und darstellende Wissenschaft ist 
so sehr abhängig von ihren Hilfswissenschaften, daß man ihre ver¬ 
schiedenen Unterabteilungen außer nach der besonderen Frage¬ 
stellung, auch danach charakterisieren kann, welche von den Hilfs¬ 
wissenschaften sie in erster Linie zur Beantwortung der Spezial¬ 
fragen heranzieht. Die große Abhängigkeit der Gesundheit von 
elementaren Faktoren hat zunächst dazu geführt, die hygienischen 
Beziehungen der Luft, des Wassers, des Bodens, und des 
Klimas überhaupt eingehend zu studieren. Physik, Chemie und 
Bakteriologie kommen hier als Hilfswissenschaften in erster Linie in 
Frage. Der direkten Einwirkung der elementaren Faktoren sucht 
sich der Mensch dadurch zu entziehen, daß er Kleidung und Woh¬ 
nung zwischen sich und die freie Natur einschiebt. Da beide Ein¬ 
richtungen sich mit steigender Kultur außerordentlich differenzieren 
und außer der ursprünglichen Bestimmung noch zahlreichen anderen 
Zwecken dienen, müssen Wohnung und Kleidung, die wahr¬ 
scheinlich einem naiven hygienischen Bestreben ihren Ursprung ver¬ 
danken, einer methodischen Prüfung nach hygienischen Gesichts¬ 
punkten unterzogen werden. Als Hilfswissenschaften dienen hier die 
technischen Disziplinen. Täglich mehrmals muß der Mensch, um 
seinen Stotfwechsel aufrecht zu erhalten, sich Nahrungsmittel einver¬ 
leiben, die untereinander sehr verschieden und für den Körper durchaus 
nicht gleichwertig sind. Die Hygiene der menschlichen Ernährung 
verdient daher mit Recht die sorgfältige Behandlung, die sie im An¬ 
schluß an die Nahrungsmittelchemie gefunden hat. Der in früheren 


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VI 


Vorwort. 


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Zeiten so überaus wichtige Schutz des Menschen vor reißenden Tieren 
ist bei dem kultivierten Teile der Menschheit überflüssig geworden. 
Um so wichtiger erscheint uns jetzt die Abwehr der Gefahren, welche 
von jenen kleinsten Lebewesen drohen, die uns die Bakteriologie mit 
Hilfe des Mikroskops und des Reinkulturverfahrens kennen ge¬ 
lehrt hat. 

Wie verschiedenartig nun auch die genannten Hilfswissenschaften 
sind, sie haben doch alle — außer der selbstverständlichen hygieni¬ 
schen Zweckidee — das gemeinsam, daß sie auf die biologischen 
Qualitäten des Menschen und nur auf diese bezogen werden. Die 
Kenntnis der elementaren Faktoren, der Wohnungsweise und der Be¬ 
kleidungsart, der Nahrungsmittel und der Bakterienwelt, wird nur in¬ 
soweit angestrebt, als sie auf die Veränderungen der anatomischen, 
physiologischen und pathologischen Zustände des menschlichen Körpers 
Bezug hat. In der für die biologischen Wissenschaften charakteristi¬ 
schen Weise werden bei diesem Kalkül die Individuen entweder als 
gleichartig angenommen, oder wenn eine Differenzierung überhaupt 
stattfindet, nur nach Alter, Geschlecht, Konstitution, also nach bio¬ 
logischen Qualitäten unterschieden. 

Mit Fug und Recht können wir daher diese Betrachtungsweise 
der hygienischen Wissenschaft als biologische Hygiene be¬ 
zeichnen. Wollen wir zum Ausdruck bringen, daß bei diesen Er¬ 
örterungen die Eigenschaften auch der unbelebten Natur in An¬ 
lehnung an Physik, Chemie und Meteorologie vom hygienischen Ge¬ 
sichtspunkte behandelt werden müssen, können wir dieses ganze 
Gebiet als physikalisch-biologische Hygiene bezeichnen, und 
sie damit scharf gegen die soziale Hygiene abgrenzen. Die Me¬ 
thoden der biologischen Hygiene sind natürlich die der Naturwissen¬ 
schaften überhaupt: die makro- und mikroskopische Beobachtung, die 
mathematische Berechnung und besonders das Experiment am toten 
und lebenden Material im physikalischen, chemischen und bakterio¬ 
logischen Laboratorium. 

Soweit der Mensch der naturwissenschaftlichen Betrachtung unter¬ 
zogen wird, kann von den gesellschaftlichen Gebilden und Zuständen, 
in denen er lebt, abstrahiert werden. Fragestellung und Methode der 
Naturwissenschaften berechtigen zu dieser Beschränkung. Soweit die 
Hygiene also eine Naturwissenschaft ist, — und daß sie dieses in 
erster Linie sein muß, wird niemand bezweifeln, — kann sie über die 
hygienischen Beziehungen von elementaren Faktoren, Wohnung, 
Kleidung, Ernährung und Spaltpilzen zu dem biologisch umschriebenen 
Individuum nicht hinauskommen. 

Damit kann sich aber die wissenschaftliche Hygiene unmöglich 
begnügen. Der Mensch hat es eben verstanden, sich von dem un¬ 
mittelbaren Einflüsse der Natur unabhängig zu machen. Zwischen 


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Vorwort. 


VII 


ihm und der Natur steht die Kultur, und diese ist gebunden an die 
gesellschaftlichen Gebilde, in denen allein der Mensch wirklich Mensch 
sein kann, an Horde und Stamm, Familie und Sippe, Gemeinde und 
Staat, Volk und Rasse, mit ihren historisch und geographisch so 
überaus verschiedenen Wirtschaftsformen, der Natural- und Geldwirt¬ 
schaft, der Haus-, Stadt-, Volks- und Weltwirtschaft. Die Hygiene 
muß daher auch die Einwirkungen dieser gesellschaftlichen Verhält¬ 
nisse und des sozialen Milieus, in dem die Menschen geboren werden, 
leben, arbeiten und genießen, sich fortpflanzen und sterben, eingehend 
studieren. Sie wird damit zur sozialen Hygiene, die der physikalisch¬ 
biologischen Hygiene als Ergänzung zur Seite tritt. Die Notwendig¬ 
keit dieser Ergänzung wird besonders deutlich, wenn man an ein¬ 
zelnen Spezialgebieten hygienischer Forschung und Betätigung das 
Zusammenwirken von sozialer Hygiene einerseits, biologisch-physi¬ 
kalischer Hygiene andererseits prüft. So ist z. B. bei der Woh¬ 
nungshygiene das physikalisch-biologische vom sozialen Moment 
scharf zu trennen, wenn nicht eine heillose Verwirrung in Frage¬ 
stellung, Forschungsmethode und Darstellung Platz greifen soll. Die 
physikalisch-biologische Betrachtung gibt uns Aufschluß über die 
Beziehungen der Feuchtigkeit, der Wärmeökonomie, der Heizung, 
Lüftung, Beleuchtung, Reinigung des Wohnhauses, der Fabrik, des 
Krankenhauses, der Kaserne, des Gefängnisses auf die Gesundheit 
des Menschen, und kommt so zu gewissen Mindestforderungen, die 
erfüllt werden müssen, wenn die Gesundheit keinen Schaden nehmen 
soll, und stellt weiterhin ideale Forderungen, deren Erfüllung, wenn 
nicht unbedingt notwendig, doch wünschenswert und der Gesundheit 
förderlich sein würde. Die soziale Betrachtung dagegen beschreibt 
die Wohnungen, wie sie in der Wirklichkeit sind, in ihrer uuendlichen 
Verschiedenheit nach Stadt und Land, Größe und Belegungsziffer, in¬ 
sofern diese Verschiedenheit auf die Gesundheitsverhältnisse der Be¬ 
wohner von Einfluß sind. Die soziale Hygiene gibt uns also die 
Ist-Wohnungsart, die physikalisch-biologische Hygiene die So 11- 
Wohnungsart an. Die daraus zu ziehende Bilanz liefert uns dann 
einen Maßstab für die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Ma߬ 
nahmen, die getroffen werden müssen, um das Ist dem Soll tunlichst 
anzunähern. 

Das gleiche gilt von der K1 e i d u n g. Die physikalisch-biologische 
Hygiene macht uns mit den Beziehungen bekannt, die zwischen Ge- 
websart, Porosität, Wärmeleitung, Schnitt und Gewicht der Kleidung 
und dem körperlichen Wohlbefinden bestehen, und stellt Normen auf 
für eine allen hygienischen Anforderungen entsprechende Bekleidung. 
Die soziale Hygiene sieht sich daraufhin die tatsächliche Be¬ 
kleidungsart an, wie sie sich geschichtlich entwickelt und nach der 
sozialen Struktur differenziert hat. 


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VIII 


Vorwort. 


Bei der Ernährung hat die physikalisch-biologische Betrach¬ 
tung die Wirkung von Menge, Zusammensetzung, Nährwert und Ver¬ 
brennungswert, Schmackhaftigkeit, Verdaulichkeit auf den Kraft- und 
Stoffwechsel des menschlichen Körpers zu prüfen und gewisse Normal¬ 
kostmaße aufzustellen, unter welche die menschliche Ernährung nicht 
sinken darf, ohne daß eine Schädigung des Körpers und seiner Funk¬ 
tionen eintritt. Die sozialhygienische Betrachtung vergleicht 
damit die Ernährungszustände, wie sie sich im wirklichen Leben ver¬ 
schieden nach der sozialen Lage der betreffenden Bevölkerungsschicht 
ausgebildet haben. Sie fixiert also auch eine I s t - Ernährung, die 
mit der Soll-Ernährung der physikalisch-biologischen Hygiene dann 
verglichen werden kann. Je tiefer die Untersuchung zu den ökono¬ 
misch schwachen Bevölkerungskreisen herabsteigt, desto größer wird 
der Unterschied zwischen der Istnahrung und der Sollnahrung sein. 
Im Anschluß an die Nahrungsmittelh 3 7 giene pflegt die Genußmittel¬ 
hygiene abgehandelt zu werden, der in der Alkoholfrage ein ganz 
besonders wichtiges Problem gestellt ist. Gerade die Diskussionen 
über Ursachen und Bekämpfung des Alkoholismus geben ein gutes 
Beispiel dafür, wie fruchtbar für Theorie und Praxis der Hygiene es 
ist, w r enn die physikalisch-biologische Betrachtung hier durch sozial¬ 
hygienische Untersuchungen ergänzt wird. Wie jene das Wesen des 
Alkoholismus, so erklärt diese seine Ursachen. 

Einen großen Anteil an dem Genußleben des Menschen hat die 
Befriedigung des Sexualtriebes. Mag sie nun innerhalb oder außer¬ 
halb der Ehe stattfinden, stets ist sie bedingt durch den jeweiligen 
Status des Gesellschaftslebens, der also auch in der hygienischen Be¬ 
trachtung des Geschlechtsverkehrs gebührende Beachtung finden muß. 
Eine gesellschaftwissenschaftliche Behandlung dieser Frage ist daher 
von jeher mit der biologischen verbunden worden. Wie diese über 
Art der Ansteckung, Übertragung, die krankheitserregenden Bak¬ 
terien und ihre Lebensbedingungen informiert und daraus Regeln 
zum Schutze des Individuums vor Erkrankungen abstrahiert, weist 
jene den Zusammenhang nach zwischen Ehelosigkeit, Prostitution, 
Anhäufung von geschlechtsreifen unverheirateten Männern und der 
Verbreitung der Geschlechtskrankheiten und stellt Forderungen auf, 
die sich weniger an das Einzelindividuum, als an die gesellschaft¬ 
lichen Gebilde des Staates und der Gemeiude w'enden. 

Aber auch außerhalb des Gebietes der venerischen Krankheiten ist 
die Krankheitsprophylaxe durchaus nicht ausschließlich einer 
rein biologischen oder kasuistisch-pathologischen Behandlungsweise 
unterworfen. Zwar nahm die Ätiologie im 19. Jahrhundert durch die 
Bakteriologie einen solchen Aufschwung, daß man speziell auf dem 
Gebiete der Infektionskrankheiten und der Seuchen eine Zeitlang 
glaubte, durch die rein bakteriologische Forschung allein in den 


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Vorwort. 


IX 


Stand gesetzt zu sein, alle ätiologischen und prophylaktischen 
Fragen zu lösen. Neuerdings hat sich diese Auffassung als falsch 
erwiesen, wie insbesondere sich an dem Beispiel der Bekämpfung der 
Tuberkulose als Volkskrankheit deutlich gezeigt hat. Was aber von 
der Tuberkulose im speziellen, das gilt im allgemeinen wohl von 
allen Krankheiten, soweit sie überhaupt so häufig sind, daß sie einer 
Betrachtung von sozialen Gesichtspunkten aus wert sind. Denn wenn 
auch die medizinische Wissenschaft gelehrt hat, vielgestaltige Krank¬ 
heitszustände, sei es auf einen Bazillus bei der Tuberkulose, sei es 
auf eine toxisch wirkende Flüssigkeit wie beim Alkoholismus, sei es 
auf eine im Wesen noch unbekannte, in der Wirkung aber wohl¬ 
studierte Noxe wie bei der Syphilis zurückzuführen, so ist zwar damit 
die klinische und pathologische Forschung nach der ätiologischen 
Seite hin zu einem gewissen Abschluß gebracht, aber damit das Ge¬ 
biet der eigentlichen Ursachenforschung doch eben erst betreten, 
keineswegs erschöpfend durchforscht. Nur dann werden wir eine be¬ 
friedigende Prophylaxe der verheerenden Volkskrankheiten aufstellen 
können, wenn wir Ätiologie im erweiterten Sinne des Wortes treiben 
und die Krankheitsursachen über ihre biologischen Anfänge hinaus, 
auf die sozialen Faktoren, die sie bedingen, zurückverfolgen. 

Dieser Exkurs in die Spezialgebiete der Hygiene war erforder¬ 
lich, weil bisher stets vergessen wurde, daß die soziale Hygiene auch 
eine beschreibende, descriptive Wissenschaft ist. Daß die soziale 
Hygiene neben der descriptiven auch eine normative Seite hat, ist 
selbstverständlich und auch niemals bestritten. Ist es die Aufgabe 
der sozialen Hygiene als descriptiver Wissenschaft, den allgemeinen 
Status praesens hygienischer Kultur zu schildern, so bezweckt sie be¬ 
wußt als normative, die Verallgemeinerung der hygienischen Ma߬ 
nahmen, die ja immer zunächst nur einer bevorzugten Minderheit zu¬ 
gute kommen, auf den ganzen Volkskörper und somit eine fort¬ 
schreitende Verbesserung des jeweiligen Status praesens. Wenn die 
soziale Hygiene als descriptive Wissenschaft schon den Naturwissen¬ 
schaften entrückt und auf die Hilfswissenschaften wie Statistik, 
Nationalökonomie usw. angewiesen ist, so ist sie als normative Wissen¬ 
schaft ganz den naturwissenschaftlichen Methoden entzogen und dafür 
den geisteswissenschaftlichen unterworfen — kulturhistorische, 
psychologische, nationalökonomische und politische 
Elemente gehen in das sozialhygienische Kalkül ein. 

Die wichtigsten Disziplinen, an die sich die Hygiene anlelinen 
muß, wenn sie zu einer sozialen werden will, mögen hier kurz ge¬ 
streift werden. 

An erster Stelle ist natürlich die Medizinalstatistik zu 
nennen, die gegenwärtig fast ausschließlich dem Verwaltungsinteresse 
der Staats- und Gemeindebehörde dient, die aber auch imstande ist, 


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X 


Vorwort. 


ganz unmittelbare und rein descriptiv wertvolle Erkenntnisse 
über Todesursachen, Verlauf der Epidemien u. a. m. uns zu über¬ 
mitteln. Die Medizinalstatistik hat in den Jahrzehnten, in denen 
das wissenschaftliche Interesse der Hygieniker fest an das chemische 
und bakteriologische Laboratorium gebannt war, in medizinischen 
Kreisen nicht die verdiente Beachtung gefunden. Sehr zum Schaden 
der Entwicklung der Hygiene. Denn manche Zickzacksprünge der 
Bakteriologen wären gewiß vermieden, wenn die Daten der Medizinal¬ 
statistik besser gekannt und berücksichtigt worden wären. Glück¬ 
licherweise regt sich zurzeit wieder der Sinn für die Massen¬ 
beobachtung auch auf medizinischen und hygienischen Gebieten. 

Aber nicht nur die eigentliche Medizinalstatistik, sondern auch 
die Bevölkerungsstatistik, die ja in den Händen der National¬ 
ökonomie liegt, muß zur sozialen Hygiene in das Verhältnis einer 
Hilfswissenschaft treten. Mortalität und Natalität, mittlere Lebens¬ 
dauer, Eheziffer usw. — das sind Begriffe, mit denen der Hygieniker 
geläufig umzugehen wissen muß. Denn immer wieder muß sich die 
Hygiene an den Ergebnissen der Demographie orientieren, wenn sie 
sich nicht in den Kleinigkeiten des rationellen Spucknapfes oder des 
geruchlosen Waterclosets verlieren soll. 

Auch die Anthropologie, und hier wieder die Unterabteilung 
der Anthropometrie, sollte mehr als bisher zur Beantwortung 
hygieuischer Fragen herangezogen werden. Besonders wird heute 
noch in den Kreisen der Hygieniker vergessen, daß einen zuver¬ 
lässigen Maßstab für das Wirken hygienischer Maßnahmen uns nur 
die Anthropometrie liefern kann. Als Maß hygienischer Kultur dient 
gegenwärtig noch die Zahl oder der Umfang hygienischer Einrich¬ 
tungen, die sich in einem bestimmten Distrikte befinden. Viel wich¬ 
tiger ist es aber, daß Maß im Verhalten der einzelnen menschlichen 
Körper, die die hygienischen Einrichtungen benutzen, zu suchen. Auch 
die Sterblichkeitsziffer kann hier allein nicht maßgebend sein, da sie 
nicht nur von dem Stande der hygienischen Kultur, sondern in höherem 
Maße von Altersaufbau, Geburtenzahl und der sonstigen Zusammen¬ 
setzung der betreffenden Bevölkerung abhängt. Der einzig zuver¬ 
lässige Maßstab dafür, ob die für Leben und Gesundheit bestehenden 
Gefahren in genügender Weise durch rationelle hygienische Obsorge 
paralysiert werden, gibt die Körpermessung ab, die uns darüber be¬ 
lehrt, ob das für ein Alter, Geschlecht, Rasse usw. typische Maß von 
Gewicht, Größe und Körperumfang sich nicht vermindert hat. Aus 
diesem Grunde muß die physische Anthropologie und die Anthro¬ 
pometrie sich aus den bescheidenen Anfängen, die sie im Anschluß 
an das Rekrutierungsgeschäft oder die Untersuchungen der Schulärzte 
schon jetzt zeigen, zu einer anerkannten und viel benutzten Hilfs¬ 
wissenschaft der sozialen Hygiene entwickeln. 


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Vorwort, 


XI 


Daß die Nationalökonomie und die eigentliche Sozialwissenschaft 
viele Berührungspunkte mit der Hygiene haben, ist ohne weiteres klar. 
In erster Linie kommen für den Hygieniker natürlich nicht die speku¬ 
lativen Theorien über Wert, Preisbildung usw. in Betracht, als vielmehr 
der descriptive Teil der Volkswirtschaftslehre, der sich mit der 
Schilderung der sozialen Lage irgend einer Bevölkerungsschicht oder 
eines Berufsstandes befaßt. Dieser Teil der nationalökonomischen 
Literatur enthält viele Angaben, die der Hygieniker kennen sollte. 

Wir können nicht schließen, ohne mit einigen ganz allgemeinen 
Worten noch auf das Verhältnis der sozialen Hygiene zur Politik 
einzugehen. Es muß zwar ernstlich dagegen Verwahrung eingelegt 
werden, daß die oft gehörte Behauptung richtig sei, wonach die Be¬ 
griffe sozial und politisch sich deckten. Aber es muß zugestanden 
werden, daß die Begriffe sozial und politisch sich an einigen Stellen 
so schneiden, daß sie nicht reinlich getrennt werden können. In der 
Tat würde eine Hygiene, die ängstlich jede Berührung mit den 
politischen Dingen vermiede, eben auch keine soziale mehr sein. 
Deshalb darf auch die Hygiene, wenn sie zur sozialen Hygiene wird, 
nicht völlig von politischen Erörterungen absehen. Vorbedingung ist 
nur, daß sie „voraussetzungslos“, d. i. in diesem Falle ohne Rücksicht 
auf eine Partei oder irgend einen anderen politischen Faktor, an die 
Probleme herantritt und ausschließlich mit den ihr eigentümlichen 
Methoden deren Lösung anstrebt. Doch glauben wir, daß die soziale 
Hygiene, wenn sie das Gebiet der Politik streift oder betritt, ge¬ 
radezu berufen ist, hier eine Mission zu erfüllen, nämlich die Leiden¬ 
schaften zu mildern und manche Fragen, die heute Gegenstand 
heftiger politischer Fehden sind, einer ruhigen, objektiven Be¬ 
urteilung zuzuführen. Je mehr z. B. die Fragen der Sonntags¬ 
ruhe, der Kinderarbeit, des Fabrikarbeiterinnenschutzes, des Acht¬ 
stundentages erst vom sozialhygienischen Gesichtspunkte diskutiert 
werden, desto mehr werden diese Fragen dem parteipolitischen Hader 
entzogen. 

Wer aber in der Weise, wie wir es hier versucht haben, die 
hygienischen Tatsachen teleologisch (d. h. in stetem Hinblick auf den 
Zweck) zu einer Theorie ordnet, der ist verpflichtet die hygienische 
Zweckidee auch bis in ihre letzten Konsequenzen zu verfolgen und 
deshalb muß auch an dieser Stelle dem wichtigsten Einwurf begegnet 
werden, der überhaupt jemals einer durchgreifenden Verallgemeinerung 
hygienischer Kultur gemacht worden ist. 

Schon, als die individuelle Hygiene im Laufe des 19. Jahrhunderts 
im Anschluß an den allgemeinen Aufschwung der Naturwissenschaft 
und Medizin in ungeahnter Entwicklung emporblühte, sind gelegent¬ 
lich Stimmen laut geworden, die der wachsenden hygienischen Kultur 
bei aller Anerkennung ihres Wertes für das einzelne Individuum, 


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XII 


Vorwort. 


doch die für das große Ganze bedenkliche Nebenwirkung zum Vor¬ 
wurf machten, daß sie die körperlich schwachen und leistungsunfahigen 
Glieder der menschlichen Gesellschaft vor einem wünschenswerten 
frühzeitigen Ende bewahre, diese vielmehr bis zur Fortpflanzung kon¬ 
serviere und so deren Minderwertigkeit auf dem Wege der Vererbung 
dem Menscbengeschlechte künstlich erhalte. Wenn dieser Vorwurf 
schon den gegenwärtigen hygienischen Bestrebungen, die im wesent¬ 
lichen auf eine Hygiene des Individuums hinauslaufen, gemacht wurde, 
mit wieviel mehr Recht kann er gegen die soziale Hygiene erhoben 
werden, die ja die Verallgemeinerung hygienischer Kultur bezweckt 
und möglichst viele oder gar alle Menschen der hygienischen Obsorge 
unterstellen möchte. In der Tat ist es ganz unabweisbar, daß die 
Vertreter der sozialen H}-giene sich mit dieser Einwendung ausein¬ 
andersetzen. 

Wir kommen damit auf die Frage der körperlichen Entartung 
überhaupt zu sprechen. 

Es ist uns allen geläufig, von einer Gruppe gesellschaftlich zu¬ 
sammengehöriger Individuen zu sprechen, wie von einem organischen 
Wesen, daß sie blühe, wachse, altere, entarte oder absterbe. Das gilt 
sowohl von der Familie, wie von umfassenden gesellschaftlichen Ein¬ 
heiten, den Stämmen, Völkern und Rassen. Besonders sind wir bei 
Völkern, die eine weltgeschichtliche Rolle gespielt haben, gewohnt, 
eine Phase des Aufstiegs, der Blüte und des Verfalls zu unterscheiden. 
Da uns aber von diesen Völkern in der Regel nur Daten aus ihrer 
politischen und kulturellen Tätigkeit erhalten sind, so erscheint uns 
dieses Sinken ausschließlich als ein politischer oder kultureller Ver¬ 
fall, dessen Betrachtung den Geisteswissenschaften allein zusteht. Es 
liegen aber doch vereinzelt Berichte vor, aus denen hervorgeht, daß 
das körperliche Substrat dieser Kulturvölker in den einzelnen 
Entwicklungsphasen nicht das gleiche geblieben ist, sondern sich im 
Laufe der Jahrhunderte verschlechtert hat. Zu diesen rein körper¬ 
lichen Verfallsymptomen gehört z. B. die Bevölkerungsverminderung, 
die Einbuße der kriegerischen Tüchtigkeit, das Sinken der Körper¬ 
größe, die Zunahme der Geisteskrankheiten und des Selbstmordes 
u. a. m. Da die ärztliche, anthropologische und bevölkerungs¬ 
statistische Beobachtung erst seit kurzer Zeit leidliche zuverlässige 
Resultate gibt, wissen wir über die Einzelheiten der körperlichen 
Entartung der großen Kulturvölker der Vergangenheit leider sein- 
wenig. Aber das wenige genügt, um die Behauptung gerechtfertigt 
erscheinen zu lassen, daß eine solche körperliche Entartung überhaupt 
stattgefunden hat. 

Es kann natürlich nicht die Aufgabe der Hygiene sein, zu unter¬ 
scheiden, ob das bei jenen Völkern in der kritischen Zeit beobachtete 
moralische, ökonomische, politische und kulturelle Sinken das wesent- 


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Vorwort. 


xin 


liehe und ursprüngliche war, dem die körperliche Entartung 
sekundär folgte, oder ob es sich umgekehrt verhielt. Jedenfalls kann 
eine Parallelität dieser Prozesse angenommen, folglich auch der Medizin, 
Hygiene und Anthropologie die Berechtigung zum Studium dieser 
Fragen keineswegs abgesprochen werden. 

Die Erörterungen über das Problem der körperlichen Entartung 
haben häufig ihren Ausgangspunkt von der Darwinschen Zucht¬ 
wahllehre genommen. Sehr gangbar hat sich dieser Weg bisher nicht 
erwiesen. Denn bei aller Anerkennung der Grundwahrheiten des 
Darwinismus ist doch die spezielle Wirkung von Auslese, Anpassung und 
Zuchtwahl noch Gegenstand so heftiger Kontroverse, daß man gegen¬ 
wärtig darauf nicht das Gebäude einer Theorie über die Gestaltung des 
menschlichen Artprozesses aufführen kann. Um so erfreulicher ist 
es daher, daß sich im Laufe der letzten Jahre die Aussicht eröffnet 
hat, daß die Entartungstheorie sich eine eigene empirische 
Grundlage schaffen wird. Sowohl von ärztlicher wie von national¬ 
ökonomischer Seite wird bewußt oder unbewußt Material herbei¬ 
getragen. So hat z. B. bei den Volkswirten und Statistikern der 
Bevölkerungsstillstand ganzer Völker oder die ungeheure Zunahme 
der städtischen Bevölkerung auf Kosten der ländlichen zu umfassen¬ 
den bevölkerungsstatistischen Arbeiten angeregt. Bei den Ärzten hat 
die Verallgemeinerung des Versicherungswesens und die Beobachtung 
der erschreckenden Zunahme der Kinderfehler und der Untauglichkeit 
zum Heeresdienst bei den Männern oder zum Stillungsgeschäft bei den 
Frauen, ferner die Zunahme der Selbstmorde und der Geisteskrank¬ 
heiten zur Beschäftigung mit dem Problem der körperlichen Ent¬ 
artung nachhaltige Veranlassung gegeben. 

Schon aus der Aufzählung dieser Themata geht hervor, daß in 
rein theoretischer Hinsicht die Forschungen der sozialen Hygiene 
auf den nämlichen Wegen wandelt, die auch in das heute noch so 
dunkle Gebiet der Entartung führen. Aber auch in praktischer Be¬ 
ziehung besteht eine überaus enge Verbindung zwischen der sozialen 
Hygiene und der Prophylaxe der Entartung. Denn jener kon¬ 
stitutionellen Minderwertigkeit, die den großen Volkskrankheiten wie 
Alkoholismus, Malaria, Syphilis usw. ihren Ursprung verdankt, wird 
ja durch eine gesteigerte soziale Hygiene entgegengearbeitet. Hier 
sehen wir die Aufgaben der sozialen Hygiene sich mit der Prophylaxe 
der Entartung auf das engste berühren. Denn eine gründliche Be¬ 
kämpfung jeder dieser Krankheiten dient zugleich auch der Verhütung 
allgemeiner Entartung. 

Bei einigen Krankheiten kommen wir allerdings um einen Kon¬ 
flikt nicht herum. Das sind jene Krankheiten, die, wie oben erwähnt, 
die starken Konstitutionen verschonen, die schwachen 
dagegen befallen und so die menschliche Gesellschaft von ihnen 


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XIV 


Vorwort. 


befreien. Dies gilt namentlich von der Bekämpfung der Lungen¬ 
tuberkulose, der krankhaften Zustände des Nervensystems und man¬ 
cher Kinderkrankheiten. 

Dieser Konflikt zwischen den Aufgaben der sozialen Hygiene und 
rationellen Prophylaxe der Entartung ist aber keineswegs unlösbar. 
Er läßt sich vielmehr überbrücken durch eine sorgfältige sexuelle 
Hygiene, die sich auf eine genaue Kenntnis des Vererbungsvorganges 
stützt. Und diese sexuelle Hygiene ist wieder so eng verknüpft mit 
den wirtschaftlichen und kulturellen Zuständen, daß sie gerade wie 
die soziale Hygiene sich nur auf deren genaue Kenntnis stützen kann. 

Wenn auch zurzeit auf dem Gebiete der sexuellen Hygiene 
heute noch keine großen wissenschaftlichen Leistungen vorliegen, so 
ist doch gar kein Grund anzunehmen, daß auch dieser Zweig der 
Hygiene, der in so eminenter Weise sozial ist, später in größerem 
Maße angebaut werden wird. Die Maßnahme, die diese, der Zukunft 
noch vorbehaltene, das generative Verhalten des Menschen rationell 
regelnde hygienische Sonderdisziplin lehren wird, wird uns den Aus¬ 
gleich bringen zwischen den durch die soziale Hygiene bedingten 
Schutz minderwertiger Elemente einerseits und die Vermeidung der 
Vererbung dieser Minderwertigkeit auf die Deszendenten andererseits. 

Keinesfalls stehen die entartungstheoretischen Erwägungen, die 
unter Ärzten, Hygienikern und Volkswirten überall zurzeit auf¬ 
tauchen, im Gegensatz zur sozialen Hygiene, sondern sie gehören 
recht eigentlich in diese hinein und werden von dem Begriff 1 der 
sozialen Hygiene sowohl nach der descriptiven wie nach der norma¬ 
tiven Seite umfaßt. Die Prophylaxe der Entartung will nicht die so 
erfreuliche wachsende Fürsorge für die Armen, Kranken und Siechen 
eindämmen. Sie will vielmehr nur einige für das Wohl der Gattung 
gefährliche Seiten der Hygiene und anderer humanen Bestrebungen 
paralysieren, und so diese erst für eine allgemeine Wirksamkeit frei¬ 
machen. In ihren letzten Zielen stimmen die Prophylaxe der Ent¬ 
artung und die Maßnahmen der sozialen Hygiene durchaus überein. 

Der Begriff der sozialen Hygiene als der weitere, schließt eben 
die Prophylaxe der Entartung ein, indem er nicht nur die Verallge¬ 
meinerung hygienischer Kultur auf eine Gruppe nebeneinander 
befindlicher Individuen, sondern auch deren Nachkommen er¬ 
streckt. Damit gewinnen wir endlich folgende Definition des Aus¬ 
druckes soziale Hygiene, die wohl allen billigen Ansprüchen ge¬ 
nügen dürfte: 

1. Die soziale Hygiene als descriptive Wissenschaft ist die 
Lehre von den Bedingungen, denen die Verallgemeinerung hygie¬ 
nischer Kultur unter der Gesamtheit von örtlich, zeitlich und gesell¬ 
schaftlich zusammengehörigen Individuen und deren Nachkommen 
unterliegt. 


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Vorwort. 


XV 


2. Die soziale Hygiene als normative Wissenschaft ist die 
Lehre von den Maßnahmen, die die Verallgemeinerung hygienischer 
Kultur unter der Gesamtheit von örtlich, zeitlich und gesellschaftlich 
zusammengehörigen Individuen und deren Nachkommen bezvveckeu. 

Das sind ungefähr die Vorstellungen, die sich die Herausgeber 
dieses Jahresberichtes über das Wesen der sozialen Hygiene gebildet 
haben, einer Wissenschaft, die janusköpfig sowohl nach der natur- 
wissenschaftlich-medizinischen wie nach der geisteswissenschaftlich¬ 
soziologischen Seite sieht. Auf diese Vorstellungen stützen sich auch 
die Grundsätze, die wir in den Vorbemerkungen zu den bereits er¬ 
schienenen Bänden skizziert haben und nach denen wir auch die zu¬ 
künftigen Berichte zusammenzustellen gedenken. 

Nachdem Herr Oberstabsarzt Dr. Neumann in den Kreis unserer 
Herren Mitarbeiter eingetreten ist, besteht dieser nun ärztlicher¬ 
seits aus den Herren DDr. A. Blaschko, Sanitätsrat, M. Bloch, 
A. Gottstein, P. Hüls, 0. Neumann, Oberstabsarzt, F. Prin¬ 
zin g uud B. Spiethoff, nationalökonomischerseits aus den Herren 
DDr. Saenger, A. Koch-Hesse, A. Südekum und P. Georg. 

Alle unsere Leser und Freunde bitten wir, uns durch Zusendung 
von Büchern, Sonderdrucken und berichtigenden oder ergänzenden 
Notizen wie bisher giitigst unterstützen zu wollen. 

Berlin, 1. Mai 1904. 


Die Herausgeber. 


Alle Zuschriften und Zusendungen sind zu richten an einen der beiden 
Herausgeber: 

Dr. med. A, Grotjahn oder Dr. phiU F. Krtrf/el 

Berlin, Alexartdrinensfr. 90 Btrhn, Oranienstr. 96 


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Inhaltsverzeichnis. 


Seite 

Vorwort. III 

Inhalt. XVII 

A. Chronik der sozialen Hygiene von A. Grotjahn . 1 

B. Gesetzestafel von F. Krieg ei .17 

I. Deutschland.17 

1. Reichsgesetzgebung.17 

2. Preußen.18 

3. Bayern. 21 

4. Sachsen.22 

5. Württemberg.22 

6. Baden.23 

7. Hessen.24 

8. Oldenburg.24 

9. Mecklenburg-Schwerin.25 

10. Mecklenburg-Strelitz.25 

11. Sachsen-Weimar-Eisenach. 26 

12. Sachsen-Koburg-Gotha.26 

13. Sachsen-Meiningen.26 

14. Sachsen-Altenburg. 27 

15. Anhalt.27 

16. Braunschweig.27 

17. Schaumburg-Lippe. 28 

18. Lippe-Detmold.28 

19. Schwarzburg-Rudolstadt.28 

20. Schwarzburg-Sonderskausen.28 

21. Reuß, ältere Linie.29 

22. Reuß, jüngere Linie.29 

23. Waldeck.29 

24. Hamburg.29 

25. Lübeck.30 

26. Bremen.30 

27. Elsaß-Lothringen.31 

II 


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XVIII 


Inhaltsverzeichnis. 


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Seit« 


II. Ausland.Hl 

1. Österreich.Hl 

2. Ungarn. 82 

3. Schweiz ... *.H2 

4. Dänemark.H2 

5. Schweden.32 

6. Norwegen.33 

7. Rußland.3H 

8. Niederlande.33 

9. Belgien.33 

10. Frankreich.34 

11. Italien ... 34 

12. Spanien. 34 

13. Portugal.35 

14. Luxemburg.35 

15. Rumänien.35 

16. Türkei.35 

17. Britisches Reich.35 

18. Vereinigte Staaten von Nordamerika.37 

19. Paraguay.38 

20. Chile.39 

21. China.39 

22. Siam.39 

C. Von den Kongressen von F. Kriegei .40 

D. Referate.53 

I. Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. — Referenten . M. Bloch, 

A. Grotjahn, F. Kriegei, 0. Neumann, S. Saeuger. . . . 53 

II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. — Referenten :F. Kriegei, F. Prin¬ 
zing, A. Südekuiu .64 

III. Morbidität, Prophylaxe und KrankenfOrsorge. — Referenten: A. B lasch ko. 

M. Bloch, A. Gottstein, A. Grotjahn, A. Koch -Hesse, 0. Neu¬ 
mann, F. Prinzing, P. Ritter, B. Spiethoff .94 

IV. Soziale Hygiene der Arbeit. — Referenten: P. Georg, A. Gott st ein, 

A. Grotjahn, A. Koch-Hesse. F. Kriegei, S. Saenger, 

B. Spiethoff, A. Siidekum .139 

V. Soziale Hygiene der Ernährung. — Referenten: A. Grotjahn, P. Hüls, 

0. Neumann, B. Spiethoff .165 

VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. — Referenten: A. Koch- 

Hesse, F. Kriegei, A. Siidekum .172 

VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. — Referenten: 

M. Bloch. A. Gottstein, A. Grotjahn, P. Hüls, F. Kriegei . 191 

VIII. öffentliche Gesundheitspflege. — Referenten: A. Grotjahn, 0. Neu¬ 
mann, F. Prinzing, B. Spiethoff .207 

IX. Entartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene. — Refe¬ 
renten: A. Grotjahn, P. Hüls, F. Kriegei, F. Prinzing, 

S. Saenger .224 

X. Vermischtes.242 


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Inhaltsverzeichnis. XIX 

Seite 

E. Bibliographie von F. Kriegei .249 

I. Methode und Geschichte der sozialen Hygiene.249 

1. Allgemeines.249 

2. Ärztliche Pflichtenlehre.250 

3. Methode der Statistik.250 

4. Geschichte.250 

5. Vermischtes.252 

II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität.253 

1. Allgemeines.253 

2. Bevölkerungsstatistik der einzelnen Länder und Städte.... 254 

3. Sterblichkeitsstatistik.261 

III. Morbidität, Prophylaxe und KrankenfQrsorge.262 

1. Allgemeines.262 

2. Epidemiologisches.262 

3. Tuberkulose.265 

4. Venerische Krankheiten.270 

5. Alkoholismus.273 

6. Nerven- und Geisteskrankheiten.276 

7. Massenpsychologie und Kurpfuscherei.278 

8. Kriminalpsychologie.280 

9. Krebs. 281 

10. Geburtshilfe und Frauenkrankheiten.281 

11. Augen- und Ohrenerkrankungen.282 

12. Zahnkrankheiten.283 

13. Arzneiversorgung.283 

14. Samariter wesen und Krankenpflege.284 

15. Krankenhaus- und Heilstättenwesen.285 

16. Krankenversicherung.288 

17. Ärztliche Standesangelegenheiten.293 

IV. Soziale Hygiene der Arbeit.294 

1. Allgemeines.294 

2. Psychologie und Physiologie der Arbeit.295 

3. Sozialstatistik.296 

4. Arbeiterschutz.301 

5. Frauen- und Kinderarbeit.304 

6. Berufskrankheiten und Gewerbehygiene .306 

7. Unfall- und Invaliditätsversicherung.309 

8. Wohlfahrtseinrichtungen.314 

V. Soziale Hygiene der Ernährung.315 

1. Allgemeines.315 

2. Die animalische Nahrung.316 

3. Die vegetabilische Nahrung.318 

4. Nahrungsmittelgesetzgebung.318 

5. Vermischtes.321 

VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung.322 

1. Allgemeines.322 

2. Gemeindepolitik und Bodenreform.323 

3. Wohnungswesen in den einzelnen Ländern und Städten . . . 324 

4. Wohnungsgesetzgebung und Baupolizei.327 

5. Soziale Hygiene der Kleidung.329 

II* 


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XX 


Inhaltsverzeichnis. 


Seite 


VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen .330 

1. Allgemeines.330 

2. Säuglingsschutz..331 

3. Kinderkrankheiten.333 

4. Schulhygiene. 334 

5. Fürsorgegesetzgebnng.338 

6. Vermischtes.339 

VIII. öffentliche Gesundheitspflege .340 

1. Allgemeines.340 

2. Impfwesen.341 

3. Staatliches Gesundheitswesen.342 

4. Kommunales Gesundheitswesen.346 

5. Vermischtes.349 


IX. Entartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene .349 

1. Allgemeines.349 

2. Anthropometrie.350 

3. Vererbung und Entwicklungstheorie.351 

4. Konstitutionspathologie und medizinische Stammbaumforschung . 353 

5. Ethnographisches.355 

6. Sexuelle Hygiene.355 

7. Vermischtes.358 


F. Namenverzeichnis.360 

G. Sachregister.374 


Berichtigungen. 

Seite 168 lieh in der 4. Zeile von unten „15,00 Mark* 4 statt „1,50 Mark“. 
Seite 201 lieh in der 9. Zeile von unten ,.Baur, A. u statt „Bauer. A. u . 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 

(Bei allen Angaben ohne Jahreszahl ist 1903 zu lesen.) 


Am 1. Oktober sind im Großherzogtum Baden zwei Unter¬ 
suchungsämter für ansteckende Krankheiten bei den hygienischen 
Instituten der Universitäten Heidelberg und Freiburg eröffnet. Die 
Untersuchungen sind kostenlos. 

In Jena wurde das aus den Mitteln der Karl Zeiß-Stiftung (Pro¬ 
fessor Abbe) erbaute Hygienische Institut seiner Bestimmung 
übergeben. Mit dem Institut verbunden ist eine durch Gemeinderats¬ 
beschluß und mit Zustimmung der Regierung geschaffene Unter¬ 
suchungsstelle zur Feststellung ansteckender Krank¬ 
heiten, die ebenfalls unter Leitung von E. Gärtner steht. 

Die Professoren der Hygiene v. Esmarch und Reichenbach 
in Göttingen haben sämtliche Brunnenbauer der Umgebung in das 
hygienische Universitätsinstitut zu einem Vorträge und zu einer De¬ 
monstration instruktiver Zeichnungen über rationellen Brunnenbau 
eingeladen. 

Von 1870 bis 1900 wurden in München für Assanierungs¬ 
arbeiten (Wasserversorgung, Anlage von Schlachthöfen und Kana¬ 
lisation) 55 Millionen aus Anleihemitteln und außerdem 2 l / 4 Millionen 
jährlich aus laufenden Mitteln aufgewendet. Diese Ausgaben be¬ 
lohnten sich durch folgenden Rückgang in der Sterblichkeitsziffer, die 
auf 1000 Einwohner 40,4 im Jahrfünft 1871/75, 35.4 im Jahrfünft 
1876 80, 30,4 im Jahrfünft 1881/85, 29,3 im Jahrfünft 1886 90. 
25,9 im Jahrfünft 1891/95, 23,9 im Jahrfünft 1896/1900 betrug. 

In Berlin hat sich eine Deutsche Gesellschaft zur Be¬ 
kämpfung des Kurpfuschertums gebildet. Zum Vorsitzenden 
wurde Th. Sommerfeld, zum Schriftführer Siefart gewählt. 

Die Zahl der englischen Sanitätsinspektor innen ist auf 
45 erhöht worden. Es sind tätig in Birmingham 12, in Liverpool 9. 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 1 


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2 .A- Chronik der sozialen Hygiene. 

in Sheffield 7,' in Leeds j6 > in Manchester und Stockport je 2, in Brad- 
fwdj pjd$ äsä.'-*Ö(Ä)tle, 'St. Helens, Middlesborough, Norwich und Roch¬ 
dale je eine.* 

Am 8. Mai starb F. Schüler, der erste Arzt, der zugleich das 
Amt eines Gewerbeinspektionsbeamten (in der Schweiz) bekleidete. 

Am 21. Juli starb der Großindustrielle und Sozialpolitiker 
R. Rösicke, einer der besten Kenner und Förderer des sozialen 
Versicherungswesens, im 59. Lebensjahre. 

Am 2. August starb der französische Bakteriologe E. Nocard. 
Am 8. Dezember starb der englische Soziologe und Entwicklungs¬ 
theoretiker Herbert Spencer im 83. Lebensjahre. 


Über die Bevölkerungsbewegung im Jahre 1902 gibt das 
Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reiches 1904 I folgenden 
Überblick: Im ganzen wurden im Jahre 1902 457 208 Ehen geschlossen 
(1901: 468329), die Zahl der Geborenen betrug 2089414, darunter 
2024735 Lebendgeborene (2097838 bzw. 2032313), die Zahl der Ge¬ 
storbenen 1187171 (1240014). Im Vergleich zur Gesamtbevölke¬ 
rung ist gegenüber dem Vorjahr die Eheziffer etwas zurückgegangen 
(von 8,24 auf 7,92 auf 1000 Einwohner), ebenso die Geburtenziffer 
(von 36,89 auf 36,19 v. T.) und die Sterbeziffer (von 21,81 auf 20,56 
v. T.). Der Geburtenüberschuß hat absolut und relativ eine namhafte 
Erhöhung erfahren, er ist von 857824 oder 15,09 v. T. auf 902 243 
oder 15,63 v. T. gestiegen, er übertrifft nicht allein den durchschnitt¬ 
lichen Geburtenüberschuß des letzten Jahrzehnts, sondern ist in dieser 
Höhe seit 1841 überhaupt noch nicht erreicht worden. Der Zeit nach 
treffen die Eheschließungen des Jahres 1902 zumeist auf die 
Monate Oktober, November, Mai, April. Das Alter der Heiratenden 
war bei den Männern in 43,1 v. H. der Fälle 25 bis 30 Jahre, bei 
den weiblichen Personen in 56,2 v. H. der Fälle unter 25 Jahren. 
Abweichend von der Regel waren die Frauen älter als die Männer, 
die sie heirateten, bei 94 783 Eheschließungen oder 20,7 v. H. der 
Gesamtzahl. Von den heiratenden Männern haben fast neun Zehntel 
zum erstenmal sich verheiratet, von den heiratenden Frauen etwas 
über neun Zehntel. Ledige Männer mit ledigen Frauen heirateten 
in 395503 Fällen, Witwer mit Witwen in 10926, in 423 Geschiedene 
mit Geschiedenen. Etwas über neun Zehntel der Ehen waren religiös 
ungemischte Ehen, die Eheleute waren bei 272489 Heiraten evan¬ 
gelisch, bei 140191 katholisch und bei 3925 israelitisch. Mischehen 
wurden 39763 (8,7 v. H.) eingegangen, davon waren 37 957 Ehen 
zwischen Evangelischen und Katholiken, 461 zwischen Evangelischen 
und Israeliten, 138 zwischen Katholiken und Israeliten. Von den 


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A. Chronik <ler sozialen Hygiene. 


3 


2089414 Geborenen des Jahres 1902 waren 2024735 oder 96,9 v. H. 
Lebend-, 64 679 oder 3,1 v. H. Totgeborene. Ehelich waren 1912 331, 
unehelich 177 083 oder 8,5 v. H. Mehrlingsgeburten waren unter den 
Geburten 26359 (12,7 v. T.), und zwar im wesentlichen Zwillings¬ 
geburten. Drillingsgeburten waren es 277, in Schlesien, Württemberg 
und Hamburg kam je eine Vierlingsgeburt, in Schlesien sogar eine 
Fünflingsgeburt vor. Im ganzen kamen bei den Mehrlingsgeburten 
52804 Mehrlingskinder — 26867 Knaben, 25937 Mädchen — zur 
Welt. 

Die Abnahme der Sterblichkeit in Deutschland 
illustrieren folgende, dem dritten Vierteljahrshefte zur Statistik des 
Deutschen Reiches entnommene Zahlen. In den deutschen Orten mit 
15000 und mehr Einwohner starben auf 100000 Einwohner jährlich: 



Im Jal 

1877/1881 

irfiinft 

1897/1901 

Im ersteren 
Jahrfünft also 
mal so viel 
Personen 

überhaupt 

26,78 

20,46 

1,3 mal 

darunter: 




an Pocken 

1,0 

0,04 

37,5 „ 

„ Unterleibstyphus, gastrischen und 




Xerventieber 

48.6 

10,4 

4,2 „ 

„ Flecktyphus 

2,6 

0,06 

43,3 „ 

„ Kiudbettfieber 

14,4 

5,1 

2,8 „ 

„ Masern und Röteln 

27,6 

21,3 

1,3 „ 

Diphtherie und Bräune 

99,8 

31,1 

3,2 „ 

akuten Erkrankungen der Atmungs- 




organe einschließlich Keuchhusten 

308.6 

258,5 

1,2 „ 

r Lungenschwindsucht 

357,7 

218,7 

1,6 „ 

„ der Gesamtheit der in dieser Stati¬ 
stik nicht namentlich aufgeführten 




Krankheiten 

1426.7 

1129,8 

1,3 „ 

aU in dein 
letzten Jahr¬ 
fünft 

1897/1901. 


Erfreulich ist auch die stetige Verminderung der städtischen 
Selbstmordziffer. Im Jahrfünft 1877/81 kamen 31, im Jahrfünft 
1897/1901 aber nur noch 24,5 Selbstmorde auf 100000 Einwohner. 
Leider haben als Folge der stark vermehrten Teilnahme der Frauen 
am Erwerbsleben die Todesfälle an Darmkrankheiten (einschließlich 
Brechdurchfall) zugenommen. An ihnen starben in den Orten usw. 
des ganzen Reichs auf je 100000 Lebende: 

l* . 


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4 


A. Chronik der sozialen Hygiene. 


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Im Jahrfünft 1877/81: 264,1 Personen 
1882 86: 253,1 
„ „ 1887/91: 258,2 

1892/96: 256,6 
„ „ 1897/1901: 287,8 

Die preußische statistische Zentralkommission hat die Heraus¬ 
gabe eines statistischenJahrbuches für das Königreich Preußen 
beschlossen im Umfange von 10 bis 15 Druckbogen und zum Preise 
von 1 Mark. 

Nach der vom königl. preußischen statistischen Amte heraus¬ 
gegebenen Todesursachenstatistik (Ref.: A. Guttstadt)starben 
im Jahre 1902 von 10000 Einwohnern an Scharlach 3,18, an den 
Masern und Röteln 2,88, an Diphtherie und Krupp 4,05, an Keuch¬ 
husten 3,79, an Typhus 0,81, an Ruhr 0,07, an einheimischem Brech¬ 
durchfälle 4,52, an Diarrhöe der Kinder 5,90, an Krämpfen 23,70, an 
akutem Gelenkrheumatismus 0,53, an den Skrofeln und der englischen 
Krankheit 1,21, an Tuberkulose 19,04, an Krebs 6,24, an Luftröhren¬ 
entzündung und Lungenkatarrh 5,83, an Lungen- und Brustfellent¬ 
zündung 16,85, an anderen Lungenkrankheiten 4,67, infolge Selbst¬ 
mordes 2,06, durch Verunglückung 3,79 und im Kindbette 2,29. 
Schließt man die im ersten Lebensjahre gestorbenen Kinder aus, so 
ergeben sich bei einzelnen in Betracht kommenden Todesursachen 
ganz erhebliche Abweichungen. So starben von 10000 über ein Jahr 
alten Personen an einheimischem Brechdurchfälle nur 0,56, an Diarrhöe 
(der Kinder) 1,01 und an Krämpfen 4,06 Personen. Von 10000 
lebenden Kindern im ersten Lebensjahre starben an diesen drei Ur¬ 
sachen dagegen 135,08, 167,28 bzw. 672,45. Im ganzen starben im 
Jahre 1902 677293 Personen. Außerdem wurden 40 228 Totgeburten 
gemeldet. Ohne Berücksichtigung der Totgeborenen starben also auf 
1000 Einwohner berechnet 19,3. Die günstigste Sterblichkeit wies 
der Regierungsbezirk Aurich mit einer Sterbeziffer von 15,5 auf. 

Die letzte Volkszählung in den Vereinigten Staaten 
von Nordamerika ergab zum ersten Male das Resultat, daß in¬ 
folge der geringen Bevölkerungsvermehrung der eingesessenen Bevölke¬ 
rung die seit 1832 eingewanderten Personen die im Lande geborenen 
der Zahl nach übertreten. 

In Japan zählte man im Jahre 1901 8582 Selbstmorde 
(gegen 7658 im Jahre 1897) bei 43 Millionen Einwohner; es fallen 
also 20 Selbstmorde auf 100000 Japaner. „ 


Nach einer vom Kaiserlichen Statistischen Amt veröffentlichten 
Arbeit von P. May et ,,25 Jahre Todesursachenstatistik“ (Vierteljahrs- 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 


5 


hefte zur Statistik des Deutschen Reiches 1903, III) starben in den 
deutschen Orten von 15000 und mehr Einwohnern an Lungen¬ 
schwindsucht von je 10000 Lebenden nach den Mittelwerten für 
die Jahrfünfte: 


1877—81 . . 

. 357,7 

1882-86 . . 

. 346,2 

1887—91 . . 

. 304,0 

1892—96 . . 

. 255,5 

1897-01 . . 

. 218,7 


Nach dem von G. Pannwitz erstatteten Bericht des deutschen 
Zentralkomitees für Errichtung von Lungenheilstätten stehen zurzeit 
in Deutschland folgende Einrichtungen im Kampf gegen die 
Tuberkulose zur Verfügmig: 18 Polikliniken, 18 Tageserholungs¬ 
stätten, 2 ländliche Kolonien für Heilstättenentlassene, 8 Pflegestätten 
und Invalidenheime, 6 Kinderheilstätten und 60 Volksheilstätten. Im 
Bau begriffen und projektiert sind 22 Volksheilstätten. Außerdem 
gibt es 22 Privatheilanstalten in Deutschland. 

Nach den von Ost (Bern) gemachten Angaben sind auf 10000 
Lebende in der Schweiz 26,5, im Kanton Bern 28,5, in der Stadt 
Bern 33,7, in Basel 31,4 und Genf 35,7 an Tuberkulose gestorben. 
In der Schweiz starben in den zwanzig Jahren 1878—97 doppelt so 
viele und in der Stadt Bern dreimal so viele Menschen an Tuber¬ 
kulose als an allen übrigen akuten ansteckenden Krankheiten zu¬ 
sammen genommen, und an dem erheblichen Rückgang der allgemeinen 
Sterblichkeit für die Angesessenen Berns von 24,5 Promille (1871—75) 
auf 16,1 Promille (1898—1902) ist die Tuberkulosesterblichkeit ziem¬ 
lich unbeteiligt. 

Im Anschluß an die I. medizinische Klinik des Charite-Kranken¬ 
hauses in Berlin hat P. Jacob eine Fürsorgestelle für Lungen¬ 
kranke nach dem Muster der französischen und belgischen Dispen- 
saires antituberculeuses eingerichtet. 

Der Verein der freigewählten Kassenärzte in Berlin hat eine 
ärztliche Fürsorgestelle für Tuberkulöse unter Leitung von 
W. Becher eingerichtet, in der den Kassenpatienten Rat und Aus¬ 
kunft zur Erlangung einer über die statutenmäßige Fürsorge der 
Krankenkasse hinausgehende Unterstützung erteilt wird. 

Die Strafkammer des Landgerichts in München hat 
einen Postgehilfen, der ein Mädchen syphilitisch infizierte, obwohl er 
sich der Infektiosität seiner Krankheit bewußt war, wegen schwerer 
Körperverletzung zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. 

Die Berliner Polizeidirektion hat eine Zentralpolizeistelle 
zur Bekämpfung des internationalen Mädchenhandels 
als eine besondere Abteilung der Kriminalpolizei eingerichtet. 


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A. Chronik (1er sozialen Hygiene. 


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Wegen Trunkenheit wurden im Jahre 1902 verhaftet in Ham¬ 
burg 8600 bei einer Einwohnerzahl von 737 328 Personen, in Lübeck 
740 bei einer Einwohnerzahl von 86000, in Dresden 500 bei einer 
Einwohnerzahl von 400000, in Hildesheim 140 bei einer Einwohner¬ 
zahl von 43000. 

In Berlin hat sich ein Zentralverband zur Bekämpfung 
des Alkoholismus gebildet. Er bezweckt die Verbindung aller 
erziehlich, sozial und sanitär wirkenden Vereine oder Körperschaften, 
welche die Bekämpfung des Alkoholismus als Haupt- oder Nebenzweck 
ihrer Arbeit anerkennen, zu einem gemeinsamen Vorgehen behufs Auf¬ 
klärung der Kinder, der Volksmassen, zur Errichtung alkoholfreier 
Wirtshäuser, zur Abschaffung des Trinkzwangs und zur Herbeiführung 
gesetzlicher Maßnahmen (Trinkerfürsorge, Schankkonzessionen usw.). 
Zum Vorsitzenden wurde v. Strauß und Torney gewählt. 

Berlin zählt gegenwärtig nicht weniger als 14551 Schank¬ 
stätten, von denen nur 121 alkoholfreie Lokale sind. 

Die Generaldirektion der badischen Staatsbahnen 
hat ihren Beamten verboten, in den Geschäftszimmern oder solange 
sie sich im Dienst befinden, alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. 

Die Zahl der organisierten Abstinenten beträgt zurzeit 
in Deutschland etwa 40000, von denen etwa 18500 dem Guttempler¬ 
orden, 15000 dem „Blauen Kreuz“ und die übrigen kleineren, meistens 
bestimmte Berufsgruppen umfassenden Verbänden angehören. 

Am 1. Januar trat in England das neue Trunksuchtsgesetz 
in Kraft. 

Nach einer von G rinn eil 1 ) in dem Staate Vermont, in dem 
der Vertrieb alkoholischer Getränke seit Jahren verboten 
ist, veranstalteten Erhebung werden monatlich in den eigentlichen 
Drogerien und in den Materialwarenläden 3300000 Dosen Opium 
(ohne die auf ärztliche Verordnung abgegebenen Dosen) abgegeben, 
d. s. 1 1 j„ Dosen Opium auf den Kopf der mündigen weiblichen oder 
männlichen Person. 

Ein Wiener Gericht verurteilte einen Schuhmachermeister 
wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit seines sechsjährigen 
Sohnes zu fünf Tagen strengen Arrest, weil er dem Kinde Bier mit 
Kornbranntwein vermischt zu trinken gegeben hatte. 

Nach dem Generalbericht über die Sanitätsverwaltung im König¬ 
reich Bayern betrug die Zahl der gebärenden Frauen im 
Jahre 1901 231930, von denen 13116 (= 5,7 Proz.) künstlich ent¬ 
bunden wurden. Von diesen starben 396 (= 3 Proz.). Von den 
künstlich entbundenen Kindern starben 2615 (= 26,4 Proz.). 


*) Medico-legal Journal. Sept Dee, 1901. New-York. 


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7 


Nach einer von G. Heim an n 1 ) gegebenen Zusammenstellung hat 
die Zahl der Blinden in Preußen in den letzten Jahrzehnten ab¬ 
genommen. Es wurden bei den Volkszählungen Blinde ermittelt: 






auf 10000 Einwohner 

im Jahre 

männliche 

weibliche 

zusammen 

männliche 

weibliche 

zusammen 

1871 

11066 

11912 

22 978 

9,1 

9.5 

9,3 

1880 

11343 

11334 

22 677 

8,5 

8.2 

8,3 

1895 

11238 

10 204 

21 442 

7,2 

6,3 

6,7 

1900 

11168 

10 403 

21571 

6,6 

5,9 

6,2 


Die Anzahl der Taubstummen in Preußen ist erheblich größer, 
als die der Blinden. Es wurden gezählt: 


1 




auf 10000 Einwohner 

im Jahre 1 

i 

männliche 

weibliche 

zusammen 

männliche j 

weibliche 

zusammen 

1871 

13118 

11197 

24315 

10,8 

9.0 

9,9 

1880 

15168 

12 626 

27 794 

11,3 

9,1 

10,2 

1895 

15699 

12 849 

28548 

10,0 

7,9 

9,0 

1900 

16 975 

14 303 

31278 

10,0 

8.2 

9,1 

1 


Am 8. Juni wurde in Berlin auf dem Gelände des Charite-Kranken¬ 
hauses ein Laboratorium für Krebsforschung eröffnet. 

Am 10. November wurde in Stuttgart ein Landeskomitee 
für Krebsforschung gebildet. 

In England ist nach dem Vorbilde des deutschen Komitees für 
Krebsforschung ein Zentralinstitut für Krebsforschung in 
England und den Kolonien unter Leitung von Bashford er¬ 
richtet worden. 

Die kroatische Landesregierung in Agram hat für den 15. Oktober 
eine Konskription sämtlicherKrebskrankerinKroatien 
und Slavonien angeordnet. 

Am 1. Juli ist der seit dem 1. Mai 1901 bestehende Boykott 
der Berliner Apotheken durch die Krankenkassen auf¬ 
gehoben worden, nachdem die Apothekenbesitzer einen Rezeptur¬ 
rabatt von 16 2 / 3 v. H., eine Erweiterung der Handverkaufsliste und 
die Zulassung der Drogisten zur Lieferung der freigegebenen Mittel 
zugestanden hatten. 


*) Deutsche med. Woehensclir. 1903. Nr. 33. 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 


Die Wertsteigerung der Apotheken veranschaulicht die 
Drogistenzeitung in Leipzig durch folgende Zusammenstellung: In Stadt¬ 
sulza kostete 1835 die Apotheke 36000, 1891 105000, 1894 126000, 
1900 155000 und 1901 165000 Mark. Die Apotheke in Fallersleben 
(2100 Einwohner) ist mit einem Nutzen von 33 000 Mark für 114 000 Mark 
verkauft worden. Die Apotheke in Gollub, die vor 20 Jahren 
60000 Mark kostete, wurde für 113000 Mark verkauft. Die Adler¬ 
apotheke in Königshütte ist vor 10 Jahren für 230000 Mark, 8 Jahre 
später für 308000 Mark und nach weiteren 2 Jahren für 385000 Mark 
verkauft worden. Die vor etwa 10 Jahren für 180000 Mark er¬ 
worbene Apotheke in Zielenzig wurde für 235 000 Mark verkauft, die 
Kronenapotheke in Halberstadt nach 12jährigem Besitz mit einem 
Nutzen von 180 000 Mark für 479 900 Mark. Die Apotheke in Naum¬ 
burg kostete 1841 40000 Mark, 1866 75000 Mark, 1891 93000 Mark, 
1893 141500 Mark und ist weiter für 150000 Mark verkauft worden. 
Die Fortunaapotheke in Hannover-Linden kostete vor etwa 10 Jahren 
85000 Mark und wurde für 350000 Mark verkauft. Nach 4jährigem 
Besitz wurde die Apotheke von Warkentin in Neufahrwasser für 
225000 Mark mit einem Nutzen von 75000 Mark verkauft. Die 
Apotheke in Groß-Zinder, Danziger Werder, wurde für 62000 Mark 
gekauft und nach drei Jahren für 100000 Mark verkauft. Die 
Apotheke zum Greif in Rostock wurde für 400 000 Mark verkauft. Die 
Konzession kostete dem früheren Besitzer seinerzeit 109000 Mark, 
das Hausgrundstück 45000 Mark. Die Apotheke in Grätz wurde vor 
8 Jahren mit 175000 Mark gekauft und ist mit 255000 Mark ver¬ 
kauft worden. Die Apotheke in Fürstenberg an der Oder kostete 
1862 30000 Mark, anfangs der 90 er Jahre 92000 Mark, 1899 190000 
Mark und ist für 250000 Mark weiter verkauft worden. Die vor 
22 Jahren für 80000 Mark erworbene Apotheke in Weilderstadt ist 
für 170000 Mark verkauft worden. Die Apotheke in Wald-Michel¬ 
bach in Baden ist vor 19 Jahren für 35000 Mark, vor 2 Jahren für 
75000 Mark und sodann für 90000 Mark verkauft worden. Die 
Apotheke in Reinerz wurde 1815 für 1300 Taler, 1852 für 13000, 
1856 für 23000, 1860 für 24000, 1863 für 28500, 1873 für 26500 
Taler und 1899 für 210 000 Mark verkauft. Die Apotheke in Kallies 
kostete 1899 100000 Mark und ist für 120000 Mark verkauft worden. 
Die Ädlerapotheke in Treptow a. d. Rega wurde für 225000 Mark 
verkauft. Sie kostete vor 4 Jahren 215000 Mark, 1896 170000 Mark. 
Die Hofapotheke in Elbing wurde nach einem Besitz von nur wenigen 
Jahren mit einem Verdienst von 45000 Mark für 360000 Mark ver¬ 
kauft. Die Apotheke in Preclilau wurde für 100000 Mark verkauft 
Sie kostete vor 8 Jahren 65000 Mark. Die Stadt- und Rathaus¬ 
apotheke in Rawitsch wurde innerhalb Jahresfrist für 205000 Mark 
gekauft und für 220000 Mark verkauft. Die Hofapotheke in Roten- 


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A. Chronik (1er sozialen Hygiene. 


9 


bürg im Regierungsbezirk Kassel kostete vor fünfzehn Jahren 105 000 
Mark. Sie wurde für 185000 Mark verkauft. Die Apotheke in 
Czenckin wurde vor 2 1 /« Jahren für 100000 Mark gekauft und ist 
für 145000 Mark verkauft worden. 

Die Stadt Offenbach hat eine Kommunal-Apotheke eröffnet. 

Der Gemeinderat von Stuttgart hat, dem Beispiele mehrerer 
hessischer Städte folgend, beschlossen, eine Kommunal-Apotheke 
zu errichten. 

In Berlin wurde ein Gewerkverein der Krankenpfleger, 
Pflegerinnen und verwandter Berufe Deutschlands ge¬ 
gründet. Er gewährt seinen Mitgliedern Unterstützung bei Arbeits¬ 
losigkeit, Unglücks- und Sterbefällen, Rechtsschutz und Arbeits¬ 
nachweis. 

Am 16. Juli eröffnete die Landesversicherungsanstalt der Hansa¬ 
städte bei Großhansdorf auf hamburgischem Gebiete ein Invaliden¬ 
heim für Lungenkranke. 

Am 1. Oktober fand die Einweihung der vom Volksheilstätten¬ 
verein vom roten Kreuz errichteten Viktoria-Luise-Kinder- 
heilstätte in Hohenlychen statt; die Heilstätte steht mit einem 
landwirtschaftlichen Jugendheim in Verbindung, durch das 
nicht heilbare Fälle in einen möglichst gesunden Beruf eingeführt und 
geheilte Patienten durch steigende Beschäftigung gestählt werden 
sollen. 

Der Berlin-Brandenburger Heilstättenverein hat eine Heilstätte 
für tuberkulöse Kinder in Belzig eröffnet. 

Am 29. September wurde das erste Provinzialsanatorium 
für Nervenkranke, Rasemühle bei Göttingen, eröffnet. 

In Dresden ist die erste städtische Trinkerheilanstalt 
in Deutschland am 1. Oktober eröffnet worden; die Anstalt ist dem 
Leiter des Dresdener Stadt-Irrenhauses Ganser unterstellt worden. 

Am 20. Oktober wurde im Anschluß an die 20. Jahresversammlung 
des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke ein 
Verband derTrinkerheilstätten des deutschen Sprach¬ 
gebietes gegründet; zum Vorsitzenden wurde Falch (Stuttgart) 
gewählt. 

Der Verein der freigewählten Kassenärzte in Berlin 
hat für die neu eintretenden Ärzte Vorträge über ärztliches Ver¬ 
sicherungswesen, kassenärztliche Instruktion und soziale Medizin ein¬ 
gerichtet; mit dem Halten dieser Vorträge ist R. Lennlioff beauf¬ 
tragt worden. 

Die zehn Ortskrankenkassen Münchens haben siel» zu einer 
Central-Ortskrankenkasse vereinigt. 

Das im Juni erschienene Vierteljahrsheft zur Statistik des 
Deutschen Reiches bringt folgende Angaben über die Kranken- 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 


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Versicherung im Jahre 1901: Die Zahl der Erkrankungsfälle mit 
Erwerbsunfähigkeit, also solche, für die Krankengeld oder Behandlung 
im Kranken hause gewährt wurde, stellt sich auf 3617022 mit 
66652488 Krankheitstagen; auf ein Mitglied kamen durchschnittlich 
0,38 Erkrankungsfälle und 6,91 Krankheitstage. Die Krankheitskosten 
beliefen sich im Jahre 1901 auf 163355589 Mark; davon entfallen auf: 

Arzt 35636010 Mark 

Arznei und sonstige Heilmittel 26194989 Mark 

Krankengelder 72 992 996 Mark 

Anstaltsverpflegung, Sterbegelder, Wöch¬ 
nerinnenunterstützung, Fürsorge für 
Rekonvaleszenten 28 531594 Mark; 

auf ein Mitglied kamen durchschnittlich 16,94 Mark Krankheitskosten. 
Die Verwaltungskosten betrugen 10281573 Mark; auf ein Mitglied 
durchschnittlich: bei den Ortskrankenkassen 2,08 Mark und bei den 
eingeschriebenen Hilfskassen 2 Mark. 


Am 21. Juni ist in Berlin ein soziales Museum unter dem 
Titel „Ständige Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt“ eröffnet W'orden. 
In die Leitung teilen sich die Geheimräte Werner, Sprenger, 
Hart mann und Professor Albrecht. 

Am 19. März wurde in Frankfurt a. M. ein „Soziales Museum“ 
eröffnet. Es enthält eine Ausstellung von Gegenständen aus dem ge¬ 
samten Gebiete der Wohlfahrtseinrichtungen, ein Archiv, eine Aus¬ 
kunftsstelle und eine Rechtsabteilung. 

Die weibliche Gewerbeinspektion verfügt zurzeit in 
Deutschland über folgenden Personenstand: drei in Preußen, zwei in 
Hessen, zwei in Bayern, je eine in Baden, Hamburg, Reuß j. L., 
Württemberg, Altenburg, Bremen, Weimar, Koburg-Gotlia, vier in 
Sachsen. 

Die preußisch-hessische Eisenbahnverwaltung hat den Posten eines 
besonderen Vertrauensarztes geschaffen, dessen Amtstätigkeit sich 
über den ganzen Bereich der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft 
erstrecken und die wuchtigsten sanitären und hygienischen Fragen 
nach einheitlichen Gesichtspunkten behandeln soll. Zum Vertrauens¬ 
arzt ist Sch wechten (Berlin) ernannt worden. 

Der französische Marineminister hat in allen Arsenalen und Werk¬ 
stätten den Achtstundentag eingefülirt. 

Im belgischen Kohlenbergbau sind 5455 Frauen beschäftigt, 
davon 783 untertag; außerdem sind 10697 Kinder, davon 4826 
untertag beschäftigt ; die Arbeitszeit beträgt nicht unter zehn Stunden. 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 


11 


Der vom ungarischen Handelsministerium herausgegebene Bericht 
über die Amtstätigkeit der Gewerbeinspektoren im Jahre 
1902 meldet, daß in dem Berichtsjahre in 6258 Betrieben nicht 
weniger als 13309 Übertretungen der zum Schutze der Arbeiter er¬ 
lassenen Gesetze festgestellt worden sind. 

Der Rat der Stadt Leipzig hat unter die Submissionsbedingungen 
für die Anstreicherarbeiten bei einer Gasanstalt ein Verbot der 
Verwendung von Bleiweiß aufgenommen. 

Der französische Marineminister hat die Verwendung von 
bl ei- und arsenikhaltigen Farben innerhalb seines Ressorts 
verboten. 

Im Jahre 1901 umfaßte die deutsche Unfallversicherung 
113 Berufsgenossenschaften mit 5191576 Betrieben und 18073147 
versicherten Personen. Die Zahl der Unfälle betrug 117336, von 
denen 8501 (66 weniger als im Vorjahre) tötlichen Ausgang und 
1446 völlige Erwerbsunfähigkeit zur Folge hatten. 

Die deutsche See-Berufsgenossenschaft hat die obligatorische 
Einführung der Tiefladelinie an geordnet. 


Seit dem 1. April ist das F1 e i s c h b e s c h a u g e s e t z im Deutschen 
Reich im ganzem Unfange in Kraft. An mehr als 120 Zollämtern 
sind Untersuchungsstellen eingerichtet, in denen alles vom Auslande 
kommende frische oder zubereitete Fleisch, alle tierischen Fette und 
alle Därme einer Untersuchung unterzogen werden. 

Nach dem Generalbericht über die Sanitätsverwaltung im König¬ 
reich Bayern für 1901 sind in den Städten mit mehr als 30000 Ein¬ 
wohnern die Schweineschlachtungen im genannten Jahre um 
77 625 zurückgegangen, während die Pferdeschlachtungen auf 6310 
gegen 5431 im Vorjahre gestiegen sind. Der Fleischkonsum sank in 
Bamberg von 83,1 Kilogramm auf 76,7 pro Kopf, in Erlangen von 
63 auf 51,5, in Augsburg von 83,5 auf 70.9. In München wurden 
im Jahre 1902 31947 Schlachttiere weniger geschlachtet, dagegen 
250 Pferde mehr als im Vorjahre. 

Am 1. September trat die Brüsseler Zuckerkonvention 
in Kraft, durch die das System der Zuckerexportprämien beseitigt und 
damit in den Zuckerexportländern wie Deutschland eine Verbilligung 
des Zuckers angebahnt wird. 

Nach den Ermittelungen des Stadtarztes Schrak am pf beläuft 
sich der jährliche Milchkonsum in Düsseldorf auf 270000 Hekto¬ 
liter, der Bierverbrauch auf 340000 Hektoliter. 

Im Gebiete der Brausteuergemeinschaft hat im Jahre 1902 die 
Biererzeugung nach langjähriger ununterbrochener Zunahme zum 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 


erstenmal abgeuomraen. Es sind im ganzen 2,8 Millionen Hektoliter 
Bier (6,2 v. H.) weniger als im Vorjahre gebraut worden. Die Ge- 
samterzengung betrug 42,2 Millionen Hektoliter gegen 45,0 Millionen 
Hektoliter im Vorjahre. In den übrigen deutschen Steuergebieten 
wurden erzeugt: in Bayern 17,36 (1901: 17,82), in Württemberg 
3,79 (1901: 4,01), in Baden 2,97 (1901: 2,96) und in Elsaß-Lothringen 
1,15 (1901: 1,12), überhaupt im deutschen Zollgebiet 67,7 (1901: 71,2) 
Millionen Hektoliter. Der Bierverbrauch berechnet sich mit Berück¬ 
sichtigung der Ein- und Ausfuhr auf den Kopf der Bevölkerung für 
das Brausteuergebiet auf 96,7 (1901: 104,8), für Bayern auf 234,6 
(1901: 244,8), für Württemberg auf 172,4 (1901: 184,2), für Baden 
auf 156,1 (1901: 158,4), für Elsaß-Lothringen auf 83,4 (1901: 82,7) 
und für das deutsche Zollgebiet auf 116 (1901: 124,1) Liter. 

Der Verband der Baugenossenschaften Deutschlands 
zählt gegenwärtig 68 Baugenossenschaften, von denen 17 allein für 
Beamte arbeiten; insgesamt sind vom Verbände 5454 Wohnungen 
geschaffen worden. Allein im Großherzogtum Hessen gibt es elf Bau¬ 
vereine, die bisher 274 Häuser mit 636 Wohnungen errichtet haben. 

Der Rheinische Verein zurFörderung des Arbeiter¬ 
wohnungswesens umfaßte zu Anfang des Berichtsjahres 113 Bau¬ 
vereine mit 3545 Häusern und 8200 Wohnungen. In den fünf Jahren 
seines Bestehens hat sich die Zahl der Wohnungen verdreifacht. 

In München hat sich die Zahl der überfüllten Wohnungen 
im letzten Jahrfünft um 14 Prozent vermehrt. 

Die 79742 Häuser, aus denen Paris besteht, sind neuerdings auf 
ihre sanitäre Beschaffenheit untersucht worden. Dabei sind 
nur 47 716 Häuser, also noch nicht einmal drei Fünftel, als einwandsfrei 
befunden worden, während der Rest von 32026 entweder als zweifel¬ 
haft oder direkt schädlich bezeichnet werden mußte. Von der Ge¬ 
samtzahl sind 59 959, also drei Viertel, mit Brunnenwasser versorgt, 
11050 mit Quell- oder Flußwasser, und nur 23252 besitzen moderne 
sanitäre Einrichtungen in der Zufuhr und im Gebrauch des Wassers. 

Nach dem Vorgang der englischen Garden City Pioneer Company 
hat sich in Berlin unter dem Vorsitz von Heinrich Hart (Schlachten¬ 
see) eine Gartenstadt-Gesellschaft gebildet, die anstrebt, in 
der Nähe der Großstädte Wohnungen und Gärten in einer Weise an¬ 
zulegen, daß durch zweckmäßige Verteilung der bebauten und der dem 
Gartenbau vorbehaltenen Fläche die Vorzüge des Landlebens mit denen 
der Großstadt vereinigt werden. 

In Berlin hat sich ein Ausschuß für die Errichtung von 
Junggesellenheimen gebildet; er bezweckt die Bekämpfung des 
Schlafstellenunwesens und die Gründung von Heimen für alleinstehende 
Arbeiter. 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 


13 


An der Hand von statistischen Zahlen weist C. Franke 1 (Halle) 
im Technischen Gemeindeblatt nach, daß die Zahl der Todesfälle 
im ersten Lebensjahre innerhalb des Deutschen Reiches 
sehr starken Schwankungen unterliegt Sie beträgt nach dem Durch¬ 
schnitt der letzten zehn Jahre in Aachen 400 von 1000 Geborenen, 
in Barmen nur 166, in Stettin 450, in Saarbrücken nur 155; ungemein 
hoch ist die Ziffer ferner in Chemnitz, Augsburg, Danzig, Königsberg, 
Breslau, Ingolstadt, München, gering in Dortmund, Bremen, Remscheid, 
Hannover, Elberfeld, Frankfurt a. M. Unter den 36 preußischen 
Regierungsbezirken befand sich 1896 an der Spitze Breslau mit 350, 
der im Geburtsregister erst die vierzehnte Stelle einnahm; es folgten 
Stettin mit 320, dort der fünfzehnte, Danzig mit 310, im Geburts¬ 
register der fünfte, während sich z. B. Arnsberg, in der Geburtsliste 
der dritte Regierungsbezirk, in der Mortabilitätstabelle mit 170 unter 
den letzten befindet. 

Die Stadt Berlin hat die Zahl ihrer Schulärzte um 24 ver¬ 
mehrt, so daß jetzt im ganzen 36 Schulärzte tätig sind für insgesamt 
264 Gemeindeschulen. 

Die Stadtverwaltung Charlottenburgs hat die Anstellung einer 
Schulärztin beschlossen. 

Die Stadt Nürnberg hat die Zahl ihrer Schulärzte von sechs 
auf fünfzehn vermehrt, deren Wirkungskreis nach der neuen Dienst¬ 
ordnung sich nicht nur auf die Gemeindeschulen, sondern auch auf 
die Privatschulen erstrecken soll. 

Der Kreistag des Kreises Mainz beschloß die Anstellung eines 
Schularztes für die Schulen der Landgemeinden. 

Eine schulärztliche Untersuchung 1 ) der Mädchen¬ 
schule in Arnstadt ergab bei 1175 Schülerinnen 477 Kranke, das 
sind 40 Prozent, darunter Augenkranke und Kurzsichtige 110, Ohren¬ 
leidende 65, Nasenkranke 22, mit Krankheiten der Luftwege Behaftete 
31, Herzleidende 27, Magen- und Darmkranke 14, Nervenleidende 44, 
Knochen- und Gelenkkranke 19, Bleichsüchtige, Skrophulöse und 
Rhachitische 80, mit Sprachfehler Behaftete 17, an allgemeiner Körper¬ 
schwäche Leidende acht, mit Krankheiten der Lymphgefäße Be¬ 
haftete 14. 

Am 1. August sind in Kopenhagen neue Bestimmungen über die 
Kinderarbeit in Kraft getreten, die für Kinder unter zwölf Jahren 
jede Lohnarbeit verbieten. 


J ) Kommunale Praxis. 11*03. Nr. 20. 


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14 


A. Chronik der sozialen Hygiene. 


Ein anschauliches Bild des Bevölkerungsstillstandes in 
Frankreich gibt folgende, auf Grund der offiziellen Statistik zu- 
sammengestellte Tabelle 1 ), es betrug 




die Zahl der 


der Überschuß der 

im Jahre 

Heiraten 

Eheschei¬ 

dungen 

| Geburten 

Todes¬ 

fälle 

Geburten 

Todes¬ 

fälle 

1891 

285 458 

Ö752 

866 377 

i 

1 876 882 

_ 

10 505 

1892 

290 319 

5772 

855 847 

! 875 888 

— 

20 041 

1893 

287 294 

(>184 

874 672 

867 526 

7146 

— 

1894 

286 662 

6419 

855 388 

815 620 

39 768 

— 

1895 

282 915 

6751 

834 173 

851 986 

— 

17 831 

1896 

290 171 

7051 

863 586 

771886 

93 700 

— 

1897 

291462 

7460 

859 107 

751019 

108 088 

— 

1898 

287 179 

7238 

843933 

810073 

33860 

— 

1899 

295 752 

7179 

847 627 

816 233 

31 394 

— 

1900 

299084 

7157 

827 297 

853 285 

— 

25 988 

1901 

303469 

7741 

857 274 

784 876 

72 398 



Der minimale Geburtenüberschuß ist also ausschließlich eine Folge 
des Rückgangs der Sterblichkeit; die Geburtenfrequenz hat sich in 
den letzten Jahren konstant oder sogar noch etwas abnehmend ge¬ 
zeigt. Im Jahre 1902 hat Frankreich eine geringe Volksver- 
mehrung, nämlich um 83944 Seelen, aufzuweisen, die allerdings 
ausschließlich auf die Verminderung der Sterbefälle zurückzuführen 
ist, während die Geburten wieder um 12000 gegen das Vorjahr sich 
vermindert haben. Dreißig Departements weisen eine höhere Sterbe-, 
als Geburtsziffer auf. 

In Frankreich blieb die Aushebungszahl für das Jahr 
1903 um 22000 hinter der des Vorjahres zurück; es konnten nur 
132400 Mann gegen 154200 Mann im Jahre vorher eingestellt werden. 

Die vom französischen Senat eingesetzte außerparlamentarische 
Kommission, die die Entvölkerung Frankreichs studieren und 
Vorschläge zur Behebung des Bevölkerungsstillstandes machen sollte, 
hat ihre Arbeiten eingestellt, da das Budget für 1903 ihr keine Mittel 
zur Verfügung stellte. 

In der australischen Stadt Sj'dney ist eine Regierungs- 
Kommission zur Erforschung der Ursachen der schwachen Be¬ 
völkerungszunahme des Staates Neu -Süd -Wales gebildet 
worden. 


*) Zeitschrift für Sozial Wissenschaft. 1903. H. 2. S. 125. 


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A. Chronik der sozialen Hygiene. 


15 


Den Rückgang der Geburtenfrequenz 1 ) in Australien 
beleuchtet Coghlan, der Statistiker von Neu-Süd-Wales, durch 
folgende Angaben. Die Zahl der Geburten auf 100 verheiratete 
Frauen betrug in 


im Jahre 

Nen-Süd- 

Wales 

Viktoria 

|.... | 

Queensland 

Neu-Seeland 

1861 

30,61 

28,54 

i 

_ 

1871 

30,12 

26,97 

— 

— 

1881 

29,74 

25,20 

28,80 

28,16 

1891 

26,39 

26,51 

29,45 

23,86 

1898 

20,12 

19,30 

20,30 

21,42 


Vor 20 Jahren betrug die natürliche BevölkerungsVermehrung noch 
2 j 4 Prozent, während sie jetzt auf V/ 2 Prozent gesunken ist. 

Dem Deutschen Landwirtschaftsrat ist vom Reichskanzler eine 
Denkschrift über die Militärtauglichkeit der ländlichen 
und städtischen Bevölkerung im Deutschen Reiche über¬ 
reicht worden. Das Gesamtergebnis der Erhebungen ist folgendes: 


Gruppen 

Zahl der 
Tauglichen 

Von je 100 
Tauglichen 
kamen auf 
jede 
Gruppe 

Von je 100 ab¬ 
gefertigten 
Militärpflich¬ 
tigen jeder 
Gruppe waren 
tauglich 

I. Auf dem Lande geboren 

a) in Land- oder Forstwirtschaft 


mm 


beschäftigt 

75 606 


58,64 

b) anderweit beschäftigt 

110 389 


58,40 

I zusammen 

185 995 

63,27 

58,50 

II. In der Stadt geboren 

a) in Land- oder Forstwirtschaft 




beschäftigt 

10 697 

3,64 

58,40 

b) anderweit beschäftigt 

97 263 

33,09 

53,52 

II zusammen 

107 960 

36,73 

53,97 

I und II zusammen 

283 955 

100 

56,75 


Hiernach stammen also fast zwei Drittel aller Rekruten vom Lande, 
die relative Tauglichkeit der auf dem Lande geborenen übertrifft aber 
die aus der Stadt stammenden Militärpflichtigeu nicht erheblich, 
58 Prozent gegen 53 Prozent. Im III. Armeekorps, das die Provinz 

*) Zeitschrift für Sozialwisseuschaft. 1903. H. 1. 1903. 


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16 


A. Chronik der sozialen Hygiene. 


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Brandenburg mit Berlin umfaßt, sinkt die Tauglichkeit der in der 
Stadt geborenen Bevölkerung auf 41 Prozent, während die Tauglich¬ 
keit der dort auf dem Lande geborenen Bevölkerung 61 Prozent be¬ 
trägt. 

Der Ruhm, die g r ö ß t e G e b u r t s z i f f e r unter allen Großstädten 
zu haben, gebührt der Stadt Essen. Hier betrug die Geburtsziffer 
auf 1000 Einwohner 47,1, am nächsten kommen wiederum zwei deutsche 
Städte, Mannheim mit 43,9 und Nürnberg mit 41,3. Bei den Millionen¬ 
städten entfallen relativ die meisten Geburten auf Moskau (30,9); es 
folgen alsdann Wien, London, Berlin, New-York und Paris (21,3). Die 
niedrigsten Geburtsziffern zeigen die französischen Städte Lyon, Bor¬ 
deaux und Toulouse (18—19). 

Im Jahre 1900 betrug in Japan auf 1000 Lebende die Ge¬ 
burtsziffer 16,1, die Sterbeziffer 10,4 gegen 36,1 bezw. 21,8 
in Preußen. Diese überaus günstigen demographischen Verhältnisse 
verdankt Japan wahrscheinlich dem Umstande, daß die Japanerinnen 
ausnahmslos ihre Kinder selbst stillen und zwar in der Regel zwei 
Jahre lang. 

Der gesetzgebenden Körperschaft von Pennsylvania ist zwecks 
Hebung der Geburtenzahl ein Subsi dien ge setz für kinder¬ 
reiche Familien vorgelegt worden. 


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B. Gesetzestafel. 

(Bei allen Angaben ohne Jahreszahl ist 1903 zu lesen.) 


I. Deutschland. 


1. Reichsgesetzgebung. 

Verfügung vom 17. Dezember 1902, betr. Ruhen der Unfall-, Alters-, Invaliden- und 
Krankenrenten während der Verbüßung von Freiheitsstrafen. (Amtsbl. d. 
Reichspostamts S. 283.) 

Erlaß des Staatssekretärs des Reichspostamts vom 24. Dezember 1902, betr. die Ge¬ 
fahr der Bleivergiftung für Telegraphenarbeiter, die mit dem Einziehen uu- 
bewehrter Telegraphen- und Fernsprechkabeln beschäftigt sind. 

Bekanntmachung vom 30. Januar, betr. den Betrieb von Anlagen zur Herstellung 
von Präservativs, Sicherheitspessarien, Suspensorien und dergleichen. (Reichs¬ 
gesetz bl. S. 3.) 

Bekanntmachung vom 5. Februar, betr. die Fleischbeschau-Zollordnung. (Zentralbl. 
f. d. Deutsche Reich S. 32.) 

Bekanntmachung vom 10. Februar, betr. die Kennzeichnung des untersuchten aus¬ 
ländischen Fleisches. (Zentralbl. f. d. Deutsche Reich S. 46.) . 

Bekanntmachung vom 27. Februar, betr. die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter 
bei der Bearbeitung von Faserstoffen, Tierhaaren, Abfällen oder Lumpen. 
(Reichsgesetzbl. S. 39.) 

Verfügung 1 vom 14. März, betr. Einfuhrbeschränkungen für Fleisch. (Amtsbl. d. 
Reichspostamts S. 49.) 

Bekanntmachung vom 23. März, betr. Ausführungsbestimmungen zum Süßstoffgesetze 
vom 7. Juli 1902. (Zentralbl. f. d. Deutsche Reich S. 103.) 

Gesetz vom 23. März zur Abänderung der Seemannsordnung. (Reichsgesetzbl. S. 57.) 

Bekanntmachung vom 24. März, betr. die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter auf 
Steinkohlenbergwerken in Preußen, Baden und Elsaß - Lothringen. (Reichs¬ 
gesetzbl. S. 61.) 

Bekanntmachung vom 27. März, betr. die Abänderung der Ausführungsbestimmungen 
A, C und D zu dem Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetze. (Zentralbl. f. 
d. Deutsche Reich S. 116.) 

Bekanntmachung vom 27. März, betr. Ergänzung der Prüfungsvorschriften für die 
Trichinenschauer. (Zentralbl. f. d. Deutsche Reich S. 118.) 

Gesetz vom 30. März, betr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. (Reichsgesetzbl. 
S. 113.) 

Bekanntmachung vom 1. April, betr. den Betrieb von Anlagen zur Herstellung von 
Präservativs, Sicherheitspessarien, Suspensorien und dergleichen. (Reichs¬ 
gesetzbl. S. 123.) 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 2 


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18 


B. Gesetzestafel. 


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Bekanntmachung vom 24. April, bctr. die Beschäftigung von Arbeiterinnen und 
jugendlichen Arbeitern in den zur Anfertigung von Zigarren bestimmten 
Anlagen. (Reichsgesetzbl. S. 201.) 

Bekanntmachung vom 24. April, betr. die Beschäftigung von Arbeiterinnen und 
jugendlichen Arbeitern in Bleifarben- und Bleizuckerfabriken. (Reichsgesetz¬ 
blatt S. 201.) 

Gesetz vom 10. Mai, betr. Phosphorzünd waren. (Reichsgesetzbl. S. 217.) 

Gesetz vom 25. Mai, betr. weitere Abänderungen des Krankenversicherungsgesetzes. 
(Reichsgesetzbl. S. 233.) 

Bekanntmachung vom 26. 3Iai, betr. die Einrichtung und den Betrieb von Anlagen 
zur Herstellung von Bleifarben und anderen Bleiprodukten. (Reichsgesetzbl. 
S. 225.) 

Bekanntmachung vom 16. Juni, betr. Nichtanwendung von Bestimmungen der See¬ 
mannsordnung auf kleinere Fahrzeuge. (Reichsgesetzbl. S. 252.) 

Bekanntmachung vom 24. Juni, betr. die Ergänzung des Verzeichnisses der Einlaß- 
und Untersuchungsstellen für das in das Zollinland eingehende Fleisch. 
(Zentralbl. f. d. Deutsche Reich S. 203.) 

Bekanntmachung vom 28. August, betr. die Denaturierung nicht zum Genüsse für 
Menschen bestimmten Fleisches. (Zentralbl. f. d. Deutsche Reich S. 626.) 

Erlaß vom 31. August, betr. Berichterstattung der Konsulate über das Vorkommen 
von Pest und Cholera sowie verdächtigen Fällen auf nach einem deutschen 
Hafen bestimmten Schiffen. 

Bekanntmachung vom 1. Oktober, betr. den Verkehr mit Arzneimitteln. (Reichsanz. 
Nr. 235.) 

Bekanntmachung vom 15. November, betr. die Einrichtung und den Betrieb gewerb¬ 
licher Anlagen, in denen Thomassehlacke gemahlen oder Thomasschlacken¬ 
mehl gelagert wird. (Reichsgesetzbl. S. 288.) 

Bekanntmachung vom 15. November, betr. die Beschäftigung von Arbeiterinnen und 
jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien. (Reichsgesetzbl. S. 286.) 

Bekanntmachung vom 15. November, betr. den Betrieb von Getreidemühlen. (Reichs¬ 
gesetzbl. 8. 287.) 

Verordnung des Kaiserl. Gouverneurs vom 2. März. betr. Verkehr mit alkoholartigen 
Getränken. (Deutsches Handelsarchiv S. 662 nach Deutsches Kolonialbl. Nr. 8.) 

Vorschriften, betr. die gesundheitspolizeiliche Kontrolle der einen Hafen des Kameruner 
Schutzgebietes anlaufenden Seeschiffe. (Deutsches Kolonialbl. S. 253.) 


2. Preußen. 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe vom 29. März 1962, betr. zahnärztliche 
Behandlung von Krankeiikassenmitgliedern. (Ministerialbl. f. d. Handels- und 
Gewerbeverwaltg. S. 250.) 

Verfügung der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums vom 2. August 1902, betr. 
Fleischvergiftungen. (Amtl. Beiblatt zur Deutsch, militärärztl. Zeitschrift S.57.) 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe vom 13. August 1902, betr. Begut¬ 
achtung der Anträge auf Genehmigung gewerblicher Anlagen durch Medizinal¬ 
beamte. (Ministerialbl. f. d. Handels- und Gewerbeverwaltg. 8.322.) 

Erlaß vom 6. November 1902, betr. Anleitung für die bakteriologische Feststellung 
der Uholeralülle. (Ministerialbl. f. Medizinal- und mediziu. Unterrichtsange- 
legenhciten 1902 S. 327.) 

Verfügung vom 10. November 1902, betr. die gesundheitspolizeiliche Behandlung 
des bei der Fleischbeschau beanstandeten Fleisches. (Ministerialbl. f. d. ge¬ 
samte innere Verwaltg. S. 233.) 

Allgemeine Verfügung vom 14. November 1902, betr. Untersuchung eingeführten 
frischen Fleisches in Schlachthausgemeinden. 

Erlaß vom 18. November 1902, betr. die Bekämpfung der Trunksucht. (Ministerialbl. 
f. Medizinal- u. medizin. ITiterrichtsangelegenheiten 1902 S. 343.) 

Verfügung vom 18. November 1902, betr. die polizeilicherseits veranlaßte Ueberfiihrung 
Geisteskranker in eine Irrenanstalt. (Ministerialbl. f. d. gesamte innere Ver¬ 
waltung S. 234.) 

Erlaß vom 22. November 1902, betr. Regelung der Leichenschau. (Ministerialbl. f. 
Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten S. 13.) 


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B. Gesetzestafel. 


19 


Erlaß des Ministers (1er geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten vom 
26. November 1902, betr. Ausführungsbestimmungen in bezug auf die Pest 
zu dem Gesetz, betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 
30. Juni 1900. 

Ministerialerlaß vom 29. November 1902, betr. den Verkehr mit gefälschtem oder nach¬ 
gemachtem Honig. (Ministeriulbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. S. 430.) 

Erlaß des Ministers des Innern vom 18. Dezember 1902, betr. die fortlaufende sta¬ 
tistische Aufnahme der Taubstummen. 

Erlaü vom 20. Dezember 1902, betr. Bau und Einrichtung ländlicher Volksschul¬ 
häuser. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten S. 14.) 

Erlaß vom 22. Dezember 1902, betr. Grundzüge über die Kegelung des Verkehrs 
mit Arzneimitteln außerhalb der Apotheken und die Beaufsichtigung desselben. 
(Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten 8. 4.) 

Erlaß vom 29. Dezember 1902, betr. Maßnahmen zur Bekämpfung der Pest. 
(Ministerialbl. f. Medizinal- n. medizin. Unterrichtsangelegenheiten 8. 57.) 

Erlaß vom 31. Dezember 1902, betr. die Bekämpfung Her Kurpfuscherei. (Ministerial¬ 
blatt f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten 8. 23. ) 

Bekanntmachung vom 2. Januar, betr. Ausbildung "der Nahrungsmittelchemiker. 
(Reiehsanz. Nr. 6.) 

Erlaß vom 9. Januar, betr. den Verkehr mit ausländischen Rohhäuten. (Ministerialbl. 
f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. S. 18.) 

Erlaß vom 12. Januar, betr. Vorschriften über die Ausrüstung von Kauffahrteischiffen 
mit Hilfsmitteln zur Krankenpflege usw. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. 
Unterrichtsangelegenheiten S. 72.) 

Erlaß vom 22. Januar, betr. Grundsätze für die Aufstellung von Entwürfen lind die 
Ausführung von Mietwohnhäusern für Arbeiter, untere und mittlere Beamte. 
(Reichsarbeitsbl. S. 124.) 

Erlaß vom 24. Januar, betr. gesundheitliche Mindestforderungen an Badeorte. 
(Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten S. 87.) 

Erlaß vom 31. Januar, betr. Maßnahmen zur Bekämpfung der Trunksucht. 
(Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterriclitsangelegenheiten S. 86.) 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe vom 11. Februar, betr. Beschäftigung 
von Arbeiterinnen usw. in Anlagen zur Herstellung von Präservativs usw. 
(Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. 8.47.) 

Erlaß des Ministers der geistlichen, Medizinal- und Unterrichtsangelegenheiten, vom 
12. Februar, betr. Genesungsheime mit Arbeitsgelegenheit. 

Erlaß vom 18. Februar, betr. Vorschriften für die Prüfung der Heilgehilfen mul 
Masseure. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten 
S. 96.) 

Erlaß vom 21. Februar, betr. das Vorkommen der Genickstarre in Preußen im Jahre 
1901. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten 8. 112.) 

Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 23. Februar, betr. Bestimmungen 
über die Dienst- und Ruhezeit der Bediensteten im Eisenbahnbetrieb. 

Erlaß vom 27. Februar, betr. Anzeige bei der Entlassung von Angehörigen anderer 
deutscher Bundesstaaten und von Ausländern aus Privatanstalten für Geistes¬ 
kranke usw. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegen- 
heiten 8. 144.) 

Erlaß vom 27. Februar, betr. Schutz der Bauhandwerker gegen Krankheit und Un¬ 
fälle. (Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. 8. 74.) 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe, des Ministers für Landwirtschaft, 
Domänen und Forsten und des Ministers des Innern an die öberpräsidenten 
in Königsberg, Danzig, Stettin, Hannover und Schleswig vom 5. März, betr. 
Unfallversicherung im Kleinbetriebe der Seeschiffahrt und in der See- und 
Küstenfischerei. 

Allgemeine Verfügung vom 7. März, betr. Ausführung des Fleischbosehaugesetzes. 

Erlaß vom 17. März, betr. Beschäftigung jugendlicher Arbeiter bei der Bearbeitung 
von Faserstoffen, Tierhaaren, Abfällen oder Lumpen. (Ministerialbl. f. d. 
Handels- u. Gewerbeverwaltg. 8. 93.) 

Verfügung vom 20. März nebst Auslührungsbestimmungen zum Fleischbeschaugesetze. 
(Ministerialbl. f. d. gesamte innere Verwaltg. 8. 56.) 

Dienstanweisung für die preußischen Musterungsbehörden vom 21. März zur Aus¬ 
führung der Seemannsordnung vom 2. Juni 1902. (Beilage zu Nr. 6 des 
Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg.) 

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B. Gesetzestafel. 


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Erlaß vom 28. März, betr. Arbeitsräume der Fleischereien. (Ministerialbl. f. d. 
Handels- u. Gewerbeverwaltg. S. 126.) 

Verfügung vom 1. April/25. März, betr. die Ausführung des Fleischbeschaugesetzes. 
(Ministerialbl. f. d. gesamte innere Verwaltg. S. 86.) 

Erlaß vom 7. April, betr. Bekämpfung der Kurpfuscherei. (Ministerialbl. f. Medi¬ 
zinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten S. 163.) 

Ausführungsbestimmungen vom 21. April, betr. die Untersuchung des in das Zoll¬ 
inland eingehenden Fleisches. 

Erlaß vom 23. April, betr. die Erstattung der Bezirksgesundheitsberichte. (Ministerial¬ 
blatt f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten S. 190.) 

Erlaß vom 28. April, betr. die Bekämpfung des übermäßigen Alkoholgenusses. 
(Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten S. 198.) 

Allgemeine Verfügung des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten 
vom 29. April, betr. die Auslührung des Fleischbeschaugesetzes. 

Gesetz vom 4. Mai, betr. die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung 
der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben be¬ 
schäftigt sind, und von gering besoldeten Staatsbeamten. (Gesetzsammlg. S. 17ö.j 

Allgemeine Verfügung vom 8. Mai, betr. Maßnahmen zur Handhabung des Invaliden- 
versicheruugsgesetzes vom 13. Juli 1899. (Justizministerialbl. S. 101.) 

Erlaß vom 13. Mai, betr. Abgabe gerichtlich geforderter Gutachten seitens der Mit¬ 
glieder der Medizinalkollegien. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unter- 
richtsangelegenheiteu S. 211.) 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe an die Regierungspräsidenten und den 
Polizeipräsidenten von Berlin vom 25. Mai, betr. Beschäftigung eigener Kinder 
in gewerblichen Betrieben. 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe an die Regierungspräsidenten und den 
Oberpräsidenten in Potsdam vom 30. Mai, betr. Ausführung des Gesetzes, betr. 
weitere Abänderungen des Krankeuversicherungsgesetzes. 

Erlaß vom 6. Juni, betr. Einrichtung und Betrieb von Anlagen zur Herstellung von 
Bleifarben usw. (Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. S. 213.) 

Verordnung vom 8. Juni, betr. Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts und Instanzen¬ 
zug für Streitigkeiten, welche nach Vorschriften des K ranken versicheruugs- 
gesetzes und des Gesetzes, betr. weitere Abänderungen des Kraukeuversiciie- 
rungsgesetzes vom 25. Mai zu entscheiden sind. (Gesetzsammlg. S. 191.) 

Erlaß vom 10. Juni, betr. Beschäftigung schulpflichtiger Kinder in Ziegeleien. 
(Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. S. 217.) 

Allgemeine Verfügung vom 22. Juni, betr. Einfuhr und Untersuchung ausländischen 
Fleisches nach dem Fleischbeschaugesetze. 

Erlaß vom 24. Juni, betr. Tollwut. 

Erlaß vom 30. Juni, betr. Ruhepausen für die in Gast- und Schank wirtschaften An¬ 
gestellten. (Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. S. 266.) 

Erlaß vom 2. Juli, betr. Untersagung öffentlicher Vorstellungen von Magnetiseuren, 
Suggestoren usw. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegen¬ 
heiten S. 290.) 

Ministerialverfiigung vom 8. Juli, betr. den Verkehr mit Geheimmitteln und ähn¬ 
lichen Arzneimitteln. (Ministerialbl. f. d. gesamte innere Verwaltg. S. 194.) 

Erlaß vom 16. Juli, betr. Untersuchung und Impfung ausländischer Arbeiter. 

Erlaß vom 17. Juli, betr. Warnung der Studierenden vor den Gefahren der Ge¬ 
schlechtskrankheiten. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichts¬ 
angelegenheiten S. 312.) 

Erlaß vom 20. Juli, betr. Unterbringung in Privatanstalten für Geisteskranke, Epi¬ 
leptische und Idioten. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichts¬ 
angelegenheiten S. 325.) 

Erlaß vom 22. Juli, betr. Bestellung eines gesetzlichen Vertreters für die in An¬ 
stalten untergebrachteu Geisteskranken. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. 
Unterrichtsangelegenheiten 8. 326.) 

Erlaß vom 24. Juli, betr. Schutz der Bauhandwerker durch die Unfallverhütungs¬ 
vorschriften der Bauberufsgenossenschaften. (Ministerialbl. f. d. Handels- u. 
Gewerbeverwaltg. 8. 277.) 

Verfügung vom 26. Juli, betr. die Bekämpfung des übermäßigen Alkoholgenusses. 
(Ministerialbl. f. d. gesamte innere Verwaltg. 8. 201.) 


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Erlaß vom 29. Juli, betr. die bei Ueberschwemmnngeu zu treffenden Maßnahmen. 
(Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegenheiten S. 312.) 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. August, betr. Sicherheits¬ 
vorschriften für Benzinwäschereien und ähnliche Betriebe. 

Erlaß des Kriegsministeriums vom 14. August, betr. Durchführungsnovelle zum 
Krankenversicherungsgesetz. 

Erlaß vom 26. August, betr. Ermittlung und Feststellung von Typbuserkrankungen 
bei Schulkindern. (Ministerialbl. f. Medizinal- u. medizin. Unterrichtsangelegen¬ 
heiten S. 333.) 

Erlaß vom 14. September, betr. Desinfektion der mit pestverseuchten oder pest¬ 
verdächtigen Waren beladen gewesenen Güterwagen. 

Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 15. September, betr. die Ein¬ 
richtung von Kantinen für Eisenbahnbedienstete. 

Ministerialerlaß vom 30. September, betr. Krankenversicherung. (Eisenbahn- 
verordngsbl. S. 295.) 

Erlaß des Ministers des Innern vom 3. Oktober, betr. Leichenöffnung bei der Unfall¬ 
untersuchung. (Ministerialbl. f. d. gesamte innere Verwaltg. in d. kgl. 
preuß. Staaten S. 213.) 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe vom 17. Oktober, betr. Unfälle in 
elektrischen Betrieben. (Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. 
S. 342.) 

Anleitung zu Vorschriften für die Anlage und den Betrieb von Pikrinsäurefabriken 
(Anlage zum Runderlaß des Ministers für Handel und Gewerbe vom 24. Oktober.) 
(Ministerialbl. f. d. Handels- u. Gewerbeverwaltg. S. 349.) 

Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe, des Ministers der geistlichen, Unter¬ 
richts- und Medizinalangelegenheiten und des Ministers des Innern vom 
30. November, betr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. 


3. Bayern. 

Bekanntmachung vom 3. Oktober 1902, betr. die Untersuchung des in das Zollinland 
eingehenden Fleisches. (Gesetz- u. Verordngsbl. 8. 683.) 

Ministerialentschließung vom 11. Oktober 1902, betr. Ausführungsbestimmungen in 
bezug auf die Pest zu dem Gesetz, betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher 
Krankheiten vom 30. Juni 1900. (Amtsbl. 1902 8. 513.) 

Bekanntmachung der K. Staatsministerien des Innern beider Abteilungen und des 
K. Staatsministeriuras der Finanzen vom 19. November 1902, betr. bakterio¬ 
logische Untersuchungen. (Amtsbl. 1902 S. 600.) 

Bekanntmachung vom 19. November 1902, betr. die Beförderung von Leichen. 
(Gesetz- u. Verordngsbl. 1902 S. 706.) 

Entschließung des Staatsministeriums des Innern vom 23. November 1902, betr. die 
Beförderung von Leichen. (Amtsbl. 1902 S. 599.) 

Verordnung vom 1. Dezember 1902, betr. Abänderung der Bauordnungen. (Gesetz- 
u. Verordngsbl. S. 729.) 

Ministerialbekanntmachung vom 1. Dezember 1902, betr. standesamtliche Beurkundung 
der auf Eisenbahnen und Binnenschiffen während der Fahrt eintretenden Ge- 
burts- und Sterbefälle. (Justizministerialbl. S. 1053.) 

Bekanntmachung des K. Staatsministeriums des Innern vom 24. Dezember 1902, betr. 
bakteriologische Kurse im Jahre 1903. (Amtsbl. S. 18.) 

Ministerialbekanntmachung vom 28. Dezember 1902, betr. Vollzug des Invaliden¬ 
versicherungsgesetzes vom 13. Juli 1899. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 3.) 

Bekanntmachung vom 17. Februar, betr. Untersuchung des in das Zollinland ein¬ 
gehenden Fleisches. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 28.) 

Ministerialbekanntmachung vom 18. Februar, betr. Ausführungsbestimmungen zum 
Zwangserziehungsgesetz. (Justizministerialbl. 8. 81.) 

Entschließung des Staatsministeriums des Innern vom 20. Februar, betr. Vollzug des 
Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes. 

Ministerialbekanntmachung vom 6. März, betr. Ausstellung von Leichenschauseheinen. 
(Justizministerialbl. S. 95.) 

Erlaß vom 15. März an die K. Regierungen, K. d. Innnern, betr. Vollzug des 
Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes. 


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Bekanntmachung vom 1. April, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetz- 
u. Verordngsbl. S. 129.) 

Erlaß des Staatsministeriums des Innern vom 4. Juni, betr. Zustand der gewerb¬ 
lichen Küchen. (Reichsarbeitsbl. S. 195.) 

Entschließung- des Staatsministeriums des Innern vom o. September, betr. die Be¬ 
förderung von Leichen auf Eisenbahnen. (Amtsbl. S. 393.) 

Verordnung vom 19. September, betr. Verkehr mit Geheimmitteln und ähnlichen 
Arzneimitteln. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 479.) 

Ministerialbekanntmachung vom 14. Oktober, betr. Vollzug des Invalidenversicherungs¬ 
gesetzes. (Justizmiuisterialbl. S. 431.) 


4. Sachsen. 

Bekanntmachung vom 4. Oktober 1902. betr. unentgeltliche bakteriologische Unter¬ 
suchung zur Feststellung ansteckender Krankheiten durch die Zentralstelle 
für öffentliche Gesundheitspflege in Dresden. 

Verordnung vom 27. Januar, zur weiteren Ausführung des Reichsgesetzes, betr. die 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau, vom 3. Juni 1900, sowie der dazu erlassenen 
Ausführungsbestimmungen und des Sächsischen Gesetzes, die Einführung einer 
allgemeinen Schlachtvieh- und Fleischbeschau betr., vom 1. Juni 1898. (Gesetz- 
u. Verordngsbl. S. 75.) 

MinisterialVerordnung vom 6. Februar, betr. Ausführung des Reichsgesetzes vom 
30. Juni 1900 über Unfallfürsorge für Gefangene. (Gesetz- u. Verordngsbl, 
S. 256.) 

Ministerialverordnung vom 19. März, betr. Unfallfürsorge für Gefangene. (Justiz- 
ministerialbl. 8. 23.) 

Bekanntmachung vom 31. März, betr. die weitere Ausführung des Reichs-Schlacht¬ 
vieh- und Fleischbeschaugesetzes vom 3. Juni 1900. (Gesetz- u. Verordngsbl. 
S. 409.) 

Erlaß des Ministers des Innern vom 31. März an die Kreishauptmannschaften, betr. 
das Wohnungswesen. 

Verordnung vom 8. Mai, betr. die Ergänzung der Verordnung über das Verhalten 
der Schulbehörden bei dem Auftreten ansteckender Krankheiten in den Schulen 
vom 8. November 1<882. (Gesetz- u. Verordngsbl. 8 438.) 

Verordnung vom 28. Mai, betr. Leichentransporte. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 494.) 

Verordnung vom 30. Mai, betr. das Krankenstift zu Zwickau. (Gesetz- u. Verordngsbl. 
8. 485.) 

Verordnung vom 30. Mai, betr. das Landeskrankenhaus zu Hubertusburg. (Gesetz- 
u. Verordngsbl. 8. 441.) 

Erlaß vom 2. Juni, betr. Maßnahmen gegen die Verbreitung des Keuchhustens durch 
Kinderbewahranstalten, Kindergärten und Kinderspielschulen. 

Verordnung vom 28. August, betr. die Fabrikation von Mineralwässern und der¬ 
gleichen. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 529. i 

Ministerialverordnung vom 31. August, betr. einige mit dem Invalidenversicherungs¬ 
gesetze zusammenhängende Vorschriften. ( Justizmiuisterialbl. 8. 08.) 

Verordnung des Ministeriums des Innern vom 30. November, betr. Verkehr mit Ge¬ 
heimmitteln und ähnlichen Arzneimitteln. 


5. Württemberg. 

Ministerial Verfügung vom 10. Dezember 1902, betr. Vollzug des Gesetzes über Unfall¬ 
fürsorge für Gefangene vom 30. Juni 1900. (Regierungsbl. 8. 583.) 

Verfügung des Ministeriums des Innern vom 19. Dezember 1902, betr. die Ein¬ 
richtung und den Betrieb der Roßhaarspinnereien, Haar- und Borsten- 
zurichtereien. sowie der Bürsten- und Pinselmaohereieu. (Regierungsbl. 8. 603.) 

Erlaß an die K. Oberämter vom 19. Dezember 1902, betr. die Einrichtung lind den 
Betrieb der Roßhaarspinnereien, Haar- und Bürsteuzurichtereieu, sowie der 
Bürsten- und Pinsehnaehereien. (Amtsbl. 8. 471.) 

Ministerialverfügung vom 23. Dezember 1902. betr. Vollzug des Reichs-Unfallfürsorge¬ 
gesetzes für Beamte und für Personen des Soldatenstandes vom 18. Juni 1901 


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sowie des Landesgesetzes vom 23. Dezember 1902, betr. Unfallfürsorge für 
Beamte. (Regierungsbl. S. 599.) 

Gesetz vom 23. Dezember 1902, betr. Unfallfürsorge für Beamte. (Regiernngsbl. 
S. 589.) 

Verfügung des Ministeriums des Innern vom 1. Februar, betr. den Verkehr mit 
Schlachtvieh und Fleisch. (Regiernngsbl. S. 27.) 

Ministerialverfügung vom 1. Februar, betr. Verkehr mit Schlachtvieh und Fleisch. 
(Regiernngsbl. S. 5.) 

Ministeriaiverordnung vom 8. Februar, betr. Vollzug der Unfallversicherungsgesetze. 
(Regierungsbl. S. 82.) 

Erlaß des K. Ministeriums des Innern vom 14. Februar, betr. den Verkehr mit 
Schlachtvieh und Fleisch. (Amtsbl. S. 28.) 

Verfügung des Ministeriums des Innern vom 18. März, betr. die Untersuchung und 
gesundheitspolizeiliche Behandlung des in das Zollinland eingehenden Fleisches. 
(Regierungsbl. S. 108.) 

Ministerialverfügung vom 18. März, betr. Ausführung des Gesetzes vom 30. Juni 1900 
über Unfallfürsorge für Gefangene. (Amtsbl. d. Justizministeriums S. 14.) 
Verfügung des Ministeriums des Innern vom 18. März, betr. die Untersuchung und 
gesundheitspolizeiliche Behandlung des in das Zollinland eingehenden Fleisches. 
(Regierungsbl. S. 108.) 

Erlaß des K. Ministeriums des Innern vom 24. März, betr. den Vollzug des Reichs- 

f esetzes über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. (Amts- 
latt S. 149.) 

Ministerialverfügung vom 4. April, betr. Unfallfürsorge für Beamte. (Amtsbl. d. 
Justizministeriums S. 69.) 

Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 15. April, betr. die Ausführung 
des Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes vom 3. Juni 1900. (Regierungsbl. 
S. 187.) 

Bekanntmachung des K. Ministeriums des Innern vom 23. April, betr. die Denkschrift 
„der Kaffee“. (Amtsbl. S. 287.) 

Erlaß vom 29. April an die K. Oberämter und Oberamtsphysikate. sowie an die 
Gemeindebehörden, betr. Maßregeln gegen den Kretinismus. (Amtsbl. S. 287.) 
Ministerialverfügung vom 2. Juni, betr. Abänderung der Vollzugsverfügung zum In¬ 
validenversicherungsgesetz vom 25. November 1899. (Regierungsbl. S. 211.) 
Verfügung des Ministeriums des Innern vom 17. Juli, betr. den Vollzug des Krauken- 
versicherungsgesetzes. (Regierungsbl. f. d. Kgr. Württemberg S. 229.) 
Ministerialverfügung vom 1. September, betr. Maßnahmen zur Handhabung des 
Invalidenversicherungsgesetzes vom 13. Juli 1899. (Amtsbl. d. Justizministe¬ 
riums S. 99.) 

Ministerialverfügung vom 4. November, betr. Verkehr mit Geheimmitteln und ähn¬ 
lichen Arzneimitteln. (Regierungsbl. S. 504.) 


6. Baden. 

Verordnungen vom 2. Januar 1902 und vom 22. April, betr. die Berufspflichten der 
Hebammen. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 39 u. 129.) 

Verordnung vom 28. November 1902, betr. die Diensttätigkeit des Krankenpflege- # 
Personals. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 366.) 

Erlaß vom 3. Dezember 1902, betr. die Sonntagsruhe in den Apotheken. (Aerztl. 
Mitteilgn. aus u. für Baden S. 393.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 15. Januar, betr. die Anzeige von Tuber¬ 
kuloseerkrankungen. (Aerztl. Mitteilgn. aus u. für Baden 8. 27.) 

Verordnung vom 17. Januar, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetz- 
u. Verordngsbl. S. 59.) 

Erlaß des Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts vom 2. Februar, betr. 
das Krankenhauswesen. (Aerztl. Mitteilgn. aus u. für Baden S. 27.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 9. Februar, betr. die freiwillige Kranken¬ 
pflege im Kriege. 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 21. Februar, betr. Maßregelu gegen die 
Verbreitung der granulösen Augen entzünd uug. (Aerztl. Mitteilgn. aus u. für 
Baden 8. 45.) 


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B. Gesetzestafel. 


Erlaß des Ministeriums des Innern vom 5. März, betr. hypnotische Experimente. 
(Aerztl. Mitteilgn. aus u. für Baden S. 55.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 5. März, betr. die geburtshilfliche Statistik. 
(Aerztl. Mitteilgn. aus u. für Baden S. 55.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern au die Großherzogi. Fabrikinspektion, vom 
30. April, betr. die Verhältnisse der Tapezierer. 

Verordnung vom 15. Juli, betr. die Sicherung der öffentlichen Gesundheit und Rein¬ 
lichkeit. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 149.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 15. Juli, betr. die Sicherung der öffentlichen 
Gesundheit und Reinlichkeit, hier die Ueberwachung des Betriebs des Flaschen¬ 
bierhandels und der Sodawasserfabrikation. 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 18. Juli, betr. gesundheitliche Anforderungen 
an Badeorte. (Aerztl. Mitteilgn. aus u. für Baden S. 125.) 

Ministerialverordnung vom 14. August, betr. Vollzug der Krankenversicherung. 
(Gesetz- u. Verordngsbl. S. 15 y.) 

Bekanntmachung vom 5. September, betr. die Einrichtung von Untersuchungsämtern 
für ansteckende Krankheiten. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 170.) 

Ministerialverordnung vom 18. September, betr. Verfahren bei Aufnahme von Geistes¬ 
kranken und Geistesschwachen in öffentlichen und privaten Irren- und Kranken¬ 
anstalten. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 190.) 


7. Hessen. 

Erlaß des Ministeriums des Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, vom 
6. Dezember 1902, betr. das homöopathische Heilverfahren. (Amtsbl. Nr. 329.) 

Gesetz vom 24. Dezember 1902, betr. Fürsorge für Beamte infolge von Betriebs¬ 
unfällen. (Regierungsbl. S. 575.) 

Verordnung vom 7. Januar, betr. das Inkrafttreten der Gesetze, die Landeskredit¬ 
kasse betr., vom 6. August 1902 und die Wohnungsfiirsorge für Minder¬ 
bemittelte betr., vom 7. August 1902. (Regierungsbl. S. 5.) 

Verordnung vom 7. Januar über Inkrafttreten des Gesetzes vom 7. August 1902, 
betr. Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte. (Regierungsbl. S. 5.) 

Verordnung vom 24. Februar, betr. Ausführung des Gesetzes über Wohnungsfürsorge 
für Minderbemittelte vom 7. August 1902. (Regierungsbl. S. 55.) 

Verordnung vom 7. März, betr. Ausführung des Reichsgesetzes vom 30. Juni 1900 
über Unfallfürsorge für Gefangene. (Regierungsbl. S. 75.) 

Ministerialbekanntmachung vom 29. März zur Ausführung des Reichsgesetzes, betr. 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Regierungsbl. S. 107.) 

Gesetz vom 31. März, betr. Entmündigung wegen Verschwendung oder wegen Trunk¬ 
sucht. (Regierungsbl. S. 221.) 

Gesetz vom 4. April, betr. die Ausführung des Reichsgesetzes über die Schlachtvieh- 
und Fleischbeschau. (Regierungsbl. S. 225.) 

Rundschreiben des Großherzogi. Ministeriums des Innern vom 9. April an die Groß- 
herzogl. Kreisämter, betr. die Ausführung des Reichsgesetzes über die Schlacht¬ 
vieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. (Amtsbl. Nr. 13.) 

Fleischbeschanordnung vom 9. April. (Regierungsbl. S. 230.) 

Ministerialbekanntmachung vom 29. Mai, betr. Maßnahmen zur Handhabung des 
Invalidenversicherungsgesetzes vom 13. Juli 1899. (Amtsbl. des Ministeriums 
der Justiz Nr. 14.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern, Abtlg. f. Landwirtschaft, Handel u. Gewerbe 
vom 12. Juni, betr. die Einrichtung und den Betrieb von Anlagen zur Her¬ 
stellung von Bleifarben und anderen Bleiprodukten. (Reichsarbeitsbl. S. 467.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern, Abtlg. für öffentliche Gesundheitspflege, vom 
26. September, betr. die gewerbliche Verwendung arsenhaltiger Säuren. (Amtsbl. 
Nr. 336.) 


8* Oldenburg. 

Bekanntmachung vom 20. Oktober 1902, betr. die wechselseitige Benachrichtigung 
der Militär- und Polizeibehörden über das Auftreten übertragbarer Krankheiten. 
(Gesetzbl. 1902 S. 393.) 


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Bekanntmachung vom 13. November 1902, betr. Anlage, Bau und Einrichtung von 
öffentlichen und Privat-Kranken-, Entbindungs- und Irrenanstalten. (Gesetzbl. 
1902 S. 404.) 

Verordnung für das Herzogtum Oldenburg vom 20. Februar, betr. Ausführung des 
Reicnsgesetzes vom 30. Juni 1900, über Unfallfürsorge für Gefangene. (Ge¬ 
setzbl. f. Birkenfeld S. 3, f. Oldenburg S. 475.) 

Gesetz und Ausführungsverordnung vom 24. Februar, betr. Einrichtung des Bau¬ 
wesens. (Gesetzbl. f. Oldenburg S. 483 u. 486.) 

Verordnung und Bekanntmachung vom 10. März, zur Ausführung des Reichgesetzes 
vom 3. Juni 1900, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetzbl. 
S. 539 u. 542.) 

Bekanntmachung des Staatsministeriums, Departement des Innern, vom 10. März, 
betr. die Ausbildung und Prüfung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer. 
(Gesetzbl. S. 557.) 

Verordnung für das Herzogtum Oldenburg vom 17. März, betr. Ausführung des Un¬ 
fall Versicherungsgesetzes (Gesetzbl. f. Oldenburg S. 606.) 

Ministerialbekanntmachung vom 20. März zur Ausführung der Seemannsordnung vom 
2. Juni 1902. (Gesetzbl. f. Oldenburg Bd. 34 S. 626.) 

Ministerialbekanntmachung vom 6. August, betr. Verkehr mit Geheimmitteln und 
ähnlichen Arzneimitteln. (Gesetzbl. f. Herzogtum Oldenburg S. 839.) 


9. Mecklenburg-Schwerin. 

Verordnung vom 5. Dezember 1902 zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 30. Juni 
1900, betr. Unfallfürsorge für Gefangene. (Regierungsbl. S. 359.) 

Verordnung vom 22. Dezember 1902 zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 
1900, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Regierungsbl. S. 363.) 

Bekanntmachung vom 17. Februar, betr. die Einrichtung und den Betrieb der Ro߬ 
haarspinnereien, Haar- und Borstenzurichtereien, sowie der Bürsten- und 
Pinseimachereien. (Regierungsbl. S. 24.) 

Bekanntmachung vom 19. März, betr. die Einsetzung einer Kommission für Fleisch¬ 
beschauwesen. (Regierungsbl. S. 52.) 

Erlaß vom 26. März, betr. die im Kaiserl. Gesundheitsamt bearbeiteten Typhus- und 
Ruhrmerkblätter. 

Bekanntmachung vom 30. März, betr. das Verfahreu bei Beschwerden gegen die auf 
Grund der gesundheitlichen Untersuchung des in das Zollinland eingehenden 
Fleisches ergehenden Entscheidungen der Beschaustellen und der Polizei¬ 
behörden. (Regierungsbl. 8. 72.) 

Bekanntmachung vom 7. April, betr. d. Großherzogi. Kommission für Fleischbeschau¬ 
wesen. (Regierungsbl. S. 80.) 

Ministerialbekanntmachung vom 15. Juni, betr. Mitteilung der gerichtlichen Ob¬ 
duktionsprotokolle an die Medizinalkommissionen. (8. 158.) 


10. Mecklenburg-Strelitz. 

Verordnung vom 13. Dezember 1901 zur Abänderung der Formulare B, C, I und K 
der Verordnung vom 20. Dezember 1899 zur Ausführung des Reichsimpf¬ 
gesetzes vom 8. April 1874. (Offizieller Anzeiger 8.281.) 

Verordnung vom 5. Dezember 1902, betr. Unfallfiirsorge für Gefangene. (Offizieller 
Anzeiger 8. 204.) 

Verordnung vom 5. Dezember 1902 zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 30. Juni 
1900, betr. Unfallfürsorge für Gefangene. (Offizieller Anzeiger 8. 223.) 

Verordnung vom 22. Dezember 1902 zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 
1900, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Offizieller Anzeiger S. 1.) 

Bekanntmachung vom 23. u. 24. Dezember 1902, betr. die Ausbildung und Prüfung 
der Fleischbeschaner auf Grund der vom Bundesrat zu dem Reichsgesetz vom 
3. Juni 1900 erlassenen Prüfungsvorschriften. (Offizieller Anzeiger 8. 19 u. 21.) 


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B. Gesetzestafel. 


Bekanntmachung vom 26. Februar, betr. Einrichtung und Betrieb von Rohhaar¬ 
spinnereien, Haar- und Borstenzurichtereien, sowie der Bürsten- und Piusel- 
machereien. (Offizieller Anzeiger S. 50.) 

Bekanntmachung vom 29. April, betr. Abänderungen und Ergänzungen der Aus- 
führungsbestimmungen zum Reichs-Fleischbeschaugesetz. (Offizieller Anzeiger 
S. 83.) 

Bekanntmachung vom 31. August, betr. Ausführung der Bestimmungen des Bundes¬ 
rates über die Beschäftigung der Gehilfen und Lehrlinge in Gast- und Schank¬ 
wirtschaften. 


11. Sachsen-Weimar-Eisenach. 

Ministerialverordnuug vom 13. Dezember 1902 zur Ausführung des Reichsgesetzes 
vom 30. Juni 1900, betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten 
(Reichsgesetzbl. S. 306) und der vorläufigen Ausführungsbestimmungen zur 
Bekämpfung der Pest vom 6. Oktober 1900. (Reichsgesetzbl. S. 850.) (Re- 
gierungsbl. S. 240.) 

Ministerialverordnuug vom 2. Januar, betr. die Errichtung eines Nahrungsmittel¬ 
untersuchungsamts an der Universität Jena. (Regierungsbl. S. 3.) 

Gesetz vom 11. März über die Erhaltung der zur Speisung von Wasserleitungen 
dienenden Quellen. (Reichsgesetzbl. S. 49.) 

Ausführungsgesetz vom 18. März, zum Reichsgesetze vom 3. Juni 1900, die Schlacht¬ 
vieh- und Fleischbeschau betr. 

Ausführungsverordnung vom 31. März, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, 
einschließlich der Trichinenschau. 

Ministerialverordnung vom 1. Oktober zur Ausführung des Gesetzes vom 30. März 
1903. betr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. (Regierungsbl. S. 155.) 


12. Sachsen-Koburg-Gotha. 

Verordnung vom 1. Dezember 1902, betr. den Verkehr mit Milch. (Gesetzsammlg. 
1902 Nr. 23 S. 201.) 

Verordnung vom 5. Dezember 1902, betr. die Ausführung des Impfgesetzes vom 
8. April 1874. (Gesetzsammlg. S. 1.) 

Ministerialverordnung vom 4. März, betr. Vorschriften zum Schutze der bei Bauten 
beschäftigten Personen. (Gesetzsammlg. f. Gotha S. 15.) 

Gesetz vom 17. März zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 1900, betr. 

die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetzsammlg. S. 23.) 
Ausführungsverordnung vom 24. März, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. 
(Gesetzsammlg. S. 31.) 

Verordnungen des herzogl. sächs. Staatsministeriums vom 19. u. 27. August, betr. 
Verkehr mit Geheimmitteln und ähnlichen Arzneimitteln. (Gesetzsammlg. 
S. 117 u. 186.) 

Verordnung vom 15. September zur Ergänzung des § 3 der Verordnungen vom 
18. März 1892. die Festsetzungen der sonntäglichen Beschäftigungsstundeu 
im Handelsgewerbe betreffend. 


13. Sachsen-Meiningen. 

Erlaß vom 13. November 1902, betr. Trinkwasser. 

Gesetz vom 19. Dezember 1902, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Sammlg. 
d. landesherrl. Verordnungen S. 149.) 

Ausschreiben vom 6. Januar, betr. die technische Untersuchung von Nahrungs- und 
Genußmitteln und Gebrauohsgegenständen. (Sammlg. d. Ausschreib, d. landes¬ 
herrl. Oberbehörden S. 505.) 

Ausschreiben des Herzogi. Staatsministeriums vom 12. Januar, betr. die Schlachtvieh- 
und Fleischbeschau. (Samml. d. Ausschreib, d. landesherrl. Oberbehürden 8. 499.) 


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B. Gesetzestafel. 


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Ministerialausscbreiben vom 10. Juli, betr. die von Beamten der Staatsanwaltschaft 
an die Gewerbeaufsicbtsbeamten für das Herzogtum zu machenden Mitteilungen. 
(Sammlg. d. Ausschreiben 8.611.) 

Ministerialausschreiben vom 12 Juli, betr. Malinahmen zur Handhabung des Invaliden¬ 
versicherungsgesetzes vom 13. Juli 1890. (Sammlg. d. Ausschreiben S. 607.) 

Ausschreiben vom 16. August, betr. den Verkehr mit Arzneimitteln außerhalb der 
Apotheken. (Sammlg. d. Ausschreiben S. 645.) 

Ministerialausscbreiben vom 24. August, betr. Verkehr mit Geheimmitteln und ähn¬ 
lichen Arzneimitteln. (Sammlg. d. Ausschreiben S. 655.) 


14. Sachsen-Altenburg. 

Verordnung des Herzogi. Ministeriums. Abteilung des Innern vom 18. Dezember 1902, 
betr. die Prüfungsvorschriften für die Fleischbeschauer. (Gesetzsammlg. 1902 
S. 147.) 

Gesetz vom 10. März, betr. Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes. 
(Gesetzsammlg. S. 17) 

Verordnung des Herzogi. Ministeriums vom 16. März über die weitere Ausführung 
des Reichsgesetzes, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. 
(Reichsgesetzbl. S. f>47.) (Gesetzsammlg. S. 20). 

Bekanntmachung des Herzogi. Ministeriums, vom 14. April, betr. die Schlachtvieh- 
und Fleischbeschau. (Gesetzsammlg. S. 64.) 

MinisterialVerordnung und Bekanntmachung vom 13. Mai und 20. August betr. 

Trichinenschau. (Gesetzsammlg. S. 81 u. 97.) 

Ministerialverordnung vom 20. August, betr. Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Ge¬ 
setzsammlg. S. 101.) 


15. Anhalt* 

Ministerialverordnung vom 2. März, betr. Ausführung des Reichsgesetzes über Be¬ 
kämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. (Gesetzsammlg. S. 433.) 

Runderlaß vom 10. ti. vom 30. März an die Herzogi. Kreisdirektionen und die haupt¬ 
städtischen Polizeiverwaltungen, betr. die Ausführung des Gesetzes, betr. die 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. 

Erlaß vom 12. März, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. 

Ministerialverordnung vom 12. März und Verfügung vom 19. März zur Ausführung 
des Reichsgesetzes betr. Unfallfürsorge für Gefangene. (Gesetzsammlg. 
S. 437 u. 439.) 

Runderlaß und Bekanntmachung vom 21. April, betr. die Ausführung des Gesetzes 
über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. 

Gesetz vom 3. Juni, betr. Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 1900 über 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetzsammlg. S. 461.) 

Verordnung vom 15. Juni, betr. das Impfverfahren. 

Polizeiverordnung der Herzogi. Regierung, Abtlg. d. Innern, vom 19. November, 
betr. den Verkehr mit Geheimmitteln und ähnlichen Arzneimitteln. (Gesetz¬ 
sammlg. S. 491.) 


16* Braunschwelg. 

Bekanntmachung des Obersanitätskollegiums vom 15. Oktober 1902, betr. statistische 
Erhebungen über die Morbidität in den Heilanstalten. 

Gesetz vom 8. Dezember 1902, betr. Ausführung des Unfallversicheruugsgesetzes 
für Land- und Forstwirtschaft vom 30. Juni 1900. (Gesetz- u. Verordngs- 
sammlg. S. 277.) 

Gesetz vom 8. Dezember 1902. betr. Fürsorge für Beamte infolge von Betriebs¬ 
unfällen. (Gesetz- u. Verordngssannnlg. S. 285.) 

Gesetz vom 8. Dezember 1902, betr. Ausführung des Schlachtvieh- und Fleisch¬ 
beschaugesetzes. (Gesetz- u. Verordngssamml. 1902 8. 269.) 

Medizinalgesetz vom 9. März. (Gesetz- u. Verordugssammlg. S 81.) 


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B. Gesetzestafel. 


Gesetz vom 23. März und Ministerialbekanntmachung vom 24. März zur Ausführung 
des Reichsgesetzes, betr. Unfallfürsorge für Gefangene (Gesetz- u. Verordngsbl. 
S. 73 u. 75.) 

Bekanntmachung vom 17. April, betr. die Einrichtung und den Betrieb von Bäckereien 
und Konditoreien. (Gesetz- u. Verordngssammlg. S. 125.) 

Bekanntmachung vom 13. Mai, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau bei 
Schlachtungen im Inlande. (Gesetz- u. Verordngsbl. S. 139.) 

Verordnung vom 23. Mai zur Ausführung des Invalidenversicherungsgesetzes. (Gesetz- 
u. Verordugssammlg. S. 161.) 

Verordnung vom 23. Mai zur Ausführung des Unfallversicherungsgesetzes vom 
30. Juni 1900. (Gesetz- u. Verordngssammlg. S. 159.) 


17. Schaumburg-Lippe. 

Ausführungsverordnung vom 30. Oktober 1902 zum Reichsgesetz vom 30. Juni 1900, 
betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. (Landesverordngn. S. 241.) 
Gesetz vom 30. März, betr. die Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 1900, 
betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetzsammlg. S. 315.) 
Ministerialverordnung vom 17. April, betr. Ausführung des Reichsgesetzes vom 
30. März über Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. (Landesverordngn. 
S. 331.) 


18« Lippe-Detmold. 

Ministerialverordnung vom 20. November 1902 zur Ausführung der Bekanntmachung 
des Reichskanzlers vom 22. Juli 1900, betr. wechselseitige Benachrichtigung 
der Militär- und Polizeibehörden über Auftreten übertragbarer Krankheiten. 
(Gesetzsammlg. S. 474.) 

Verordnung vom 20. November 1902 zur Ausführung des Gesetzes, betr. die Be¬ 
kämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900. (Reichsgesetzbl. 
S. 306.) (Gesetzsammlg. S. 472.) 

Ausführungsverordnung vom 2. Dezember 1902 zum Reichsgesetz vom 30. Juni 1900, 
betr. Unfallfürsorge für Gefangene. (Gesetzsammlg. S. 483.) 

Gesetz vom 9. Dezember 1902, betr. Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 1900 
über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetzsammlg. S. 480.) 


19. Schwarzburg-Rudolstadt. 

Verordnung vom 13. März, betr. die amtlichen Untersuchungsstellen für Nahrungs¬ 
und Genußmittel, sowie Gebrauchsgegenstände an der Universität Jena. (Ge¬ 
setzsammlg. S. 9.) 

Verordnung vom 13. März, betr. die Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschau¬ 
gesetzes. (Gesetzsammlg. S. 13.) 

Ministerialverordnung vom 18. März, zur Ausführung des Reichsgesetzes über Unfall¬ 
fürsorge für Gefangene vom 30. Juni 1900. (Gesetzsammlg. S. 33.) 


20. Schwarzburg-Sondershausen. 

Erlab vom 23. April 1902, betr. die Stiftung eines Wohnungsbaufonds. 

Ministerialerlaß vom 20. Mai 1902, betr. die Unterbrechung des Impfgeschäfts beim 
Bekanntwerden ansteckender Krankheiten und die Verhütung von Krankheits¬ 
übertragungen durch die Person des Impfarztes. 

Ausführungsverordnung vom 24. Februar zum Reichsgesetz, betr. die Scblachtvieh- 
und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. (Gesetzsammlg. 8.5.) 

Gesetz vom 27. März, betr. Abänderung einiger Bestimmungen des Schlachtvieh¬ 
versicherungsgesetzes vom 30. Juli 1899. (Gesetzsammlg. S. 25.) 


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B. Gesetzestafel. 


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Ministerialverordnung vom 30. März, betr. Änderung einiger Bestimmungen der 
Ausführungsverordnung zum Schlaehtvieh-Versicherungsgesetz vom 10. Juli 
1900/14. Dezember 1901. (Gesetzsammlg. S. 27.) 

Ministerialverordnung vom 11. Mai, betr. die Errichtung von Nahrungsmittel-Unter¬ 
suchungsämtern an der Universität in Jena und in der Residenzstadt Sonders¬ 
hausen. (Gesetzsammlg. S. 43.) 

Verordnung des Fürstl. Schwarzburgschen Ministeriums, Abtlg. des Innern, vom 
25. September, betr. den Verkehr mit Geheimmitteln und ähnlichen Arznei¬ 
mitteln. (Gesetzsammlg. S. 75.) 


21« Reuß, ältere Linie. 

Regierungsverordnung vom 23. Februar zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 
1900, die Schlachtvieh- und Fleischbeschau betr., und der Ausführungs¬ 
bestimmungen des Bundesrats dazu vom 30. Mai 1902. (Gesetzsammlg. S. 3.) 

Gesetz vom 9. März, betr. die Ausführung des Schlachtvieh und Fleischbeschau¬ 
gesetzes vom 3. Juni 1900. (Gesetzsammlg. S. 9.) 

Regierungsverordnung vom 13. März, betr. weitere Ausführungsbestimmungen über 
die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetzsammlg. S. 21.) 

Regierungsverordnung vom 20. März, betr. Ausführung des Reichsgesetzes über Un¬ 
fallfürsorge für Gefangene vom 30. Juni 1900. (Gesetzsammlg. S. 30.) 

Regierungsverordnung vom 2. April, betr. die Untersuchung und gesundheitspolizei¬ 
liche Behandlung des in das Zollinland eingehenden Fleisches. (Gesetz¬ 
sammlg. S. 49.) 

Regierungsverordnung vom 3. Juli, betr. Verkehr mit Geheimmitteln und ähnlichen 
Arzneimitteln. (Gesetzsammlg. S. 59.) 


22. Reuß, jüngere Linie. 

Gesetz vom 10. März, betr. Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes 
vom 3. Juni 11X)0. (Gesetzsammlg. S. 11.) 

Gesetz vom 12. März, betr. die staatliche Schlachtviehversicherung für das Fürsten¬ 
tum Reuß j. L. (Gesetzsammlg. S. 29.) 

Ministerialverordnung vom 15. März zur weiteren Ausführung des Reiclisgesetzes 
vom 3. Juni 1900, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, sowie der zu 
demselben ergangenen Ausführungsbestimmungen und des Ausführungsgesetzes 
vom 10. März. (Gesetzsammlg. S. 17.) 

Ministerialverordnung vom 27. März, betr. Regelung der Trichinenschau. (Gesetz¬ 
sammlg. S. 39). 

Ministerialverordnung vom 15. Mai zur Ausführung des Gesetzes vom 12. März, betr. 
die staatliche Schlachtviehversicherung für das Fürstentum Reuß j. L. (Gesetz¬ 
sammlg. S. 57.) 

Verordnung des Fürstl. Ministeriums, Abtlg. f. d. Innere, vom 7. August, betr. den 
Verkehr mit Geheimmittelu und ähnlichen Arzneimitteln. 

Ministerialverordnung vom 19. August zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 
30. März, betr. Kinderarbeit in ge wer hl. Betrieben. (Gesetzsammlg. S. S3.) 


23. Waldeck. 

Bekanntmachung vom 17. März, betr. die Ausführung des Reichsgesetzes über die 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 19t 10. (Reichgesetzbl. S. 547.) 
(Regierungsbl. S. 5.) 


24. Hamburg. 

Bekanntmachung vom 5. November 1902, betr. die Verunreinigung von öffentlichen 
Wasserläufen. (Amtsbl. S. 591.) 

Rundschreiben an die Ärzte vom 24. November 1902, betr. die Pflicht zur Meldung 
ansteckender Krankheiten. 


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B. Gesetzestafel. 


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Gesetz vom 5. Dezember 1902, betr. die Ausführung“ des Reichsgesetzes über die 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. (Gesetzsammlg. 1902 
I. Abtlg. Nr. 69.) 

Gesetz vom 14. Januar zur Abänderung des Gesetzes, und Bekanntmachung vom 
14. Januar, betr. das Gesetz, betr. das Feuerbestattungswesen in Hamburg 
vom 14. November 1892. (Amtsbl. S. 25 u. 26.) 

Bekanntmachung vom 18. März, betr. die Ausführung des Reichsgesetzes über die 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau. 

Bekanntmachung vom 23. März, betr. die Durchführung des Reichsgesetzes, betr. 
die Schlachtvieh-und Fleischbeschau und des hamburgischen Ausführungsgesetzes. 

Verordnung vom 23. März, betr. Ausführung der Seemannsordnung vom 2.. Juni 
1902. (Amtsbl. 8. 209.) 

Bekanntmachung vom 23. März, betr. die Behandlung des auf Grund des Schlacht¬ 
vieh- und Fleischbeschaugesetzes beschlagnahmten Fleisches. 

Bekanntmachung von 29. Mai, betr. die Einfuhr gebrauchter Decken aus Südafrika. 
(Amtsbl. S. 338.) 

Bekanntmachung vom 3. Juni betr. KrankenversiVherungspflicliten der im Dienste 
des Staates beschäftigten Personen. (Amtsbl. 8. 341.) 

Verordnung vom 5. Juni, betr. die Versorgung bewohnter Flußfahrzeuge mit Trink¬ 
wasser. (Amtsbl. S. 343.) 

Bekanntmachung vom 8. August, betr. Herstellung von Bedürfnisanstalten auf Bauten. 
( Amtsbl. 8. 455.) 


25* Lübeck. 

Verordnung vom 8. November 1902 zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 
1900, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Gesetzsammlg. Nr. 93.) 

Bekanntmachung vom 3./12. Dezember 1902, betr. Ausführung des Gesetzes vom 
30. Juni 1900 über Unfallfiirsorge für Gefangene. (Sammlg. d. Gesetze Nr. 113.) 

Verordnung vom 5. Januar, betr. Trichinenschauer. 

Bekanntmachung vom 25. März, betr. Austührungsbestimmungen zu dem Gesetze 
über Schlachtvieh- und Fleischbeschau und die Fleischbeschau-Zollordmuig. 
(Sammlg. d. Gesetze u. Verordngn. Nr. 29.) 

Verordnung vom 26. März, betr. die Ausführung der Schlachtungen in Travemünde 
und in den Landgemeinden. 

Verordnung vom 28. 29. März, betr. Ausführung* der Seemannsordnung vom 2. Juni 
1902 (Sammlg. der Gesetze u. Verordn. Nr. 30.) 

Bekanntmachung vom 27. April, betr. den Ladenschluß in der Stadt Lübeck nud 
deren Vorstädten. 

Bauordnung vom 25. Mai für die Stadt Lübeck, deren Vorstädte und Vororte, sowie 
für Travemünde. (Sammlg. d. Gesetze u. Verordngn. Nr. 72.) 


26, Bremen. 

Verordnung vom 27. November 1902, betr. die Anzeigeptlicht bei gemeingefährlichen 
Krankheiten. (Gesetzbl. S. 211.) 

Verordnung vom 23. Dezember 1902, betr. die Ausübung der Heilkunde durch nicht- 
approbierte Personen und die öffentliche Ankündigung von Heilmethoden etc. 
(Gesetzbl. S. 222.) 

Verordnung vom 6. Februar, betr. die Ausführung des Reichsgesetzes über die 
Schlachtvieh- u. Fleischbeschau vom 3. Juni 19(X). (Reichsgesetzbl. S. 547.) 
(Gesetzbl. S. 3.) 

Verordnung des Medizinalamts zu Bremen, vom 27. Februar betr. die Notschlaehtuugen. 
(Gesetzbl. S. 11.) 

Verordnung vom 6. März, betr. die Einlaß- und Untersuchungsstellen für das in das 
Zollinland eingehende Fleisch. (Gesetzbl. S. 11.) 

Verordnung vom 22. März, betr. Ausführung von Bestimmungen der Seemannsorduung 
vom 2. Juni 1902. (Gesetzbl. S. 15.) 

Verordnung vom 12. April wegen Abänderung der Verordnung vom 6. Februar betr. 
die Ausführung des Reichsgesetzes vom 3. Juni 1900 über die Schlaehtvieh- 
und Fleischbeschau. (Reichsgesetzbl. S. 547.) (Gesetzbl. S. 43.; 


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B. Gesetzestafel. 


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Gesetz vom 23. Oktober, betr. Ergänzung der Bauordnung für die Stadt Bremen und 
das engere Landgebiet vom 15. August 1883. (Gesetzbl. S. 109.) 

Verordnung des Senats vom 22. November, betr. den Verkehr mit Geheimmitteln und 
ähnlichen Arzneimitteln. (Gesetzbl. S. 115.) 


27. Elsaß-Lothringen. 

Erlaß des Ministeriums vom 19. Oktober 1902, betr. die wechselseitige Benachrichtigung 
der Militär- und Polizeibehörden über das Auftreten übertragbarer Krankheiten. 

Erlaß des Ministeriums vom 19. Oktober 1902, betr. die Verpflichtung der Ärzte zur 
Anmeldung von übertragbaren Krankheiten. 

Ansführungsvorschriften vom 5. Januar zu dem Gesetz, betr. die Schlachtvieh- und 
Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. (Amtsbl. S. 3.) 

Verordnung vom 21. Januar und vom 21. März, betr. die Ausführung des Schlacht¬ 
vieh- und Fleischbeschaugesetzes. (Amtsbl. S. 7. u. S. 45.) 

Ministerialbekanntmachung vom 25. Februar, betr. Ausführung des Reichsgesetzes 
vom 30. Juni 1900 über Unfallfürsorge für Gefangene. (Zentral- u- Bezirks- 
Amtsbl. S. 21.) 

Verordnungen vom 26. März, für Ober-Elsaß, Unter-Elsaß und für Lothringen, betr. 
die Beaufsichtigung des Metzgergewerbes und Fleischhandels. (Amtsbl. S. 34, 
37 u. 38.) 

Verordnung vom 31. März, betr. die Einfuhr und die Untersuchung des in das Zoll¬ 
inland eingehenden Fleisches. 

Anleitung zur Aus- und Umarbeitung von Kassenstatuten nach dem Gesetz betr. 
weitere Abänderungen des Krankenversicherungsgesetzes vom 25. Mai. (Zentral- 
und Bezirks-Amtsbl. S. 93.) 


II. Ausland. 

1. Oesterreich. 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 6. November 1902, betr. die Anpreisung von 
Heilmethoden und Heilmitteln unbefugter ausländischer Unternehmungen und 
Personen in den Tagesblättern und sonstigen Druckschriften. (Oesterreich. 
Sanitätswesen 1902 S. 501.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 23. November 1902, betr. Ermäßigung des 
Preises des Diphterieheiiserums. (Oesterr. Sanitätswesen S. 539.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 7. Januar, betr. Begünstigungen für Ge¬ 
bäude mit gesunden und billigen Arbeiterwohnuugen. (Oesterreich. Sanitäts¬ 
wesen, S. 57.) 

Verordnungen der Ministerien der Finanzen und des Innern im Einvernehmen mit 
den Ministerien der Justiz, des Handels, der Eisenbahnen und des Ackerbaues 
vom 7. Januar, betr. Begünstigungen für Gebäude mit gesunden und billigen 
Arbeiterwohnungen. (Reichsgesetzbl. S. 3.) 

Verordnung des Eisenbahnministeriums vom 2. Februar, womit Bestimmungen 
behufs Durchführung des Gesetzes vom 28. Juli 1902 (Reichsgesetzbl. Nr. 156) 
betr. die Regelung des Arbeitsverhältnisses der bei Regiebauten von Eisenbahnen 
und in den Hilfsanstalten derselben verwendeten Arbeiter, getroffen werden. 
(XI. Stück, Reichsgesetzbl. Nr. 28.) 

Ministerialerlaß vom 10. März, betr. Förderung der Zahnhygiene. (Oesterreich. 
Sanitätswesen, S. 131.) 

Erlaß des Ministeriums des Innern vom 30. März, betr. die Bestimmungen des 
deutschen Vieh- und Fleischbescliaugesetzes. (Beibl. zu d. Verordnungsbl. d. 
K. K. Ministeriums des Innern. S. 129.) 

Erlaß des Ministerpräsidenten als Leiters des Ministeriums des Innern vom 20. April, 
betr. die Förderung der Tätigkeit des Hilfvereins für Lungenkranke in den 
österreichischen Königreichen und Ländern. (Oesterreich. Sanitätswesen, S. 176.) 


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B. Gesetzestafel. 


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Erlaß des Ministeriums des Innern, vom 29. April betr. Vorkehrungen zur Bekämpfung 
der Malariakrankheit. (Oesterreich. Sanitätswesen S. 191.) 

Erlaß des Ministerpräsidenten als Leiters des Ministeriums des Innern vom 6. August, 
betr. Weisungen zur Erzielung eines entsprechenden Zusammenwirkens der 
Amtsärzte der politischen Behörden mit den Sanitätsorganen der Gemeinden 
(Gemeinde-Distriktsärzten) bei Bekämpfung der Infektionskrankheiten. (Oesterr. 
Sanitätswesen S. 341.) 


2. Ungarn. 

Verfügung des Ackerbauministers vom 13. Mai 1900, betr. Regelung der Fabrikation 
und des Verkehrs mit künstlichem Speisefette und Margarinekäse. 

Gesetz vom 26. Juni 1902 zur Ergänzung des Gesetzes XVI von 1900 über die 
Hilfskassen für Arbeiter und Landarbeiter. 

Normalverordnung des Ministers des Innern über Spitäler, Heilanstalten, Rekon- 
valescentenhäuser und Asyle für unheilbare Kranke. (Oesterr. Sanitätswesen. 
Beilage S. 57.) 


3. Schweiz. 

Beschluß des Verwaltungsrates der schweizerischen Bundesbahnen vom 23. April, 
betr. die Invalidenversorgung des Personals der schweizerischen Bundesbahnen. 

Sanitätspolizeiliche Vorschriften vom 27. August, betr. die Spedition von persönlichen 
Effekten und Umzugsgegenständen nach der Schweiz. (Sanitarisch-demograph. 
Wochenbulletin d. Schweiz S. 498.) 

Rundschreiben des Departements des Innern vom 27. August an sämtliche schweizerische 
Konsulate, betr. die zu befolgenden Vorschriften bei der Spedition nach der 
Schweiz von persönlichen Effekten und Umzugsgegenständen aus pest- oder 
choleraverseuchten Bezirken. (Sanitarisch-demograph. Wochenbulletin d. Schweiz. 

^ S. 496.) 

Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetze vom 22. September, betr. die Arbeitszeit 
beim Betriebe der Eisenbahnen und anderen Verkehrsanstalten. 

Vollziehungsordnung vom 10. November in bezug auf Telegraphen- und Telephon¬ 
dienst zum Buudesgesetz, betr. die Arbeitszeit beim Betrieb der Eisenbahnen 
und anderer Verkehrsanstalten. 


4. Dänemark. 

Ministerielle Verordnung vom 25. Februar 1902, betr. die Gründung einer besonderen 
Abteilung des Arbeitsversicherungsrates für die Regelung der durch das Gesetz 
vom 3. April 1900 über die Versicherung dänischer Fischer bei Unfällen vor¬ 
gesehenen Unfälle. 

Gesetz vom 23. Mai 1902, betr. Abänderungen der Gesetze vom 9. April 1891 und 
vom 7. April 1899 über Altersunterstützung für würdige Hilfsbedürftige außer¬ 
halb der Armenpflege. 

Gesetz vom 23. Mai 1902, betr. die Altersunterstützuug für würdige Hilfsbedürftige 
außerhalb der Armenpflege. (Bulletin B. I, S. LXV.) 

Verordnung des Justizministers vom 1. November 1902, betr. das Verbot der Be¬ 
schäftigung von Personen unter 16 Jahren zur selbständigen Bedienung ge¬ 
fährlicher Maschinen. 

Gesetz vom 27. März, betr. die Untersuchung von Lebensmitteln usw. 

Gesetz vom 24. April, betr. die Aufsicht über die Ausfuhr von frischem und leicht 
gesalzenem Fleisch. 

Gesetz vom 15. Mai, zur Ergänzung des Gesetzes Nr. 4 vom 7. Januar 1898 über 
Unfallversicherung der Arbeiter in gewissen Betrieben. 


5. Schweden. 

Königl. Erlaß vom 13. Juni 19U2, der das Datum des Inkrafttreten des Gesetzes vom 
5. Juli 1901 über die Entschädigung bei Arbeitsunfällen feststellt. 

Königl. Erlaß vom 31. Dezember 1902, betr. die durch § 12. des Gesetzes über die 
Entschädigung bei Arbeitsunfällen vom 5. Juli 1901 vorgesehene Erklärung. 


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B. Gesetzestafel. 


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6. Norwegen* 

Königl. Erlaß vom 25. Oktober 1902 zur Abänderung und Ergänzung der durch 
Erlaß vom 30. Dezember 1899 eingeführten Gefahrenklassen. 


7« Rußland« 

Allerhöchster Erlaß vom 30. Mai, betr. Ordnung und Grenzen der Unterordnung des 
Fabrikinspektionspersonals unter die Regierungschefs und einige Abänderungen 
seiner inneren Organisation, 

Regeln vom 2. Juni für die Entschädigung von Arbeitern und Angestellten, die in 
Unternehmungen der Fabrik-, Montan- und Montanfabrikindustrie Schaden ge¬ 
litten haben, sowie ihrer Familienmitglieder. 

Gesetz vom 11./24. August, betr. Regeln über Maßnahmen zur Bekämpfung der 
Cholera und der Fest bei ihrem Auftreten innerhalb des Reiches. (Uebersetzg. 
aus Nr. 112 d. Gesetzsammlg. v. 3. November n. St.) 


8« Niederlande« 

Gesetz vom 22. Juni 1901, betr. die Behausung der minderbemittelten Klassen. 
Königl. Erlasse vom 14. Juli 1902, vom 24. und 26. November 1902, vom 5., 8. und 
22. Dezember 1902 und vom 16. März 1903, betr. Reglement der Verwaltung 
des Gesetzes von 1901 über die Arbeitsunfälle. 

Verordnung des Ministers für Wasserbau, Handel und Gewerbe vom 29. Juli 1902, 
betr. die Verpackung von Margarine. (Nederlandsche Staatskourant Nr. 177.) 
Verordnung vom 21. November 1902, betr. die Förderung der Ausfuhr von Fleisch. 
(Staatsbl. Nr. 199.) 

Ausführungsbestimmungen vom 31. Dezember 1902 zu der Königl. Verordnung vom 
21. November 1902, betr. Förderung der Ausfuhr von Fleisch. (1. u. 2. Bei¬ 
lage z. Nederlandschen Staatscourant v. 11. u. 12. Januar.) 
Ausführungsbestimmungen des Ministers des Innern vom 2. Januar zur königl. 

Verordnung vom 9. Dezember 1902, betr. Maßregeln gegen die Pestgefahr. 
Abänderung des Gesetzes vom 27. April, betr. das Verbot von Phosphorzündhölzern. 
(Nachrichten f Handel u. Industrie Nr. 76 S. 8, nach Nederlandsche Staats¬ 
courant v. 23. Mai.) 

Gesetz vom 2. Juni, betr. Abwehr ansteckender Krankheiten. (Staatsbl. Nr. 150.) 
Königl. Verordnung vom 2. Juni, betr. Regelung der Ausübung der Heilkunde. 
(Staatsbl. Nr. 148). 

Beschluß vom 4. November um Abänderung des durch königl. Beschluß vom 13. Mai 
abgeänderten Artikel 15 des königl. Beschlusses vom 16. März 1903, betr. 
Aufstellung eines Reglements der Verwaltung des Gesetzes über die Arbeits¬ 
unfälle. 

Quarantäneordnung vom 22. März. 

Verordnung des Generalgouverneurs vom 4. September, betr. die Abänderung der 
Quarantäneverordnung vom 11. Februar 1892. 


9« Belgien« 

Circulaire du rainistre de la Justice en date du 29 novembre 1902, aux commissions 
administratives des prisons du royaurae, concernant l’emploi de la ceruse. 

Königl. Verordnung vom 8. Dezember 1902, betr. die Regelung des Abdeckerei¬ 
betriebes. (Moniteur beige 1902 S. 5930.) 

Königl. Verordnung vom 31. Dezember 1902, betr. den Verkehr mit Branntwein. 
(Moniteur beige S. 133.) 

Arrete royal, en date du 2 fevrier, portant modifieation au classement des ateliers 
de teillage de chanore, de lin, etc. parrni les Etablissements dangereux, in- 
salubres ou incommodes. 

Circulaire du rainistre de l'industrie et du travail. en date du 5 fevrier, aux gou- 
verneurs de province, concernant le travail des enfants. 

Jahresbericht Uber Hygiene und Demographie. 111. Jahrgang. 3 


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34 


B. Gesetzestafel. 


Königl. Verordnung vom 17. März, betr. Gesundheitspässe der nach belgischen Häfen 
kommenden Schiffe. (Moniteur beige S. 1495.) 

Königl. Erlasse vom 31. März, 11. April, 23. Mai, 20. Juni, 7. Juli, 14. Juli und 
30. Juli, betr. Ergänzung und Abänderung der Bestimmungen über die gefähr¬ 
lichen, gesundheitsschädlichen oder unzuträglichen Betriebe. 

Loi du 20 aoüt, modifiant la loi du 10 mai 1900 sur les pensions de vieillesse. 


10. Frankreich. 1 ) 

Decrät interdisant l’opSration dite pompage dans l’industrie de la Poterie d’etain 
(21. Novembre 1902.) (Journal officiel 26. novembre 1902.) 

Dekret vom 10. Februar, die Festsetzung der unter das Gesetz, betr. den Schutz 
der öffentlichen Gesundheit, vom 15. Februar 1902, fallenden Krankheiten. 
(Journal officiel S. 1061.) 

Decret portant Reglement d’administration publique applicable aux conditions que 
doivent remplir les appareils destines ä la desinfection (7. Mars). (Bulletin 
des lois de la Republique fran^aise S. 652.) 

Extrait de la loi de finances du 31 mars, relative ä Tamelioration des retraites des 
ouvriers mineurs. 

Dekret vom 27. Juli, betr. die Impfordnung. (Journal officiel vom 31. Juli.) 

Dekret vom 21. September, betr. die Vertilgung der Ratten an Bord aller Schiffe, 
welche aus pestverseuchten oder der Pest verdächtigen Ländern kommen. 
(Journal officiel v. 23. September.) 


11. Italien. 

Rundschreiben vom 18. Juli 1902 an die Präfekten, Unterpräfekten und Vorsitzenden 
der Handelskammern des Reiches zur Verbreitung des Gesetzes vom 19. Juni 
1902 Nr. 242 über Frauen- und Kinderarbeit. 

Gesetz vom 21. Juli 1902, betr. die Verhütung und Heilung der Pellagra. (Gazzetta 
ufficiale del Regno d r Italia S. 4578.) 

Durchführungsreglement vom 29. Januar zum Gesetze vom 29. Juni 1902, betr. die 
Errichtung eines Arbeitsamtes. (Gazetta ufficiale 27. Februar n. 48.) 

Verordnung vom 29. Januar, zur Durchführung des Gesetzes vom 19. Juni 1902, 
betr. die Frauen- und Kinderarbeit. 

Gesetz vom 29. März, betr. die Uebernahme öffentlicher Betriebe durch die Ge¬ 
meinden. (Gazetta ufficiale S. 1381.) 

Rundschreiben des Ministers des Innern an die Präfekten vom 23. April, betr. Rege¬ 
lung der Arbeit in den Reisfeldern. 

Rundschreiben vom 24. Mai an die Präfekten, Unterpräfekten und Vorsitzenden der 
Handelskammern des Reiches, betr. die Bestimmungen zur Durchführung des 
Gesetzes über Frauen- und Kinderarbeit. 

Gesetz vom 31. Mai, betr. den Bau von Volkswohnhäusern. 

Rundschreiben vom 13. Juni an die Präfekten des Reiches, betr. Anmeldebücher. 

Rundschreiben vom 22. Juni an die Präfekten, Unterpräfekteu und Präsidenten der 
Handelskammern des Reiches, betr. die Anmeldungen von Betrieben nach den 
Bestimmungen des Gesetzes über Frauen- und Kinderarbeit. 

Gesetz vom 29. Juni zur Abänderung des Gesetzes vom 17. März 1898 Nr. 80, betr. 
Unfälle der Arbeiter bei der Arbeit. 

Rundschreiben vom 1. Juli an die Präfekten des Reiches, betr. die Ausnahmen, die 
man bei der Durchführung des Gesetzes über Frauen- und Kinderarbeit ge¬ 
währen kann. 


12. Spanien. 

Königl. Verordnung vom 15. Januar, betr. die Schutzpockenimpfung und sonstige 
Maßregeln zur Bekämpfung der Focken. (Gaceta de Madrid S. 227.) 
Rundschreiben des Direktors des öffentlichen Gesundheitswesens im Ministerium des 
Innern vom 20. Januar, betr. Maßregeln zur Bekämpfung der Pocken. (Gaceta 
de Madrid S. 263.) 


J ) An entsprechender Stelle ist im 2. Bande dieses Jahresberichts S. 34 bei 
dem französischen Gesundheitsgesetz vom 12. Februar „1902“ statt „19Ü1 W zu lesen. 


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B. Gesetzestafel. 35 

Königl. Erlaß vom 30. April, betr. Errichtung eines Institutes für Sozialreform und 
Reglement für dasselbe vom 15. August. 

Reglement vom 8. Juli, betr. die Unfähigkeitserklärung infolge von Arbeitsunfällen. 


13. Portugal. 

Königl. Erlaß vom 7. Mai, betr. Sonn- und Feiertagsruhe im Post- und Telegraphen¬ 
wesen. 

14. Luxemburg. 

Gesetz vom 21. Januar, betr. den Verkehr mit Süßstoff, speziell mit Saccharin. 
(Memorial S. 97.) 

Großherzogi. Beschluß vom 23. Januar, betr. die allgemeinen Ausführungsbestimmungen 
zum Unfallversicherungsgesetz vom 5. Apnl 1902. 

Beschluß vom 23. Januar, betr. die Anmeldung und Untersuchung der Unfälle. 

Beschluß vom 23. Januar, betr. die Anmeldung der Unfall versicherungspfÜchtigen 
Betriebe. 

Ausführungsbestimmungen vom 21. März zu dem Gesetz vom 21. Januar, betr. den 
Verkehr mit Süßstoff, speziell mit Saccharin. (Memorial S. 285.) 

Gesetz vom 28. März, betr. den Verkehr mit Butter und Margarine. (Memorial S. 323.) 

Gesetz vom 28. März, betr. die Kontrolle des aus dem Zollauslande eingeführten 
Fleisches. (Memorial S. 297.) 

Großherzoglicher Beschluß vom 31. März, betr. das Einfuhrverbot von frischem oder 
zubereitetem Fleisch, bei welchem chemische Substanzen angewendet sind. 
(Memorial, S. 332.) 

Beschluß vom 4. April, wodurch das Statut der Unfallversicherungsgenossenschaft 
genehmigt wird. 

Rundschreiben des Staatsministeriums an die Präsidenten der Krankenkassen vom 
5. April, betr. die Ausführung des Unfallversicherungsgesetzes. 

Ministerialbeschluß vom 23. April, wodurch die Gefahrenklassen und die Gefahrenziffer 
in Unfallversicherungsangelegenheiteu festgestellt werden. 

Beschluß vom 25. Mai, betr. die Befugnisse der Polizeibehörde bei Ausführung des 
Gesetzes vom 28. März über die Kontrolle des aus dem Zollauslande eingeführten 
Fleisches. (Memorial S. 600.) 

Gesetz vom 15. Juni, betr. die Sicherheit und die Gesundheit der in Fabrik- und 
gewerblichen Betrieben beschäftigten Arbeiter. (Memorial d. Großherzogt. 
Luxemburg S. 643.) 

Großherzogi. Beschluß vom 16. August, betr. das Reglement über die Fleischbeschau 
und den Fleischhandel. (Memorial S. 859.) 

Ministerialbeschluß vom 27. August, betr. Ausfiihrungsbestimmungen über die 
Schlachtvieh- und Fleischbeschau. (Memorial S. 893.) 

Ministerialbeschluß vom 27. August, betr. gesundheitsschädliche und täuschende 
Zusätze zu Fleisch und dessen Zubereitungen. (Memorial S. 920.) 

Ministerialbeschluß vom 30. August, betr. das Verbot des Zusatzes bestimmter 
chemischer Stoffe zu frischem oder zubereitetem Fleisch. (Memorial S. 946.) 


15. Rumänien« 

Königl. Erlaß vom 17./30. August 1902 zur Ausführung des Gesetzes über die Ge¬ 
werbeorganisation. 

16. Türkei. 

Pilgervorschriften für 1904 vom 18. August. 

Vorschriften über die gesundheitspolizeilichen Untersuchungen bei den Zollämtern. 
(Nachrichten f. Handel u. Industrie S. 8.) 


17. Britisches Reich. 

Order of the secretary of state modifying the proportion of cubie feet of space to 
be provided in a workshop used as a sleeping place. (17tü Jauuary 1902.) 

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36 


B. Gesetzestafel. 


Order of the secretary of state prescribing a Standard of Ventilation for certaiu humid 
textile factories other than cotton cloth factories. (4*h February 1902.) 

Order of the secretary of state granting special exceptions, lime washing etc. 
(26th March 1902.) 

The Sale of Butter Regulations 1902. (224 April 1902.) 

Order of the local Government Board for Ireland prescribing form of requisition for 
copy certificate of birth under the factory and workshop act 1901. (2d May 1902.) 

Order of the secretary of state as to five hours spell in hosiery factories. (12th May 1902.) 

An Act to araend the Law relating to the Sale of Intoxicating Liquors and to 
Drunkenness, and to provide for the Registration of Clubs. (8th August 1902.) 

The prevention of accidents rules 1902 made by the Board of Trade pursuant to 
section 1, subsection 1, of the railway eraployment (prevention of accidents) 
act 1900. (8th August 1902.) 

Regulations as to Cholera, Yellow Fever and Plague: Amending Order (General). 

(24th Dezember 1902.) 

The sanitary accommodation Order. (4th February.) 

Rules, made by the Secretary of State under section 81 of the Factory and Workshop 
Act 1901 for the conduct of inquiries held in pursuance of that section with 
regard to any draft regulations for dangerous trades. (5th February.) 

Order of the Secretary of State, applying the provisions of section 116 of the factory 
and workshop act 1901 with raodifications to the making of feit hats. (224 April.) 

Order of the Secretary of State extending special exception: employment at night of 
male young persons above 16. (4^ May.) 

Order of the secretary of state granting special exceptions: as to meal hours in iron 
and Steel founderies in Scotland. (14tli June ) 

Order of the secretary of state with regard to the overtime employment of womeu 
in the making of christmas and newyear cards. (18th June.) 

Regulations made by the secretary of state for the process of file-cutting by hand. 
(19th June.) 

An act to amend the law relating to the housing of the 'working classes. (14th August.) 

An act to make better Provision for regulating the employment of children. 
(14tli August.) 

Circular of the Home Office (October}. 

Order of the secretary of state, granting special exceptions: — creameries. — 
(234 October.) 

Order made by the secretary of state under section 4 of the employment of children 
act 1903, directing mode of publication of bylaws. (110i November.) 


Britisch Ostindien. 

An act to regulate the conditions of labour in the planting districts of the Presidency 
of Madras. 


W e s t - A u s t r a 1 i e n. 

An act relating to coal mines. (19tb February 1902.) 

Vorschriften vom 13. Marz zur Bekämpfung der ansteckenden Krankheiten, ins¬ 
besondere der Pest. (Supplement to Government Gazette, Perth S. 717.) 


N e u - S ii d - W a 1 e s. 

An Act to provide for the registration of dentists, qualified to practise in New 
South Wales. (f>th November 1900.) 

By-Laws in Connection with the Establishment of a Dental School at the University 
of Sidney. (14tb March 1901.) 

An act to amend the workers compensation for accidents act 1900. (34 October 1902.) 
Bekanntmachung vom 11. März, betr. die Bekämpfung des Zeckentiebers. (Govern¬ 
ment Gazette Nr. 131. S. 2061.) 


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B. Gesetzestafel. 


37 


Queensland. 

The Food and Drug Regulations of 1902. (21«t Mai 1902) 

Vorschriften vom 3. Juni für die Beschaffenheit von Nahrungsmitteln und Drogen. 
(Nachr. f. Handel u. Industrie Nr. 120 nach Queensland Government Gazette.) 


Britisch-Columbien (Canada). 

An act to amend the children’s protection of British Columbia. (12th April 1902.) 
An act to amend the shops regulation act 1900. (21st June 1902.) 

An act to amend the children’s protection act of British Columbia. (4th May.) 

An act to further amend the coal mines regulation act. (4th May.) 


18« Vereinigte Staaten von Nord-Amerika« 

Act conceming exclusion of Chinese laborers — island territory. (29*b April 1902.) 
Act conceming irrigation works — hours of labor — mongolian laborers. (17th June 1902.) 
Act conceming mine regulations. (Ist July 1902.) 

Act conceming Philippine Islands — slave labor. (Ist July 1902.) 

An Act to establish the Department of Commerce and Labor. (14th February.) 

Act conceming regulation of immigration (3d March.) 

Quarantänevorschriften vom 1. April. 


New York. 

An act to amend the labor law relating to children working in streets and public 
places in cities of the first dass. (8th April.) 

An act to amend the labor law relative to the employment of women and children 
in factories. ( 15 th April.) 

An act to amend the labor law relative to the employment of women and children 
in mercantile and other establishments. (24tb April.) 

An act to amend the railroad law in relation to the protection of certain employees 
of Street railroads. (6th May.) 

An act to amend the railroad law in relation to the protection of certain employees 
of Street railroads. (7th May.) 

An act to amend title sixteen of chapter five hundred and fifty-six of the laws of 
1894 known as the Consolidated School Law. (7th May.) 

-An act to amend the labor law relating to polishing and buffing. (12th May.) 


Californien. 

Act conceming seats for female employees. (12th February.) 

Act conceming hours of labour on public works. (10th March.) 

Act conceming protection of employees on buildings. (19th March.) 

Act conceming employment of labour — assumption of risk. (20th March.) 


Louisiana. 

Act conceming hours of labor on Street- railways. (8th July 1902.) 


Massachusetts. 

Act conceming pure drinking water to be supplied employees during working hours. 
(18th AprU 1902.) 

Act conceming regulation, inspection, etc. of bakeries. (21»t May 1902.) 

Act conceming eight-hour-laws-commission to promote uniformity of legislation. 
(19th June 1902.) 


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38 


B. Gesetzestafel. 


Minnesota. 

Gesetz vom 10. April zur Begriffsbestimmung von Nahrungsmitteln und Getränken, 
zur Verhinderung ihrer falschen Bezeichnung oder Verfälschung, zur Ver¬ 
hinderung des Betruges und zur Pflege der öffentlichen Gesundheit. 

Kentucky. 

Act concerning employment of children-age limit. (12tli March 1902.) 

Act concerning bureau of agriculture, labor and statistics — labor inspector. (17th March 
1902.) 

Act concerning labor day. (17th March 1902.) 

Maryland. 

Act concerning mine regulations and inspection. (24th March 1902.) 

Act concerning employment of children. (8th April 1902.) 

Cuba. 

Verordnung des Staatssekretärs des Innern vom 5. Dezember 1902, betr. Quarantäne 
gegen Gelbfieber. 

Verordnung vom 10. Juni, betr. gesundheitspolizeiliche Maßnahmen gegen Ein¬ 
schleppung des Gelbfiebers. 


Porto Rico. 

Act concerning employment of children. (25th February 1902.) 

Act concerning hours of labor etc. on public works. (Ist March 1902.) 

Act concerning liability of employers for injuries to employees. (Ist March 1902.) 

Ohio. 

Act concerning employment of children during session of school — working children to 
be enabled to attend school. (12th May 1902.) 


J o w a. 

Act concerning factories, workshops etc. — safety appliauces, inspection. etc. 
(llth April 1902.) 


Rhode Island. 

Act concerning factories and workshops-elevators. (3d April 1902.) 

Act concerning hours of labor of employees on street-railways. (4th April 1902.) 

Act concerning employment of children during session of school. (4th April 1902.) 
Act concerning employment of women and children-hours of labor. (4th April 1902.) 

New Jersey. 

Act concerning tenement houses-inspection, etc. (34 April 1902.) 

Act concerning employment of women and children — hours of labor — inspection. 
(24th April 1902.) 

Vermont. 

Act concerning employment of women and minors in barrooms. (llth December 1902.) 


19. Paraguay. 

Gesetz vom 17. November 1902, betr. die Schaffung eines staatlichen Hygiene¬ 
departements. 


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B. Gesetzestafel. 


39 


20. Chile. 

Alkoholgesetz vom 18. Januar 1902. (Diario official vom 18. Januar 1902.) 

21. China. 

Sanitary Regulations for the Port of Foochow. (29th June 1901.) 

22. Siam. 

Quarantäneordnung vom 23. September 1902. 

Quarantäneordnung vom 28. März. 

Quarantäneordnung vom 29. August. 




C. Von den Kongressen. 


Außerordentlicher deutscher Ärztetag am 7. März in 
Berlin. Mayer (Fürth) berichtet über die Stellung der deutschen 
Ärzte zur Krankenversicherungs-Gesetznovelle. 

Erster Kongreß der deutschen Gesellschaft zur Be¬ 
kämpfung der Geschlechtskrankheiten in Frankfurt a. M. am 
9. und 10. März. Referate: Schmölder (Hamm): Strafrechtliche 
und zivilrechtliche Bedeutung der Geschlechtskrankheiten; Neu¬ 
berger (Nürnberg): Wie können die Ärzte durch Belehrung der 
Gesunden und Kranken der Verbreitung der Geschlechtskrank¬ 
heiten steuern?; Pfeiffer (Hamburg) und P. Kampffmeyer 
(Cronberg L T.): Das Wohnungselend der Großstädte und seine 
Beziehungen zur Verbreitung der Geschlechtskrankheiten und zur 
Prostitution; A. Neißer (Breslau) und A. Pappritz (Berlin): Nach 
welcher Richtung läßt sich die Reglementierung der Prostitution refor¬ 
mieren? 

Zweiter allgemeiner deutscher Krankenkassenkongreß 
am 15. und 16. März in Berlin. Es sprachen: Friedeberg (Berlin): 
Stellungnahme der deutschen Krankenkassen zu der Regierungsvor¬ 
lage, der Novelle zum Krankenversicherungsgesetz; Graef (Frank¬ 
furt a. M.): Die Beschränkung der Selbstverwaltung der Kranken¬ 
kassen; A. Kohn (Berlin): Stellungnahme zu der Eingabe der 
deutschen Ärzteschaft an den Bundesrat und zu den Beschlüssen des 
außerordentlichen Ärztetages; P. Magnan (Berlin): Stellungnahme 
zur Apothekerfrage; Fraeßdorf (Dresden): Die Ängliederung der 
Krankenversicherung an die Invalidenversicherung. 

Zweiter Bauarbeiterschutzkongreß am 29. und 30. März 
in Berlin beschäftigt sich mit einem „Reichsbauarbeiterschutzgesetz“. 


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C. Von den Kongressen. 


41 


Konferenz betreffend die zur Bekämpfung der Wurm¬ 
krankheit notwetidigen Maßnahmen unter Vorsitz des preußi¬ 
schen Handelsministers Möller am 4. April in Berlin. 

Achter deutscher Handlungsgehilfentaft am 12. April in 
Köln. Es sprachen R. v. Pein (Altona) über Handelsinspektoren 
und 0. Elberding (Köln) über die Fortsetzung der Erhebungen 
über die Arbeitszeit in Kontoren. 

Achte Hauptversammlung der freien kirchlich-sozialen 
Konferenz vom 14. bis 16. April in Berlin. Es referierten u. a. 
W. Schack (Hamburg) und Hartmann über die Sonntagsruhe im 
Handels- und im Schankgewerbe. 

Vierter Verbandstoff der Hilfsschulen Deutschlands 
am 14. und 15. April in Mainz. Es referierten u. a.: Grote (Hannover): 
Können Kinder zwangsweise der Hilfsschule zugeführt werden? 
Delitzsch (Plauen): Das Schwachbegabte Kind im Haus und in 
der Schule; N o 11 e (Braunschweig): Die Berücksichtigung der Schwach¬ 
sinnigen im bürgerlichen und öffentlichen Recht; Sommer (Gießen): 
Die verschiedenen Formen der Idiotie vom Standpunkt der Therapie 
und Prophylaxe. 

Neunter internationaler Kongreß gegen den Alkoho¬ 
lismus in Bremen vom 14. bis 19. April unter Vorsitz des Grafen 
Posadowsky. Referate: J. Bergmann (Stockholm): Die moderne 
Kultur und der Kampf gegen den Alkohol; F. Hueppe (Prag): 
Körperübungen und Alkoholismus; Legrain (Paris): Alkoholismus 
und Tuberkulose; A. Ploetz (Berlin) und E. Rüdin (Berlin): Der 
Alkohol im Lebensprozeß der Rasse; K. Helenius (Helsingfors): 
Die Rolle des Alkohols im Staatshaushalt; H. Blocher (Basel): 
Die Rolle des Alkohols im Arbeiterhaushalt; Martius (Rostock): 
Was ist Mißbrauch geistiger Getränke?; A. Forel (Morges): Der 
Mensch und die Narkose; Cr am er (Göttingen) und Endemann 
(Halle): Die Entmündigung wegen Trunksucht; P. Fitger (Gothen¬ 
burg): Das Gothenburger System in Skandinavien; J. Bentley 
(Bradford): Die alkoholfreien Wirtschaften in England; v. Dier- 
g ardt (Mojawola): Die Gasthausreform in England und Deutschland; 
Ä. Don (Rotterdam), Ch. Wakely (London) und Mrs. M. Hunt 
(Boston): Erziehung und Schule im Kampfe gegen den Alkoholismus; 
Mrs. E. Yorke (London) und Frl. M. Lamm er s (Bremen): Aufgaben 
der Frau im Kampfe gegen den Alkoholismus; Mö 11 er (Bremen) und 
Böhmert (Bremen): Die Bekämpfung des Alkoholismus auf See¬ 
schiffen; Keferstein (Berlin) und A. Delbrück (Bremen): Alkoho¬ 
lismus und Bier. 

Sechste Jahressitzung des deutschen Vereins für 
Psychiatrie am 20. und 21. April in Jena. Thomson (Bonn) 
referiert über den Erlaß des preußischen Justizministers vom 9. Ok- 


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42 


C. Von den Kongressen. 


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tober 1902, betreffend die Sachverständigentätigkeit in Entmündi¬ 
gungssachen, Ho che (Freiburg) und Asch affen bürg (Halle) über 
die Tätigkeit der statistischen Kommission zur Materialsammlung 
betr. verschiedene Mißstände auf dem Gebiete des Irrenwesens, 
W. Weygandt (Würzburg) über Kretinismus, Tuczek (Marburg) 
über Begriff und Bedeutung der Demenz, Gramer (Göttingen) über 
Errichtung eines Sanatoriums für Nervenkranke aus öffentlichen 
Mitteln in der Rasenmühle bei Göttingen, L. L a q u e r (Frankfurt a. M.) 
über die ärztliche Bedeutung des preußischen Fürsorge-Erziehungs¬ 
gesetzes für die Behandlung der moralisch Schwachen, „Schwach¬ 
sinnigen“ unter den Minderjährigen. 

Vierzehnter internationaler medizinischer Kongreß 
zu Madrid vom 23. bis 30. April. T h o m s o n (Oxford) über das Ver¬ 
hältnis der Anthropologie zur Medizin; Waldeyer (Berlin) über 
Deszendenztheorie und Daminismus; E. Maragliano (Genua) über 
den Kampf und die Immunisation des Organismus gegen die Tuber¬ 
kulose; Brouardel (Paris) über Fälschung von Nahrungsmitteln; 
Hollaender (Berlin) über Medizin und klassische Malerei; Ba 11 ota 
Taylor (Santander) über Pathogenese und Nosographie der Tuber¬ 
kulose. 

Vierte schweizerische Konferenz über das Idiotenwesen 
am 11. und 12. Mai in Luzern. Referate: Ulrich (Zürich) über den 
Schwachsinn bei Kindern, seine anatomischen Grundlagen, seine Ur¬ 
sachen und seine Verhütung; J. Herzog (Luzern) über die Stellung 
der Lehrkräfte an den Spezialschulen für Schwachbegabte; J. Strau¬ 
mann (Biberstein b. Aarau) über die Sorge für die Schwachsinnigen 
und Schwachbegabten nach ihrem Austritt aus den Anstalten bez. 
Spezialklassen. 

Fünfte Generalversammlung des rheinischen Vet'eins 
zur Förderung des Arbeitertcohnungswesens am 14. und 
15. Mai in Elberfeld. Es referierten Schmidt (Düsseldorf) über 
Wohnungsnot und Fürsorgeerziehung; Braun (Darmstadt) über die 
hessischen Landes-Wolmungsgesetze. 

Generalversammlung des deutschen Zentralkomitees 
zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke am 
26. Mai zu Berlin. E. v. Leyden (Berlin) sprach über die Wirksam¬ 
keit der Heilstätten für Lungenkranke, Pütt er (Halle) über die 
Aufgaben der Gemeinden bei der Tuberkulosebekämfüng. 

Vierte Jahresversammlung der schiveizet'ischen Ge¬ 
sellschaft für Schulgesundhcitspflcge am 16. und 17. Mai in 
Schaff hausen. Referate: P. Lincke (Zürich), Ost (Bern), Tuch- 
schmid (Basel) über Schulbäder; Lau bi (Zürich) über Ohrenunter¬ 
suchungen in der Volksschule; R. Keller (Winterthur) über Hygiene 
des Stundenplanes in den Mittelschulen. 


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C. Von den Kongressen. 


48 


Internationaler Konffreß der Gasthofbesitzer am 21. Mai 
in Eisenach. Es referieren Hoyer (Aachen) und Badtke (Köln) 
über die Bundesratsverordnung über den Gehilfenschutz und Badtke 
noch über die Unfallversicherung der in Gasthofbetrieben Angestellten. 

Zwanzigster Braunschweigischer Städtetag am 22. und 
23. Mai in Seesen, v. Ernst (Gandersheim) spricht über Fürsorge 
für Trinker und Vagabunden, Zerbst (Blankenburg) und Liebold 
(Holzminden) über die Beziehungen der Wohnungsfrage zur Boden- 
und Steuerpolitik. 

Dritter internationaler Kongreß der Versicherung»- 
ärzte in Paris vom 25. bis 28. Mai. Brouardel (Paris) eröffnet 
den Kongreß. Es referieren u. a.: K. Snellen (de Zeist, Holland): 
Über den Wert gewisser Maßbestimmungen in bezug auf Tuberkulose; 
E. Poöls (Brüssel): Die minderwertigen Risiken, Tuberkulose der 
Knochen und Gelenke; Th. H. Rockwell (London): Einige Be¬ 
obachtungen über die Zulässigkeit der minderwertigen Risiken; 
M. Sven Pal me (Stockholm): Neue Methoden, die in den skandi¬ 
navischen Ländern für die Zulassung der minderwertigen Risiken 
versucht sind; A. Flachs (Rumänien): Der Konstitutionskoeffizient, 
das Maß der Leibesbeschaffenheit im Dienste der Versicherungsge¬ 
sellschaften. 

Erste Jahresversammlung des Vereins bayerischer 
Psychiater am 25. Mai in München. Link (Deggendorf ) über die 
Errichtung von Trinkerheilanstalten in Bayern; Vocke (München) 
über Entmündigung wegen Geisteskrankheit und Geistesschwäche; 
Weygandt (Würzburg) über die Fürsorge für schwachsinnige Kinder 
in Bayern; Tesdorpf (München) über hysterische Geistesstörungen 
im Kindesalter. 

Kongreß des rheinischen Städtebundes am 26. Mai in 
Köln. Quensel (Köln) spricht über die Bedeutung der Alkoholfrage 
für die Armen Verwaltungen. 

Vierte Hauptversammlung der deutschen Gesellschaft 
für Volksbäder am 30. Mai in Danzig. Referate: Peters (Magde¬ 
burg) über die allgemeinen Grundsätze der technischen Einrichtung 
von Volksbädern; Petruschky (Danzig) über die Verunreinigung 
der Wasserläufe in bezug auf die Bäderfrage; Born träger (Danzig) 
und Geppert (Danzig) über die Frage: Inwieweit sind Hallen¬ 
schwimmbäder als Volksbäder zu empfehlen? 

Vierte Hauptversammlung des allgemeinen deutschen 
Vereins für Schulgesundheitspflege in Bonn am 2. und 3. Juni. 
Kastenholz (Köln) sprach über Lehrstoffe und Lehrziele einschlie߬ 
lich der häuslichen Schularbeiten; Re ns bürg (Elberfeld) über 
Stundenverteilung einschließlich des Nachmittagsunterrichtes; Rey 
(Aachen) über Schulanfang und Schulzeit, Erholungszeit im Freien 


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(’. Von den Kongressen. 


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und in der Familie; H. Petersen (Bonn) über Skoliose und Schule; 
W i c k e n h a g e n (Rendsburg) über Turnen und Spiele an den höheren 
Schulen im Sinne der Schulhygiene; F. A. Schmidt (Bonn) über 
Schulunterricht und Bewegungsspiel an den Volksmädchenschulen im 
Sinne der Schulhygiene; Finkler (Bonn) über den hygienischen 
Unterricht in der Schule; Pabst (Leipzig) über deutsche und eng¬ 
lische Schulerziehung, vom hygienischen Standpunkte aus betrachtet; 
Selter (Solingen) über Schule und Kleidung. 

Versammlung deutscher Strafanstaltsbeamten am 2. 
und 3. Juni in Stuttgart. Zilligus (Moabit) berichtet über die 
Frage der Altersgrenze für die Strafmündigkeit. 

Konferenz der deutschen Landesvereine vom Roten 
Kreuz vom 4. bis 7. Juni in Straßburg i. E. G. Pannwitz (Berlin) 
referiert über die Ausdehnung der Gemeindekrankenptiege und weitere 
in Aussicht genommene Ziele auf diesem Gebiete; M. Schlesinger 
(Berlin) über die Frage: Vereinsorganisationen vom Roten Kreuz und 
die Berufsgenossenschaften; Heydweiller (Berlin) und Kunle 
(Berlin) über die Frage des Beitritts der Gemeinden als Mitglieder 
der Landes- bez. Provinzialvereine vom Roten Kreuz. 

Neunte Landesversammlung der internationalen kri¬ 
minalistischen Vereinigung vom 4. bis 7. Juni in Dresden. Es 
referieren u. a.: Delbrück (Bremen) und F. v. Liszt (Berlin) über 
die vermindert Zurechnungsfähigen. 

Vierzehnte Hauptversammlung des hessischen Städte¬ 
tages am 5. Juni in Bad Orb. Stein (Frankfurt a. M.) spricht über 
das soziale Museum Frankfurts a. M., seine Organisation und seine 
Aufgaben in der Provinz. 

Städtetag für die Provinz Sachsen und das Herzogtum 
Anhalt am 5. und 6. Juni in Weißenfels. Es spricht u. a. Oe hier 
(Halberstadt) über kommunale Bodenpolitik. 

Achter schleswig-holsteinscher Städtetag am 6. und 7. Juni 
zu Rendsburg. Schroeder (Altona) berichtet über die Gesundheits¬ 
kommissionen in Schleswig-Holstein. 

Vierzehnter ostpreußischer Städtetag am 8. und 9. Juni 
in Rastenburg. Berg (Königsberg) sprach über städtische Fleisch¬ 
beschau. Rosenstock (Königsberg) über die Praxis der Gerichte 
bezüglich des Fürsorgeerziehungsgesetzes. 

Hauptversammlung des deutschen Verbamies kauf¬ 
männischer Vereine am 13. Juni in Nürnberg. Referate: Er¬ 
mittlung der Arbeitszeiten in den Kontoren des Großhandels und 
Invaliditäts- und Altersfürsorge für kaufmännische Angestellte. 

Fünfumlziranzigste (Jubel-)Versammlung des Flens¬ 
burger Arbeiterbauvereins am 21. und 22. Juni. Es sprachen 
Pauly (Kiel) über Genossenschaftsbau und Baupolizei und Bonne 


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C. Von den Kongressen. 


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(Klein-Flottbek) über die Notwendigkeit einer Dezentralisation unserer 
Großstädte und die Bedeutung der gemeinnützigen Baugenossenschaften 
für dieselbe. 

Vierter Verbandstaff schleswig-holsteinische »• Bau¬ 
genossenschaften am 22. Juni in Flensburg. Es referieren: Pauly 
(Kiel) über Genossenschaftsbau und Baupolizei; Bonne (Klein-Flott¬ 
bek) über die Notwendigkeit der Dezentralisation unserer Gro߬ 
städte und die Bedeutung der gemeinnützigen Baugenossenschaften 
für dieselben. 

Nassauischer Städtetaff am 26. und 27. Juni in Weilburg. 
Wenzel (Herborn) besprach das Fleischbeschaugesetz und dessen 
Ausführung. 

Dreizehnter ober schlesischer Städtetaff am 27. Juni in 
Ziegenhals. P a g e 1 s (Oppeln) bespricht die Einführung obligatorischer 
Leichenschau; F. Hanisch (Kattowitz) bespricht die Notwendigkeit 
städtischer Gartenanlagen in gesundheitlicher Beziehung. 

Deutscher Kongreß für Volks- und JugendsjHele vom 
5. bis 7. Juli in Dresden. W. Waldeyer (Berlin) spricht über die 
anatomischen Verhältnisse des Brustkorbes in besonderer Beziehung 
auf die Leibesübung und Gesundheitspflege; Kerschensteiner 
(München) spricht über die Frage: Was können die Stadtverwaltungen 
tun, um die körperliche Erziehung der Jugend, besonders die der 
Volksschule und der schulentlassenen Jugend, zu fördern? Schmidt 
(Bonn) spricht über die beste Ausgestaltung öffentlicher Erholungs¬ 
stätten für Jugend und Volk. 

Dreißigster deutscher Gastwirtstag am 8. Juli in Brom¬ 
berg. Herold (Dresden) berichtet über die Bestrebungen der Ab¬ 
stinenzler und des Vereins für Gasthausreform. 

Annual Congress of the Sanitary Institute at Bradford, 
8** 1 July a. f. d. F. E. Freemantle (Hertfordshire): The Coloni- 
sation of Rural England; M. S. Briggs: Cottages for Agricultural 
Labourers; G. F. Mc Cleary: The Municipal Infants’ Milk Depot; 
W. F. Anderson (Glasgow): Infantil Mortality: an Inquiry Recoin- 
mended; T. E. Hill (Durham): Suggested Amendment to Part II of 
the Housing of the Working dass Act, 1890; T. F. Cass (Hüll): 
Some Aspects of Sanitary Control of Bakehouses; S. G. Moore 
(Huddersfield): The Application of the Sale of the Food and Drugs 
Acts; E. M. Homersham: The Registration and Inspection of Nur¬ 
sing Houses; F. W. Richardson (Bradford): Adulteration, Ancient 
and Modern; F. J. Rowe: Bakehouse Reform; W. H. Mitchell 
(Bradford): Factory Legislation from an Employers Point of View; 
H. M. Richards (Croydon): Some of the Medical Problems of Public 
Elementary Schools; R. L i s h m a n (Bradford): Individual Examination 
in Elementary Schools; S. L. Beszant (Bradford): The Teaching of 


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('. Von den Kongressen. 


Hygiene; S. Stephenson: Care of Children’s Eyesight as Sckolars; 
Bronn er: The Importance of Examining the Eyes and Ears of all 
School Children, not only those of Board Schools; A. Little: Care 
of the Eyes of Children attending Elementary Schools; A. News¬ 
holme, Niven and G. C. Taylor: The Voluntary Notification of 
Consumption; E. M. Smith, The Need for Compulsory Notification 
of Non-notifiable Diseases; J. Slater: Architecture and Hygiene; 
Bnshnell (Plymouth): The Appointment of a Minister of Public 
Health. 

Annual Congress of the Royal Institute of Public 
Health at Liverpool, 16 th July and f. d. H. P. Percy: Elemen¬ 
tary School Hygiene; M. Hunter (London): The Care and Feeding 
of Infants; T. Shelmerdine (Liverpool): Emergency Hospital Con- 
struction and Accomodation; Simpson (London): Infections Hospitals 
and Return Cases; T. D. Lister: The Future of Milk Depots; 
E. Jones (Liverpool): The Influence upon Public Health of the 
Present Method of Keeping Horses and Cattle in Towns; F. E. Free- 
mantle (Herts): The Site of the Proposed Garden City; R. S. Mars- 
den (Birkenhead) and Whitney (Liverpool): The Housing Problem; 
H. S. Willson: The Transmissibility of Infections Diseases during 
Incubation Period; S. G. Moore (Huddersfield): Some Additional 
Powers Required for the Effectual Control of Small-pox; T. W. N. 
Bar low (Bootle): Requirements in Regard to Underground Bake- 
liouses; J. T. C. Nash, Shellfish and Typhoid Fever. 

Congres Regional Antituberculeux k Besan^on, les 18 et 
19 jnillet. A. Bl uzet: Sur les ressources que le mödecin peut et 
doit tirer, au point de vue antituberculeux, d’une application intelli¬ 
gente et opiniatrement poursuivie des dispositions diverses de la loi 
du 15 fevrier 1902 relativement k la salubrite des immeubles et de 
la voirie, de la declaration facultative de la tuberculose et de la des- 
infection obligatoire; de Vaulchier: Sur quelques moyens de lutte 
antituberculeuse ä mettre en oeuvre dans la Haute-Saöne; L. Baudin: 
La tuberculose eu Franche-Comte. 

Einundsiebzigste Jahresversammlung der British 
Medial Association in Swansea vom 28. bis 31. Juli. Es refe¬ 
rierten u. a.: B u c h a n an (Liperpool) über Ansteckung und Empfäng¬ 
lichkeit; R. Jones über Zivilisation und die Zunahme von Geistes¬ 
krankheiten; Hyslop über Alkohol und Geisteskrankheiten; A. Reid 
über die Entwicklung des Menschengeschlechts und die Alkoholfrage; 
Schuttleworth (Riclnnond) über leichtere Formen geistiger Stö¬ 
rungen bei Kindern; S. C. Mc Vail (Glasgow) über das Irapfgesetz 
und die Verhütung der Pocken; W. Cousins über das Hebammen¬ 
gesetz 1902; Bushnell über die Notwendigkeit der Schaffung eines 
Ministeriums für Hygiene; Tidswells über die körperliche Degene- 


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('. Von den Kongressen. 


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ration der Arbeiterkinder; N. Raw (Liverpool) über die Tuberkulose 
im Kindesalter und ihren Zusammenhang mit der Perlsucht des 
Rindviehs. 

Jahresversammlung des deutschen Vereins für Volks - 
hygiene in Dresden am 31. Juli. Es referierten M. Rubner (Berlin) 
über die Hygiene in Deutschland; Dornblüth (Frankfurt a/M.) über 
Nervenhygiene in der Großstadt; Lange (Dresden) über die Be¬ 
kämpfung der Volkskrankheiten; Gr über (München) über die Frage: 
Führt die Hygiene zur Entartung der Rasse? 

Sechster deutscher Samaritertag in Dresden am 1. und 
2. August. Es sprachen Thümen (Posen) und Kowalzig (Kiel) 
über den Samariterunterricht an höheren Schulen; Kor mann (Leip¬ 
zig) über den Rettungsdienst bei Unglücksfällen im Gebirge; Streffer 
(Leipzig) über Samariter- und Rettungswesen auf dem Lande, 
Joseph (Berlin) über die Bedeutung der berufsgenossenschaftlichen 
Verbandsstätten für die Ausbildung in der freiwilligen Kriegskranken¬ 
pflege. 

Vierter internationaler Kongreß für Versicherungs- 
Wissenschaft vom 31. August bis 5. September in New York. Es 
berichteten u. a.: Warner (London), Paraira und Landrö 
(Amsterdam), Gere (New York), Raffmann (Budapest), E. Man es 
(Berlin) über Verlängerung der Lebensdauer während des 19. Jahr¬ 
hunderts; Schooling (London), Schi da (Tokio) und Hann (New 
York) über Sterblichkeit im Kriege; Gunckel (Elberfeld) und 
S. Palme (Stockholm) über Versicherung minderwertiger Leben. 

Erster deutscher Städtetag zu Dresden vom 1. bis 3. Sep¬ 
tember. Adickes (Frankfurt a/M.) und Beutler (Dresden) refe¬ 
rierten über die sozialen Aufgaben der deutschen Städte; Wuttke 
(Dresden) sprach über die Lehren der deutschen Städteausstellung. 

Onzieme Congres International d’Hygiene et de Demo¬ 
graphie ä Bruxelles, 2.—8. Septembre. P. Aaser (Christiania), 
Ehrlich et Marx (Frankfurt a/M.), Loeff 1 er (Greifswald), Netter 
(Paris), A. Parone (Rom), F. de Torday (Budapest): De la valeur 
du serum antidiphterique au point de vue de la prophylaxie; G. Gratia 
(Cureghem), A. de Jong (Leyden), S. Arloing (Lyon), J. Fibiger 
(Kopenhagen): La tuberculose humaine et celle des animaux domesti- 
ques sont-elles dues ä la meme espece microbienne: le bacille de Koch? 
Schaffer (Bern), J. B. Andre (Bruxelles), F. Bor das (Paris), 
M. A. van En gelen (Bruxelles): La reglementation de la vente du 
lait destinö ä falimentation; Breton (Lille), Barbier (Lieget, 
Tenholt (Bochum), V. Watteyne (Bruxelles), Töth (Ungarn): 
Ankylostomiasie; Thisquen (Liege), Th. Oliver (Newcastle), 
Lay et (Bordeaux), Töth (Ungarn), W. Oppermann (Arns¬ 
berg), A. Firket (Liege), Bertarelli (Turin): Mesures ä premlre 


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C. Von den Kongressen. 


en vue de preserver la saute des ouvriei-s occupes dans les usines oü 
Ton traite les minerais de zinc et de plomb et dans celles oü l’on 
produit les composes de plomb; Z. Treves (Turin), J. Demoor 
(Bruxelles), Zuntz (Berlin), A. Imbert (Montpellier): Dans quelle 
mesnre peut-on, par des methodes physiologiques, studier la fatigue, 
ses modalites et ses degres dans les diverses professions? Queis sont 
les arguments que les Sciences physiologiques et müdicales peuvent 
ou pourraient faire valoir en faveur de tel ou tel mode d'organisation 
du travail? Buyse (Gand), A. Menzel (Linz), M. H. S. Purdon 
(Belfast, Ireland), J. Ledere de Pulligny (Paris): Quelle est 
l’influence du travail dans les salles de filature de lin sur la sante 
des ouvriers? Quelles sont les mesures ä prendre, notamment au 
point de vue de la temperature et de l’etat hygrometrique de l’air, 
pour ameliorer les conditions du travail dans ces salles? Delle 
(Paris), Glibert (Bruxelles), T. M. Legge (London), Hencke 
(Wesel): Le travail dans les couperies de poils; A. Fontaine 
(Paris), L. van Overstraeten (Bruxelles), A. M. Anderson 
(Westminster): Indiqner les mesures sanitaires prises en differents 
pays, concernant la petite industrie et l’industrie ä domicile; P. Budin 
(Paris), 0. Heubner (Berlin), W. Prausnitz (Graz), W. K n o e p f e1 - 
mach er (Wien), Clerfayt (Mons): Rügles ä suivre dans l’alimen- 
tation du premier äge; G. Chauvin (Liege), E. Mosny (Paris), 
A. Holst, Laquer (Frankfurt a/M.): But de l’inspection medicale 
et hygienique des ecoles publiques et prives; F. Schmid et Carriere 
(Bern), P. Brouardel et Mosny (Paris), G. Pannwitz (Berlin), 
K. Faber (Kopenhagen), A. Newsholme (Brighton), Moeller 
(Bruxelles), Santoliquido (Born): Intervention des pouvoirs publics 
dans la lutte contre la tuberculose; Ringeling (Amsterdam), E. 
Frank (Budapest), A. Calmette (Lille), Nocht (Hamburg), N. Fr ey- 
berg (Petersburg): La prophylaxie sanitaire de la peste et les modi- 
fications ä apporter aux reglements quarantenaires; Pierson (Haag), 
M. Dufourmantelle (Paris), G. Fatio (Genüve), A. E. Franklin 
et W. F. Caires (London), E. Mahaim et 0. Velghe (Liege), 
H. Al brecht (Berlin): Les habitations ouvrieres et 1’intervention des 
pouvoirs publics; M. Herrn an (Mons), A. J, Martin (Paris), E. v. 
Es mar ch (Göttingen): La pratique de la desinfection des habitations; 
Guillaume (Bern), J. Tatham (London), J. Wilmart (Bruxelles): 
Mouvements et causes de la mortalite et exposü critique de la sta- 
tistique des mort-nes dans les differents pays; J. Bertilion (Paris), 
Guillaume (Bern), W.Hiorth (Christiania), E. Nicolai (Bruxelles): 
De l’organisation d'une statistique officielle et unifonne des causes 
deces; G. v. Mayr (München), L. March (Paris): Les bases d'une 
statistique correcte de la natalite; M. Oauderlier (Bruxelles), G. 
v. Mayr (München): Queis sont les meilleurs coetficients ä employer 


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C. Von den Kongressen. 


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pour T6tude des lois qai r^glent les mouvements de la population: 
mariages, naissances, d6c&s? Quelles sont les formules qui les deter- 
minent le mieux? G. v. Mayr (München), M. Cauderlier (Bruxelles): 
Examens des objections faites k la loi qui attribue les mouvements 
de la population anx rapports entre les ressources et les besoins; 
C. Jacquart (Bruxelles), 0. Landsberg (Elberfeld): ßtude de la 
dömographie statistique et dynamique des agglomärations urbaines; 
A. Lentz (Bruxelles), A. Mahaim (Lausanne): Aliönation mentale: 
a) developpement, causes, mesures k prendre; b) möthode ä adopter 
et donnöes demographiques ä recueillir en ce qui conceme les ali6n6s 
soignes dans leur famille; A. Mahaim (Lausanne), Pransnitz (Graz), 
Legrain (Paris): La mortalitG causäe par l’abus des boissons al- 
«ooliques: les faits, causes et mesures k prendre; P. Meuriot (Sceaux), 
E. Nicolai (Brüssel): Migrations intSrieures. Depopulation des cam- 
pagnes. Accroissement des villes; deLannoy (Bruxelles), E. Misch- 
ler (Graz): Quel profit la dömographie pourrait-elle retirer de l’eta- 
blissement d’une statistique des pauvres et quelle est la meilleure 
methode pour dresser cette statistique? G. v. Mayr (München), 
M. H. Denis (Brüssel): Statistique et causes des suicides; H. Pi- 
renne (Gand): Les docnments d’archives comme source de la d6mo- 
graphie historique. 

Annual Congress of the Sanitary Association of Scot¬ 
land at Stranraer, 3 d September. W. L. Mackenzie: Medical 
Inspection of Schools and School Children, with Special Reference to 
the Royal Commission on Physical Training (Scotland); J. J. Buchau 
(Hamilton): The Provision of Public Slaughterhouses in Populous 
Places, under County Administration, and the Disposal of Offal. 

Verbandstoff deutscher Mietervereine am 5. und 6. Sep¬ 
tember in Dresden. K. v. Mangoldt (Dresden) sprach über die 
städtische Bodenfrage. 

Brandenburgischer Städtetag am 7. und 8. September in 
Brandenburg a. H. Sachse (Guben) sprach über kommunale Woh¬ 
nungsfürsorge. 

Zwanzigste Hauptversammlung des preußischen Medi¬ 
zinalbeamtenvereins am 12. September in Halle. Schäfer 
(Frankfurt a. 0.) und Hermann (Bitterfeld) sprachen über kreis¬ 
ärztliche „Ortsbesichtigungen“ und Neidhardt (Altona) über die 
forensische Beurteilung der Epilepsie. 

Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik 
vom 14. bis 16. September in Hamburg. Auf der Tagesordnung 
standen u. a. Referate von E. Francke (Berlin) und Polis (Ham¬ 
burg) über die Lage der in der Seeschiffahrt beschäftigten Arbeiter. 

Zehnter Jahrestag der deutschen Ortskrankenkassen 
am 14. und 15. September in Breslau. Referate: A. Neißer (Bres- 

Jabresbericht Uber Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 4 


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C. Von den Kongressen. 


lau): Inwieweit können die Krankenkassen zur Bekämpfung der Ge¬ 
schlechtskrankheiten beitragen?; Honigmann (Breslau) und Prinz 
(Kottbus): Die Aufgaben der Krankenkassen in Vergangenheit, Gegen¬ 
wart und Zukunft. 

Zweite Hauptversammlung des deutschen Medizinal- 
beamtenvereins am 14. und 15. September in Leipzig. Referate: 
Vor ster (Düsseldorf), Weber (Sonnenstein) und Ru sack (Köln): 
Reichsgesetzliche Regelung des Irrenwesens; Tjaden (Bremen) und 
Leubuscher (Meiningen): Verhütung der Verbreitung ansteckender 
Krankheiten durch die Schule. 

Achtundzwanzigste Versammlung des deutschen Ver¬ 
eins für öffentliche Gesundheitspflege zu Dresden vom 16. 
bis 19. September. Referate: G. Gaffky (Gießen): Nach welcher 
Richtung bedürfen unsere derzeitigen Maßnahmen zur Bekämpfung 
der Tuberkulose der Ergänzung?; J. Born träger (Düsseldorf): 
Hygienische Einrichtungen der Gasthäuser und Schankstätteu; 
W. Th. Dun bar: Die gesundheitliche Überwachung des Verkehrs, 
mit Milch; Ohlmüller (Berlin): Reinigung des Trinkwassers durch 
Ozon; J. Stübben (Köln) und Rumpelt (Dresden): Die Bauordnung 
im Dienste der öffentlichen Gesundheitspflege. 

Nünfundsiebzigste Versammlung deutscher Natur¬ 
forscher und Ärzte in Kassel vom 20. bis 26. September. Es 
referierten u. a.: A. L a d e n b u r g (Breslau) über den Einfluß der Natur¬ 
wissenschaften auf die Weltanschauung; M. Alsberg (Kassel) über 
erbliche Entartung infolge sozialer Einflüsse; H. Griesbach (Mühl¬ 
hausen) über den gegenwärtigen Stand der Schulhygiene in Deutschland; 
E. v. B e h r i n g über Tuberkulosebekämpfung; V e i t (Erlangen): Tuber¬ 
kulose und Schwangerschaft; Fellner (Wien): Inwiefern verbieten 
interne Krankheiten vom geburtshilflichen Standpunkte aus das Hei¬ 
raten? Baisch (Tübingen): Die Begutachtung von Genitaler¬ 
krankungen für die Alters- und Invaliditätsversicherung; Frank 
(Köln): Die Geburt in der Wohnung des Proletariats; S c h 1 o ß m a n n 
(Dresden): Eine verbesserte Methode der Ernährungsstatistik der 
Säuglinge; Speck (Wien): Die Prinzipien der städtischen Kinder¬ 
milchversorgung; Keller (Bonn): Erfolge und Organisation der See¬ 
hospize; Thiemich (Breslau): Hysterie im Kindesalter; M. Hirsch¬ 
feld (Charlottenburg): Das urnische Kind; F. Siegert (Straßburg): 
Die Erblichkeit der Rhachitis; A. Koppen (Norden): Die tuberkulöse 
Konstitution; W. Hahn (Wien): Die Verbreitung des Puerperalfiebers 
in Österreich im letzten Jahrzehnt; Wichmann (Harzburg): Die 
Nervosität der Lehrer und Lehrerinnen; am Ende (Dresden): Ge¬ 
meindeörtliche Einrichtungen auf dem Gebiet der Gesundheitslehre; 
L. Ascher (Königsberg): Tuberkulose und nicht tuberkulöse Er¬ 
krankungen der Atmungsorgane in Preußen seit 1875. 


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C. Von den Kongressen. 


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Neunte Taf/unf/ des internationalen statistischen In¬ 
stituts in Berlin vom 20. bis 25. September. Referate: Levasseur 
(Paris): Fläche und Bevölkerung der Erde; G. v. Mayr (München) 
und G. Thirring (Budapest): Wanderungsstatistik; E. Mi sch ler 
(Graz): Armenstatistik; W. Lexis (Göttingen): Fortpflanzung und 
Sterblichkeit in ihrem Verhältnis zueinander; C. Ballod (Berlin): 
Sterblichkeit in den Großstädten; L. v. Bortkiewicz (Berlin) und 
A. H j e 11 (Helsingfors): Methodenfragen der Demographie (mittlere 
Lebensdauer); A. N. Kiaer (Christiania): Fruchtbarkeit der Ehen; 
Nicolai (Brüssel): Kinderzählung nach Familien; P. May et (Berlin): 
Graphische Statistik. 

Achter Kongreß der deutschen dermatologischen Ge¬ 
sellschaft in Sarajewo'vom 21. bis 23. September. Es sprachen u. a.: 
Kobier (Sarajewo) über die Impfung in Bosnien und der Herzego¬ 
wina und deren Einfluß auf das Vorkommen der Blattern dortselbst; 
Glück (Sarajewo) über die Bekämpfung der Syphilis in Bosnien und 
der Herzegowina; F. J. Pick (Prag) über moderne Ziele und Erfolge 
der Therapie auf dem Gebiete der Haut- und Geschlechtskrankheiten. 

Zweiunddreißigster Kongreß für innere Mission in 
Braunschweig am 23. September. Es sprachen u. a.: Philipps 
(Berlin) über die Prostitution und ihre Bekämpfung; Hirsch (Magde¬ 
burg) über Fürsorge für Fabrikarbeiterinnen. 

Dreiundzwanzif/ste Jahresversammlung des deutschen 
Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit am 24. und 25. 
September in Elberfeld. Referate: Muensterberg (Berlin) über 
das Elberfelder Armenpflegesystem; Buehl (Hamburg) und Esc hie 
(Sinsheim i. B.) über die geschlossene Armenpflege; Blum (München- 
Gladbach) über Volks- und Krankenküchen. 

Erste Hauptversammlung deutscher Taubstummen¬ 
lehrer am 29. und 30. September in Frankfurt a. M. Es sprach 
u. a. Danger (Emden) über die Erziehung der Taubstummen für 
das Gemeinschaftsleben. 

Achter Verbandstag des Charitasverbandes für das 
katholische JDeutschlanul am 7. Oktober in Frankfurt a. M. 
Jäger (Speyer) sprach über die Wohnungsfrage. 

Fünfte Versammlung des Vereins für Kinderforschung 
in Halle a. S. am 11. und 12. Oktober. H. Oppenheim (Berlin) 
über die ersten Zeichen der Nervosität des Kindesalters; Aschaffen- 
burg (Halle) über die Bedeutung der Stimmungsschwankungen bei 
Epileptikern; Trüper (Jena) über psychopathische Minderwertig¬ 
keiten als Ursachen von Gesetzesverletzungen Jugendlicher. 

Evangelische Fürsorgeerziehungskonferenz der Ehein¬ 
provinz in Düsseldorf am 12. Oktober. Es referierten: Kar sch 
(Düsseldorf) über den gegenwärtigen Stand der Fürsorgeerziehung; 

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C. Von den Kongressen. 


Heim (Lennep): Welche Aufgaben erwachsen uns gegenüber den¬ 
jenigen Minderjährigen, deren Überweisung zur Fürsorgeerziehung 
abgelehnt worden ist? 

Zwanzigste Jahresversammlung des deutschen Vereins 
gegen den Mißbrcmch geistiger Getränke am 21. und 22. Ok¬ 
tober in Berlin. Referate: v. Strauß und Torney (Berlin): Der 
Bremer Kongreß; Fuchs (Baden): Zur Reform des Schankkonzessions¬ 
wesens; A. Damaschke (Berlin): Alkohol und Volksschule. 

Internationaler Kongreß für Arbeitergürten am 24. 
und 25. Oktober in Paris unter wechselndem Vorsitz von Aynard 
(Paris), Bischof Latty, Bielefeldt (Berlin), Robin (Paris), Beer- 
naert (Brüssel). Sitzung I: Statisque et Organisation des jardins; 
Sitzung II: Reglement des jardins et resultats moraux; Sitzung III: 
Resultats materiels et oeuvres annexes; Sitzung IV: Jardinet hygiöne. 

Erster französischer Alkoholgegnerkongreß vom 26. bis 
29. Oktober in Paris. Triboulet sprach über die Aufgabe der 
Ärzte, Toi ton über die des katholischen, Broux über die des evan¬ 
gelischen Klerus, Tin an über die Bekämpfung des Alkohols im 
Heere ; Dupre über die Aufgaben der Departement- und Gemeinde¬ 
verwaltung. 

Zweite deutsche Nationalkonferenz zur internationalen 
Bekämpfung des Mädchenhandels am 28. Oktober in Berlin. 
Wage ne r (Berlin) berichtet über den gegenwärtigen Stand des 
Kampfes. 

Versammlung von Tuberkulose-Ärzten vom 1. bis 8. No¬ 
vember in Berlin. P. Jacob (Berlin) über die Tuberkulosefrage auf 
dem internationalen Hygienekongreß in Brüssel; J. Nietn er (Berlin) 
über die neuesten Tuberkuloseforschungen;0. Heubner (Berlin) über 
die Bedeutung der Kinderheilstätten; G. Pannwitz (Berlin) über 
die Ausgestaltung der Polikliniken zu Dispensaires; Hamei (Berlin) 
über Statistik der Lungenheilstättenfürsorge. 

Ordentliche öffentliche Generalversammlung des nie¬ 
derrheinischen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege 
zu Köln am 7. November. Referate: Krautwig (Köln): Säuglings¬ 
fürsorge, besonders über Haltekinderwesen; Hochhaus (Köln): Ver¬ 
sorgung der Säuglinge in Hospitälern; Pröbsting (Köln): Die 
künstliche Beleuchtung der Schulsäle. 

Congres Mutualiste de VAlliance d’ Hygiene Sociale ä 
Saint-Etienne, 28 et 29 Novembre sous la presidence de Casimir- 
Perier. Les rapporteurs etaient: pour l’alcoolisme, Merlin; pour 
l’hygiene des habitationx, Mazodier; pour la tuberculose, Fleury 
et R i o 1 a c c i. 


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D. Referate. 


i. 

Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. 

Breitung, M., Dü sozialpolitische Bedeutung der Volkshygiene. Vor¬ 
trag, gehalten auf der 75. Versammlung deutscher Natur¬ 
forscher und Ärzte in Kassel. Berlin. Duncker. 20 S. 

In enthusiastischen und zugleich enthusiasmierenden Worten ruft 
der Verfasser die Ärzte auf, mehr als bisher sich an Wohlfahrts¬ 
bestrebungen und sozialpolitischen Maßnahmen zu betätigen, damit 
man ihnen nicht mehr mit Recht anzuraten brauche, etwas weniger 
die Wissenschaft und etwas mehr die Menschen zu lieben. Welche 
hohe Stellung er der sozialen Hygiene anweist, geht aus folgenden 
Worten hervor: „Der soziale Zusammenhang der Individuen ist eine 
normale Lebensbedingung für das Wohl und Wehe der Gattung, und 
es geht nicht an, daß biologische Naturgesetze willkürlich von dem 
Politiker übersehen werden. Im Vordergründe der Staatskunst steht 
daher nur folgerichtig die soziale Politik, und als ihren ersten, den 
primären und integrierenden Faktor muß ich die soziale Hygiene 
bezeichnen.“ Und an anderer Stelle: „Bisher hat man die Stimme 
des sozialen Hygienikers im sozialen Konzert gern überhört, er hat 
offenbar zu leise, zu bescheiden gesprochen. Man wird sich daran 
gewöhnen müssen, in der Zukunft den Vertretern der sozialen Hygiene 
Sitz und Stimme im Rat zu erteilen. Man wird es gern tun, sobald 
man erst in Fleisch und Blut die Erkennntnis aufgenommen hat, daß 
jede hygienische Frage zugleich eine soziale und eine moralische ist. 
Mit der Aufwärtsbewegung der öffentlichen Tätigkeit des Arztes wird 
auch die Aufwärtsbewegung seiner Bewertung parallel gehen.“ Leider 
sind wir noch weit ab von der Zeit, in der solche Anschauungen 


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D. Referate. 


Gemeingut auch nur der Ärzte, geschweige denn der Laien sein 
werden. Um so dankenswerter ist es, wenn sie in so begeisternder 
und prophetischer Weise und an so auffallender Stelle ausgesprochen 
werden, wie das M. Breitung in Kassel getan hat. 

A. Grotjahn, 


Berlepsch , v., Warum betreiben tvir die soziale Reform? Heft 11 der 
Schriften der Gesellschaft für Soziale Reform. Jena. Gustav 
Fischer. 48 S. (0,30 M.) 

Wenn zwei dasselbe tun, so ist es wirklich nicht immer dasselbe. 
Wenn auch schon mancher in beweglichen Worten die Not des vierten 
Standes geschildert hat, so wird auf die sozialpolitisch rückständigen 
Kreise doch die hier gedruckt vorliegende Rede des Staatsministers 
v. Berlepsch gewiß einen besonders großen Eindruck machen. Wir 
müssen daher dem Verfasser Dank wissen, wenn er hier in so schlichter 
und dabei doch fast feierlicher Weise den in den Lebensverhältnissen 
der industriellen Arbeiterschaft bestehenden Notstand feststellt und 
zu energischerem Fortschreiten auf den Wegen der sozialen Reform 
eindringlich auffordert. Dem Schriftchen sind die Satzungen der 
Gesellschaft für Soziale Reform angehängt. Es wäre dringend zu 
wünschen, daß dieser Gesellschaft auch aus den Reihen der Ärzte 
und Hygieniker zahlreiche Mitglieder zuströmten. 

-1. Grotjahn, 


Lassar, O,, Die Ziele der hygienischen Bewegung. Festrede zur Er¬ 
öffnung der Stettiner Ausstellung für Gesundheitspflege und 
Volkswohlfahrt am 11. Juni 1903. Hirschwald. Berlin. 12 S. 
(0,40 M.) 

Eine in ihrer Kürze und dabei Vollständigkeit geradezu meister¬ 
hafte Schilderung der gesamten hygienischen Aufgaben. Daß das 
hygienische Detail, das der Redner in lapidarer Form mitteilt, zu 
keiner Kritik Anlaß gibt, ist bei der Person des Vortragenden selbst¬ 
verständlich. Wohltuend wirkt, daß Lassar trotz begeisterter An¬ 
erkennung der Verdienste der Bakteriologie doch die Disposition als 
wichtig für die Krankheitsentstehung ansieht. Er definiert: Dispo¬ 
sition ist die physiologische Verfassung, in der sich ein Mensch 
befindet, wenn ihn eine Krankheitsursache trifft. „Ohne ursäch¬ 
liches Moment keine Krankheit ! Selbstverständlich. Ohne Tuberkel¬ 
bazillen keine Tuberkulose, ohne den spezifischen Erreger weder 
Pest noch Cholera. Bei dem einen aber, dessen Körper wie eine 
lebendige Burg, wie ein beweglicher Panzer gegen die Angriffe 


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I. Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. 55 

des Alltags gewappnet ist, bringen weder Sturm und Kälte, noch 
Sonnenglut und Anstrengungen fühlbare Einflüsse zuwege. M en 
jedoch ererbte oder erworbene Lebensschwäche, wen irrationeller 
Lebenswandel oder eine vorhergegangene anderweitige Erkrankung 
bereits angegriffen haben, den linden die überall auftauchenden ätio¬ 
logischen Momente in höherem Grade geneigt, disponibel, zum Er¬ 
kranken geeignet. Wie es Familien gibt, die durch Talente von 
Geschlecht zu Geschlecht gesegnet werden, in denen sich Gaben für 
Musik, Malerei und Dichtkunst oder die körperlichen Vorzüge der 
Kraft und Schönheit in Generationen forterben — so gibt es lang¬ 
lebige und kurzlebige, gibt es vorwiegend zur Gesundheit oder vor¬ 
wiegend zu bestimmten Krankheiten veranlagte Beschaffenheit der 
überkommenden Konstitution.“ Diese Stelle mag zugleich als Probe 
der glänzenden Diktion, in der die Rede sich bewegt, gelten. Wegen 
seines Inhalts sowohl als auch wegen seiner formalen Vorzüge hätte 
der vorliegende Vortrag verdient, in Massenauflagen hergestellt und 
zwecks Popularisierung der hygienischen Bestrebungen unserer Zeit 
in großem Maßstabe vertrieben zu werden. 

A. Grotjahn. 


Leyden, L. v.. Das Denken in der heutigen Medizin. Festrede, ge¬ 
halten am Stiftungstage der Kaiser Wilhelms-Akademie für 
das militär-ärztliche Bilduugswesen am 2. Dezember 1902. 
Hirschwald. Berlin. 28 S. (0,80 M.) 

In großen Zügen durcheilt der Vortragende die Geschichte der 
medizinischen Wissenschaft im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts. 
Er knüpft inhaltlich an die Rede an, die H. v. Helmholtz im Jahre 
1877 bei der nämlichen Gelegenheit und unter der gleichen Über¬ 
schrift gehalten hat. Der Vortrag endet mit einem Hinweis auf die 
Bedeutung der Krankenfürsorge und Krankenpflege, wie sie besonders 
durch die soziale Versicherungsgesetzgebung in den letzten Jahrzehnten 
einen mächtigen Impuls erhalten hat, und gewinnt so Beziehungen 
zur sozialen Medizin und Hygiene. 

A. Grotjahn. 

Sehmollev, G. f Uber einige Grundfragen der Sozialpolitik und der 
Volkswirtschaft sichre. Zweite, vermehrte Auflage. Leipzig. 
Duncker & Humblot. 393 S. (7,20 M.) 

Den Medizinern und Hygienikern, die ihre litterarische und 
wissenschaftliche Tätigkeit mit den Sozialwissenschaften und der 
Sozialpolitik in Berührung bringt, ist dringend zu empfehlen, nicht 
bei den vulgärökonomischen Anschauungen ihres Lebens- und Berufs- 


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D. Referate. 


kreises stehen zu bleiben, sondern sich auch mit den leitenden Ideen 
der modernen Nationalökonomie vertrant zu machen. Unter den 
Büchern, deren Lektüre zu diesem Zwecke unentbehrlich ist, steht 
das vorliegende an erster Stella Die erste Hälfte des Werkes 
wird ausgefüllt durch den Wiederabdruck von Schmoller’s be¬ 
rühmtem „Offenen Sendschreiben an Herrn Professor Heinrich 
von Treitschke“ über „Einige Grundfragen des Rechts und der 
Volkswirtschaft“, das zwar zuerst im Jahre 1874 erschienen ist, aber 
auch gegenwärtig noch nichts an Aktualität eingebüßt hat. Die 
Gespenster des Manchester-Liberalismus, die ja gerade unter uns 
Ärzten noch häufig umgehen, werden hier gründlich ansgetrieben. 
Der zweite Aufsatz ist philosophischer Natur und behandelt die 
„Gerechtigkeit in der Volkswirtschaft“. Der dritte ist ein didak¬ 
tisches Kabinettstück, in dem „die Volkswirtschaft, die Volkswirt¬ 
schaftslehre und ihre Methode“ definiert und nach der logisch-formalen 
Seite abgehandelt werden. Der letzte Aufsatz endlich zeigt uns die 
„Wechselnden Theorien und feststehenden Wahrheiten im Gebiete der 
Staats- und Sozialwissenschaften und die heutige deutsche Volks¬ 
wirtschaftslehre“ in kurzen, scharfgezeichneten Umrissen. 

A. Grotjahn. 


Lexis, W. f Abhandlungen zur Theorie der Bevölkerungs- und Moral - 

Statistik. Mit 10 Abbildungen im Text. Jena. Gustav Fischer. 

V. 253 S. (6,00 M.) 

Von den zehn in diesem Bande vereinigten Abhandlungen sind es 
nur die zwei letzten, die ein allgemeineres Interesse erwecken: „Natur¬ 
gesetzlichkeit und statistische Wahrscheinlichkeit“ und „Naturwissen¬ 
schaft und Sozialwissenschaft“. Es gibt heute gewiß nicht wenige 
Schriften, die imstande sind, über Erkenntnisobjekt und Erkenntnis¬ 
mittel der Sozialwissenschaft Aufklärung zu geben, aber man kann 
nicht gerade sagen, daß ihre Resultate in das Bewußtsein nicht nur 
unserer Gebildeten, sondern der Forscher übergegangen sind. Darum 
verlohnt sich’s immer wieder, an der Hand eines so klaren und der 
Phrase abholden Denkers wie Lexis auf einige prinzipielle Punkte 
hinzuweisen. Leicht ist die Abgrenzung der Sozialwissenschaft von 
der Geschichte im engeren Verstände, als welche ja vor allem das 
Individuelle, das Einzig- und Eigenartige, das Einmalige, Niesich- 
wiederholende im gesellschaftlichen Geschehen behandelt, das Episo¬ 
dische mit dem Generellen gleich ausführlich berücksichtigt, mit mora¬ 
lischen Werturteilen operiert und nicht eher ruht, als bis es ihr gelingt, 
mit mehr oder weniger geistreicher, aber nie rein wissenschaftlicher 
Psychologie, kollektive Leistungen und Massenerscheinungen auf per- 


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I. Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. 


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sönliche Urheber znrückzuführen. Daß diese Betrachtungsweise äst he* 
tisch und moralisch, also der Tendenz der Werturteile nach, dann 
and wann befriedigen kann, versteht sich; auch ist sie unentbehrlich 
und erstreckt ihre Herrschaft auf den starrsten Rationalisten in den 
> unzähligen Äußerungen seines privaten und bürgerlichen Lebens; 
aber es bedarf keines weiteren Beweises, daß sie ein großes Loch 
hat und als unzulänglich empfunden wird. Denn neben dem historischen 
gibt es, mit Lexis zu reden, auch ein unhistorisches, im einzelnen nicht 
erzählbares Tun und Leiden der Menschen, das den Hintergrund des 
historischen Bildes und seine eigene Bedeutsamkeit besitzt Mit anderen 
Worten: es gibt anonyme Kräfte, die als wirkende Ursachen des gesell¬ 
schaftlichen Lebens in Anschlag zu bringen sind. Wissenschaftlich 
zugänglich sind sie nur, sofern ihre Wirkungen in Form relativ 
stetiger Erscheinungen auftreten, die entstehen „einesteils aus der 
generischen Beschränktheit der menschlichen Individualität, anderen¬ 
teils aber aus der Verbindung der Individuen und der Gesellschaft, 
die dem einzelnen einen Platz mit mehr oder weniger festen Be¬ 
ziehungen zu den übrigen Gliedern anweist und ihm dadurch in vielen 
Fällen eine empfundene oder nicht empfundene Zwangsführung mit 
engem Spielraum der Abweichung setzt. So wirkt die Masse der 
Gesellschaft wie das Schwungrad einer Maschine als Regulator der 
Bewegung der Einzelteile; die Veränderungen des Ganzen erscheinen 
als Entwicklungen von solcher Langsamkeit, daß man auf längere 
Strecken konstante Phasen annehmen darf.“ Die Masse als Erkenntnis¬ 
objekt, die Massenbeobachtung als Erkenntnismittel: jedermann weiß, 
daß Ziel und Methode der Sozialwissenschaften damit umschrieben 
sind. Scheinbar brauchen diese nur zu wollen, um Ergebnisse zu 
erzielen, die sich denen der Naturwissenschaften in bezug auf Sicher¬ 
heit und Verläßlichkeit nähern — an die Seite stellen, sagen die An¬ 
hänger Quetelet’s, welche von dem Glauben nicht ablassen, daß das 
Ideal der erklärenden (exakten) Naturwissenschaften auch für die 
Sozialwissenschaften gilt: die Aufstellung nämlich von Gesetzen, die, 
unter der Voraussetzung der Konstanz des Naturverlaufs, immer und 
überall gelten und die Antizipation kommender Ereignisse gestatten. 
So merkwürdig es ist: diese „exakten“, in der strengen Schule der 
naturwissenschaftlich-mathematischen Methodologie mündig gewor¬ 
denen Soziologen scheitern an dem elementaren Versehen, das soziale 
Phänomen, dieses komplizierte, kaum annähernd exakt zu beschrei¬ 
bende Produkt individueller und kollektiver (Gruppen-) Wirkungen 
innerhalb der Gesellschaft, mit dem eindeutig quantitativ bestimm¬ 
baren Phänomen der Naturforschung zu identifizieren. Deren Ideal 
ist, wie Lexis mit Recht nachdrücklich hervorhebt, die mathematisch- 
quantitative Darstellung der Veränderungen der materiellen Systeme 
in Zeit und Raum, ausgedrückt in fundamentalen Differentialgleichungen 


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D. Referate. 


der Dynamik, die als Veränderliche enthalten die Zeit- und die Raum¬ 
koordinaten von bewegten Punkten. Von allen Sozial wissen schäften ist 
es die Statistik, die diesem Ideale zustrebt: sie betrachtet die sozialen 
Phänomene, als ob sie nicht bewirkt und entstanden und auch keinen 
Zweck hätten; sie schließt bewußt ihre ätiologischen und teleologischen 
Bestandteile aus. Lexis faßt ihre Aufgabe in die Formel: sie hat ob¬ 
jektiv und zahlenmäßig das relativ (NB.) Stetige und Typische im 
Bestände und der Veränderung der menschlich-sozialen Erscheinungen 
zu konstatieren. Ihre quantitativen Aussagen betreffen also nur Er¬ 
scheinungsgruppen; diese mögen, so wenn sich’s um Sterblichkeits¬ 
oder Geburts- oder Krankheitsverhältnisse handelt, auf allerlei Weisen 
individualisiert werden; aber Einzelfälle werden von ihnen immer 
nur ganz vage erreicht, immer nur insofern, als sie ätiologisch 
oder (und!) teleologisch mit solchen verwandt sind, die unter einer 
statistischen Gruppe zusammen gefaßt werden. Dieser Nachweis ist 
die Hauptsache, aber meist sehr schwer; oft sogar vorläufig oder in 
alle Ewigkeit unmöglich; man zieht sich aber durch statistischen 
Aberglauben bequem aus der Affäre. Wer in der Logik zu Hause 
ist, dem wird die Misere der Statistik durch Reflexion auf den Begriff 
(oder Unbegriff?) des relativ Stetigen und Typischen klar: die 
strenge Wissenschaft, die exakte Naturforschung, kennt ihn nicht, da 
sie ihre Phänomene nur auf die Eigenschaften untersucht, die allen 
gemein sind, eben die quantitativen. Ich würde daher nie, wie das 
selbst Lexis tut, statistischen, auf Massenbeobachtungen fußenden An¬ 
gaben gegenüber von induktiven Schlüssen (!) sprechen. Denn 
die relative Stetigkeit in den Zahlenverhältnissen der statistischen 
Angaben erweckt die psychologische Erwartung: die ganz äußer¬ 
lich zu einer Gruppe zusammengefaßten Einzeltatsachen könnten 
wesentliche, kausal bedingte Momente der Übereinstimmung haben; 
es könnte also einmal gelingen, die ganz ungefähre (relative) nume¬ 
rische Allgemeinheit in eine rationelle überzuführen. Die Induktion 
bezeichnet eine Methode, die Erfahrung zu bearbeiten; der Schluß ist 
eine a priori-Funktion des Verstandes, bleibt von der Zahl der Fälle 
ewig unberührt und hat stets die hypothetische Form: Sofern B. C, D... 
A gleichen, gleichen sich auch ihre Verhaltungsweisen. Gegenüber 
dem Unfug, der mit statistischen Zahlen getrieben wird, w r ar es nötig, 
an einem Orte, an dem die Statistik eine so große Rolle spielt, an 
diese Grundtatsachen zu erinnern. Zahlen erklären selbst nichts, 
sondern wecken das Bedürfnis nach Erklärung. Lexis selbst ist sich 
natürlich dessen völlig bewußt. Er behandelt die Statistik als eine 
Art Vorstufe der Sozialwissenschaften und zweigt sie klar und scharf 
von ihrem kausalen und ihrem normativen Teile ab. Zu den kausalen 
Sozialwissenschaften gehört die Volkswirtschaftslehre; die auf Normen 
fußende Sozialethik bildet ihre Krone. Die betreffenden Abhand- 


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I. Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. 


59 


langen von Lexis geben darüber wertvolle Aufklärungen, die hier zu 
erörtern kein weiterer Anlaß vorliegt. 

& Saenger. 


Spiethoff, A., Die Krisentheorien von M. v. Tugan-Baranoicsky und 
L. Pohle. Sonderabdruck aus Schmoller’s Jahrbuch für Gesetz¬ 
gebung, Verwaltung und Volkswirtschaft. 28 S. 

Die Arbeit bietet weit mehr als eine Besprechung der Schriften 
der im Titel aufgeführten Autoren. Vielmehr gibt Spiethoff auf um¬ 
fassende Vorarbeiten gestützt eine eigene Krisentheorie, auf die an 
dieser Stelle natürlich nicht eingegangen werden kann. Die vor¬ 
liegende Arbeit sei aber deshalb hier erwähnt, weil in ihr ausführlich 
auf den von L. Pohle behaupteten Zusammenhang zwischen Krisen 
und Bevölkerungsvermehrung — und zwar in durchaus ablehnendem 
Sinne — eingegangen ist. 

A. Grotjahn . 


Ascher, Soziale Medizin und soziale Hygiene. Sonderdruck aus den 
enzyklopädischen Jahrbüchern der gesamten Heilkunde. Neue 
Folge. Band 2. 9 S. 

Auf eine Definition der Begriffe soziale Medizin und soziale Hy¬ 
giene verzichtet der Verfasser. Dafür weist er aber um so nach¬ 
drücklicher an der Hand der Resultate der preußischen Todesursachen¬ 
statistik auf den Wert einer sozialen Betrachtung der medizinischen 
und hygienischen Probleme hin. Die Beziehungen des sozialen Mi¬ 
lieus zu den Infektionskrankheiten, der Säuglingssterblichkeit, der 
Wehrfähigkeit usw. läßt er kurz Revue passieren. 

A, Grotjahn. 


Wa88errab, H., Soziale Frage, Sozialpolitik und Rarität. Leipzig. 

Duncker & Humblot. 27 S. (0,80 M.) 

Der Leser, der mit der Erwartung auf eine streng methodische 
Arbeit die vorliegende Schrift aufschlägt, wird durch die Lektüre 
enttäuscht werden. Denn er findet den Gefühlserguß einer wohl¬ 
meinenden Seele, die zwar die Segnungen einer auf rechtliche Basis 
gestellten Sozialpolitik willig anerkennt, aber noch nicht eingesehen 
hat, daß gerade die zunehmende Loslösung der Fürsorge für die 
Kranken, Schwachen und Armen aus dem Rahmen der hier in ungebühr¬ 
licher Weise gepriesenen kirchlichen Charitas das Wesen der modernen 
Sozialpolitik ausmacht und allein deren Selbständigkeit und unauf¬ 
haltsamen Fortschritt gewährleistet. 

A. Grotjahn. 


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60 D . Referate. 

Kriegei, F., Die Zusammenarbeit von Nationalökonomett und Ärzten 
auf dem Gebiete der Sozialstatistik. Sonderabdruck aus der 
Monatsschrift für soziale Medizin. Band 1. Heft 1. 

Das Spezialistentum ist zwar bezeichnend für die wissenschaft¬ 
liche Arbeit unserer Zeit, hat jedoch den gewichtigen Nachteil der 
Einseitigkeit und des mangelnden Gesamtüberblickes mit sich geführt. 
Ein Ausweg ergibt sich nur, wenn Forscher arbeitsteilig getrennter 
Gebiete sich zu gemeinsamer Arbeit vereinen, mag diese nun einem 
wissenschaftliche Fache oder dem Grenzgebiete mehrerer dienen. So 
haben denn auch in letzter Zeit Ärzte und Juristen, Ärzte und Schul¬ 
männer, Ärzte und Verwaltungsbeamte, Ärzte und Ingenieure und 
endlich auch Ärzte und Nationalökonomen diesen Weg mit 
zum Teil guten Erfolg beschritten. Der dadurch erzielte Gewinn 
kommt sowohl dem Hygieniker und Arzte wie auch dem National¬ 
ökonomen und Statistiker zu statten. Von diesem Gesichtspunkte 
aus sind dann die fünf wichtigsten Publikationen, zu denen sich in 
den letzten Jahren je ein Arzt mit einem Volkswirt zusammengefunden 
haben, einer kurzen Besprechung unterzogen. 

Autoreferat. 


Pag ei, J., Zur Geschichte der sozialen Medizin, besonders in Deutsch¬ 
land. Monatsschrift für soziale Medizin. Band 1. Heft 1, 2, 3. 

Die Arbeit hat das Verdienst, die sozialen Bestrebungen, die in 
den letzten Jahrzehnten auch von Medizinern im Anschluß an die 
soziale Versicherungsgesetzgebung verfolgt worden sind, mit der 
„sozialen Medizin“ Virchow’s und S. Neumann’s aus dem Jahre 
1848 in Verbindung zu bringen. Allerdings dürfte es übertrieben 
sein, wenn Pagel behauptet: „Die soziale Reform (nämlich der 
letzten Jahrzehnte) ist als Frucht von Keimen gereift, die aus¬ 
schließlich von Ärzten und zwar schon um die Mitte des 19. Jahr¬ 
hunderts gesät sind“; aber wohl gelingt ihm der Nachweis, daß in 
den lebhaften Erörterungen über die in Preußen in den 40 Jahren 
angestrebte Medizinalreform von freigesinnten Ärzten zahlreiche 
brauchbare Vorschläge zur Hebung der öffentlichen Gesundheit ge¬ 
macht worden sind, die zum Teil noch heute der Erfüllung harren. 
Der Verfasser bespricht sodann kurz die geschichtliche Entwicklung 
der Städteassanierung, des sozialen Versicherungswesens und der 
Volksheilstättenbewegung. Solange Pagel Historiker bleibt, kann 
man seiuen Ausführungen mit Interesse folgen. Wenn er aber zum 
Schluß die Befürchtung ausspricht, daß auf dem Gebiete der Sozial¬ 
politik für die unteren Bevölkerungsschichten schon zuviel des Guten 
geschehen sei, und eine Pause auf dem bisher beschrittenen Wege 
befürwortet, so verdient er hier den schärfsten Widerspruch. Das 


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I. Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. 


61 


sind Anschauungen,. die eigentlich in einer Zeitschrift für soziale 
Medizin keinen Platz finden sollten. — Der Abhandlung ist eine 
dankenswerte bibliographische Notiz über die Litteratur zur Medizinal¬ 
reform aus den Jahren 1842—1848 angefügt. 

A. Grotjahn. 


Bergman, J., Geschichte der Antialkoholl>estrebungen. Aus dem 
Schwedischen übersetzt, neu bearbeitet und herausgegeben 
von R. Kraut. Hamburg. Gebr. Lüdeking. 1. Lieferung. 
128 S. 

Eine interessante geschichtliche Arbeit, die die ersten Anfänge 
der Antialkoholbestrebungen von den ältesten Zeiten des Buddhismus 
bis zu den Reformbestrebungen des beginnenden 19. Jahrhunderts in 
England und Amerika schildert. Die Schrift zeigt eine erstaunliche 
Belesenheit und läßt gründliche Quellenforschung erkennen; wer 
historischen Sinn besitzt, wird das Original mit großer Befriedigung 
lesen. 

M. Bloch . 

Neumann, O., Die soziale Bedeutung der Militärmedizin. Aus: 
Medizinische Reform, sozialmedizinischeWochenschrift. XLJahr- 
gang. N. 18. 

Der Begriff „Militärmedizin“ erhielt mit dem Moment der allge¬ 
meinen Wehrpflicht eine soziale Bedeutung. Bei der engen Berührung 
zwischen Volk und Heer, bei dem Umstande, daß die Heeresangehörigen 
aus dem Volk hervorgehen, gewinnen die Ergebnisse der Aushebung 
zum Heere insofern eine soziale Bedeutung, als die Rekrutierungs¬ 
ergebnisse gewissermaßen den Maßstab der Volksgesundheit bilden. 
Je mehl* Taugliche bei der jährlichen Ersatzgewinnung gefunden 
werden, desto gesünder ist auch die Bevölkerung im allgemeinen. Die 
Militärhygiene ist ferner von dem Bestreben erfüllt, die ihrem Heere 
als gesund übergebenen Leute auch gesund zu erhalten und gesund 
wieder in das Volk zu entlassen. Die Armee ist nicht nur eine Schule 
der Erziehung, sie ist vor allem eine Schule der Gesundheitspflege. 
Die Militärhygiene durchsetzt alle Faktoren des Heeres mit hygie¬ 
nischen Prinzipien, dadurch wirkt sie sozialhygienisch. Es ist gewiß, 
daß sich nicht alle hygienischen Maßnahmen, die in der Armee leicht 
durchgeführt werden, auf die Bevölkerung anwenden lassen. 

Die Armee gibt somit ein gutes Beispiel in sozialhygienischer 
Beziehung — ein Beispiel, das bei der Volkshygiene nachgeahmt 
sichere Frucht tragen wird. Der vielgeschmähte Militarismus feiert 
hier Triumphe, die nur zur Nacheiferung anregen können. 

Aitforcfcr<it. 


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D. Keferate. 


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W. Roth’* Jahresbericht über die Leistungen und Fort¬ 
schritte auf dem Gebiet des Militärsanitätsiresens. 
Herausgegeben von der Redaktion der deutschen militärärzt¬ 
lichen Zeitschrift. XXVIII. Jahrgang. Bericht für das Jahr 
1902. Ergänzungsband zur deutschen militärärztlichen Zeit¬ 
schrift. Berlin. E. S. Mittler und Sohn. XXVIII. 185 S. 
(5,00 M.) 

Der Jahresbericht, der das gesamte Militärsanitätswesen der 
Kulturstaaten umfaßt, ist ein unentbehrliches Nachschlagebuch für 
alle, die sich mit der Militärmedi/.in zu befassen haben. Er gibt in 
Referaten Übersicht über alle Erscheinungen auf diesem Gebiete: 
Geschichtliches, Organisation, wissenschaftliche Tätigkeit, Gesundheits¬ 
pflege, Unterkunft, Ernährung, Bekleidung, Körperpflege, Desinfektion, 
Prophylaxe, Dienstunbrauchbarkeit, Armeekrankheiten, Militärkranken¬ 
pflege, Gesundheitsberichte, Marinesanitätswesen, Biographisches usw. 
Der vorliegende Band umfaßt 1402 Literaturangaben, also ein Be¬ 
weis, wie die Militärmedizin als Spezialgebiet der Medizin für mili¬ 
tärische Zwecke an der Hebung und Förderung ihrer wissenschaft¬ 
lichen Leistungsfähigkeit arbeitet. Organisatorische Veränderungen 
sind in England und Schweden aufgetreten, auch sie haben ihren 
Einfluß auf die Gestaltung der Militärmedizin, deren Wesenheit und 
Wirken durch die Organisation bedingt ist. Von wissenschaftlichen 
Publikationen ist die Bibliothek von Coler-Schjerning und die 
Veröffentlichungen der preußischen Medizinalabteilung zu erwähnen, 
sowie der Vortragszyklus: Ärztliche Kriegswissenschaft. Unter den 
Gesundheitsberichten spielen die amtlichen Friedensberichte eine große 
Rolle. Sie sind, wie längst bekannt, eine unerschöpfliche Fundgrube 
für medizinisch-wissenschaftliche Zwecke aller Art, vor allem soweit 
sie die internationale militärmedizinische Statistik in ihr Bereich 
ziehen. 

Wer sich mit dem Militärmedizinalwesen der Kulturstaaten näher 
befassen will, wird sich die Lektüre der Rot Irschen Berichte nicht 
entgehen lassen dürfen. 

O. Neumann. 


Neunzehnter Jahresbericht über die Fortschritte und 
Leistungen auf dem Gebiete der Hggiene. Jahr¬ 
gang 1901. Supplement zur deutschen Vierteljahrsschrift für 
öffentliche Gesundheitspflege. Band XXXIV. Herausgegeben 
von A. Pfeiffer. Braunschweig. Vieweg. 660 S. (12,00 M.) 

Er kommt spät, aber er kommt nicht zu spät, um nicht wegen 
seiner Vollständigkeit, Reichhaltigkeit und Genauigkeit das Lob aller 
derer, die auf ihn warten, zu verdienen. Läßt die gebotene Über- 


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I. Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. 


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sicht auch in den eigentlich sozialhygienischen Fragen vielfach im 
Stich, so ist dafür die Berichterstattung über die Fortschritte und 
Leistungen der chemischen, physikalischen und bakteriologischen 
Laboratoriumshygiene sowie über die Gesundheitstechnik um so aus¬ 
giebiger und eingehender. Auffallend lückenhaft ist aber das Ver¬ 
zeichnis der Gesetze und Verordnungen. 

A. Grotjahn, 


Sechs Verträge aus dem Gebiete der sozialen Medizin . 
Gehalten im Rostocker Ärzteverein. 1901/1902. Sonderabdruck 
aus der Münchener medizinischen Wochenschrift. München. 
J. F. Lehmann. 107 S. (3,00 M.) 

Im ersten Vortrage gibt Geffcken eine nationalökonomische 
und juristische Einführung in das Wesen und die Grundzüge der 
deutschen Arbeiterversicherung. Auch die komplizierte verwaltungs¬ 
technische Organisation der Versicherungskörperschaften wird in 
anschaulicher Weise geschildert. Sehr wohltuend berührt hier die 
Auffassung, daß die Beiträge der Arbeitgeber zu den Versicherungs- 
leistungen als ein dem Arbeiter gebührendes Äquivalent für die Aus¬ 
nutzung der Arbeitskraft, die im Lohne nicht zum Ausdruck komme, 
anzusehen sei. 

Im zweiten Vortrage behandelt F. Martius das Thema „In¬ 
validenversicherungsgesetz und Arzt“. Bezüglich der Beschaffung der 
Invalidisierungsatteste tritt er für das Prinzip der freien Arztwahl 
ein, wie er denn überhaupt fordert, „daß keinem Arzte die Möglich¬ 
keit verschlossen werde, praktisch an der Durchführung dieses großen 
Werkes (nämlich der sozialen Versicherungsgesetzgebung) mitzu¬ 
arbeiten“, dabei aber betont, „daß das nur möglich ist, wenn die 
Ärzte selbst den guten Willen haben, sich in die Eigenartigkeit der 
Materie einzuarbeiten und wenn sie Selbstzucht genug üben, um im 
Interesse ihrer Klienten, im Interesse des Standes, dem sie angehören, 
im Interesse der großen sozialen Gemeinschaft, der auch sie zu dienen 
berufen sind, sich den berechtigten Anforderungen zu fügen, die nun 
einmal von einer solchen Arbeit nicht zu trennen sind“. 

Für die freie Arztwahl tritt auch Lechler in dem dritten Vor¬ 
trage „Arzt und Krankenkasse“ ein an der Hand einer reichhaltigen 
Kasuistik der Vorkommnisse in den konfliktsreichen Verhandlungen 
der Ärzte mit den Krankenkassenvorständen. Besonders übersichtlich 
ist die Zusammenstellung der verschiedenen Beschlüsse, die die 
deutschen Ärztetage über die Kassenfrage gefaßt haben. 

Vom Standpunkte des Augenarztes teilt im vierten Vortrage 
A. Peters seine Erfahrungen auf dem Gebiete der Unfall- und In¬ 
validenversicherung mit, vom Standpunkte des Ohrenarztes 0. Körner 


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D. Referate. 


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im fünften Vorträge. Den Beschluß machen zwei kürzere Vorträge 
von R. Robert über die Schwierigkeiten bei der Auswahl der 
Kranken für die Lungenheilstätten und über den Modus der Aufnahme 
in dieselben (vergleiche diesen Jahresbericht, Band II, S. 116) und 
von W. Müller über Arzt und Unfallgesetz. 

Es war ein guter Gedanke, diese Vorträge in einer besonderen 
Ausgabe zusammenzustellen. Sie stellen so in ihrer Gesamtheit eine 
Art praktischen Leitfaden der sozialen Medizin dar. 

A. GrotJnhn. 


ii. 

Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 

Die Volkszählung am 1. Dezember 1900 im Deutschen 
Reich. Bearbeitet im Kaiserlichen Statistischen Amt. Sonder¬ 
abdruck aus Band 150 der „Statistik des Deutschen Reiches“. 
Berlin. Puttkammer und Mühlbrecht. 204 S. 

Das inhaltreiche Werk der deutschen Volkszählung des Jahres 
1900 liegt in zwei umfangreichen Folianten abgeschlossen vor. Der 
Umstand, daß diese Zählung an der Wende des Jahrhunderts statt¬ 
fand, gibt dem Referenten F. Zahn in der Einleitung der textlichen 
Darstellung Gelegenheit zu einem historischen Exkurse. Er schildert 
die Entwicklung und gegenwärtige Bedeutung der Volkszählung, Ein¬ 
richtung und Durchführung der Volkszählung von 1900 und die Volks¬ 
zählungen und verwandten Zählungen im Auslande an der Jahr¬ 
hundertwende. Die Ergebnisse der Volkszählung werden in folgenden 
Abschnitten behandelt : Größe der Bevölkerung, die Bevölkerung nach 
dem Geschlecht, Dichtigkeit der Bevölkerung, Bevölkerung in Stadt 
und Land, die Bevölkerung nach Haushaltungen, Alter und Familien¬ 
stand der Bevölkerung, Religion der Bevölkerung, die Bevölkerung 
nach der Muttersprache, Reichsangehörige und Reichsausländer, Ge- 
bürtigkeit der Bevölkerung. Wohngebäude im Reich, die Bevölkerung 
nach Gerichts-, Wahl-, Zoll- und kirchlichen Bezirken, die Bevölke¬ 
rung auf den deutschen »Schiften im Auslande und endlich die Be¬ 
völkerung des Reiches und des Auslandes im 19. Jahrhundert, Zahl¬ 
reiche Diagramme und Kartogramme erleichtern die Veranschau¬ 
lichung des in den Tabellen niedergelegten Zahlenmaterials. Über 
die Ergebnisse der Volkszählung auch nur in gedrängtester Form 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


65 


berichten, hieße die diesem Jahresberichte gesteckten Grenzen weit 
ttberschreiten. So soll denn nur eines der vielen auch für den 
Hygieniker interessanten Kapitel berührt werden, das die so viel 
schon diskutierte Frage des „Zuges nach der Stadt“ betrifft. Am 
1. Dezember 1900 verteilte sich die Bevölkerung des Deutschen Reiches 
folgendermaßen : 


Einwohner 

Zahl 

Gemei 

absolut 

der 

inden 

Prozent 

Bevölkerung 
absolut | Prozent 

I. Ländliche Gemeinden: 



! 


weniger als 100 

16035 

20,84 

868211 

1,54 

100 bis unter 500 

41 211 

53,55 

10386172 

18,42 

500 bis unter 1000 

11616 

15,09 

8012 012 

14,21 

1000 bis unter 2 000 

4 737 

6,16 | 

6 467 708 

11,47 

ländliche Gemeinden 

73599 

95,64 

25 734 103 

45,65 

II. Städtische Gemeinden: 





2 000 bis unter 5 000 (Landstädte) 

2 269 

2,95 

6815 853 

12,09 

5 000 bis unter 20 000 (Kleinstädte) 

864 

1,12 

7 585495 

13,46 

20 000 bis unter 100 000 (Mittelstädte) 

194 

0,25 

7 111447 

12,61 

100 000 und mehr (Großstädte) 

33 

0,04 

9 120 280 

16,18 

städtische Gemeinden 

3 360 

4,36 

30633075 

54,35 

Gesamtsumme 

76 959 

100,00 

56367178 

100,00 


Zwar sind 95,64 Proz. der Gemeinden ländliche, aber nur von 45,65 Proz. 
der Gesamtbevölkerung bewohnt, 4,36 Proz. städtischer Gemeinden 
dagegen von 54,35 Proz., davon 0,04 Proz. großstädtische von 16,18 
Proz. der Gesamtbevölkerung. Die allmähliche Entwicklung dieser 
Tendenz zur Bevölkerungskonzentration in den Städten und die ihres 
Gegenstücks, die Entvölkerung ländlicher Gemeinden, läßt sich bis zum 
Jahre 1871 zurückverfolgen, was nachstehende Tabelle (Seite 66) ver¬ 
anschaulicht. Danach ist die ländliche Bevölkerung seit 1871 relativ 
wenigstens im Rückgang, die städtische im Anwachsen begriffen; seit 
1895 ist dieser Rückgang resp. Fortschritt auch absolut. Darauf ließ 
schon das Ergebnis der Gewerbezählung von 1895 schließen, das eine 
Abnahme der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und eine Zunahme 
dieser in Industrie und Handel konstatierte. Wir sehen in diesen 
Zahlen einen statistischen Niederschlag der industriellen Gestaltung 
des Wirtschaftslebens. 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 5 


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66 


D. Referate. 


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Landbevölkerung 

Stadtbevölkernng 

Zahl der 

Jahr 

(Bevölkerung der Gemeinden 
bzw. Wonnplätze mit 
weniger als 2000 Ein¬ 
wohnern) 

(Bevölkerung der Gemeinden 
bzw. Wohnplätze mit min¬ 
destens 2000 Einwohnern) 

Gemeinden 
bzw. Wohn¬ 
plätze von 
2000 und 
mehr Ein- 


absolut 

Prozent 

absolut 

Prozent 

wohnern 

1871 

26 219352 

63,9 

14 790 798 

36,1 

2 328 

1875 

26070188 

61,0 

16657172 

39,0 

2 528 

1880 

26513 531 

58,6 

18 720 530 

41,4 

2 707 

1885 

26376927 

56,3 

20478 777 

43,7 

2 771 

1890 

26185241 

53,0 

23 243229 

47,0 

2891 

1895 

26 022 519 

49,8 

26 257 382 

50,2 

3095 

1900 

25 734 103 

45,7 

30633075 

54,3 

3 360 


F. Kriegei. 


Die Bevölkerung des Deutschen Reichs im 19. Jahr¬ 
hundert auf Grund der deutschen und der inter¬ 
nationalen Bevölkerungsstatistik. Referent: F. Zahn. 
Sonderabdruck aus den Vierteljahrsheften zur Statistik des 
Deutschen Reichs. Jahrgang 1902. Heft 1. p. 161—226. 

In großen Zügen wird ein Bild von der Entwicklung der Be¬ 
völkerung des Deutschen Reiches im vorigen Jahrhundert gegeben, 
und zwar auf Grund eines Materials, das die bis 1816 zurück¬ 
reichenden Volkszählungen und die von 1841 an geführte Statistik 
der Bevölkerungsbewegung bieten. Zahn’s Untersuchung be¬ 
schränkt sich nicht nur auf das Reich, sondern zieht auch die ein¬ 
zelnen Bundesstaaten und das Ausland in den Kreis der Betrachtung 
und zeigt uns als Ursache ihres Entwicklungsganges die Bevölkerungs¬ 
bewegung und wiederum als deren wesentliche Elemente: die 
Bewegung der Eheschließungen, Geburten und Sterbefalle. Be¬ 
trachtet man die Bevölkerungsentwicklung innerhalb des ganzen 
Jahrhunderts, so zeigt sich, daß außer Berlin, Bremen und Hamburg 
in erster Reihe industrielle Gebiete wie das Königreich Sachsen, 
Rheinland, Westfalen, die beiden Reuß, sodann aber auch landwirt¬ 
schaftliche Gebiete des preußischen Ostens, Ost- und Westpreußen, 
Brandenburg, Pommern, Posen und Schlesien, auch die Provinz Sachsen 
an Bevölkerung am stärksten gewachsen sind. Anders dagegen, wenn 
man einzelne Perioden des Jahrhunderts herausgreift: hierbei weist 
der preußische Osten und Mecklenburg in der ersten Hälfte des Jahr¬ 
hunderts ein schnelleres Tempo des Wachstums auf als in der 
zweiten; umgekehrt verhalten sich die Bezirke mit großstädtischer und 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität 


67 


Großindustrieller Entwicklung. Im Vergleiche mit anderen europäi¬ 
schen Staaten zeigt Deutschland im Laufe des Jahrhunderts eine 
große Zunahme der Bevölkerungszahl und Bevölkerungsdichtigkeit. 
Interessant ist, daß der Geburtenüberschuß im Reich wie in den 
Bundesstaaten in den einzelnen Jahrzehnten durchweg höher ist als 
die Ziffer der tatsächlichen Zunahme. Das ist die Folge des starken 
WanderungsVerlustes von über 5 Millionen, den Deutschland im 
letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erlitten hat, und an dem vor¬ 
wiegend landwirtschaftliche Gebiete partizipieren. In bezug auf Be¬ 
völkerungsvermehrung nimmt Deutschland unter den europäischen 
Staaten eine mittlere Stellung ein; sie ist bei relativ hoher Geburten- 
und relativ niedriger Sterbeziffer eine ziemlich regelmäßige und 
rasch fortschreitende. Innerhalb des Reiches ist die Heiratshäufig¬ 
keit im mittleren und nördlichen Deutschland größer als im Süden. 
Geburtenreich sind die östlichen Provinzen mit ihrer stark slavischen 
Bevölkerung, aber auch industrielle Gebietsteile des Westens und 
Südens; geburtenarm sind neben Mecklenburg und Elsaß-Lothringen 
die von Wanderungen stark beeinflußten städtischen Bezirke Berlin, 
Hamburg, Lübeck und Bremen. Die Sterblichkeit ist am geringsten 
im Westen, dann folgt der Norden und Mitteldeutschland, groß ist 
sie im Osten und Süden. Die niedrigen Ziffern der großstädtischen 
Bezirke sind wohl in der Hauptsache ihrer an jüngeren Altersklassen 
reichen Alterszusammensetzung zuzuschreiben. Seit den 70 er Jahren 
zeigt Deutschland in allen seinen Teilen eine starke Abnahme der 
Sterblichkeit. 

F. Kriegei . 


Eheschließungen , Geburten und Sterbefälle im Jahre 1901. 
Referent: F. Zahn. Sonderabdruck aus den Vierteljahrsheften 
zur Statistik des Deutschen Reiches. XII. 1. p. 100—214. 

Die Statistik des Jahres 1901 bietet zum erstenmal eine Er¬ 
weiterung des bisher üblichen Rahmens durch Nachweise über Alter, 
bisherigen Familienstand, Religionsbekenntnisse der Eheschließenden, 
über Mehrlingsgeburten und Mehrlingskinder, sowie über Alter der 
Gestorbenen für das ganze Reich. Im Jahre 1901 wurden 468329 
Ehen geschlossen, 2097838 Kinder (inkl. tote) geboren — 1080180 
Knaben und 1017656 Mädchen, das sind 106.1 Knaben auf 100 Mäd¬ 
chen — davon unehelich 179683, das sind 8,57, und tot 65525, das 
sind 3,13 Proz. der überhaupt Geborenen. Es starben 1240014 Per¬ 
sonen (inkl. Totgeborene), 649963 männliche, 590046 weibliche. Die 
Eheschließungsziffer betrug 8,24 (1900: 8,51; 1899: 8,55), die Geburten¬ 
ziffer 36,89 (36,79; 37,11), die Sterbeziffer 21,81 (23,23; 22,68); der 
Geburtenüberschuß belief sich auf 15,09 (13,56; 14,43), eine Ziffer, 

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D. Referate. 


B8 

die seit 1872 nur zweimal, 1896 mit 15,47, 1898 mit 15,59, übertroffen 
wurde. Vergleicht man diese Ziffern von 1901 mit denen des Aus¬ 
landes im gleichen Jahre, so ergibt sich 



Ehe¬ 

schließungs¬ 

ziffer 

Geburten¬ 

ziffer 

Sterbeziffer 

Geburten¬ 

überschuß 

Deutschland 

8,2 

35,7 

20,7 

15,1 

Ungarn 

8,8 

37,9 

25,5 

12,4 

Schweiz 

7,6 

29,1 

18,0 

11,1 

Frankreich 

7.9 

22,2 

20.3 

1,9 

Niederlande 

7,8 

32,6 

17,4 

15,2 

Dänemark 

7,2 

29,9 

15,8 

14,1 

Schweden 

Groß- 

6,0 

26,7 

15,9 

10,8 

Britannien 

7,8 

28,6 

17,0 

11,6 

Irland 

5,0 

i 

| 22,7 

1 

17,8 

4,9 

1 

1 


Im zehnjährigen Verlaufe wesentlich gesunken ist die Sterbeziffer in 
Ungarn (1892: 35,02) und gestiegen der Geburtenüberschuß (1892: 
5,3). Von besonderem Interesse sind zwei Tabellen, deren eine die 
Zahl der ehelichen Geburten des Jahres 1901 mit der Zahl der 
gebärfähigen verheirateten Frauen, deren andere die Zahl der un¬ 
ehelich Geborenen mit der der nicht verheirateten Frauen im gebär¬ 
fähigen Alter in Beziehung setzt und für die einzelnen Bundesstaaten, 
bzw. Landesteile berechnet. Danach kommen auf 100 Ehefrauen 
im gebärfähigen Alter im Reichsdurchschnitt 25,76, auf 1000 nicht 
verheiratete Frauen im Alter von 16—50 Jahren im Reichsdurch¬ 
schnitt 29,4 Geburten. Höhere Prozentsätze der ehelichen Geburten 
weisen auf: Westfalen, Westpreußen, Polen, Rheinland (je über 30Proz.), 
Ostpreußen, Schlesien, Hohenzollern, Bayern, Württemberg (27—30 Proz.), 
geringere Berlin, Hamburg, Lübek, die beiden Mecklenburg, Branden¬ 
burg, Braunschweig, Anhalt, Schaumburg-Lippe (15—21 Proz.). Den 
höchsten Promillesatz unehelicher Geburten zeigten Sachsen-Altenburg 
(50,4), Sachsen (46,9), dann folgen Reuß j. L. (44,6), Sachsen-Meiningen 
(43,1), Schwarzburg-Rudolstadt (42,5), Bayern (42,0). Mehrlingsgeburten 
waren 1901: 26369, das sind 12,7 Proz. der Geburten, zu verzeichnen; 
diese waren außer 241 Drillings- und 1 Vierlingsgeburt (Baden) 
Zwillingsgeburten. An den Sterbefällen partizipieren am meisten 
die Kinder. 35,8 Proz. aller im Jahre 1901 Gestorbenen waren noch 
nicht 1 Jahr alt, 

F. Kriegei. 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


69 


May et, P., 25 Jahre Todesursachenstatistik. Vierteljahrshefte zur 
Statistik des Deutschen Reiches. 1903. III. S. 162—177. 

Die Städte werden in die acht aus dem „Statistischen Jahrbuch 
für das Deutsche Reich“ bekannten Gebiete zusammen gefaßt; es 
werden die Ziffern für 1877—1901 nach einzelnen Jahren und 
nach Lnstren mitgeteilt. Die allgemeine Sterblichkeit ist von 29,6 
in den Jahren 1877—1881 auf 24,4 im letzten Jahrfünft zurück¬ 
gegangen. Diese Abnahme „ist ein Ergebnis des Fortschritts auf 
vielen Kulturgebieten. Sie ist ein Ruhmesblatt in der Geschichte 
der deutschen Städte und der der Medizin, aber auch die Gesetz¬ 
gebung darf einen breiten Teil des Erfolges beanspruchen.“ Nur der 
Brechdurchfall und die akuten Darmkrankheiten weisen eine Zu¬ 
nahme auf (die bösartigen Neubildungen sind nicht im Schema der 
Städtestatistik); Referent möchte dies mehr mit einer genaueren 
Erhebung der Todesursachen als mit einer tatsächlichen Vermehrung 
derartiger Krankheitsfälle erklären, da ja die Kindersterblichkeit in 
den deutschen Städten beträchtlich abgenommen hat. Erwähnens¬ 
wert ist, daß noch 1901 in 59 Orten Norddeutschlands mit mehr als 
15000 Einwohnern die Sterbefälle ohne jede ärztliche Mitwirkung 
aufgenommen wurden; in Süddeutschland war dies in keiner Stadt 
der Fall. Fi prinztng. 

Preußische Statistik. Heft 177. Die endgültigen Ergebnisse der 
Volkszälüung vom 1. Dezember 1000 im preußischen Staate sowie 
in den Fürstentümern Waldeck und Pyrmont, nebst einem akten¬ 
mäßigen Bericht über die Ausführung dieser Zählung. Berlin, 
Verlag des Königlichen Statistischen Bureaus. I. Teil: Flächen¬ 
inhalt, Gemeindeeinheiten, Wohnstätten, Haushaltungen. Anstalten, 
ortsanwesende Bevölkerung nach Religionsbekenntnis, Staatsan¬ 
gehörigkeit. LXII. 431 S. (12,60 M.) II. Teil: Gebürtigkeit, 
Blinde, Taubstumme, Arbeitsort und Wohnort. 539 S. (13,80 M.) 
III. Teil: Die Muttersprache der Bevölkerung. 1902. XXVIII. 
432 S. (11,60 M.) 

Das die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 
enthaltende 177. Heft der preußischen Statistik liegt, nachdem dem 
zuerst erschienenen dritten Teile der erste und zweite gefolgt sind, 
abgeschlossen vor. Eingeleitet wird das fast ausschließlich Tabellen 
enthaltende Heft in seinem ersten Teile mit Berichten über die Vor¬ 
arbeiten und die Ausführung der Volkszählung, Mitteilungen der 
königlichen Regierungspräsidenten sowie des Magistrats zu Berlin 
über die bei der Volkszählung in Preußen gemachten Wahrnehmungen 
und einer gutachtlichen Äußerung des königlichen statistischen Bu¬ 
reaus. Ihnen folgen tabellarische Übersichten über die wichtigsten 


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70 


D. Referate. 


Ergebnisse der Volkszählung im preußischen Staate. Dieser Haupt¬ 
übersicht entnehmen wir, daß die ortsanwesende Bevölkerung 34472509, 
16 971425 männliche und 17 501084 weibliche Personen umfaßte. Nach 
dem Zusammenleben gruppierte sich die Bevölkerung wie folgt: 



Männliche 

Personen 

Weibliche 

Personen 

Zusammen 

In Einzelhaushaltungen 

160240 

355892 

516 132 

„ Familienhaushaltungen 

16011207 

16 951137 

32 962 344 

„ Anstaltshaushaltungen 

799 978 

194 055 

994033 


In 4923 Anstalten für Heilung und Krankenpflege, Invaliden- und 
Altersversorgung (außerhalb der Armenpflege) und öffentliche Armen¬ 
pflege befanden sich 161823 Personen, 81268 männliche, 80 555 weib¬ 
liche. Außerdem ist hier noch von Interesse eine Tabelle der Blinden 
und Taubstummen (p. XLIX): 



Überhaupt 

1 Männliche 

1 Personen 

i 

Weibliche 

1 Personen 

i 

1. Blinde 

21356 

11054 

10302 

davon: seit frühester Jugend 

4 992 

2 734 

2 258 

später geworden 

15183 

7 752 

7 431 

ohne Angabe 

1181 

568 

613 

2. Blinde und Taubstumme 

215 

114 

101 

davon: seit frühester Jugend 

110 

64 

46 

später geworden 

85 

38 

47 

ohne Angabe 

20 

12 

8 

3. Taubstumme 

31278 

16 975 

14 303 

davon: seit frühester Jugend 

23510 

12 746 

10 764 

später geworden 

4 679 

2 535 

2144 

ohne Angabe 

3089 

1694 

1395 

Zusammen 

52 849 

28143 

24 706 


K Kriegei . 


Preußische Statistik . Heft 178. Die Geburten, Eheschließungen 
und Sterbefälle im preußischen Staate ivährend des Jahres 1901. 
XXII. 612 S. Berlin. Verlag des Königlichen statistischen 
Bureaus. (16,00 M.) 

Die Einleitung berichtet über nachträgliche Beurkundung von 
Geburten und Sterbefällen und gibt die allgemeinen Ergebnisse und 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


71 


eine Hauptübersicht über die im preußischen Staate während des 
Jahres 1901 vorgekommenen Geburten, Eheschließungen und Sterbe¬ 
falle. Dann folgen umfangreiche Tabellen; das Material ist sowohl 
für die sämtlichen Gemeindeeinheiten als auch für die Städte, für die 
Landgemeinden und Gutsbezirke und für die Städte und Land¬ 
gemeinden über 20000 Einwohnern bearbeitet. Geboren wurden in 
Preußen im Jahre 1901 1301092 Kinder, es kamen 288507 Ehe¬ 
schließungen und 754388 Sterbetalle vor; die Geburtsziffer betrug 
37,7, die Heiratsziffer 16,7, die Sterbeziffer 21,9. Die Geburtsziffer 
hatte ihren höchsten Stand im Jahre 1875 mit 42,8, den sie seitdem 
nicht wieder erreicht hat, sie ist im allgemeinen auf dem platten 
Lande höher als in den Städten, sie betrug 1901 in den Städten 34,5, 
auf dem Lande 40,2 und ist dort seit 1898 gefallen, hier gleichgeblieben. 
Dagegen war die Heiratsziffer der Städte stets größer als die des 
platten Landes. Die Sterbeziffer belief sich 1901 für die Städte auf 
21,9, für das Land auf 22,0. Die durchschnittlichen Sterbeziffern 
(mit Einbeziehung der Totgeburten) betrugen für die einzelnen Jahr¬ 
zehnte seit 1816. 


1816-1820 . 

. . . 29.1 

1861—1870 . . . 

. 28.9 

1821—1830 . 

. . . 28.3 

1871—1880 . . . 

. 28,3 

1831—1840 . 

. . . 30.5 

1881—1890 . . . 

. 26.3 

1841—1850 . 

. . . 29.3 

1891—1900 . . . 

. 23.3 

1851—1860 . 

. . . 29.3 

1901. 

. 21,9 


Eine erhebliche Abnahme der Sterblichkeit ist erst seit 1873 zu 
konstatieren. Trotz beständiger Zunahme des Geburtenüberschusses 
blieb die wirkliche Volkszunahme bis 1895/1900 hinter der natür¬ 
lichen Vermehrung zurück, da die Auswanderung bis dahin be¬ 
deutend größer war als die Einwanderung. Es betrug 


im Jahre 

die 

wirkliche 

Zunahme 

die 

natürliche 

Be¬ 

völkerungs- 

Vermehrung 

die natürliche 
Bevölkerungs¬ 
vermehr un£ mehr 
(-]-) oder weniger 
(—) als die wirk¬ 
liche Vulkszunahme 

1867/1871 

6,6 

9,4 

+ 2,8 

1871/1875 

11,0 

12,7 

+ 1.7 

1875/1880 

11,9 

13.9 

+ 2.0 

1880/1885 

7,6 

12,0 

+ 4.4 

1885/1890 

11,6 

13,4 

+ 1 .« 

1890/1895 

12,7 

14.3 

-|- 1.6 

1895/1900 

16,4 

15,7 

— 0.7 


ln der Volkszählungsperiode 1895/1900 hat Preußen zum erstenmal 
einen Mehrbetrag der Einwanderung über die Auswanderung von 
rund 43000 Seelen zu verzeichnen. f. kH egel. 


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72 


D. Referate. 


Statistisches Handhuch für den Preußischen Staat, Heraus- 
gegeben vom Königlichen Statistischen Bureau. Band IV. 
Berlin. Verlag des Königlichen Statistischen Bureaus. XXII. 
685 S. (5,00 M.). 

Während Publikationen des preußischen statistischen Amts wie 
die „Statistische Korrespondenz“, die „Zeitschrift“ und die „Preußische 
Statistik“ statistische Ergebnisse möglichst rasch zu verwerten suchen, 
sieht das „Statistische Handbuch“, wie Präsident Blenck in der von 
ihm verfaßten Vorrede ausführt, seine Aufgabe darin, „die zahlen¬ 
mäßig darstellbaren Tatsachen des preußischen Staates für das je¬ 
weilig letzte Jahrfünft zu fortlaufenden festgeprägten Bildern zu ver¬ 
einigen. Das Werk erfüllt so den Zweck, dem öffentlichen Leben 
ein übersichtliches, die vergleichende Wirkung der einander folgenden 
Zeitabschnitte erleichterndes Nachschlagebuch zu bieten, welches 
freilich nicht imstande ist, den weiter im Jahrfünft zurückliegenden 
statistischen Abschlüssen mit der Veröffentlichung unmittelbar zu 
folgen. Dafür ermöglicht es aber um so mehr, eine vollständige und 
einheitliche Schilderung der durch die Statistik festgehaltenen Er¬ 
scheinungen im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben des 
preußischen Staates zu erreichen.“ Die stoffliche Anordnung des von 
von Woikowsky-Biedau redigierten Werkes ist im großen und 
ganzen die der früheren Bände. Außer einer systematischen Inhalts¬ 
übersicht ist dem Buche zwecks schneller Orientierung auch noch 
ein alphabetisches Sachregister beigegeben. 

F. Kriegei. 


Prinxing, F, f Die tödlichen Unglücksfälle in Preußen im Vergleich 
mit einigen anderen Staaten. Zentralblatt für allgemeine Ge¬ 
sundheitspflege. Band 22. S. 26—45. 

In Preußen werden die tödlichen Unfälle seit 1883 mit be¬ 
sonderer Sorgfalt erhoben; eine zusammenfassende Bearbeitung dieser 
Statistik hat bisher gefehlt. Die größte Zahl der tödlichen Unfälle 
haben unter den europäischen Staaten die Schweiz, England, Nor¬ 
wegen und Schweden. Noch höhere Zahlen hat Schottland, dessen 
Ziffern nicht angeführt sind. Unter den preußischen Provinzen 
zeichnen sich Westfalen, Schlesien, Ost- und Westpreußen aus, die 
beiden ersteren Provinzen infolge der zahlreichen Unfälle in den 
Bergwerken, die letzteren wegen des häufigeren Ertrinkens. Es 
ist ferner die Häufigkeit der Unfälle bei Kindern und Erwachsenen, 
die Art des Unfalls, der Einfluß von Familienstand und Beruf, die 
Verschiedenheit von Stadt und Land erörtert. 

Autoreferat . 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


73 


Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landes¬ 
kunde. Jahrgang 1902. Stuttgart. W. Kohlhammer. 291 S. 
(3,00 M.) 

Aus dem Bande sind für den Jahresbericht die Denkschrift des 
statistischen Landesamtes über „die Fleischteuerung des Jahres 1902“ 
zu erwähnen, die im Auftrag des Ministeriums ausgearbeitet wurde, 
und „die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900“, die 
Losch in seiner bekannten anregenden Art bearbeitet hat. Er führt 
dabei aus, daß der jahrzehntelang in Württemberg am stärksten her¬ 
vortretende Unterschied zwischen Altwürttemberg und den später 
damit vereinigten Bezirken heute viel weniger maßgebend sei als der 
Unterschied von Stadt und Land. Die Verschiebung der Bevölkerung 
nach den Städten, die seit einigen Jahrzehnten große Fortschritte 
macht, zeigt sich deutlich darin, daß bei der Volkszählung von 1900 
nur in den Gemeinden von mehr als 2000 Einwohnern eine Zunahme 
gegen 1895 zu verzeichnen ist, während in den Gemeinden mit 
weniger als 2000 Einwohnern die Bevölkerung abgenommen hat. Es 
hat 1900 auch eine sich über das ganze Land erstreckende Aufnahme 
der Wohnungsverhältnisse stattgefunden. Eingehend befaßt sich 
Losch mit dem Austausch der Bevölkerung Württembergs mit an¬ 
deren deutschen Staaten; er wirft dabei die Frage nach der Qualität 
dieses Austausches auf; aus dem bisherigen Material läßt sich nicht 
feststellen, ob Württemberg dabei gewinnt oder verliert. Auch eine 
Erhebung der Blinden und Taubstummen wurde angestellt, außerdem 
eine solche der Erwerbstätigen, die einen anderen Wohn- als Arbeits¬ 
ort haben. 

F. Prtnztng. 


Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landes¬ 
kunde. Jahrgang 1903. 1. Heft. Stuttgart. W. Kohl¬ 

hammer. 176 S. (3,00 M.) 

Das Heft enthält Aufsätze über die Statistik der landwirtschaft¬ 
lichen Bodenbenutzung und Ernteertrags in Württemberg im Jahre 
1901, über die Gebilde der Eiszeit in Südwestdeutschland, über die 
Geschichte des allgemeinen Kirchenguts in Württemberg (insbesondere 
über die Säkularisation der Kirchengüter unter Herzog Ulrich und 
über die Behandlung der Frage unter Herzog Christof), über das 
Volksschulwesen in Stuttgart von der Reformation bis zum Anfang 
des 19. Jahrhunderts und über die Leineweberei in Leutkirch. 

F. Prlnzitig. 


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74 


D. Referate. 


Lang, H., Die Entwicklung der Bevölkerung in Württemberg und 
Württembergs Kreisen, Oberamtsbezirken und Städten im Laufe 
des 19. Jahrhunderts. Neumann’s Beiträge. Band VII. Tü¬ 
bingen. H. Laupp. 247 S. (9,00 M.) 

Die geringe Zunahme der Bevölkerung Württembergs im Ver¬ 
hältnis zu anderen deutschen Staaten hat mehrfach die Aufmerksam¬ 
keit der Statistiker auf sich gelenkt, und es ist daher eine Geschichte 
der Entwicklung der Bevölkerung Württembergs, die mit weiter 
zurückliegenden Zeitperioden beginnt, sehr willkommen. Die Ursache 
der geringen Zunahme liegt weniger in der Abnahme der Geburts¬ 
ziffer, die ja auch in anderen Teilen des Reiches sich bemerklich 
macht, als in der großen Auswanderung, wie sie in ähnlicher Höhe 
nur in wenigen Gebieten Deutschlands (Baden, Elsaß-Lothringen, 
Hessen, Ostpreußen) getroffen wird. Die Zahl der während der Jahre 
1835—1895 Ausgewanderten war 605000, von denen etwa 400000 
übers Meer gingen. Der Verfasser erblickt in dieser überseeischen 
Auswanderung den Beweis dafür, daß es weniger ungünstige wirt¬ 
schaftliche Verhältnisse und Übervölkerung sind, die hierzu Ver¬ 
anlassung geben, als die alte Wanderlust des Schwaben. Auch die 
Binnenwanderungen waren in der fraglichen Zeit sehr intensive: die 
Bevölkerung drängt sich in den großen Städten und an den Haupt¬ 
bahnen zusammen, so daß nur hier die Bevölkerung in etwas rascherem 
Tempo zunimmt, während in den übrigen Teilen des Landes diese 
Zunahme eine viel langsamere ist und in manchen Gegenden (Jagst- 
kreis, Oberämter Spaichingen, Brackenheim, Waihingen) von 1856 bis 
1895 sich sogar eine Abnahme zeigt. prtnzing. 

Ilarpprecht , H. , Beiträge zur SelbstmordStatistik des Oberamts 
Tülnngen. Inaugural-Dissertation. Franz Pietzker. Tübingen. 
23 S. (0,80 M.) 

Die kleine Schrift enthält eine Zusammenstellung der Selbst¬ 
mordfälle in Tübingen aus den Jahren 1881—1900, wobei besonders 
zu berücksichtigen ist, daß Tübingen Universitätsstadt ist. Es kamen 
auf 10000 Einwohner in der Stadt 2,4 Selbstmordfälle, im übrigen 
Oberamt 1,2. Unter den Landgemeinden hat Gönningen, dessen Be¬ 
wohner wegen des ausgedehnten Samenhandels weit in der Welt 
herumkommen, die größte Selbstmordziffer. Von den 71 männlichen 
Selbstmördern, die in den Jahren 1881—1900 in der Stadt Tübingen 
gezählt wurden, waren 13 Studenten, 28 Ortsfremde und 1 Soldat, so 
daß nach Abzug der letzteren in der Stadt Tübingen nur 1,6 Selbst¬ 
mörder auf 10000 Einwohner kommen. Die häufigste Selbstmordart 
bei den Studenten ist Erschießen, Juristen und Theologen linden sich 
unter ihnen am zahlreichsten. *• 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


75 


Statistisches Jahrbuch für das Großherzogtum Baden. 

XXXIII. Jahrgang. 1902. Karlsruhe. Macklot’sche Druckerei. 

XX. 552 S. (6,00 M.) 

Der vorliegende 33. Jahrgang des badischen Jahrbuchs hat, von 
einigen unwesentlichen Änderungen abgesehen, Einrichtung und Inhalt 
seiner Vorgänger beibehalten. Er benutzt die endgültigen Ergeb¬ 
nisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900. Die die Bevölkerung, 
das soziale Versicherungswesen und die Gesundheitspflege behandeln¬ 
den Tabellen sind im zweiten, siebenten und achten Abschnitt unter¬ 
gebracht. Die Geburtenziffer war im Jahre 1900 34,2 (im Durch¬ 
schnitt 1891/1900 33,2; 1881/90 33,0), die Sterbeziffer 22,4 (1891/1900 
22,0; 1881/90 23,6), der Geburtenüberschuß also 11,8 (1891/1900 11,2; 
1881/90 9.4); für das Deutsche Reich betrug der Geburtenüberschuß 
13,6 (1891/1900 13,9; 188190 11,7); die Trauungsziffer war 8,3 
(1891/1900 7,7; 1881/90 6,8). Unfallverletzungen kamen 1900 2534 
vor, davon 155 mit tödlichem Ausgang. 5 mit völliger, 1036 mit teil¬ 
weiser, 1388 mit vorübergehender Erwerbsunfähigkeit. An Invaliden¬ 
rente empfingen 3700 Personen 534445 M., an Krankenrente 215 Per¬ 
sonen 31951 M., an Altersrente 501 Personen 72860 M. Unter den 
Invaliditätsursachen nimmt die Tuberkulose der Lungen die höchste 
Zahl in Anspruch: 1599, davon 531 weibliche Personen. Von den 
41566 Verstorbenen in Baden, das bekanntlich die allgemeine Toten¬ 
schau mit ärztlicher Angabe der Todesursache besitzt, waren 71.3 Proz. 
in ärztlicher Behandlung. 

F. Kriegel. 


Statistisches Jahrbuch für das Großherzogtum Hessen. 
Herausgegeben von der Großherzoglichen Zentralstelle für 
die Landesstatistik. 1. Ausgabe. Darmstadt. G. Jonghaus. 
XII. 318 S. (3,00 M.) 

Den bisherigen Publikationen der Zentralstelle für Landesstatistik, 
den „Mitteilungen“ und den umfangreicheren „Beiträgen zur Statistik 
des Großherzogtums Hessen” reiht sich als dritte, neueste das „Statisti¬ 
sches Handbuch“ an, das etwa von Jahrfünft zu Jahrfünft neu er¬ 
scheinen wird. Das Handbuch soll die bestehenden Veröffentlichungen 
dadurch ergänzen, daß es „in systematischer Anordnung und über¬ 
sichtlicher Form nicht nur die Nachweisungen aus den letzten Jahren 
zusammenstellt, sondern auch die Ergebnisse weiter zurückliegender 
Erhebungen vergleichend in Betracht zieht. Weiter soll es neben 
der amtlichen Statistik auch andere Nachweise berücksichtigen, ins¬ 
besondere Jahresberichte öffentlicher und privater Anstalten und den- 


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76 


D. Referate. 


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jenigen statistischen Stoff, der seither in den Akten der Behörden 
ruhte und der Öffentlichkeit unbekannt blieb.“ Daß das neue Werk 
damit einem wirklichen Bedürfnisse Rechnung trägt, ist unzweifelhaft. 
Jeder einzelne Abschnitt enthält Hinweise auf die benutzten Quellen. 

F. Krieg el. 


Die Volkszählung vom 1. Dezembei • 1900 im Bremischen 
Staate . I. Band. Einleitung. I. Teil: Bevölkerungsstatistik. 
Herausgegeben vom Bremischen Statistischen Amt. Bremen. 
G. A. v. Halem. XI. 291 S. 

Der Band, in dem Böhm er t einen Teil der Ergebnisse 
der von ihm im bremischen Staate mit äußerster Sorgfalt durch¬ 
geführten Volkszählung veröffentlicht, bringt einleitend Geographi¬ 
sches und Meteorologisches, Daten der ortsanwesenden Bevölkerung, 
diese im Vergleiche mit anderen Staaten und Großstädten, 
der vorübergehend Anwesenden und Abwesenden. Dann folgt die 
Statistik der bremischen Wohnbevölkerung mit den Kapiteln: Ent¬ 
wicklung der bremischen Wohnbevölkerung, Einheimische und aus¬ 
wärts Geborene im bremischen Staatsgebiet, die Bevölkerung nach 
Geschlecht, Alter und Familienstand, die Zugezogenen nach dem 
Geburtsorte und dem Jahre des Zuzugs, die Bevölkerung nach dem 
Beruf, die Bevölkerung nach Religion, Muttersprache und Staats¬ 
angehörigkeit, und ein Anhang: die Blinden und Taubstummen, die 
Bevölkerung nach Art des Zusammenlebens in den Haushaltungen 
und endlich Wohnort und Arbeitsort. Im Vorwort berichtet der 
Herausgeber über die Durchführung der Volkszählung und faßt die 
wichtigsten Ergebnisse zusammen, indem er mit wenigen Strichen 
den Entwicklungsgang der bremischen Wohnbevölkerung skizziert. 
Dabei ist er stets bemüht, der Kausalität der schwankenden Ziffern 
nachzuspüren, ihre wirtschaftliche Bedeutung zu erfassen, statistische 
Fakta mit wirtschaftlichen Erscheinungen in Beziehung zu bringen. 
Zu den Vorzügen des Buches gehören der die Tabellen begleitende 
Text und ein ausführliches alphabetisches Sachregister. 

F. Kriegei. 


Österreichische Statistik. Herausgegeben von der k. k. statisti¬ 
schen Zentralkommission. LXII. Band. Heft 3. Bewegung 
der Bevölkerung der im Beichsratc vertretenen Königreiche und 
Länder im Jahre 1899. Bearbeitet von dem Bureau der k. k. 
statistischen Zentralkommission. Wien. 1902. LXXV. 269 S. 
(10,00 Kr.) 

Im Jahre 1899 fanden 213 751 (1898: 199661) Eheschließungen 
statt. Die absolute Zahl der Eheschließungen hat erheblich zugenommen, 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


77 


ebenso ist eine Zunahme der Eheschließenden in den unteren Jahres¬ 
klassen und eine Abnahme in den höheren zu konstatieren. Geboren 
wurden 988439 (949979), davon totgeboren 28234 (26738). Ehelich 
Lebend- und Totgeborene gab es 827 981 (791885) und 22 766 (21371), 
unehelich Lebend- und Totgeborene 132 224 (131356) und 6468 (5367). 
Es waren zu verzeichnen 22524 lebend- und 1700 totgeborene Zwillinge, 
333 lebend- und 45 totgeborene Drillinge und 10 lebend- und 3 tot¬ 
geborene Mehrlinge. Sowohl bei den Zwillings- wie bei den Drillings¬ 
geburten waren die Knaben in der Überzahl. Sterbefalle kamen 
658269 (635115) vor. Von den Verstorbenen standen im Alter bis 
5 Jahren (inkl.) 301137 (299086), das sind 45,75 Proz. (47,09 Proz.), 
über 5 Jahren 357132 (336029), das sind 54,25 Proz. (52,91 Proz.); die 
Zunahme beträgt bei ersteren gegenüber dem Vorjahre 0,69 Proz., bei 
den letzteren 6,28 Proz. Betreffs der Mortalitätsursachen findet sich 
ziemliche Übereinstimmung der Ergebnisse des Berichtsjahres mit 
denen des Vorjahres (siehe Jahresbericht, Band II, S. 90). Besonders 
erwähnt sei noch, daß Tuberkulose als Todesursache im Gegensatz zum 
Vorjahre wieder eine Zunahme zeigt, die in Dalmatien (1898: 47,52, 
1899: 104,12 Promille) besonders auffällig ist. 

F. Krieget, 


Österreichisches Statistisches Handbuch für die im Heichs- 
rate vertretenen Köniyreicfie und Länder. Nebst 
einem Anhänge für die gemeinsamen Angelegenheiten der öster- 
reichich-ungarischen Monarchie. Herausgegeben von der kaiser¬ 
lich-königlichen statistischen Zentralkommission. XXI. Jahr¬ 
gang. 1902. Wien. 428 S. (6,00 M.) 

Wie die früheren, so bietet auch der diesjährige Jahrgang wieder¬ 
um einen reichhaltigen Stoff in übersichtlicher Gruppierung. Er zieht 
die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900 zur Be¬ 
trachtung heran und teilt auch schon die vorläufigen statistischen Er¬ 
gebnisse des Jahres 1901, für das detaillierte Angaben allerdings 
noch nicht vorliegen, mit. Besonderer Beschränkung im Kähmen der 
Darstellung unterliegt diesmal die Bewegung der Bevölkerung. Wir 
bringen hier einige Daten des Volkszählungsjahres. Im Jahre 1900 
wurden 214228 Trauungen vollzogen. Geboren wurden 995537 
(27598 tot) Kinder, von diesen waren 498230 ehelich-, 67219 unehe¬ 
lichgeborene Knaben, 469709 ehelich-, 63550 unehelichgeborene 
Mädchen. Es verstärken 658680, 337183 männliche, 321497 weibliche 
Personen, die Säuglingssterblichkeit betrug 223159, 124694 Knaben 
und 98465 Mädchen. Die Heiratsziffer war 8,19 gegenüber 8,20 im 
Vorjahre, die Geburtenziffer 37,01 (36,83), die Sterbeziffer 25,19 (25,25) 
und der Geburtenüberschuß 11,82 (11,58). 

F. Kriegei. 


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78 


D. Referate. 


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JE he, Geburt und Tod in der schweizerischen Bevölkerung 
während der Jahre 1871 — 1890. 3. Teil. 2. Hälfte: 
Die Todesursachen. Schweizerische Statistik. Lieferung 137. 
Bern. 75* und 163 S. 

Die Bearbeitung der Bevölkerungsbewegung in der Schweiz 
während der. Jahre 1871—1890, die von dem verdienstvollen Vor¬ 
stand des schweizerischen statistischen Bureaus Guillaume unter¬ 
nommen wurde, findet in dem vorliegenden Band ihren Abschluß. Die 
Todesursachenstatistik ist in der Schweiz durch die Bemühungen 
Guillaume’s und Schmid’s schrittweise zu immer größerer Voll¬ 
kommenheit geführt worden, so daß sie jetzt die beste von allen euro¬ 
päischen Staaten ist. Nach dem schweizerischen Zivilstandsgesetz 
von 1874 soll für jeden Sterbefall „die Todesursache, wenn möglich 
ärztlich bezeugt sein“. Nur langsam ließ es sich durchführen, daß 
bei allen Todesfällen die Ursache ärztlich beglaubigt wurde; 1890 
war dies jedoch bereits bei 91,7 Proz. der Gestorbenen der Fall. Da¬ 
durch, daß vom behandelnden Arzt die Todesursache seit 1891 in den 
größeren Städten und seit 1901 in der ganzen Schweiz nur im ver¬ 
schlossenen Kuvert abgegeben und in diesem uneröffnet an das 
statistische Bureau in Bern weiter geleitet wird, hat die Genauigkeit 
der Todesursachenstatistik ganz ungemein gewonnen. An dem reichen 
Inhalt des Werkes möchten wir hervorheben, daß dem Einfluß des 
Berufs auf die Sterblichkeit und auf die verschiedene Häufigkeit der 
Todesursachen eine sorgfältige Bearbeitung zuteil geworden ist. 

F. Frinzing. 


Forty-seventh Annual-Report of tlie Reyistrar-General 
on tlie Births, Deaths and Marriages registered in 
Scotland during the year 1901 and 37. Annual- 
Report on vaccination . Glasgow. 1902. 63 S. 

Dieser kurze Bericht enthält die Angaben der Bevölkerungsbe¬ 
wegung des Jahres 1901 für die schottischen Provinzen und Land¬ 
schaften und die Todesursachen für die acht Proviuzialhauptstädte, 
während die Angaben für die kleinen Bezirke in dem alljährlich er¬ 
scheinenden größeren „detailed Annual-Report“ sich finden. Die Ziffer 
der Eheschließungen, die 1893—1899 eine aufsteigende Tendenz zeigte, 
ging seitdem rasch zurück und war im Berichtsjahr 7,0 Promille. Die 
Geburtsziffer geht ebenfalls zurück und war 1901 29,5, so klein, wie 
noch in keinem Jahre seit 1855; die Sterbeziffer betrug 17,9. Unter 
den Todesursachen ist die Zunahme an Pockensterbefällen infolge der 
Epidemie in Glasgow zu erwähnen. Die Zahl der Impfungen geht 
in Schottland nicht zurück; von 118 401 lebenden Kindern wurden 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


79 


erfolgreich geimpft 94,16; bei 2,0 Proz. wurde die Impfung auf ärzt¬ 
liches Zeugnis verschoben, ohne Erfolg war sie bei 0,3 Proz., 0,38 Proz. 
waren zuvor geimpft und 3,1 Proz. waren verzogen. 9,94 Proz. der 
Geborenen sind ungeimpft gestorben. 

F. Prinzing . 


Stati stick van de Sterfte naar don Leeftljd en naar de 
oorzaken van den Dood over het jaar 1902. Bij- 
dragen tot de Statistiek van Nederland. Nieuwe Volgreeks. 
No. XXVIII. ’S-Gravenhage. Gebrs. Belinfante. XIX. 93 S. 

Auf Betreiben des verdienten Vorstands des niederländischen 
statistischen Amtes, Verrijn Stuarts, wurde im Jahre 1901 die 
Todesursachenstatistik in den Niederlanden neu geregelt. Es wurde 
dabei das Krankheitsschema, das von der Kommission für internationale 
Nomenklatur der Todesursachen im Jahre 1900 in Paris ausgearbeitet 
wurde, zugrunde gelegt. Neu ist an dem niederländischen Schema 
die eingehende Differenzierung der Totgeborenen nach den Ursachen 
des Todes. In einer Einleitung wird eine allgemeine Übersicht mit 
Rückblicken gegeben, im ersten Teil werden die Todesursachen für 
sämtliche Gemeinden des Landes ohne weitere Trennung mitgeteilt, 
im zweiten Teil werden sie für 24 Gemeinden mit mehr als 20000 
Einwohnern und für die Provinzen nach acht Altersklassen und nach 
dem Geschlecht getrennt ausgezählt. Der Wert dieser Todesursachen¬ 
statistik wird dadurch sehr erhöht, daß sie wegen der großen Zahl 
der ärztlich Behandelten zu den zuverlässigsten in Europa gehört 
(1899—1900 sind nur 5,2 Proz. der Gestorbenen ohne ärztliche Be¬ 
handlung geblieben). 

F. Prinzing. 


Sundbürg, G., Rikets folkmängd aren 1750 — 1900, fördelad efter 
alder och kön (la repartüion pur ägcs et par sexes de la popu- 
lation de la Suede en 1750 — 1900). Stat. Tidskr. Heft 129. 
S. 136—221. Stockholm, P. A. Norstedt und Söners Förlag. 

Der Titel gibt den Inhalt au. In den offiziellen Ziffern vor 1860 
finden sich verschiedene Fehler, welche durch umständliche Rechnung 
von Sundbärg korrigiert wurden; die Korrektur wurde erschwert, 
weil die Auswanderung vor 1850 nicht genau bekannt ist. In Schweden 
werden die alle 5 Jahre stattfindenden Volkszählungen nicht wie bei 
uns durch die Zählung der ortsanwesenden Bevölkerung genommen, 
sondern sie werden mittels der von den Pfarrämtern geführten 
Parochialregister vorgenommen; es ist dies nur möglich in einem 
Lande ohne erhebliche Einwanderung und mit genauer Feststellung 


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80 


D. Referate. 


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der Auswanderung. Neben gewissen Nachteilen hat diese Art der 
Zählung den Vorzug, daß die Altersangaben absolut verläßlich sind, 
während bei den Volkszählungen absichtliche und unabsichtliche 
Altersangaben nicht gerade selten Vorkommen. In zahlreichen Tabellen 
sind die absoluten und relativen Zahlen für fünfjährige Altersklassen 
nach Lustren angegeben; auch wird für sie das Geschlechtsverhältnis 
berechnet; unter allen europäischen Staaten hat Schweden den größten 
Frauenüberschuß. Der in schwedischer Sprache geschriebenen Ab¬ 
handlung ist ein kurzer französischer Auszug beigegeben. 

F. JPtHnzing. 


JEIjclt, A. f Die sekulären Veränderungen im demographischen Charakter 
des finländischen Volkes. (Förhandlingar vid Nordiska Natur- 
forskare-och Läkaremötet in Helsingfors. 1902. Sektion V.) 
4 8. 

Eine lehrreiche Studie, die durch 8ie bis zum Jahre 1749 
zurückreichende finländische Bevölkerungsstatistik ermöglicht worden 
ist. Sie ergibt in einem anderthalbhundertjährigen Zeitraum einen 
starken Rückgang der Ehe-, Geburts- und Sterbezilfer, der aber nicht 
zur Abnahme, sondern zu einem Zuwachs der Bevölkerung geführt hat, 
und zwar in mehr als früher „wohl proportionierter und rationeller 
Gliederung“. 


Im Jahre 

Auf 10000 
Personen 
! kamen 

Ehe¬ 

schließungen 

Auf 1000 
Personen 
kamen 
Geburten 

Auf 1000 
Personen 
kamen 
Sterbefälle 

1751/1755 

99,8 

45,8 

28.6 

1801/1805 

i — 

38.9 

24.7 

1851/1855 

— 

36,4 

24.6 

1896 1900 

74.4 

| 32,6 

19,0 


Die sinkende Mortalität ist besonders der Abnahme der Säug¬ 
lingssterblichkeit zuzuschreiben, ging doch der Mortalitätskoeffizient 
von 28,5 Proz. 1751—1755 auf 23,1 Proz. 1801—1805, endlich auf 
14,2 Proz. 1891—1900 zurück. In den Veränderungen im demo- 
graphischen Charakter der finländischen Bevölkerung sieht der Ver¬ 
fasser das Produkt wirtschaftlicher, hygienischer und kultureller 
Faktoren. 


F. Kriegei. 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


81 


Ofversikt af folkmängdsförändringarna i Finland dr 
1900. Med en äterblick pii tidrgmden 1816—1900 
(mouvement de la population de Finlande en 1900; 
aperqu du mouvement de la population 1816-1900). 
Bidrag tili Finlands officiella Statistik. VI. 34. Helsingfors. 
74 und 95 S. 

Die Statistik wird in Finland seit Beginn des vorigen Jahr¬ 
hunderts sorgfältig gepflegt, so daß man hier weit zurückreichende 
Zahlen und Dinge, denen anderswo keine Beachtung seitens der amt¬ 
lichen Statistik geschenkt wird, behandelt findet. Da die Inhalts¬ 
angaben und die Tabellenüberschriften zugleich in französischer 
Sprache mitgeteilt sind, so kann sich auch der, welcher der schwedi¬ 
schen Sprache nicht mächtig ist, zurechtfinden. Der vorliegende Band 
enthält die Angaben der Bevölkerungsbewegung für das Jahr 1900 und 
die 95 Seiten starken Tabellenwerke; bei der Statistik der Geburten 
ist besonders zu bemerken, daß das Alter der ledigen und verheirateten 
Mutter erhoben wird (auch für die Mehrgeburten). Die Todesfälle 
sind nach einzelnen Alters- und Geburtsjahren ausgezählt; die Tabellen 
über die Todesursachen beschränken sich auf eine verhältnismäßig 
kleine Anzahl von Krankheiten. In dem von A. Hjelt verfaßten 
einleitenden Texte werden die Ziffern der Bevölkerungsbewegung bis 
1816 zurück verfolgt; dazu werden — meist für die letzten zwei Jahr¬ 
zehnte — die Einzelheiten der flnländischen Statistik in übersicht¬ 
licher Weise dargestellt, wobei die regelmäßige Trennung in Stadt 
und Land rühmend erwähnt werden muß. 

F. Frlnzing. 


Prinzing , F., Die Todesursachen in den europäischen Staaten 1801 
bis 1900. Statistische Monatsschrift. Band 8. S. 767 bis 
807. 

Der Verfasser war sich wohl bewußt, daß internationale Ver¬ 
gleiche der Todesursachen nur in ganz geringem Umfang möglich 
sind, er hat es aber doch für wertvoll gehalten, das, was in den 
europäischen Staaten zurzeit auf diesem Gebiete geleistet wird, über¬ 
sichtlich zusammenzustellen; bezüglich der Staaten, deren Veröffent¬ 
lichungen nicht allgemein bekannt sind, war ihm dies nur durch das 
Entgegenkommen der betreffenden statistischen Ämter möglich. Be¬ 
sonderer Wert wurde darauf gelegt, für jedes Land die Art der Er¬ 
hebung kurz darzustellen, um einen Maßstab für ihre Zuverlässigkeit 
zu haben. Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen, wurden trotz der 
dadurch verursachten großen Mühe die Todesursachen in Österreich 
nicht nach Kronländern, sondern nach größeren Gebieten und in 
Italien nach der althergebrachten Einteilung Ober-, Unter- und Mittel¬ 
jahresbericht Uber Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 6 


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82 


D. Referate. 


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italien berechnet. Da in einzelnen Staaten (z. B. Frankreich, Däne¬ 
mark) nur für die Städte brauchbares Material vorhanden ist, so 
wurden für die größeren Länder die Ziffern ebenfalls für die Städte 
mitgeteilt. Betreffs des großen, in der Abhandlung verarbeiteten 
Zahlenmaterials muß auf das Original verwiesen werden. 

Autoreferat. 


Statistisches Jahrbuch Deutscher SUidte. In Verbindung mit 
seinen Kollegen H. Bleicher, R. Böckh, K. Büchel, 
A. Dullo, M. Flinzer, N. Geißenberger, E. Hasse, 
E. Hirschberg, G. Koch, G. Pabst, F. X. Probst, 
H. Rettich, H. Sclioebel, S. Schott, H. Silbergleit, 
K. Singer, G. Tenius, E. Tretau, G. Tschierschky 
und K. Zimmermann herausgegeben von M. Neefe. 
XI. Jahrgang. Breslau. G. Korn. XII. 531 S. (16,00 M.). 

Sein Versprechen, das Jahrbuch schon im Frühjahr erscheinen zu 
lassen, hat der Herausgeber zwar nicht eingelöst, er sucht aber diesen 
Mangel mit der Reichhaltigkeit des Dargebotenen zu entschuldigen, 
einen Grund, den man wohl gelten lassen kann. Der vorliegende 
Band bietet inhaltlich eine Fortsetzung von 20 Abschnitten des letzten, 
zwei solchen des neunten, drei des achten und zwei des vierten Jahr¬ 
ganges (über Krankenversicherung und Viehhaltung). Bereichert 
wurde der Band durch die Abschnitte über das Wachstum deutscher 
Großstädte und über Viehpreise, sowie die im Anhang gegebene Zu¬ 
sammenstellung der Beschlüsse der bisherigen Konferenzen der Vor¬ 
stände statistischer Ämter deutscher Städte. Angekündigt wird in 
der Vorrede eine Sonderpublikation der Ergebnisse der Ermittlungen 
über städtische Lohnverhältnisse und AVohlfahrtseinrichtungen für 
städtische Arbeiter. Ferner sei erwähnt, daß der an dieser Stelle 
interessierende Abschnitt IV „Wohnungen und Haushaltungen nach 
der Zählung von 1900“ zum erstenmal Angaben bringt über die Zahl 
der Wohnungen mit Gewerbe-, Boden-, Kellerräumen und die Zahl 
dieser Räume, über die gewerbliche Nebenbenutzung der bewohnten 
Wohnungen, über den durchschnittlichen Mietpreis einer Mietwohnung 
ohne gewerbliche Nebenbenutzung nach Stockwerken und nach der 
Zahl der heizbaren Zimmer und über die mit Schlafleuten und Zimmer¬ 
mietern besetzten Wohnungen nach der Zimmerzahl. Aus dem Kreise 
der Mitarbeiter ist R. Böckh geschieden; an seiner Stelle hat sein 
Amtsnachfolger E. Hirschberg die Bearbeitung des Abschnittes 
über Bevölkerung übernommen und H. Schoebel den über Ge¬ 
meindesteuern. Besonders aufmerksam gemacht sei auf die Arbeit des 
Direktors des statistischen Amtes der Stadt Mannheim, S. Schott, 
über das Wachstum der deutschen Großstädte seit 1871. Über die 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


83 


Resultate des Agglomerationsprozesses sagt er (S. 139): „Die da¬ 
nach verbleibenden 26 Großstädte [Krefeld, Halle und Stettin mußten 
mangelnder Angaben wegen fortbleiben] haben ihre Gemarkungs¬ 
fläche von 77505 ha im Jahre 1871—1900 auf 123231 ha, d. h. 59 Proz. 
vergrößert Zwischen 1871 und 1880 wurden nur 3161 ha urbani- 
siert, im folgenden Jahrzehnt 16 540 ha, zwischen 1890 und 1900 end¬ 
lich 26025 ha. Das letzte Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts 
erwies sich also auch in dieser Beziehung als das bevorzugte gro߬ 
städtischer Entfaltung. Auf der Gemarkungsfläche von 1871 ist die 
Bevölkerung im Verlauf der drei Dezennien seit der Reichsgründung 
um lli,6 Proz. gestiegen (gleichzeitige Zunahme der Einwohnerzahl 
des Deutschen Reiches 37,3 Proz.). Allein das Wachstum der gro߬ 
städtischen Bevölkerung war tatsächlich ein viel stärkeres, denn wenn 
man die Gemarkungsfläche von 1900 der Berechnung zugrunde legt, 
so betrug die Vermehrung 128,8 Proz., und de jure ist die Zahl der 
Großstädter um 145,5 Proz. in die Höhe gegangen.“ Der Schluß des 
Aufsatzes enthält sehr belehrende Einzelheiten bevölkerungspolitischer 
Art, auf die Interessenten verwiesen seien. 

F. Kriegel. 


Die deutsche Städtestatistik am Beginn des Jahres 1903. 
Dargestellt nach den Veröffentlichungen der Statistischen 
Ämter, v. Mayr’s Allgemeines Statistisches Archiv. Band 6. 
Ergänzungsband. Tübingen. H. Laupp. 122 S. Den Teil¬ 
nehmern an der 9. Tagung des internationalen Statistischen 
Instituts in Berlin vom 21.—25. September 1903, überreicht 
vom Rat zu Dresden. (4,00 M.) 

Die Zahl der kommunalstatistischen Ämter ist in Deutschland 
Anfang 1903 auf 31 gestiegen. Unter den Drucksachen dieser Ämter 
finden sich oft wertvolle statistische Aufnahmen, die in größeren 
Staaten nicht gemacht werden; sie sind jedoch in den städtischen Publi¬ 
kationen zerstreut, so daß ihre praktische oder wissenschaftliche Ver¬ 
wertung ungemein erschwert ist. Diesem Übelstand wird durch die 
vorliegende mühevolle Arbeit abgeholfen, die auf Anregung Würz¬ 
burgers, des früheren Vorstandes des statistischen Amtes in Dresden, 
von Seutemann ausgeführt wurde. Es werden alle kommunal- 
statistischen Veröffentlichungen Deutschlands in einer kurzen, stoff¬ 
lich geordneten Übersicht zusammengefaßt, so daß man sich jederzeit 
sofort darüber orientieren kann, wo besondere Erhebungen statt¬ 
gefunden haben. Die „Deutsche Städtestatistik“ ist daher nicht nur 
für den Fachmann, sondern auch für jeden, der sich mit statistischen 
Arbeiten befaßt, ein unentbehrlicher Führer in dem Labyrinth der 
kommunalstatistischen Veröffentlichungen. 

F. Prhizing. 

6 * 


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D. Referate. 


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Stati8tische8 Jahrbuch der Stadt Berlin. 27. Jahrgang, ent¬ 
haltend die Statistik der Jahre 1900 bis 1902 (zum Teil auch 
1903). Im Aufträge des Magistrats herausgegeben von 
E. Hirschberg. Berlin. P. Stankiewicz. XVIL 702 S. 

Das statistische Jahrbuch der Stadt Berlin ist in diesem Jahre zum 
ersten Male von dem neuen Direktor des statistischen Amtes, Ernst 
Hirschberg, redigiert. Im Vorwort gibt dieser einen kurzen Rück¬ 
blick über die geschichtliche Entwicklung des Jahrbuchs, indem er 
seines berühmten Vorgängers, Richard Böckh’s, außerordentliche 
Verdienste um die Berliner Statistik hervorhebt. Die von Böckh 
auf dem Gebiete der Bevölkerungsstatistik geschaffenen Grundlagen 
sollen auch fernerhin der Ausgangspunkt der Berliner Statistik 
bleiben. Der mit den Jahren trotz ergibiger Ausnützung der 
durch die Technik ermöglichten Raumökonomie zunehmende Umfang 
des Jahrbuchs, das, im Jahre 1877 nur 198 Seiten stark, jetzt einen 
stattlichen Band von mehr als 700 Seiten füllt, und sein nicht minder 
zunehmendes stoffliches Wachstum wurden einem pünktlichem Er¬ 
scheinen und der Aktualität der Zahlen hinderlich. Hier nun ver¬ 
sucht Hirschberg reformierend einzugreifen, indem er durch Be¬ 
schränkung der Vereinsstatistik und Kürzung der besser an anderen 
Stellen zu behandelnden oder über den Rahmen der Berliner Statistik 
hinausgehenden Tabellen zu stofflicher Entlastung des Buches schreitet. 
Der so erzielte Gewinn: möglichst neueste Daten möglichst schnell 
bekannt zu machen, wiegt sicherlich diese Kosten auf. Die Neuerung 
dürfte um so mehr Anerkennung finden, da das hier vernachlässigte 
Material in einem bereits angekündigten Publikationsorgan in Form 
wissenschaftlicher Abhandlungen Verwendung finden wird. Derartige 
Aufsätze sollen schon im Laufe des Jahres 1904 erscheinen und 
unter anderen die Sterblichkeit der Bevölkerung, die Wohnungs¬ 
statistik, die Verkehrsstatistik und die Vereinsstatistik zum Gegen¬ 
stand haben. 

J\ Kriegel. 


Charlottenburger Statistik. 15. Heft, Stand und Bewegung der 
Bevölkerung bis zum Jahre 1902. Herausgegeben vom Statisti¬ 
schen Amte der Stadt, Charlottenburg. C. Ulrich & Co. 47. S. 
(0,80 M.) 

Das Heft gibt Aufschluß über die Bevölkerungszunahme, die Zu- 
und Fortzüge, die Eheschließungen, Geburten, Sterbefälle, die In¬ 
fektionskrankheiten und den Grundbesitzv'echsel bis zum Jahre 1902. 
Die fortgeschriebene Bevölkerung belief sich Ende 1902 auf 202322, 
bei einer Zunahme von 3.32 Proz. gegenüber dem Vorjahre. Von 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


85 


dem Zuwachs kommt etwa ein Drittel auf den Geburtenüberschuß, 
etw r a zwei Drittel auf den Zuzug. Die Zahl der Eheschließenden hat 
1902 mit 1636 Ehen den niedrigsten, seit 1890 beobachteten Stand 
erreicht; Promille der Bevölkerung sind dies 16,57 Ehen gegen 18,03, 
im Jahre 1901,18,31 1900. Die Geburten bleiben seit 1898 ständig im 
Rückgang; für 1902 ist die Geburtenzahl 4767, die Geburtenziffer 24,14; 
10,09 Proz. der Geburten sind uneheliche, 2,71 Proz. Totgeburten. 
Die Zahl der Sterbefälle betrug 2585 (ohne Totgeburten), das sind 
13,09 Promille, oder mit Einrechnung der Totgeburten 13,76 Promille 
der mittleren Jahresbevölkerung. Die Charlottenburger Sterbeziffer 
hat damit ihre niedrigste Stufe erreicht, Charlottenburg ihren Kon¬ 
kurrenten Essen mit der niedrigsten Sterbeziffer des Deutschen Reiches 
geschlagen. Die niedrige Ziffer ist, wie der Berichterstatter richtig 
bemerkt, „vorzugsweise durch den Rückgang der Geburtenziffer er¬ 
reicht worden, da die Neugeborenen das größte Kontingent für die 
Sterblichkeit zu liefern pflegen“. Dem Berichte sind Auszüge aus 
den für die deutsche Städteausstellung in Dresden berechneten Ta¬ 
bellen über die Geburten und Sterbefälle vom Jahre 1816 bis 1902 und 
die auf das Tausend der mittleren Jahresbevölkerung bezogenen Ehe¬ 
schließungen, Geburten und Sterbefälle seit 1871 beigegeben. 

1\ Krieget. 


Geburten, Ehesehliefsunf/en und Sterbefälle in München 
1902 . Mitteilungen des Statistischen Amtes der Stadt 

München. XVIII, 2. p. 153-185. 

Im Jahre 1902 wurden in München 18535 (1901: 18895) Kinder 
geboren, davon 9628 Knaben, 8907 Mädchen, 13963 ehelich, 4572 
(das sind 24,7 Proz.) unehelich, 17 861 lebend, 674 tot. Die Geburten¬ 
ziffer, auf die mittlere Einwohnerzahl berechnet, betrug 35,1 (1901: 
36,4). Der Prozentsatz der lebendgeborenen Knaben belief sich 
auf 51,8, der von diesen unehelich geborenen auf 24,4. Das Jahr 
1902 hatte gegenüber dem Vorjahre einen Rückgang zu verzeichnen. 
1902 fanden 197 Zwillingsgeburten statt, 154 eheliche, 43 uneheliche, 
dabei wurden 370 Kinder lebend, 24 tot geboren. Die Zahl der Ehe¬ 
schließungen ist absolut und relativ seit 1900 stark im Rückgang; 
die Eheschließungsziflfer w r ar 1900 12,4, sank 1901 auf 11,4 und 1902 
auf 9,7. Die Sterblichkeitsziflfer hat 1902 ihren bisher niedrigsten 
Stand erreicht: 21,4 (1901: 22,2, 1900: 25,1). Von 10876 Gestorbenen 
kommen 52,3 Proz. auf das männliche Geschlecht. Die Säuglings¬ 
sterblichkeit hat sich vermindert, sie partizipiert an der Gesamtsterb- 
lichkeit mit 39,5 Proz., in den beiden Vorjahren mit 40.3 und 42.8 
Proz. Der geburtenreichste Monat war der März, der ärmste der 


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D. Referate. 


November; der an Sterbefällen stärkste der Mai, der geringste der 
Februar. Lungentuberkulose als Todesursache wurde in 1387 Fällen 
festgestellt, 66 Proz. fielen auf die Altersjahre 15—60. 

F. Kriegei. 


Statistisches Jahrhuch für die Stadt Dresden. Jahrgang 
1902. Herausgegeben vom Statistischen Amte der Stadt 
Dresden im September 1903. Bearbeitet vom Katsarchiv. 
Dresden, v. Zahn und Jaensch. 239 S. 

Die beiden ersten den Bevölkerungsstand und die Bevölkerungs¬ 
bewegung behandelnden Abschnitte gewinnen im vorliegenden Jahres¬ 
berichte dadurch an Interesse, daß sie weit in die Vergangenheit 
reichende Daten in den Kreis der Betrachtung ziehen. So bieten uns 
die beiden Tabellen über die Bevölkerung der Stadt Dresden und des 
Königreichs Sachsen nach den Volkszählungen von 1603 bis 1900 und über 
die Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle seit 1617 ein lehrreiches 
Bild von der Gestaltung der Bevölkerungsentwicklung. Die für die 
einzelnen Jahrzehnte berechnete Geburtenfrequenz zeigt uns die unter 
dem Einflüsse von Seuchen und Kriegen schwankende Bilanz der Ge¬ 
burten, die erst mit dem dritten Jahrzehnt des neunzehnten Jahr¬ 
hunderts günstig wird und von da ab einen stetig wachsenden Ge¬ 
burtenüberschuß aufweist. Von den neuesten Daten geben wir die 
auf Grund einer Personenzählung vom 1. März 1903 ermittelte Be¬ 
völkerung Dresdens (Stadtgebiet mit Albertstadt), die sich auf 488141, 
233994 männliche, 254147 weibliche Personen beläuft. Die ortsan¬ 
wesende Bevölkerung, mit Hinzurechnung der seit 1901 einverleibten 
Vororte, betrug am 1. Dezember 1900: 480659, 232410 männliche, 
248249 weibliche Personen. Im Jahre 1902 wurden 3536 (8,75 Promille 
der mittleren Einwohnerzahl) Ehen geschlossen. Geboren wurden 
(einschließlich Totgeborene) 6861 Knaben, 6312 Mädchen, davon un¬ 
ehelich 1393 Knaben und 1277 Mädchen und tot 257 (59 uneheliche) 
Knaben und 204 (62 uneheliche) Mädchen. Auf 1000 der mittleren 
Einwohnerzahl berechnet, trafen also 32,61 Geburten (einschließlich 
Totgeburten), 6,62 uneheliche Geburten (einschließlich Totgeburten) 
und 1,14 Totgeburten. Sterbefälle gab es: 3545 männliche, 3333 weib¬ 
liche (17,02 Promille männlicher und weiblicher Personen zusammen, 
ohne Totgeburten), davon Kinder unter einem Jahre: 1166 Knaben, 934 
Mädchen. — Im Anhang des Jahrbuches findet sich eine von Georg 
Beutel verfaßte Chronik der Stadt Dresden für das Jahr 1902. 

F. Kriegei. 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


87 


Tabellarische Übei'sichten betreffend den Zivilstand der 
Stadt Frankfurt a. M. im Jahre 1902. In Verbindung 
mit dem Stadtarzte bearbeitet durch das Statistische Amt 
der Stadt Frankfurt a. M. R. Mahlau. 35 S. 

In dem seit dem 1. Juli 1900 erweiterten Stadtkreis Frankfurt a. M. 
waren im Jahre 1902 bei einer mittleren Jahresbevölkerung von rund 
300000 Personen zu verzeichnen: 3235 Eheschließungen, das sind 
10,78 Promille der Bevölkerung, gegen 3130 (10,65 Promille) im Vor¬ 
jahre; 8552 Lebend- und 269 Totgeburten), zusammen 8821 Geburten, 
das sind 29,4 Promille der Bevölkerung gegen 8758 (29,79 Promille) 
im Vorjahre; 4434 Sterbefälle (ohne Totgeburten), das sind 14,78 Promille 
der Bevölkerung gegen 4588 (15,61 Promille) im Vorjahre. Die Sterbe¬ 
ziffer hat im Berichtsjahre den bisher niedrigsten Stand erreicht. Die 
Bevölkerung ist um rund 6000 Seelen gewachsen, von denen zwei 
Drittel auf den Geburtenüberschuß, ein Drittel auf Wandergewann 
kommen. — Neu hinzugekommen ist in diesem Hefte eine Tabelle, 
die zur Berechnung genauerer örtlicher Mortalitätskoeffizienten die 
Verteilung der Sterbefälle nach dem Alter innerhalb der einzelnen 
Stadtbezirke zum Ausdnick bringt. 

F. Kriegei. 


Breslauer Statistik. Im Aufträge des Magistrats der königlichen 
Haupt- und Residenzstadt Breslau, herausgegeben vom Sta¬ 
tistischen Amte der Stadt Breslau. XXII. Band. Heft 2. 
Bevölkerungsicechsel, Erkrankungen , Meteorologische Verhältnisse, 
Nahrungsmittel preise im Jahre 1901, Sterblichkeitstafeln für 
188111900. Breslau. E. Morgenstern. VIII. 132 S. (1,00 M.) 

Die fortgeschriebene Bevölkerung belief sich Ende 1901 auf 
429036 Personen. Die Bevölkerungszunahme hat sich beträchtlich 
vermindert, sie betrug im Jahre 1900 2,37 Proz., jetzt 1,44 Proz. 
Der Geburtenüberschuß ist fast derselbe geblieben, ebenso die Zahl 
der zugezogenen Personen, dagegen ist die der abgezogenen Personen 
wesentlich gestiegen, was auf die wirtschaftliche Depression zurück¬ 
geführt wird. 14557 Geburten w aren im Jahre 1901 zu verzeichnen, 
davon 50,5 Proz. männliche, 17,2 Proz. uneheliche und 3,1 Proz. 
Totgeburten. Der seit den siebziger Jahren festgestellte Rückgang 
der Geburten zeigte sich auch im Berichtsjahre. Die für 1901 be¬ 
rechnete Sterbeziffer beträgt 25,69 gegenüber 26,16 im Vorjahre. Eine 
besondere Tabelle ist der Ernährungsweise der 1901 im Alter bis zu 
neun Lebensmonaten gestorbenen Kinder gewidmet. „Es fehlen leider“, 
bemerkt der Berichterstatter, „die entsprechenden Angaben für die 
Lebenden, so daß sich der Einfluß der Ernährungsweise auf die Lebens- 


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88 


D. ßeferate. 


fähigkeit nicht zahlenmäßig feststellen läßt, immerhin reden aber die 
Zahlen eine deutliche Sprache. Wenn man von den Fällen ohne Angabe 
absieht, so wurden 82Proz. der betreffenden Kinder mit Ersatzmitteln er¬ 
nährt. Mag man die Sterblichkeit der Brustkinder vergleichsweise noch 
so niedrig einschätzen, so ergibt sich doch, daß die Ernährung durch 
Mutterbrust recht selten ist. Ihren günstigen Einfluß deutet die Tat¬ 
sache an, daß von den gestorbenen Brustkindern 16 Proz., von den 
mittels Ersatzmitteln ernährten gestorbenen Kindern 38 Proz. an 
Darmkatarrh zugrunde gegangen sind.“ Neu hinzugekommen sind in 
den Mitteilungen über die Gesundheitsverhältnisse Breslaus Abschnitte 
über den schulärztlichen Überwachungsdienst und die Fürsorge für 
Trunksüchtige. Beachtenswert ist die Veröffentlichung der von den 
Schulärzten zwischen Januar und April vorgenommenen Wägungen 
und Messungen (Körperlänge, Brustumfang) der Volksschüler nach 
Durchschnittswerten der einzelnen Knaben- und Mädchenklassen. 
Würden solche Erhebungen allen deutschen Schulärzten zur Pflicht 
gemacht, so wäre dadurch eine wertvolle Unterlage für sozial¬ 
hygienische Betrachtungen geschaffen. 

F\ Kriegei. 


Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 
in der Stadt Leipzig. Bearbeitet im Statistischen Amte 
der Stadt Leipzig. III. Teil. Sonderabdruck aus dem städti¬ 
schen Verwaltungsbericht für das Jahr 1901. Leipzig 1902. 
Duncker und Humblot. 113 S. (1,00 M.) 

Den Inhalt des Heftes bildet die fortgeführte Bearbeitung der 
Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 in der Stadt 
Leipzig. Die Altersklassenzusammensetzung, der Familienstand (Zivil¬ 
stand), die Religionsverhältnisse in Verbindung mit Alter, Heimat und 
Familienstand und die Gebürtigkeit (Heimat) gelangen zur Darstellung. 
Das Material ist übersichtlich gruppiert, möglichst weit zurück¬ 
reichende Daten sind zur Vergleichung herangezogen, den Tabellen 
ist ein erläuternder Text beigegeben. 

r. Kriege!. 


Statistisches Notizbuch der Stadt Leipzig. Bearbeitet im 
Statistischen Amte der Stadt Leipzig. Leipzig. Duncker und 
Humblot. 72 S. (0,30 M.) 

Ein überaus nützliches Nachschlagebüchlein, das sich als Auf¬ 
gabe nicht nur die Befriedigung lokalstatistischer Wißbegierde ge¬ 
stellt hat, sondern auch über diesen Rahmen hinaus den Leser über 
Reichsangelegenheiten wie Zoll- und Handelswesen, Eisenbahn-, Post- 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


89 


nnd Telegraphenwesen, Marine, Kriegswesen, Reichsfinanzen u. s. f. 
auf dem Laufenden erhält. 

F. Krlegel. 


Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien für das Jahr 1900. 
18. Jahrgang. Bearbeitet von St. Sedlaczek,W. Löwy und 
W. Hecke. Wien. Verlag des Wiener Magistrates. In Kom¬ 
mission bei W. Braumüller. IX. 915 S. (10,00 M.) 

Die uns hier besonders interessierenden Abschnitte des statisti¬ 
schen Jahrbuches der Stadt Wien haben in dem neuen Jahrgang 
keine wesentliche Änderungen erfahren. Den Daten über Stand und 
Bewegung der Bevölkerung entnehmen wir, daß im Jahre 1900 sich 
die Zahl der anwesenden Zivilbewohner des erweiterten Gemeinde¬ 
gebiets auf 1648335 (1899: 1614774) belief und 16527 (16421) Ehen 
geschlossen wurden; von den Eheschließenden wies die männliche wie 
weibliche Altersklasse von 24—30 Jahren die höchste Zahl auf. Ge¬ 
burten gab es 55819 (55365), das sind 33,75 Promille der Bevölkerung, 
darunter befanden sich 52 364 Lebendgeborene und 3455 Totgeborene. 
Unehelich geboren wurden 17 798 Kinder — das sind 31,88 Proz. aller 
Geborenen! — von ihnen 16648 lebend, 1150 tot. Es starben 
33188 Personen, das sind 20,06 Promille der Einwohner, und zwar 17 336 
männliche, 15850 weibliche Personen. Die höchste Zahl der Todes¬ 
fälle kommt auf den März, die geringste auf den September. Von 
10082 im ersten Lebensjahre verstorbenen Kindern fielen 2007 in¬ 
folge mangelhafter Lebensfähigkeit, angeborener Bildungsfehler usw. 
und 3402 durch Magen- und Darmkatarrh dem Tode anheim. 2300 
dieser im ersten Lebensjahre verstorbenen Kinder waren Brust¬ 
kinder, 5949 wurden mit gemischter Nahrung genährt, 831 waren 
noch ohne Nahrung, bei 1002 war die Ernährungsweise unbekannt. 
Bezüglich der Morbidität und Mortalität an jenen Infektionskrank¬ 
heiten, für die die Anzeigepflicht besteht, ist zu bemerken, daß im 
Jahre 1900 175 Erkrankungen an Wochenbettfieber, darunter 116 Todes¬ 
fälle, 3 an Blattern ohne Todesfall, 16275 an Masern mit 741 Todes¬ 
fällen (1898: 12817, 1899: 14 863), 2280 an Scharlach mit 168 Todes¬ 
fällen, 710 an Typhus mit 135 Todesfällen, 23 an Ruhr mit 11 Todes¬ 
fällen, 2185 (1898: 2961, 1899: 2971) an Diphtheritis nnd Krupp mit 
306 Todesfällen, 2277 an Keuchhusten mit 175 Todesfällen vorkamen. 
Beachtung verdient das seit 1896 zwecks statistischer Erfassung der 
Trunksüchtigen zusammengebrachte Material, das der Frage der Er¬ 
richtung von Trinkerasylen und Trinkerheilanstalten als Grundlage 
dienen soll. Es wird durch Individualzählkarten erworben, die von 
Polizeidirektion, Irrenanstalt, Krankenhaus, Arbeiter-Unfallversiche¬ 
rungsanstalt, Bezirkskrankenkasse, städtischen Versorguugshäusern 


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D. Referate. 


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und Armeninstituten auszufüllen sind. In Betracht kommen nur 
notorische Trunkenbolde. 

F. Krieg el. 


Statistisches Handbuch der königlichen Hauptstadt Prag 
und der Vororte Karolinenthal, Smichoiv, könig¬ 
liche Weinberge und Zizkow für das Jahr 1900. 
Herausgegeben von der statistischen Kommission der könig¬ 
lichen Hauptstadt Prag und Vororte unter der Redaktion des 
Direktors des städtischen statistischen Bureaus J. Erben und 
des Adjunkten desselben Bureaus J. Husdk. Neue Folge. 
20. Jahrgang. Deutsche Übersetzung. Prag. F. Rivnäc. XII. 
428 S. 

Die Bevölkerungszahl Prags betrug im Jahre 1900: 194471 (1890: 
175751), 88973 männliche, 105498 weibliche Personen, mit den 
Vororten: 372788 (1890: 301625), 172921 männliche, 199867 weib¬ 
liche Personen. Die Zahl der Trauungen belief sich auf 4217, die 
der Geburten auf 11744 (8043 eheliche, 3701 uneheliche), darunter 
11145 Lebend-, 599 Totgeburten. Geboren wurden 6021 Knaben, 
davon 399 (82 außereheliche) tot, 5723 Mädchen, davon 260 (83 außer¬ 
eheliche) tot. Die höchste Zahl ehelicher Geburten fiel auf den Mai, 
die geringste auf Dezember, die höchste Zahl unehelicher Geburten 
auf Januar und Februar, die geringste auf August. 260 Zwillings¬ 
geburten, darunter 62 außereheliche, und 6 eheliche Drillingsgeburten 
waren zu verzeichnen. Innerhalb des ersten Lebensjahres verstarben 
1842 Kinder, 524 unehelich geborene, 1015 Knaben, 827 Mädchen. Auf 
das Konto der Lebensschwäche und Atrophie kommen dabei 442, auf 
Magen- und Darmkrankheiten 524, auf beide Todesursachen zusammen 
966 Fälle, das sind ca. 53 Proz. aller im ersten Lebenjahre Ver¬ 
storbenen. Von der Bevölkerung verstarben 7323 Personen, 3667 
männliche, 3656 weibliche. Der Monat April wies die größte, der 
November die kleinste Zahl der Sterbefälle auf. Auf tuberkulöse 
Krankheiten als Todesursache kamen 1529, das sind 20,88 Proz. 
sämtlicher Todesfälle. 

F. Kri eg e i . 


Körösi/f J. v.f Die Sterblichkeit der Haupt- und Residenzstadt Buda¬ 
pest in den Jahren 1901—1905 und deren Ursachen. 2. Teil. 
1. Heft. 1901. Berlin-Budapest 1902. 44 S. 

Der tätige Vorstand des kommunalstatistischen Amtes in Buda¬ 
pest hat mit dem vorliegenden Heft eine umfangreiche Bearbeitung 
der Sterbefallstatistik begonnen. Das Gesamtergebnis wird nach 
5jähriger Beobachtung veröffentlicht werden. Die Todesfälle werden 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


91 


nach Stadtbezirken, Jahreszeiten, Altersjahren, Familienstand, Be¬ 
schäftigung, Konfession, Wohlhabenheit und Wohnungsdichte unter¬ 
schieden; auch die Todesursachen sind für alle diese Rubriken aus¬ 
gezählt. Ganz besonders genau, wie dies in keiner periodischen Ver¬ 
öffentlichung geschieht, werden die Todesursachen mitgeteilt, mit 
Berücksichtigung der Komplikationen, z. B. Influenza 26 Fälle, In¬ 
fluenza und Pneumonie 32 Fälle, Influenza und Tuberkulose 4 Fälle usw. 
Auch die Zahl der Fehlgeburten wird mitgeteilt (1901: 2432); die 
weiblichen Embryonen sind häufiger, als die männlichen; es wird dies 
darauf zurückzuführen sein, daß Fehlgeburten des zweiten Monats, bei 
denen das Geschlecht sich noch nicht erkennen läßt, als weibliche 
gezählt werden. 

F. Prlnzing, 

KörÖ8t/, J. v. f und Thirrin</, G., Die Hauptstadt Budapest im 
Jahre 1901. 1 . Band. 1 . Hälfte. Übersetzung aus dem Ungari¬ 
schen. Berlin. Puttkammer und Mühlbrecht. 

Die Leiter des kommunalstatistischen Bureaus der ungarischen 
Hauptstadt sorgten durch die Übersetzung ihrer Arbeit über das 
Volkszählungswerk von 1901 dafür, daß man sich auch außerhalb des 
Bereiches der magyarischen Staatssprache über den Entwicklungs¬ 
gang einer der interessantesten Städte Europas unterrichten kann. 
Die Bevölkerung Budapests, die vor 30 Jahren 200176 Seelen zählte, 
hat sich auf 717681 Seelen erhöht, so daß die Hauptstadt Ungarns 
zu den am raschesten anwachsenden Großstädten zu rechnen ist. 
Budapest gehört aber zugleich zu den am wenigsten dicht be¬ 
wohnten Großstädten. Während in Wien auf ein Hektar 94, in 
London 149, in Berlin 297, in Paris 322 Einwohner entfallen, finden 
sich in Budapest bloß 36. Die Anzahl der Gebäude betrug vor 
30 Jahren 9351, gegenwärtig 16254. Hierbei ist zu bemerken, daß 
noch vor 30 Jahren Budapest zu drei Vierteilen aus einstöckigen 
Häusern bestand, während gegenwärtig deren Anzahl nur mehr 
45 Proz. beträgt. Es gab vor 30 Jahren nur 400 drei- und vier¬ 
stöckige Häuser, gegenwärtig aber 2400. 

A . Südekum. 

Statistische Mededeelinf/enmiU/ee/even door liet Bureau van 
Statistik der Gemeente Amsterdam. No. 9. StatisticJc 
der Bevolking van Amsterdam en eenige voormme steden der 
tcereld in het Jaar 1902. Amsterdam. J. Müller. 34 S. 

Das vorliegende Heft berichtet kurz über die im Jahre 1902 in 
Amsterdam erfolgten Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen und 
führt die vergleichende Betrachtung der Bevölkerungsbewegung in 
einer Reihe größerer Städte für das Jahr 1902 fort. Haben wir im 


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D. Referate. 


vorigen Jahresberichte (S. 104) die Geburtentabelle besonders hervor¬ 
gehoben, so geben wir dieses Mal einige instruktive Daten aus der 
Säuglingssterblichkeit wieder. Ihre Schwankung ist ungemein groß. 
Von 100 Lebendgeborenen verstarben wieder im ersten Lebensjahre in 
Moskau (das eine Geburtsziffer von 32,2, eine Sterbeziffer von 26,8, 
also einen Geburtenüberschuß von 5,4 aufweist) 36,9, in Petersburg 
(32,8 — 31,4 = 1,4) 34,1, in Lemberg (20,0 — 25,4 = — 5,4) 30,1, da¬ 
gegen in Christiania (31,3 —14,0 = 17,3) 10,0, Stockholm (24,5 —14,3 
= 10,2) 10,1, Paris (20,8 — 18,3 = 2,5) 10,8, Genf (21,4 — 17,6 = 3,8) 

11.3, Amsterdam (28,5 — 15,4 = 13,1) und Haag (27,9 — 14,4 = 13,5) 

12.3. Andere europäische Hauptstädte wie Bern (33,3 — 25,2 = 8,1) 
weisen die Zahlen 12,7, Brüssel (22,8 —16,1 = 6,7) 12,9, Rom (18,2 
— 15,1 = 3,1) 13,1, London (28,5 — 17,7 = 10,8) 14,0, Prag (26,3 — 
23,3 = 3,0) 14,7, Kopenhagen (26,3 — 15,3 = 11,0) 14,8, Budapest 
(30,0 — 19,2 = 10,8) 15,1, Warschau (34,7 —17,6 = 17,1) 16,1, Dublin 
(28,7 — 24,3 = 4,4) 17,4, Berlin (25,8 — 16,1 = 9,7) 17,7, Wien (30,2 
—19,6 = 10,6) 18,6, Madrid (29,9 — 27,2 = 2,7) 19,4 und Bukarest 
(28,7 — 23,3 = 5,4) 19,5 auf. 21 in der Tabelle vertretene deutsche 
Städte zeigen unter dem Gesichtspunkt der Säuglingssterblichkeit 
diese Reihenfolge: 



Geburtsziffer 

Sterbeziffer 

Geburts- 

Überschuß 

Von iüoo Le¬ 
bendgeborenen 
verstarben im 
1. Lebensjahre 

Charlotteuburg .... 

23,3 

i 

13,0 

10,3 

140 

Essen. 

44,8 

17,9 

26,9 

140 

Frankfurt a. M. 

28,5 

14,8 

13,7 

144 

Altona. 

29,6 

16,8 

12,8 

153 

Elberfeld. 

31,4 

18,2 

13,2 

156 

Hannover. 

27,0 

15,1 

11,9 

159 

Dresden. 

31,4 

17,0 

14,4 

161 

Königsberg i. Pr. . . . 

30,7 

22,6 

8.1 

169 

Düsseldorf. 

37,3 

18,3 

19,0 

176 

Berlin. ....... 

25,8 

16.1 

9,7 

177 

Leipzig. 

31,5 

16,2 

15,3 

184 

Magdeburg. 

29,2 

17,5 

11,7 

200 

Köln. 

37,8 

20,5 

17,3 

212 

Straßburg. 

30.0 

19,4 

10,6 

212 

Görlitz. 

26,7 

20,3 

6,4 

212 

Plauen i. V. 

38,0 

17,8 

20,2 

216 

Breslau. 

33,4 

22,7 

10,7 

220 

Nürnberg. 

38,4 

20,4 

18,0 

220 

Mannheim. 

42,6 

20,1 

22,5 

226 

München. 

35,1 

21,4 

13,7 

235 

Chemnitz. 

36,4 

22,2 

14,2 

275 


F. Kriegei . 


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II. Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 


93 


Sundbürg, G., Statistiska öfversiktstabeller för olika Länder, 8. Jahr¬ 
gang. Stockholm. 1903. Stat. Tidskr. 127. Heft. S. 135 
bis 284. 

Der in statistischen Kreisen wohlbekannte Verfasser setzt hier 
seine internationalen statistischen Übersichten fort. Wie in seinem 
Werke „Grunddragen af Befolkningsläran“ (Stockholm 1894) werden 
die Ziffern nicht nur für die einzelnen europäischen Länder berechnet, 
sondern auch für Osteuropa (Rußland, Ungarn, Galizien, Bukowina, 
Balkanhalbinsel) und für Westeuropa mit Trennung in Nordwest- und 
Südwesteuropa. Die Übersichten erstrecken sich über den ganzen 
Umfang der Statistik: Einwohnerzahl, Bevölkerungsbewegung, Finanzen, 
Ackerbau und dessen Produkte, Verbrauch von Tee, Kaffee, Alkohol, 
Zucker usw., Bergbau, Handel, Schiffahrt, Eisenbahnen u. a.; die 
Übersichten gehen stets so weit zurück, als Beobachtungen vorliegen. 
Wir entnehmen dem ungemein reichhaltigen statistischen Material 
die folgenden auf 1000 Einwohner berechneten Ziffern für 1891—1900: 



Ehe¬ 

schließungen 

Lebend- 

geborene 

Gestorbene 

Geburts¬ 

überschuß 

Isordwesteuropa .... 

7,72 

32.7 

20,7 

12.6 

Südwesteuropa .... 

7,47 

29,5 

24,0 

5.5 

Westeuropa. 

7,62 

31,4 

22.1 

9,3 

Osteuropa. 

8,67 

45,3 

31.8 

13,5 

Ganz Europa. 

! 8.03 

1 

36,9 

25,9 

11,0 


Das in schwedischer Sprache abgefaßte Werk ist jedem verständlich, 
da ein ausführliches französisches Inhaltsverzeichnis der einzelnen 
Tabellen angefügt ist. 

F. Prlnsing. 


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94 


D. Referate. 


III. 


Morbidität, Prophylaxe und Krankenfiirsorge. 

Prinz hi ff, F., Die Erkrankungshäufigkeit nach Geschlecht und Alter. 

Zeitschrift für Hygiene und Infektion. Band 42. 1903. 

S. 467—504. 

Die Morbiditätsstatistik ist noch wenig entwickelt, namentlich 
sind für die Kinderjahre keine zuverlässigen Zahlen vorhanden. Be¬ 
züglich der Erwachsenen liegen die Verhältnisse besser, da die 
Krankenkassen viel Material liefern, das freilich nur dann für die 
medizinische Statistik verwendbar ist, wenn die Kassenmitglieder nach 
Altersklassen getrennt werden. Notwendig ist ferner, daß auch die 
erwerbsiähig Erkrankten mit in Rechnung gezogen werden, die frei¬ 
lich niemals in ihrer ganzen Masse zu erfassen sind, sondern nur 
insoweit, als sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eine gleich¬ 
zeitige Ausdehnung der Erhebungen auf die Art der Krankheit macht 
diese Untersuchungen sehr kompliziert, so daß nur die Zahlen eines 
umfangreicheren Materials bei der vielfachen Teilung groß genug 
bleiben. Die vorliegende Abhandlung bearbeitet hauptsächlich die von 
Bleicher für die Ortskrankenkasse in Frankfurt gelieferte, leider 
wegen der großen Kosten nur auf ein Jahr sich erstreckende Aufnahme; 
außerdem werden die Ergebnisse der österreichischen, schweizerischen, 
italienischen und englischen Krankenkassen mitgeteilt. 

Autoreferat. 


Gottstein , A., Die Periodizität der Diphtherie und ihre Ursachen. 

Epidemiologische Untersuchung. Berlin. A. Hirschwald. 40 S. 
(1,20 M.) 

Die meisten epidemischen Krankheiten zeigen periodische Wellen 
von einer für jede Seuche charakteristischen Form. Für Masern und 
Scharlach, deren Welle innerhalb des Zeitraums einer einzigen leben¬ 
den Kindergeneration verläuft, hat Verfasser in einer früheren Arbeit 
das Gesetz der Kurve entwickelt und dort zugleich gezeigt, daß die 
positive Welle einer Diphtherieepidemie ungefähr ein halbes Jahr¬ 
hundert beansprucht, innerhalb dessen die Seuche sprungförmig ansteigt 
und nach steilen Höhepunkten terrassenförmig absinkt, um dann für 
einige Jahrzehnte ganz zurückzutreten. Durch umfangreiche stati¬ 
stische Untersuchungen wird in vorliegender Arbeit diese Erscheinung 
begründet. Die epidemische Schwankung wird nicht durch Unter¬ 
schiede in der Stärke des Ansteckungsstolfes oder seiner Ausbreitung, 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


95 


sondern durch ein stetiges ganz allmähliches Anwachsen in der Zahl 
der für Diphtherie hinfälligen Individuen einer Geburtsgeneration 
hervorgerufen. Unter den Neugeborenen steigt von Jahr zu Jahr die 
Zahl dieser hinfälligen Individuen bis zur Erreichung eines Maximums, 
dessen Eintritt zugleich den Gipfelpunkt der Seuchenkurven bedeutet, 
um dann langsam wieder abzunehmen. Vom Anfang bis zum Höhe¬ 
punkt der Seuche vergehen l 1 /.,—2 Jahrzehnte. Die Schwankungen 
der Empfänglichkeit erklären sich durch Auslese und Vererbung. Auf 
der Höhe der Seuche werden die empfänglichsten Kinder durch den 
Tod ausgemerzt; was übrig bleibt, groß wird und gleichartige Nach¬ 
kommen erzeugt, sind die wenig Empfänglichen und ganz Unempfäng¬ 
lichen neben vereinzelten verschont gebliebenen Hinfälligen. Aus 
Mangel an ansteckungsfähigem Material in der nächsten Generation 
der Nachkommen Durchseuchter tritt allmählich die Krankheit zurück, 
bis ganz langsam eine neue Generation mit einer größeren Zahl hin¬ 
fälliger Spielarten heranwächst, unter denen der Kampf mit dem 
Contagium von neuem anhebt. So groß die absolute Zahl der Opfer 
einer Diphtherieepidemie auf der Höhe ist, so genügt doch ein Spiel¬ 
raum von 1—5 Proz. hinfälliger Individuen, um die Unterschiedsgrade 
zwischen Epidemiezeit und freiem Intervall zu erzeugen. 

Den Schluß der Arbeit bilden Betrachtungen über die Anpassung 
der Gattung Mensch an solche Krankheitserreger, mit denen sie 
jahrhundertelang in steter Symbiose lebte und die schließlich zur 
Umwandlung des pathogenen Keims in einen Wohnparasiten durch 
allmähliche Auslese der Hinfälligen führen muß. 

Autoreferat. 


Ascher, L., Tuberkulöse und nicht tuberkulöse Erkrankungen der 
Atmungsorgane in Preußen seit 1875. Separatabdruck aus der 
Berliner klinischen Wochenschrift. 1903. Nr. 44. 12 S. 

Gegenüber der Schlußfolgerung, daß die Abnahme der Sterblich¬ 
keit an Tuberkulose (T) in Preußen auf die angewandten Maßnahmen 
beruht, d. h. in erster Linie auf bakteriologisch ergründete, ist fest¬ 
zustellen, daß die Abnahme im Jahre 1880, also vor Bekanntwerden 
der Entdeckung des Tuberkelbazillus begann, daß ihr aber eine Zu¬ 
nahme der nicht tuberkulösen, insbesondere der akuten Lungenkrank¬ 
heiten vorausging. Da man bei den engen Beziehungen aller Er¬ 
krankungen der Atmungsorgane untereinander nur zu richtigen An¬ 
schauungen gelangt, wenn man tuberkulöse und nicht tuberkulöse 
(T -f- NT) zusammen betrachtet, ist eine Addition von T -f- NT vor¬ 
genommen worden; und hier ergibt es sich, daß für die Gesamtheit 
aller Altersklassen ein Fortschritt nicht erreicht ist, indem 
von 1875—1879 und von 1897—1901 dieselbe Sterblichkeit, nämlich 


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96 


D. Referate. 


50 auf 10000 Lebende, herrschte. Betrachtet man dagegen die ein¬ 
zelnen 15 Jahresklassen, welche die preußische Statistik unterscheidet, 
so findet man eine Abnahme von T -|- NT in den Jahren 15—70, da¬ 
gegen in der Kindheit eine um so größere Zunahme, je jünger die 
Individuen sind, und eine nicht unbeträchtliche Zunahme auch im 
hohen Alter (über 70 Jahre). Betrachtet man T -j- NT einzeln, so 
findet man für T in fast allen Altersklassen eine Abnahme und für 
NT eine ganz gewaltige Zunahme, die um so größer ist, je jünger 
bzw. je älter das Individuum ist, bei männlichen wie bei weiblichen 
Personen. Diese Zunahme beträgt im Säuglingsalter, wenn man 1901 
mit 1876 vergleicht, 136 bzw. 144 Proz., von 1—2 Jahren 132 bzw. 
124 Proz., von 2—3 Jahren 102 bzw. 105 Proz. Diese Zunahme, die 
in den 70 er Jahren beginnt und durch die Influenza nur gesteigert 
wurde, stellt eine ernstliche Gefahr für das Volkswohl dar. 
Sie hatte nur insofern eine günstige Seite, als durch sie eine immer 
größere Zahl labiler Elemente, namentlich der jüngeren Jahre in 
akuter Weise dahingerafft und gleichzeitig auch eine große Zahl 
von Bazillenheerden entfernt wurde. Daß in der Tat bestimmte 
Beziehungen von geradezu gesetzmäßiger Art bestehen, beweist eine 
Berechnung des Verhältnisses von T -}- NT, aus der sich ergibt, daß 
in allen Altersklassen bei männlichen wie weiblichen Personen 
von Jahrfünft zu Jahrfünft die Tuberkulose beständig 
von den nicht tuberkulösen Erkrankungen der Atmungs¬ 
organe zurückgedrängt wird. Dasselbe wiederholt sich bei 
Berücksichtigung der Gesamtzahl für alle Lebensalter zusammen und 
für den Anteil der betreffenden Krankheiten an der Gesamtheit der 
Todesursachen. 

Gegen Cornets Annahme, daß die Tuberkulosesterblichkeit im 
mittleren Lebensalter deshalb so unverhältnismäßig hoch ist, weil 
hier durch den Aufenthalt in den Arbeitsstätten die Infektionsgefahr 
wächst, ist einzuwenden, daß niemals die Menschen so lange und so 
eng beieinander sich auf halten als im schulpflichtigen Alter, in 
dem aber gerade die Tuberkulosesterblichkeit die geringste von allen 
Altersklassen ist. Dagegen ist die Tuberkulosesterblichkeit am größten 
bei beiden Geschlechtern im Alter von 60—70 Jahren, wo bekannt¬ 
lich die Infektionsgefahr am geringsten ist. Die Tuberkulose¬ 
sterblichkeit folgt wie die der anderen Atmungskrank¬ 
heiten der allgemeinen Sterblichkeit resp. dem Gesetz 
von der natürlichen Widerstandskraft, das jeder kennen 
müßte, der über Immunität arbeitet. Dieses Gesetz 
lautet: die Widerstandskraft ist am größten im schul¬ 
pflichtigen Alter und nimmt in absolut gesetzmäßiger 
Weise nach dem Säuglings- wie nach dem Greisenalter 
ab. Nur soweit die Sterblichkeitskurve einer Krankheit von dieser 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


97 


Kurve abweicht, lassen sich unter Berücksichtigung aller in Betracht 
kommenden sozialen und hygienischen Faktoren Schlüsse ziehen. 

Jedenfalls zeigt der Umstand, daß bisher von keiner Seite auf 
diese unsere Kindheit bedrohende Zunahme der akuten Lungenkrank¬ 
heiten hingewiesen wurde, daß in unserer hygienischen 
Forschungsweise ein Fehler ist, nämlich die Nicht¬ 
berücksichtigung sozialwissenschaftlicher Unter¬ 
suchungsmethoden. 

Worauf die Zunahme der akuten Lungenkrankheiten beruht, wird 
man erst ergründen können, wenn diese Verhältnisse in möglichst vielen 
Gegenden untersucht sein werden. 

Autoreferat. 


Behring, E. v., Über Lungenschirindsuclifsentstehung und Tuberkulose¬ 
bekämpfung. Vortrag auf der Naturforscherversammlung in 
Kassel. Deutsche medizinische Wochenschrift. XXIX. 39. 

Die Anschauungen von Behring über die Entstehung und Be¬ 
kämpfung der Lungenschwindsucht stehen in mehrfacher Hinsicht in 
diametralem Gegensätze zu den in den letzten 20 Jahren geltenden 
Lehren; sie sind von Behring bruchstückweise nicht nur an der 
oben angegebenen Stelle, sondern auch anderweit veröffentlicht worden, 
nämlich in zwei Aufsätzen in der Berliner klinischen Wochenschrift 
1903 und 1904, in der Therapie der Gegenwart 1904 (Januar) und in 
der Deutschen medizinischen Wochenschrift 1904 Nr. 6, schließlich 
in einer besonderen Broschüre bei Elvers in Marburg 1903. 

Behring nimmt mit der Koch’sehen Schule an, daß der von 
Koch entdeckte Tuberkelbacillus die letzte Ursache der Krankheit 
ist, er behauptet aber entgegen Koch, daß die Bazillen der Perlsucht 
und der Tuberkulose des Menschen, wenn auch in biologischer Be¬ 
ziehung nicht durchaus identisch, in bezug auf die Fähigkeit, beim 
Menschen Krankheitsvorgänge auszulösen, aber gleichwertig seien. Er 
bestreitet ganz entschieden die von Koch, Flügge, Cornet, Baum¬ 
garten u. a. aufgestellte Lehre, daß die Schwindsucht der Lungen 
durch Aufnahme der Bazillen auf dem Wege der Einatmung in das 
Organ zustande käme; noch sei für keinen einzigen Fall dieser ein¬ 
fache Weg nachgewiesen. Die Bakterien würden vielmehr von den 
Schleimhäuten, ohne diese zu verändern, aufgenommen und auf dem 
Wege der Gefäßbahnen (Blut- und Lymplnvege) in die Organe ver¬ 
schleppt. Erst das Endstadium sei wie bei dem Rindvieh die Loka¬ 
lisation in den Lungen; zwischen der Aufnahme und der schließlichen 
Entstehung der Lungenschwindsucht könne ein Zeitraum von Jahr¬ 
zehnten liegen. Auch bestände ein quantitatives Mißverhältnis 
zwischen der Zahl der Menschen, die den Keim in sich aufgenommen 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 7 


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98 


D. Referate. 


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hätten, und der viel geringeren Zahl derjenigen, bei denen der Prozeß 
sich bis zum Ende der progressiven Lungenschwindsucht abwickle. 
Tuberkulös in dem Sinne, daß wir den Bacillus aufnähmen, seien 
wir alle, aber damit die Krankheit progressiv werde, und die latenten 
Bazillen mobil würden, dazu bedürfe es besonders disponierender Um¬ 
stände. Diese seien einerseits individuell und beständen in voraus¬ 
gegangenen Krankheiten, sozialem Elend, Berufsschädigungen, an¬ 
dererseits seien sie allgemeiner Natur. Im allgemeinen sei auf Grund 
anatomischer Anlagen zur Aufnahme der Tuberkelbazillen besonders 
befähigt der Darmkanal des ganz jungen Säuglings, so daß man sagen 
könne, die Quelle der tuberkulösen Infektion sei die Säuglings¬ 
milch. Wären auf diesem, von Behring für sehr verbreitet an¬ 
gesehenen Wege einmal Keime in den Körper eingedrungen, so be¬ 
wirkten sie anatomische Veränderungen im Bereiche der Blut- und 
Lymphgefäßwände, welche das Substrat der Skrophulose bildeten 
und riefen zugleich eine Überempfindlichkeit gegen das Gift des 
Tuberkelbacillus bei gleichzeitiger Immunisierung gegen dessen In¬ 
fektionskraft hervor. Nähme nun ein so vorbereitetes Individuum 
später auf irgend einem Wege wieder Tuberkelbazillen in größeren 
Mengen in sich auf oder würden die früher abgelagerten Keime mobil, 
so entstände nicht das Bild der vom Tierversuch her bekannten 
Miliartuberkulose, sondern das der örtlichen Tuberkulose mit Bevor¬ 
zugung der Lokalisation in den Lungen unter dem Bilde der Lungen¬ 
schwindsucht. 

Das Primäre sei also die Infektion im Säuglingsalter und hier 
habe die Vorbeugung der Krankheit einzusetzen, nicht bei der Be¬ 
mühung, den Keim in unserer Umgebung zu vernichten oder die schon 
Erkrankten in Lungenheilstätten zu bessern oder zu isolieren. Hierzu 
sei die Ernährung der Säuglinge mit tuberkulosefreier Kuhmilch er¬ 
forderlich, falls eine solche durch Menschenmilch nicht möglich. In 
Frage käme die Ernährung mit Milch solcher Tiere, die durch Immu¬ 
nisierung mit dem von Behring entdeckten Verfahren frei von Perl¬ 
sucht seien, ferner im Falle schon bestehender Erkrankung die Er¬ 
nährung mit der Milch solcher Tiere, die durch hochgradige Immuni¬ 
sierung zugleich Antitoxine gegen die Tuberkulose enthielten. Diese 
Antitoxine seien freilich nicht leicht zu konservieren, denn sie würden 
durch Kochen der Milch, wie durch deren natürliche Säuerung zer¬ 
stört. Behring glaubt in dem Zusätze von Formalin 1 : 5000 bis 
1 : 10000 zur ungekochten Milch ein Verfahren gefunden zu haben, 
welches diese Körper für etwa acht Tage vor der Zersetzung schützt. 

Behring’s Ansicht von der Entstehung der Lungenschwindsucht 
ist sehr wichtig, weil sie die schon lange erschütterte Lehre der 
Koch’sehen Schule, daß die Schwindsucht einfach durch Einatmung 
des Bacillus entstände und dann in jedem Falle entstehen müsse, end- 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


99 


gültig beseitigt. Sie setzt an deren Stelle eine neue Anschauung, die 
auf der breiten Grundlage umfangreicher Experimente beruht und einer 
ruhigen Nachprüfung bedarf. Der praktische Vorschlag von Behring 
dagegen, den Schwerpunkt der Verhütung der Krankheit auf die Er¬ 
nährung von Säuglingen mit atoxischer und antitoxischer Kuhmilch 
zu legen, ist so einseitig und vielfach anfechtbar, daß er schon jetzt 
von allen Seiten Widerspruch erfahren hat und voraussichtlich, wenig¬ 
stens in der vorgetragenen Fassung, nicht lange sich wird aufrecht 
erhalten lassen. 

A. Gottstein, 


Statistik der Heilbehandlung bei den Versicherungsan¬ 
stalten und zugelassenen Kasseneinrichtungen der 
Invalidenversicherung für die Jahre 1898, 1899, 
1900, 1901, 1902. Bearbeitet im .Reichsversicherungsamt. 
Amtliche Nachrichten des Reichsversicherungsamts. 1903. 
1. Beiheft. Berlin. Asher & Co. 145 S. (4,00 M.) 

Großes Tabellenwerk mit vorausgeschicktem Text, der die Haupt¬ 
ergebnisse hervorhebt. In diesen Vorbemerkungen werden die ge¬ 
setzlichen Bestimmungen angeführt, die den Versicherungsanstalten 
das Recht geben, das Heilverfahren für den Fall befürchteter In¬ 
validität bei Erkrankten und Invaliden zu übernehmen; ebenso werden 
die Verpflichtungen aufgezählt, die den Krankenkassen und An¬ 
gehörigen gegenüber aus dieser Übernahme erwachsen. Die Statistik 
gibt Aufschluß über den Umfang und die Erfolge dieser Heilver¬ 
fahren, sowie über Zahl und Art der benutzten Heilanstalten. Die 
Aufnahme geschah durch das Reichsversicherungsamt auf Grund ein¬ 
heitlicher 1898 vereinbarter Fragebogen, die von den Versicherungs¬ 
anstalten ohne erneute ärztliche Untersuchung ausgefüllt werden. 
Über den Umfang des Heilverfahrens klärt die Tatsache auf, daß in 
den fünf Jahren rund 130000 Personen mit einem Kostenaufwand von 
30 Millionen in Heilbehandlung genommen worden sind. Davon waren 
1902 46 Proz. Lungentuberkulose, entsprechend der Tatsache, daß 
von allen männlichen Arbeitern aus Bergbau, Hüttenwesen, Industrie 
und Bauwesen, die vor dem 35. Lebensjahr invalide werden, mehr als 
die Hälfte (im Alter von 20—24 Jahren fast zwei Drittel) an Lungen¬ 
tuberkulose leiden. Die Kosten des Verfahrens betrugen 1898 2,1 Proz. 
und stiegen allmählich bis 1902 auf 5,5 Proz. der Einnahmen. 

Beschickt wurden zahlreiche Krankenhäuser, 50 Lungenheilstätten, 
49 Genesungsheime, 106 Badeorte. 

Was die Wirkung betrifft., so sind die Anfangserfolge erheblich, 
sinken aber in den nächsten Jahren. Bei Lungentuberkulösen ist un¬ 
gefähr nach 3—4 Jahren eine ziemliche Konstanz eingetreten, nach 


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100 


D. Referate. 


der ein erhebliches Absiuken nicht mehr stattfindet, so daß nach Ab¬ 
lauf des dritten Jahres sich Erfolg oder Mißerfolg übersehen läßt. 
Nach Ablauf von 5 Jahren betrug der Heilerfolg bei Lungentuber¬ 
kulose insgesamt 31 Proz., bei Männern 28, bei Frauen 38 Proz. Bei 
anderen Krankheiten waren die entsprechenden Zahlen 38, 37 und 
40 Proz. Eine Wiederholung der Kur war erforderlich in der ersten 
Gruppe bei fast 19 Proz., in der zweiten bei 14 Proz. 

A. Gottstetn. 


Weicher, H., Beiträge zur Frage der Volksheilstätten. VIII. Leipzig. 

Leineweber. 123 S. (9,00 M.) 

Der Verfasser, der sich durch seine große Erfahrung, seine 
weiten Gesichtspunkte und seine kritische Unbefangenheit große Ver¬ 
dienste um die Feststellung der sozialhygienischen Bedeutung der 
Heilstätten frage erworben hat, behandelt in dem ersten kürzeren Ab¬ 
schnitte des vorliegenden Werkes, das reich an klinischen und epi¬ 
demischen Einzelheiten ist, die Ergebnisse des Jahres 1902 in seiner 
Heilanstalt. Der zweite größere Abschnitt bringt tabellarische For¬ 
schungen über die Dauererfolge der von 1895—1900 entlassenen rund 
3300 Personen. 

Die Hauptergebnisse dieser Statistik sind folgende. Von 100 be¬ 
handelten Personen waren nach Ablauf von mindestens 1—6 Jahren 
seit der Entlassung durchschnittlich im Jahre 41,6 in ihrer Arbeits¬ 
fähigkeit nicht oder wenig beeinträchtigt, wobei Frauen und Ver¬ 
sicherte bessere Ergebnisse haben, als Männer und Selbstzahler; bei 
den mit Erfolg entlassenen Kranken war der Dauererfolg noch höher 
(im Durchschnitt 55,3 Proz.). Die Höhe des Erfolgs ist von dem 
Stadium der Krankheit direkt abhängig. Der Erfolg hängt noch 
weiter von der Kurdauer ab, er ist am besten bei den 12—16 Wochen 
Behandelten. Die Einteilung in Stadien richtet sich nach den ört¬ 
lichen Befunden, nicht nach der Dauer des Leidens. Tuberkulöse 
Belastung ist nicht von Einfluß auf den Erfolg, wohl aber Habitus 
plithisicus. 

A. Gottstein . 


Weicher, H., Tuberkulöse — Heilstätten — Dauererfolge. Eine kri¬ 
tische Studie. Leipzig. Leineweber. 54 S. 

Die außerordentlich lesenswerte und lebhaft gefärbte Studie fordert 
die Heranziehung sozialhygienischer und rassenh} T gienischer Gesichts¬ 
punkte zur Erforschung der Tuberkulose. W. weist auf die Lücken 
hin, die die bisherige fast ausschließlich ätiologisch-bakterielle For¬ 
schungsrichtung bestehen ließ und auszufüllen nicht in der Lage ist. 


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101 


III. Morbidität, Prophylaxe und Kr atf Keu*i?. •* ; > 


Er bekennt sich als Anhänger des Stajidpihiktrf Vofi u. a. 

von der Notwendigkeit der Berücksichtigung der „Konstitution“, hebt 
die genealogischen und rassenhygienischen Forschungen von Riffel, 
Reibmayr, Ammon u. a. hervor. Den Schluß bildet eine Auf¬ 
forderung an den Staat, der bisher seine Mittel und seinen Einfluß 
ausschließlich zur Unterstützung der Erforschung der Krankheitserreger 
zur Verfügung gestellt hat, nunmehr auch jene Richtung zu fördern, 
die die andere offiziell vernachlässigte Seite der Tuberkuloseforschung, 
die Frage nach der Bedeutung der Zustände des gefährdeten Wirts¬ 
organismus, zum Gegenstand ihrer Untersuchungen gemacht habe. 
Denn durch die degenerierende Wirkung der Tuberkulose auf die Be¬ 
fallenen und ihre Nachkommen sei das Wohl des Staates unmittelbar 
beteiligt. 

A. Gott st ein . 


Paiunvitz, G. t Der Stand der Tuberkulosebekämpfung im Frühjahre 
1903. Geschäftsbericht für die Generalversammlung des Zen¬ 
tralkomitees zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke. 
Berlin. 215 S. 

Wie seine Vorgänger enthält auch dieser Bericht ein reiches 
Material zur Orientierung über den Status praesens der Tuberkulose¬ 
bekämpfung in Deutschland. An einigen Stellen hat man bei der 
Lektüre die Empfindung, als ob die Leitung des Zentralkomitees nicht 
mehr die ganze Kraft auf die Errichtung von Heilstätten konzentrierte, 
sondern den zahlreichen „kleinen Mittelchen“, in denen besonders die 
Franzosen und Belgier faute de mieux brillieren, wie Dispensaires, 
Pflegestätten, Desinfektion, Arbeitsnachweis usw. eine größere Auf¬ 
merksamkeit zuwenden will. Hoffentlich läßt sich die Leitung des 
Zentralkomitees nicht durch die unvermeidliche Kritik der Heilstätten¬ 
erfolge nervös machen oder gar durch übertrieben gepflegte inter¬ 
nationale Besprechungen von ihrer eigentlichen Aufgabe der Pflege 
des Heilstättenwesens ablenken. Bemerkenswert ist, daß der vor¬ 
liegende Bericht auch über die jüngste und vielversprechendste Phase 
der deutschen Heilstättenbewegung — die ländlichen Kolonien für 
Heilstätten-Entlassene — und ferner über die Unterbringung fort¬ 
geschrittener Fälle in Invalidenheimen eingehend orientiert. 

A. Grotjahn . 


Campuna , Der Kampf gegen die Tuberkulose als soziale Krank¬ 

heit. Sonderabdruck aus „Tuberkulosis“. Vol. II. Nr. 1. 

Bei der Krankenhausbehandlung der Lungentuberkulose will 
der Verfasser scharf unterschieden wissen 1. ländliche Sanatorien, 


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102 


D. Referate. 


2. K/ailkeritpUisef *. -für • aseptische Fälle, 3. Krankenhäuser für sep¬ 
tische ‘Tüberkulose. * Die Unterscheidung von septisch und aseptisch 
entspricht hier wohl kaum unserem Sprachgebrauch, den ohne zwingen¬ 
den Grund zu verlassen nicht ratsam ist Wenn der Verfasser mit 
dieser Trennung leichte und fortgeschrittene Fälle von Lungentuber¬ 
kulose meint, so ist ihm darin zuzustimmen, daß eine Trennung dieser 
Kategorie auch in der Krankenhausversorgung zweckmäßig ist. 

A. Grotjalin, 


1) Ergebnisse des von der Land es versieh erungsanstal t 

der HansasUidte bis Ende 1902 eingeleiteten Heil¬ 
verfahrens bei Versicherten, die an Emphysem, 
Asthma, Bronchitis, Neurasthenie, Sklerose, Ge¬ 
lenkrheumatismus etc. erkrankt waren. 10 S. 

2) Ergebnisse des von der Landesversicherungsanstalt der 

Hansastädte eingeleiteten Heilverfahrens bei lungen¬ 
kranken Versicherten bis Ende 1902. 34 S. 

3) J Die Handhabung des Heilverfahrens bei Versicherten 

durch die Landesversicherungsanstult der Hansa¬ 
städte im Jahre 1902 sowie die Jahresberichte über 
die Heilstättenanlagen. 49 S. 

4) Geschäftsbericht des Vorstandes der Landesversiche¬ 

rungsanstalt der Hansastädte für die Zeit vom 
1. Januar bis 31. Dezember 1902. 57 S. Hamburg. 
Lütcke und Wolff. 

In Nr. 1 werden Tabellen über die Ergebnisse der Behandlung 
an den im Titel genannten Krankheiten in bezug auf die Dauer¬ 
erfolge abgedruckt. Bei Emphysem betrug die Zahl für volle Er¬ 
werbsfähigkeit noch nicht 30 Proz., bei Asthma und chronischer 
Bronchitis etwa 40 Proz., bei Residuen von Lungenentzündung etwas 
weniger. Neurasthenie hatte 30 Proz., Skrophulose 50 Proz., Sklerose 
60 Proz., chronischer und subakuter Gelenkrheumatismus sowie all¬ 
gemeine Körperschwäche etwas über 40 Proz. zu verzeichnen. 

In Nr. 2 wird nicht nur ein tabellarischer Bericht über die Er¬ 
gebnisse der Behandlung Lungenkranker bis zum Jahre 1902, sondern 
auch eine ausführliche Schilderung des ärztlichen Feststellungsver¬ 
fahrens zur Beurteilung des Heilerfolges gegeben. Die Behandelten 
(über 5000 Personen) werden nach Beruf und Dauer der Behandlung 
vorgeführt. Von nahezu 4000 Personen, die kontrolliert wurden, war 
rund der fünfte Teil gestorben und mehr als 68 Proz. erwerbsfähig 
geblieben, darunter 17.1 Proz. mehr als 6 Jahre seit der Kur. 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


103 


Nr. 3 enthält tabellarisches Material über die Zahl der gestellten 
und bewilligten Anträge (3139 bzw. 1642, darunter 1127 Lungenkranke). 
Es folgen Berichte über die Zahl der Pflegetage, die Kosten des Heil¬ 
verfahrens (648,078 Mark), deren Verteilung auf die 17 benutzten Heil¬ 
anstalten und Kurorte, schließlich die Berichte der Heilanstaltsärzte. 

Der Bericht Nr. 4 enthält im wesentlichen Tabellen über Ge¬ 
schäftsergebnisse, die Verwaltungskosten und den Vermögensstand der 
Versicherungsanstalt, sowie Tabellen über Zahl und Alter der Ver¬ 
sicherten, denen Alters- oder Invaliditätsrente gewährt wurde. 

A . Gottstein . 


Jacob, 1 Die Dispensaires in Belgien und Frankreich. Deutsche 
medizinische Wochenschrift. XXIX. Nr. 44 und 45. 

Kohlt, A., Eine Studienreise des deutschen Zentralkomitees zur Er¬ 
richtung von Heilstätten für Lungenkranke. Deutsche Kranken¬ 
kassenzeitung 1903. Nr. 48—50. 

Samter, EL,, Eine Studienreise nach Belgien. Amtliche Nachrichten 
der Charlottenburger Armenverwaltung. VII. Sept. 1903. 

Das deutsche Zentralkomitee zur Errichtung von Heilstätten für 
Lungenkranke veranlaßte im Anschluß an den im September 1903 
in Brüssel stattfindenden internationalen Kongreß für Hygiene eine 
Studienreise zur Besichtigung der in Belgien und Frankreich be¬ 
stehenden Einrichtungen für die Bekämpfung der Tuberkulose. An 
dieser Reise nahmen 18 Herren teil, Heilstättenärzte, Vertreter von 
Regierungsbehörden, Krankenkassen und Landesversicherungsanstalten 
und der Armenverwaltung Charlottenburgs. Die oben angeführten 
Arbeiten sind Berichte dreier Teilnehmer, die sich dem tatsächlichen 
Inhalte nach decken, in den praktischen Schlußfolgerungen aber je nach 
der Stellung des Berichterstatters etwas auseinandergehen. 

Während Deutschland infolge der Unterstützung durch das Kapital 
der Versicherungsanstalten und privater Verbände in der Errichtung 
von Lungenheilstätten den anderen Ländern weit voraus ist, sind in 
den letzten Jahren in Nordfrankreich und Belgien durch die Initiative 
von Calmette in Lille und Malvoz in Lüttich andersartige Anstalten 
errichtet worden, die geeignet sind, die Heilstättenbewegung zu er¬ 
gänzen, nämlich die Dispensaires antituberculeux, deren Besichtigung 
die Studienreise vornehmlich galt. 

Die Dispensaires sind Zentralstationen, die an sich mit der ärzt¬ 
lichen Behandlung der Lungenkranken nichts zu tun haben, aber mit 
einer solchen verbunden sein können. Es bestehen derer heute in 
Belgien und Frankreich je mehr als zehn. Die Zentralstellen sind 
in gemieteten Räumen untergebraclit, der Schwerpunkt der Tätigkeit 


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104 


D. Referate 


liegt in der von ihnen ausgehenden häuslichen prophylaktischen Ob¬ 
sorge. Ist ein Schwindsüchtiger angemeldet, so wird er untersucht, 
in bezug auf die Individualhygiene unterwiesen, mit Speiflasche und 
Mundreinigungsutensilien versorgt Die Haupttätigkeit besteht in der 
Überwachung in der Wohnung durch den ouvrier enqueteur, meistens 
einen aus den Kreisen der Behandelten hervorgegangenen Arbeiter 
selbst und in der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Kleidern, Heiz¬ 
material, Beihilfe zur Wohnungsmiete in geeigneten Räumlichkeiten, 
in der Desinfektion der Wäsche und Wohnung, Erziehung zur Rein¬ 
lichkeit und Unterstützung der Liegekur. Eine fernere Aufgabe ist 
die Heranziehung der Unterstützung seitens anderer Wohltätigkeits¬ 
vereine und die Vermittlung der Verschickung in Heil- und Erholungs¬ 
stätten. Die Kosten sind verhältnismäßig gering. 

Während die oben genannten Arbeiten in dem tatsächlichen Be¬ 
richt, der am ausführlichsten bei Jacob ist, übereinstimmen, decken 
sie sich nicht in den Schlußfolgerungen. Jacob behandelt vorwiegend 
die Frage, ob diese Dispensaires auch in Deutschland am Platze 
seien, nicht als Erfolg der Heilstätten, sondern als deren Ergänzung. 
Er beantwortet die Frage positiv, schlägt den Namen „Fürsorgestellen 
für Kranke“ vor und verspricht sich von ihnen viel für solche Kranke, 
die wegen Raummangels oder zu weit vorgeschrittener Krankheit in 
Heilstätten keine Aufnahme fänden. 

Kohn ist gleich Jacob der Ansicht, daß im allgemeinen unsere Ein¬ 
richtungen den Vorzug verdienen, w r enn nur ein einziges System in Frage 
käme; neben diesen aber seien auch bei uns die Dispensaires 
■wertvolle Unterstützungseinrichtungen im Kampf gegen die Volks¬ 
krankheit. Er schlägt vor, die enqueteurs bei uns aus der Zahl der 
Krankenkontrolleure zu nehmen, die als Standesgenossen dem Fühlen 
des Kranken näher ständen und mehr Erfahrung besäßen als junge 
Arzte. Schließlich schildert er die als erstes praktisches Ergebnis 
der Studienreise in der Charite unter Leitung von Jacob seit dem 
1. November begründete Fürsorgestelle und deren Einrichtung. (Seit¬ 
her ist eine zweite von ärztlicher Seite in Berlin errichtet worden, 
ebenso in Halle und Charlottenburg und die Regierung ist selber in 
dieser Hinsicht organisatorisch vorgegangen.) 

Neben den obigen Gesichtspunkten behandelt Samter noch ins¬ 
besondere die Frage, ob man die Errichtung dieser Institute der 
freien Vereinstätigkeit überlassen solle. Er hält eine Durchführbar¬ 
keit im großen nur für möglich, w'enn sie von den Gemeinden in 
die Hand genommen oder doch durch erhebliche Unterstützungen ge¬ 
fördert würden. Im Anschluß hieran schildert er die in Charlotten¬ 
burg vom Roten Kreuz getroffene Einrichtung der Krankenfürsorge. 
Hier ist der ouvrier enqueteur durch eine Gemeindeschwester 
ersetzt, was S. zur Nachahmung empfiehlt. Von einer ärztlichen 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Kraukenfürsorge. 


105 


Untersuchung ist abgesehen, wohl aber hält Samt er für wesentlich die 
enge Verknüpfung mit den öffentlichen und privaten Wohltätigkeits¬ 
bestrebungen durch deren persönliche und räumliche Verbindung, 
wie sie in Charlottenburg dank seiner Mitwirkung besteht. 

A . Gottstet h, 

Fournter, A., Prophylaxie de la Syphilis. Paris. J. Rueff. (16,00 Frcs.) 

In dem vorliegenden Bande hat der Altmeister der Syphili- 
dologie gesammelt, was er im Laufe der letzten 25 Jahre an Arbeiten 
auf dem Gebiete der Prophylaxe und Bekämpfung der venerischen 
Krankheiten gearbeitet und publiziert hat — ein stattliches 558 große 
Seiten umfassendes Werk, dessen Inhalt allein ausreichen würde, die 
Lebensarbeit eines Mannes und zwar eines ganzen Mannes auszu¬ 
füllen. Denn Fournier hat sich nicht, wie sein großer Vorgänger 
R i c o r d, damit begnügt, die Pathologie, Symptomatologie und 
Therapie der Syphilis bis in alle Details auszubauen; er kann mit Fug 
und Recht als der Bahnbrecher der nunmehr über ganz Europa ver¬ 
breiteten Bewegung, jenes Kreuzzuges gegen die venerischen Krank¬ 
heiten, betrachtet werden, welcher jetzt eine Fülle hervorragender 
Streiter auf den Kampfplatz gelockt hat. Im einzelnen auf die 
zum Teil schon Jahre zurückliegenden Aufsätze einzugehen, erübrigt 
sich hier. Wer dieselben noch nicht kennt, wird an der wunder¬ 
baren Klarheit der Exposition, der Schärfe der Beweisführung und 
der unübertroffenen Eleganz der Diktion seine aufrichtige Freude 
haben. 

A. Blaschko. 

Fleuch, 31., und Werthelmer, L., Die Geschlechtskrankheiten und 
Rechtsschutz. Jena. G. Fischer. VII. 82 S. (2,00 M.) 

Ein Arzt und ein Jurist haben sich vereinigt, um die Frage, ob 
und unter welchen Voraussetzungen das Bestehen einer Geschlechts¬ 
krankheit die Ungültigkeit oder Auflösung einer Ehe bewirkt und 
welche sonstigen Rechtsfolgen diese Krankheiten haben können, zu er¬ 
örtern. Nach dem herrschenden deutschen Eherecht ist die Scheidung 
der Ehe zwischen einem gesunden und einem geschlechtskranken Ehe¬ 
gatten nur möglich, wenn dem Erkrankten ein bewußtes Verschulden 
nachgewiesen wird. Aber da dieser Nachweis außerordentlich selten 
erbracht werden kann, so ist tatsächlich die Ehescheidung auf Grund 
einer Geschlechtskrankheit außerordentlich selten durchgesetzt worden. 
Die Verfasser führen eingehend all die Ungeheuerlichkeiten aus, zu 
welchen die heutige Gesetzgebung und Rechtsprechung führt; sie 
stellen die — meines Erachtens recht anfechtbare — Forderung, daß 


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D. Referate. 


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Gonorrhoe und Syphilis, wenn sie während der Ehe bei einem Ehe¬ 
gatten auftreten, eo ipso als Ehescheidungsgrund zu gelten haben, 
ohne daß es des Nachweises des Ehebruchs bedarf. Ferner fordern 
sie — und hier kann man ihnen eher beipflichten, — daß die Eides- 
zuschiebung in Ehesachen, die auf das Auftreten von Syphilis und 
Gonorrhoe gestützt sind, für die Tatsachen, die sich auf die Ent¬ 
stehung und Art der Krankheit beziehen, für zulässig erklärt werden, 
sowie daß vor Gericht in solchen Fällen der Arzt als Sachver¬ 
ständiger von der Wahrung des Berufsgeheimnisses ohne weiteres 
entbunden sei. Schließlich verlangen die Autoren, daß bei Infizierung 
mit Geschlechtskrankheiten, auch ohne daß ein bewußtes Verschulden 
vorliegt, ein Anspruch auf Schadenersatz als berechtigt anerkannt 
werde. 

A. Btaachko. 


Jties, K., Über unverschuldete geschlechtliche Erkrankungen. Stutt¬ 
gart. Ferdinand Enke. 31 S. (1,00 M.) 

An einer großen Zahl von Beispielen zeigt der Verfasser in an¬ 
schaulicher und beredter Weise, wie namentlich die Syphilis oft 
auch außerhalb jedes Geschlechtsverkehrs erworben wird, wie häufig 
Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder in völliger Schuldlosig¬ 
keit dieser Seuche zum Opfer fallen. Ohne zu sehr auf wissen¬ 
schaftliche Details einzugehen, erörtert Ries in populärer Dar¬ 
stellung die zahlreichen verschiedenen Gelegenheiten, bei welchen 
das syphilitische Gift abgesehen vom geschlechtlichen Verkehr über¬ 
tragen werden kann. Das Büchlein ist sehr geeignet, auch dem 
Laien begreiflich zu machen, daß die Syphilis eine Infektionskrank¬ 
heit wie alle anderen ist, und daß man weder den einzelnen Kranken 
noch die Gesamtheit der Kranken weiterhin als Schuldige und Sünder 
betrachten darf. 

A, Blaschko. 


Hanauer, W., Geschichte der Prostitution in Frankfurt a. M. Sonder¬ 
abdruck aus der Festschrift für den I. Kongreß der Deutschen 
Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten in 
Frankfurt a. M. 1903. 56 S. 

Der Verfasser gibt eine interessante Schilderung der Frankfurter 
Prostitutionsgeschichte aus den letzten 500 Jahren, innerhalb deren 
er vier Perioden unterscheidet: Die erste reicht bis zur Reformation 
und ist die Zeit der Frauenhäuser. Die Prostitution war da streng 
lokalisiert und abgegrenzt, und von einer moralischen Infektion des 
Bünrertums konnte unter diesen Umständen nach Ansicht des Ver- 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


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fassers keine Rede sein. Der gesundheitliche Wert des Systems ent¬ 
zieht sich aber der Beurteilung, weil erstens die Syphilis erst am 
Ende dieser Periode auftrat und zweitens eine zweckmäßige Therapie 
und Hygiene damals noch unbekannt waren. Der zweite Abschnitt 
reicht bis zum Beginne des 18. Jahrhunderts und ist durch das 
Verbot und die Bestrafung der Prostitution charakterisiert. Diese 
Maßnahmen stellen die Reaktion des Bürgertums gegen die unerhörte 
Sittenverderbnis des Klerus und Adels dar und andererseits die Ab¬ 
wehr- und Verteidigungsversuche gegen die allenthalben Tod und 
Siechtum bringende Lustseuche. Eine offizielle Prostitution gab es 
nicht; statt ihrer entstand eine Winkelprostitution mit Absteige¬ 
quartieren und geheimen Bordellen, die auch die Schlupfwinkel von 
Verbrechern wurden. Das Bürgertum wurde allmählich infiziert, und 
Frankfurter Bürgerstöchter, sowie Witwen und auch Ehefrauen gaben 
sich dem schimpflichen Gewerbe hin. Während der dritten Periode, 
das heißt im 18. Jahrhundert, war die Sittenpolizei, die vordem dem 
sogenannten Sentenamt, einer weltlichen Behörde, unterstellt war, einem 
geistlichen Gericht — Konsistorium — überwiesen, welches neue 
Strafarten gegen Unzüchtige einführte und Mandate gegen den Verkehr 
von Prostituierten mit Soldaten, gegen Verleitung zu unsittlichem 
Leben, gegen Entführung und Verkuppelung von Weibspersonen er¬ 
ließ. Die Versuche, die Prostitution durch gewaltsame Mittel auszu¬ 
rotten, führten zu einer allgemeinen Unsittlichkeit der gesamten Be¬ 
völkerung, dergestalt, daß überhaupt eine deutliche Grenze zwischen 
gewerbsmäßiger Prostitution und anständigem Bürgertum nicht mehr 
existierte. In sanitärer Hinsicht erwiesen sich die wenigen, system- 
und zwecklosen Untersuchungen der Dirnen durch Wundärzte als 
völlig wirkungslos. Gegenüber den erschreckenden Zuständen wurden 
von verschiedenen Seiten Vorschläge zur Besserung gemacht, die 
weitestschauenden und verständigsten von dem Senator Schlosser, 
der empfahl, dem Luxus zu steuern, Moralunterricht in der Schule 
zu erteilen, in sexuellen Dingen sich einer gleichen Beurteilung 
beider Geschlechter zu befleißigen, die Ehescheidungen zu erleichtern 
und vieles andere. Erst in der vierten Periode — im 19. Jahr¬ 
hundert — wurde in hygienischer Beziehung der Anfang zu syste¬ 
matischen Massregeln gemacht. Das Konsistorium wurde aufgehoben, 
die Prostitution reglementiert und geduldete Bordelle eingeführt. 
Die Dirnen mussten der Polizei wöchentlich eine bestimmte Steuer 
entrichten; das hierdurch eingekommene Geld wurde zur Heilung der 
angesteckten Mädchen im Spital verbraucht. Die öffentlichen Häuser 
wurden allwöchentlich durch einen Physikus revidiert und die In¬ 
sassen untersucht — auf Kosten der Bordellbesitzer, denen — meist 
Witwen — die Konzession stets nur auf Widerruf erteilt wurde. 
Mit Strenge schritt die Polizei gegen die heimlichen Bordelle ein, 


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D. Referate 


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und die nicht inskribierten Prostituierten wurden ausgewiesen. 1869 
wurden die Bordelle aufgehoben und die Prostitution und Sittenpolizei 
in dem noch heute bestehenden Sinne organisiert. Aus der Geschichte 
der Prostitution in Frankfurt a. M. ergibt sich für Hanauer als 
Quintessenz, daß eine gewaltsame Unterdrückung der Prostitution 
zur größten Sittenverderbnis führe, während die Reglementierung 
einen günstigen Einfluß auf die öffentliche Moral ausübe. 

A, Blaschko. 


2Fie.suen, Jl. v.. Womit sind die Geschlechtskrankheiten als Volksseuche 
im Deutschen Reiche ivirksam zu bekämpfen? Hamburg. Ge¬ 
brüder Lüdeking. 40 S. (1,50 M.) 

Beantwortung des von der Leipziger Ortskrankenkasse veran- 
laßten gleichnamigen Preisausschreibens. In der Mehrzahl seiner 
Forderungen schließt sich der Verfasser demjenigen an, was von den 
Sachverständigen in den letzten Jahren, insbesondere auf den beiden 
Brüsseler Konferenzen, ausgeführt worden ist. Bedenklicher sind aber 
einige dem Verfasser eigentümliche Forderungen, z. B. Verbot der ge¬ 
werblichen Prostitution, Bestrafung der Verheimlichung von Ge¬ 
schlechtskrankheiten, Gesundheitsnachweis vor der Verehelichung, 
Trennung der Syphilidologie von der Dermatologie im Universitäts¬ 
unterricht usw. Daß der Verfasser, der bekanntlich wiederholt den 
Syphilisbacillus „entdeckt“ hat, diese seine „Entdeckung“ gebührend 
in den Vordergrund der Betrachtung stellt, ist schließlich menschlich 
verzeihlich. 

A. Blaschko . 


Sti'öhmberg, C., Die Bekämpfung der ansteckenden Geschlechtskrank¬ 
heiten im Deutschen Reiche. Stuttgart. Ferdinand Enke. 
Vir. 87 S. (2,80 M.) 

Ebenfalls eine Beantwortung des Preisausschreibens der Leipziger 
Ortskrankenkasse. In dem ersten Abschnitt des Buches gibt der Ver¬ 
fasser eine populär gehaltene Schilderung der Symptome und Ver¬ 
breitungswege der Geschlechtskrankheiten. Im zweiten gibt er die 
Mittel an, welche seiner Meinung nach geeignet seien, die Geschlechts¬ 
krankheiten zu bekämpfen. Strohmberg sieht den Grund für die 
Zunahme der Geschlechtskrankheiten in der Entwicklung Deutsch¬ 
lands aus einem Agrar- in einen Industriestaat. Nicht in dem Sinne, 
wie es der Referent verschiedentlich ausgeführt hat, daß das An¬ 
wachsen der städtischen Bevölkerung auf Kosten der Landbevölkerung 
die notwendige wirtschaftliche Grundlage für einen vermehrten Be¬ 
darf an und für ein vermehrtes Angebot von Prostitution geschaffen 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


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habe, sondern Ströhmberg führt es darauf zurück, daß sich ,.die 
bäuerliche Naivität in proletarische Rohheit und Frechheit ver¬ 
wandelt und die für den wirtschaftlichen Organismus wichtigen Fa¬ 
milientriebe vernichtet habe, nicht zum wenigsten unter dem Einfluß 
der Sozialdemokratie, der Lehre von der freien Liebe, die darauf aus¬ 
gehe, die Frau auf das niedere Sittlichkeitsniveau des Mannes herab¬ 
zuziehen, anstatt den Mann auf das höhere Niveau der Frau zu heben“. 
So entstehe das Yerhältniswesen und aus diesem wieder die Pro¬ 
stitution. Um zu verstehen, wieso es kommt, daß in den Augen des 
Verfassers sich die Welt so wunderbar abspiegelt, muß man Massen, 
daß derselbe als Polizeiarzt in einer russischen Provinzialstadt (Dorpat) 
lebt, und daß man von ihm daher kein durchgreifendes Verständnis 
der sozialen Zusammenhänge erwarten darf. Auch mit Bezug auf 
die Prostitution und deren Uebe-iwachung bewegt sich der Verfasser 
in dem alten Geleise. 

A. Blaschko. 

Zepter, G Über die Notwendigkeit einer Krankenunterst utzung für 
Prostituierte. Berlin. Oscar Coblentz. 43 S. (0,80 M.) 

Z e p 1 e r will die heutige Reglementierung durch eine obligatorische 
Krankenversicherung der Prostituierten ersetzt wissen und macht 
Vorschläge für die Organisation derartiger Krankenkassen. Wenn 
auch in der Zepler’sehen Idee ein gesunder Kern steckt, so 
scheitert die Durchführung derselben meiner Meinung nach daran, 
daß aus freien Stücken kein Mädchen die Prostitution als Beruf an¬ 
geben würde und die zwangsweise Einschreibung in die Liste der 
Prostituierten-Krankenkasse natürlich als ebenso entehrend angesehen 
•werden würde, wie heute die Einschreibung in die Dirnenliste. Aber 
Zepler’s Vorschlag hat inzwischen schon anregend gewirkt. Auf 
dem Frankfurter Kongreß der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung 
der Geschlechtskrankheiten hat P. Kampffmey er eine ähnliche Ver¬ 
sicherung empfohlen. Diese aber vermeidet die Ausnahmestellung der 
Prostituierten dadurch, daß Kampffmeyer überhaupt alle Personen 
mit einem Einkommen unter 2000 Mark zur Krankenversicherung heran¬ 
ziehen will. Natürlich ist auch diese Idee noch sehr diskussions¬ 
bedürftig: aber es steckt darin doch der Ansatz zu fruchtbaren 
hygienischen Reformen. 

A. Blaschko . 

Matzenauer, It., Vererbung der Syphilis. Wien. Wilhelm Brau¬ 
müller. Ergänzungsheft zum Archiv für Dermatologie und 
Syphilis. III. 216 S. (4,00 M.j 

Die Lehre, daß die Sj’philis von dem erkrankten Vater auf das 
Kind übergehen könne, ohne daß die Mutter zu erkranken brauche, 


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D. Referate. 


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schien seit Jahrzehnten in der medizinischen Wissenschaft gesichert 
Aber sie stand im Gegensatz zu den Beobachtungen bei allen In¬ 
fektionskrankheiten, bei denen eine Vererbung durch spermatische 
Krankheitsübertragung nicht existiert. Matzenauer sucht nun 
mit einem großen Aufwand von Tatsachenmaterial und unter scharfer 
Kritik der bestehenden Lehre den Nachweis zu führen, daß es eine 
Vererbung der Syphilis vom Vater her nicht gibt, daß vielmehr alle 
Beobachtungen, welche von den Anhängern dieser Lehre geltend ge¬ 
macht werden, leicht in ungezwungener Weise eine Erklärung finden, 
durch Vererbung der Syphilis von seiten der Mutter. Es gibt nach 
Matzenauer keinen Fall, in welchem wir bei Syphilis des Kindes 
Syphilis der Mutter ausschließen könnten und daher gezwungen 
wären, einen anderen Vererbungsmodus als den über die Mutter an¬ 
zunehmen. Wenn auch Mütter hereditär luetischer Kinder an¬ 
scheinend gesund seien, so weise doch die bestehende Immunität 
dieser Mütter gegen Syphilis darauf hin, daß diese selbst früher 
einmal erkrankt gewesen seien, ihre Erkrankung aber übersehen 
worden sei. Denn es gibt nach Matzenauer keine von der Krank¬ 
heit selbst unabhängig übertragene dauernde Immunität gegen Syphilis. 
Die Matzenauer’schen Arbeiten, welche eine der wichtigsten Grund¬ 
lehren der Syphilidologie erschüttern, sind schon bei ihrem ersten 
Erscheinen in Wien auf starken Widerspruch seitens seiner Berufs¬ 
genossen gestoßen. Jedenfalls werden dieselben den Anlaß zu er¬ 
neuten eingehenden Untersuchungen über diese wichtige mit der 
Lehre von der Syphilis und der Lehre von der Vererbung im Zu¬ 
sammenhang stehenden Fragen geben. 

A. Blaschko. 


Detennan h , Volksheilstätten für Nervenkranke. Wiesbaden. Berg¬ 
mann. 45 S. (1,00 M.) 

Die Schrift ist der erweiterte Abdruck eines Vortrages, in dem 
der Vortragende in mustergültiger Weise alles znsammenfaßt, was 
sich gegenwärtig über die Notwendigkeit, Einrichtung und Ausführung 
von Volksheilstätten für Nervenkranke sagen läßt. Neue Gesichts¬ 
punkte in die Diskussion zu werfen, war wohl nicht der Zweck der 
Schrift. Die Bolle, die den Landesversicherungsanstalten von allen 
Freunden der Sache für die Entwicklung des Volksheilstättenwesens 
für Nervenkranke zugedacht wird, hätte vielleicht etwas stärker be¬ 
tont werden können. 

, 1 . Grotjahn. 


ScJurarz, Q. Ch., Über Nervenheilstätten und die Gestaltung der Ar¬ 
beit als Hauptlieilmittel. Ein AVort aus praktischen Erfahrungen 


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HL Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


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an Ärzte und alle Förderer des Gemeinwohls gerichtet. Mit 
einer Einführung von P. J. Möbius. Leipzig. Barth. 134 S. 
(2,50 M.) 

Der Verfasser ist Nichtarzt und nach seinen eigenen Worten 
„einer der Unzähligen, die es am eigenen Leibe erfahren mußten, was 
es heißt, nervenkrank zu sein“. Er war monatelang in der bekannten 
Nervenheilstätte Haus Schönow bei Zehlendorf und es gewährt einen 
eigenen Reiz, gerade von einem Patienten die Beobachtungen am 
eigenen Leibe über den Einfluß der dort gepflegten Beschäftigungs¬ 
therapie kennen zu lernen. Die Kritik der Grohmann’schen Ideen, 
die Schwarz gibt, ist wohl unzutreffend und erklärt sich aus der 
Verschiedenheit der Gesichtspunkte, von dem aus beide die Arbeit 
nervenkranker Personen ansehen. Schwarz will durch Arbeit Neur¬ 
astheniker heilen, während Groll mann Psychopathen in Arbeits¬ 
sanatorien dauernd versorgen will. Besonders beherzigenswert er¬ 
scheint dem Referenten die Polemik Schwarz’s gegen die strenge 
Klausur, die man in den sogenannten offenen Nervenheilanstalten 
Deutschlands immer noch für angebracht hält. Kein Geringerer als 
P. J. Möbius, der Vater der Idee der Arbeitsnervenheilstätte, hat 
die vorliegende Schrift mit einer Einleitung versehen. 

A. Crotjahn. 


Ergebnisse der Zählung der Geisteskranken im Kanton 
Bern vom 1. Mai 1002. Mitteilung des Bernischen sta¬ 
tistischen Bureaus. Jahrgang 1903. Lieferung 1. Bern. 
A. Francke. 79 S. (1,20 M.) 

Die kantonale Zählung der Geisteskranken im Kanton Bern, die 
nach denselben Prinzipien wie die letzte im Jahre 1871 vorgenommen 
wurde, ergab das erschreckende Resultat, daß, während die Be¬ 
völkerung des Kantons um 17,7 Proz., die der Geisteskranken um 
79.4 Proz. zugenommen hatte; dabei hat sich weiter ergeben, daß sich 
die im engeren Sinne Geisteskranken um 90,9, die Zahl der Idioten 
und Schwachsinnigen um 69,4 Proz. vermehrt hatte. Von den weiteren 
Ergebnissen interessiert besonders das Faktum, daß unter den Geistes¬ 
kranken den relativ größten Prozentsatz (auch nach Abzug der Kinder 
unter 15 Jahren) die Ledigen ausmachen, wobei allerdings zu berück¬ 
sichtigen ist, daß eine große Zahl derselben wohl infolge der von 
früher Jugend an bestehenden Krankheit ledig geblieben ist, ferner 
daß die Verheirateten auch gegenüber den Verwitweten und Ge¬ 
schiedenen sich in erheblich günstigerer Lage befinden. Verfasser 
macht weiter ausführliche Angaben über das Befallensein der ein¬ 
zelnen Altersstufen, der Nationalitäten, Konfessionen, Berufsarten. 


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112 


D. Referate. 


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ferner über den Aufenthaltsort der Kranken; von 5029 Kranken be¬ 
fanden sich nur 2489 in Anstaltspflege, auf öffentliche Kosten wurden 
verpflegt 2827 Kranke; von Geburt an krank waren 2562 (davon 
889 Idioten oder Kretins), unter den übrigen 2467 befanden sich 
515 heilbare und 110 alkoholisch Geisteskranke. 

Der zweite Teil der Publikation enthält in tabellarischer Über¬ 
sicht die Ergebnisse der Zählung. 

M. Bloch. 


Stier t E. f l.l>cr Verhütung und Behandlung von Geisteskrankheiten in 
der Armee. Hamburg 1902. Lüdeking. 43 S. (1,00 M.) 

Stier hat die bedeutsame Frage der Geisteskrankheiten in der 
Armee zusammengefaßt. Bei den engen Beziehungen zwischen Zivil¬ 
medizin und Militärmedizin hat diese Frage auch eine erhöhte soziale 
Bedeutung. Es betragen die in der deutschen Armee beobachteten 
Psychosen 0,52 Promille der Kopfstärke. Die Zahl ist geringer als die 
in anderen Armeen und geringer als in der Zivilbevölkerung. Über 
die bei Offizieren vorgekommenen Paralysen gibt es allerdings keine 
Statistik. Weit mehr, als bekannt ist, hat schon in früheren Zeiten 
bei der Aushebung das Streben bestanden, die Einstellung psychisch 
Erkrankter zu verhindern. In der Neuzeit ist noch mehr Wert darauf 
gelegt worden, und in Zukunft wird bei dem Heeresersatzgeschäft 
der Nachdruck auf die Ermittlungen gelegt werden müssen, daß auch 
die Psychoseverdächtigen nicht eingestellt werden. Die mit hohem 
Grad geistiger Beschränktheit Versehenen strengen das Ausbildungs¬ 
personal besonders an und geben zu Mißhandlungen Veranlassung. 
Es ist daher schon bei der Musterung auf den Grad der phj’sio- 
logischen Dummheit zu achten, dort wo sie in Schwachsinn über¬ 
geht. Auch hier werden umfangreiche Ermittlungen notwendig werden. 
Wenn auch ihre Anstellung schwierig ist, so muß sie doch erfolgen 
und ich möchte diesen Punkt noch mehr betonen, als dies Stier 
getan hat. Da wir in Deutschland bekanntlich mehr Militärtaugliche 
haben, als die Armee braucht, so sollen die mittleren Grade der Be¬ 
schränkten und die psychopathisch Minderwertigen nicht eingestellt 
werden und der Begriff Beschränktheit so frei als möglich ausgelegt 
werden. In die Armee sollen eben nur die körperlich und geistig 
Besten aufgenommen werden. Bei den Eingestellten handelt es sich 
dämm, die Psychose möglichst zeitig zu erkennen. Dies ist möglich 
durch die den preußischen Militärärzten seit langem gewährte psychi¬ 
atrische Vorbildung. Psychisch Erkankte werden sofort in eine 
Irrenheilanstalt übergeführt. Wenn es nicht möglich sein sollte, in 
jedem Lazarett Einrichtungen zu treffen zur vorläufigen Unterbringung 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


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erregter Geisteskranker, so muß die Überführung solcher in geeignete 
Militärlazarette oder Irrenanstalten schnell erfolgen. Mit dem Vor¬ 
schlag, daß bei den Fortbildungskursen für Militärärzte, wie solche 
seit 1880 bestehen, psychiatrische Kurse eingerichtet werden, kann 
man einverstanden sein. Den Schluß der anregend geschriebenen 
Schrift bildet ein ausführliches Literaturverzeichnis, das die zerstreute 
Literatur in übersichtlicher Weise sammelt. 

ö. Xeumann. 


Wlassak , _ß.. Der Alkoholismus im Gebiete von Mährisch-Ostrau. 
Separatabdruck aus der Internationalen Monatsschrift zur Er¬ 
forschung des Alkoholismus. Jahrgang XIII. Nr. 1—2. Wien. 
19 S. (0,50 M.) 

Auf wenigen Seiten wird hier ein wahrhaft schaudervolles Bild 
der Alkoholverseuchung der Arbeiterschaft einer schnell wachsenden 
Industriestadt geschildert. Verfasser berechnet aus dem vorliegenden, 
allerdings mangelhaften statistischen Material einen Alkoholkonsuni 
von 20 Liter absoluten Alkohols pro Kopf und Jahr, eine Zahl, die 
die größte bisher bekannte Konsumziffer noch erheblich übersteigt. 
Verfasser zeigt, daß es sich hier um eine kulturell noch sehr tief¬ 
stehende Bevölkerungsklasse, die zum größten Teile aus ländlichen 
Verhältnissen stammt, handelt; die Kenntnis der modernen Arbeiter¬ 
bewegung und Neigung zu gewerkschaftlicher Organisation steht 
noch kaum in den ersten Anfängen. Wlassak weist nach, daß 
sehr wesentliche Momente für den Umfang des Alkoholkonsums die 
bedenklichen Konzessionsverhältnisse (neben den offenen Schank¬ 
stätten wird Alkohol in geschlossenen Flaschen von allen Lebens¬ 
mittel verkaufenden Händlern feilgehalten, beim Schnapseinkauf sogar 
Berechnung von Vorzugspreisen für Lebensmittel gewährt) und die 
geradezu Entsetzen erregenden Wohnungsverhältnisse, von denen 
Verfasser einige Beispiele anführt, darstellen. An der Hand von 
Tabellen wird gezeigt, wie die Arbeitsleistung an den Tagen nach 
Vorschuß- oder Lohnzahlung sinkt, die Zahl der ungenieldet der Ar¬ 
beit Fernbleibenden steigt und wie ungünstig Morbidität und Morta¬ 
lität beeinflußt werden. 

Für die trostlosen Zustände, die hier geschildert werden, er¬ 
wartet Verfasser Heilung einzig und allein von der Erstarkung der 
Arbeiterorganisation. Erst wenn hier Erfolge erzielt sein würden, 
werde man in eine Agitation für Abstinenz eintreten können. 

Referent verkennt nicht die Berechtigung der Annahme, daß je 
höher der Kulturstandpunkt, desto aussichtsvoller der Kampf gegen 
den Alkoholismus ist, daß also intellektuelle und soziale Hebung der 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 8 


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D. Referate. 


Arbeiterklasse den Kampf gegen den Alkoholteufel erleichtert; des¬ 
wegen aber darf die Möglichkeit, auch durch gesetzgeberische Ma߬ 
nahmen verschiedener Art (Konzessionsverhältnisse, strengere Vor¬ 
schriften bei der Arbeit, Bau von Arbeiterwohnhäusern, Gasthäuser 
ohne Trinkzwang usw.) zu wirken, nicht ohne weiteres von der Hand 
zu weisen sein. 

M. Bloch. 


Popert, H. M., Hamburg und der Alkohol. Hamburg. L. Gräfe. 

2. Auflage. 89 S. (2,00 M.) 

Der Verfasser, Landrichter in Hamburg, schildert in dem ersten 
Abschnitte seiner Arbeit den verderblichen Einfluß des Alkohols auf 
die Volksgesundheit der Stadt Hamburg, wie er sich in den ge¬ 
sundheitlichen Verhältnissen, der Belastung des Armenetats usw. 
dokumentiert. Des weiteren bespricht er die Verhältnisse der Kon¬ 
zessionserteilung und die tatsächliche Auslegung, wie sie sich in 
Hamburg in der Praxis herausgebildet und damit zur Folge gehabt 
hat, daß sich die Zahl der Schankstellen in geradezu ungeheuerlicher 
Weise vermehrte, insbesondere in den Stadtteilen des Proletariats, 
aber auch in einzelnen Gegenden des Landgebietes. Er betont weiter, 
daß Bier und Wein in der Konzessionsfrage nicht anders behandelt 
werden dürften wie Branntwein und hält vor allen Dingen die Er¬ 
teilung halber Konzessionen für ein Unding, da die Inhaber dieser 
halben Konzessionen stets gewissermaßen eine Reserve bildeten, der 
die volle Konzession im Laufe der Zeit doch meist zuteil würde. 
Durch Verminderung der Konzessionen dürfte es allmählich gelingen, 
zur Monopolisierung des Schankbetriebes im Sinne eines verbesserten 
Gothenburger Systems zu gelangen. Weitere Maßnahmen sind Forderung 
der alkoholfreien Wirtschaften, die gebührenfrei bleiben müßten, Er¬ 
höhung der Konzessionsgebühren, Einführung einer Frühpolizeistunde 
(8 Uhr morgens), Erhöhung der Grundsteuer für Grundstücke mit 
Alkoholverkaufsstellen, Einführung des Rekurses gegen Erteilung von 
Konzessionen bei der Senatssektion für Rekurssachen (bisher ist nur 
der Bewerber imstande, gegen Ablehnung der Konzession Berufung 
einzulegen), häufigere Anwendung der Entmündigung wegen Trunk¬ 
sucht, Errichtung von Trinkerheilanstalten, Mitwirkung der Schule, 
sorgfältige Statistik, Beseitigung des Bouteilleurwesens (eine Art 
Kantinenbetrieb für alkoholische Getränke auf Bauplätzen u. dgl.) 
und schließlich alle mögliche staatliche und private Förderung der 
Guttempler und ähnlicher Reformverbände. — Die Schrift des Ver¬ 
fassers, der auf abstinentem Standpunkt steht, zeichnet sich einerseits 
durch große Sachkenntnis und Belesenheit auf dem Gebiet des 
Alkoholismus, andererseits durch Maßhalten und Zurückdrängen 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


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fanatisch-radikaler Forderungen aus. Besonders beachtenswert sind 
die Mahnungen, die er an die sogenannten besseren Stände und deren 
akademisch gebildete Mitglieder bezüglich ihrer Aufgaben im Kampfe 
gegen den Alkohol richtet. 

M. Bloch. 


Fraenkel, C., Gesundheit und Alkohol. Veröffentlichungen des Deutschen 
Vereins für Volkshygiene. Heft IV. 47 S. (0,30 M.) 

Der Verfasser stellt seinem Aufsatze folgende Leitsätze voran: 
„Der Alkohol ist in jeder Form, als Branntwein, Wein oder Bier, und 
schon in verhältnismäßig sehr kleinen Mengen ein Gift für den mensch¬ 
lichen Körper. Eine stärkende, kräftigende, ernährende Wirkung ver¬ 
mag der Alkohol entweder überhaupt nicht oder doch nur in ganz 
beschränktem, praktisch bedeutungslosem Maße auszuüben. 

Alle diejenigen Menschen, bei denen eine besondere Empfindlich¬ 
keit gegen den Einfluß des Alkohols beobachtet wird, so namentlich 
Kinder bis zum 14. Lebensjahre, nervöse Personen und ehemalige 
aber geheilte Trinker sollen daher auf den Genuß geistiger Getränke 
irgendwelcher Art überhaupt und unter allen Umständen verzichten. 

Erwachsene und gesunde Menschen dagegen vertragen kleine 
Mengen 30—40 ccm, d. h. so viel, wie in etwa einem Liter Bier, einem 
Wasserglas Wein und einem Weinglas Branntwein enthalten ist, im 
Laufe eines Tages ohne erkennbarem Nachteil. Auch sie sollen aber 
den regelmäßigen Genuß selbst so geringer Mengen vermeiden. 

Nur derjenige ist in Wahrheit mäßig und befugt, sich so zu 
nennen, der nicht jeden Tag geistige Getränke zu sich nimmt, ,seinen“ 
Wein oder ,sein‘ Bier trinkt, sondern wer dies nur gelegentlich tut 
und auch dann innerhalb der eben angegebenen Grenzen bleibt.“ 

Verfasser belegt diese Leitsätze mit den bekannten, auch in diesem 
Jahresbericht schon mehrfach besprochenen Tatsachen aus der Physio¬ 
logie und Pathologie, den Statistiken über Morbidität, Mortalität, 
Lebensdauer, Einfluß des Alkoholniißbrauchs auf die Deszendenz, auch 
wendet er sich in beherzigenswerten Worten gegen den Trinkzwang 
in der Geselligkeit und besonders die akademischen Trinksitten und 
schließt mit einem beachtenswerten Hinweis auf die enormen Schädi¬ 
gungen des Volksvermögens durch den jährlichen Aufwand für alko¬ 
holhaltige Getränke, der im Jahre 1900 über 3000 Millionen Mark, 
also mehr als 60 Mark pro Kopf der Bevölkerung Deutschlands be¬ 
tragen hat. 

Der Schrift des Verfassers, der durch ihre knappe Fassung, 
glänzenden Stil, und tiefgehende Sachkenntnis hervorragender agitato¬ 
rischer Wert innewohnt, ist weiteste Verbreitung zu wünschen. 

M. Bloch. 

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D. Referate. 


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Hueppe, F., Der Kampf gegen den Alkoholismus auf dem Kongresse 
in Bremen. Breslau. Druck von Wilh. Gottl. Korn. 28 S. 

In fesselnder Weise berichtet Verfasser über den Verlauf des 
neunten internationalen Kongresses gegen den Alkoholismus in Bremen. 
Er betont, daß auf diesem zum ersten Male die Vertreter des Mäßigkeits¬ 
standpunktes, die Bekämpfer des Alkoholmißbrauches, in etwas er¬ 
giebigerer Weise zu Worte kamen, während auf den früheren die 
reinen Abstinenzler stets die Führung vollkommen an sich gerissen 
und mit einer gewissen Intoleranz den Vertretern des Mäßigkeits¬ 
standpunktes kaum Gelegenheit verstattet hatten, ihren Standpunkt 
zu vertreten. Er schildert, wie es auch diesmal wieder zu heftigen 
Zusammenstößen kam, betont aber dabei, daß die Veranlassung stets 
von einer gewissen Gruppe der Abstinenzler ausging, die in den 
Vertretern der Mäßigkeit die schlimmsten Feinde in der Bekämpfung 
des Alkohols sehen. Sodann gibt Verfasser ein Resume der wich¬ 
tigsten auf dem Kongreß gehaltenen Vorträge und versieht sie mit 
kritischen Randbemerkungen, die hier nicht detailliert wiedergegeben 
werden können, aber im Original nachgelesen zu werden verdienen. 

M. Bloch . 


Schenk, P., Alkohol und Krankenkassen. Der Alkoholismus. IV. Jahr¬ 
gang. Heft 3. S. 247—254. 

Der Verfasser gibt dem Bedauern darüber lebhaften Ausdruck, 
daß die Verwaltungen der Krankenkassen sich in der Alkoholfrage, 
die für die Zwecke der Kassen neben anderem auch von außerordent¬ 
licher Bedeutung ist, faßt völlig indifferent verhalten. Als charak¬ 
teristischen Beleg hierfür führt er an, daß auf eine an 1000 Kranken¬ 
kassen der Rheinprovinz ergangene Aufforderung des Rheinischen 
Verbandes gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, dem letzteren 
beizutreten, im ganzen zwei ihren Beitritt erklärten, während die 
übrigen 998 nicht einmal antworteten. 

H. Bloch. 


Hueppe, F., Körper Übungen und Alkoholismus. Vortrag gehalten in 
der Eröffnungssitzung des IX. Internat ionalen Kongresses gegen 
den Alkoholismus am 15. April 1903 in Bremen. Berlin. August 
Hirschwald. 28 S. (0,60 M.) 

Der als Vertreter der positiven auf bauenden Hygiene rühmlichst 
bekannte Verfasser hat hier das wichtige Kapitel Alkohol und Sport 
bearbeitet. Er stützt sich nicht auf die subjektive Meinung, sondern 
auf objektive Versuche von Destree, Guilhaut, Kraepelin 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


117 


und Oscretzkowski, von Blumenthal, Aschaffenburg und 
C. Fraenkel. Da der Alkohol die Aufmerksamkeit und Feinheit der 
Regulierung beeinträchtigt, so ist die Abstinenz bei allen denjenigen 
Berufen zu fordern, bei denen Menschenleben auf dem Spiel stehen, 
z. B. bei den Eisenbahnbeamten. Huepp e wendet sich dann gegen die 
Sitzschulen mit mangelnder oder ungenügender Bewegungsfreiheit, die 
um so mehr Bedenken hat, wenn etwa den Kindern in den Schulpausen 
als Stärkungsmittel Alkohol verabreicht wird. Der Alkohol, sagt 
Hueppe, hat mit der Erziehung nichts zu tun. Bei der Besprechung 
der Körperübungen selbst hält Hueppe auch die Ersatzmittel des 
Alkohols: Kaffee, Tee, Tabak und das Trinken der alkoholfreien Ge¬ 
tränke nicht für unbedenklich. Bei der studierenden Jugend wendet 
sich Hueppe gegen den Zwangssuff. Für Forschungsreisende und 
Tropenreisende ist die Abstinenz notwendig; Tropenkoller ist Alko¬ 
holismus. Daran schließt Hueppe die Frage vom Alkohol als Ei¬ 
weißsparer; die nährenden Eigenschaften des Alkohols sind individuell 
schwankend. Bei guter Ernährung kann der Alkohol gelegentlich 
als Peitsche dienen, um ein Ziel zu erreichen. Hueppe wendet sich 
gegen die Einführung großer Flüssigkeitsmengen überhaupt. Der 
Alkohol, so schließt Hueppe seine interessanten, in lebhafter, oft 
humoristischer Weise gehaltenen Darstellungen, ist different wegen 
seiner Nebenwirkungen auf Herz und Nerven, als Nahrungsmittel ist 
er minderwertig und teuer, so daß bei Körperübungen ganz auf 
ihn zu verzichten ist. 

O. Neumann. 


Grotjahn, A., Alkohol und Arbeitsstätte. Im Auftrag des Deutschen 
Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. Mäßigkeits- 
Verlag. Berlin. 94 S. (1,50 M.) 

Das Buch behandelt Wesen, Ursache und Wirkung des Alkohol¬ 
genusses während der Arbeit und in den Arbeitspausen und gibt eine 
Übersicht der Maßnahmen, die schon getroffen oder noch zu treffen 
sind, um den Genuß geistiger Getränke von den Arbeitsstätten fern¬ 
zuhalten. In vier Kapiteln ist angegeben, was die Arbeiter, die Be¬ 
triebsleitungen, die Kommunalverwaltungen und die staatlichen Be¬ 
hörden zur Verdrängung des Alkohols von den Arbeitsstätten tun 
können und tun müssen. Diesem speziellen Teile ist eine kurze all¬ 
gemeine Belehrung über die Folgen des Genusses geistiger Getränke 
vorausgeschickt worden. 

Autorejcvat. 


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D. Referate. 


tTuliusburger , O., Zur sozialen Bedeutung der Geisteskrankheiten. 

Berlin. 0. Koselowski. 32 S. (0,20 M.) 

Einleitend betont der Verfasser, daß es zur Anbahnung eines 
besseren Verständnisses für das Wesen der geistigen Erkrankungen 
unbedingt Pflicht der Wissenden, in diesem Falle der Ärzte, sei, durch 
Aufklärung in gemeinverständlicher Weise das Dunkel, mit dem für 
den Laien meist Aberglaube und Nichtwissen die Erkrankungen der 
Psyche umhüllt habe, aufzuhellen. Nur so dürfte es gelingen, dem 
Verkennen und Nichterkennen psychischer Erkrankungen und damit 
schweren sozialen und ethischen Schädigungen der Einzelindividuen, 
der Familie und der Gesamtheit mehr und mehr vorzubengen. Ver¬ 
fasser geht dann auf die inneren Ursachen geistiger Erkrankungen 
ein, beleuchtet die Wichtigkeit der Erblichkeit, die Bedeutung einer 
zielbewußten Auslese beim Eingehen der Ehe, um dann die äußeren 
Ursachen in den Kreis seiner Betrachtungen zu ziehen. Hier steht 
obenan die moderne Erscheinung des Kampfes ums Dasein mit all 
ihren Begleiterscheinungen, ferner die Fehler der Erziehung, die Über¬ 
bürdung, vor allem der Alkoholismus in seinen verschiedenen Formen 
und Graden; Verfasser vertritt den Abstinenzstandpunkt und wendet 
sich in scharfen Worten gegen die Trinksitten aller Gesellschafts¬ 
kreise; die Forderung, im Alkoholrausch begangenen Delikten straf¬ 
rechtlich mildernde Umstände zu versagen oder sie gar härter zu 
bestrafen, lehnt er entschieden ab; in engstem Zusammenhänge 
mit der Alkoholfrage steht die verhängnisvolle Einwirkung der Ge¬ 
schlechtskrankheiten auf die Volksgesundheit, insbesondere auch auf 
die Entstehung psychischer Erkrankungen. Die Schlußbemerkungen 
des Aufsatzes, der in Laienkreisen zahlreiche Leser zu finden ver¬ 
diente, sind der Bedeutung einer geregelten Irrenfürsorge, der Unter¬ 
bringung geisteskranker Verbrecher und verbrecherischer Geistes¬ 
kranker in besonderen Anstalten, dem Werte der an größere An¬ 
stalten angegliederten Pflegesysteme und eines gut vor- und durch¬ 
gebildeten Pflegepersonals gewidmet. 

M. Bloch. 


Fischer, M., Laiemcelt und Geisteskranke. Stuttgart. Ferdinand Enke. 

177 S. (4,80 M.) 

„Wer an der Abstellung allgemeiner Mißstände mit Erfolg mit- 
arbeiten will, muß feste zugreifen und darf nicht davor zurückscheuen, 
Dinge schonungslos aufzudecken, deren Erwähnung einem kleineren 
oder größeren Teile des Publikums nicht gerade angenehm in die 
Ohren klingt.“ Dieser Satz des Verfassers (S. 114) könnte seinem 
Buche, das in schöner Pietät seinem -Schwiegervater, dem Altmeister 
der Psychiatrie, Heinrich Schule, zu dessen 40jährigem Dienst- 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Kraukenfürsorge. 


119 


jubiläum gewidmet ist, vorangesetzt werden. Es ist unmöglich, in 
dem zur Verfügung stehenden Raume den wesentlichsten Inhalt 
hier wiederzugeben, Referent muß sich mit einer Inhaltsangabe und 
dem ausdrücklichen Hinweise auf die Originallektüre begnügen. 
Nach einem kurzen geschichtlichen Überblick, bei dem von Inter¬ 
esse ist, daß die griechische und römische Kultur, sowie die der 
Araber bei der Behandlung der Irren im wesentlichen von denselben 
humanen Grundsätzen getragen wurde, die erst im 19. Jahrhundert 
zu neuem Leben erweckt worden sind, schildert Verfasser kurz 
die Prinzipien der modernen Irrenheilkunde, Erfordernisse, Ein¬ 
richtung und Betrieb der Irrenanstalten, um sodann zu dem Haupt¬ 
thema seines Buches überzugehen. Die durch ungesunde Zeit¬ 
strömungen, Neigung zur Sensationsmacherei und unzulässigen Verall¬ 
gemeinerungen genährten Vorurteile gegenüber den Irrenärzten und 
Anstalten werden gewürdigt und kritisiert, es wird betont, daß Klagen 
über widerrechtliche Einsperrung, Mißhandlungen etc. meist von ent¬ 
lassenen Pfleglingen stammen und krankhaften Ursprunges sind 
(Querulanten etc.), ohne daß geleugnet wird, daß hier und da Mi߬ 
stände Vorkommen, wie bei allen menschlichen Einrichtungen, be¬ 
sonders auch in unter geistlicher Leitung stehenden privaten Anstalten, 
und daß die Ursache derselben vielfach in der Indolenz und Interesse¬ 
losigkeit des Publikums zu suchen sei. Einen breiten Raum nehmen 
die Ausführungen des Verfassers über das Verhalten des Publikums 
den Geisteskranken gegenüber ein, die Vorurteile und Verständnis¬ 
losigkeit gegenüber psychischen Erkrankungen, Verkennung und ver¬ 
kehrte Behandlung der Anfangserscheinungen, Scheu vor dem Irren¬ 
arzt und der Anstalt, letzteres besonders aus gesellschaftlichen und 
finanziellen Rücksichten, Fehler, von denen auch eine nicht kleine 
Zahl von Ärzten kaum völlig freizusprechen ist. Daraus erwächst 
auch den Kranken, die selbst meist eine ebenso große Scheu vor der 
Anstalt haben, durch verspätete, oft erst durch verschiedenartige 
Unglücksfalle erzwungene Einlieferung erheblicher Schaden, wie auch 
dem Irrenarzt seine Aufgabe erschwert wird. Nicht minder zahl¬ 
reich und schwerwiegend sind die Fehler, die das Publikum in 
seinem Verhalten gegenüber den Kranken während ihres Aufent¬ 
haltes in den Anstalten begeht. Bestürmung durch Besuche, Drängen 
nach früher Entlassung, ungeeignete Korrespondenz stellen oft Heil¬ 
resultate in Frage; unzweckmäßiges Verhalten nach der Entlassung 
beeinträchtigt den Erfolg oder ruft Rezidive oder bei chronisch 
Kranken, die als nicht mehr anstaltsbedürftig entlassen werden, Ver¬ 
schlimmerungen hervor. 

Sodann beleuchtet Verfasser die schwierige Stellung und die 
verantwortungsvollen Aufgaben des Irrenarztes und des Pflege¬ 
personals, die Gefahren des Berufes und erhärtet aus dem eigenen 


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D. Referate. 


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Material eines Jahres, daß er in 128 von 250 Fällen Schädigungen 
des Kranken durch unzweckmäßiges Verhalten der Angehörigen nach- 
weisen konnte, eine Zahl, der gegenüber vereinzelte Fehlgriffe in den 
Anstalten kaum eine Rolle spielen. 

Für die Allgemeinheit ergiebt sich aus den angeführten Tat¬ 
sachen die Pflicht, falsche Vorurteile aufzugeben, für Aufklärung 
Sorge zu tragen, so daß einerseits für den einzelnen Kranken zeitig 
und ausgiebig gesorgt wird, andererseits aber auch durch Beseitigung 
der Vorurteile der fühlbare Mangel an geeignetem Wartepersonal 
abgestellt wird. Ferner wird hierdurch am ehesten die Überfüllung, 
der Hauptfeind aller Krankenanstalten, besonders aber der Irrenan¬ 
stalten, verhindert. Für die erhöhte Schutzbedürftigkeit und Not¬ 
wendigkeit vermehrter Fürsorge, die sich aus der längeren Krank¬ 
heitsdauer und der Dispositionsunfähigkeit ergeben, muß, um so mehr, 
als die Krankenversicherung hier meist versagt, die Allgemeinheit in 
höherem Grade eintreten, und hier bietet sich der freien Vereins¬ 
tätigkeit, der Mitwirkung der Presse und der Ausbreitung der 
Familienpflege ein Feld dankbarer Tätigkeit In ausführlicher Weise 
legt Verfasser die Aufgaben und die Organisation der Irrenhilfs¬ 
vereine dar. Mit einem warmen Appell an die Nächstenliebe, die 
hier hohe und dankenswerte Aufgaben zu erfüllen hat, schließt Ver¬ 
fasser seine von hohem sittlichem Ernst und warmer Begeisterung 
diktierten Ausführungen. 

M. Bloch. 


Heimann , G., Ein Beitrag zur Idiotenstatistik. Allgemeine Zeit¬ 
schrift für Psychiatrie und psychisch - gerichtliche Medizin. 
LX. 3. 

Eine genaue Feststellung aller im preußischen Staate lebenden 
Idioten und Imbecillen ist nicht möglich, da bei den Volkszählungen 
eine zuverlässige Trennung von den übrigen Geisteskranken nicht 
durchführbar ist. In den Anstalten kamen im Jahre 1900 12212 Fälle 
zur Aufnahme (7146 männliche, 5066 weibliche), von denen 51 Proz. 
in Irren-, 48 Proz. in Idiotenanstalten verpflegt wurden. Nur etwas 
mehr als ein Drittel wurden im Alter bis zu 15 Jahren aufgenommen, 
54 Proz. zwischen 15 und 50 Jahren, der Rest noch später, was im 
Interesse der Erfolge, die nur bei frühzeitiger Aufnahme zu erreichen 
sind, bedauert werden muß; auch die Gemeingefährlichkeit der Kranken 
kann nur durch frühzeitige Aufnahme verhindert werden. So waren 
im Jahre 1900 von 2357 Neuaufgenommenen 936 bereits mit den 
Strafgesetzen in Konflikt gekommen, davon eine ganze Anzahl be¬ 
reits mehrere Male; Betteln und Vagabundieren war bei 127 Fällen 
vermerkt, ein markantes Zeichen der mangelnden Fähigkeit ge- 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 121 

ordneter Berufstätigkeit. Nicht weniger als 10025 waren ohne Beruf 
(bzw. ohne Berufsangabe verzeichnet). Über die einzelnen Berufs¬ 
zweige der restlichen 1935 macht Verfasser interessante Angaben, auf 
die hier indessen nicht näher eingegangen werden kann; ebenso in¬ 
teressant sind die Details betreffs Kriminalität der Idioten und 
stattgehabter Bestrafungen; hervorgehoben sei, daß in den Jahren 
1898/1900 nicht weniger als 6,8 Proz. Männer und 1,3 Proz. Weiber 
den Idioten- bzw. Irrenanstalten aus Gefängnissen resp. der Unter¬ 
suchungshaft überwiesen wurden. Weitere Angaben betreffen die 
körperlichen Defekte und Krankheitserscheinungen, sowie Morbidität 
und Mortalität und die Ätiologie. Hier spielt die Erblichkeit, wie 
bekannt, eine sehr wesentliche Rolle. In nicht weniger als 31 Proz. 
der Fälle waren Geistes-, Nervenkrankheiten oder Trunksucht in der 
Aszendenz nachweisbar. Über den Einfluß der Blutsverwandtschaft 
bei den Eltern gab das Material keine Anhaltspunkte, dagegen ist 
hervorzuheben, daß die Zahl der unehelich Geborenen unter den Idioten 
eine sehr hohe ist. 

M. Bloch. 


Mönkemöller, Geistesstörung und Verbrechen. Sammlung von Ab¬ 
handlungen aus den Gebieten der pädagogischen Psychologie 
und Physiologie. Band VI. Heft 6. 108 S. (2,80 M.) 

Verfasser legt seinen wertvollen Darlegungen die reichen Er¬ 
fahrungen zugrunde, die er als Anstaltsarzt am Erziehungshause der 
Stadt Baden für verwahrloste Knaben zu Lichtenberg zu sammeln Ge¬ 
legenheit hatte. Die Zunahme der Kriminalität der Jugendlichen, die 
aus der Zahl der Bestraften und der der Insassen der Besserungs¬ 
anstalten gefolgert werden kann, ruft alle beteiligten Kreise, ins¬ 
besondere auch die Psychiater auf, diesem an der Wurzel des Volks¬ 
wohles nagenden Übel entgegenzutreten; ihm muß leichter beizu¬ 
kommen sein als der Kriminalität der Erwachsenen, weil die be¬ 
stimmenden Einflüsse dort noch klarer vor Augen liegen als beim 
Erwachsenen und eine Anzahl von Faktoren, die im späteren Leben 
auf die Bahn des Verbrechens führen, hier ausscheiden. Bei der Er¬ 
forschung der Eigenart des jugendlichen Verbrechers hat man zu¬ 
nächst sein Augenmerk zu richten auf das, was man als „physiolo¬ 
gische Verbrechen“ des Kindesalters bezeichnen kann, d. h. man muß 
berücksichtigen, daß Kinder überhaupt viele Handlungen, die beim 
Erwachsenen als verbrecherisch angesehen werden, vermöge ihrer 
mangelnden Kritik, Nachahmungssucht, Impulsivität usw. begehen, und 
um so leichter begehen, je mehr sie pathologisch veranlagt sind, 
Handlungen, die selbstverständlich nicht dem gleichen Maßstab unter¬ 
liegen können, wie die Erwachsener. 


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D. Referate. 


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Der Zeitpunkt der vollen Zurechnungsfähigkeit entspricht prak¬ 
tisch dem Eintritt der Pubertät, kann indes nur relativ festgesetzt 
werden, da auch diese sich nicht an bestimmte Grenzen bindet. Die 
Altersgrenze schwankt etwa zwischen dem 15. und 18. Jahre. Bei 
der Beantwortung der Frage, welche Psychosen des Kindesalters 
zum Verbrechen führen, scheiden ohne weiteres eine Anzahl der 
bei Erwachsenen beobachteten psychischen Erkrankungen aus, so der 
Alkoholismus, progressive Paralyse u. a., selten kommen Manie und 
Melancholie, häufiger sclum paranoische Zustände in Betracht, be¬ 
sonders die Vorstadien der erst beim Erwachsenen voll ausgebildeten 
Paranoia; noch bedeutsamer sind epileptische und hysterische Psy¬ 
chosen, von geringerer Bedeutung choreatische und traumatische Geistes¬ 
störung. In Betracht kommt ferner die normale Pubertät mit ihren 
Neigungen zu moralischer Perversion, ihrer Impulsivität und dem ge¬ 
steigerten Kraftgefühl. Obenan an ätiologischer Bedeutung steht aber 
der Schwachsinn, die Imbecillität und Debilität, besondere die Formen 
mit moralischer Minderwertigkeit, der gegenüber die intellektuelle 
Schwäche bisweilen so zurücktritt, daß man von Moral insanity zu 
sprechen berechtigt ist. 

Sodann beleuchtet Verfasser die Schwierigkeit der Beschaffung 
statistischen Materials, die Zersplitterung desselben und geht näher 
auf seine eigenen Untersuchungen ein. Die 200 von ihm untersuchten 
Zöglinge standen sämtlich unter dem normalen Niveau, 68 zeigten 
erhebliche geistige Schwäche, 35 schwere ethische Degeneration; den 
zweiten Platz in der Rangstufe nahm die epileptische Seelenstörung 
ein, dann folgten Hysterie, Paranoia, Folgezustände von Kopfver¬ 
letzungen und Moral insanity. Weiterhin betrachtet Verfasser den 
Einfluß des Milieus und der Heredität; obenan steht der Alkoholismus 
der Eltern mit seinen schweren sozialen Schädigungen, während die 
kriminologische Heredität eine geringere Rolle spielt, weiter der Ein¬ 
fluß der unehelichen Geburt mit ihren traurigen Begleiterecheinungen, 
ferner schlechte Behandlung im Elternhaus, Verführung zur Prostitution 
und Vagabondage. 

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den praktischen 
Konsequenzen, die aus den bisherigen Erfahrungen im Kampf gegen 
das Verbrechen zu ziehen sind. Hier steht bezüglich der allgemeinen 
Prophylaxe zuerst der Kampf gegen den Alkoholismus, ferner die 
Einwirkung auf häusliche Einflüsse durch Vereinstätigkeit, Beauf¬ 
sichtigung der aus der Schule Entlassenen außerhalb des Hauses, 
Verbot des Straßenhandels u. a. In der Schule ist die Tätigkeit und 
Wachsamkeit der Lehrer, ein Handinhandgehen derselben mit dem 
Schularzt, von großer Wichtigkeit. 

Die schwierigste Frage ist die Unterbringung jugendlicher Ver¬ 
brecher und verbrecherischer Jugendlicher, wenn sie für Schule und 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Kraukenfürsorge. 


123 


Haus nicht mehr geeignet bzw. schon kriminell geworden sind. Im 
ersteren Fall empfiehlt sich die Errichtung von Nebenabteilungen im 
Anschluß an Idiotenanstalten. Im zweiten Fall muß vor Gericht 
stets die sachverständige Mitwirkung des Psychiaters verlangt 
werden, die Frage des Strafvollzuges für Jugendliche ist noch weit 
schwieriger als für den Erwachsenen, am allerschwierigsten gestaltet 
sich aber die Frage der Unterbringung noch nicht strafmündiger 
jugendlicher Verbrecher. Für sie werden bis auf weiteres immer 
noch die Besserungsanstalten der wesentlichste Aufenthaltsort bleiben. 
Endlich bespricht Verfasser eingehend die Behandlung der psycho¬ 
pathischen Minderjährigen in den Besserungsanstalten, erörtert die 
schwierige Frage der Disziplinarstrafen, Beschäftigung, Lebensweise, 
Diät, Prophylaxe des Alkoholmißbrauchs, die Schwierigkeit der Be¬ 
stimmung des Zeitpunktes der Entlassung, die Erteilung von Ver¬ 
haltungsmaßregeln an Familie und Lehrmeister. Von Wichtigkeit 
für ihr feineres Schicksal ist die aktenmäßige Festlegung der psychi¬ 
schen Persönlichkeit bei der Entlassung, um bei späteren, häufig ge¬ 
nug zu erwartenden Konflikten (auch für die militärische Dienstzeit!) 
Anhaltspunkte für richtige Behandlung zu geben. 

Das Ideal der Zukunft ist jedenfalls in der Errichtung von 
Spezialasylen für minderjährige Verbrecher zu sehen. Die Arbeit 
stellt einen wichtigen Beitrag zur kriminellen Anthropologie und 
Psychiatrie dar. 

M. Bloch. 


Kurella, II, Die Grenzen der Zurechnungsfähigkeit und die Kriminal- 
Anthropologie. Halle a. S. Gebauer-Schwetschke. 123 S. 
(3,00 M.) 

Die Schrift beschäftigt sich mit den „Grenzproblemen der Lehre 
von der Zurechnung“ und sucht über diese weniger durch eine in¬ 
teressante Kasuistik, als vielmehr durch eine logische Analyse der 
herrschenden Vorstellungen an der Hand von Tatsachen Licht zu 
verbreiten. Das Problem der Unzurechnungsfähigkeit ist das wichtigste 
innerhalb der gerichtlichen Psychiatrie, d.h. einer psychischen Diagnostik 
einzelner (und zwar krimineller) Handlungen. Der Gerichtsarzt findet 
sich in praxi in der schwierigen Lage dieselben Handlungen sowohl 
als kausal bedingt, als als „frei“ betrachten zu müssen. Welcher 
Quell falscher oder schiefer Gutachten! Sozialhygienisch denkende 
Arzte werden es also stets als ihre Pflicht betrachten, diesem Probleme 
eifrig nachzugehen. 

Die kriminelle Zurechnungsfähigkeit kommt nach Kurella teils 
bei Anomalien des Trieblebens, teils bei Trübungen und Spaltungen 


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D. Referate. 


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des Bewußtseins, Erinnerungstäuschungen und ähnlichen Anomalien 
des Vorstellungslebens in Betracht. Unter den Anomalien des 
Trieblebens sind die wichtigsten und bestuntersuchten die des Ge¬ 
schlechtslebens. Teils handelt es sich hier um die Homosexualität, 
die sowohl direkt in dem aus dem abnormen Triebe folgenden Akte, 
als indirekt durch gewisse Begleithandlungen (z. B. Betrug, Nötigung, 
Körperverletzung, Kinderschändung) strafbar wird, teils um Er¬ 
scheinungen, wie Fetischismus, Sadismus und Masochismus, die nur 
durch Begleithandlungen strafbar werden können. Bei den Begleit¬ 
handlungen braucht die Zurechnungsfähigkeit nicht verneint zu 
werden. — Unter den Anomalien des Vorstellungslebens 
schließen Wahnbildungen, Halluzinationen und Bewußtseinsstörungen 
die Zurechnungsfähigkeit aus. In anderen Fällen muß das Anormale 
schon sehr in die Augen springen, um den Arzt, der ja doch nicht 
dazu da ist, die Lücken der Gesetzgebung auszulüllen, sondern nur 
diese durchführen zu helfen, zu einem gleichen Gutachten zu veran¬ 
lassen. — Eine quantitative Auffassung der Zurechnung, also die 
Konstituierung einer „verminderten Zurechnungsfähigkeit“, ist nach 
Kurella logisch unhaltbar. 

Nach diesen praktischen Ratschlägen bringt die lesenswerte Schrift 
mehr theoretische Erörterungen über die Geschichte, die Tatsachen 
und die Beurteilung der Kriminalanthropologie, Kriminalpsychologie 
und Kriminalsoziologie, wobei im großen und ganzen der Standpunkt 
Lombroso’s geschickt verteidigt wird. 

. 1 . Koch-Hesse . 


Pel)nun und Finkelnburg, Die verminderte Zurechnungsfähigkeit. 

Bonn. Röhrscheid und Ebbecke. 31 S. (0,80 M.) 

Es sind hier zwei Vorträge, die vor der vornehmsten „Gefängnis- 
Gesellschaft“ Deutschlands, der „Rheinisch-Westfälischen in Düssel¬ 
dorf“ gehalten wurden, vereint wiedergegeben. 

Pelm an tritt (im Gegensatz zu Kurella) für die verminderte 
Zurechnungsfähigkeit als Übergang zwischen Strafbarkeit und Straf¬ 
losigkeit ein. Die verminderte Zurechnungsfähigkeit war einst im 
Entwurf zum deutschen Reichs-Straf-Gesetzbuch vorgesehen, w r urde 
aber im Reichstag gestrichen und durch die berühmten „mildernden 
Umstände“ ersetzt. Letztere sind aber bei 44 und zwar gerade bei 
den schwersten Verbrechen sowie bei den journalistischen Vergehen 
ausgeschlossen und bilden schon deshalb keinen vollwertigen Ersatz. 
Die Zurechnungsfähigkeit ist bei allen Verbrechen usw. gradweise 
abzustufen, obgleich sich die Schwierigkeiten in der Beurteilung 
dadurch noch vermehren würden, da es sich dann um eine doppelte 
Abgrenzung handeln würde, nach oben, der Gesundheit, und nach 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Kr&nkenfürsorge. 


125 


unten, der eigentlichen Geistesstörung. Prinzipielle Regeln werden 
sich für diese Abgrenzungen nicht aufstellen lassen. Eine verminderte 
Zurechnungsfähigkeit wird im allgemeinen beierblichEntarteten 
und Minderwertigen zu konstatieren sein. Zu den Entarteten gehören 
vor allem die Epileptiker, Hysteriker und Schwach¬ 
sinnigen. — Die Strafe sollte bei vermindert Zurechnungsfähigen 
aber auch qualitativ anders gestaltet werden. 

Auch Strafanstaltsdirektor Finkelnburg will für die „Defekts¬ 
menschen“ die Strafe deshalb verringert und verändert wissen, weil 
es diesen schwerer fällt, Gesetzwidrigkeiten zu vermeiden als den 
gewöhnlichen Menschen, weil also ihre „Willensschuld“ deshalb kleiner 
ist. Aber er gibt zu, daß auch soziale Faktoren die Willensschuld 
sehr klein machen können. Ferner fordert er für die so häufigen 
Gemeingefährlichen unter den Defektsmenschen nach Abbüßung der 
(milden) Strafe eine dauernde Internierung. 

A. Koch-Hesse* 


Maf/mis, H. f Der Aberglauben in der Medizin. Breslau. J. U. Kern. 

112 S. (3,50 M.) 

In einer Zeit, in der unter Gesundbeten, Magnetismus, Homöo¬ 
pathie und anderen schön oder gelehrt klingenden Namen ein skrupel¬ 
loses Pfuschertum die Leichtgläubigkeit der Masse irreführt und da¬ 
durch häufig namenloses Elend anstiftet, ist es lehrreich zu beobachten, 
wie auch schon in vergangenen Zeiten neben der offiziellen und mehr 
oder weniger ernst zu nehmenden Heilkunst ein pseudo-medizinischer 
Volksglauben wucherte. 

H. Magnus definiert den medizinischen Aberglauben als den 
Glauben, daß die gesunden wie kranken Äußerungen des körperlichen 
Lebens ohne Rücksichtnahme auf deren irdische Natur durch über¬ 
irdische Kräfte erklärt und eventuell behandelt werden können. Er 
verfolgt ihn nach einigen Seitenblicken auf den Orient historisch von 
dem Punkte an, da mit dem sechsten Jahrhundert v. Chr. durch das 
Aufkommen einer Naturwissenschaft zum ersten Male bei den Griechen 
sich Glauben und Aberglauben und damit auch Medizin und Pfuscher¬ 
tum aus der Volksreligion heraus differenzierten. Doch will Magnus 
keine beschreibende Historie liefern, sondern strebt danach, die Ge¬ 
setzmäßigkeiten in der Geschichte des medizinischen Aberglaubens auf¬ 
zudecken und untersucht besonders den Einfluß des Theismus, der 
Priesterschaft, der Philosophie und — last not least —einer 
mißverstandenen Naturwissenschaft auf die Förderung des medi¬ 
zinischen Aberglaubens. Auch die Heilkunde selbst habe ihm oft 
genug durch bequeme Anpassung an den Volksglauben Vorschub ge¬ 
leistet. 

A . Koch-Hesse. 


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D. Referate. 


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Das Kurpfuscherei- und Geheimmittelunwesen im Herzog¬ 
tum Oldenburg . Bericht erstattet von der ad hoc ge¬ 
wählten Kommission in der ordentlichen Generalversammlung 
des Oldenburger Ärztevereins am 6. Juni 1903. Oldenburg. 
Littmann. 24 S. (0,30 M.) 

Die Kommission entwickelt zunächst ihre Ansichten über die Ur¬ 
sachen und Gefahren des Kurpfuschertums und gibt eine Übersicht 
über die in letzter Zeit von den deutschen Regierungen getroffenen 
Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Unwesens. Sodann wird ein ziem¬ 
lich getreues Bild des Kurpfuschertums im Herzogtum Oldenburg auf 
Grund einer Enquete unter den dortigen Ärzten entworfen. Zum 
Schluß tritt die Kommission für ein Verbot der Ausübung der Heil¬ 
kunde durch nicht approbierte Personen ein. 

B. Splethoff. 

Magnus, H., Das Kurpfuschertum. Eine medizin-geschichtliche 
Studie. Breslau. J. U. Kern. 31 S. (0,75 M.) 

Nachdem Verfasser in Parallele zur Geschichte der Medizin die 
Entwicklung des Kurpfuschertums geschichtlich-kritisch beleuchtet 
hat, bespricht er die Beziehungen des Kurpfuschertums zur Gesetz¬ 
gebung. Mit der Freigabe der Heilkunde in Preußen im Jahre 1869 
begann das erwerbsmäßige Kurpfuschertum einen großen Umfang an¬ 
zunehmen. „Ende 1897 befanden sich in Berlin 476 Pfuscher; dabei 
war seit 1879 die Einwohnerzahl um 61 Proz., die Zahl der Ärzte 
um 172 Proz., die Zahl der Kurpfuscher um den enormen Satz von 
1600 Proz. gestiegen.“ Was nun die Qualität der Pfuscher anlangt, 
so gehörten 60 Proz. der männlichen Pfuscher dem Arbeiter- und 
Handwerkerstand an. „Von den weiblichen waren 58 Proz. Dienst¬ 
mädchen, 24 Proz. Konfektioneusen, 10 Proz. Arbeiterinnen. 29 Proz. 
der Berliner Pfuscher waren bereits vorbestraft.“ Nach Ansicht des 
Verfassers kann das Kurpfuschertum wirksam nur auf gesetzlichem 
Wege bekämpft werden, er tritt für die Wiedereinführung des Kur¬ 
pfuscherverbots eiu. Der gegen diese Forderung oft und immer wieder 
erhobene Einwand, daß ein derartiges Gesetz zu sehr in die Freiheit 
des Individuums eingreife, ist nach der Meinung des Autors, der ich 
mich völlig anschließe, nicht stichhaltig. Ganz abgesehen davon, 
daß das Gesetz auch der Einzelperson zugute kommt, haben die 
persönlichen Wünsche sich stets den Interessen der Allgemeinheit 
unterzuordnen. Dieses ist der oberste Grundsatz, dem wir schon eine 
Reihe tief in das freie Verfügungsrecht des Individuums eingreifender 
Gesetze verdanken, ich erinnere nur an die Impfschutzgesetzgebung 
und das Verbot der Körperbeschädigung zwecks Befreiung vom 
Militärdienst. 

B. Sit (et ho ff. 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfiirsorge 


127 


Prinzing, F., Die KrebssterblichJceit in Württemberg. Wiirttem- 
bergisches medizinisches Korrespondenzblatt. 1903. Nr. 22. 7 S. 

Der Krebs ist ira südlichen Teil Württembergs (Oberschwaben) 
ganz ungewöhnlich häufig; es wird des näheren ausgeführt, daß dies 
nicht von der Art der Registrierung abhängt, sondern daß dies den 
tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Es wird empfohlen, der Ver¬ 
breitung der Krebssterblichkeit auf dem Lande mehr nachzugehen, 
da hier die Bevölkerung viel seßhafter ist als in den Städten und 
daher sich auf dem Lande die Frage eher entscheiden läßt, ob das 
Krebskontagium an der Örtlichkeit haftet. 

Antoreferat. 


Hoche, Arzt und Hebamme. Hamburg. Gebrüder Liideking. 28 S. 

(1,00 M.) 

Der Autor will dazu beitragen, die Befugnisse der Hebamme 
genauer zu präzisieren und stellt zu diesem Zwecke folgende Thesen 
auf: „Die gesunde Schwangere der Hebamme, die kranke Schwangere 
dem Arzt; die normale Geburt der Hebamme, die unregelmäßige Ge¬ 
burt dem Arzt; die gesunde Wöchnerin der Hebamme, die kranke 
Wöchnerin dem Arzt und das gesunde Neugeborene der Hebamme, 
das kranke Neugeborene dem Arzt“. 

B. Spleth off. 


Schnitze, li. S., Über Hebammcmvesen und die Rcformplänc. Samm¬ 
lung klinischer Vorträge von R. v. Volkmann. Leipzig. 
Breitkopf & Härtel. 12 S. (0,75 M.) 

Der Altmeister der deutschen Gynäkologie, Bernhard Sigmund 
Schultze in Jena, nimmt in dieser Abhandlung zu der vielfach an- 
gestrebten Reorganisation unseres Hebammenwesens Stellung. Seine 
Gedanken, die sich Schul tze in 44 jähriger Tätigkeit als Hebammen¬ 
lehrer gebildet hat, werden bei der weiteren Diskussion dieser Frage 
stets in erster Linie Beachtung finden müssen. Auch die uns vor¬ 
liegende Schrift hat die markanten Vorzüge der früheren Aufsätze, 
dieses Autors: Schärfe des Urteils und Prägnanz des Stiles. Das Haupt¬ 
interesse richtet sich auf Auswahl, Unterricht, Beruf, und den jeweiligen 
Anforderungen dieses werden sich die Aufnahmebedingungen in den 
Stand der Hebammen anzupassen haben. Im Gegensätze zu anderen 
verwirft Schultze entschieden eine Erweiterung der Kompetenzen 
der Hebamme, er will die bisherigen Grenzen des Betätigungsgebietes 
aufrecht erhalten wissen. Zur Heranziehung eines diesen Anforderungen 
gerecht werdenden Standes glaubt Schultze auf die vielfach ver- 


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D. Referate. 


langte bessere Schul- und längere technische Ausbildung verzichten 
zu können. Viel entscheidenderen Wert als auf die sogenannte 
wissenschaftliche Erziehung legt er auf die persönlichen Eigen¬ 
schaften derer, die sich dem Berufe widmen wollen. Einen großen 
Übelstand in der Rekrutierungsfrage und eine Quelle des zum Teil 
stark minderwertigen Materials bildet die oft geübte „Präsentation 
der Schülerinnen aus dem Schoß der Gemeinden“, die vielfach eine 
Person zu ihrer zukünftigen Gemeindehebamme bestimmen, die ohne 
jede Neigung sich lediglich durch äußere Umstände dazu bewegen 
läßt. „Der Verzicht darauf, daß die Gemeinde, die eine Hebamme 
braucht, eine Schülerin präsentiere, statt dessen die Anstellung einer 
zuvor auf eigene Kosten ausgebildeten Hebamme in der Gemeinde, 
die eine Hebamme braucht, durch die Regierung hat so viele Vor¬ 
teile in unmittelbarem Gefolge, daß die Maßregel sich sehr gut dazu 
eignet, mit ihr den Anfang zu machen. Der Staat, der zuerst mit 
dieser Maßregel vorgeht, wird schon nach einem halben Menschen¬ 
alter einen so viel besseren, so viel angeseheneren Hebammenstand 
haben, daß die anderen Staaten sich beeilen werden, nachzufolgen.“ 

B. Spiet hoff. 


Roth f E., Bibliographie der gesamten Krankenpflege. Anhang zum 
Handbuch der Krankenversorgung und Krankenpflege. Heraus¬ 
gegeben von G. Liebe, P. Jacobsohn und George 
Meyer. Band 2. Abteilung 2. Berlin. Hirschwald. S. 450 
bis 1332. 

Mit der vorliegenden wertvollen Bibliographie eines Gebietes, 
das literarisch insofern früher stiefmütterlich behandelt wurde, als 
die darauf bezüglichen Publikationen in zahlreichen medizinischen 
Disziplinen verstreut aufgeführt waren, schließt das große Hand¬ 
buch der Krankenversorgung und Krankenpflege ab. Der Ober¬ 
bibliothekar Ernst Roth (Halle a. S.) hat sich mit dieser überaus 
mühsamen Arbeit ein großes Verdienst erworben, und wenn er in der 
Vorrede darüber klagt, daß sich die Literatur über die Krankenpflege 
von der allgemeinen hygienischen schwer trennen ließe, so müssen 
wir gerade darin einen Vorzug der vorliegenden Bibliographie er¬ 
blicken, daß er nicht engherzig in der Aufnahme der Büchertitel ver¬ 
fahren ist. Der erste Band der Bibliographie zählt konform der 
Disposition des Gesamtwerkes die Publikationen auf nach folgender 
Einteilung: 1. Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege, 2. All¬ 
gemeine Schriften, 3. Allgemeine Krankenhäuser, 4. Spezialkranken¬ 
häuser. Der zweite Band bringt die Publikationen 1. der allgemeinen 
Krankenpflege, 2. der speziellen Kraukenfürsorge. 

A, Grotjahn, 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


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Busch, Die freie Arznei der Krankenkassen. Sonderabdruck aus dem 
Ärztlichen Vereinsblatt für Deutschland. Jahrgang 1903. 
Nr. 488, 489. 

Die Bestimmung des Krankenversicherungsgesetzes über die den 
Versicherungspflichtigen zu gewährende freie Arznei verführt die Kassen¬ 
mitglieder zu einem übertriebenem Verlangen nach Arzneien und be¬ 
wirkt auf diese Weise nach den übereinstimmenden Erfahrungen der 
Kassenärzte eine umfangreiche Arzneivergeudung innerhalb der 
Krankenkassen. 

Der hierdurch angerichtete Schaden ist im wesentlichen 
zweierlei Art: 

1. Werden die Kassenbeiträge, wozu ja gerade die Arbeiter das 
meiste beisteuern, zum Teil verschwendet. 

2. Erwachsen dem ärztlichen Stande aus dem übertriebenen 
Arzneibegehr der Kassenpatienten geradezu verhängnisvolle ethische 
Nachteile. 

Nach den Angaben vieler beschäftigter Kassenärzte, die Verfasser 
befragte, und nach seinen eigenen Erfahrungen bekommt ein Kassen¬ 
patient durchschnittlich mindestens das Vierfache an Arzneien ver¬ 
ordnet, wie ceteris paribus ein Privatpatient. Und dieses Plus ist 
nicht etwa sachlich begründet, sondern wird lediglich verursacht 
durch jenes übertriebene Verlangen der Leute nach Medikamenten, 
dem wirksam entgegenzutreten der Arzt vergebens sich bemüht. 

Würden die auf diese Weise unnötig verausgabten Summen 
durch Abschaffung der freien Arznei erspart, so wäre mittels dieser 
Ersparnisse den erkrankten Kassenmitgliedem eine wirklich rationelle 
Unterstützung gewährt durch erhöhtes bzw. auf längere Zeitdauer 
ausgedehntes Krankengeld, Bewilligung nichtarzneilicher Heilma߬ 
nahmen, besondere Fürsorge für Rekonvaleszenten und außerordent¬ 
liche Zuwendungen in Notfällen. 

Autoreferat . 


Die Krankenversicherung im Jahre 1900. Statistik des 
Deutschen Reiches. Neue Folge. Band 140. Berlin. Putt¬ 
kammer & Mühlbrecht. Einleitung. XII. 57 S. 

Die deutsche Krankenkassenstatistik leidet an dem Grundfehler, 
daß sie die Altersverhältnisse der Versicherten nicht in Betracht 
zieht. Wir wissen, daß die Erkrankungshäufigkeit mit dem Alter 
ganz erheblich zunimmt und daß daher Gesamtergebnisse von Kassen 
mit verschiedener Altersbesetzung der Mitglieder nicht ohne weiteres 
miteinander verglichen werden können. Tatsächlich ist diese bei den 
Gemeindekassen, Ortskassen, Betriebskassen usw. eine andere. Es 

Jahresbericht über Hygiene und Domographie. III. Jahrgang. 9 


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D. Referate. 


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ist deshalb die deutsche Krankenkassenstatistik nur für die Ver¬ 
waltung von Wert und alle Versuche, sie nach anderer Richtung 
nutzbar zu machen, müssen an der Unzulänglichkeit des Materials 
scheitern. Auch die Berechnung der Steigerung des ärztlichen 
Honorars steht auf schwachen Füßen, da sie die größere Inanspruch¬ 
nahme der Ärzte durch die Kassenmitglieder nicht mit in Rechnung 
zieht; wenig glücklich ist der Gedanke, an der Gemeindekranken- 
versicherang die Zunahme des ärztlichen Honorars zeigen zu wollen, 
da gerade bei dieser durch den teilweisen Übergang von Kranken¬ 
hauszwang zur freien ärztlichen Behandlung die Verhältnisse sich 
ganz bedeutend verschoben haben. Die Stärke der deutschen Kranken¬ 
kassenstatistik liegt allein darin, daß sie zeigt, in welch riesigem 
Umfang sich die Krankenversicherung über alle Teile des Reiches 
erstreckt und welch ungeheure Summen von ihr alljährlich zum Wohle 
des Arbeiterstandes aufgewendet werden. 

F. Prinxing. 


Geschäftsbericht der Ortskrankenkasse für den Gewerbe - 
betrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker 
zu Berlin für das Jahr 1902. Berlin. 31 S. 

Der diesjährige Bericht gibt wie der vorhergehende die Zahl und 
Dauer der Erkrankungen. Der Kampf mit den Apothekenbesitzern 
ging auch im Jahre 1902 weiter, doch haben fünf Apotheker sich mit 
der Kasse verglichen. Da die Zahl der Tuberkulosefälle eine ziemlich 
große ist, so hat die Kasse beschlossen, eine eigene Lungenheilstätte 
zu errichten. 

F. Prinxing. 


Heymann, W., Praktische Vorschläge zur Richtigstellung der deutschen 
Krankenkassen Statistik. Veröffentlichung 7 des Verbandes der 
Ärzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen In¬ 
teressen. Leipzig. 16 S. und viele Anlagen. (2,25 M.) 

In einleitenden Worten weist Pfeiffer-Weimar auf die in 
weiteren Kreisen bekannt gewordenen tatsächlich falschen Angaben der 
deutschen Krankenkassenstatistik hin, wonach die Ärzte ein Honorar 
für die Kassenleistungen erhielten, das über den Mindestsatz der 
ärztlichen Gebührentaxe sich erheben würde. Die Ursache der fal¬ 
schen Berechnung liegt in dem Übersehen der Behandlung der arbeits¬ 
fähigen Mitglieder, der Familienmitglieder, in der Nichtberück¬ 
sichtigung der Weggebühren, der Karenz- und Sonntage usw. Hey¬ 
mann macht spezialisierte Abänderungsvorschläge, mit denen eine 
brauchbare Statistik geschaffen werden könnte. 

F. Prinzlug. 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


131 


Bleicher, H., Krankenversicherung. Sonderabdruck aus dem 11. Jahr¬ 
buch deutscher Städte. 1903. Verlag von W. G. Korn in 
Breslau. S. 425—459. 

Es sind hier von Bleicher für 54 deutsche Städte die organi¬ 
satorischen Verschiedenheiten nach dem Stande vom 31. Dezember 
1900 erhoben. Bezüglich der freien Arztwahl ergibt sich, daß unter 
1709 Kassen in diesen Städten, für welche Angaben Vorlagen, 3,0 Proz. 
volle und 39,9 Proz. beschränkte freie Arztwahl hatten. In den Jahren 
1895/1900 sind die Beiträge bei vielen Kassen erhöht worden; der 
Grund der Erhöhung war meist Erweiterung der Kassenleistungen, 
infolge deren der Reservefonds, der einer aus den letzten drei Jahren 
berechneten durchschnittlichen Jahresausgabe gleichkommen soll, nicht 
auf die gesetzliche Höhe gebracht werden konnte. Über die finanzielle 
Bedeutung dieses Reservefonds sind freilich die Ansichten sehr ver¬ 
schieden; sind die Mehrleistungen der Kasse nur derart, daß sie doch 
regelmäßige Zuwendungen zum Reserfefonds gestatten, so darf man 
die Einführung solcher Leistungen für berechtigt halten, auch wenn 
der Reservefonds die gesetzliche Höhe noch nicht erreicht hat. 

F. Primino. 


Joffe, K., Stellung und Aufgaben des Arztes auf dem, Gebiete der 
Krankenversicherung. 238 8. II. Band des Handbuches der 
sozialen Medizin. Jena. G. Fischer. (6,00 M.) 

Der reiche Inhalt des wertvollen Werkes kann hier nur kurz 
wiedergegeben werden. Verfasser beabsichtigt, das bisher äußerst 
zerstreute Material über Stellung und Aufgaben auf dem Gebiete der 
Krankenversicherung übersichtlich für alle Interessenten zusammen¬ 
zufassen. Die Tätigkeit des Kassenarztes unterscheidet sich von der 
des Privatarztes dadurch, daß er seinen Auftrag nicht von dem Er¬ 
krankten, sondern von den Vertretern der Kasse erhält, also gewisser¬ 
maßen deren Beamter ist, und daß er in der Ausübung seiner Auf¬ 
gabe zugleich Sachverständiger ist und über spezielle kassen technische 
Kenntnisse verfügen muß. Bei der gegenwärtigen Kampfesstellung 
zwischen Ärzten und Kassenverwaltungen hat sich Verfasser mit Er¬ 
folg bemüht, sachlich und unparteiisch zu bleiben. Der erste größere 
Abschnitt behandelt die Krankenversicherung in Deutschland. Es 
wird der Zustand der Einführung der gesetzlichen Versicherung ge¬ 
schildert, dann folgt die Wiedergabe der verschiedenen im Jahre 1883 
und seither erlassenen Gesetze mit kurzem Kommentar. Ausführlich 
und auf Grund der vorliegenden Litteratur und reicher eigener prak¬ 
tischer Erfahrung werden die besonderen Leistungen des Kassen¬ 
arztes erörtert und hierbei die verschiedenen Formen der Honorierung, 

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D. Referate. 


die Frage der Anstellungsbedingungen und ihrer von Ärzten be¬ 
klagten vielfachen Mißstände hervorgehoben. In diesem Abschnitt 
besonders findet der junge Arzt reiche Belehrung, wie er sich in bezug 
auf Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, auf Verordnung von Medikamenten 
usw. zu verhalten hat. Jaffe faßt die bewährten Ergebnisse einer 
zwanzigjährigen Lehrzeit der Ärzte auf diesem Gebiete zusammen 
und ergänzt sie durch die Wiedergabe von Vertragsentwürfen, die 
brauchbar befunden wurden. Von der freien Arztwahl glaubt Ver¬ 
fasser, daß sie sich spontan stets weiter entwickeln werde, daß aber 
der Zeitpunkt zu ihrer gesetzlichen oder durch Selbsthilfe erzwungenen 
allgemeinen Einführung heute noch nicht gekommen sei. 

Der zweite Abschnitt stellt die Zustände der Krankenversicherung 
in den anderen europäischen Staaten zusammen. Von besonderem 
Interesse ist die Schilderung der Entwicklung in England, weil dort 
der gleiche Kampf, der augenblicklich bei uns entbrannt ist, durch 
die Durchführung einer ärztlichen Organisation schon mit dem Siege 
der Ärzte geendet hat. Den Schluß bildet ein Literaturverzeichnis 
und Namenregister. 

Das gut geschriebene Werk ist eine wertvolle Gabe für den 
Kassenarzt. Es hat bedenklicherweise eine große Lücke, an der 
nicht der Verfasser, sondern die Verhältnisse die Schuld tragen. Die 
Krankenkassen mit ihrem großen Material sind berufen, die Lösung 
einer Reihe von sozialhygienischen Fragen durch gemeinsame Arbeit 
der Verwaltung und der Ärzte zu fördern. In England sind schon 
vor langen Jahren namhafte Statistiker dieser Aufgabe näher ge¬ 
treten. Bei uns sind wir weit zurück. Das bisher vorliegende Mate¬ 
rial ist technisch kaum brauchbar für die wichtigen Fragen der all¬ 
gemeinen Morbiditätsstatistik, der Gewerbehygiene, des Einflusses der 
Wohnung, des Arbeitsortes, des Alkoholismus usw. Aber schon hat 
man seitens der Ärzte und Kassenbeamten, wie auch seitens der 
Regierung begonnen, den Wert des Krankenkassenmaterials für die 
Förderung dieser Fragen zu schätzen. Hoffen wir, daß Jaffe bald 
in die Lage kommen wird, neue Auflagen seines Werkes durch einen 
Abschnitt über die sozialhygienische Tätigkeit des ärztlichen Forschens 
auf dem Gebiete der Krankenversicherung erweitern zu können. 

A . Gottstein . 


Knicke, Die Kassenarztfrage und das öffentliche Gesundheitswesen in 
Beziehung zu der sozialpolitischen Gesetzgebung. Verlag der 
Arbeiterversorgungsanstalt. Berlin. A.Troschel. 74 S. (1,20 M.) 

Verfasser reiht sich den vielen an, die in der jetzigen Gestaltung 
der kassenärztlichen Lage, dem Verhältnis der Ärzte zu den Kranken- 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


133 


kassen, der Monopolisierung der ärztlichen Tätigkeit bei diesen für 
einen kleinen Kreis von Ärzten und den Anstellungs- und Honorierungs¬ 
bedingungen eine schwere Gefahr für den sozialen Körper, nicht nur 
für den ärztlichen Stand sehen. Er will eine Regelung dieser mi߬ 
lichen Verhältnisse auf gesetzlichem Wege anstreben, die aber nicht 
ans einseitiger Rücksichtsnahme auf die eine oder andere der beiden 
einander gegenüberstehenden Interessentengruppen, der Ärzte oder 
der Krankenkassen, diktiert sein soll, sondern von einer höheren Warte 
aus, die die gesamte öffentliche Gesundheitspflege in den Kreis ihrer 
Bestimmungen zieht und die Krankenversicherungsgesetzgebung in 
den Dienst der sozialen Hygiene stellt. Seine Vorschläge gipfeln 
in einer einheitlichen Gestaltung des Gesundheitswesens der sozialen 
Versicherung, zu der ja auch die Erweiterung des Begriffes „ärztliche 
Behandlung und Heilmittel“ gegen frühere Zeiten dränge. Verfasser 
schlägt vor, lokale Gesundheitsämter für das soziale Versicherungs¬ 
wesen zur Verwaltung des gemeinsamen Heilapparates und zur ein¬ 
heitlichen Regelung des Gesundheitswesens für Kommunen resp. Kom¬ 
munalverbände zu errichten. Diese Ämter sollen sich zusammensetzen 
aus Vertretern des staatlichen Gesundheitswesens, aus Vertretern der 
Versicherung und Delegierten der Ärzte. Als Grundsatz in der 
Regelung der Arztfrage muß aufgestellt werden, daß jedem appro¬ 
bierten Arzt nach der Reihenfolge der Niederlassung oder Bewerbung 
die Möglichkeit gegeben werden muß, an der kassenärztlichen Tätig¬ 
keit unter gleichen Rivalitätsbedingungen teilzunehmen, soweit er 
sich den bezüglichen Bedingungen und den disziplinären Anweisungen 
der Gesundheitsämter unterwirft. Durch gemeinsame Regelung des 
ärztlichen Dienstes seitens letzterer wird sich eine soziale Medizin erst 
ersprießlich entwickeln können, nachdem das System der Honorierung, 
Verrechnung etc. nach den zeitlichen und örtlichen Verhältnissen ge¬ 
ordnet ist, und dann in Gestalt von statistischen Arbeiten, Einwirkung 
auf Gesundheitspflege, Wohnungsfrage, Arbeiterschutz in Erscheinung 
treten; es wird weiter verlangt eine Schulung der Ärzte durch Kurse 
und Vorlesungen über Sozialpolitik, Hygiene, soziale Anthropologie, 
Versicherungswesen, ferner Einrichtung und Überwachung allgemeiner 
hygienischer Maßnahmen, letzteres besonders nach obligatorischer Ein¬ 
führung der Familien Versicherung, Körperpflege durch Sport und 
Körperübungen aller Art, Kampf gegen den Alkoholismus und gegen 
die sittliche Verwahrlosung, Einschränkung der Geschlechtskrankheiten 
usw. Als Aufsichtsorgan für die geplanten Gesundheitsämter denkt 
sich Verfasser das Reichsgesundheitsamt, dem eine starke Initiativ¬ 
gewalt zu verleihen wäre. 

„Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, 
möchte Referent gegenüber der schönen und gehaltreichen Arbeit 
ansrufen, vielleicht bringt eine ferne Zukunft eine Verwirklichung 


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D. Referate. 


der idealen Pläne des Verfassers. Unter unseren heutigen politischen 
Verhältnissen, die durch die allseitig in engherzigster Weise zu¬ 
tage tretende Betonung materieller Interessen gekennzeichnet ist, 
dürfte an eine Inangriffnahme so weitgehender Reformen, die manche 
angeblich wohlerworbenen Rechte antasten, kaum zu denken sein. 

M. Bloch. 


Lennhoff, M., Die zukünftige staatsrechtliche Stellung der Ärzte in 
Deutschland unter Berücksichtigung des Verhältnisses der Ärzte 
zum Krankenversicherungsgesetz. Berlin. Coblentz. 48 S. 

Die Ärztefrage — ein noch vor 20 Jahren kaum gekannter 
Begriff, denn wer hatte damals von einer Notlage dieses Standes 
zu sprechen Veranlassung? — heute zieht sie immer weitere Kreise, 
lenkt die Aufmerksamkeit der Presse und der Parlamente auf 
sich; muß sie daher nicht auch hier auf dem Schauplatz der sozialen 
Hygiene, für die der Ärztestand, und zwar ein wirtschaftlich freier 
und sittlicher hochstehender, einen der wesentlichsten Faktoren dar¬ 
stellt, zu Worte kommen? Dementsprechend haben wir uns auch in 
diesem Jahre wie in den beiden ersten des Erscheinens dieser Jahres¬ 
berichte mit einigen litterarischen Produkten, die die Zukunft des 
ärztlichen Standes behandeln, zu beschäftigen. Und da steht Lenn- 
hoff’s Arbeit, was Vorurteilslosigkeit, Schärfe des Urteils und unauf¬ 
dringliche Berufstreue betrifft, obenan. Er geht aus von den Be¬ 
strebungen, die in jüngster Zeit hervorgetreten sind, den Ärztestand 
aus der Gewerbeordnung herauszunehmen und zu verstaatlichen und 
prüft ihre Berechtigung an den Verhältnissen, die die soziale Gesetz¬ 
gebung, insbesondere das Krankenversicherungsgesetz, für den ärzt¬ 
lichen Stand geschaffen haben. Seine Kritik setzt ein hauptsächlich 
bei dem Anträge an den deutschen Ärztetag, Schritte zu tun, den 
ärztlichen Stand aus der Gewerbeordnung herauszuheben und den 
Erlaß einer deutschen Ärzteordnung zu veranlassen, und an die Vor¬ 
schläge des Abgeordneten H o ffm a n n - Dillenburg, die den ersten 
Schritt bedeuten würden zur Verleihung einer Art staatlicher Beamten¬ 
qualität an die Ärzte, wenigstens so weit sie die kassenärztlichen Ver¬ 
hältnisse angeht. Bei dem Umfange aber, den die versicherungspflichtige 
Bevölkerung schon jetzt einnimmt und sicher in noch größerem Maße 
in absehbarer Zeit einnehmen wird, würde das die Verstaatlichung 
überhaupt bedeuten. Verfasser untersucht nun die Zweckmäßigkeit 
dieser Institution („Landmann’sches System“) für die Krankenkassen 
und legt in eingehender Weise dar, daß hierdurch weder das Interesse 
der Krankenkassenmitglieder, noch das der Kassenverwaltungen bzw. 
-finanzen hinreichend gewahrt, noch auch andererseits die an den 


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III. Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 


135 


Kassenarzt zn stellenden Ansprüche in befriedigender Weise erfüllt 
werden können. Lennhoff betont überhaupt, daß bei der durch 
die Fassung des Gesetzes gegebenen finanziellen Fundierung der 
Krankenkassen diese meist nicht in der Lage sind, die von ihnen 
geforderten Leistungen durchaus zu erfüllen. Er hebt gegenüber 
dem System der beamteten Ärzte die Vorzüge der organischen 
freien Arztwahl hervor, die gut geleitet, Ungerechtigkeiten nach 
jeder Seite hin soweit als möglich zu verhindern imstande ist Die 
größte Belastung erwächst den Krankenkassen durch Arbeitslosigkeit, 
die arbeitslose Versicherte veranlaßt, ärztliche Hilfe nachzusuchen, 
und, da die meisten Arbeiter mit irgend einem Leiden behaftet sind, 
dessen sie, wenn sie Arbeitsgelegenheit haben, weniger achten, auch 
vielfach Krankenunterstützung unvermeidlich macht. Verfasser sieht 
in der Einführung einer Arbeitslosenversicherung ein wesentliches 
Mittel, die Krankenkassen in die Lage zu bringen, ihre Aufgaben 
für die Erkrankten zu erfüllen. 

Andererseits haben auch die Ärzte keinen Grund zu wünschen, 
Beamte der Krankenkassen zu werden; im Interesse der gedeihlichen 
Ausübung ihres Berufes, im Interesse der Versicherten und gleichzeitig 
im Interesse ihrer sozialpolitischen Aufgaben liegt die weitere Aus¬ 
breitung der organisierten freien Arztwahl. 

Im Interesse des relativ kleinen Restes der Bevölkerung, der der 
Versicherungspflicht nicht unterliegt, eine Ärzteordnung einzuführen, 
und den ärztlichen Stand zu verstaatlichen, liegt es ebensowenig wie 
in dem der Ärzte selbst. Dieselben würden hiermit ein gut Teil ihrer 
persönlichen und politischen Freiheit einbüßen. Die berufliche Frei¬ 
zügigkeit würde in Frage gestellt, ohne daß eine ethische oder finan¬ 
zielle Besserstellung gewährleistet würde; Verfasser (und der Referent 
mit ihm) spricht den Wunsch aus, daß die staatsrechtliche Stellung 
der Ärzte bleibe, wie bisher; vom Staate aber ist zu verlangen, daß 
Gesetze, die den ärztlichen Wirkungskreis berühren, die Ärzte nicht 
schädigen. 

Jtf. Bloch. 


Zepter, G., Die Lage der Ärzte und ihr Verhältnis zu den Kranken¬ 
kassen. Unfug mit Zahlen und Weiteres. Argumente zur Ab¬ 
wehr und Aufklärung. Berlin. Grosser. 43 S. (0,80 M.) 

Einen breiten Raum in seinen Ausführungen nimmt der statisti¬ 
sche Nachweis (in den Auseinandersetzungen mit Molkenbuhr, 
Wendland u. a.) ein, daß die ärztlichen Honorare bei den Kranken¬ 
kassen seit der Emanation des Gesetzes nicht entsprechend den ärzt- 


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136 


D. Referate. 


liehen Mehrleistungen gewachsen sind, sondern sich fast durchweg 
auf beschämend niedriger Stufe bewegen und daß die bisher an¬ 
gezogenen zahlenmäßigen Unterlagen der Reichsstatistik völlig un¬ 
brauchbar sind, da sie die ärztlichen Honorare nur für die Leistungen 
für arbeitsunfähig Kranke, nicht auch für die erwerbsfähig Kranken 
berücksichtigen, von anderen Dingen (Nichtberücksichtigung der 
Karrenztage etc.) zu schweigen. Zur ärztlichen Versorgung über¬ 
gehend, betont er, daß, richtig betrachtet (Ref. möchte hinzufügen 
„richtig organisiert“), die freie Arztwahl die einzig würdige Form 
der Versorgung mit ärztlicher Hilfe für die Versicherten ist. Sie be¬ 
deutet einen tüchtigen Schritt vorwärts in der sozialen Fürsorge für 
die Arbeiter und im Gemeinwohl. Es ist jedenfalls interessant zu 
sehen, wie hier vom sozialistischen Standpunkt aus ein vorurteilsloser, 
klarer Kopf zu demselben Resultat kommt, das auch vom liberalen 
Standpunkt aus als das erstrebenswerte Ziel angesehen werden muß; 
vielleicht ein Beweis, daß es sich hier doch weniger um eine politische, 
als um eine sozialhygienische Frage von größter Bedeutung handelt, 
die folgerichtig am besten gerade durch Loslösung von allen partei¬ 
politischen Betrachtungen beantwortet werden kann. Darum ist die 
Bemerkung des Verfassers, daß Ärzte und Arbeiterschaft, partei¬ 
politisch noch so sehr getrennt, sich in der Krankenkassenfrage soli¬ 
darisch erklären müssen, durchaus richtig, doch ist dazu, wie Verf. 
verlangt, erforderlich, daß das Verhalten der Kassen (besser der 
Kassenvorstände, Ref.) zu den Ärzten sich von Grund aus ändert. 
Aber auch die Ärzte sollten die Frage nicht auf das politische Gebiet 
hinüberspielen, vor allem sich nicht auf die Regierung verlassen; 
deshalb verwirft Verfasser auch die gesetzliche Festlegung der freien 
Arztwahl. Den Grundmangel, der an allen diesen unerfreulichen Ver¬ 
hältnissen schuld ist, sieht Verfasser mit Recht in der Unzulänglich¬ 
keit des Gesetzes, in der ungenügenden finanziellen Ausstattung der 
Kassen, die zur Ausbeutung der Ärzte geführt hat. Der Staat hat — 
ein Gedanke, der ja auch schon von anderer Seite ausgesprochen ist 
— für die Deckung der erforderlichen Mehrkosten aufzukommen. Es 
könnten heute schon durch Zentralisation, Maßregeln gegen Ausnützung 
der Kassen durch Wohlsituierte u. a. große Summen erspart werden. 
Die lesenswerte Publikation gehört zu dem besten, was über die Frage 
„Ärzte und Krankenkassen“ bisher geschrieben worden ist. 


.V. Bloch. 


Fiebiy, C., und Hanauer , W., Die KranlcnJcontrolle. Ein Leit¬ 
faden zum praktischen Gebrauch für Kassenvorstände und 
Krankenkontrolleure im Kampf gegen Simulation und hygie- 


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III. Morbidität, Prophylaxe uud Krankenfürsorge. 


137 


nische Mißstände. Frankfurt a. M. E. Schnapper. VI. 85 S. 
(0,60 M.) 

Der verdienstvollen Schrift ist zu wünschen, daß sie in die Hände 
aller derer gelangt, für die sie bestimmt ist. Im ersten Teile, der 
von dem Kassenbeamten Fiebig verfaßt ist, wird die geschichtliche 
Entwicklung der Institution der Kassenkontrolle und die derselben zu¬ 
grunde liegende gesetzliche Berechtigung besprochen, es werden weiter 
im Wortlaut Instruktionen für berufsmäßige und freiwillige Kranken¬ 
kontrolleure mitgeteilt und die Simulation in ihren Haupterscheinungen 
und -Ursachen gewürdigt. 

Der zweite Teil, von dem durch sozialhygienische Arbeiten 
bekannten Arzte W. Hanauer verfaßt, behandelt die Entstehung, 
den Verlauf und die Verhütung der wichtigsten Krankheiten der 
Kassenmitglieder nebst kurzen Bemerkungen zur Wohnungspflege, 
über Ernährung, Bäder und Hautpflege, Desinfektion, Krankenpflege 
und Alkoholismus. Es ist selbstverständlich, daß hier von dem Ver¬ 
fasser nur in ganz großen Zügen das Wichtigste und für den Kassen¬ 
beamten Wesentlichste gesagt werden konnte. Soweit es in solchem 
Rahmen möglich war, dieses anschaulich zu bringen, ist das dem 
Verfasser vollauf gelungen. Dasselbe gilt von dem ersten Teil des 
Büchleins, das im ganzen den Beweis liefert, wie wichtig für die 
Durchführung der gesetzlichen Krankenversicherung verständnisvolles 
Zusammenarbeiten des Arztes mit den berufenen Organen der Ver¬ 
sicherung ist, und selbst ein nachahmenswertes Beispiel solchen Zu- 
sammenarbeitens darstellt. 

M. Bloch. 

Pfeiffei', LDer Anschluß der Ärzte an die freiwillige staatliche Alters¬ 
und Invalidenversicherung. Weimar. R. Wagner Sohn. 28 S. 
(0,50 M.) 

Auf Grund der nunmehr in größerer Anzahl vorliegenden Statistiken 
über ärztliche Einkommen schlägt Verfasser vor, daß die Arzte, deren 
Einkommen unter 3000 Mark liegt (in Berlin 1902 z. B. 36,2 Proz.), sich 
an die Reichsregierung wegen Gewährung des freiwilligen Anschlusses 
an die Alters- und InvaliditätsVersicherung wenden sollen. Nach 
Pfeiffer gibt es heute keinen anderen besseren und billigeren Weg, 
die Zukunft von wirtschaftlich schwachen Ärzten zu sichern, er hält 
die Vorsorge für Invalidität und Alter, die hier bis zu einem gewissen 
Grade gegeben wird, für wichtiger als die Lebensversicherung. Ver¬ 
fasser hält seinen Vorschlag für um so beherzigenswerter, als seiner 
Überzeugung nach der Ärztestand aus eigener Kraft allein Invaliditäts-, 
Alters-, Witwen- und Waisenversicherung nicht zustande bringen 
kann. Er erläutert die Technik der Versicherung und gibt in einigen 


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1B8 


D. Referate. 


Anlagen die rechnerischen Grundlagen seines Vorschlages. Ein Bei¬ 
spiel, an dem er die Berechtigung seiner Anschauung demonstriert, 
ist das Budget eines thüringischen Landarztes mit einer Brutto¬ 
einnahme von 5500 M., das in erschütternder Weise die Proletari¬ 
sierung einzelner Mitglieder des Standes (Referent ist mit Verfasser 
überzeugt, vieler) demonstriert. Die Lektüre des Aufsatzes kann 
manchen Krankenkassenvorständen warm empfohlen werden. 

M. Bloch. 


Ritter, P., Zahn- und Mundhygiene im Dienste der öffentlichen Gesund¬ 
heitspflege. Besonderer Abdruck aus dem Handbuch der Hy¬ 
giene, herausgegeben von Th. Wey 1. 2. Supplementband. 
4. Lieferung. Jena. Gustav Fischer. 220 S. (5,00 M.) 

Erfreulicherweise wenden die Spezialärzte den in ihr Spezialfach 
fallenden hygienischen und prophylaktischen Fragen im steigenden 
Maße ihr Interesse zu. Die Augenärzte haben vor Jahrzehnten damit 
begonnen und die übrigen Disziplinen sind ihnen darin gefolgt, zuletzt 
auch die Zahnärzte mit einem ganz ungewöhnlichen Nachdruck und 
Erfolg. Eine vortreffliche zusammenfassende Schilderung der Zahn¬ 
hygiene liegt in dem Ritter’schen Buche vor, das bestrebt ist, die 
bisherigen Ergebnisse der zahnhygienischen Forschung zu registrieren, 
die noch ungelösten Probleme zu stellen und Forderungen an die 
Praxis der Schul-, Staats-, Gemeinde- und Versicherungsbehörden zu 
erheben. Besonders in dem letzten Teile hat der Verfasser die eigene 
reiche Erfahrung auf diesem Gebiete zu verwerten Gelegenheit gehabt. 
Das Buch ist nicht nur Zahnärzten, sondern noch mehr Medizinal¬ 
beamten und allen, die sich für hygienische Fragen interessieren, zur 
Lektüre anzuempfehlen. 

A, Grotjahn. 


Kümmel, H., Zahnarzt und Arbeiterschutz. Eine sozialwissenschaft¬ 
liche Studie. Mit 1 Abbildung im Text und 3 Tafeln. Jena. 
Gustav Fischer. (4,00 M.) 

Die vorliegende Arbeit dient in der Hauptsache zwar einem 
sozialpolitischen Zweck, ist aber doch in der Beweisführung wissen¬ 
schaftlich-medizinisch gehalten und daher für den Arzt, wie für den 
Nichtarzt von gleichem Interesse. In der Einleitung wird zunächst 
ein historischer Überblick gegeben, unter Berücksichtigung auch der 
außerdeutschen Verhältnisse. Hier wird die Frage erörtert, ob es 
denn überhaupt eigentliche Zahnberufskrankheiten gäbe, oder ob es 
sich nicht vielmehr um üble Gewohnheiten der Arbeiter, um Sorg- 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


139 


losigkeit derselben in gefährlichen Betrieben handele. Zahnschädignngen 
der Schuster, die Draht mit den Zähnen abbeißen, ferner solche der 
Glasbläser, denen zwar praktische Apparate zur Verfügung stehen, die 
aber dennoch mit dem Munde arbeiten, wird man nicht ohne weiteres 
als Berufskrankheiten bezeichnen können; anderes steht es natürlich 
bei den Zahnkrankheiten der Musiker. Eins steht aber fest, d. i. die 
starke Kariesfrequenz der Bevölkerung, welche in letzter Zeit bei 
Schulkindern und Soldaten statistisch einwandsfrei festgestellt ist. 
und deren Ursache man unter anderem dadurch ergründen kann, daß 
man die Abhängigkeit von Beruf und Zahnkaries prüft. Die sozialen 
Forderungen bei einem positiven Ausfall der Forschung liegen dann 
in der Richtung, die der Verfasser am Schlüsse seines Buches aus¬ 
einandersetzt. Es handelt sich vor allem um Zahnschädigungen bei 
den folgenden Kategorien von Arbeitern, für welche Schutzmaßregeln 
zu ergreifen sind und deren Berufsschädigungen Kümmel in dem 
Hauptteile seiner Arbeit bespricht: Säurearbeiter, Müller, Bäcker, 
Konditoren (direkte Schädigungen), Kupfer-, Blei-, Quecksilber-, Phos¬ 
phorarbeiter (sekundäre Schädigungen). Nicht besprochen sind die 
durch Arsen hervorgerufenen Schädlichkeiten. 

P. Ritter. 


IV. 

Soziale Hygiene der Arbeit. 

Sombart, W., Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahr¬ 
hundert. Berlin. Georg Bondi. XVIII. 647 S. (10,00 M.) 

Im Hintergründe dieses Buches steht, wie der Verfasser selbst 
von vornherein hervorhebt, dessen Hauptwerk: Der moderne Kapita¬ 
lismus. Die hohen Vorzüge dieses unentbehrlichen Werkes versuchte 
ich in dem letzten Bande dieses Jahresberichts anzudeuten; trotzdem 
wird für weitere Kreise die neue Arbeit des unermüdlich schaffenden 
Gelehrten, eines ebenso eminent historischen wie politischen Kopfes, 
noch größere Bedeutung gewinnen, da sie ein ungemein fesselndes, 
durch eindringlich wirkende Kontrastbilder stark belebtes Gemälde 
des neuen deutschen Wirtschafts- und Kulturlebens entwirft Das 
erste Buch enthält Bilder aus dem deutschen Wirtschaftsleben vor 
100 Jahren. Das zweite Buch zählt die Elemente des neuen deut¬ 
schen Wirtschaftslebens auf: neben den treibenden Kräften das Land. 


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D. Referate. 


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das Volk, das Recht, die Technik. Das folgende Buch gibt über die 
Genesis der modernen Volkswirtschaft Auskunft, widmet den Banken 
und Börsen, dem Handel und Verkehr, den Gewerben, der Landwirt¬ 
schaft wie der so wichtigen Verflechtung der deutschen mit der Welt¬ 
wirtschaft eingehende Erörterungen, zu denen die Anlagen charakte¬ 
ristische statistische Einzelheiten hinzufügen. Am Schluß des Werkes 
(4. Buch) werden die Grundzüge der neuen Gesellschaft entworfen, 
der sozialen Klassen, die sie bilden, der Kultur, die sie ihr Eigen 
nennt. Der Reichtum an neuen Gesichtspunkten ist ebenso groß wie 
die Gewissenhaftigkeit, sie durch konkrete Tatsachen zu stützen. In 
der Schlußbetrachtung, aber auch sonst, finde ich manche Ausführung, 
die mir bedenklich scheint: aber ihre Diskussion gehört an einen 
anderen Ort. Das Ganze ist höchst belehrend und fesselnd und zur 
Orientierung jedes ernsten Mannes wie geschaffen, der an der Ge¬ 
staltung des öffentlichen Lebens und der deutschen Kultur aktiv wie 
passiv Anteil nimmt. Ein Buch eigener Art und eigenen Wertes. 
Von wie vielen Büchern läßt sich ähnliches sagen? 

S. Saenger, 


Volkswirtschaftliche Chronik für das Jahr 1902. Aus Jahr¬ 
büchern für Nationalökonomie und Statistik. Jena. G. Fischer. 
636 S. (14,00 M.). 

Den allbekannten Hildebrand’sehen Jahrbüchern für National¬ 
ökonomie und Statistik wird seit 1898 monatlich ein besonders pagi¬ 
niertes Heft beigegeben, welches sich „Volkswirtschaftliche Chronik“ 
nennt. Jedes Heft enthält folgende Abschnitte: 1. Landwirtschaft und 
verwandte Gewerbe, 2. Industrie, Handel und Verkehr, 2a. Versiche¬ 
rungswesen, 3. Geld, Kredit, Währung, 4. Kleingewerbe, 5. Arbeits¬ 
verhältnisse, 6. Finanzwesen, 7. Verschiedenes. — Die zwölf Monats¬ 
hefte der Chronik des Berichtsjahres liegen als stattlicher Band vor, 
und am Schluß folgen zwei sehr wertvolle Beigaben, nämlich eine 
„Jahresübersicht“ (S. 515—618) und ein Register (S. 619—636). — 
Die Verdienste des Unternehmens werden namentlich demjenigen Leser 
in die Augen springen, welcher die Volkswirtschaftslehre nur „im 
Nebenfach“ betreibt. Er kann sich mit verhältnismäßig geringer 
Mühe über alles orientieren, was sich im letzten Jahre volkswirt¬ 
schaftlich ereignet hat. Hat er aber im besonderen sozialhygienische 
Interessen, d. h. interessieren ihn vornehmlich die Grenzgebiete 
zwischen Volkswirtschaftslehre und Hygiene, so ist die Orientierung 
in der „Chronik“ weniger leicht. Es wäre vielleicht zweckmäßig, 
daß die genannten Grenzgebiete eine besondere Rubrik erhielten. 
Doch kann auch schon bei der gegenwärtigen Anordnung der Ab- 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


141 


schnitt „Arbeitsverhältnisse“ den Hygieniker zur regelmäßigen Lektüre 
empfohlen werden. 

A, Koch-Hesse. 


Cal wer, H., Das Wirtschaftsjahr 1902. Jahresberichte über den Wirt¬ 
schafts- und Arbeitsmarkt. Erster Teil: Handel und Wandel 
in Deutschland. IX. 336 S. (8,00 M.) Zweiter Teil: Jahr¬ 
buch der Weltwirtschaft. IX. 352 S. (8,00 M.) Jena. Gustav 
Fischer. 

Die wirtschaftlichen Jahresberichte, die Richard Cal wer den 
Volkwirten und Geschäftsmännern, den Arbeitgeber- und Arbeiter¬ 
organisationen seit einer Reihe , von Jahren unterbreitet, haben sich 
einer steigenden Anerkennung zu erfreuen gehabt Nachdem die 
ersten großen Schwierigkeiten der Materialbeschaffung und -gruppie- 
rung überwunden waren, und es gelungen war, die Vergleich¬ 
barkeit der Angaben mit jedem Jahre sicherer zu fundieren, geht 
der Verfasser jetzt mit frischem Mute an eine erhebliche Erweite¬ 
rung seines Unternehmens. Was ihm schon bald nach dem Er¬ 
scheinen des ersten Jahrganges von „Handel und Wandel“, unter 
welchem Titel die Jahresberichte hier früher besprochen worden 
sind, nahegelegt worden ist, die engen Beziehungen zwischen dem 
deutschen Wirtschaftsleben und der Weltwirtschaft mehr zu berück¬ 
sichtigen, das sucht er jetzt durch die Schaffung des „Jahrbuchs der 
Weltwirtschaft“ zu erreichen, die an die Stelle der Neumann- 
Spall art’sehen Übersichten der Weltwirtschaft treten. In seinem 
Vorwort fühlt sich Cal wer zu einer captatio benevolentiae ver¬ 
pflichtet, die er kaum nötig gehabt hätte; denn sowohl seine Ein¬ 
teilung des Stoffes, wie auch seine Behandlung können durchweg ge¬ 
billigt werden. Das Ziel beider Berichte ist, die wirtschaftlichen 
Veränderungen innerhalb größerer Zeiträume deutlich erkennbar zu 
machen; wie weit das auf dem Gebiete der Weltwirtschaft gelungen 
ist, kann man frühestens nach dem zweiten Berichte feststellen; auf 
dem Gebiete der deutschen Volkswirtschaft ist es dem Verfasser ge¬ 
glückt. In einer umfassenden Darstellung des Verlaufes und Aus¬ 
gangs der letzten großen Wirtschaftskrise sticht sein ruhig abwägen¬ 
des Urteil angenehm von dem nervösen Geschreibsel der Tagespresse 
ab. Das Gleiche gilt von anderen Partien des Buches, dessen vor¬ 
treffliche typographische Ausstattung lobend zu erwähnen ich nicht 
unterlassen will. 

A. Sfulckum. 


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D. Referate. 


Zander, Jt., Körperliche und geistige Arbeit. Königsberg. Bon. 39 S. 
(1,00 M.) 

Von einem Meister in der Knnst der populären Darstellung natur¬ 
wissenschaftlicher Ergebnisse wird hier das Wesen, die Bedeutung 
und die Hygiene der Arbeit in leicht faßlicher und doch exakter Form 
vorgetragen. Das einzige, was vielleicht auszusetzen wäre, dürfte der 
Mangel einer Stellungnahme zu den sozialen Problemen der Frauen- 
und Kinderarbeit oder der Achtstundenfordernng sein. Denn das 
Urteil des Vortragenden über diese Fragen im Anschluß an die phy¬ 
siologischen und psychologischen Erörterungen zu hören, wäre von 
objektiven Wert. 

A. Orotjahn. 

Klein, E., Arbeiterschutz und Gmerbeaufsicht. Die gesetzlichen Be¬ 
stimmungen darüber und ihre Ausführung. Stuttgart 1902. 
W. Wohlhammer. 236 S. (2,50 M.) 

Das vorliegende Buch will einem Mangel abhelfen, den der Ver¬ 
fasser, der selbst längere Zeit als Gewerbeaufsichtsbeamter fungiert 
hat, bei seinem Eintritt in dieses Amt empfand, nämlich dem Mangel 
eines Buches, das kurz in die Technik der Fabrikrevision einführt. 
Im allgemeinen wird es dem Neuling in diesem Beruf, der sehr viel 
praktischen Blick erfordert, so ergehen, daß er nicht weiß, wohin er 
bei der Fülle der zu beachtenden Tatsachen seine Aufmerksamkeit 
richten soll. Da kommt ihm nun das vorliegende Buch zu Hilfe und 
zeigt ihm nicht nur, was er zu beobachten hat, sondern deutet ihm 
auch den Weg an, am besten zu einem selbständigen Urteil zu 
kommen. Daneben enthält das Buch eine vollständige Zusammen¬ 
stellung aller den Arbeiterschutz betreffenden Bekanntmachungen und 
Verordnungen seitens des Reiches und Württembergs und bietet so 
Arbeitgebern und Arbeitnehmern erwünschte Gelegenheit, sich über 
ihre Rechte und Pflichten zu orientieren. Man kann dem Buche nur 
eine möglichst weite Verbreitung in den genannten Kreisen wünschen, 
zu der hoffentlich eine eigens im Interesse der Arbeiter veranstaltete 
billige Ausgabe desselben beitragen wird. 

P. Georg, 

Jahresberichte der königlich-bayerischen Fabriken- und 
Geicerbeinspektoren dann der königlich-bayerischen 
Bergbehörden für das Jahr 1902. Mit einem Anhänge 
betreffend das Bierbrauereigewerbe. München. Theodor Acker¬ 
mann. XXX. 430 S. (5,60 M.) 

Von besonderem Interesse ist der Spezialbericht über das Brau¬ 
gewerbe, das ja in Bayern eine ganz besondere Rolle spielt. So 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


143 


wohl die Unfall-, wie die Erkrankungsziffern sind hier hoch, was 
mit der ganzen Art des Betriebes im Zusammenhang steht. Aus 
einer vergleichenden Zusammenstellung der Betriebszahlen ergibt sich 
eine ständige Abnahme der kleinen Brauereien zugunsten der Gro߬ 
betriebe. Vom hygienischen Standpunkte ist das nur zu begrüßen, 
da der kapitalkräftige Großbetrieb zu gesundheitsfördernden Betriebs¬ 
einrichtungen und -Verbesserungen leichter geneigt ist, als die primi¬ 
tiven Eieinbrauereien. Mit dieser Umwandlung verkürzt sich lang¬ 
sam auch die Arbeitszeit. Die gesundheitlichen Gefahren des Ge¬ 
werbes sind mit zum größten Teile von der Natur desselben bedingt, 
hauptsächlich durch die Notwendigkeit sehr verschiedener Tempera¬ 
turen in den einzelnen Arbeitsräumen. Erkrankungen der Atmungs¬ 
organe und rheumatische Leiden wiegen daher sehr stark vor. So 
waren in Mittelfranken 52 Proz. der gesamten Erkrankungen von 
Brauereiarbeitern solche der Atmungsorgane, in Oberbayern 74 Proz. 
der Fälle Krankheiten der Brust- und Bauchhöhle. Zieht man da¬ 
neben noch den starken Alkoholkonsum in Betracht, der leider 
in Form des als Lohnbestandteil gegebenen Freibiers noch immer 
eine bedauerliche Höhe erreicht, — in Niederbayern erhalten die 
Angestellten fast 30 Proz. ihres Verdienstes in Freibier, — so ist er¬ 
klärlich, daß die meisten Brauarbeiter verhältnismäßig früh für ihren 
Beruf untauglich werden und sich anderen Berufen zuwenden. Einen 
augenfälligen Beleg dafür bietet eine Zusammenstellung für Unter¬ 
franken (S. 103), wo von 1300 Arbeitern 1110 unter 40 Jahren sind, 
Eine Reihe von Arbeiterbudgets, die sich zum Teil über ein ganzes 
Jahr erstrecken, vervollständigt das Bild der Lage der Arbeitnehmer. 
Erfreulich ist hier der hohe Konsum von Fleisch, Milch und Eiern; 
von Cerealien finden sich auch meist bedeutende Mengen, denen 
gegenüber Hülsenfrüchte, Kartoffeln, aber auch Fett und Zucker 
zurücktreten. 

JP. Georg . 


Jahresberichte der königlich sächsischen Gewerbeauf¬ 
sichtsbeamten für 1902. Berlin. Reichsdruckerei. 423 S. 
(3,00 M.) 

Die Zusammensetzung der sächsischen Gesamtarbeiterschaft ist 
nicht günstig zu nennen, da ein ganzes Drittel derselben Frauen 
sind. In einzelnen Industrien ändert sich dieses Verhältnis noch 
weiter zu Ungunsten der Frauen, die z. B. an der Leipziger Textil- 
iudustie mit 54 Proz. beteiligt sind. Im Zwickauer Bezirk sind statt 
dessen die jugendlichen Arbeiter bis zu 16 Jahren mit 10 Proz. abnorm 
hoch in der Gesamtarbeiterschaft vertreten. Was das Verhältnis der 
Inspektionsbeamten zu den Arbeitnehmern anlangt, so scheinen die 


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D. Referate. 


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ersteren zum Teil noch nicht ganz den richtigen Standpunkt ge¬ 
funden zu haben, wie sicli vor allem in den Auslassungen des 
Zwickauer Inspektors auf S. 321—22 zeigt. In welchem Mißverhält¬ 
nis die für Übertretung von gewerblichen Schutzgesetzen verhängten 
Strafen zu anderen Strafen immer noch stehen, zeigt besonders deut¬ 
lich ein S. 101 erwähnter, in dem der Portier gelegentlich einer 
Sonntagsrevision den Aufsichtsbeamten am Eintritt in das Fabrik¬ 
gebäude hindern wollte. Der Fabrikbesitzer wurde wegen un¬ 
erlaubter Sonntagsarbeit zu 15 Mark, wegen Behinderung eines Be¬ 
amten im Dienst zu 120 Mark Geldstrafe verurteilt. Bei der Unfall¬ 
verhütung wird wieder allgemein über die mangelhafte Verwahrung 
der gefährlichen Holz- und Metallbearbeitungsmaschinen geklagt, die 
zusammen mit den auch noch immer ungenügenden Aufzugseinrich¬ 
tungen Jahr für Jahr ihre Opfer fordern. Von eigentlichen Berufs¬ 
krankheiten ist vor allem das überaus starke Auftreten von Blei¬ 
vergiftungen im Stadtbezirk Leipzig zu bemerken. Es handelt sich 
hier um fast 300 Fälle, von denen die große Mehrzahl auf Arbeiter 
der polygraphischen Gewerbe entfallt. Über die Ursachen der Er¬ 
krankungen und über die Maßregeln zur ferneren Verhütung ist leider 
kein Wort im Bericht gesagt. Unter den Steinarbeitern Leipzigs 
kamen 80 Erkrankungen der Atmungsorgane mit einer Durchschnitts¬ 
dauer von 9 Wochen vor, von denen 7 tödlich verliefen. Das Durch¬ 
schnittsalter der Gestorbenen betrug 37 Jahre. Auch hier vermißt 
man jede Äußerung über etwaige Schutzmaßregeln. Ein trauriges 
Bild von der Lage der Heimarbeiter im Dresdener Bezirke bieten die 
Angaben auf S. 211. 

Als Anhang sind dem Buche die Berichte der Bergwerksinspektoren 
beigegeben. Besonders auffällig sind hier die außerordentlich hohen 
Unfallziffern, die im Durchschnitt fast 10 Proz. der Gesamtarbeiterschaft 
ausmachen, im Berginspektionsbezirk Zwickau II aber bis zu 20 Proz. 
ansteigen. Irgendwelche nähere Erklärung für diese Tatsache oder 
Angabe der Unfallsursachen sucht man vergeblich. 

P. Georg. 


Jahresberichte der Gewerbeauf'sichtsbeamten im König¬ 
reich Württemberg für 1902. Stuttgart. H. Linde- 
mann’s Buchhandlung (P. Kurtz). 240 S. (2,00 M.) 

Der vorliegende Bericht zeugt wieder von dem Verständnis, mit 
dem die dortigen Beamten auf ihre Aufgabe eingehen. Der Bericht 
illustriert sehr gut, von welchem Nutzen eine gut durchgeführte Ge¬ 
werbeaufsicht sein kann. Was die gesundheitlichen Zustände der 
Arbeiterschaft anlangt, so wird eine fortschreitende Besserung kon¬ 
statiert. Mit Nachdruck treten die Beamteu dafür ein, an gefahr- 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


145 


liehen Maschinen Frauenarbeit und Akkordarbeit ganz zu untersagen, 
da gerade in letzterer eine stete Gefahrenquelle für die Beschäftigten 
liegt. Einige Berufsgenossenschaften sind auf diesem Wege auch 
schon vorgegangen. Die Anbringung von Schutzvorrichtungen an 
Maschinen ist in letzter Zeit verschiedentlich durch den Widerstand 
der Betriebsbesitzer aufgehalten, die die Kosten dafür sparen wollten. 
Bedauerlicherweise sind einige Maschinenfabriken dadurch zu der 
Praxis gekommen, neue Maschinen ohne die alten Schutzvorrichtungen 
zu liefern, die sich dann nachträglich nur schwer und ungenügend 
anbringen ließen. Im großen und ganzen macht allerdings bei Arbeit¬ 
gebern und Arbeitnehmern die Überzeugung von der Nützlichkeit der 
Schutzvorrichtungen stetige Fortschritte. 

Von besonderem Interesse ist der beigegebene Sonderbericht über 
die Frauenarbeit S. 175—284, der sich auf die Frage nach Länge 
der Arbeitszeit, Dauer der Mittagspause, Zweckmäßigkeit der Ein¬ 
führung des Zehnstundentages für Frauen, der längeren Mittagspause 
und des früheren Schlusses am Sonnabend bezieht. Die Erwerbs¬ 
inspektoren haben hier ein reiches Material in Ergänzung und Fort¬ 
setzung der gleichartigen Enquete von 1899 zusammengetragen und 
durch tabellarische Zusammenfassungen in übersichtliche Form ge¬ 
bracht. Im zweiten Inspektionsbezirk, der den Schwarzwaldkreis und 
einen Teil des Neckarkreises umfaßt, liegen die Verhältnisse am un¬ 
günstigsten, da hier noch 61 Proz. der Frauen mehr als 10 Stunden be¬ 
schäftigt sind. Der Donaukreis mit 51 Proz. steht nicht viel dahinter 
zurück. Diese Zahlen sind vor allem auf Rechnung der Textilindustrie 
zu setzen, in der gerade die großen Fabriken sich gegen eine Herab¬ 
setzung der Arbeitszeit sträuben, vielmehr die Frauen zum großen 
Teil bis zu der gesetzlichen Maximalstundenzahl beschäftigen. Trotz¬ 
dem kommen sämtliche Inspektoren zu demselben Resultat bzw. der 
Einführung des Zehnstundentages. Der Beamte des 3. Bezirkes 
äußert sich darüber am Schluß seines Berichts folgendermaßen 
(S. 211): „Der zehnstündige Arbeitstag für die Arbeiterinnen ist in 
allen Industriegruppen ohne allzu große Schwierigkeiten durchzu¬ 
führen und liegt angesichts der fortwährend sich steigenden An¬ 
forderungen an die körperliche und geistige Spannkraft der Arbeiter 
im allgemeinen und der weiblichen im besonderen im Interesse der 
Erhaltung eines gesunden Arbeiterstandes.“ Ebenso wird die Frage 
nach der Durchführbarkeit des Arbeitsschlusses um 4 Uhr an Sonn¬ 
abenden bei einer Maximalarbeitszeit von 8 Stunden an diesen Tagen 
gleichmäßig bejaht. Nur wäre bei Einführung dieser Arbeitszeit¬ 
änderungen die schon lange angestrebte gesetzliche Regelung der 
Heimarbeit dringend erforderlich, damit den Arbeitnehmern die Ver¬ 
mehrung ihrer Freizeit reichlich zugute käme. 

P. Georg. 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 10 


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146 


D. Referate. 


Jahresbericht der Großherzoglich Badischen Fabrik¬ 
inspektion für das Jahr 1902. Karlsruhe. Ferd. 
Thiergarten. 147 S. (2,50 M.) 

Der vorliegende Bericht, der erste nach Wörishoffer’s Tode, 
bringt an erster Stelle einen warmen Nachruf für den Verstorbenen, 
der von 1879 an die leitende Persönlichkeit der badischen Gewerbe¬ 
aufsicht war und seine Stellung in vorbildlicher Weise ausgefüllt hat. 
Daß sein Wirken nicht umsonst gewesen ist, zeigt der Bericht für 
1902, der in anschaulicher Form und mit sozialpolitischem Weit¬ 
blick die Verhältnisse des abgelaufenen Jahres darstellt. Bemerkens¬ 
wert ist die S. 14 mitgeteilte Äußerung der Gewerbeassistentin über 
die weibliche Gewerbeaufsicht. Nach ihrer Meinung liegt der Schwer¬ 
punkt ihrer Wirksamkeit darin, daß sie herausfindet, wo Schädigungen 
speziell der Gesundheit der Frauen zu erwarten sind, und dann im 
Verkehr mit den Arbeiterinnen dahinzielende Fragen stellt. Dem 
Bericht beigegeben ist eine Aufnahme über die Dauer der Frauen¬ 
arbeit in den Fabriken. Danach übersteigt für ungefähr 50 Proz. der 
Frauen die Arbeitszeit 10 Stunden nicht mehr. Wenn das ja auch 
noch nicht sehr viel ist, so wird doch von dem Gewerbeinspektor die 
Frage nach der Durchführbarkeit des gesetzlichen Zehnstundentages 
ganz allgemein bejaht, wenn auch vielleicht für einige Industrien, 
hauptsächlich die Weberei, eine kürzere Übergangszeit wünschens¬ 
wert wäre. 

Wie ungünstig unsere heutige Art der öffentlichen Submissionen 
wirkt, zeigt ein S. 53 mitgeteilter Fall. Danach erhielten Heim¬ 
arbeiter für Militärbekleidung im Kreise Konstanz für das Annähen 
von 32 Knöpfen und Herstellen von 32 Knopflöchern 80 Pfennig, von 
denen noch 9 Pfennig für Nähmaterial abgezogen werden. Durch 
Aufnahme einer fair-wages-Klausel in die Submissionsbedingungen, wie 
das ja in anderen Staaten schon allgemein üblich ist, ließen sich diese 
Schäden unschwer beseitigen. 

P. Georg. 


Ve'i'waltungsbe richte der Getcerbeaufsichtsbearnten in 
Elsaß-Lothringen für 1902. Berlin. Reichsdruckerei. 
129 S. (1,50 M.) 

Die Intensität der Aufsicht läßt in den Reichslanden noch manches 
zu wünschen übrig, da innerhalb des Berichtsjahres nur ein Viertel 
der Fabrikanlagen besucht wurde. Die Beamten sind im Verhältnis 
zur Zahl der vorhandenen Betriebe zu wenig zahlreich und außer¬ 
dem noch durch andere Ämter in Anspruch genommen. Wenn man 
es auch nur mit Beifall begrüßen kann, daß die Gewerbeinspektoren, 
die ihrer Stellung nach mit den Verhältnissen und Bedürfnissen der 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


147 


ihnen unterstellten Industrien am meisten vertraut sind, zugleich als 
technische Referenten bei den Bezirksregierungen angestellt werden, 
so sollte doch eine derartige Häufung der Ämter nicht auf Kosten der 
Intensität der Gewerbeaufsicht geschehen, wie es in Elsaß leider der 
Fall zu sein scheint. Demgegenüber ist das Vorgehen mehrerer 
Städte, die zur Überwachung des Banarbeiterschutzes Beamte der 
städtischen Bauämter der Gewerbeinspektion überwiesen, sehr erfreu¬ 
lich. Betreffs der Zusammensetzung der Arbeiterschaft steht das Ober- 
Elsaß bei weitem am ungünstigsten da: auf 81000 Arbeiter insgesamt 
entfallen nur 45 000 erwachsene männliche. Eine Tabelle, die die Arbeits¬ 
zeiten in den revidierten Fabriken des Unter-Elsaß zusammenstellt, 
ergibt, daß von männlichen Arbeitern noch zwei Drittel mehr als 10 
Stunden, und ein Fünftel sogar mehr als 11 Stunden täglich arbeiten. 
Für die Frauen stellt sich das Verhältnis etwas günstiger, aber im 
ganzen ist die Arbeitsdauer noch viel zu groß. Die Zahlen der Un¬ 
fälle sind im ganzen nicht sehr gr oß, aber gerade hier ist das Fehlen 
guter Tabellen, mit denen im übrigen nicht gespart ist, auffällig. Die 
Hinzufugung einer Tabelle, die die Verletzungen hauptsächlich nach 
ihren Ursachen klassifiziert, wäre für die Folgezeit sehr wünschens¬ 
wert. Die Bekämpfung der allgemein gesundheitsschädlichen Ein¬ 
flüsse, Staubentwicklung und schlechte Luft, macht Fortschritte, die 
sich aber bei der Seltenheit der Revisionen in den einzelnen Fabriken 
nur langsam vollziehen. Anhangsweise sind dem Berichte Auszüge aus 
den Berichten der Bergrevierbeamten beigegeben. 

P. Georg. 


Jahresbericht der Geicerbeinspektion für Hamburg für 
das Jahr 1902. Hamburg. 1903. Lütcke & Wulff. 31 S. 

Die Tätigkeit des Hamburger Gewerbeinspektors zeichnet sich 
dadurch aus, daß auch die nicht fabrikmäßigen, seiner Aufsicht unter¬ 
stellten Betriebe, die in anderen Bezirken oft etwas obenhin behandelt 
werden, bei den Revisionen hier eingehend berücksichtigt sind. Auch 
die häufige Teilnahme an Unfalluntersuchungen kann nur als Vorbild 
dienen. Die Unfallstatistik zeigt in einer beigegebenen Tabelle, die 
den Vergleich mit den Vorjahren ermöglicht, die Zusammensetzung 
der Unfälle nach ihren Ursachen, in der langsam die Tätigkeit der 
Gewerbeaufsicht bezüglich der Durchführung der Unfallvorschriften 
in Erscheinung tritt. Hygienisch von Bedeutung ist der Umstand, 
daß sich endlich die Saisonindustrien zu entschließen scheinen, die 
regelmäßig wiederkehrende Überarbeit, die hauptsächlich weibliche Ar¬ 
beiter betrifft, durch Vermehrung der Arbeitskräfte einzuschränken. 

1*. Georg. 

10 * 


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148 D. Referate. 

Jahresbericht des Geiverbeaufsichtsbeamten des Aufsichts¬ 
bezirks Lübeck für 1902. Berlin. 1903. Reichsdruckerei. 
23 S. 

Der geringe Umfang des Aufsichtsgebietes hat es ermöglicht, alle 
dortigen Fabrikanlagen wenigstens einmal im Jahre zu besuchen und 
daneben noch einen Teil der kleingewerblichen Anlagen zu revidieren. 
Während die Zahl der Gesamtarbeiterschaft um ein geringes gestiegen 
ist, hat sich die der jugendlichen Arbeiter um volle 20 Proz. gegen das 
Vorjahr vermindert. Die Arbeitszeit beträgt erfreulicherweise durch¬ 
gehend 10 Stunden und ist für die Frauen zum Teil noch etwas 
niedriger. Die Unfallziffer ist wieder ziemlich hoch, da auf 10 Arbeiter 
ein Unfall kommt. Zur Veranschaulichung der Lage des Arbeits¬ 
marktes sind die Ergebnisse der zwei am Orte bestehenden Arbeits¬ 
nachweise mitgeteilt. 

P. Georg. 


Jahresbericht der Gewerbeinspektion für Bremen für das 
Jahr 1902. Bremen. 1903. 

Der Bericht zeigt deutlich die Vorzüge der engen räumlichen 
Abgrenzung der Aufsichtsbezirke. Fast sämtliche Fabriken und auch 
die sonstigen gewerblichen Anlagen sind revidiert worden. Daß die 
Stellung der Inspektion gegenüber den Arbeitnehmern gut ist, zeigt 
die Verwertung einer durch das Arbeitersekretariat vorgenommenen 
Erhebung für den Bericht, zu der man in anderen norddeutschen 
Staaten wohl schwerlich ein Gegenstück finden dürfte. Auch die 
Arbeitgeber selbst scheinen, zum Teil wenigstens, den sozialpolitischen 
Forderungen mit gutem Verständnis gegenüberzustehen. Dem ist wohl 
auch die günstige Arbeitszeit der weiblichen Arbeiter zuzuschreiben, die 
nur noch für 6,7 Proz. mehr als 10 Stunden beträgt, so daß man hier 
im Anschluß an die Rundfrage des Reichskanzlers betreffs der 10stän¬ 
digen Arbeitszeit eine Enquete bezüglich der Einführung der 9 stän¬ 
digen Arbeitszeit für Frauen machen konnte. Die Resultate beider 
Befragungen sind in einem Sonderbericht beigefügt. Sonstige be¬ 
merkenswerte Ausführungen über hygienische Verhältnisse finden 
sich nicht. 

P. Georg. 


Die Bergicerksinspekt-ion in Österreich. Achter Jahrgang. 
1899. 4 Lieferungen. Wien. 1901—1904. Kaiserlich-könig¬ 
liche Hof- und Staatsdruckerei. 694 S. 

Schon der Umfang der Veröffentlichung zeigt, daß Österreich auf 
dem Gebiete der Bergwerksinspektion mit dem gerade hier sehr 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


149 


wünschenswerten Nachdruck vorgegangen ist. Leider ist allerdings 
gegenüber der Gründlichkeit die Schnelligkeit etwas gar zu sehr in 
den Hintergrund getreten. Im Durchschnitt entfallen auf eine berg¬ 
bauliche Anlage 3 Revisionen im Jahre. Die einzelnen Berichte zeugen 
von einer sorgfältigen Beobachtung zumal der gesundheitlichen Zu-, 
stände der einzelnen Gruben und geben zum Teil längere und be¬ 
achtenswerte Hinweise auf einzuführende Verbesserungen. Im ganzen 
scheint die Inspektion auf dem Gebiete der Schachtbewetterung und 
bei der Abbau- und Förderungsarbeit schon recht gute Resultate er¬ 
reicht zu haben. Die Zahl der tödlichen Unfälle ist 1,5 Promille, die 
der sonstigen schweren 7,5 Promille im Verhältnis zur Gesamtarbeiter¬ 
schaft. Für die Zusammensetzung derselben ist vor allem die Tabelle 
S. 175 ff. bemerkenswert, in der die Unfälle in der Berghauptmannschaft 
Wien nach Wochentagen, Schichtdauer, Ursache des Unfalls und Be¬ 
schäftigung des Verletzten registriert sind. 

Auch die übrigen Berichte bringen zum Teil brauchbare Unfall¬ 
statistiken. Besonders eingehend ist die Frage geeigneter Spreng- 
materialien behandelt, der außer den Beobachtungen der einzelnen 
Beamten ein größerer Teil des letzten Heftes gewidmet ist. Durch 
die staatliche Herstellung besonderer, den örtlichen Verhältnissen 
angepaßter Sprengmittel und genaue Prüfungen durch eine eigene 
Kommission ist hier Tüchtiges für die Sicherung der Arbeiter ge¬ 
leistet. Ebenso zeigt der Abdruck zweier größerer Instruktionen 
(S. 230 ff. und S. 599 ff.) betreffend das Verhalten bei Schlagwetter¬ 
explosionen und sonstigen Grubenkatastrophen, daß auch an dieser 
Frage eifrig gearbeitet wird. Im ganzen machen die Berichte den 
Eindruck einer lebhaften Tätigkeit auf dem Gebiete des Arbeiter¬ 
schutzes, die ihre Früchte schon tragen wird. 

P. Georg. 


Annual Report of the Chief Inspector of Factories and 
Workshops for the Tear 1902. Part I. Reports. London; 
Darling and Son. XL und 347 S. 

Der umfangreiche Bericht — fast 400 Seiten in Großfolio — ent¬ 
hält nur einen Teil des gesamten Materials, nur den textlichen Teil, 
während die statistischen Zusammenstellungen in einem besonderen 
Bande folgen sollen. 

Die ganze Art der englischen Berichterstattung ist von der bei 
uns üblichen grundverschieden. An Stelle der zusammenfassenden 
Darstellung eines einzelnen tritt hier in weitestem Umfange die 
Wiedergabe bemerkenswerter Äußerungen der Vollzugsorgane selbst, 
die außer den tatsächlichen Angaben oft noch gutachtliche Äußerungen 
und Vergleiche mit den entsprechenden Verhältnissen anderer Länder 


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150 


D. Referate. 


enthalten. Unzweifelhaft wird damit die Verwertbarkeit der Mit¬ 
teilungen erheblich gesteigert, zumal durch eine streng durchgeführte 
Disposition die Auffindung der einzelnen Materien leicht gemacht ist. 
Hygienisch von besonderem Interesse ist der Sonderbericht des 
medizinischen Inspektors über die spezifischen Gewerbekrankheiten. 
Danach haben sich seit 1899 die Fälle von Bleivergiftung auf die 
Hälfte vermindert, von Arsenvergiftung auf ein Viertel, von Phosphor¬ 
nekrose kam nur ein Fall vor. Die einzelnen Krankheitsfälle sind 
wieder nach ihrer Schwere und der Zahl der vorhergegangenen gleich¬ 
artigen Erkrankungen geordnet. Die große Gefährdung im Feilen¬ 
hauergewerbe, wo Blei als Unterlage für das Werkstück benutzt 
wird, die ja auch in Deutschland vielfach beobachtet ist, tritt in der 
Seite 245 aufgeführten Tabelle deutlich in die Erscheinung. Während 
im Durchschnitt aller Erkrankungen 35 Proz. schwere Fälle betreffen, 
steigt die Verhältniszahl für Feilenhauer auf 67 Proz. Drei- und 
mehrmalige Rezidive machen hier 61 Proz., im Durchschnitt nur 
17 Proz. aller Fälle aus. Eingehende Untersuchungen über die Ge¬ 
fahren in der Emailindustrie und deren Verhütung durch Anwendung 
neuer Produktionsverfahren, sowie über neue Ventilationsanlagen be¬ 
schließen den Band. 

P. Georg. 


Vynne, and Blackburn, H 9 , Women ander the factory Act . 

London and Oxford. Williams and Norgate. 204 S. 

Das Buch enthält eine Zusammenstellung der gesetzlichen Be¬ 
stimmungen über die Frauenarbeit in Fabriken auf Grund der Factory 
Amendment Act von 1901. Die Verfasserinnen wollen damit einmal 
den durch das Gesetz betroffenen Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen 
die Kenntnis der neuen Vorschriften in ihrem ganzen Umfange durch 
eine populäre Darstellung erleichtern, daneben aber auch den Urhebern 
des Gesetzes zeigen, wie weit ihre Absichten erreicht sind. So ver¬ 
bindet sich mit der Gesetzesdarstellung eine eingehende Kritik des¬ 
selben. Das Buch erschien auf Anregung des Committee of the Freedom 
of Labour Defence und schon daraus ist die prinzipielle Stellung der 
Verfasserinnen zu vielen Gesetzesbestimmungen zu erkennen. Ihnen 
gellt in vieler Beziehung die Einschränkung der Selbstbestimmung 
der Frau in ihrer industriellen Tätigkeit zu weit, vor allem gegen¬ 
über der etwas freieren Stellung der männlichen Arbeiterschaft, 
Wenn man sich dieser Anschauung, die in einzelnen Spezialfällen ihre 
Berechtigung haben mag, auch nicht anschließen kann, so ist das 
Buch im ganzen als populäre Darstellung eines noch zu wenig be¬ 
kannten Reclitsgebiets zu begrüßen. 

P. Georg. 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


151 


Arbeitszeitverlängerungen (Überstunden) im Jahre 1902 
in fabrikmäßigen Betrieben* Wien. Kaiserlich-könig¬ 
liche Hof- und Staatsdruckerei. 30 S. (0,50 M.) 

Die Tabellen geben durch ihre mannigfache Zusammenstellung 
der Zahlen — einmal nach Industriegruppen, das andere Mal nach 
der Beteiligung der einzelnen Länder — und die Heranziehung der 
entsprechenden Ziffern für die vorhergehenden 4 Jahre ein gutes Bild 
von dem Stande der einzelnen Industrien, soweit man aus der Not¬ 
wendigkeit der Überstunden Schlüsse auf die allgemeine Lage ziehen 
kann. Gegenüber den Zahlen des Vorjahres macht sich eine leichte 
Steigerung bemerkbar, die sich jedoch auf einen größeren Prozentsatz 
der Gesamtarbeiterschaft verteilt, so daß die durchschnittliche Be¬ 
lastung des einzelnen Arbeitnehmers etwas gesunken ist. An der 
Überarbeit beteiligt waren ungefähr 4 Proz. sämtlicher Fabriken, von 
denen fast die Hälfte zu Betrieben mit unter 100 Arbeitern gehören. 

P. Georg. 


Fünfter Jahresbericht des Arbeitersekretariats München 
für 1902. Mit einem Anhänge: Wohnungsmietrecht, von 
Rechtsanwalt M. Ahles in München. München. Druck von 
G. Birk & Co. (0,75 M.) 

Die Münchener Arbeitersekretariatsberichte gehören zu den besten 
periodisch erscheinenden Sammlungen sozialpolitischen und sozial¬ 
medizinischen Materials. Der Bericht über das Geschäftsjahr 1902 
steht seinen Vorgängern nicht nach und bringt wiederum sehr lehr¬ 
reiche Einblicke in die Praxis unserer Arbeiterversicherungsgesetz- 
gebung. 

A. Südekum. 


Achter Jahresbericht des Arbeitersekretariats Nürnberg 
für 1902. Selbstverlag des Arbeitersekretariats. Druck 
der Fränkischen Verlagsanstalt. Nürnberg. (0,50 M.) 

Ohne daß es programmatisch aufgezeichnet stünde, bilden die 
Berichte des ältesten deutschen Arbeitersekretariats in Nürnberg eine 
wertvolle Ergänzung zu den Berichten der Gewerbeinspektoren. Sie 
sind sozusagen das notwendige „audiatur et altera pars“. Die vielen 
beachtenswerten Mitteilungen aus allen Gebieten der sozialen Gesetz¬ 
gebung werden durch sozialstatistische Abhandlungen über die Lage 
der Feilenarbeiter und Erhebungen im Mühlengewerbe bereichert. 

A . Südelcum. 


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152 


D. Referate. 


Sechster" Jahresbericht des Arbeitersekretariats Stuttgart 
für das Geschäftsjahr 1902. Selbstverlag der vereinigten 
Gewerkschaften Stuttgarts. 

Beachtenswert ist in diesem Berichte besonders die Entstehungs¬ 
geschichte des Stuttgarter Gemeinderatsbeschlusses, jährlich drei 
Zählungen der Arbeitslosen (1. November, 1. Februar, 1. Juli) vorzu¬ 
nehmen. 

A. Sütlek'um. 


Jahresbericht des Arbeiter Sekretariats Darmstadt für das 
vierte Geschäfttyahr 1902. Erstattet von Anton Sparr, 
Sekretär. Darmstadt. Verlag des Arbeitersekretariats. 

„Der Verkehr mit den oberen Behörden war ein sehr zuvor¬ 
kommender, während die unteren Behörden und hauptsächlich die¬ 
jenigen auf dem Lande, sich protzig und wegwerfend gegenüber 
dem Arbeitersekretariat benahmen,“ so heißt es in der Einleitung 
des Berichtes, der im übrigen von einem erfolgreichen Vorstoße gegen 
bureaukratische Engherzigkeit zu melden weiß: Zwei Arbeiter hatten 
in einfacher Ausfertigung Berufung eingelegt, welche ihnen vom 
Schiedsgericht zurückgesandt wurde mit dem Bemerken, daß nach der 
Schiedsgerichtsordnung die Berufung in doppelter Ausfertigung ein- 
gesandt werden muß. Das Sekretariat erhob Beschwerde beim Reichs¬ 
versicherungsamt gegen das Schiedsgericht, da die Handlungsweise 
nicht den Intentionen der gesamten Sozialgesetzgebung entspreche. 
Das Reichsversicherungsamt wies das Schiedsgericht an, nach § 7 
Abs. 1 der Kaiserlichen Verordnung vom 22. November 1900. von 
einer zweiten Ausfertigung abzusehen, dagegen können die Kosten 
für die Abschrift von dem Schiedsgericht demnächst einsczogen 
werden. 

Südekum. 


Erster Jahresbericht des Arbeiter Sekretariats zu Gotha auf 
die Zeit vom 1. Januar 1902 bis 31. Dezember 1902. 
Gotha. 

Nachdem die Errichtung einer auch dem Mindestbemittelten zu- 
gängigen Auskunftstelle in Gotha von verschiedenen Seiten angeregt 
worden war, stellte die sozialdemokratische Fraktion des Landtages 
den Antrag auf Bereitstellung von Staatsmitteln für die Schaffung 
einer Auskunftstelle „nach dem Muster der anderwärts von den Ge¬ 
werkschaften allein geschaffenen Arbeitersekretariate“. Der Landtag 
schloß sich diesem Anträge einstimmig an und die Regierung er¬ 
klärte ihre prinzipielle Beweitwilligkeit „das Recht auf Recht“ an- 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


153 


zuerkennen und für seine Befriedigung mit öffentlichen Mitteln 
mitzuwirken, unter der einzigen Bedingung, daß das zu fördernde 
Unternehmen keiner politischen Partei dienstbar gemacht werden 
dürfe, daß die Auskunfterteilung absolut unparteiisch und jedermann 
gleich zugänglich sei. Mit einleuchtenden Gründen lehnte die Staats» 
regierung es dagegen ab, selbst — wie dies beantragt worden war — 
ein Sekretariat zu errichten. 

Der paritätische Charakter des Instituts ist durch die Beteiligung 
der Gewerkschaften, des Gewerbevereins und des Gewerkvereins (Hirsch- 
Duncker) gewahrt. Der Staat gibt einen Jahreszuschuß von 2000 Mark 
und stellt ein geeignetes Lokal zur Verfügung; ein Vertreter der 
Regierung sitzt in der paritätischen Überwachungskommission. Sekretär 
ist Herr C. Helmig. Die Gesamtzahl der Besucher betrug schon im 
ersten Jahre 3611. 

A. Sildektim. 


Zweiter Jahresbericht des Arbeitersekretariats Köln für 
das Geschäftsjahr 1902 nebst einer Abhandlung 
über die Krankenkassen in der Stadt Köln. Selbst¬ 
verlag des Arbeitersekretariats Köln. Druck der Rheinischen 
Zeitung. Köln. 

Ein sehr reichhaltiger Bericht; der Anhang ist für den von 
Wichtigkeit, der sich mit dem inzwischen ausgebrochenen schweren 
Konflikt der Ärzte und der Kassen in Köln zu beschäftigen hat. 

A. Süticlcum. 


Zweiter Jahresbericht des Arbeiter Sekretariats in Lübeck. 
Lübeck. Druck von Friedr. Meyer & Co. 

Beachtenswert ist in diesem Bericht besonders die scharfe Kritik 
an unzulänglicher ärztlicher Begutachtung von Unfallverletzungen und 
die Polemik gegen das Handbuch der Unfallerkrankungen von Professor 
Thiem in Kottbus. (S. 19—25.) 

A. Sütlelcum. 


Dritter Jahresbericht des Arbeiter Sekretariats Altona- 
Ottensen nebst Jahresbericht des Gewerkschafts¬ 
kartells Altona- Ottensen für das Geschäftsjahr 1902. 
Altona-Ottensen. Selbstverlag des Arbeitersekretariats. 

Eine erhebliche Zunahme der Geschäfte des Arbeitersekretariats 
meldet auch dieser Jahresbericht. Aus einer vom Sekretariat ab ge¬ 
sandten Beschwerde an die Gewerbeinspektion über eine Fischräucherei 


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154 


D. Referate. 


in Altona sei die Bemerkung verzeichnet, daß Frauen in der leb¬ 
haften Geschäftszeit dort bis zu 17 und noch mehr Stunden jeden 
Tag arbeiten müssen; Frauen und Mädchen haben dabei oft Kisten 
von 200 —250 Pfund zu transportieren. Der zerrüttende Einfluß 
solcher Beschäftigung auf die Gesundheit des weiblichen Körpers 
dürfte unbestreitbar sein. 

A. Südekum. 


Zweiter Jahresbericht des Arbeiter Sekretariats für Kiel 
und Umgegend für das Geschäftsjahr 1902. Mit 
zwei Anhängen: Die gewerbliche Kitiderarbeit in Kiel und Die 
Fürsorgeerziehung. Kiel. Selbstverlag des Arbeitersekretariats. 

Der erste der beiden Anhänge gibt eine leider nicht vollständige 
Übersicht über die gewerbliche Kinderarbeit in Kiel, die von dem 
Gewerkschaftskartell angeregt worden war; bei dem notorischen 
Mangel an zuverlässigem Material über den Umfang der Kinderarbeit 
sind aber auch solche Beiträge nicht ohne Wert. Der zweite Anhang 
besteht aus dem Abdruck einiger Artikel der Schleswig-Holsteinschen 
Volkszeitung über Mißgriffe von Behörden bei der Ausführung des 
Fürsorgeerziehungsgesetzes. 

-t. Südekum. 


T ierter Jahresbericht des Wuldenb ur{/rr Arb eit er Sekre¬ 
tariats für das Geschäftsjahr 1002. Erstattet vom 
Arbeitersekretär ErnstKirchberg. Druck von Th. Schatzky. 
Breslau. 

Der Sekretär klagt auch in diesem Berichte wieder über den 
passiven und aktiven Widerstand, den „diese oder jene Lokalbehörde“ 
seiner Tätigkeit entgegensetzt. Daß sich dennoch der Geschäftsum¬ 
fang des Sekretariats seit 1900 um mehr als 50 Proz. vergrößert hat, 
beweist die Notwendigkeit solcher Institutionen gerade in den Be¬ 
zirken mit einer wirtschaftlich schwachen und gedrückten Arbeiter¬ 
schaft. V egen der erheblichen Ausdehnung des Bezirkes gedenkt 
das Sekretariat außerhalb seines Sitzes Sprechstunden an einzelnen 
W ochentagen einzuführen, ein Versuch, über dessen Ausgang für den 
nächsten Bericht Mitteilungen in Aussicht gestellt werden. 

A. Südekum. 


Bauarbeiterschutz. Protokoll der Verhandlungen des zweiten 
deutschen Bauarbeiterschutzkongresses. (Berlin, 29.—31. März 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. I55 

1903). Hamburg. Verlag der Zentralkommission für Hau¬ 
arbeiterschutz (H. Efftinge). 266 S. (1,50 M.) 

In diesem Bande ist ein überreiches Material zur Frage des 
Bauarbeiterscbutzes zusammengefaßt worden. Der Kongreß war eine 
wirksame Demonstration für den Bauarbeiterschutz, dessen gesetz¬ 
liche Regelung nach den Forderungen der Arbeiterschaft nicht länger 
hinansgeschoben werden darf. 

. 1 . Sttdekum. 


Die gewerbliche Nachtarbeit der Frauen . Berichte über 
ihren Umfang und ihre gesetzliche Regelung. Im Aufträge 
der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiter¬ 
schutz eingeleitet und herausgegeben von Stephan Bauer. 
XL u. 400 S. Jena. G. Fischer. (6,00 M.) 

Die Forderung des gesetzlichen Verbotes der gewerblichen Frauen¬ 
nachtarbeit folgte geschichtlich der gesetzlichen Einschränkung der 
Kinderarbeit in den Fabriken. England ging zu Ende der ersten 
Hälfte des 19. Jahrhunderts voran, es folgte 1877 die Schweiz, von 
1880 an weiter eine große Zahl europäischer und außereuropäischer 
Länder. Schon um 1850 herum wurde ein internationales Verbot der 
Frauennachtarbeit verlangt und 1887 vom Wiener hygienischen Kon¬ 
greß aus hygienischen und moralischen Gründen wiederholt. Die 
internationale Arbeiterschutzkonferenz 1890 in Berlin faßte ebenso 
wie der Pariser Kongreß 1900 Resolutionen zur Bekämpfung der 
Frauenarbeit. Die auf diesem Kongreß begründete internationale 
Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz erteilte in ihrer ersten 
Delegiertenversammlung Basel 1901 dem internationalen Arbeitsamte 
den Auftrag, vergleichende Untersuchungen der bestehenden Nacht¬ 
arbeit der Frauen und ihrer Wirkung in der Industrie der einzelnen 
Länder vorzunehmen. Das beauftragte Amt arbeitete einen Frage¬ 
bogen aus und übersandte ihn den Sektionen, deren Berichte übrigens, 
außer denen von Belgien, sich nicht streng an seinen Wortlaut hielten. 
Diese Berichte lagen der Generalversammlung zu Köln 1902 vor und 
führten zu einer Resolution, die das allgemeine Verbot der Frauen¬ 
nachtarbeit grundsätzlich rechtfertigte und als Aufgabe der Zukunft 
die Abschaffung der zurzeit bestehenden gesetzlich zulässigen Aus¬ 
nahmen erklärte. 

Das vorliegende Werk bringt die einzelnen Berichte, die viele 
wertvolle Einzelheiten enthalten. Der wichtigste Bestandteil des 
Werkes ist die Einleitung von Bauer, welche die hauptsächlichen 
Ergebnisse zusammenfaßt. Hier wird der verschiedene Umfang der 
gesetzlichen Beschränkungen in den einzelnen Ländern nach Lebens- 


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D. Referate. 


alter, Arbeitsdauer, Beschäftigungsart zusammengefaßt (jeglicher ge¬ 
setzlicher Regelung entbehrt nur Japan). Es wird betont, daß die 
Nachtarbeit in der Heimarbeit bisher von keiner Gesetzgebung ge¬ 
schützt wird, gewisse Betriebe, wie Wäscherei, Gastwirtschaft nur in 
wenigeu Ländern. Eine ausführliche Behandlung erfährt die Art 
und Wirksamkeit der Kontrolle, sowie die Verschiedenheit der zuge¬ 
lassenen Ausnahmen. Was die Wirkungen des Verbotes betrifft, so 
sind sie nach der hygienischen Seite bisher nur indirekt zu er¬ 
schließen, weil eine Menge nachgewiesener Gefahren in Wegfall 
kommt, für die namentlich der Bericht von Hirsch für Deutsch¬ 
land und der von Blocher (Basel) für Rußland interessante Belege 
bringt. Ein weiterer Beweis liegt darin, daß im Deutschen Reich 
die Sterblichkeit der weiblichen Krankenkassenmitglieder seit 1891 
stärker abgenommen hat als die der Männer. Eine finanzielle 
Schädigung der Industrie, namentlich in Bezug auf den Export, ist 
nicht nachweisbar. Der sozialhygienische Nutzen, der dadurch ent¬ 
steht, daß die Frau als Mutter mehr leisten kann, wird, wie Hirsch 
richtig bemerkt, erst deutlicher werden, sobald die besser behütete 
Generation der seither geborenen Kinder herangewachsen sein wird. 

Aus den einzelnen Berichten, wie aus der zusammenfassenden 
Einleitung geht hervor, daß für die Zukunft Fortschritte nach drei 
Richtungen an gestrebt werden müssen: Verbesserung der Lage in 
denjenigen Ländern, in denen formell die Grundsätze des Arbeits¬ 
schutzes anerkannt, aber mangelhaft durchgeführt oder kontrolliert 
werden, Verminderung oder Aufhebung der gesetzlich zulässigen Aus¬ 
nahmen, Ausdehnung der Einschränkung der Nachtarbeit auf die 
Heimarbeiterinnen. 

.1. UotMeln. 


Schu'iedlawl, JE., Ziele und Wege einer Heünarbeitsgesctzgehung. 
Zweite ergänzte Auflage. Vien. Manz’sche Hofbuchhand- 
lung. 349 S. (5,00 M.) 

Das Ergebnis langjähriger Studien ist in diesem nun in zweiter 
Auflage erschienenen Buche niedergelegt, das, klar und anziehend 
geschrieben, den Stand der Heimarbeiterfrage behandelt und das 
Material, auf dessen erschöpfender Durcharbeitung die Lösung dieser 
brennenden Frage beruht, kritisch sichtet. Verfasser unterscheidet 
zwei Epochen der Entwicklung der Verlags- oder Hausindustrie, deren 
erste vom 15. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts reicht und deren 
zweite, vom zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts datiert. Er schib 
dert die Voraussetzungen und die Entstehung der Verlagsarbeit, ihren 
wirtschaftlichen und sozialen Einfluß auf das Handwerk, ihre Ver* 
breitung in den einzelnen Ländern und die Schwierigkeit ihrer sta- 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


157 


tistischen Erfassung. Er zeigt, wie es zuerst Gründe der Wirt¬ 
schaftspolitik waren, die zu einer öffentlich-rechtlichen, dann unter 
der Herrschaft des Zunftrechts zu einer autonomen Regelung der 
Verlagsarbeit führten, wie mit Beginn der Ära des Manchestertunis 
-alle diese Schranken fielen, und wie endlich in der zweiten Epoche 
diese Unternehmungsform nicht mehr nur von rein wirtschaftlichen, 
sondern auch von sozialpolitischen Gesichtspunkten aus Beachtung 
fand. Der größere Teil des Buches ist der Darstellung der von 
solchen Erwägungen ausgehenden Vorschläge für gesetzgeberische 
-oder der Selbsthilfe vorbehaltene Maßnahmen gewidmet, wie sie in 
den verschiedenen Ländern teils gefaßt, teils schon zur Ausführung 
gelangt sind. Die Registrierung der Verlagsarbeiter, die Ausdehnung 
der Zwangsversicherung auf die Verlagsarbeit, sanitätspolizeiliche 
Vorschriften für Wohnungen und Arbeitsstätten, Lizenzierung der 
Arbeitsstätten, Organisation der Arbeiter, Heimarbeiterschutz, Ab¬ 
schaffung der Heimarbeit, Einschränkung des Absatzes, Einschränkung 
des Arbeitsnachweises, Einrichtung von Zentralwerkstätten, Ein¬ 
wanderungsbeschränkung, verbindliche Mindestlohnsatzungen — alle 
diese Mittel schwächster bis radikalster Art werden hier besprochen, 
-ihr Für und Wider erwogen, „im großen die Richtungen gewiesen, 
in welchen gegangen werden kann. Welche hiervon“, sagt der Ver¬ 
fasser mit Recht, „jeder einzelne Staat zunächst beschreiten wird, 
das hängt freilich auch von der jeweiligen Entwicklung seiner wirt¬ 
schaftlichen, sozialen und politischen Faktoren ab, von der Bedeutung, 
welche die Industrie, und dem Einfluß, den die Arbeiterschaft errungen, 
von der Macht der wirtschaftlichen und sozialen Widerstände, welche 
-der Durchführung der einzelnen Bestimmungen jeweils entgegen¬ 
stehen. . . . Gleichwohl sind die Mißstände der Verlagsarbeit in 
Europa soweit gediehen, daß weiteres Zögern moralisch unverantwort¬ 
lich ist.“ Einige die Heimarbeit betreffende statistische Daten und 
eine Übersicht über die Spezialgesetzgebung Deutschlands, der Schweiz. 
Englands, Amerikas und Australiens finden sich im Anhang. 

F. Kriegei. 

Erhebung Uber die Arbeitszeit der Gehilfen und Lehr¬ 
linge im, Fleischergewerbe, veranstaltet irn Sommer 
1902. Bearbeitet im Kaiserlichen Statistischen Amt. Berlin. 
Carl Heymann. LXXIV u. 219 S. (7,00 M.) 

Die Erhebung, deren Ergebnisse der vorliegende Band bringt, 
wurde veranlaßt durch Klagen seitens der im Fleischergewerbe an- 
gestellten Personen über die herrschenden Mißstände betreffs der über¬ 
langen Arbeitszeiten. Die Methode der Durchführung war dieselbe, 
wie bei früheren Aufnahmen ähnlicher Art, d. h. es wurden Stich- 


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158 


D. Referate. 


proben genommen durch Befragung von lö Proz. der vorhandenen Be¬ 
triebe nach der Berufsstatistik von 1895 und die Fragebogen selbst 
ungefähr zur Hälfte an Arbeitgeber, zur Hälfte an Arbeitnehmer aus¬ 
gegeben, in einer Gesamtzahl von 6625, von denen 1500 auf gro߬ 
städtische Betriebe entfallen. Der Bearbeitung liegen 6100 Frage¬ 
bogen zugrunde. Hauptgegenstand der Fragen ist die Dauer der 
täglichen Arbeitszeit, Beginn und Ende, Pausen und Ruhezeiten von 
24 ständiger Dauer. Über die Durchführung der Erhebung gibt der 
erste Teil des Werkes Auskunft, daran schließt sich eine Zusammen¬ 
fassung der Ergebnisse. Den Hauptteil des Buches nimmt das ge¬ 
sammelte Material selbst ein. 

Ein Blick auf das Zahlenmaterial zeigt, wie berechtigt die Klagen 
der Arbeitnehmer über lange Arbeitszeiten sind. Im Durchschnitt 
arbeiten von den Gehilfen 64 Proz. im Sommer und 50 Proz. im 
Winter mehr als 11 Stunden regelmäßig am Tage nach Abzug der 
Pausen. Berücksichtigt man Mitteldeutschland allein, so steigen diese 
Zahlen noch ganz beträchtlich. Wenn man die Betriebe nach der 
Einwohnerzahl der Orte, in denen sie liegen, zusammenstellt, kommt 
man zu einem Resultat, das mit den Erfahrungen in der Industrie in 
direktem Widerspruch steht Im Fleischergewerbe steigt die Arbeits¬ 
dauer mit der Größe der Einwohnerzahl, so daß die größeren Städte 
am ungünstigsten stehen, die Dörfer am günstigsten. Unter den 
Großstädten steht Berlin bei weitem am schlechtesten. Hier arbeiten 
im Winter 56 Proz. der Gehilfen mehr als 12 Stunden. Parallel mit 
dieser Erscheinung geht die Verlängerung der Arbeitszeit mit 
steigender Betriebsgröße, die in der Industrie auch kein Gegenstück 
hat. Für die Beschäftigung der Lehrlinge gilt mit geringen Ab¬ 
weichungen zu ihren Gunsten dasselbe, wie für die Gehilfen. Stellt 
man die Betriebe nach der Art der Beschäftigten zusammen, so er¬ 
gibt sich das gleichfalls überraschende Resultat, daß, wenn Lehrlinge 
oder Gehilfen in einem Betriebe allein arbeiten, die Arbeitszeit den 
Durchschnitt nicht erreicht, wenn sie Zusammenarbeiten, den Durch¬ 
schnitt übersteigt. Daß die enormen Zahlen die Beschäftigungsdauer 
nicht etwa auf unrichtige Angaben der Arbeitnehmer zurückzuführen 
sind, zeigen die Mitteilungen von 26 Geschäftsinhabern, die für ihre 
Betriebe eine Arbeitszeit von mehr als 14 Stunden für Gehilfen und 
Lehrlinge verzeichnen. Für Angestellte in Betrieben mit periodischer 
längerer Überarbeit und wechselnden Arbeitszeiten von Tag zu Tage 
ergeben sich in der ruhigeren Zeit 13—15, in der arbeitsreicheren 
16 Stunden täglicher Arbeit nach Abzug der Pausen. 

Schon das Mitgeteilte gibt einen genügenden Begriff von der 
dringenden Besserungsbedürftigkeit der Verhältnisse im Fleischer¬ 
gewerbe. 

P. Georg. 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


159 


Gesundheitsgeführliehe Industrien. Berichte über ihre Ge¬ 
fahren und deren Verhütung, insbesondere in der Zünd¬ 
hölzchenindustrie und in der Erzeugung und Verwendung von 
Bleifarben. Im Aufträge der internationalen Vereinigung für 
gesetzlichen Arbeiterschutz eingeleitet und herausgegeben von 
Stephan Bauer. Jena. Gustav Fischer. 444 S. (7,50 M.) 

Das vorliegende Werk, welches 29 Berichte und Gutachten aus 
den meisten europäischen und einigen außereuropäischen Ländern 
(Australien und Japan) bringt, ist seinem Inhalte nach durch den Titel 
gekennzeichnet. Es ist ein für den Forschritt der Gewerbehygiene 
außerordentlich wichtiges Werk, eine Fundgrube an historischem, 
kasuistischem, statistischem und legislatorischem Material. In der 
67 Seiten starken Einleitung gibt Bauer eine Darstellung der ge¬ 
schichtlichen Entwicklung des Arbeiterschutzes in den gesundheits¬ 
gefährlichen Industrien, definiert deren Begriff, schildert deren An¬ 
fang und stellt die gesetzlichen Maßregeln, welche die einzelnen 
Länder, namentlich gegen die Gefahren an Phosphor und Blei ge¬ 
troffen haben, zusammen. Von den einzelnen Arbeiten seien besonders 
die ganz vorzügliche Darstellung von Hölzer-Berlin über die Be¬ 
kämpfung der gesundheitlichen Gefahren in den Betrieben der Phosphor¬ 
zündholzfabriken hervorgehoben, ebenso die Aufsätze von Sommer¬ 
feld und Kaup über die Gefahren der Bleiweißbetriebe und der 
Industrien, die mit Blei überhaupt zu tun haben. Die erste Arbeit 
zeichnet sich durch eingehende Darstellung des Betriebs, die zweite 
durch reiches statistisches Material aus. Von besonderem Wert sind 
noch die Aufsätze von G. H. W o o d über die gesundheitsgefahrlichen 
Industrien in Großbritannien. Die Mehrzahl dieser und der anderen 
Arbeiten behalten ihre Bedeutung durch Wiedergabe der legisla¬ 
torischen Bestimmungen in den einzelnen Ländern, die sich in großen 
Zügen decken, und aus denen vielfach hervorgeht, daß das Bestreben 
der Erhaltung einträglicher Industrien nicht immer ohne Einfluß auf 
die Formulierung der Maßnahmen geblieben ist. Von besonderem In¬ 
teresse ist, daß die Monopolisierung der Zündholzfabrikation in Frank¬ 
reich durch den Staat den gesundheitsgefährlichen weißen Phosphor 
leichter verdrängen konnte, als dies in anderen Ländern an ging. Viel¬ 
fach tritt aus den Berichten die Überzeugung hervor, daß gar manche 
gesetzlichen Bestimmungen gegenüber der Indolenz der Arbeiter und 
durch die Belastung des Betriebes versagen, und daß es besser wäre, 
statt der einschränkenden Vorschriften die Erfindung von Verfahren 
zu fördern, welche den weißen Phosphor und die Benutzung der Blei¬ 
präparate technisch entbehrlich machen (Zinkweißanstriche, Litho- 
gom). Der Österreicher Kaup weist auf den in Deutschland mehr¬ 
fach von Gewerbehygienikern gemachten Vorschlag hin, auch die 
chronischen Erkrankungen gleich den akuten Verletzungen als Unfälle 


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160 


D. Referate. 


zu behandeln und zu entschädigen. In England besteht für den 
praktischen Arzt die Verpflichtung, Fälle von Blei-, Arsen-, Phosphor¬ 
oder Quecksilbervergiftung oder von Karbunkeln (Milzbrand), die in 
einer Fabrik oder Werkstätte erworben sind, gegen Honorar, aber bei 
Bestrafung: im Unterlassungsfälle, dem Fabrikinspektor anzuzeigen. 
Diese sonst anscheinend nirgends bestehende Anzeigepflicht verdient 
Nachahmung. Dem verdienstvollen Werk ist ein Sach-, Literatur- und 
Ortsregister beigegeben. 

A. OoUstein. 


Zacher, Die Arbeiterversicherung im Auslande. Heft I a: Die Arbeiter- 
Versicherung in Dänemarli. 1. Nachtrag zu Heft I. Berlin. 
Verlag der Arbeiterversorgung. A. Troschel. 65 S. (2,00 M.) 

Das vorliegende, der Nachträge zweites Heft behandelt die Wir¬ 
kungen der älteren bereits in Kraft getretenen dänischen Arbeiter¬ 
versicherungsgesetze (s. Jahresbericht, II. Band, S. 173 f.) an der Hand 
zahlreicher statistischer Belege und berichtet über den seit Erscheinen 
des Hauptheftes fortgeführten Ausbau dieser Gesetzgebung. So ge¬ 
langen das Gesetz vom 18. Dezember 1897 und das dazu gehörige 
Reglement vom 16. November 1900, betreffend Abänderung des Ge¬ 
setzes über Unterstützungskassen für Hilfsbedürftige (vom 11. Juli 
1890), das Gesetz vom 23. Mai 1902, betreffend Abänderung der Ge¬ 
setze vom 9. April 1891 und vom 7. April 1899 über Altersunter¬ 
stützung für würdige Hilfsbedürftige außerhalb der Armenpflege, das 
Gesetz vom 3. April 1900 über die Unfallversicherung dänischer 
Fischer und endlich der dem Volksthing am 14. Oktober 1902 vor¬ 
gelegte Gesetzentwurf zur Ergänzung des Gesetzes Nr. 4 vom 7. Januar 
1898 über die Versicherung der Arbeiter gegen die Folgen von Un¬ 
fällen in gewissen Betrieben zur Darstellung und in den Anlagen zum 
Abdruck. 

F. Krieget. 


Sommerfeld, Th., Geicerblicher Arbeiterschutz und Ständige Aus¬ 
stellung für Arbeiter Wohlfahrt. Deutsche medizinische Wochen¬ 
schrift. Nr. 47. 

In Charlottenburg (Frauenhoferstraße Nr. 11/12) besteht seit dem 
Frühjahr eine Art soziales Museum unter der Bezeichnung „Ständige 
Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt“. Die Einrichtung dieser perma¬ 
nenten Ausstellung wird in der vorliegenden Publikation übersichtlich 
beschrieben. In der Einleitung spricht sich der Verfasser für eine 
Heranziehung des ärztlichen Elementes zur Gewerbeinspektion aus 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


161 


und bekämpft die bei den Behörden noch bestehende Meinung, daß 
es dem Techniker leichter ist, sich die erforderlichen medizinischen 
Kenntnisse anzueignen, als dem Arzte die technischen. 

A. Orotfahn. 


Pieper, L., Die Lage der Bergarbeiter im Ruhrrevier. Münchener 
volkswirtschaftliche Studien. 58. Stück. Stuttgart und Berlin. 
J. G. Cotta, Nachfolger. XII. 266 S. (5,00 M.) 

Die Monographie Pie per’s über die Lage der Bergarbeiter im 
Ruhrrevier ist eine der tüchtigsten nationalökonomischen Studien der 
letzten Zeit. Es kam dem Verfasser darauf an, zu zeigen, „welche 
Entwicklung der Ruhrbergbau genommen hat und auf welchem wirt¬ 
schaftlichen, sozialen und kulturellen Niveau sich augenblicklich die 
Ruhrbergarbeiter befinden“. Die verschiedensten Arbeiterscharen sind 
im Laufe der letzten Jahrzehnte dem mächtig aufstrebenden Kohlen¬ 
bergbau im Ruhrrevier zugetrieben worden; in wenig mehr als 
100 Jahren hat sich die Belegschaft auf dem engen Gebiete um das 
140 fache vermehrt. Dazu sind die kompliziertesten sozialen und wirt¬ 
schaftlichen Probleme geschaffen worden. Ihre Darstellung setzte 
nicht nur ein flüchtiges Durchforschen der periodischen und nicht¬ 
periodischen Literatur, sondern auch eine persönliche Kenntnis von 
Land und Leuten voraus, die Pieper besaß. In sechs großen Ab¬ 
schnitten unterrichtet er die Leser seines Buches über die Zusammen¬ 
setzung der Arbeiterschaft, über den Bergarbeiterschutz, die Organi¬ 
sation der Arbeiter, das Knappschaftskassen wesen, die Lebenshaltung 
und die Behausung der Arbeiter. Mit dem aufrichtigen Streben nach 
einer vorurteilslosen Beurteilung der Zustände verbindet der Ver¬ 
fasser eine gefällige Art der Darstellung, die das Interesse an seinem 
Stoffe beständig rege erhält. Ich möchte dem Wunsche Ausdruck ver¬ 
leihen, daß auch diejenigen diese Studie lesen mögen, die bisher nur 
nach dem Kurszettel die Verhältnisse in einem der wichtigsten Land¬ 
striche unseres Reiches beurteilten. 

A . Südekinn. 


Xocht, B., Die gesundheitlichen Verhältnisse bei den Seeleuten. Er¬ 
schienen in den „Schriften des Vereins für Sozialpolitik“ über 
die Lage der in der Seeschiffahrt beschäftigten Arbeiter. 
II. Band. 1. Abteilung. Leipzig. Duncker u. Humblot. 

Der Aufsatz bildet einen Teil der vom Verein für »Sozialpolitik 
veranstalteten Untersuchung über die Lage der in der Seeschiffahrt 
beschäftigten Arbeiter. Leiter der Gesamtenquete war E. Francke, 
der Herausgeber der „Sozialen Praxis“. Neben Arbeiten allgemeinerer 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. H 


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162 


D. Referate. 


wirtschaftlicher und technischer Natur hat sich das Unternehmen die 
Aufgabe gestellt, die „Verhältnisse der sämtlichen Hafen- und Küsten¬ 
gebiete des Deutschen Reiches und der fremden Staaten mit ausge¬ 
dehnter Schiffahrt und starker Seemannsbevölkerung“ zu schildern. 

Die Untersuchungen von Nocht öffnen dem Fernstehenden zu¬ 
nächst die Augen, einmal wie schwer und mit welchen Gefahren der 
Seemannsberuf verbunden ist, sodann wie berechtigt die Forderung 
nach einem etwas schnelleren Tempo in der sozialen Gesetzgebung 
für diesen Stand ist. Die gesundheitlichen Verhältnisse bei den See¬ 
leuten werden im wesentlichen durch die sogenannten klimatischen 
oder exotischen Krankheiten beeinflußt, sodann durch solche, die zwar 
auch in der Landbevölkerung mehr oder weniger Vorkommen, durch 
die Eigenarten des Berufes aber eine besondere Bedeutung für die 
Seeleute gewinnen. Von den klimatischen Krankheiten interessieren 
uns hier vor allen das gelbe Fieber, die Malaria, Dysenterie und 
Beriberi. Die Morbiditäts- wie Mortalitätsstatistik zeigt in den 
einzelnen Jahren, wie leicht erklärlich, große Schwankungen, ln dem 
Zeitraum von 1888 bis 1895 erlagen „von den im Auslande auf 
deutschen Schiffen an Krankheiten gestorbenen Seeleuten 42 Proz. 
dem gelben Fieber“, an Malaria erkrankten im Jahre 1902 während 
der Reisen der Schiffe von den eingeschifften Mannschaften 893, von 
denen 28 starben. Der Skorbut, früher ein häufiger Gast der See¬ 
leute, kommt heute fast nur noch auf Segelschiffen vor, bei denen 
eine hygienisch zweckmäßige Verproviantierung wegen der langen, 
ununterbrochenen Fahrzeit, meist 2—3 Monate, auf große Schwierig¬ 
keiten stößt. 

Eine Krankheit erheischt aber unsere ganz besondere Aufmerk¬ 
samkeit, die Tuberkulose, die unter den Seeleuten eine ähnliche be¬ 
herrschende Stellung einnimmt, ja wie es scheint in noch höherem 
Maße, als unter der Bevölkerung des Landes. Diese Tatsache über¬ 
rascht zunächst, da man die für die Entstehung der Tuberkulose am 
meisten in Betracht kommenden Faktoren, Disposition und Infektions¬ 
möglichkeit, doch am wenigsten hier erwarten darf. Es erkrankten 
in der deutschen Armee an Tuberkulose im Jahre 1895/96 2,2 Pro¬ 
mille, in der Kriegsmarine 3,6 Promille; es starben daran in dem 
gleichen Zeitraum in der Armee 0,32 Promille, in der Marine 
0,5 Promille. Diese Zahlen liefern den einwandfreisten Beweis für 
die größere Tuberkulosequote in der Marine iu Vergleich zum Land¬ 
heere, weil dieselben Altersklassen auf Grund derselben Auslese in 
Marine oder Heer eingestellt sind. Den Grund für die größere Tuber¬ 
kuloseerkrankung wird man, wie Nocht mit Recht hervorhebt, in 
dem Einfluß des Seedienstes zu suchen haben, da, wie schon hervor¬ 
gehoben, besondere Disposition und größere Infektionsmöglichkeit aus¬ 
zuschließen sind. Zu einem allgemeinen Resultate über die Sterblich- 


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IV. Soziale Hygiene der Arbeit. 


163 


keit der seemännischen Berufe zu gelangen, ist wegen des unvoll¬ 
kommenen Zustandes der amtlichen Bevölkerungsstatistik, die be¬ 
dauerlicherweise die Berufssterblichkeit noch immer vernachlässigt, 
nicht möglich. Verfasser hat nun in außerordentlich dankenswerter 
Weise den Versuch gemacht, diesen Mangel durch andere Materialien 
zu ersetzen. Es ist unmöglich, hier darauf einzugehen und die Resul¬ 
tate im einzelnen mitzuteilen, da die Erörterung der nicht immer 
ganz einwandfreien Methoden und die Anfuhrung der zahlreichen 
Vorbehalte an diesem Ort zu weit führen würden. Es sei nur bei¬ 
gefügt, daß das Schlußergebnis des Autors übereinstimmt mit dem 
eben bezüglich der Marine wiedergegebenen. — Neben den bisher ge¬ 
schilderten Krankheiten haben noch der Hitzschlag und der Selbst¬ 
mord unter den Feuerleuten, der mit den Hitzschlagfüllen ätiologische 
Momente gemein hat, eine gewisse Bedeutung. Die interessante Ab¬ 
handlung schließt mit einer Übersicht über die Fürsorge für kranke 
Seeleute und die Beköstigung der Schiffsmannschaften. 

B. Spiethoff. 


Auerbach, F., Das Zeißicerk und die Karl-Zeiß-Stiftung in Jena. 

Jena. G. Fischer. 124 S. (2,00 M.) 

Vielleicht nirgends ist exakte Wissenschaft und weitherzige soziale 
Fürsorge und Liberalität in eine so enge Verbindung getreten als in 
der Karl-Zeiß-Stiftung in Jena, jener technisch wie sozialpolitisch 
glänzenden Organisation, hinter der sich die schlichte und doch 
leuchtende Gestalt von Ernst Abb6, dem Gelehrten, dem Entdecker 
und dem Reformator, bescheiden verbirgt. 

Die zwar nicht räumlich wohl aber wirtschaftlich zu einer Ein¬ 
heit verbundenen beiden Etablissements, die „Optischen Werkstätten“ 
und die unter der Spezialleitung des erfinderischen Schott stehende 
„Glashütte“, beide in Jena, senden allein an Mikroskopen jetzt über 
2000 jährlich in die Welt und beschäftigen auch in der jetzigen 
Depressionsperiode noch 1500 Arbeiter. Für diese ist besser gesorgt 
als wohl irgendwo sonst in Deutschland. Ihr Durchschnittsverdienst 
beträgt 1800 Mark jährlich. Sind sie eine bestimmte Zeit beschäftigt, 
so kann ihnen nicht mehr gekündigt werden. In guten Ge¬ 
schäftsjahren erhalten sie eine Art Dividende in Gestalt einer Lohn- 
nachzahlung, die bisher durchschnittlich einem 13. Monatslohn 
gleichgekommen ist. Die Beamten sind an der Lohnhöhe der Arbeiter 
interessiert, indem ihr eigener Gehalt zu ihr in ein bestimmtes Ver¬ 
hältnis gesetzt ist und z. B. bei dem obersten Leiter des Unter¬ 
nehmens auch nur das Zehnfache des durchschnittlichen Arbeiter¬ 
lohnes betragen darf. Vor allem aber ist seit 1901 der Acht¬ 
stundentag durchgeführt. Er ergab ganz abgesehen von dem 

li* 


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164 


D. Referate. 


sozialhygienischen auch einen finanziellen Vorteil sowo 
für die Arbeiter, deren Leistungsfähigkeit um 3 Proz. stieg, a * s ur 
den Betrieb, der große Ersparnisse an Betriebskraft, Beleuchtung usw. 
machte. . . 

Kommt durch diese Einrichtungen das soziale Wirtschaftsprinzip 
zum Ausdruck, so das liberale dadurch, daß der einzig £ er ® c 
den Tüchtigen auszeichnende und, wo das „eherne Lohngesetz e 
Existenzminimums doch schon durchbrochen ist, sozial unscbäd c 
Stücklohn (Akkordarbeit) bis in das kleinste hinein durchge r 
ist. So ist also die Karl-Zeiß-Stiftung keine sozialistische, woh a 
eine sozial-liberale Organisation allergrößten Stils. Sie wirkt w0 
tätig nicht nur für den Angestellten, sondern für jeden Bewohner o 
Besucher der Stadt: Das „Volkshaus“ kostet der Stiftung 
fast eine Million Mark und enthält, innen und außen wundervoi ge¬ 
baut und geschmückt, die größte deutsche Lesehalle, eine vö ^ 
entgeltliche Volksbibliothek von über 100000 Bänden, ein voifes " 
liches „physikalisches Kabinet“, eine permanente Kunstauss . 
und neben kleineren Festräumen einen riesigen Versamm nng 
Aber auch der Jenaer Universität hat die Karl-Zeiß-Stiftung 
über zwei Millionen Mark zukommen lassen. reichte 

Über all dieses und besonders auch über die Entstebungsg es ^ er _ 
des Unternehmens berichtet die vorliegende mit 78 Abbildung 
sehene Schrift von F. Auerbach. Ko ch-« e ** e - 

Bericht des Instituts für Gemeinwohl xxt, a.M. 

JUain über das siebente Geschäftsjeifot Frau 

52 S. . t 

Der Bericht über das siebente Geschäftsjahr C X902/1903^Rechen* 
nach einer allgemeinen Übersicht und nach dem e un d 

schaftsbericht die vollständigen oder auszugsweisen X n-hres Tgtitut für 
Denkschriften der einzelnen Organisationen, welche v ° m ” Arbeiter- 
Gemeinwohl“ abhängen, nämlich der „Auskunftsste?H e * ur -.. ür ivate 
angelegenheiten“, des „Sozialen Museums“, der „Zeni /ia ^ t aie eben- 
Fürsorge“ und der „Zentrale für Bergwesen“. Dagegf en aa , -rx an( iels- 
falls vom Institut aus gegründete „Akademie für So551^1' un 
Wissenschaften“ eine eigene Geschäftsstelle erhalten- Ihre. ^ 

wird daher nur in der Einleitung kurz besprochen, ebenso wie i 
weiteren vom Institut mehr oder weniger abhängig - ®* 1 OrganiSB > 
nämlich der „Gesellschaft für wirtschaftliche Ausbild“ 1 ^ > de ^ » , 
Seilschaft für Wohlfährtseinrichtungen“, der ,,Kohlenernka ufs-W 
schaft“ und des „Arbeiterwohnungsvereins“. ^ jtoch-Hcsse. 


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V. Soziale Hygiene der Ernährung. 


165 


V. 

Soziale Hygiene der Ernährung. 

Der Milehverbrauch ifi Berlin» Berliner Statistik, heraus¬ 
gegeben vom statistischen Amt der Stadt Berlin. I. Heft. 
Berlin. P. Stankiewicz. 18 S. und 6 Tabellen. 

Der Milchkonsum in Berlin einschließlich der Städte Charlotten¬ 
burg, Schöneberg und Rixdorf betrug im Jahre 1902 250 Millionen 
Liter, d. h. drei Zehntel Liter pro Tag und Kopf. 18 Proz. des Ge¬ 
samtkonsums lieferten die vier Städte selbst in 926 Kuhhaltungen mit 
11431 Kühen-, sollte der Bedarf in den Konsumstädten allein gedeckt 
werden, so wären dazu 63836 Kühe nötig. Daß dieser Zustand ein- 
tritt, ist nicht wünschenswert, weil einmal die amtliche Milchkontrolle 
erschwert ist, dann aber auch die Milch von Stadtktihen der von 
Landkühen nicht gleichwertig ist. Die geringere Voll Wertigkeit der 
Milch von Stadtkühen beruht auf einer Hydraemie dieser Tiere, in¬ 
folge deren gleich der Milch auch das Fleisch einen größeren Wasser¬ 
gehalt hat. Abgesehen von 10 Proz., die auf der Landstraße einge- 
iuhrt werden, entfällt der Hauptteil, d. h. 72 Proz., auf Zufuhr durch 
die Eisenbahn. 

B. Splethoff. 


Seiftert, M., Die Versorgung der großen Städte mit Kindermilch. 
1. Teil: Die Notwendigkeit einer Umgestaltung der Kindermilch- 
erzeugung. Leipzig.’ A. Weigel. 278 S. 4 Kurven. (6,00 M.) 

Die Säuglingssterblichkeit ist hauptsächlich bedingt durch fehler¬ 
hafte Beschaffenheit der zur künstlichen Ernährung angewendeteu 
Kuhmilch. Von 100 Lebendgeborenen starben im ersten Jahre m 
Württemberg 31,25, in Preußen 25,53, für ganz Europa berechnet 18,8. 
Die Einbuße an Nationalvermögen betrug in Sachsen in den Jahren 
1891—1895 10100300 Mark. Soweit dem Kinde nicht die Wohltat 
der Muttermilch zuteil werden kann, ist nach Seiffert die Be¬ 
schaffung einer aseptischen Roh milch das anzustrebende Ideal. Ver¬ 
fasser tritt für die Schaffung einer Versuchs- und Prüfungsanstalt 
für Kindermilchversorgung zur Bekämpfung der Kindersterblichkeit 
ein. Aufgabe dieses Instituts müßte sein, nicht nur von einseitigem 
Standpunkte der Nahrungsmittelchemie und der Landwirtschaft ans 
Produktions- und Konservierungsmethoden zu studieren, sondern von 
höheren allgemeinen physiologischen Gesichtspunkten die Bedeutung 
der Milch und ihre Behandlung bei Produktion und Transport zu er¬ 
forschen. Verfasser verspricht im zweiten Teil ein Verfahren zur 
aseptischen Milchgewinnung und -konservierung zu geben. Eine Ver- 


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166 


D. Referate. 


edelung der Mich ist seine Hauptforderung 1 , kein Verfahren, durch 
das physikalische oder chemische Veränderung entsteht. 

B, Spieth oft- 


<Jentten 9 C. O., Grundriß der Milchkunde und Mikhhygiene. Stutt¬ 
gart. F. Enke. 228 S. (4,80 M.) 

Die Milchhygiene ist namentlich durch die Behauptungen von 
Behring, der in der Säuglingsmilch die Hauptquelle für die Tuber- 
•ß°f* e * n e * n aktuelles Stadium getreten. Jensen’s Grund¬ 

riß liefert eine sehr wertvolle Zusammenfassung der hygienischen 
Bestrebungen auf dem Gebiete der Milchproduktion und des Milch- 
yerkehrs. Die Milch der Kuh zeigt bekanntlich beträchtliche quanti- 
ative wie qualitative Tagesschwankungen, die man durch die soge¬ 
nannte Mischmilch auszugleichen sucht. Kühe, welche mit toxisch 
wirkenden Mitteln (Quecksilber, Jod, Arsenik usw.) behandelt werden, 
ür die Milchproduktion auszuschließen, ebenso die Milch von 
Kühen, die an akuten wie chronischen Infektionskrankheiten leiden. 

ine er wichtigsten Aufgaben ist es zu verhindern? daß Milch tu er 
u oser Kühe in den Handel kommt. Für die Beurteilung der Große 
t nL i r .’u die dera Menscli en aus dem Genüsse der Milch tubev- 

kulöser Ruhe droht, bildet die Häufigkeit der Schweinetuberkulose 
den besten Maßstab; die letztere ist eine Fütterun^stuberkulose durch 

die Milch und Molkereirückstände. Die Verbreitung, die frtth ® r 
Dänemark bis 70 Proz. betrug, ist in den letzten Jahren durch da 
obligate Pasteurisieren der abgerahmten Milch in den Genossenschafts- 
mo kereien beträchtlich zurückgegangen. Tuberkulöse Tiere sind. e - 
ch aus den Viehbeständen auszumerzen, die Kuh muß alle B b 
age (Knidermilch) tierärztlich untersucht werden, ^xlle Külie , 
die Tuberkulinprobe bestanden haben, Vorzugsmilch Ir liefernde Ti 
sind diesem Verfahren in jedem Jahre aufs neue zu unterziehen. Dw 
v orsichtsmaßregeln dürfen aber nicht beim Tiere machen, gl®| c 

tuberkulösen Kühen sind auch tuberkulöse Menschen» die die Milcj 
infizieren können, aus dem Milchgewerbe auszuscli Ü eßen - PraktiSC 
wichtig ist die Tatsache, daß eine Keihe von Infektionskrankheiten 
wie Typhus, Diphtherie, Cholera, die stellenweise epidemieartiger 
Charakter annehmen können, durch die Milch versclxl e i > l >t werden ’ “ c 
krankheitserregenden Bakterien gelangen in diesen Fällen entweder 
durch das Wasser oder durch den Kranken in die Milch. Nach 
Jensen muß die gesetzlich geregelte Milchkontrolle &i cJl au ^ f nde 
Punkte erstrecken: 1. Produktion der Milch; 2. Verkauf der Milch; 
3. Kontrolle über den unverfälschten; 4. über den unverdorbenen Zu¬ 
stand der Milch. 

B. Spiet hoff- 


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V. Soziale Hygiene der Ernährung. 


167 


Enuel, C. 8., Erlebtes und Erzähltes aus den Kuhställen. 

Derselbe : Über zwei die Milchfrage betreffende Anregungen. Separat¬ 
abzüge aus „Medizinische Reform.“ XI. Jahrgang. Nr. 29 
und 40. 

In dem ersten Aufsatz berichtet Verfasser über unsauberes Ver¬ 
halten bei der Gewinnung und weiteren Behandlung der Kuhmilch, 
dem er durch Belehrung der Molkereibesitzer, behördliche Beauf¬ 
sichtigung und besonders durch Kontrolle der Arzte begegnen will. 

Im zweiten Aufsatz weist er zunächst auf den verhältnismäßig 
großen, aber allgemein wenig gekannten Nährwert der nach dem 
Zentrifugieren noch übrig bleibenden Magermilch, welche unter anderem 
noch das gesamte Milcheiweiß und den Milchzucker enthält. Sie 
könnte für die Volksernährung besser als bisher dadurch nutzbar ge¬ 
macht werden, daß die Fabrikbesitzer sie ihren Arbeitern unentgelt¬ 
lich zur Verfügung stellten, wodurch ihnen nur geringe Unkosten er¬ 
wüchsen. Weiter führt Verfasser dann aus, daß eine Verbesserung 
der Berliner Milch hauptsächlich durch größere Sauberkeit beim Melken 
und Hinaufsetzung des Mindestfettgehaltes von 2,7 auf 3 Proz. 
weniger durch die Fütterung der Kühe, wie man sonst glaubt, zu 
erzielen sei. „ 


Die Milch und ihre Bedeutung für Volkswirtschaft und 
Volksgesundheit. Dargestellt im Aufträge der wissen¬ 
schaftlichen Abteilung der Allgemeinen Ausstellung lur 
Hygienische Milchversorgung. Hamburg 1903. Mit Abbil¬ 
dungen. 526 S. Hamburg. Boysen. (6,00 M.) 

Der Inhalt des Werkes setzt sich aus folgenden einzelnen und 
in sich abgeschlossenen Beiträgen zusammen: 1. Die Hauptphasen der 
geschichtlichen Entwicklung des Molkereiwesens in den letzten Jahr¬ 
zehnten (Kirchner). 2. Statistisches über Rindviehhaltung und 
Milchwirtschaft in verschiedenen Ländern (H. M o h r). 3. Grundzüge 
der Stallhygiene (W. S t ö d t e r). 4. Fütterung des Milchviehes (N o 11). 
5. Die schädliche Wirkung der Krankheiten der Milchkühe, die Ver¬ 
abreichung bestimmter Arzneien und einer ungeeigneten Fütterung 
mit Bezug auf die Beschaffenheit der Milch (Fr. G1 age). 6. Die 

Tiefkühlung der Milch als Grundlage der hygienischen Milchver¬ 
sorgung (W. Helm). 7. Über Einrichtung und Betrieb von Milch¬ 
handlungen mit besonderer Berücksichtigung der Hamburger Ver¬ 
hältnisse (Sieveking). 8. Welche Rolle spielt die Milch bei der 
Verbreitung von Typhus, Diphtherie und Scharlach? (Sieveking). 
9. Milch und Tuberkulose (R o s a t z i n). 10. Milchkonservierungsmittel 


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168 


D. Referate. 


und deren Schädlichkeit (Hagemann). 11. Säuglingsmilcl»^ uw 
Milchpräparate (Edlefsen). 12. Kindersterblichkeit und Jtfilchver- 
sorgung (v. Oh len). 13. Die Behandlung der Milch im Hausa 
(W. Weichardt). 14. Über Käsevergiftung (Lochte). 1^. 

die durch Mikroorganismen bedingte Gesundheitsschädlichkeit e 

Butter und anderer Milchprodukte (Kister). 16. Die Saprophy en - 
der Milch und ihre Beziehungen zur Milchwirtschaft und zu® eie . 1 
gewerbe (Weigmann). 17. Die pathogenen Mikroorganismen in 
Milch und Milchprodukten (H. C. Plaut). 18. Chemie dei 1 c 
(Eichloff). 19. Chemische Analyse der Milch (Zink). 

,1. orotjah ii. 


Kamp, Haus Wirtschaft liehe Milchverwertungskurse. Sonderabdruc A 
der Zeitschrift des Bergischen Vereins Gememwo 

Augustheft. 

Der vorliegende Aufsatz ist die Wiedergabe eines A^ 
den Professor Kamp (Bonn) über die Milchversorgrung der 
Düsseldorf gehalten hat und in dem er mit guten Gründen 
sondere Milchverwertungskurse im Anschluß an den i£r ^ 0 n 

unterricht eintritt. Diese Kurse sind also nicht zur Ausbil U1 . n 
Milch Wirtschafterinnen bestimmt, sondern für die Konsumen 
d. h. die Frauen und Mädchen, die die Milch und Molkei eipi 
in rationellster Weise in Küche und Haus zu verwert® 11 l ernen 

I. Grotjahn . 


Möller, JL, Ist die große lleichsunt er Stützung der ^ 

noch länger berechtigt? Mäßigkeits-Blätter. ^ r * * 

Der um die Bekämpfung des Mißbrauchs alkoh^li* 0 ) 1 . 6 . 1 ^ßfack- 
besonders verdiente westfalische Großindustrielle K- jVldl el ^jj r . 
wede bekämpft hier in scharfen aber durchaus bere^* 1 * 1 .^ 11 , uo . 
ungen die agrarische Tendenz der deutschen Brann't’W'® 111 ‘ )es eu ^ 
Sie hat dazu geführt, daß die organisierten Bren.x* er . , en vo e . 
Kartoffel, oder einem Nahrungsmittel, gewonnenen. fe>piritus zu 
werblichen Zw r ecken verschleudern können. Unter *»-nderen bene . 
der Verfasser darüber: „Nach dem Jahresbericht des Vereins 
Spiritusfabrikanten für 1903 S. 418 wird zu dem “ ei ® 

turierte Spiritus zum Preise von 1,50 Mark pro Hekt.olit er a ®g e f, e t ’ 
um mit Benzin zu konkurrieren, wöhrend die Selbst k° sten ^ es _ t,? 
Spiritus nach demselben Jahrbuch S. 426 sich auf 25 Mark, dei 1 
kaufspreis auf 36 Mark (S. 425 ) stellte. Für das Betreiben der Ho oi 


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V. Soziale Hygiene der Ernährung. 


369 


mit Spiritus statt Benzin bezahlt der deutsche Steuerzahler an Liebes¬ 
gabe für jedes Hektoliter Spiritus 21 Mark! Hoffentlich werden nicht 
zu viel Leute sich Spiritusmotore anschaffen, da sie sich klar machen, 
daß ein solcher volkswirtschaftlicher Widersinn nicht lange bestehen 
wird. Der Verein hat es verstanden, einflußreiche Stellen für diese 
Motore zu interessieren, jedenfalls haben die technischen Ratgeber es 
aber unterlassen, darauf aufmerksam zu machen, welche Opfer dieser 
Betrieb dem Reich kosten würde, wenn der Spiritusmotor-Betrieb in 
bedeutendem Umfang eingeführt würde.“ 

Dieser Widersinn ist schließlich auch der „Zentrale für Spiritus¬ 
verwertung“ aufgegangen, und sie ist endlich dazu geschritten, die 
Vermehrung nicht des Spiritus sondern der Kartoffeln, aus denen der 
Spiritus gewonnen wird, anzustreben. Durch hohe Prämien wurde 
die Technik angeregt, Apparate zu konstruieren, die die Austrocknung 
der Kartoffeln ermöglichen und so diese für Ernährungszwecke und 
Export in höherem Grade als bisher nutzbar machen. Der Verfasser 
ist der Ansicht, daß, wenn erst die Agrarier kein Interesse mehr am 
Spiritus haben, da sie ihren Kartoffelüberfluß durch das Trocken¬ 
verfahren in anderer Weise loswerden können, auch in Deutschland 
die Bahn frei werden wird für eine auf die Hygiene Rücksicht 
nehmende Branntweinsteuergesetzgebung. Seine Vorschläge nach 
dieser Richtung faßt er in folgende Leitsätze zusammen: 

1. Beseitigung der gemeinschädlichen Reichszuschüsse für die 
Branntweinbrenner durch Aufhebung der Branntweinsteuergesetze, 
aus denen sie mißbräuchlich erwachsen. 

2. Einführung des Großhandels-, Rektifikations- und Denatu¬ 
rierungsmonopols für das Reich unter Gewährung eines angemessenen 
Geschäftsgewinns für die Brenner. 

3. Einführung von Reichsprämien für Kartoffeltrocknung, deren 
Höhe die Liebesgabe einschließlich der unter Nr. 2 gewährten Ver¬ 
günstigung nicht überschreiten darf. 

4. Geeignetenfalls: Gewährung von Vorschüssen für die Anlage 
von Kartoffeltrocknereien durch die Einzelstaaten. 

.1. Orotjalnt. 


Hirschfeld, F., Die Ernährung der Soldaten vom physiologischen und 
volkswirtschaftlichen Standpunli. Sonderabdruck aus der Deut¬ 
schen Vierteljahrsschrift für öffentliche Gesundheitspflege. 
XXXV. S. 597 f. 

Über Soldatenernährung ist in Deutschland und im Ausland sehr 
viel veröffentlicht worden; grundlegend blieben dabei stets die von 
Voit gewonnenen Zahlen 118 Eiweiß, 56 Fett, 500 Kohlenhydrate. 


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170 


D. Referate. 


Voit’s Zahlen sind wiederholt nachgeprüft worden neuerdings 
von Schumburg, Schmidt, Kirchner n. a. V olt fordert, 
daß von den 118 g Eiweiß 105 g verdaulich sein sollten. Hirsch - 
feld will nun belegen, daß die Soldatenkost diesen Anforderungen 
nicht genügt. Der Verfasser erwähnt u. a., das Brot werde verhau t 
von den Soldaten. Ich muß hierzu bemerken, daß dies streng ver¬ 
boten ist, gebe aber Hirschfeld Recht, wenn er sagt, daß der 
Soldat sich das Manko an Eiweiß, Kohlenhydraten, Fetten usw., das 
ihm der Staat nicht liefert, aus seiner Tasche oder aus der Zukost, 
die er von Hause erhält, deckt. Die Voit’sche Zahl wird nur er¬ 
reicht, so folgert Hirchfeld aus seinen Berechnungen, wenn ei 
Soldat neben der ihm gewährten Kost täglich ein halbes Pfund W urst 
genießt. Daß dieses geschieht, beweist der Kantinenbetrieb un 
wäre leicht zu berechnen, wieviel Wurst täglich jeder verze 
Hirsch feld faßt auf Grund seiner Berechnungen aus der deutsc en 
und außerdeutschen Litteratur sowie auf Grund zahlreicher selbs an 
gestellter Versuchsweisen seine Ergebnisse in fol genden Leitsätzen zu 
sammen: 

Die von Soldaten zurzeit verzehrte Fleisch.m en S e entspricht dem 
Durchschnitt der in Deutschland verzehrten; sie ist fleischärmer, 
dm Kost der wohlhabenden Klassen, fleiscbreiclxer, als die der 
arbeiter und einzelner Industriearbeiter. . , „ Ups 

Das Soldatenbrot (Kommißbrot) wird wegen seines Kle^ge 
schlecht ausgenutzt. Deshalb muß der Fleischverbrauch hbh - ‘ 

Die Voit’schen Zahlen 118 und 105 sind zu Doch gegriffen, in 
lat kommt der überwiegende Teil der deutschen Bevölke^ g 
einem geringeren Eiweißsatz, von im Durchschni tX 75 S * us ' i an . 

Auf Grund der Voit’schen Zahlen, die bisher als maßge be . 
genommen wurden, die Hirschfeld aber als Z u hoch bemessen 
zeichnet, sei i n den Kreisen nationalökonomiscU^* Schriftsteller * 
schlossen worden, daß die Ernährung nicht geu«*g e - ™ as •“ Vr 
Soldaten anbetrifft, von dem Hirschfeld ausging’» 80 lst S , em a6i L 
nährung ausreichend, wenn auch wirklich, wie xxnsere regeim 8 
Nährwrertbereclmungen zeigen, für die übrigens in de T. -PVeiß- 
verpflegungsvorschrift eine neue Tabelle Vorhände 11 ist > die 0 ,J af L 
Sätze stets unter den Voit’schen Zahlen stehen- Die vom S T . ^ 
aus der Löhnung oder von seinen Angehörigen gegebene Zukost bnnp 
die Eiweißzalilen in die Höhe, so daß sich die Soldafcenernährung w 
dev Tat der der wohlhabenderen Klassen nähert, in der täglich Fleisch 
gereicht w ird. Ich würde persönlich den größten Wert der Soldaten- 
kost in der gebotenen Abwechslung sehen. Dies® 111 Grundsatz ist m 
erster Linie Rechnung zu tragen. 

O. ITrumann. 


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V. Soziale Hygiene der Ernährung. 


171 


Blum, J. f Volks- und Krankenküchen. 66 . Heft der Schriften des deut¬ 
schen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit. Leipzig. 
Duncker und Hurablot. 112 S. (2,20 M.) 

Wer sich auf dem Gebiet der Volksküchen umsehen will, dem sei 
das Buch von Josef Blum empfohlen; dort, wo Volksküchen einge¬ 
richtet werden sollen, wird das Buch ein brauchbarer Wegweiser sein. 

Es schildert in anregender Weise, wie die Suppenanstalten die Vor¬ 
gänger der Volksküchen gewesen sind, wie die erste Volksküche als 
städtische Speiseanstalt 1849 in Leipzig begründet wurde. Blum 
trennt den Begriff der Volksküche von dem eines Almoseninstituts, 
legt den Zusammenhang der Volksküchen mit Notstandsküchen dar 
und gibt eine kurze Schilderung des Volksküchenwesens im Ausland 
und in Deutschland. Die einzelnen Formen dieser Volksküchen werden 
angegeben nach Art der Einrichtung, Umfang, nach den Genossen¬ 
schaften, welche an der Gründung beteiligt waren u. a. m. Der Ver¬ 
fasser verbreitet sich dann weiter über die Art der Zubereitung der 
Speisen. Entweder wird nur eine Art der Mahlzeit gegeben oder es 
sind verschiedene Speisen zur Auswahl da, an einigen Orten kann 
sogar nach der Karte gespeist werden. Die wichtige Preisangabe 
fehlt nicht. Wahl des Personals wird angegeben und bei Ver¬ 
waltungsfragen abgehandelt, die Alkoholfrage und die Volksküchen 
werden durchgesprochen, ebenso bei Verbindung der Volksküche mit 
Lesehallen, Herbergen, Volksheimen usw. Blum zieht aus den Frage¬ 
bogenmitteilungen folgende Schlußfolgerungen: Die Volksküchen haben 
sich in Deutschland vermehrt, ihre Benutzung hat zugenommen. Sie 
sind ein Bedürfnis für zahlreiche Volksklassen, sie haben ihre soziale 
Existenzberechtigung nachgewiesen. Sie sollen nur gegen Bezahlung 
Speisen abgeben, um nicht in den Ruf eines Almoseninstitntes zu 
kommen, sonst halten sich bessere Elemente fern. Armen kann man 
Marken verabfolgen, die anstatt der Bezahlung abgegeben wer ^ ei ?’ 
das Geschäftsprinzip ist das der Selbsterhaltung. Der zweite Teil 
des Buches ist den Krankenküchen gewidmet. Ihre Zahl in Deutsch¬ 
land ist noch gering. Auf eine dahin ergangene Rundfrage haben 
258 Stadtverwaltungen geantwortet. Eigentliche Krankenküchen haben 
Bromberg, Bielefeld, Düren, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hannover, 
Kottbus, Liegnitz, Posen, Stolp, Stuttgart, Trier, Worms. Eine Ber¬ 
liner Krankenküche ist auch Wohlhabenderen zugänglich. Kranken¬ 
küchen mit ausgesprochener sozialer Tendenz bestehen in Aschers¬ 
leben, Celle, Charlottenburg, Detmold, Düsseldorf, Hanau, Kassel. 
Saarbrücken, Gladbach. Der Verfasser spricht sich nun für eine Ver¬ 
mehrung und Erweiterung dieser Krankenküchen aus. Er hebt mit 
Recht die Bedeutung der Krankenernährung hervor nach dem Leyden- 
schen Satz: Qui bene nutrit, bene curat. 


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172 


D. Referate. 


Bei der weniger bemittelten Bevölkerung, sagt Blum i ölt ^ 
liegt schon die Kochkunst in gesunden Tagen im Argen, noc ,. 
in kranken Tagen, wenn die Krankendiät so besonders ^ k en- 
wird, zur Gesundung. So wird für die München-GJadbacher r Q rua ^ 
kassen auf Anregung des dortselbst wohnhaften Verfassers au ^ 
des Krankenversicherungsgesetzes Krankenkost als Heilmitte ge> 

— in der Tat ein sozialärztlicher Gedanke von weittragen 
deutung. Blum wägt das pro und contra objektiv ab. r 
auf Grund seiner Berechnungen zu dem Ergebnis, daß ie ^ 
pflejgung mittels der Krankenkost billiger sei, als hei Gewa 
der teueren Nährpräparate, deren Nutzen an sich zweifelha ■ ^ 

Ich pflichte seinen Ausführungen durchaus bei und er 1 
der Schaffung von Krankenkassenküchen, Volkskranken uc 
wichtiges Mittel, dem wirtschaftlich schw achen and kran' 
der Arbeiterbevölkerung die Gesundheit wiederzageben. z 3 , 

An den Text schließen sich Anlagen, die wichtig sin ’ . „ en 

der Gesellschaftsvertrag der Gesellschaft für W"olfahrtseinr§p e - 
in Frankfurt a. M., die Arbeitsordnung dieser Geseilscha dimö g 
zialinstruktionen für die Wirtschaften, Statuten and a s Rftchen- 
(ler Volksküche zu Straßburg, Statuten des Griiixberger Volksküche, 
Vereins, Kochanweisungen und Rezepte der Ma,T» n ^ e ^ er „ zette l der 
Preisverzeichnis des Volkskaffeehauses Reutlingen, ^T C p e e i S tafel der 
Volksküche im Mädchenheim zu Gera, Satzungen and r „.(Gladbach, 
Mainzer Volksküche, Satzungen des Vereins zu Münc e p^ sse idorf. 
schließlich Angaben des Berg. Vereins für Gemeinwohl Orientierung 
Das Blum’sche Buch ist ein wichtiger Behelf zur Kranken- 
auf dem Gebiete der Volksküchen und zur Sch^^ un ? e i ne un- 
küchen. Die Ernährung der breiten Masse ist noch vie ^ x^iebe zur 
genügende und unzweckmäßige. Mut, guter •!”\ on gesunder 

Arbeit, sagte Moleschott, hängen zum größter»^ t Kopf und Herz 
und ausreichender Ernährung ab, der Hunger verödet u JL er ^ es iegt. 
und von keinem Triebe wird die Macht der Geiste^ tra ^ ac hachtun£ 
Das Blum’sche Buch sei den Stadtverwaltung^? 1 * ZU1 
dringend empfohlen. a yenmonn- 


VI. 

Soziale Hygiene der Wohnung 1111 d Kleidung 

Die GriindstUcksanfnahnie Ende Oktober X900, 

Wohnuuf/s- und die Beimkerunf/^ au ( tha,l ^Z et . Ab . 

1. Dezember \*)00 in der Stadt " ‘ 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 


173 


teilung: Grundstücks- und Wohnungsauf nähme. Die Berliner 
Volkszählung von 1900. Berlin. Kommissionsverlag von 
Leonhard Simion. 

Im vorigen Jahresbericht konnten wir bei der Anzeige der Publi¬ 
kation des Statistischen Amtes der Stadt Berlin über die Wohnungs¬ 
zustände in Berlin und 23 Nachbargemeinden rühmen, daß das Amt da¬ 
mit eine vortreffliche Leistung vollbracht habe. Dasselbe Urteil dürfte 
auch auf diese Arbeit zutreffen, die einen Teil der früheren genauer 
darstellt. Die Tabellen geben die Ergebnisse der Grundstücksauf¬ 
nahme von Ende Oktober und der Wohnungsaufnahme vom 1. De¬ 
zember 1900 in Berlin wieder, und zwar sind hier die Zahlen für die 
Stadt Berlin für die einzelnen Teile und vollständiger als in der oben 
erwähnten Publikation mitgeteilt worden. 

1. Südekum, 


Die Grundstücksaufnahme Ende Oktober 1900, sotvie die 
Wohnungs- und die Bevölkerungsazefnahme vom 
1. Dezember 1900 in Berlin und dreiundzwanzig 
Machbar gemeindetu Zweite Abteilung: Bevölkerungsauf¬ 
nahme. Berlin. Kommissionsverlag von Leonhard Simion. III. 
73 S. (3,00 M.) 

Was wir im vorigen Jahre von der ersten Abteilung dieses be¬ 
deutenden Werkes gesagt haben, das können wir bei dieser Ankündi¬ 
gung der zweiten Abteilung wiederholen: das Statistische Amt der 
Stadt Berlin hat darin in seiner Art Mustergültiges geschaffen. 
Greifen wir nur, um ein Beispiel zu geben, den Abschnitt IX. heraus. 
Darin werden die in Berlin und den 23 Nachbargemeinden gezählten 
Selbsttätigen mit Unterscheidung von Berufsstellungen nach dem 
Wohnort und nach dem Beschäftigungsort aufgeführt: diese Tabellen 
geben das beste Bild von den Verkehrsverhältnissen und den Ver¬ 
kehrsnotwendigkeiten der stetig wachsenden Weltstadt. Der Druck 
der steigenden Bodenrente preßt die Bevölkerung in die Vororte 
hinaus und von der Arbeitsstelle weg; aber bald macht sich der 
Gegendruck bemerkbar, — die Kosten und die lange Dauer des 
Transports zur Arbeitsstätte machen die erhofften Vorteile illusorisch. 
Daher können die sanitären und ästhetischen Vorteile des Wohnens 
in halbländlichen Vorortgemeinden immer nur für eine statistisch 
ziemlich scharf zu erfassende und relativ kleine Schicht der einem 
Berufe nachgehenden Bevölkerung Bedeutung gewinnen. Es sei denn, 
daß man, den Anregungen von Clemens Heiß, K. v. Mangold und 
anderen folgend, das Verkehrswesen direkt in den Dienst der ratio¬ 
nellen Stadterweiterung stellte. 


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174 


D. Referate. 


Es muß noch angemerkt werden, daß nur die Auszählungen für 
Berlin von dem Statistischen Amte der Stadt besorgt worden sind, 
alle übrigen von dem königlich preußischen statistischen Bureau. 

j. SOdelcum- 

Ziranxiy Pläne von Charlottenburg, Bevölkerung»- nn& 
Wohnungsverhältnisse der Stadt graphisch d«»“ 
stellend. Charlottenburger Statistik. Ergänzungsheft 11. 
Charlottenburg. Karl Ulrich & Co. (3,00 M.) 

Als Zweck der schönen Arbeit gibt E. Hirschberg, der Leiter 
der Statistischen Ämter von Berlin und Charlottenburg, im Vorwort 
an: „Nachdem Charlottenburg das zweite Hunderttausend an m 
wohnern überschritten hat, ist es von besonderer Bedeutung zu ver 
folgen, ob sich die einzelnen Viertel der Stadt in gleicher Art un 
Weise entwickeln, bzw. welche Verschiedenheiten in der Bebauung, 
den Wohnungen, der Bevölkerung, der Wohlhstbßnheit, der Gesun 
heit, kurz in jenen Verhältnissen obwalten, welche die Grundlage der 
Entwicklung bilden.“ Die reichhaltigen und insti nktiven Anmerkungen 
zu den übersichtlichen Plänen erleichtern das Studium und Verstandn 
sehr und bieten eine bequeme Handhabe, die auf den einzelnen BUu 
< argestellten Phänome miteinander in Beziehung' zu se ^ zen ' , a 
nicht viele statistische Publikation, die zugleich so anziehend und 
lehrreich sind, wie diese Plansammlung. aaAeutnn. 


ArmenstuUMk für 1900101 und 1901,02 ««<* 

für 1902. Charlottenburger Statistik. I 4 - ^ e ^ t ' . 
gegeben vom Statistischen Amt der Sta^i*-* Char *°/-. nn Ml 
Kommissionsverlag von Ulrich & Co. III- 50 S * ^ 

Flesch sagte einmal, daß sich die heutige "Volkswirtschaft auf 
zwei Beinen fortbewege: das eine sei der Arbeitsertrag, das au 
die Armenunterstützung. Man kann die Bedeutung des Armenwesen, 
kaum prägnanter darstellen, die Wichtigkeit seix*e s Studiums üaun 
eindringlicher predigen. Die Statistik des Arm enwesens hat mi 
großen methodologischen Schwierigkeiten zu käirap*® 11 ’ die aber , V< 7 
dem Charlottenburgischen statistischen Amte im ganzen glückncn 
überwunden sind. Besonders auffallende Ergebn isse hat die vor¬ 
liegende Untersuchung nicht gezeitigt. . . 

Die Statistik der Neubauten reicht in Charlottenburg bis ins 
-fahr 1896 zurück; die letzte Aufstellung lehrt, daß im Jahre 190J 
die Zahl der Neubauten mit 2322 neuen Wohnungen das Maximum 
der Zeit von 1896 bis 1902 erreicht hat. Größere Wohnungen sind 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 175 


dabei 1902 weniger zahlreich gebaut worden als in den früheren 


Jahren. 


A . Süilekum . 


Beitrüge zur Wohnungsfrage im Hamburg. Volkswirtschaft¬ 
liche Beiträge, herausgegeben vom Vorstande der Ortsgruppe 
Hamburg der Gesellschaft für soziale Reform. Heft 1. Ham¬ 
burg 1902. Otto Meißner’s Verlag. 58 S. (0,50 M.) 

Das Heft enthält eine Abhandlung von C. Pfingsthorn über 
Miete und Einkommen der vom Verbände Hamburgischer Mietehilfs- 
vereine unterstützten Personen; ferner eine Übersicht über die Be¬ 
wegung der einzelnen Mieterklassen in Hamburg von 1893—1901 von 
W. v. Kalckstein; und endlich einen Aufsatz von W. J. Wentzel 
über die Frage: Wie ist dem Mangel an kleinen Wohnungen abzuhelfen? 

Pfingsthorn stellt fest, nachdem er die etwaigen methodo¬ 
logischen Einwendungen gegen seine Arbeit beweiskräftig widerlegt 
hat, daß von 100 Mietern 71 mehr als ein Fünftel, von ihnen 86 
sogar mehr als ein Viertel ihres Einkommens für Mietezwecke aul- 
wenden mußten. „Zu diesen vom volkswirtschaftlichen Standpunkte 
ganz irrationell hohen Ausgaben für die Befriedigung des Wohnungs- 
bedürfnisses sind die Mieter nur infolge des zu geringen Angebots 
billiger und für Arbeiterfamilien passender Wohnungen genötigt . . . 
Von der Ausbeutung der Notlage der Mieter halten sich nur die Bau¬ 
genossenschaften fern.“ Im ganzen eine beachtenswerte Bestätigung 
des bekannten Schwab eschen Gesetzes. 

Der beständige Wohnungswechsel der Proletariermassen wird da¬ 
durch bedingt, daß die Leute auf Wohnungen angewiesen sind, die 
für sie zu teuer sind; sie kommen dann über kurz oder lang mit 
Mietezahlung in Rückstand und werden exmittiert, „um in einei 
neuen Wohnung nach einiger Zeit und meistens dann schon schnellet 
wieder mit der Mieteschuld ebenso weit zu sein“. In Hamburg sind 
diese Übelstände schreiend geworden; die Arbeiterwohnungen sind 
dort viel zu teuer und werden immer teuerer: seit 1895 läßt sich 
eine stete Verminderung der ermäßigten Mieten erkennen. Kalck¬ 
stein und Wentzel schlagen deshalb eine Reform des Realkredits 
und des Grundsteuerwesens vor, um den Bau von Arbeiterwohnungen 
sowohl durch Private als auch durch Genossenschaften anzuregen. 

A. Siidekinn . 

Böhmert , W., Beiträge zur Bremischen Wohnungsstalisti/c. Mit¬ 
teilungen des Bremischen Statistischen Amts. 1903. Nr. 1. 
23 S. (0,70 M.) 

W. Böhmert untersucht hier die überfüllten Wohnungen in der 
Stadt Bremen nach dem Stande vom 1. Dezember 1900. Die methodo- 


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176 


D. Referat«. 


logischen Schwierigkeiten, die sich der Arbeit entgegenstellten, waren 
recht erheblich, der Verfasser ist ihrer aber Herr geworden nnd gibt 
uns ein wertvolles Material zur Beurteilung der Wohnungszustände 
der einzigen unter den deutschen Großstädten, in der das Einfamilien¬ 
haus noch jetzt den Grundtypus -des Wohnhauses bildet. 

A. SOdekuvi. 


Die Zählung der leerstehenden Wohnungen in Bremen 
im AT ovember 1003, Mitteilungen des bremischen Statisti¬ 
schen Amts. 1903. Nr. 2. 


Im November 1903 fand auf Veranlassung der Bremischen Poli¬ 
zeidirektion durch deren Beamte nach einem mit dem Statistischen 
Amte vereinbarten Plane eine Zählung der leerstehenden Wohnungen 
statt. Durch Nachfrage in den einzelnen Häusern sollte dabei tur 
jede leerstehende Wohnung folgendes ermittelt werden: 1. Straße uii 
Hausnummer; 2. ob Mietwohnung oder Afterin 
der Wohnräume; 4. ob Küche dabei; 5. Mietpreis; 6. seit wann die 
Wohnung leerstand. Ermittelt wurde dabei, daß im November IW 
von sämtlichen Privatwohnungen 2,33 Proz. leerstanden. Bie 
merkung des Berichts, daß dieser Prozentsatz als normal gelten 
könne, ist zu bestreiten. Bei normaler Gestaltung des Wohnu gs 
marktes müssen doch mindestens 3 Proz. der Wohnungen der a g 
biicklichen Benutzung entzogen sein. sadeieun*. 


Ergebnisse der Bevölkerungs-, Grundstocks- und Wob 
nungsaufnahme vom 1, Dezember” 1900, *> r 

Statistik. XXII. Band. 1. Heft. Heraul «gegeben vom b 

tistischen Amt der Stadt Breslau. Breslavu- morge 
112, 98 u. 7 S. (1,50 M.) 

Die Statistischen Ämter der deutschen Großstädte haben sic 
durch die Detaillierung und Erweiterung der groi^^ 11 deutschen \o 
Zahlung von 1900 manche Verdienste erworben. I> aß BreslaU , 
hinter Berlin und Charlottenburg Zurückbleiben würde, war voran* 
Zusehen. Sein Amt unter der bewährten Leitung- J^eefe s, hat den 
auch in dieser Aufarbeitung ein Werk von dauerndem Werte ge 
schaffen. Die Beigabe der Formulare ist zu begrüßen. 

A. SOdekuin. 


Graphisch-statistischer Atlas von Frantef' ul ' t a ’ 

Aufträge des Magistrats herausgegeben durch das Statistische 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 


177 


Amt. Serie 1. Tafeln 1—10 (Bevölkerung-) nebst Stadtplan. 

Frankfurt a. M. J. D. Sauerländer’s Verlag. 22 8. Text. 

(5,00 M.) 

„Die Theorie der Statistik zeigt den Wert und die Anwendung 
der Logik und muß das Interesse am kritischen Denken erhöhen. 
Sie führt aber auch zu einer Auffassung des ernsten und festen 
Zweckes dieses statistischen Strebens, zu einem Bewußtsein, daß es 
sich dabei um strenge Wahrheit und Wahrheitsliebe handelt, daß die 
richtige Behandlung der Schlüsse und Zahlenangaben, welche keine 
Selbsttäuschung erlauben und entschuldbar machen, eine ernste Ver¬ 
antwortung in sich trägt und mit Recht als eine Forderung des 
Staatsgewissens bezeichnet wird.“ Zu einem Studium der Theorie der 
Statistik kommen nicht staatswissenschaftlich Vorgebildete in der 
Regel nur auf dem Umwege über die Betrachtung von abgeschlossenen 
statistischen Arbeiten. Aus diesem und anderen Gründen ist er¬ 
wünscht, daß die statistischen Ämter ihre Publikationen in einer 
möglichst populären und auch dem Verständnis der Laien zugäng¬ 
lichen Form herausgeben. Das Statistische Amt der Stadt Frank¬ 
furt a. M. hat den Versuch mit diesem Atlas gemacht. Auf 10 Tafeln 
werden darin dargestellt: Das Wachstum der Bevölkerung 1867/1900, 
der natürliche Bevölkerungswechsel 1635/1900, Wanderbewegung von 
auswärts und nach auswärts, der Aufbau der Bevölkerung nach Alter, 
Zivilstand, Geschlecht und Gebürtigkeit, die Berufsverhältnisse, die 
Religionsverhältnisse, die Einkommensverhältnisse, der Wohnungs¬ 
markt, die Entwicklung der Bautätigkeit und die Zusammensetzung 
der Haushaltungen. Der Zweck aller graphischen Darstellungen 
statistisch erfaßter Phänomene, die leichtere Übersichtlichkeit und 
die Vereinfachung der Beurteilung, wird durch diese Tafeln voll¬ 
kommen erreicht. 

Der besonderen Beachtung möchten wir an dieser Stelle die 
9. Tafel empfehlen. Sie behandelt die Entwicklung der Bautätigkeit 
in Frankfurt, insbesondere die Herstellung neuer Wohnungen in der 
Zeit vom 1. April 1882 bis 31. März 1902. An der dort gegebenen 
Figur 3 läßt sich genau erkennen, wie die spekulative Errichtung von 
kleineren Wohnungen in der Hauptsache natürlich durch die jeweilige 
wirtschaftliche Konjunktur bedingt ist, wie aber daneben der Erlaß 
einer Bauordnung mit erheblich beschränkenden Bestimmungen als 
retardierendes, eine gemeindliche Wohnungspolitik großen Stils da¬ 
gegen als accelerierendes Moment wirken. Sehr instruktiv ist auch 
der dem Werke beigegebene Stadtplan, der die fortschreitende Be¬ 
bauung der Außenteile von Frankfurt in ihrer Eigenart deutlich er¬ 
kennen läßt. 

A. Südekum. 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 12 


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D. Referate. 


178 


Aus cl&n Ergebnissen der Volkszählung vom 1 • 

1900 . Frankfurt a. M. Beiträge zur Statistik der o 
Frankfurt a. M. Neue Folge. Ergänzungsheft 7. 

Eine ungemein sorgfältige und eingehende Aufarbeitung 
wohnungsstatistischen Materials, das bei der Volkszäh^^raktischen. 
gewonnen worden ist. Zunächst werden nur die für den p j u ^ er t r 
Gebrauch geeigneten Nachschlage tabeilen gegeben und kurz 
während die wissenschaftliche Durchdringung des Matena attS _ 
Vergleich der Ergebnisse mit den Resultaten früherer Zä ung 
drücklich einer besonderen Arbeit Vorbehalten wird. nlgenstand- 
demnach auch noch später Gelegenheit haben, auf den eg 
einzugehen. 

A. Südeletun. 


den Weiter- 

Mxiy , JH.f Die Heidelberger Wohnungsuntersuch un Q tw y 128 S. 
monaten 1895196 und 1896/97. Jena. Gustav Fischer. 


(2,00 M.) 

Daß man in den Jahren 1895/97 in Heide! t> eT S 


eine Wotanogs- 
* PTi der Fa.cu~ 

Untersuchung veranstaltet hat, war selbst in de® Kreise Unter¬ 
männer so gut wie unbekannt: zwar hat der Vorsitzen e Uand- 
suchungskommission, der inzwischen verstorbene Stadtra ers tattet, 
tagsabgeordnete C. Leimbach einen ausführlichen Beric kurze 

und Max May, der an der Untersuchung mit arbeite » ^ g ^ e s i n d 
Referate darüber in einigen Fachzeitschriften pubü 2 ^ ert ’ e „ rii ß e n. da& 
wenig beachtet worden. Um so freudiger ist es aUS fübrlichen 

der Stadtrat Herrn May das gesamte Material za einer 

Darstellung übergeben hat. „n ^Untersuchung 

Als man in Heidelberg den Plan für die WoT* n11 ° er ^ r g e bnisse, 
entwarf, dachte man nicht an eine Veröffentlicht*- 11 g Beseitigung 
sondern wollte nur das „Material zur Erkennura ua f fortgesetzt 
von Mißständen gewinnen, und zwar ein Material, <i as ^ Jahrzehnte 
ergänzt uud nachgeprüft zu werden brauchte, urr* e ® , ^ eS \ r er- 
und noch länger verwenden zu können.“ Unter d en y. an . beschallten 
fassers ist auf Grund dieses wesentlich durch dies- ^ el h tens werte 
Materials eine tüchtige und in vielen Beziehun/ST en /^?i e j ns tädten 
Monographie entstanden. Den Behörden von Mittel' aI * a fiber 

wäre besonders das Studium der ausführlichen I^ar.Zegrung' zu 
Vorbereitung und Durchführung der Untersuch 1111 ^ “f „ gissen, 
empfehlen; wenn sie den Weizen von der Spreu zU S ? ? T . ms ähn- 
werden sie schätzbare Winke zur zweckmäßigen Durcbtuflr S 
licher Aufgaben in Fülle herauslesen können. A aC “ “ ie A 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 


179 


über die Sanierungsarbeiten, die Einrichtung und Tätigkeit der Woh¬ 
nungsinspektion empfehlen wir der Beachtung; sie gehören zum Besten, 
was darüber geschrieben worden ist. 

A. Südekum. 


Bauordnung der Stadt Heidelberg. Heidelberg 1902. J. Hör- 
ning. (0,60 M.) 

Es ist bedauerlich, daß man schon in Städten von der Größe 
Heidelbergs in den für geschlossene Bauweise freigegebenen Rayons 
vierstöckige Bauten als Normalfall ansieht. Dem Anreiz zur spekula¬ 
tiven Ausnutzung des Bodenbesitzrechts, das dadurch gegeben ist, 
sucht man dann durch eine Zonenbauordnung wieder entgegenzutreten. 
Ob die durch ortspolizeiliche Vorschrift für die offene Bauweise reser¬ 
vierten Straßen Heidelbergs (nach dem Stande vom 1. Oktober 1902) 
zahlreich genug sind, um der Stadt auf die Dauer einen der Land¬ 
schaft und der Eigenart ihres Gemeinschaftslebens angepassten Cha¬ 
rakter zu erhalten, dürfte die Frage sein. 

A. Südekum. 


Baupolixeiordnung für die Stadtgemeinden des Re¬ 
gierungsbezirks Köln (mit Ausnahme der Stadt 
Köln). Herausgegeben von F. G r ü n e. Köln. Paul Neuber. 
47 S. (0,75 M.) 

Die Baupolizeiordnung für die Stagtgemeinden des Regierungs¬ 
bezirks Köln, die auch für die einen städtischen Charakter tragenden 
Landgemeinden Brühl, Godesberg, Plittersdorf, Rüngsdorf, Poppe s- 
dorf, Kessenich und Beuel gilt, weicht von dem üblichen Schema nur 
in solchen Punkten ab, deren Besonderheit sich aus der Natur es 
Landstrichs ergibt (z. B. Sicherung gegen Hochwasser). Die Stadt 
Köln hat eine besondere lokale Bauordnung. 

A. Südekum. 


Baupolizeiordnung für die Landkreise des Regierungs¬ 
bezirks Düsseldorf. Düsseldorf. L. Schwann. 142 S. 

Die Düsseldorfer Baupolizeiordnung gehört zu den besseren ihrer 
Art. Aus den Vorschriften für die größeren Mietshäuser heben wir 
hervor, daß selbständige Wohnungen im Kellergeschosse überhaupt 
nicht gestattet sind. Die lichte Höhe aller Wohnräume, mit Aus¬ 
nahme deijenigen im Dachgeschoß, muß mindestens 3 m betragen. 

A, Südekum. 

12 * 


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D. Referate. 


180 

BaupoTizeiverordnung für die St (Ulte des ^ e( J^ erU Q^. 
Bezirks Oppeln. Herausgegeben von J. Kle lD * 

Strehlitz. A. Wilpert. 104 S. (1,60 M.) ^ 

Weder die Vorschriften über die Beschaffenheit der für 
dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmten Räume e ^ er _ 
mindestens 2,50 m lichte Höhe! — noch die über den J 5au ^ nforde . 
schlitz und die Baukontrolle entsprechen den gerechtfertig en * 


rungen. 


jL. Südelcum. 


Baupolizei Verordnung für das platte Land des 
rungsbezirks Oppeln. Herausgegeben von 
Groß-Strehlitz. A. Wilpert. 78 S. (1,20 M.) 

Wie traurig der ärmere Teil der Bevölkerung 1Tn u Bau- 

Reiches noch immer wohnt, mag man daraus erkennen, a ^ e \n 
polizeiVerordnung für das platte Land des Regie rungsbezir ^ e ^ er . 
noch ausführliche Vorschriften über die Anlage von w i r d, 
Wohnungen enthält! Wenn auch in der Einleitung e nac Yi“ 
daß die Anlegung von Kellern zu Wohnzwecken «der ^. 

unzulässig sein soll, so lassen doch die leichten J3edingunge 
weichung von der Regel (die Fenster brauchen nur ein ^ aU f 
der Fußbodenfläclie groß zu sein; die lichte Höht? dei aU man 
nur 2,36 m mindestens angesetzt worden) darauf ^^w^assen zur 
anders eine Befriedigung des Wohnbediirfnisses de 1 ’ S1 
Zeit für unmöglich hält. 4 sa aetcutn- 

Entwurf einer Bauordnung. Bearbeitet im SX'ürttembei g‘^ g 
Ministerium des Inneren. Stuttgart. W. In- ia 

(0,2 ° M ° in : „Di« 

Auf dem Titelblatt dieses Entwurfs steht die -^■V^^ur^GelteDtl- 
Veröffentlichung erfolgt, um weiteren Kreisen Gelegt* 1 * 10 * Auf¬ 

machung von Wünschen oder Einwendungen vor de T y oro -ehen des 
Stellung des Entwurfs zu geben.“ Wir begrüßen di^ 00 * ^ ngatz zu 
württembergiscben Ministeriums, das in wohltuend e / n j möchten 
der üblichen bureaukratischen Auffassung steht, freudig U11 yon 
nur wünschen, daß die württembergischen Interess®"*®“ ® ^uch 
der ihnen gebotenen Möglichkeit fruchtbringender’ , w / r 

gemacht haben- Mit den Einzelheiten des Entwi* r ^f ral1 , festuni 

uns hier zurzeit nicht zu beschäftigen, da diese B 111 P os ... zU 
kommen würde. Wir werden die eingeführte Bauor« 111111 ^ S P 
beurteilen haben. 4 südckum. 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 


181 


Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. 

Beschränkte Wohnungsaufnahme. III. LXX. 41 S. 

(3,30 M.j. Österreichische Statistik. LXV. Band. 2. Heft. 

Wien. Carl Gerolds Sohn. 

Das zweite Heft des LXV. Bandes der österreichischen Statistik 
eröffnet eine Reihe von Publikationen über diejenigen Volkszählungs¬ 
ergebnisse vom Jahre 1900, die auf Grund besonderer Erhebungs¬ 
formulare ermittelt worden sind. Die hier gegebene beschrankte 
Wohnungsaufnahme ist von Josef Buzek in Lemberg mit einem 
begleitenden Texte ausgestattet worden. 

Die Wohnungsaufnahme im Jahre 1900 bedeutete nach zwei 
Seiten hin einen wesentlichen Fortschritt der österreichischen Woh- 
nungsstatistik: einmal wurde die Erhebung auf eine größere Reihe 
von Städten und Gemeinden mit städtischem Charakter ausgedehnt, 
andererseits wurde die Erhebung in den giößten Städten stark 
spezialisiert. Statistisch erfaßt wurden so durch die erweiteite 
Wohnungs- und Häuseraufnahme die Verhältnisse der sieben Gro߬ 
städte des Landes und einer Anzahl ihrer Vorortsgemeinden, durch 
die beschränkte Wohnungsaufnahme die Verhältnisse in 60 Gemein¬ 
den mit städtischem Charakter. In der Darstellung ist der Stoff in 
folgende Abschnitte zerlegt worden: allgemeine Übersicht über die 
Zahl der Bevölkerung, der Häuser und der Wohnparteien; die Häuser 
nach Stockwerken und Besetzung; die Mieteinheiten und ihre Be¬ 
nutzung und Besetzung; die Mieteinheiten nach der Höhenlage; die 
Zusammensetzung der Wohnparteien; die Wohnungen nach der a 
der Bestandteile und Besetzung; die küchenlosen Wohnungen, benr 
übersichtlich ist ferner der Stoff nach territorialen und nationale^ 
Merkmalen gruppiert worden, wie denn überhaupt die Verarbeitung 
weitgehenden Ansprüchen genügt. 

A. Siidekum. 


Eberstadt, M., Rheinische Wohnu n<jsverhüttnisse und ihre Bedeutung 
für das Wohnungswesen in Deutschland. VII. 114 S. Jena. 
Gustav Fischer. (3,00 M.) 

Eberstadts Monographie, die der Praxis des Städtebaus dienen 
soll, müßte epochemachend wirken. Er hat den meines Erachtens 
schlüssigen Nachweis geliefert, daß das System der Mietskasernen in 
der Schaffung zureichender Kleinwohnungen vollständig versagt, wie 
andererseits der rheinische Wohnungsbau den gestellten Anforderungen 
in der Hauptsache genügt hat. Seine musterhafte entwicklungs¬ 
geschichtliche Darstellung des Elberfelder Hausgrundrisses lehrt uns, 


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182 


D. Referate. 


daß dieser Grundriß die Basis des Kleinwohnungsbaus bilden sollte 
und daß das Mietskasernensystem verlassen werden muß. Den reichen 
Inhalt dieser Schrift auch nur anzudeuten, ist in einem kurzen 
Referate unmöglich: sie will studiert sein. 


A. Südekum. 


Rheinischer Verein zur Förderung des Arbeiterwohnungs¬ 
wesens. Bericht über die V. Generalversammlnng am 14. 
und 15. Mai 1903 zu Elberfeld. Düsseldorf. Friedr. Wolfrum. 
54 S. (1,20 M.) 

Aus dem Inhalte dieses Protokolls ist besonders das Referat des 
Landesrat Schmidt -Düsseldorf über Wohnungsnot und Fürsorge¬ 
erziehung hervorzuheben. „Selbstverständlich gibt es Fürsorgezöglinge, 
die verwahrlost sind, trotzdem sie gute Eltern und einwandfreie 
häusliche Verhältnisse hatten, und ebenso selbstverständlich ist nicht 
immer zwischen der eingetretenen Verwahrlosung eines Kindes und 
seinen mangelhaften häuslichen Verhältnissen ein ursächlicher Zu¬ 
sammenhang vorhanden. Wenn aber z. B. ein Kind, wie wir 

das so oft erleben müssen, von den elementarsten Reinlichkeits¬ 
begriffen offenbar keine Ahnung hat und auch innerlich schamlos 
ist, und es hat in seiner Familie in unzureichenden Wohn- und 
Schlafräumen von Jugend auf nur Schmutz und Schamlosigkeiten 
kennen gelernt, so wird ein ursächlicher Zusammenhang zwischen 
den beiden Dingen nicht von der Hand zu weisen sein.“ Dieser Satz 
war schon vor Schmidt von allen Wohnungsreformem aufgestellt 
und anerkannt worden; er hat aber aus einer Umfrage bei schul¬ 
entlassenen Fürsorgfezöglingen (738) beider Geschlechter ein überaus 
wertvolles Material zusammengetragen. Wichtig ist seine Anregung, 
e schon jetzt geführten Personalbogen der Fürsorgezöglinge weiter 
auszugestalten. Die zur Zeit nach ministerieller Vorschrift angelegten 
ogen enthalten Fragen nach der Schulbildung, dem Gesundheits¬ 
zustände, den Vorstrafen, der etwaigen Neigungen zu sittlichen Ver¬ 
fehlungen, dem Kopfumfange und etwaigen früheren schweren Krank¬ 
heiten des ZöglingrSj ferner nach dem Berufe und der sonstigen 
Lebensstellung der* Eltern, ihren Einkommensverhältnissen, Vor- 
stiaien usw. Man darf seine Verwunderung darüber aussprechen, 
daß man nicht sclio n bisher auch nach den Wohnungs- und Bettver- 
ältnissen der Zög-li uge und ihrer Familienangehörigen gefragt hat. 
Von den 738 befrftßften Zöglingen stammten mindestens 43 Proz. aus 
direkt ni e n s c h e i* unwürdigen Wohnungsverhältnissen! 

A. Südekum. 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnnng und Kleidung. 


183 


Die Großstadt, Vorträge und Aufsätze zur Städteausstellung. 

Jahrbuch der Gehe-Stiftung zu Dresden. Band IX. Dresden. 

v. Zahn und Jaensch. 282 S. (4,00 M.) 

Ein glücklicher Gedanke der Verwaltung der Dresdener Gehe- 
Stiftung war die gewissermaßen als theoretische Vorbereitung auf die 
erste deutsche Städteausstellung gedachte Veranstaltung von Vorträgen 
über das Thema „Großstadt“. Aufgabe war, das Wesen der Gro߬ 
stadt von den verschiedensten Gesichtspunkten, von dem des Kultur¬ 
historikers, des Geographen, des Statistikers, des Nationalökonomen, 
des Philosophen und Politikers zu beleuchten und, wie es Bücher 
in seinem einleitenden Vortrage formuliert, zu zeigen, was die Gro߬ 
städte, die im letzten Jahrhundert an Zahl wie an Volksmenge in 
so überraschender Weise zugenommen haben, in der allgemeinen Kultur- 
mtwicklnng sind, worin ihr eigentliches Wesen besteht, auf welche 
Ursachen sich ihr fabelhaftes Wachstum in allen Kulturstaaten zu- 
rückfübren läßt, welche Bedeutung sie materiell und ideell für Gegen¬ 
wart nnd Zukunft der Nationen haben und wie sie eingerichtet sein 
müssen, um ihre Aufgabe würdig zu erfüllen. Karl Bücher war 
damit betraut, über die Großstädte in Gegenwart und Vergangenheit, 
Friedr. Ratzel über ihre geographische Lage, Georg v. Mayr 
über ihre Bevölkerung, H. Waentig über ihre wirtschaftliche Be¬ 
deutung, G. Simmel über die Großstädte und das Geistesleben, 
Th. Petermann über die geistige Bedeutung der Großstädte, 
D. Schäfer über ihre politische und militärische Bedeutung zu be¬ 
richten. Die Namen der Referenten bürgen für eine wissenschaftlich 
erschöpfende und geistvolle Behandlung der Themata. Besonders 
nachdrücklich sei hier auf die beiden Aufsätze von Bücher und 
G. v. Mayr verwiesen, deren ersterer die Verschiedenheit in Wesen 
nnd Gestaltung der Großstädte im Laufe der Geschichte, letzteres 
ein interessantes Kapitel der Großstadtstatistik, die Morphologie der 
Großstadtbevölkerung nach ihrem bedeutsamsten, weil auf den ge¬ 
samten Aufbau der Bevölkerung wirkenden Moment: der Wander¬ 
bewegung behandelt. 

F. Kriege!. 


Chiinchard, J., Die Wohnverhältnisse Stockholms in den Jahren 1900 
und 1902. Statistische Untersuchung im offiziellen Auftrag 
ausgeführt. 78 und 129 S. Stockholm. 

In Stockholm ist während der letzten Jahre eine bedeutende 
Steigerung der Mietpreise und in Verbindung damit auch ein Mangel 
an den Bedürfnissen entsprechenden Wohnungen eingetreten. Dieser 
Sachlage verdankt obige Untersuchung im Aufträge der Stadtgemeinde 
ihre Entstehung. 


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184 


D. Referate. 


Es stellte sich heraus, daß die Ermittlungen für 1900 mit denen 
für 1894 verglichen eine Steigerung der Zimmerzahl mit 14,4 Proz. 
anzeigten, während der totale Mietzins um 49,9 Proz. und die Be¬ 
völkerung mit 15,3 Proz. angewachsen waren. 

Die Ärzte fordern im allgemeinen 20 Kubikmeter Luft pro er¬ 
wachsene Person und 10 Kubikmeter für Kinder als Minimum; da 
hier Erwachsene und Kinder gleich gerechnet sind, dürfte eine Kubik¬ 
meterzahl von 15 als Minimalziffer angesehen werden. Da in Stock¬ 
holm der jetzt geltenden Bauordnung gemäß die neugebauten 
Zimmer im allgemeinen mindestens 3 Meter hoch sein müssen, ist 
eine Bodenfläche per Person von 5 Quadratmeter als wünschenswert 
zu bezeichnen. Um den Vergleich zwischen den beiden Jahren besser 
zu überschauen, wird unten mitgeteilt, in welchem Maße die Ziffern 
für das Jahr 1902 die des Jahres 1896 übertreflfen (-|-) oder hinter 
ihnen Zurückbleiben (—). 


Wohnungskategorien 

per Wohnung 
oder Zimmer 

Jährlich* 

1 

O) 

— -*- J 

O s 
(-1 

<x> 

3 Miete 

h 

0) 

4— 

<v 

B 

£ i 

Ul 

a> 

Ph 

per Person 

Bewohner per 
Wohnung oder Zimmer 

Bodenfläche per Person 

Kubikmeter Luft per 
Person 


Proz. 

Proz. 

Proz. 

Proz. 

Proz. 

Proz. 

Proz. 

Küche ohne Zimmer 

+ 27,5 

+- 47.3 

+ 48,7 

+ 26,5 

+ 0.6 

— 14,0 

— 15,0 

ein Zimmer ohne Küche 

+ 25,2 

+-21,6 

+ 23,9 

+ 6,5 

+ 17,1 

-12,4 

-14,2 

zwei Zimmer ohne Küche 

+39,0 

+-20.2 

+ 24,7 

+ 4,5 

+32,4 

— 13,0 

— 16,2 

ein Zimmer und Küche 

+ 31,5 

4-34,9 

+ 34,3 

+ 19,4 

—J-10,0 

— 11,6 

— 11,0 

zwei Zimmer und Küche 

+ 42,8 

-j— 43,7 

+ 38,7 

+ 18,8 

+20.4 

— 17,3 

— 14,5 

drei Zimmer und Küche 

+ 51,9 

-J~ *35,1 

+ 27,4 

+ 26.8 

+ 19,7 

- 6,2 

— 0,5 


Es geht hieraus deutlich hervor, daß die Mieten in Stockholm 
ungeheuer gestiegen sind und daß infolgedessen die Bevölkerung 
außerordentlich zu summen gedrängt leben muß. 

Von der hier in Betracht kommenden Bevölkerung des Jahres 1902 
verfügten 3,7 Proz- ü ^ er weniger als 5 Kubikmeter Luft, 25,6 Proz. 
über 5—10 Kubikm eter > 28,8 Proz. über 10—15 Kubikmeter, 19,8 Proz. 
über 15—20 Kut>ü cme ^ er » 16,9 Proz. über 20—30 Kubikmeter und 
6,2 Proz. über 30 jCubikmeter und darüber. Somit müssen 58,1 Proz. 
sich mit weniger 16 Kubikmeter per Person begnügen. In den 

großen Wohnungen, sechs Zimmer u»d Küche und darüber, kamen nach 
spezieller Untersuch ull & 1X4 Kubikmeter auf jede Person. 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 


185 


Der Mietzins per Kubikmeter ist ein guter Maßstab für die 
Billigkeit oder Teuerkeit der Miete. Für 1,4 Proz. der kleinen W oh¬ 
nungen wurden weniger als 2 Kronen J ) per Kubikmeter bezahlt, für 
13,3 Proz. 2—3 Kronen, für 31,1 Proz. 3—4 Kronen, für 25,7 Proz. 
4—5 Kronen, für 14,1 Proz. 5—6 Kronen, für 7,1 Proz. 6—7 Kronen, 
für 3,3 Proz. 7—8 Kronen und für 4 Proz. 8 Kroneu und darüber. 
Ein jährlicher Mietzins für drei Zimmer und Küche entspricht einer 
Miete von kaum 3 Kronen per Kubikmeter im Mittel. In Stockholm 
wurde 1894 etwas weniger als diese Miete bezahlt. In den großen 
und teuer eingerichteten Wohnungen in den besten Lagen wird jetzt 
nach Berechnung etwas weniger, 2,92 Kronen per Kubikmeter, ver¬ 
langt. Fiir 85,3 Proz. von den 1902 untersuchten kleinen W 7 ohnungen 
dagegen wurde dieser oder ein höherer Betrag bezahlt. Die 
absolut teuersten Wohnungen sind also auch in Stockholm die relativ 
wohlfeilsten. 

Autoreferat. 


Adickes und Beutler, Die sozialen Aufgaben der deutschen Städte. 
Zwei Vorträge gehalten auf dem ersten deutschen Städtetage 
zu Dresden am 2. September 1903. Leipzig. Duncker und 
Humblot. 133 S. (2,00 M.) 

Die glänzende und erfolgreiche deutsche Städteausstellung zu 
Dresden im Jahre 1903 diente dem ersten deutschen Städtetage zur 
effektvollen Umrahmung. Man wird nicht leugnen können, daß der 
Rahmen kostbarer war, als das Bild, zumal wenn man weiß, daß die 
beiden Vorträge der Herren Adickes und Beutler als der „Clou“ 
dieses Städtetages gefeiert werden konnten. Die beiden Oberbürger¬ 
meister von Frankfurt und von Dresden hatten sich die Darstellung 
der sozialen Aufgaben der deutschen Städte so eingeteilt, daß Adickes 
die „historische Seite“ und die „grundsätzlich wichtigen Fragen“ be¬ 
handelte, währen Beutler die Fragen auf Grund seiner Erfahrung 
im praktischen Gemeindedienste darstellte. Herr Beutler, der aus 
der Steuerbureaukratie des Staates in die Gemeindeverwaltung kam, 
steht an der Spitze einer Kommune, deren Vertretung zu den rück¬ 
ständigsten in Deutschland gehört: die kleinbürgerlich-antisemitische 
Stadtverordnetenmehrheit Dresdens, unberührt von jedem Hauche 
moderner sozialer Ideen, sieht ihre Hauptaufgabe in einer „Kettung“ 
des Mittelstandes, z. B. durch das Verbot des Beitritts zu Konsum¬ 
vereinen für die städtischen Arbeiter, durch Umsatzsteuern gegen 
Warenhäuser und was dergleichen Don-Quixoterien mehr sind. W enn 
auch Herr Beutler im Vergleich zu den Führern in diesem 
Stadtverordnetenkollegium ein wahrer Geistesriese ist, so können wir 

') 1 Krone = 1,12 Mark. 


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186 


D. Referate. 


ihn doch nicht als einen berufenen Interpreten der sozialen Aufgaben 
unserer Stadtgemeinden — vornehmlich der Großstadtgemeinden — 
ansehen. Er erblickt die soziale Aufgabe der Stadt darin: „Für alle 
Stände (sic!) und Bevölkerungskreise, die nicht aus eigener Kraft ihre 
geistige und materielle Lage so zu gestalten vermögen, wie wir es 
auf der Basis christlicher Moral stehend und im Interesse der Ge¬ 
meinschaft selbst wünschen müssen, helfend und fördernd einzu¬ 
greifen“, — scheidet dann aber Arbeitsnachweis und Arbeitslosenver¬ 
sicherung aus der Gemeindefürsorge aus und erklärt sogar, er könne 
die Forderung nicht als berechtigt anerkennen, „daß die Stadt bei 
Vergebung von Arbeiten sich eine Aufsicht über den Arbeitsvertrag 
des Unternehmers mit seinen Arbeitern Vorbehalten solle“. Was nach 
allen diesen Ausscheidungen, und Ablehnungen noch an sozialen Auf¬ 
gaben der Stadtgemeinden bestehen bleibt, ist herzlich wenig; und 
dies wenige wird, wenn es nach Herrn Beutler geht, für die materiell 
schlecht gestellten Bevölkerungsschichten der Gemeinden noch paraly¬ 
siert durch seine Vorliebe für städtische Oktrois auf Lebensmittel. 

Herr Adickes kann neben Herrn Beutler als ungestümer 
Neuerer erscheinen, während er, für sich allein betrachtet, doch nur 
ein überaus vorsichtiger Kommunalpolitiker ist. Er streift in seinem 
umfangreichen Referat so ziemlich alle Seiten der kommunalen Sozial¬ 
politik, die er eingliedert in ein Schema mit folgenden fünf Abteilungen: 
1. zweckentsprechende Abgrenzung privaten und öffentlichen Eigen¬ 
tums, privater und öffentlicher Unternehmung; 2. Milderung des 
Konkurrenzkampfes, Schutz der Schwachen; 3. Förderung des Aus¬ 
gleichs gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Gegensätze; 4. Stellung 
der Arbeiterschaft, ihre Hebung und Verbesserung; 5. städtisches 
Steuer-, Gebühren- und Abgabewesen. 

Es braucht kaum betont zu werden, daß die Referate auch dem, 
der prinzipiell vieles an ihnen auszusetzen hat, mannigfache Anregung 
gewähren. 

A. Südekum. 


TJnger, Th., Kommt die Wohnungsnot? Hannover 1902. Verlag der 
Berenberg’schen Buchdruckerei (Schwede und Wenzel). III. 
50 S. (1,00 M.) 

Der Verfasser stellt auf Grund der Wohnungsstatistik der Stadt 
Hannover die Wohnungsfrage in großen Städten als Folge des Boden¬ 
wuchers, des Beleihungs- und des Schätzungswesens dar. Der dritte, 
besonders wichtige Teil schildert die Mißstände, die mit der heutigen 
Gestaltung des Immobiliarkredits verbunden sind. Baurat Unger ver¬ 
fügt über einen reichen Schatz von Erfahrungen und gibt manchen 
beherzigenswerten Wink. Seine Leitsätze zur Regelung des Schätzungs- 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 


187 


wesens sind von aktuellem Interesse, da Preußen unmittelbar vor einer 
Neuregelung des Schätzungswesens in den Städten steht. 

A. Sude hum . 


Heiß, C. y Wohnungsfrage und Lokalvcrlcehr. Heft 7 der Sammlung: 
Die Wohnungsfrage und das Reich. Herausgegeben von dem 
Verein Reichwohnungsgesetz. Göttingen. Vandenhoeck und 
Ruprecht. 128 S. (1,60 M.) 

Diese Schrift gehört zu den besten Arbeiten der reichen Litteratur 
zur Wohnungsfrage, die uns das letzte Jahr gebracht hat. Heiß 
geht von dem Satze aus, es sei vor allem dahin zu streben, daß ein 
weiteres Umsichgreifen der Anhäufung der Bevölkerung in den Er¬ 
weiterungsgebieten der Großstädte in Massenmietshäusern verhütet 
wird. Dazu ist die Einführung einer Zonenbauordnung nötig, die 
schmale Wohnstraßen mit niedrigen Häusern vorsieht. Aber das ge¬ 
nügt nicht: die dadurch bedingte weitere Entfernung der Arbeiter 
der verschiedensten Kategorien von ihren Arbeitsstätten muß durch 
geeignete Maßnahmen auf dem Gebiete des Verkehrswesens gegen¬ 
standslos gemacht werden. Und besonders: die lokale Verkehrs¬ 
politik darf nicht, wie bisher, hinter der Stadterweiterung langsam 
herhinken, sondern ihr fällt die Aufgabe zu, neue Gelände zu er¬ 
schließen und so den Spekulantenring durch überreiches Angebot 
bebaubaren Landes zu brechen. Die Stadterweiterung muß wieder 
zum öffentlichen Geschäft werden; die Städte müssen den Grund 
und Boden erwerben, und zwar vor Anlegung der neuen Verkehrs¬ 
mittel. Daß die Verkehrsmittel selbst im Besitze der Gemeinden oder 
des Staates sein müssen, versteht sich. 

Der Verfasser hat eine Fülle des wertvollsten Materials zur 
Unterstützung seiner These zusammengetragen. 

A. Südekum . 


Jlanauer, W. f Kommunale Wohnungsämter. In Nr. 15, III. Jahr¬ 
gang der Zeitschrift: „Das freie Wort.“ Frankfurt a. M. 
Neuer Frankfurter Verlag. 

Aus einer Umfrage, die der deutsche Verein für öffentliche Ge¬ 
sundheitspflege bei 290 Stadtgemeinden veranstaltet hat, um zu er¬ 
mitteln, „wie es bei ihnen einerseits um die positive Sorge für Er¬ 
richtung neuer Wohnungen, andererseits um die Fürsorge für die 
bestehenden Wohnungen, um Wohnungskontrolle, gesetzliche Be¬ 
stimmungen, über Schließung gesundheitsschädlicher Wohnungen, Ent¬ 
eignung und Niedergang von Gebäuden bestellt sei“, ergab sich, daß 


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188 


I). Referate. 


nur in 48 preußischen Städten eine ständige Wohnungsbeaufsichtigung 
eingerichtet ist, und daß nur in 66 Verordnungen erlassen worden 
sind, die sich auf das gesunde Wohnen beziehen. Daraus ergibt sich, 
wieviele Anfgaben die deutschen Städte noch auf dem Gebiete der 
Wohnungsfürsorge zu erfüllen haben. Durch Abhandlungen wie die 
von Hanauer wird eine eben so notwendige wie nützliche Auf- 
klärungs- und Propagandaarbeit geleistet. 

A. Südekum. 


Hohn, A., Unsere Wohnungsenquete im Jahre 1902. Im Aufträge des 
Vorstandes der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der 
Kaufleute, Handelsleute und Apotheker bearbeitet. Berlin. 
Verlag der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der 
Kaufleute. 

Zehn Beamte der Berliner Ortskrankenkasse der Kaufleute haben 
11 000 Ermittelungen über die Wohnungsverhältnisse der erkrankten 
Kassenangehörigen angestellt; die Ergebnisse dieser Ermittelungen 
werden der Öffentlichkeit in diesem Hefte unterbreitet. Da die 
Enquete unter anderen Bedingungen als die im vorigen Jahresbericht 
besprochene aus dem Jahre 1901 veranstaltet wurde, so hat der 
Verfasser mit Recht von allen Vergleichen und daraus zu ziehenden 
Schlußfolgerungen abgesehen. Das Material ist wieder schauder¬ 
erregend. „Die grausigsten Schilderungen der Wohnungsverhältnisse, 
welche aus der Provinz und dem Auslande zu uns gelangen, können 
das Elend nicht überbieteu, das sich mitten in Berlin dem aufmerk¬ 
samen Beobachter darbietet.“ 

A, Südekum . 


Neustätter, O., Die Reform der Frauenkleidung auf gesundheitlicher 
Grundlage. München. Dr. Fr. P. Datterer & Cie. 110 S. 
(2,00 M.) 

Das Buch strebt mit seinem wundervollen modernen Druck auf 
starkem Papier und seinen 70 sehr instruktiven und zum Teil zugleich 
echt künstlerischen Abbildungen offenbar dem bekannten, ebenso aus¬ 
gestatteten Werke von Sch ul tze- Naumburg (vgl. den vorigen 
Jahresbericht) nach. Wenn nun dies Vorbild auch nicht völlig er¬ 
reicht ist, so ist doch auch das vorliegende Buch von Neustätter 
als sehr dankenswerter Beitrag zu der leider noch immer nicht über¬ 
flüssigen Propaganda für vernünftige Frauentracht zu begrüßen. Wie 
der Künstler Sch ul tze-Naumburg gründliche anatomische Erörte¬ 
rungen zu Hilfe gezogen hat, so hat es der Arzt Neustätter nicht 
verschmäht, auch auf das künstlerische Empfinden zu wirken. Und 


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VI. Soziale Hygiene der Wohnung und Kleidung. 


189 


das ist Recht so: nur Hygiene und Ästhetik gemeinsam können der 
„Taille“, dem eigentlichen Erbfeind des modernen Weibes, den Garaus 
machen. Höchst eindrucksvoll für weibliche Gemüter dürfte es z. B. 
sein, wenn Neu statt er in Wort und Bild zeigt, wie das Ideal der 
Taillen-Dame infolge des notwendigen Ausweichens der Baucheinge- 
w’eide, des dadurch erzeugten Spitzbauches und des durch das neueste 
Korsett wenigstens markierten Fettsteißes genau — der Figur einer 
Hottentottin gleicht. 

Von den Halbheiten, wie sie hier und da vertreten werden, findet 
sich bei Neustätter glücklicherweise keine Spur: Das Korsett oder 
Leibchen gilt in jeder Form, auch wo es geschickte Fabrikanten als 
„Gesundheitskorsett“, „Reformkorsett“, „hygienisches Leibchen“, „Anti¬ 
korsett“ usw. bezeichnen, als verderblich. Auch wo ein Leibchen 
keine Fischbeine, Stahlschienen und Schuürvorrichtung enthält, ist es 
schädlich, sobald es die sogenannte Taille irgendwie 
ein engt, d. h. in Wirklichkeit erst erzeugt. Und ebensowenig 
dürfen Röcke ohne ein Korsett unmittelbar um die ungeschützten 
Weichteile gebunden werden. Etwa nur bis zur Taille reichende 
Röcke sollten nie gebunden, sondern nur geknöpft werden 
und müssen einen breiten Bund haben, der auch beim Einatmen ge¬ 
nügend Platz gewährt, also etwas weiter ist, als das Maß im Liegen 
über den jeweils darunter getragenen Kleidungsstücken beim Ein¬ 
atmen. Nach voraufgegangenem Tragen eines Korsettes ist das Maß 
beim Einatmen noch nicht richtig; man warte einige Tage und 
messe dann morgens im Liegen. Die Zahl der Kleidungsstücke soll 
vermindert werden, das System der vielen Unterröcke ist abzuschaffen. 
An Stelle der von unten her weder gegen Kälte noch Staub schützen¬ 
den Unterröcke tritt ein geschlossenes Unterbeinkleid. Die trotz alle¬ 
dem noch bleibende Last der Kleidung soll sowohl den Schultern 
als den Hüften übertragen werden. Eine leichte Raffung unter 
der Bnist ist gestattet, eine festere an den Hüften empfehlenswert. 
Es handelt sich also nicht um den Grundsatz der alleinigen Belastung 
der Schultern. Nur ist der Bund etwaiger Röcke, Unterröcke oder 
Beinkleider namentlich vorn handbreit unter der früheren Taille 
anzubringen, also an jener Stelle, welche dem Hüftband bei den 
Griechinnen und den Ritterdamen entspricht. Die Brüste sollen vor 
Belastung, Einengung, Druck und Reibung geschützt werden. Die 
Zugrichtungen der von den Schultern herabhängenden Kleidungs¬ 
stücke sollen in der Mitte zwischen ihnen oder außen an ihnen 
vorüberziehen. 

Kann man diesen und anderen Leitsätzen Neustätters ohne 
weiteres zustimmen, so ist die Empfehlung des Trikots als konstruk¬ 
tives Vorbild der Kleidung und besonders der Unterkleidung bedenk¬ 
lich. Neustätter will, daß die Kleidungsstücke „nicht nur durch 


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190 


D. Referate. 


Zug und Belastung, sondern auch durch Reibung halten“. Gerade 
diese „Reibung“ kann aber ein großes Hindernis der Bewegungs¬ 
freiheit namentlich der Extremitäten werden. 

A. Koch-Hesse. 


Krebs, J., Wie sollen sich unsere jungen Mädchen Meiden ? Zweite 
Auflage. Breslau. H. Handel. 16 S. (0,25 M.) 

Das Schriftchen ist „aus dem Wunsche entstanden, unsere heran- 
wachsende, weibliche Jugend vor den Schädigungen zu bewahren, die 
die bisherige Frauentracht auf Körperformen und Gesundheit ausübt“. 
Die von Natur schönen Körperlinien werden durch die blöde Gewohn¬ 
heit auf barbarische Art verunstaltet. Weder Korsetts noch Reform¬ 
mieder sollen getragen werden. „Noch schädlicher .... ist der be¬ 
sonders auf dem Lande übliche Brauch, Unter- und Oberkleidung 
ohne Korsett um die Taille zu befestigen.“ 

Statt langer theoretischer Auseinandersetzungen gibt das Schrift- 
chen eine mit Abbildungen versehene Beschreibung einer gesunden 
Tracht für heranwachsende Mädchen. 

A. Koch-Hesse* 


Rosenbach,, O., Korsett und Bleichsucht. Sonderabdruck aus der 
Deutschen Revue. Zweite Auflage. Stuttgart und Leipzig. 
Deutsche Verlagsanstalt. 36 S. (0,60 M.) 

In kleinstem Formate behandelt der Breslauer Professor Rosen- 
bach hier eine Spezialfrage ans dem Gebiet der Kleidungsreform. 
Bei der gewöhnlichen Tracht wird die Brust durch die Emporhebung 
der Schlüsselbeine und Schultern gewissermaßen mühsam aus dem 
Korsett herausgezogen. Die unteren Partien des Brustkastens stehen 
vollständig still, und an den oberen wirken nicht die erweiternden 
Muskeln des Brustkorbes, sondern nur die Heber der Schultern. Da¬ 
bei springen die Halsmuskeln wie unschöne Wülste hervor, zwischen 
denen an Hals und Busen tiefe Löcher entstehen. Frauen zeigen 
deshalb auch bei gleicher Tätigkeit einen viel schnelleren Puls und 
bekommen leichter Herzklopfen. Unter dem Korsett muß die 
Haut sich in Falten legen wie der Balg einer Harmonika. Durch 
die Erschwerung der Atmung wird aber die normale Funktion des 
Blutes beeinträchtigt ; der Blutfarbstoff kann sich nicht in genügender 
Menge bilden, und es entsteht eine B1 e i c h s u c h t, die nur das Zeichen 
für eine ungenügende Sauerstoffernährung des ganzen Körpers ist. 

A, Koch-Hesse* 


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VII. Soziale Hygiene der Kinder nnd jugendlichen Personen. 


191 


VH. 

Soziale Hygiene der Kinder nnd jugendlichen 

Personen. 

Ascher, X., Zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit vom sozial¬ 
hygienischen Standpunkte. Sonderabdruck aus der Münchener 
medizinischen Wochenschrift 50. Jahrgang. Nr. 36. 

Nach der preußischen Statistik ist unter allen Altersklassen nur 
die der 0—ljährigen Kinder von der allgemeinen Besserung der 
Sterbeziffer ausgeschlossen. In der Stadt Königsberg dagegen sank 
nach Einführung der polizeilichen Kontrolle der Haltekinder die 
Sterblichkeit der unehelichen Kinder stetig von 53 Proz. in den 
Jahren 1877—1881 auf 41 Proz. in 1807—1900, während die Sterb¬ 
lichkeit bei den ehelicheu Kindern sich aus derselben Zeit fast kon¬ 
stant auf etwa 24 Proz hielt. Als Ursachen der großen Säuglings¬ 
sterblichkeit fand Verfasser besonders Vernachlässigung in den ersten 
Lebensmonaten, begründet in den wirtschaftlichen und sozialen Ver¬ 
hältnissen, Fehlen der natürlichen und fehlerhafte künstliche Er¬ 
nährung; auch die Wohnungsverhältnisse schienen eine Rolle zu 
spielen. Unter den Todesursachen standen danach auch Magen- 
Darmkatarrh und Brechdurchfall an der Spitze. Die Mittel zur Ab¬ 
hilfe ergeben sich hiernach von selbst. Eine Verminderung der 
Erwachsenen-Sterblichkeit infolge vermehrter Kindersterblichkeit, wie 
sie von einzelnen behauptet wird, hat Verfasser — wie übrigens 
auch die meisten anderen — nicht gefunden. 

P. Hüls. 


Edlefsen, G., Die Säuglingsernährung in der Armenpraxis. Sonder¬ 
abdruck aus „Monatsschrift für soziale Medizin“. I. 2. S. 49 
bis 54. Jena. G. Fischer. 

Die Schwerverdaulichkeit der Kuhmilch für Säuglinge rührt vom 
Kuhkasein, welches gegenüber dem leicht verdaulichen Laktalbumin in 
der Kuhmilch vorwiegt. Es gibt nun zahlreiche Milchgemische und 
Präparate, welche leichter verdaulich sind. Sie sind aber alle für 
wenig Bemittelte und für die Armenpraxis zu teuer. Verfasser emp¬ 
fiehlt deshalb ein auf seinen Vorschlag von der Stadt Hamburg ein¬ 
geführtes Verfahren, welches darin besteht, daß der vorher abge¬ 
kochten Milch Pepsin zugesetzt wird, wodurch die Verdaulichkeit des 
Kuhkaseins erhöht werden soll. Verfasser hat, wie er selbst zugibt, 
mit seinem Verfahren anderwärts bisher wenig Anklang gefunden. 

P. Hüls. 


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192 


D. Referate. 


Cdu tieft, -E'« The Natural and Artifical Mcthads of Feeding Infants 
and Yonng Chddren. Seeond Edition. London. Churchill. 
418 S. (7 s. 6 d.) 

Das übersichtliche, kurze und doch erschöpfende Buch Cantieys 
liegt hier in zweiter Auflage vor. Es vermeidet jede Fachgelehrsam¬ 
keit, die es für Laien ungenießbar machen würde und ist doch nicht 
so populär, daß es nicht auch alle wissenschaftlichen Fragen, die auf 
dem Gebiet der Säuglingsernährung in jüngster Zeit gestellt worden 
sind, auf das sorgfältigste berücksichtigte. Das beste Lob, das man 
dem Buche spenden kann, ist wohl das, daß man seine Lektüre den 
Müttern in gleicher Weise wie den Ärzten anempfehlen kann. Die 
äußere Ausstattung ist überaus gediegen. 

A. Orotjahn. 


Ascher, L., Das Ilaltekindenrcsen in Königsberg i. P. Sonderabdruek 
aus der Vierteljahrsschrift für gerichtliche Medizin und öffent¬ 
liches Sanitätswesen. 3. Folge. XXV. 1. 

Durch den § 98 der Dienstanweisung für Kreisärzte ist diesen 
die vordem von Vormundschaftsgericht, Waisenrat und Polizeibehörde 
ausgeübte Kontrolle der sogenannten Haltekinder übertragen worden. 
Verfasser, der sich in seiner Funktion als Kreisassistenzarzt große 
Verdienste um die Überwachungsorganisation der Ziehkinder in Königs¬ 
berg i. P. erworben hat, berichtet über seine hier gewonnenen Er¬ 
fahrungen und gründet darauf Vorschläge für weitere Verbesserungen 
auf diesem Gebiete. Einigen erfreulichen Resultaten der Kontrolle 
(so eine bedeutende Abnahme der Säuglingssterblichkeit) stehen noch 
zahlreiche Mängel gegenüber. „Diese Mängel sind vor allen Dingen 
die ungleichmäßige Ausführung der Kontrolle, da nicht alle Waisen¬ 
pflegerinnen den gleichen Eifer bewiesen zu haben scheinen, der Um¬ 
stand, daß auch von seiten des beamteten Arztes diese Aufsicht nicht 
gleichmäßig ausgeführt werden konnte, daß den Waisenpflegerinnen 
von seiten der Ziehmütter noch vielfach große Schwierigkeiten be¬ 
reitet werden, und daß es den Pflegemüttern, selbst bei bestem Willen, 
in den heißen Tagen an manchen Stellen, insbesondere in den Dach¬ 
stuben, unmöglich ist. die abgekochte Milch dauernd unter 20 0 C zu 
halten, d. h. unter einer Temperatur, bei der die peptonisierenden 
Keime sich entwickeln.“ Ein fernerer Mangel ist die späte Unter¬ 
aufsichtstellung der Kinder (nach Ablauf des ersten Lebensmonats). 
Diese Mißstände zu beseitigen, resp. zu mildern ist der Verfasser zum 
Teil mit Erfolg bemüht gewesen. Es ist ihm vor allem durch bereit¬ 
williges Entgegenkommen einiger Kinderärzte gelungen, eine dauernde 
ärztliche Kontrolle der Königsberger Haltekinder zu ermöglichen. 
Wenn der Verfasser am Schlüsse seiner Ausführungen Vorschläge zu 


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VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. 


193 


einer ja sehr wünschenswerten Verminderung der Säuglingssterblich¬ 
keit macht, indem er durch Unterstützung gemeinnütziger Baugesell¬ 
schaften Familien mit Säuglingen in den Stand setzen will, das Be¬ 
wohnen von Dachstuben zu vermeiden, so überschätzt er wohl ihre 
praktische Durchführbarkeit. 

F. KriegeU 


Effler, Die bisherigen Ergebnisse der im Jahre 1902 durchgeführten 
Organisation der Ziehkinderfürsorge in Danzig. Vortrag ge¬ 
halten in der Versammlung des Armenamts. Sonderabdruck 
aus der Zeitschrift „Gesundheit“. Leipzig. Fr. Leineweber. 
22 S. (0,70 M.) 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zeigte sich ein wachsendes 
Interesse für das, was man als „sozial“ bezeichnet. Ein Glied in der 
sozialen Hygiene bildet nun auch die Fürsorge für die bis dahin so 
vernachlässigten Ziehkinder, deren Sterblichkeit erschreckend groß 
war. ln Danzig hatte sich seit den achtziger Jahren ein Damen¬ 
verein die Beaufsichtigung und Unterstützung der Haltekinder zum 
Ziele gesetzt. An dessen Stelle trat im Jahre 1902 nach dem Vor¬ 
gänge anderer Städte, wie Leipzig, Halle, Dresden, Berlin eine 
städtische, dem Armenamt unterstellte Organisation. Besonders ge¬ 
schulte, besoldete Kontrolldamen sind für die einzelnen Stadtbezirke 
angestellt, welche unter Oberleitung eines eigenen städtischen Zieh¬ 
kinderarztes in ihrem Bezirk alle ermittelten Haltekinder bis zum 
Alter von 2 Jahren, die unehelichen Kinder auch in mütterlicher 
Pflege zu beaufsichtigen, über die Art der Pflege und Ernährung, 
Reinhaltung, Wohnung, Gesundheitszustand und Gedeihen fortlaufend 
in einem Personalbogen zu berichten haben. Sämtliche Kinder werden 
periodisch dem Ziehkinderarzt von den Pflegerinnen in einem Schul¬ 
lokale vorgeführt. Seither ist man mit der Haltekinderpflege in 
Danzig trotz des üblichen, niedrigen Pflegegeldes von meist nur 10 bis 
12 Mark oder noch weniger im allgemeinen zufrieden, was Verfasser 
hauptsächlich auf den Pflichteifer der Aufsichtsdamen zurückführt. 

P. Hüls. 


SchiUer, F., Schmidt, H., und Kahne, F., Zwangs- (Fürsorge-) 
Erziehung und Armenpflege. Berichte. V. 142 S. Schriften 
des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit. 
Heft 64. Leipzig. Duncker & Humblot. (3,00 M.) 

Drei Berichte, welche das Fürsorge-Erziehungsgesetz von ver¬ 
schiedenem Standpunkte aus beleuchten und dabei, wie nicht zu ver- 

JahresbericUt über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 13 


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194 


D. Referate. 


wundern, zu teilweise entgegengesetzten Schlußfolgerungen kommen. 
Der ausführlichere Bericht von Magistratsassessor Schiller bringt 
zuerst einen geschichtlichen Überblick über die Fürsorgebewegung 
für materiell und sittlich gefährdete Minderjährige in den ver¬ 
schiedenen deutschen und ausländischen Staaten und stützt sich 
hierbei hauptsächlich auf den Generalbericht über die Tätigkeit des 
Vereins von Stadtrat Münsterberg. 

Der zweite Bericht von Landesrat Schmidt-Düsseldorf schildert 
eingangs die Ergebnisse des Fürsorge-Erziehungsgesetzes nach zwei¬ 
jähriger Wirksamkeit an der Hand einer statistischen Übersicht 
von sämtlichen Provinzial- und Bezirksverbänden. Wir erfahren, 
daß zu den 11000 schon unter den alten Gesetzen in Zwangs¬ 
erziehung befindlichen, in diesen beiden Jahren allein 14000 der 
Fürsorgeerziehung überwiesene Minderjährige hinzukamen und Ver¬ 
fasser berechnet daraus für die weiteren Jahre einen Dauer¬ 
bestand von etwa 35000 Zöglingen oder 10 auf 10000 Einwohner. 
Von den 14000 Zugekommenen waren rund 9000 männlich, 5000 
weiblich; noch nicht schulpflichtig waren 5 Proz., schulpflichtig 
57 Proz., Schulentlassene von 14—18 Jahren 38 Proz. Der weit 
überwiegende Teil, nämlich 75 Proz., war in Austalten untergebracht 
und nur 25 Proz. in Familienpflege. Auch nach diesem Bericht „ent¬ 
rollen die Überweisungsbeschlüsse ein erschreckendes Bild von der 
sittlichen Verkommenheit der Eltern“. Meist handelt es sich nur um 
die Frage: „Trinkt er, trinkt sie, oder trinken beide?“ Näckstdem 
spielt Unzucht, Kuppelei und dergleichen die Hauptrolle. Aber auch 
bittere Not der Eltern ist sehr oft allein die Ursache. Die Kosten 
der Fürsorgeerziehung betrugen im Jahre 1902 über 4 Millionen 
Mark, von denen also auf den Staat zwei Drittel, die Provinzial¬ 
verbände ein Drittel entfielen. 

Der dritte Bericht von Amtsgerichtsrat K ohne-Berlin be¬ 
handelt hauptsächlich die bei Fürsorgeerziehung in Betracht kom¬ 
menden Rechtsfragen, die Aufgaben und Befugnisse der Vormund¬ 
schaftsrichter und die gerichtlichen Entscheidungen unter Vorführung 
einer größeren Anzahl von Kammergerichtsurteilen. Letztere hält 
auch er für grundsätzlich zutreffend, stimmt aber doch nicht mit 
allen vorn Kammergericht gezogenen Schlußfolgerungen überein. Es 
scheint aus diesen verschiedenen Auffassungen sowie aus den doch 
nicht durchweg übereinstimmenden Kammergerichtsurteilen hervorzu¬ 
gehen, daß im Fürsorge-Erziehungsgesetz eine Anzahl Punkte wohl 
noch einer genaueren gesetzlichen Deklaration bedürfen, was auch 
nicht zu verwundern ist, da das neue Gesetz doch in eine Reihe 
äußerst wichtiger und verwickelter Fragen eingreift. 

Für die, welche mit der Fürsorgeerziehung zu tun haben, ins¬ 
besondere auch für Konrnrunalbeamte, dürften diese drei Berichte 


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VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. 


195 


sehr erwünschtes Material zu ihrer Orientierung bringen und viel¬ 
leicht auch zur Zeit oft davon abhalten, Anträge zu stellen, die 
nach den Gesetzen und bei der gegenwärtigen Rechtsauffassung des 
Kammergerichts nur nutzlose Arbeit machen. 

P. Hüls. 


Zwick, II,, Das Kinderschutzgesetz (Reichsgesetz betreffend Kinderarbeit 
in geiverblichen Betrieben ) vom 80. März 1908. Für die Praxis, 
insbesondere der Schul- und Gewerbeaufsichtsbeamten, Lehrer, 
Industriellen, Geistlichen, Juristen, Handwerker und Gewerbe¬ 
treibenden erläutert, nebst einer Darstellung der sozial¬ 
politischen Bedeutung des Gesetzes und statistischen Er¬ 
hebungen. Y. 74 S. Berlin. Otto Liebmann. 71 S. (0,80 M.) 

Zweck und Plan des Sckriftchens ergibt sich aus der aus¬ 
führlichen Überschrift. Der bekannte Verfasser, der seit Jahren in 
Berlin und im Reichstag für die Kinderschutzsache gewirkt hat, 
will mit seiner Schrift das Verständnis des Kinderschutzgesetzes er¬ 
leichtern. Zu dem Zwecke bringt er zunächst in einem ersten Teil 
eine Darstellung des Umfanges der gewerblichen Kinderarbeit und 
der Bestrebungen zu ihrer Einschränkung im In- und Auslande. Es 
folgt dann ein zweiter Teil, der Gesetzestext mit den erforderlichen 
Erläuterungen. Es ist besonders das Verdienst der deutschen Lehrer¬ 
schaft, worunter wieder an erster Stelle der Rixdorfer Lehrer Ag ahd 
zu nennen ist, auf die mißbräuchliche Beschäftigung von Kindern 
in Industrie und Landwirtschaft hingewiesen zu haben. Die Zahl der 
so beschäftigten Kinder wurde nach eingehenden Erhebungen auf 
über eine Million berechnet. Die mit solcher Beschäftigung so oft 
verbundenen Schäden für Gesundheit, Sittlichkeit und besonders die 
Beeinträchtigung der Schulleistungen führten zuerst 1891 zu Kinder¬ 
schutzbestimmungen gegenüber der Fabrikarbeit. Es ergaben indes 
auf Drängen der Lehrerschaft angestellte Ermittlungen, daß außer¬ 
halb der Fabriken und abgesehen von der Landwirtschaft im Jahre 
1898 in Deutschland noch über eine halbe Million Kinder von 6 bis 
14 Jahren gewerblich tätig w r aren. Polizeiliche Maßnahmen gegen 
die Auswüchse dieser Beschäftigung in Preußen und anderer Bundes¬ 
staaten erwiesen sich wenig wirksam. Über diese Dinge, wie über 
das Gesetz selbst orientiert das Schriftchen, welches allen, die sich 
um die Kinderschutzfrage interessieren und mit der Ausführung der 
Bestimmungen zu tun haben, nur warm empfohlen werden kann. 

P. Hiils. 


13* 


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196 D. Referate. 

Rietz, E; Das Wachstum Berliner Schulkinder wahrend der Schuljahre. 

Separatabdruck aus Archiv für Anthropologie. Neue Folge. 

I. 1. p. 30-42. 

Verfasser hat die somatologische Statistik um eine interessante 
und dankenswerte Arbeit bereichert, indem er Länge, Gewicht und. 
zum Teil auch den Brustumfang von 5134 Berliner Schulkindern vom 
vollendeten 6. bis 14. bzw. 19. Lebensjahre, die sich aus drei Gym¬ 
nasien, vier Gemeindeschulen und einer höheren Töchterschule in den 
verschiedensten Gegenden der Stadt rekrutierten, zum Gegenstand der 
Untersuchung machte. Wir bringen hier auf Seite 196 und 197 die 
über Länge, Gewicht und jährliches Wachstum Aufschluß gebenden 
Tabellen zum Abdruck, aus der der Leser den auf dem Geschlecht 
beruhenden und durch die Pubertätsentwicklung zu erklärenden Unter¬ 
schied in der körperlichen Entwicklung der Kinder wie auch die 
durch das soziale Milieu beeinflußte Verschiedenheit in Längen¬ 
wachstum und Körpergewicht der Kinder der höheren und der 
Gemeindeschulen ersehen wird. Es zeigt sich, daß die Kinder wohl¬ 
habenderer Eltern ein höheres Gewicht und eine größere Länge 
haben, als die Kinder ärmerer Eltern. 

Verfasser hat zum Vergleich seines Materials das einer Reihe 
deutscher Städte (Hamburg, Saalfeld, Halle, Gohlis, Freiberg i. S., 





Knaben 



Alter 


Gymnasien 


Gemeindeschulen 


Anzahl 



Anzahl 




der Unter- 

Länge 

Gewicht 

der Unter- 

Länge 

Gewicht 


suchten 


suchten 


6 

45 

118,3 

22,3 

128 

113,6 

20,1 

7 

101 

122,0 

23,7 

189 

117,2 

21,6 

8 

156 

127,3 

26,2 

198 

121,4 

23,3 

9 

168 

131,2 

27,8 

192 

126,5 

25,7 

10 

181 

135,7 

30,6 

198 

130,9 

27,6 

11 

209 

139,5 

33,1 

211 

135,3 

30,0 

12 

189 

145,4 

37,1 

181 

139,7 

32,9 

13 

143 

150.6 

41,6 

162 

144,7 

36,5 

14 

158 

156,0 

46,1 

37 

(146,6) 

(37,5) 

15 

140 

162,4 

51,7 




16 

117 

165,8 

56,3 




17 

70 

169,0 

59,1 




18 

40 

171,0 

64,4 




19 

23 

(171,1) 

(65,5) 





1740 


1496 , 


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Original fro-m 

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VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. 


197 





Mädchen 



Alter 

höhere Mädchenschule 

Gemeindeschulen 


Anzahl j 



Anzahl 

! 



der Unter- 

Länge 

Gewicht 

der Unter- 

Länge 

Gewicht 


suchten ! 


suchten 


6 

14 

(119,0) 

(22,5) 

mm 

111,9 

19,6 

7 

42 

122,7 

24,3 

■Sk 

117,3 

21,6 

8 

37 

127,2 

26,1 

164 

121,7 

23,3 

9 

54 

131,0 

27,8 

182 

125,0 ' 

! 24,7 

10 

71 

135,7 

32,1 

182 

130,6 

27,5 

11 

69 

141,2 

34,4 

185 

135,7 

:jo,3 

12 

65 

147,8 

40,5 

169 

140,8 

34,4 

13 

73 

152,1 

43,1 

180 

148,1 

39,3 

14 

62 

156,6 

49,7 

34 

(150,5) 

(43,1) 

15 

46 

158,0 

51,2 



■ 


533 ! 

1365 j 

1 I 



Knaben 

Mädc 

Höhere 

Schulen 

hen 


Gymnasien 

Gemeindeschnlen 

Gemeinde- 

schulen 

cm 

kg 1 

| j 

I Cm 

i kg 

cm 

kg ! 

| 1 

1 cm 

1 

1 

kg 

6-7 

3,7 

4, 4 

3,6 

1,5 

3,7 

1,8 

5,4 

2,0 

7—8 

5,3 

2,4 

4,2 

! 1,7 

4,5 

1,8 

4,4 

1,7 

8—9 

3,9 

1,6 i 

j 5,1 

2.4 

3.8 

1,7 I 

3,3 

1,4 

9-10 

4,6 i 

2,8 

! 4,4 

1,9 

4,7 

! 4,3 

5,6 

2,8 

10—11 

3,8 

2,5 

i 4,4 

2,4 

5,5 

2,3 

| 5,1 

2,8 

11—12 

5,9 

4,0 

4,4 

2,9 

6,6 

6,1 I 

i 5,1 

4,1 

12—13 

5,2 

4,5 

5,0 

3,6 

4,3 

i 2,6 

| 7,3 

4.9 

13—14 

3,4 

4 ,5 

(1,9) 

(1,0) 

4,5 

! 6,6 

, (4,2) 

(3,8) 

14-15 

6,4 i 

5.6 



1,4 

1,5 

j 


15-16 

3,4 

4,6 

' | 

: 



1 

1 

16—17 

3,2 

2,8 



1 

i 

j 


17-18 

2,0 

5,3 

1 

1 

1 

1 

! 

1 

l ! 

i 



Posen, Breslau) und ausländischer Städte und Staaten (Boston, Turin, 
Schweden, Dänemark, England) herangezogen, ein Vergleich, der im 
allgemeinen nur für die Berliner Kinder wirtschaftlich besser ge¬ 
stellter Kreise günstig ausfällt. 

F. Kriegei. 


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198 


D. Referate. 


Encyklopüdfoches Handbuch der Schulhygiene . Unter Mit¬ 
arbeit von F. W. Büsing und H. Kr oll ick und zahlreichen 
Ärzten und Schulmännern des In- und Auslandes. Heraus¬ 
gegeben von R. Wehm er. (In 2 Abteilungen.) 1. Abteilung. 
400 S. und 134 Abbildungen. Leipzig und Wien. A. Pichler’s 
Witwe & Sohn. (10,00 M.) 

Der vorliegende erste Teil des in Wörterbuchform abgefaßten 
Handbuches der Schulhygiene umfaßt in 400 Seiten die Buchstaben 
A—N. Die unter diese Buchstaben fallenden, mit der Schulhygiene 
in näherer oder fernerer Verbindung stehenden Gegenstände sind alle 
für sich gesondert in möglichst knapper Form, aber für die Zwecke 
des Buches hinreichend erschöpfend und vor allem in klarer, auch 
dem Nichtfachmann durchaus verständlicher Sprache abgehandelt. 
Die an Zahl naturgemäß weit überwiegenden medizinischen Artikel 
— bis auf einige Spezialdisziplinen, fast sämtlich von Wehm er selbst 
verfaßt — behandeln nicht allein alle für die Schule wichtigen, be¬ 
sonders fast alle ansteckenden Krankheiten, Wesen derselben, Ent¬ 
stehung, Symptome, Verlauf, bei den ansteckenden Krankheiten u. a. 
auch „Infektion“, „Intoxikation“, „Inkubation“, „Disposition“, „Immu¬ 
nität“, sondern auch die Anatomie und Physiologie der wichtigeren 
Körperorgane, allgemeine Gesundheits- und Organpflege, Schulgesund¬ 
heitspflege, Rettungswesen. Besonders hervorgehoben zu werden ver¬ 
dienen wohl darunter, außer den klaren und knappen Artikeln des 
Herausgebers selbst, die Artikel über die Hygiene des Auges von 
Silex, welche in ihrer Gesamtheit beinahe ein kleines, populäres 
Lehrbuch der gesamten Ophthalmologie darstellen. Von den weniger 
zahlreichen, aber meist umfassenderen anderen — pädagogischen, bau¬ 
hygienischen — Artikeln sind besonders zu nennen die die Grenz¬ 
gebiete zwischen Medizin und Pädagogik berührenden Artikel von 
Kroll ick über „Ferien“, „Ausflüge, Wanderungen und Turnfahrten“, 
„Handarbeitsunterricht“, „häusliche Aufgaben“, „Kinderarbeit“, „Kinder¬ 
gärten“ u. a., die vielfach auch verwandte Gebiete, die Gesetz¬ 
gebung, Geschichte etc. kurz streifen, die ausführlichen Artikel über 
das Schulbauwesen und die Ferienkolonien von Büsing, über Körper¬ 
übung und Turnen von Oberturnwart Dr. med. Lückow-Berlin. 
Endlich hat sich der Herausgeber noch besonderen Dank verdient 
durch die eingehende Behandlung des schulgeographischen Teils, — um 
den Ausdruck zu gebrauchen. Schon in den allgemeinen Artikeln ist 
vielfach auf die entsprechenden Einrichtungen in anderen Staaten 
Bezug genommen. Außerdem ist dann aber noch in zahlreichen be¬ 
sonderen Artikeln das ganze Schulwesen in allen, unter die oben ge¬ 
nannten Buchstaben fallenden Kulturstaaten, soweit es mit der Schul¬ 
hygiene in näherem oder fernerem Zusammenhänge steht, abgehandelt 
und das Geschilderte durch vortreffliche Abbildungen illustriert. Der 


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VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. 


199 


Artikel „Japan“ z. B. von M. Mishima weist folgende kurze, eben¬ 
falls durch ausgezeichnete Abbildungen illustrierte Kapitel auf: All¬ 
gemeine Schulstatistik, Schullasten, Art der Schulen, Schulbehörden, 
-gesetze, -hygiene, -bauten, -bänke, Alumnate, Internate, Pausen, Ferien, 
Examina, Strafen, Schulkrankheiten, Schulärzte u. a. und ähnlich aus¬ 
führlich ist das Schulwesen in den anderen, besonders den europäischen 
Staaten behandelt, wobei hygienische Mustereinrichtungen besonders 
berücksichtigt sind. 

Das Vorstehende dürfte genügen, um sich über Anlage und In¬ 
halt des Buches zu orientieren, das, trotzdem von einem Mangel 
an Lehr- und Handbüchern der Schulhygiene nicht mehr gerade ge¬ 
sprochen werden kann, doch jedenfalls eine erwünschte Bereicherung 
des schulhjgienischen Bücherschatzes bildet, und in dem Pädagogen, 
Schulbehörden, Techniker und Ärzte sich schnell und sicher über 
irgendeinen zufällig vorkommenden Gegenstand der Schulhygiene und 
verwandte Gegenstände orientieren können. 

P. Hüls. 


Herninger f J., Schul- und VolJcshygienc. eine notwendige Forderung 
unserer Zeit. Vortrag. Hamburg und Leipzig. Leopold Voß. 
71 S. (1,00 M.) 

Vorliegendes Schriftchen bildet die erweiterte Wiedergabe eines, 
vom Verfasser, einem Wiesbadener Lehrer, gehaltenen populären Vor¬ 
trages. In den 14 Kapiteln des Schriftchens wird die Bedeutung der 
Volks- und Schulgesundheitspflege mit Rücksicht auf die zunehmend 
sich verschlechternden gesundheitlichen Verhältnisse beleuchtet, wie 
sie sich aus den Aushebungsresultaten, dem zunehmenden Unvermögen 
der Mütter zum Selbststillen, den schulärztlichen Statistiken und an¬ 
deren Erscheinungen ergeben. Das Schriftchen ist als Volksschrift zu 
weitester Verbreitung besondeis auch unter den Berufsgenossen des 
Verfassers geeignet, von denen ein Teil bis jetzt für Schulhygiene 
noch nicht das erforderliche Verständnis besitzt. 

P. Hüls. 


Cohn f M. f Schulärztliche Erfahrungen und Wunsche. Separatabdruck 
aus „Monatsschrift für soziale Medizin“. I. 3. Jena. Gustav 
Fischer. S. 190-198. 

Verfasser wünscht auf Grund von Beobachtungen als Schularzt 
einige hygienische Verbesserungen in der Schule. Seine Ausführungen 
dürften indes schwerlich allgemeine Zustimmung finden. Wenn er 
z. B. gleich anfangs sagt, daß die neueren großstädtischen Schulhäuser 
durchweg allen gesundheitlichen Anforderungen entsprächen, so wäre 


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200 


D. Referate 


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ans seiuer nächsten Nähe leicht das Gegenteil zu erweisen. Auch 
sein Vorschlag, bei Auftreten einer ansteckenden Krankheit, wie 
Scharlach, Masern, Mumps u. dgl., um die Weiterverbreitung zu ver¬ 
hüten, gleich Klassen und Schule zu schließen, dürfte kaum durch¬ 
führbar sein, da man sonst in Charlottenburg z. B. die Schulen fast 
ständig geschlossen halten müßte. Wir sahen übrigens hier, im Gegen¬ 
satz zum Verfasser, mehrfach bei Masern und Scharlach die stärkste 
Ausbreitung gerade nach Schulschluß resp. während der Ferien, da 
die beschäftigungslosen Kinder dann nur um so mehr sich auf den 
Treppen und Höfen der Mietskasernen hernmtummeln. Auf anderes 
einzugehen erübrigt sich wohl. Weitere Erfahrungen dürften den 
Verfasser vielleicht zu anderen Anschauungen bringen. 

P. HÜU. 


Meißel', H. Th. 31., Die Schulstätten der Zukunft. IV. 78 S. und 

28 Abbildungen im Text. Hamburg und Leipzig. Leopold Voß. 

(1,50 M.) 

Die Schrift wendet sich gegen das moderne Schulkasernentum 
mit seinen vielen Stockwerken, langweiligen Fensterreihen, hinter 
denen oft 2000 Kinder oder noch mehr zusammengepfercht sind. Gegen 
das ungesunde Wohnkasernentum hat sich längst eine starke Oppo¬ 
sition geltend gemacht; im Krankenhausbau ist man schon seit Jahr¬ 
zehnten vom Kasernen- oder Korridorsystem zum Pavillonbau über¬ 
gegangen; ja selbst bei den wirklichen Kasernen wird letzterer seit 
Jahren bevorzugt. Um so mehr ist es zu verwundern, daß die Ge¬ 
bäude, in denen sich die besonderer hygienischer Fürsorge bedürftige, 
heranwachsende Jugend die halbe Tageszeit aufhält, dieser gesunden 
Entwicklung nicht gefolgt sind. Das Zentralisationssystem hat aber 
bei Schulbauten noch besondere Nachteile. Erstens geht durch da» 
viele Treppensteigen von den ohnehin zu kurz bemessenen Erholungs¬ 
pausen mehr als die Hälfte verloren. Das starke Zusammendrängen 
solcher Kinderscharen bedingt die Gefahr der Verbreitung ansteckender 
Krankheiten. Geradezu verhängnisvoll müßte erst eine, durch irgend¬ 
eine Ursache entstehende Panik werden, da nicht einmal die sonst 
allgemein geltenden Vorschriften betreffs Zahl, Breite, Lage der 
Treppen und Ausgänge bei Schulbauten berücksichtigt sind. Eine 
ganze Reihe weiterer Nachteile hätte Verfasser noch zufügen können. — 
Gegenüber all diesen Schäden führt Verfasser dann die Vorzüge des 
Pavillonsystems bei Schulbauten vor, wie es besonders in den be¬ 
schriebenen und abgebildeten Bauten in Ludwigshafen, Großlichter¬ 
felde und Trondjem in Norwegen durchgeführt ist. Sein Ideal sind 
allerdings auch noch nicht diese Bauten, welche übrigens wegen der 
beanspruchten großen Bodenfläche für das Innere der Großstädte zu 


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VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. 201 

teuer wären, sondern transportable Baracken nach dem System 
Docker, welche an den verschiedenen Stellen der Peripherie auf 
Gemeindegrundstücken errichtet werden und nach Bedarf später den 
Platz wechseln könnten. Die Solidität und Zweckmäßigkeit dieser 
Schulen, bei denen die einzelnen Pavillons durch breite, gedeckte 
Gänge unter sich und mit den Nebenbauten verbunden sind, sucht 
Verfasser an der Abbildung einer projektierten 14klassigen Knaben- 
und Mädchenschule zu erweisen. Sie sollen sich im Preise auf die 
Dauer um ein Drittel niedriger stellen, als die gewöhnlichen steinernen 
Korridorbauten. Ob sie allgemein „die Schulstätten der Zukunft“ sein 
werden, wie Verfasser glaubt, und nicht bloß ein Notbehelf in Er¬ 
mangelung der erforderlichen stationären Schulen, wird wohl noch erst 
durch weitere Erfahrungen entschieden werden müssen. 

P. Hül«. 


Doll, 2L, Die häusliche Pflege hei ansteckenden Krankheiten, insbesondere 
hei ansteckenden Kinderkrankheiten. Drei Vorträge. 76 S. 
Heft V der Veröffentlichungen des deutschen Vereins für 
Volkshygiene. München und Berlin. R. Oldenburg. 

Verfasser schildert zunächst Wesen und Verbreitungsart aller 
wichtigeren Infektionskrankheiten und berührt dabei auch kurz die 
Pflege der Kranken, besonders mit Rücksicht auf Verhinderung einer 
Übertragung. Im zweiten Vortrag werden dann ausführlicher Typhus 
und Tuberkulose und im dritten die „Kinderkrankheiten“: Masern, 
Scharlach, Diphtherie, Keuchhusten usw. behandelt. 

Man braucht nicht in allen Einzelheiten mit dem Verfasser einer 
Meinung zu sein, um diese sachkundigen und augenscheinlich auf 
reicher eigener Erfahrung beruhenden Belehrungen über die Kranken¬ 
pflege in all diesen kurz aber treffend charakterisierten, verschieden¬ 
artigen Krankheiten und über die Mittel, um eine Weiterverbreitung 
zu verhüten, doch mit Interesse zu lesen. 

P. HÜla. 


Bauer, A., Das kranke Schulkind. Anleitung zum physiologisch¬ 
psychologischen Beobachten in der Schule. Mit Beiträgen 
von J. L. A. Koch, Eversbusch, Köbel, Schmid- 
Monnard. Für Schulamtsvorstände, Lehrer und Schul¬ 
bibliotheken bearbeitet. Zweite, neu bearbeitete Auflage. Mit 
einer Farbentafel und 138 Abbildungen. Stuttgart. Ferd. Enke. 
367 S. (6,00 M.) 

Nachdem erst Mai 1902 die erste Auflage erschienen war, wurde 
bereits Januar 1903 eine zweite Auflage des vom preußischen Kultus- 


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202 


D. Referate. 


ministerium empfohlenen und in Lehrerkreisen viel begehrten Buches 
erforderlich. Nach der Vorrede zur ersten Auflage hat sich der Ver¬ 
fasser zum Ziel gesetzt, dem Lehrer soviel anatomisch-physiologische 
Kenntnisse zu übermitteln, daß er erkennen kann, ob ein Kind gesund 
oder krank ist, damit er dasselbe rechtzeitig an den Arzt verweisen 
kann, keineswegs wollte er den Lehrer selbst zum halben Arzte 
machen. Der zweiten Auflage ist nur ein Anhang über Lehrerkrank¬ 
heiten zugefügt ; im übrigen ist wenig in derselben geändert. Der 
Inhalt ist eingeteilt in fünf Abschnitte. Es war sicher keine kleine 
Arbeit, das riesige Material, wie es sich schon nach diesen kurzen 
Andeutungen darstellt, in eine kurze und populäre Form zu bringen, 
wie solches es der Zweck des Buches erforderte. Allerdings würde 
ich persönlich es nicht als einen Mangel empfunden haben, wenn 
vieles, der Schule doch etwas sehr fern Liegende, fortgeblieben und 
dafür einiges andere etwas ausführlicher behandelt worden wäre. 

Die vielen Abbildungen im Text, die zum Teil originell, zum 
größeren Teil aber bekannten Spezialwerken entnommen worden sind, 
sind sehr charakteristisch und geeignet, das Gesagte zu veranschau¬ 
lichen. Das Buch wird allen Lehrern, die Interesse und Verständnis 
für den Wert der Gesundheitspflege in der Schule haben, zum Studium 
und zum Nachschlagen bei vorkommenden verdächtigen Fällen sehr 
willkommen sein. 

P. Hüls. 


Becher, H., Über WaUlerhoIungsstölten für kranke Kinder mit be¬ 
sonderer Berücksichtigung der Tuberkulösen. Berlin. A. Hirsch¬ 
wald. 52 S. (1,00 M.j 

Becher hat durch die Errichtung der Walderholungsstätten, 
einer Art Tagessanatorien für tuberkulöse Erwachsene in unmittel¬ 
barer Nähe der Großstädte, sich ein großes Verdienst auf dem Gebiete 
praktischer Sozialhygiene erworben. Er hat dieses Verdienst dadurch 
vergrößert, daß er neuerdings die Errichtung derartiger Sanatorien 
auch für Kinder angeregt und ein solches im Sommer 1903 in 
Schönholz in der Nähe von Berlin begründet und unter seine 
Leitung gestellt hat. Der vorliegende Bericht erweist die Not¬ 
wendigkeit solcher Erholungsstätten, schildert die Einrichtungen und 
die im ersten Jahre erzielten Erfolge. Es gibt eine große Anzahl 
leidender Kinder, die in Krankenhäusern keine Aufnahme finden, auch 
für solche noch nicht geeignet sind, die aber von den Ferienkolonien 
ihres Leidens wegen ausgeschlossen werden müssen. Für diese der 
Hilfe dringend bedürftige Kinder sind die Tagessanatorien bestimmt; 
den Hauptanteil bilden Kinder mit Lungentuberkulose, einer Krank¬ 
heit, die viel verbreiteter ist, als aus den Statistiken hervorgeht; 


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VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. 203 

diese Kinder pflegen dem in der Jugend eingedrungenen Keim erst 
viel später zu erliegen, ferner kommen in Betracht Herzkranke. 
Nervenleidende usw. Die vom Arzte ausgewählten Kinder werden von 
den Schulvorstehern und Armenärzten überwiesen, zahlen einen geringen 
Beitrag, der erlassen werden kann; sie werden von und nach der 
Heilstätte mit der Straßenbahn befördert. Die Heilstätte befindet sich 
im Walde, ihre Leitung untersteht einer Schwester, einer Erzieherin 
und Gehilfinnen, die ärztliche Aufsicht übernahm der Verfasser. Die 
Kinder werden durch fünf Mahlzeiten beköstigt, mit Spielen beschäftigt 
oder liegend behandelt. Es ist Gelegenheit zu gymnastischen plan¬ 
mäßigen Übungen, Bädern, kurzem Unterricht vorhanden; nach Tisch 
ist Schlafpause. Die Nacht bringen die Kinder im eigenen Heim zu. 
Die durch die Wägung gemessenen Ergebnisse waren sehr erfreulich 
und ermunterten zur Fortsetzung und Erweiterung des Unternehmens. 
Dem Werke sind Tabellen über die Kosten der Einrichtung, Situations¬ 
pläne, Speisezettel beigegeben. Nachahmer der Einrichtung werden 
auch aus dem interessanten ärztlichen und pädagogischen Beobach¬ 
tungen, die Verfasser im ersten Jahre gewann und in seiner Arbeit 
schildert, lernen können. 

A. Gottstein. 


Stadelmann, H., Schulen für nervenkranke Kinder. Die Frühbehand¬ 
lung und Prophylaxe der Neurosen und Psychosen. Sammlung 
von Abhandlungen aus dem Gebiete der pädagogischen Psycho¬ 
logie und Physiologie. Band VI. Heft 5. Berlin. Reuther 
und Reichard. 31 S. (0,75 M.) 

Unermüdlich verficht Stadel mann seine Idee von der Not¬ 
wendigkeit der Errichtung eigener Schulen, am besten verknüpft mit 
Heilanstalten, wie er selbst in Würzburg eine ins Leben gerufen hat. 
und für die er in Wort und Schrift schon vielfach eingetreten ist. 
Während für Schwachsinnige, Blinde, Taubstumme etc. Spezialunter¬ 
richtsanstalten schon in größerer Zahl existieren, ist für neuropathisch 
veranlagte, bzw. nervöse Kinder noch nicht in der richtigen Weise ge¬ 
sorgt. Methodik und Lehrprogramm der Normalschule ist nachteilig 
für diese Kinder, und sie selbst wieder sind nicht ungefährlich für 
ihre gesunden Mitschüler. Neuropathische Kinder bedürfen einer indi¬ 
vidualisierenden Unterrichtsmethode, die sich ihren Anomalien in der 
Perzeption, Apperzeption, Assoziation, dem abnormen Gefühlsleben 
und dem Interessenkreise anpaßt, Rücksicht nimmt auf abnorm leichte 
Ermüdbarkeit etc. Aus dem Studium der Individualität jedes Kindes 
muß sich eine psychologisch begründete Methode des Unterrichts auf¬ 
bauen, die zum Ausgangspunkt gerade die festgestellten Anomalien 
und Defekte zu nehmen hat. Schon hieraus ergibt sich, daß von 


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D. Referate. 


einem Fachunterricht im gewöhnlichen Sinne bei solchen Kindern 
nicht die Rede sein kann, der Unterricht hat sich assoziativer 
Methoden zu bedienen, die an einzelne Konzentrationspunkte an¬ 
knüpfen, um von ihnen aus die Grenzen des Erkennens und Wissens 
zu erweitern. Sehr wesentlich ist selbstverständlich die gleichzeitig 
in Angriff zu nehmende physische Behandlung der Kinder, Diätetik, 
Gymnastik, Massage, Turnen, Hydrotherapie. Die Behandlung ein¬ 
zelner krankhafter Symptome nach medizinisch - wissenschaftlichen 
Grundsätzen darf nicht außer acht gelassen werden. In Bezug auf 
Einzelheiten in dem Gedankengange und in den Vorschlägen des 
Verfassers muß Referent auf das Original verweisen, kann aber auch 
hier, wie schon an anderem Orte, trotzdem er den Wert der Be¬ 
strebungen des Verfassers nicht verkennt, nicht verhehlen, daß die 
Durchführbarkeit der Vorschläge desselben, wenigstens für die weiteren 
Kreise der Unbemittelten, wohl noch in weiter Ferne liegen dürfte. 

M. Bloch, 


Ziehen, Th,, Die Geisteskrankheiten des Kindesalters mit besonderer 
Berücksichtigung des schulpflichtigen Alters. 2. Heft. Samm¬ 
lung von Abhandlungen aus dem Gebiete der pädagogischen 
Psychologie und Physiologie. Band VII. Heft 1. 94 S. 

Dem im ersten Jahrgang dieses Jahresberichts S. 218 besprochenen 
ersten Heft der Bearbeitung der Geisteskrankheiten des Kindesalters ist 
nunmehr das zweite gefolgt; die daselbst hervorgehobenen Vorzüge des 
ersten Teiles gelten auch für den zweiten. Behandelt sind die noch 
fehlenden Zustände von Schwachsinn, die sogenannten funktionellen 
Psychosen (Psychosen ohne Intelligenzdefekt), und zwar die affektiven 
und intellektuellen. Unter den letztgenannten müssen als für den 
Pädagogen besonders wichtig die Dämmerzustände hervorgehoben 
werden. Von besonderem Wert sind die zahlreichen Litteratur- 
angaben. 

M. Bloch. 


liegen, M., Die Behandlung der Schwachsinnigen in der Volksschule. 

Leipzig. E. Wunderlich. 20 S. (0,50 M.) 

Dieser auf der Jahresversammlung sächsischer Schuldirektoren 
gehaltene Vortrag entwickelt, wenn der Ausdruck gebraucht werden 
darf, eine Technik der Behandlung der Schwachsinnigen in der Volks¬ 
schule. Ausgehend von der Umgrenzung des Kreises der Aufnahme¬ 
fähigen für die sogenannten Hilfsschulen, entwickelt Verfasser deren 
äußere Gliederung, Lehrziel, Unterrichtsstoff und Methodik des Unter- 


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VII. Soziale Hygiene der Kinder und jugendlichen Personen. 205 

richts; er bespricht weiter kurz die Anforderungen, die an die Lehr¬ 
kräfte zu stellen sind, den Wert körperlicher Fürsorge und die Pflege 
enger Beziehungen zwischen Schule und Haus gerade für das Ge¬ 
deihen des Unterrichts schwachbefähigter Kinder. Die Einzelheiten 
der Arbeit sind zu sehr technischer Natur, um hier besprochen zu 
Werden, alle Interessenten aber, die mit Pflege und Organisation des 
Unterrichts betraut sind, werden Anregung aus der Lektüre des 
Originals schöpfen. 

M. Bloch. 


Wegenei', Ein Beitrag zur Frage nach den Ursachen der Minder¬ 
begabung von Schulkindern. Zeitschrift für Schulgesnndheits- 
pflege. XV. 11. 

In dieser kleinen Arbeit ist das Resultat der Untersuchung 
wiedergegeben, das ich gefunden habe, als ich die Knaben der so¬ 
genannten Nachhilfeklasse der Wasunger Stadtschule in bezug auf 
die Ätiologie ihrer Minderbegabung untersuchte. Es handelte sich 
um 25 Knaben, eine verhältnismäßig große Zahl, da die Schule im 
ganzen nur von 587 (Knaben und Mädchen) Kindern besucht wurde. 
Das ätiologische Moment ließ sich in allen Fällen nachweisen und 
bestand bei 15 Kindern in Rhachitis und Skrofulöse, bei 3 Knaben 
in einem Trauma, bei 2 Knaben in hereditärer Belastung (Alkohol), 
endlich bei dem Rest der Kinder in drüsigen Wucherungen im Nasen¬ 
rachenraum. 

Autoreferat . 


Beitrüge zur Statistik der Stadt Frankfurt a. M. Neue 
Folge. Im Aufträge des Magistrats herausgegeben durch das 
statistische Amt. 5. Heft: Die Schülerzählung vom HO. No¬ 
vember 1000. Mit einer graphischen Tafel. Bearbeitet 
von H. Bleicher. In Kommission bei J. D. Sauerländer. 
Frankfurt a. M. 

Die spezielle Veranlassung zur Aufnahme der vorliegenden Schul¬ 
statistik bildete der Wunsch der Frankfurter Schulbehörden, über den 
Umfang der gewerblichen Nebenbeschäftigung der Schulkinder orien¬ 
tiert zu werden. Diese Statistik sollte dann aber auch über alle 
übrigen, für die Schulverwaltung wichtigen Verhältnisse Auskunft 
geben, so über die Wohnverhältnisse der Schüler, Lage der Wohnungen 
und Entfernungen von der Schule, über Beruf der Eltern, Orts- 
gebürtigkeit, Familienverhältnisse, Religion, Alter und Schulalter der 
Schüler. Auf alle diese Verhältnisse beziehen sich zunächst die 
Fragen in einem den Schülern nach Hause mitgegebenen Frage- 


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206 


P. Referate. 


bogen. Bei bejahender Beantwortung einer auf gewerbliche Neben¬ 
beschäftigung gerichteten Frage, wird dem Kinde dann noch ein 
zweiter Fragebogen mitgegeben, der sich über Art, Zeit, Dauer dieser 
Beschäftigung, über Entgelt, ob im Geschäft der Eltern oder in 
fremdem Betrieb, Hausindustrie, Einfluß auf Gesundheit, Schul¬ 
leistungen u. a. erkundigt. Der Verfasser hat sich dann der Riesen¬ 
arbeit unterzogen, die Ergebnisse für jede der 67 Frankfurter Schulen 
gesondert in übersichtlichen Tabellen zusammenzustellen, die noch 
durch Übersichtstabellen vervollständigt werden. 

Von der Gesamtzahl der 36000 Schüler Frankfurts entfielen rund 
8300 oder 23 Proz. auf die höhere, 3600 oder 10 Proz. auf die 
mittlere, 24000 oder 67 Proz. auf die Volksschulen. Gewerblich be¬ 
schäftigte Schulkinder wurden aus den durch zahlreiche Recherchen 
ergänzten Fragebogen im Jahre 1900, also vor Erlaß des Kinder¬ 
schutzgesetzes ermittelt 2356, wovon über die Hälfte im elterlichen 
Geschäfte tätig waren. Zwei Drittel waren Knaben, ein Drittel 
Mädchen. Unter 10 Jahren waren 20 Proz., von 10—12 Jahren 25 
Proz., über 12 Jahre rund 55 Proz. Vor 8 Uhr morgens resp. nach 
8 Uhr abends waren 400, und über 4 Stunden täglich 188 beschäftigt. 
Als weitaus häufigste Beschäftigungsart — 1400mal — ist Austragen 
von Waren als Laufbursche oder -mädchen angegeben; die übrigen 
Beschäftigten verteilen sich mit je 180—300 auf Handels- und Ver¬ 
kehrsgewerbe, Gärtnerei, Handwerk u. a. Die Verhältnisse lagen 
hiernach in Frankfurt in jeder Weise ausnahmsweise günstig. Die 
übrigen statistischen Aufstellungen haben spezielleres Interesse wohl 
nur für den Berufsstatistiker und städtische Verwaltungen. 

P. Hüls. 


First Annual Report of the Medical Offleer. May. School 
Board for London. P. S. King & Son. 25 S. 

Third Annual Report of the Joint Committee on Underfetd 
Children. June. School Board für London. P. S. King & 
Son. 6 S. 

Der an erster Stelle genannte Jahresbericht behandelt die schul¬ 
hygienische Aufsicht, die von einer dem Schulamte der Stadt London 
angegliederten Behörde unter der Leitung des Medical Officer Dr. Ken 
über die Londoner Schulen ausgeübt wird. Die schulärztliche Tätig¬ 
keit ist also in London zentralisierter als bei uns, wo in den großen 
Städten die einzelnen Arzte nebeneinander rangieren und auf die 
einzelnen Schulen verteilt sind. Der vorliegende Bericht enthält 
manche lesenswerte Einzelheiten und eine Anzahl lehrreicher Tabellen 
über den Gang der infektiösen Kinderkrankheiten. Der an zweiter 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


207 


Stelle genannte Jahresbericht legt Rechenschaft ab über die während 
des Jahres 1902 erfolgte Speisung mangelhaft ernährter Schulkinder, 
die in London seit einigen Jahren im großartigen Maßstabe erfolgt. 

A, Grotjahn. 


Prinzin f/, F., Die tödlichen Un</1 iicksfällc im Kiudesulter. Statistische 
Monatsschrift. 1903. Band 8. S. 85 — 104. 

Die Statistik der tödlichen Unfälle im Kindesalter ist deshalb 
von großem Interesse, weil zweifellos ein großer Teil derselben sich 
verhindern ließe. In der vorliegenden Arbeit werden die Verhält¬ 
nisse in Preußen, Österreich, Italien, Schweiz und England darge¬ 
stellt. Weitaus am zahlreichsten sind die Unfälle im Kindesalter in 
letzterem Lande; namentlich ist hier das erste Lebensjahr ganz 
ungemein belastet. Meist ist in diesem Alter grobe Nachlässigkeit 
der Mutter oder Pflegerin die Ursache des Todes (Ersticken, Ver¬ 
brennen, Verbrühen). Bei älteren Kindern tritt das Ertrinken in den 
Vordergrund; infolge Mangels von Geländern an Bächen, Weihern 
u. dgl., oder infolge schlecht verwahrter Abtrittsgruben, Wasser¬ 
sammler usw. In den Städten ist die Zahl der Unfälle im 1. Lebens¬ 
jahr häufiger als auf dem Lande, vom 2.—15. Jahre hat das Land 
höhere Ziffern, weil hier mehr Gelegenheit zum Ertrinken gegeben ist. 

Autoreferat, 


VIII. 

Öffentliche Gesundheitspflege. 

FncyklopCulie der Hyr/iene. Herausgegeben von R. Pfeiffer, 
B. Proskauer und C. Oppenheimer. Leipzig. Vogel. 
Lieferung 8—16. 

Schon im vorigen Jahresberichte konnten wir an dieser Stelle 
hervorheben, daß diese neue Encyklopädie der Hygiene, von der im 
Laufe des Berichtsjahres das zweite Drittel der Lieferungen erschienen 
ist, nicht ausschließlich der biologisch-physikalischen Hygiene dient, 
sondern in den einzelnen alphabetisch angeordneten Artikeln auch die 
Beziehungen der Hygiene zu den sozialen Faktoren, zur Getzgebung 
und dem Arbeiterversicherungswesen durchaus Rechnung trägt. Die 


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208 


D. Referate. 


neuen Lieferungen bestätigen diesen Eindruck in erhöhtem Maße. 
Wenn diese Zeilen gedruckt sein werden, dürfte bereits das ganze 
treffliche Werk mit seinen insgesamt 25 Lieferungen (ä 2,00 Mark) 
fertig gestellt sein. Bezüglich der Namen der Mitarbeiter sei auf die 
Besprechung im II. Bande unseres Jahresberichtes S. 286 verwiesen. 

A. Grotjahtu 


Hisel und Schnackenburg, Die GesundheitshommissUm. Beleuchtet 
vom ärztlichen und juristischen Standpunkt. Leipzig. F. Leine¬ 
weber. 31 S. (1,00 M.) 

Ein Medizinalbeamter und ein Kommunalbeamter, beide in Halle, 
unterwerfen die Gesundheitskonimission, wie sie neuerdings geschaffen 
wurde, in diesem Städtetagreferat einer Kritik und Besprechung. 

Risel geht von den alten 1835 geschaffenen Sanitätskommissionen 
aus und zeigt, wie schließlich die alten Sanitätskommissionen sich mit 
der Zeit auswachsen mußte zu den Gesundheitskommissionen von 1900. 
Sie sollen nach Risel eine Verbindung bilden zwischen den staat¬ 
lichen Gesundheitsorganen und den Selbstverwaltungskörpern in der 
Lokalinstanz. Sie sollen auch gleichzeitig die Bevölkerung belehren. 
Er bedauert, daß der Gesundheitskonimission nicht auch eine aus- 
führende Tätigkeit, eine dauernde Verwaltung oder Beaufsichtigung 
einzelner Geschäftszweige gewährleistet ist. 

Risel fordert auch eine Wohnungsbesichtigung. Da die Woh¬ 
nung das hygienische Binnenklima der Menschen abgibt, so kann man 
den Ausführungen Risel’s nur zustimmen. Jedenfalls ist der Aus¬ 
bau der kommunalen Gesundheitspflege eine wichtige Arbeit für die 
städtischen Behörden, die sich dazu der Gesundheitskommissionen be¬ 
dienen sollten. Schnackenburg geht vom juristischen Standpunkt 
an die Frage heran. Er qualifiziert diese Gesundheitskommissionen 
nicht als eine rein städtische Institution, sondern als ein besonderes 
staatliches Gebilde. Die Funktionen dieser Gesundheitskommissionen 
seien rechtlich zu erweitern, so daß der hygienische Wunsch, sie 
möge sich zu einer Wohnungsrevision auswachsen, auf eine gesetzliche 
Grundlage gestellt werden könne. Die Gesundheitskommissionen, sagt 
Schnackenburg zum Schluß, sind trotz ihrer stiefmütterlichen 
juristischen Ausstattung als ein großer Fortschritt in der öffentlichen 
Gesundheitspflege zu begrüßen, bei zweckentsprechender Ausstattung 
werden sie eine segensreiche Tätigkeit entfalten, sowohl als Berater 
und Gutachter der Staatsbehörden, insbesondere der Polizei, als auch 
als Elemente der städtischen Verwaltung. 

O. Neumann* 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


200 


Niedner, O., Die Kriegsepidemien des 19. Jahrhunderts und ihre Be¬ 
kämpfung. Berlin. A. Hirschwald. Band 17 der Bibliothek 
von Coler-Schjerning. 227 S. (5,00 M.) 

Niedner gibt in seinem Buche eine erschöpfende und anregend 
geschriebene Darstellung der Kriegsepidemien des 19. Jahrhunderts. 
Nach einer allgemeinen historisch-kritischen Einleitung schildert er 
in gesonderten Abschnitten Cholera, typhöse Erkrankungen, Ruhr, 
Pocken, Ophthalmia militaris, Malaria und Skorbut in ihren Wirkungen 
bei den einzelnen Kriegen und Expeditionen. Es überschreitet den 
Rahmen des Referates, auf die einzelnen Kriegsseuchen einzugehen. 
Zum Schluß gibt er einen sehr klaren kritischen Rückblick, dessen 
Kardinalsätze hier folgen sollen. Zunächst wird die Bedeutung der 
verhängnisvollen Rolle der Kriegsseuchen hervorgehoben; bei einer 
Kriegsseuche finden alle Momente, welche dem Gesundheitszustand 
überhaupt nachteilig sind, in der Zunahme der Epidemie ihren dele¬ 
tären Ausdruck. Ständige Kriegstrabanten sind Typhus und Ruhr, 
seltener — aber dann um so furchtbarer — sind Cholera und Pocken, 
Skorbut und Malaria stehen in der Mitte. Der besiegte Teil, der an 
der Seuchenbekämpfung gehindert ist, hat mehr Verluste, als der 
Sieger. Seuchen galten in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts 
nicht mehr als unabwendbare Naturereignisse. Die Kriegsseuchen¬ 
geschichte ist mit der Entwicklung des Barackenwesens unzertrenn¬ 
lich ; mit ihm hängt das Krankenzerstreuungssystem zusammen, ebenso 
die Hebung des Militärsanitätswesens. Sie findet ihren Ausdruck in 
der Steigerung des autoritativ ärztlichen Einflusses. 

Wir dürfen uns nicht mehr wie früher von den Seuchen über¬ 
raschen lassen; die Geschichte der Kriegsepidemien beweist, daß dies 
bisher die Regel war. Niedner spricht sich daher für spezielle 
Mobilmachungspläne gegen die Kriegseventualitäten aus, welche auf 
Grund einer genauen sanitären Erkundung des Kriegsschauplatzes 
prophylaktisch zu treffen sind. 

O. Neumann. 


Fürst, 31., Stellung und Aufgabe des Arztes in der öffentlichen Armen¬ 
pflege. Jena. Gustav Fischer. 287 S. (7,00 M.) 

Dieses Buch bildet den Anfang des Handbuchs der sozialen 
Medizin, herausgegeben von Moritz Fürst und F. Windscheid. 
Nach dem beigegebenen Prospekt, welcher das große Gebiet der 
sozialen Medizin umfaßt, sollen nacheinander zur Darstellung gelangen: 
soziale Prophylaxis, Stellung des Krankenkassenarztes, soziale Kranken¬ 
pflege, der Arzt als Gutachter, der Hafenarzt, der Gefängnisarzt usw., 
so daß das Unternehmen ein Seitenstück zum Handbuch der Prophylaxis 

Jahresbericht über Hygiene nnd Demographie. III. Jahrgang. 14 


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D. Referate. 


und zum Handbuch der Krankenpflege und Krankenversorgung von 
Meyer-Liebe-Jacobsohn genannt zu werden verdient. Eine 
genaue Inhaltsangabe des ersten Bandes überschreitet den Rahmen 
des Referates. Ich muß mich daher begnügen, einzelne Punkte her¬ 
vorzuheben. So hat Moritz Fürst vor allem die grundlegenden 
gesetzlichen Materialien des „Armenrechts“ zusammengestellt; er gibt 
auch eine Geschichte des Armenwesens, ferner einen Überblick der 
Organisation in den außerdeutschen Staaten. Gesondert wird be¬ 
handelt: die Armenkrankenpflege auf dem Lande, die Armenkranken¬ 
pflege in den Städten, die freie Arztwahl in der Armenpraxis, die 
Tätigkeit des Armenarztes bei Wöchnerinnen, Kindern, in Hospitälern, 
Genesungsheimen, Lungenheilstätten, Trinkerheilstätten und Siechen- 
häusern. Dieser kurzen Inhaltsangabe des interessanten Buches sind 
einige Bemerkungen zuzufügen. Das Buch besitzt Wert nicht nur für 
den Armenarzt, sondern vor allem für Behörden und Verwaltungen. 
Der Sozialpolitiker wird das Buch nicht entbehren können, es betont 
auf jeder Seite den Wert der sozialen Aufgabe für den Arzt und legt im 
Begriff „Armenarzt“ die Grundlagen dieser ärztlich sozialen Tätigkeit 
dar: der Arzt als sozialer Vorposten der Gesellschaft, der Arzt als 
Führer der Nation, wie Spencer gesagt hat. 

Fürst gibt die sozialen Gesetze, soweit sie für den Begriff“ 
Armenpflege in Betracht kommen, genau an; er sagt sehr richtig, daß 
ihm die Kenntnis dieser Gesetze in langjähriger Praxis von großem 
Vorteil war. Er bedauert den geringen Umfang der Armenkranken¬ 
pflege auf dem Lande und gibt S. 105 u. ff. die Mittel und Wege an, 
die Armenpflege zu bessern. Ira Vordergrund steht die ärztliche Ver¬ 
sorgung, er wendet sich gegen Böhmert, er spricht sich für eine 
Sicherung der Existenz dieser Landarmenärzte aus, er schildert die 
Anfänge einer Landarmenorganisation in Sachsen, Bayern, Baden und 
fühlt an. wie gerade die Frauenvereine berufen sind, Landarmen¬ 
pflege zu treiben durch Bereitstellung von Krankenpflegerinnen, 
Krankenmöbelmagazinen, Regelung des Krankentransportwesens u. a. m. 
Im Abschnitt: Armenkrankenpflege in den Städten wird die Stellung 
der Armenärzte besprochen. Hier sind es nur die Epidemien, also 
die Not, welche die Städte zwingt, die Armenhygiene zu organisieren. 
Beigegeben sind hier Übersichtstabellen aus verschiedenen Städten. 
Der Armenarzt muß ein unmittelbarer städtischer Beamter sein, für 
den eine Dienstanweisung zu schaffen ist.' Als Muster gibt Fürst 
die revidierte Geschäftsordnung für die Armenärzte in Hamburg; au 
sie schließen sich die Dienstanweisungen von Berlin, Breslau, Frank¬ 
furt a. M. sowie die Satzungen der Vereinigung Berliner Armenärzte. 
Die weitere Organisation in größeren Städten wird dargelegt, die 
Armenpoliklinikfrage angeschnitten, die Arzneiversorgungsfrage ab¬ 
gehandelt; auch die Armenküche ist nicht vergessen, so daß das Buch 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


211 


eine Fülle praktischer Anregungen gibt. Die Frage, ob Natural-, ob 
Geldunterstützung, wird gewissenhaft untersucht — die Armen- 
wohnungsfrage erläutert, die Armenhygiene klar dargestellt. 

Es ist alles berührt, die Desinfektionsfrage, die Armenbegräbnis- 
angelegenheit u. a. m. Bei der Besprechung der freien Arztwahl in 
der Armenpraxis tritt Fürst für beschränkte freie Arztwahl ein und 
zwar nach Bezirken. Die verschiedenen Systeme in den Städten 
werden geschildert. Bei der Anstaltspflege kommen in Betracht: 
Heilanstalten, Genesungsheim, Lungenheilstätten, Trinkerheilstätten, 
Armen- und Siechenhäuser. Auf Grund der Münsterberg-Stern- 
schen Sammelforschung legt Fürst dar, wie in deu einzelnen Städten 
die Armenanstaltspflege sich regelt. Er hält die Einrichtung von 
Genesungsheimen und Erholungsstätten für notwendig. Endlich be¬ 
spricht er die Armen- und Siechenhäuser. Wiedergegeben ist die 
Dienstanweisung für die Anstaltsärzte in den Armenhäusern von 
Leipzig und Hamburg. 

Es berührt äußerst wohltuend, wie Fürst es verstanden hat, 
den gewaltigen Stoff in eiue so anregend geschriebene, so klar und 
übersichtlich geordnete Form zu bringen. Er spricht sich zum Schluß 
dahin aus, und ich kann ihm nur beistimmen, daß an die Spitze einer 
geschlossenen Armenkrankenanstalt (Armenhaus, Siechenhaus usw.) 
lediglich ein Arzt gehöre. Diese Gebietserweiterung auf dem Boden 
sozialer Aufgaben und, wie ich hinzufügen möchte, sozialärztlicher 
Betätigung muß dem Arzte werden. Damit würden sich manche 
Schwierigkeiten lösen, und diese Einsetzung des Arztes in eine ihm 
zukommende Stellung würde lediglich den Armenkranken nützen. Den 
Städteverwaltungen kann das Buch vou Mo ritz Fürst nur auf das 
wärmste zur Nachachtung empfohlen werden, wollen sie ihrer Pflicht 
gegen die Armen sich bewußt bleiben. 

O. Ncumann. 


Das Sanitätswesen des preußischen Staates während der 
Jahre 1898,1899 und 1900. Bearbeitet von der Medizinal¬ 
abteilung des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und 
Medizinalangelegenheiten. Berlin. Schoetz. 658 und 199 S. 
(20,00 M.) 

Der stattliche Band über das Gesundheitswesen des größten 
deutschen Bundesstaates ist in der Reihe dieser Veröffentlichungen der 
vierte und wie seine Vorgänger auf Grund der von den Regierungs¬ 
und Medizinalräten für die Regierungsbezirke erstatteten General¬ 
sanitätsberichte unter Zuziehung der Ministerialakten und der 
im preußischen statistischen Bureau bearbeiteten Medizinalstatistik 

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D. Referate. 


zusammengestellt. Die Berichtszeit umfaßt also die Jahre, die vor 
dem Inkrafttreten des neuen preußischen Kreisarztgesetzes liegen. Die 
angehängten Tabellen zeigen insofern eine bemerkenswerte Neuerung, 
als sie neben den Verhältniszahlen auch tunlichst die absoluten Zahlen 
angeben. 

A, Grotjahn. 


Das Gesundheitswesen des preußischen Staates im Jahre 
1901. Bearbeitet von der Medizinalabteilung des Ministeriums 
der. geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten. 
Berlin. Schoetz. 497 und 117 S. (16,00 M.) 

Während die bisher veröffentlichten vier preußischen Sanitäts¬ 
berichte jedesmal sich auf eine dreijährige Berichtszeit erstreckten, 
liegt in diesem fünften Bande der erste Bericht vor, der sich nur auf 
ein Berichtsjahr bezieht und hoffentlich von jetzt an alljährlich er¬ 
scheinen wird. Denn allein dadurch kann vermieden werden, daß die 
Nachrichten über das Medizinalwesen nicht erst dann in die Öffent¬ 
lichkeit dringen, wenn sie schon längst veraltet sind. Zu beachten 
ist, daß das Berichtsjahr das erste nach dem Inkrafttreten des Ge¬ 
setzes betreffend die Dienststellung der Kreisärzte und die Bildung 
der Gesundheitskommissionen ist und dem vorliegenden Bande daher 
bereits der § 117 der Dienstanweisung für die preußischen Kreisärzte 
über die eingehende, alljährliche Berichterstattung der Medizinal¬ 
personen zugute gekommen ist. Etwas mager ist die bevölkerungs¬ 
statistische Einleitung, die nur 21 Seiten umfaßt, ausgefallen, während 
die Angaben über die eigentliche staatliche Gesundheitspflege über¬ 
aus reichhaltig sind. 

A. Grotjahn. 


Teleky, L., Der ‘preußische Gesetzentwurf zur Bekämpfung der In¬ 
fektionskrankheiten. Sonderabdruck aus der Wiener klinischen 
Wochenschrift. Nr. 18. 

An dem Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten, 
der dem preußischen Abgeordnetenhause zur Beratung vorliegt, übt 
der Verfasser eine berechtigte Kritik, soweit die Halbheiten bei der 
Anzeigepflicht in Frage kommen; im übrigen spricht er sich aber 
recht günstig über den Gesetzentwurf aus und faßt sein Schlußurteil 
in folgende Worte zusammen: „Vergleichen wir die Bestimmungen 
dieses Gesetzentwurfes mit. den in Österreich bestehenden, so hat er 
vor allem das eine Gute, daß durch denselben feststehende Verhält¬ 
nisse geschaffen werden und daß in jedem Falle, für jede einzelne 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


213 


Erkrankung Grenzen gezogen werden, über die hinaus die unteren 
Behörden mit ihren Anordnungen nicht gehen dürfen und die nur 
unter Beihilfe eines verhältnismäßig großen Apparates (Staats¬ 
ministerium) erweitert werden können. Ferner beschränkt der 
Gesetzentwurf die Anzeigepflicht auf die gefährlichen von den an¬ 
steckenden Krankheiten, umgibt aber diese Anzeigepflicht mit ge¬ 
wissen Kaut eien, die eine bessere Durchführung derselben zu 
gewähren geeignet sind, während bei uns alle ansteckenden Krank¬ 
heiten ohne jede Beschränkung der Anzeigepflicht unterliegen, für 
deren Durchführung aber nicht genügend Sorge getragen wird. Auch 
geben Preußen und das Deutsche Reich wenigstens ihren unbemittelten 
Bürgern, denen sie zugunsten der Allgemeinheit Opfer auferlegen, 
eine Entschädigung für die erlittenen Verluste. Die öster¬ 
reichischen Verordnungen kennen aber nicht einmal diese eigentlich 
selbstverständlichen Bestimmungen." 

A. Grotjahn. 


Dreiunddreißiyster Jahresbericht des Könif/lichen Landes- 
medizinalkoHeff lunis über das Medizinahcesen im 
Königreich Sachsen auf das Jahr 1901, Leipzig. 
F. C. W. Vogel. 1902. 302 S. (4,00 M.) 

Der Jahresbericht hat dieselbe Ausstattung wie die früheren. 
Unter den Gutachten des Medizinalkollegiums ist das über die Blei¬ 
vergiftung zu erwähnen, die in den sächsischen Töpfereien sehr 
häufig ist. Es wurde eine Belehrung für die Arbeiter ausgearbeitet 
und eine Anzeige durch die Kassenärzte für wünschenswert gehalten 
(in England ist bekanntlich durch Gesetz eine Anzeigepflicht für ge¬ 
werbliche Vergiftungen eingeführt; die Ärzte werden dafür honoriert). 
Auch ein ausführliches Gutachten über die in Dresden geplante 
Schwemmkanalisation ist mitgeteilt. Die Lungentuberkulose hat in 
Sachsen bedeutend abgenommen (1876—1880 25,1 Sterbefälle auf 
10000 Einwohner, 1901 16,8), der Krebs hat zugenommen (von 6,8 
bis 9,5), das Kindbettfieber ist zurückgegangen (1883 — 1885 3 Todes¬ 
fälle auf 1000 Geburten, 1901 1,91). Im Kapitel ,.öffentliche Gesund¬ 
heitspflege^ werden die ungünstigen Wolmungsverhältnisse der Stadt 
Chemnitz besprochen, wo 58,1 Proz. der Einwohner zur Arbeiter¬ 
bevölkerung gehören; 55,2 Proz. der Einwohner sind auf Wohnungen 
mit 1 Zimmer angewiesen, 11,01 Proz. der letzteren sind übervölkert, 
nur 38,7 Proz. haben einen eigenen Abort. Der Bericht über die 
Irrenanstalten zeichnet sich gegen die früheren dadurch aus, daß die 
einzelnen Anstalten zusammengefaßt sind. Sachsen ist von jeher das 
gelobte Land für die Kurpfuscher gewesen; im Berichtsjahr ist deren 


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D. Referate. 


Zahl (ohne die Zahntechniker) von 868 auf 945 gestiegen, während 
die Zahl der Ärzte nur um 49 zugenommen hat. 

F. Prtnxing. 


Medizinalbericht von Württemberg für das Jahr 1901. 
Herausgegeben von dem Königlichen Medizinalkollegium. Stutt¬ 
gart. W. Kohlhammer. 172 S. 

Die Medizinalberichte verfolgen meist zweierlei Ziele: einerseits 
über das auf dem Gebiete des öffentlichen Gesundheitswesens Ge¬ 
leistete Rechenschaft zu geben und über einzelne besonders wichtige 
Vorkommnisse Bericht zu erstatten, andererseits das medizinal¬ 
statistische Material zu verarbeiten und es für wissenschaftliche 
Zwecke nutzbar zu machen. Der württembergische Medizinalbericht 
hat fast nur das erste Ziel im Auge. Die Zahl der Ärzte ist von 
914 auf 925 gestiegen, die der Wundärzte von 156 auf 150 zurück¬ 
gegangen; die Zunahme der Ärzte findet nur in den Städten statt. 
Die Pläne dreier neuer Bezirkskrankenhäuser werden abgebildet. Am 
umfangreichsten ist der Bericht über die Irrenanstalten; es muß 
immer noch eine große Zahl von Staatspfleglingen (Ende 1901 630) 
in Privatanstalten untergebracht werden. Die Sterblichkeit v r ar im 
Berichtsjahr trotz der großen Masernepidemie klein (22,6 mit Tot¬ 
geborenen). Über Milchversorgung enthält der Bericht eine Anzahl 
interessanter Einzelheiten. 

F. Frlnzing . 


Bericht des Medizinalrates über die medizinische Stati¬ 
stik des Hamburgischen Staates für das Jahr 1901. 
Hamburg. Leopold Voß. 108 S. 9 Tafeln. (7,00 M.) 

Dasselbe für das Jahr 1902. 114 S. 9 Tafeln. (7,00 M.) 

Die Hamburger Medizinalberichte erfreuen sich seit langer Zeit 
eines hohen Ansehens, zum Teil deshalb, w r eil hier das Medizinal¬ 
wesen längst auf einer hohen Stufe der Entwicklung steht, zum Teil, 
w r eil diese Berichte auch für weitere Kreise von Wert sind, da allge¬ 
meine Fragen in ihnen berührt werden, denen man sonst in ähnlichen 
Berichten nicht begegnet. Ausführlich w T ird die Säuglingssterblich¬ 
keit behandelt; es werden die in demselben Jahre und die im Jahre 
nach der Geburt gestorbenen Säuglinge getrennt aufgeführt, und die 
Todesursachen, die alle von Ärzten konstatiert sind, mitgeteilt. 
Todesursachen und Infektionskrankheiten finden eine genaue Be¬ 
arbeitung bezüglich des zeitlichen Verlaufs und der Verteilung auf 
die einzelnen Altersklassen. Die Geburtsziffer ist in Hamburg wie 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


215 


in andern Großstädten stark im Rückgang begriffen, sie war 1892 
37,2 und 1902 28.2. Die Sterblichkeit war 1902 so niedrig wie noch 
nie (16,2) infolge der geringen Säuglingssterblichkeit, welche der 
feuchte Sommer bedingte. In diesem Jahre wurde Hamburg von 
einer schweren Scharlachepidemie heimgesucht: auf 100 gemeldete 
Erkrankungen kamen 12,46 Todesfälle und auf 10000 Einwohner 
6,0 Todesfälle. Hübsche Kartogramme veranschaulichen das Durch¬ 
schnittseinkommen, die Zahl der Sterbefälle, der Geburten und der 
Erkrankungen an einigen Infektionskrankheiten in den einzelnen 
Stadtteilen. 

F. Prtnzing. 


Der Dienst des Hafenamtes in Hamburg . II. Bericht 1895 
bis 1902. Mit Abbildung und einer Karte im Text. Ham¬ 
burg. L. Yoß. 62 S. 

Die Stellung eines Hafenarztes für die gesundheitliche Über¬ 
wachung des gesamten Schiffsverkehrs im Hamburger Hafen ist 
seit 10 Jahren eingerichtet. Dieser Dienst ist gewachsen und aus¬ 
gebaut worden und der vorliegende Bericht frischt eine persönliche 
Erinnerung an Curschmann’s Vortrag 1901 auf der Hamburger 
Ärzteversammlung über Medizin und Seeverkehr auf. Der Bericht 
enthält zahlreiche Tatsachen von Bedeutung für die Hafenhygienie. Die 
gesetzliche Grundlage derselben bildet die Hafenordnung von 1897. 
Der Hafenarzt ist der „Kreisphysikus zur See“. Für die in deu 
Hafen einlaufenden Schiffe findet eine Vorkontrolle statt; die Stelle 
ist mit einem Desinfektionsgebäude verbunden. Bei den Unter¬ 
suchungen werden Gesundheitsaufseher verwendet. 

Die Bekämpfung der Gefahr der Einschleppung der Pest durch 
infizierte Schiffsratten bildet eine wichtige Aufgabe des hafenärzt¬ 
lichen Dienstes. Die Ratten werden neuerdings durch einen Gas¬ 
apparat getötet. Auswandererschiffe werden vor Antritt der Reise 
besichtigt. Die Kauffahrteischiffe werden geprüft betreffend die Aus¬ 
rüstung mit Hilfsmitteln zur Krankenpflege und die Mitnahme von 
Schiffsärzten. Letztere haben sich dem Hafenarzt vor der Abreise 
vorzustellen, ebenso bei der Ankunft zu melden, auch Tagebuch und 
hygienischen Bericht zu führen. Die Einnahme rohen Elbwassers ist 
verboten; im Hafen sind, wie ein Plan zeigt, zahlreiche Zapfstellen 
für einwandfreies Trinkwasser vorhanden. Der Dienst des Hafen¬ 
arztes ist, wie B. N o c h t berichtet, verbunden mit der Leitung einer 
Krankenabteilung und mit der Leitung des Institutes für Schiffs- und 
Tropenkrankheiten, Schiffsärzte sollen daher einen Kursus an diesem 
Institut durchmachen. Die Anlagen zum Bericht bringen die Ver¬ 
ordnungen über die gesundheitspolizeiliche Überwachung der Schiffe, 


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D. Referate. 


die Schiffsfragebogen, die Desinfektionsordnung, die Ausführungs¬ 
bestimmungen der gesundheitlichen Kontrolle der Seeschiffe, die In¬ 
struktion für die Gesundheitsaufseher, den Inhalt der im Hamburger 
Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten abgehaltenen Kurse und die 
Ausrüstung der Kauffahrteischiffe mit Hilfsmitteln zur Krankenpflege. 

O. Neumann, 


Jahresbericht über die Verwaltung des Medizinalwesens 
der Stadt Frankfurt a. M. 46. Jahrgang. Heraus¬ 
gegeben von dem ärztlichen Verein. Frankfurt a. M. Mahlau 
und Waldschmidt. 267 S. (3,60 M.) 

Auf 1000 Einwohner kamen im Berichtsjahr 10,8 Eheschließungen, 
29,4 Geburten (ohne Totgeborene) und 14,8 Sterbefälle. Die Tot¬ 
geborenen waren 3,05 Proz., die Unehelichen 12,75 Proz. aller Ge¬ 
borenen. Die Höhe der Geburtsziffer zeigt in den einzelnen Stadt¬ 
teilen die gleichen Verschiedenheiten wie im Vorjahr. Die Sterblich¬ 
keit war kleiner als je in den letzten fünfzig Jahren. Von 100000 
Einwohnern starben an Tuberkulose (ohne tuberkulöse Hirnhaut¬ 
entzündung) 227,7, an Pneumonie und Bronchitis 160,6, an Diphtheiie 
12,7, an Typhus 2,3, an Puerperalfieber 1,7, an Krebs 90,0 (Mitte des 
19. Jahrhunderts 58,1). Die Kindersterblichkeit war 14,3 Proz. der 
Lebendgeborenen. Der Bericht über die Tätigkeit der 14 städtischen 
Schulärzte betont, daß sich die bisherige Organisation gut bewährt 
habe, und daß das Verhältnis zu Lehrern, Elternhaus und Hausärzten 
ein ungetrübtes gewesen sei. 

F. Prinzing. 


Bericht über die Gesundheitsverhältnisse und Gesund¬ 
heitsanstalten in Nürnberg. Jahrgang 1902. Heraus¬ 
gegeben vom Verein für öffentliche Gesundheitspflege. 365 S. 

Die Geburtsziffer (einschließlich Totgeborener) betrug im Jahre 
1902 40,3 Promille der Bevölkerung, die Sterblichkeit 20,6. Von 
100 Geborenen waren 4,05 totgeboren und 17,4 unehelich. Von 
10000 Einwohner starben 28,26 an Tuberkulose, 3,98 an Lungen¬ 
entzündung, 8,46 an Bronchitis, 16,11 an anderen entzündlichen 
Krankheiten der Atmungsorgane, 14,98 an Darmkatarrh, 10,62 an 
Brechdurchfall, 13,31 an Kinderatrophie, 12,41 an Lebensschwäche, 
16,14 an Gehirn- und Rückenmarksleiden (3,73 ohne die Kinder des 
1. Lebensjahres), 9.73 an Neubildungen. Die Kindersterblichkeit war 
23,01. Die Zahl der Fälle von epidemischen Krankheiten w r ar im 
Berichtsjahr sehr gering. Beachtung verdienen die Berichte über die 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


217 


Nürnberger Heilstätte Engelthal und über die Ferienkolonien. Neu 
ist im Bericht der erste Teil einer wissenschaftlichen Arbeit Professor 
Rudel’s über die „Grundlagen zur Klimatologie Nürnbergs“. 

F. Prinzing. 


Statistik des Sanitätswesens in den im Reichsrate ver¬ 
tretenen Königreichen und Ländern für das Jahr 
1900. Österreichische Statistik. Band 68. Heft 2. Wien. 
C. Gerold’s Sohn. 251 S. (8,50 Kronen.) 

Der österreichische alljährlich erscheinende Sanitätsbericht be¬ 
steht aus der Einleitung, in welcher zahlreiche Verhältnisziffern be¬ 
rechnet sind, und aus dem großen Tabellenwerke. In letzterem wird 
die Krankenbewegung aller Spitäler, die Zahl der Verflegungstage 
und bei den öffentlichen Krankenhäusern auch der Aufwand hierfür 
mitgeteilt; dieser schwankte in den einzelnen Kronländern zwischen 
2,89 und 1,25 Kronen. Weiter enthält der Bericht die Nachweise 
über die Krankheitsformen in den Spitälern, über die Irrenanstalten, 
über die persönlichen Umstände der neu aufgenommenen, der geheilt 
entlassenen und der gestorbenen Irrsinnigen, über die Gebäranstalten 
und die Findlinge, über die Taubstummen- und Blindeninstitute, über 
die Impfung, die Kurorte usw. Die Syphilis ist die häufigste Er¬ 
krankung in den Spitälern, besonders in Galizien und in der Buko¬ 
wina (hier 18,8 Proz. der Kranken), die Zahl der in den Irren¬ 
anstalten Behandelten ist seit 1898 um 9,1 Proz. gestiegen, trotzdem 
sind noch 42,5 Proz. der Irren der Privatpflege überlassen. Die 
Prozentzahl der Kinder, die der Impfung entzogen werden, zeigt seit 
einigen Jahren eine Zunahme (von 24,5 Proz. im Jahre 1896 auf 
29,3 Proz. im Jahre 1900). Die relativ größte Zahl von Impfrenitenten 
haben Galizien, Dalmatien, Görz, Gradiska und Salzburg. 

F. Prlnzlng. 


PelCf J. f Bericht über die sanitären Verhältnisse und Einrichtungen 
des Königreichs Böhmen in den Jahren 1899 — 1901. Prag. 
Verlag der kaiserlich-königlichen Statthalterei. 367 S. und 
Tabellenwerk. 

Trotz der politischen Kämpfe, die sich zurzeit in Böhmen ab¬ 
spielen, macht die allgemeine Gesundheitspflege gute Fortschritte, wie 
sich dies aus dem vorliegenden Bericht ergibt, der vom Landes¬ 
sanitätsreferenten J. Pelc unter Mitwirkung mehrerer Ärzte bearbeitet 
ist. Auf eine kurze Übersicht über die Witterungs- und allgemeinen 
Gesundheitsverhältnisse folgen die Abschnitte über Todesursachen und 


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D. Referate. 


akute Infektionskrankheiten, über Humanitätsanstalten, über Brest¬ 
hafte und Findlinge, über Impfung, öffentliche Gesundheitspflege und 
Veterinärmedizin. Aus dem reichen Inhalt können wir nur einiges 
hervorheben. Die allgemeine Sterblichkeit ist von 28,9 Promille in den 
Jahren 1881—1890 auf 24.2 in den Jahren 1899—1901 zurückgegangen, 
besonders haben die Sterbefalle an akuten Infektionskrankheiten ab¬ 
genommen (von 5,59 auf 2,03 Promille). Der Prozentsatz der Totge¬ 
borenen ist von 2,98 (1881—1890) auf 3,32 gestiegen, anscheinend 
deshalb, weil mehr lebensunfähige Früchte (Fehlgeburten) angezeigt 
werden. Sehr viele Totgeburten finden sich in den nördlichen Industrie¬ 
bezirken; es werden Fabrikarbeit bis zum Ende der Schwangerschaft, 
frühzeitiger geschlechtlicher Umgang, rhachitisches Becken u. a. an¬ 
geschuldigt. Besonders das letztere scheint in den Bezirken Reichen¬ 
berg und Friedland, welche beide die höchste Totgeburtenquote haben, 
sehr häufig zu sein. Eine bedauerliche Erscheinung ist der Rück¬ 
gang der Impfungen, wie in dem von Altschul bearbeiteten Bericht 
über diese ausgeführt ist. Während 1892 nur 13,46 Proz. der impf¬ 
bedürftigen, nicht schulpflichtigen Kinder ungeimpft blieben, war dies 
1901 bei 25,55 Proz. der Fall. Die meisten Impfrenitenten finden 
sieb in den Industriebezirken Nordböhmens, wo für das Naturheil¬ 
verfahren eine „zügellose Agitation“ entfaltet wird. Von Interesse 
ist der von W e 1 e m i n s k y und Kalmus bearbeitete Abschnitt 
über die Verbreitung des Alkoholismus in Böhmen. Wie in dem 
vorigen Bericht, so wurden auch diesmal die Krankheitsverhältnisse 
der Mitglieder der böhmischen Krankenkassen bearbeitet, zugleich 
ist ein Versuch gemacht, den Boden für eine verläßliche Statistik der 
Erkrankungen bei verschiedenen Berufsarten zu gewinnen. 

F. Prinz Ing. 


Das Sanitätswesen in Bosnien und der Hevzefjoivina 
1878 — 1901. Herausgegeben von der Landesregierung für 
Bosnien und die Herzegowina. Sarajevo. Landesdruckerei. 
437 S. (5,00 M.) 

Als im Jahre 1878 Bosnien und die Herzegowina in österreichische 
Oberhoheit übergingen, herrschten dort trostlose sanitäre Verhältnisse 
und Epidemien aller Art, namentlich die Blattern forderten alljährlich 
zahlreiche Opfer. Die nene Landesverwaltung wandte sich daher mit 
großer Energie der Organisation des öffentlichen Sanitätsdienstes zu, 
und man muß ihr das uneingeschränkte Lob erteilen, daß sie in der 
verhältnismäßig kurzen Zeit von 24 Jahren ungemein viel geleistet 
hat; sie hat damit zur Kultivierung dieser von Natur reich begabten 
Länder sehr beigetragen. Im Jahre 1878 gab es außer den wenigen 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


219 


türkischen Militärärzten nur fünf Ärzte im Lande, im Jahre 1901 
waren 114 Doktoren der Medizin dort ansässig. Da die Bevölkerung 
aus Mohammedanern, Griechisch-Orthodoxen, katholischen Christen und 
Juden besteht, so ergaben sich viele Besonderheiten bezüglich der 
Natalität und Sterblichkeit. Die allgemeine Leichenschau ließ sich 
bis jetzt noch nicht durchführen, teils wegen des Mangels an Ärzten 
und anderen hierzu geeigneten Personen, teils wegen der großen Ab¬ 
neigung der Mohammedaner gegen diese Institution. Energisch wurde 
der Kampf gegen die Blattern aufgenommen, durch zahlreiche Not- 
und Gemeindeimpfungen, denen sich mit der Zeit auch die Mohamme¬ 
daner unterwarfen, als sie sich von der Schutzkraft der Impfung 
überzeugten. Flecktyphus wird selten beobachtet, Ruhr und Malaria 
sind ziemlich häufig, ebenso Tuberkulose und Syphilis. Leprakranke 
waren 1901 214 bekannt. Eingehend wird über die Spitäler be¬ 
richtet, deren Zahl von 6 im Jahre 1883 auf 24 gestiegen ist. 

F. Prinzing. 

Mosny, La Protection de ta Santo publique. Paris. J. B. Bailiiere 
et fils. 93 S. (1,50 Fr.) 

Das französische Gesundheitsgesetz vom 15. Februar 1902 (loi 
relative ä la protection de la sante publique) ist das Ergebnis lang¬ 
jähriger, schon 1884 begonnener Beratungen. Der Verfasser unter¬ 
zieht das Gesetz vom Standpunkt der sozialen Hygiene einer 
eingehenden Kritik. In den Gemeinden ist die Ausführung dem Maire 
übertragen, der eine Gemeindesanitätsordnung zu erlassen hat; in den 
Städten mit mehr als 20000 Einwohnern und in den Badeorten (mit 
Ausnahme der Seebäder) ist ein technischer Beirat aufzustellen, der 
ihm untergeordnet ist. Die Präfekten haben in ihrem Departement 
die Tätigkeit der Bürgermeister zu überwachen; die Gemeinden mit 
weniger als 20000 Einwohnern sind ihnen direkt unterstellt; in jedem 
Departement besteht ein Conseil general, der in besonderen Fällen für 
die Beschaffung der Mittel zu sorgen hat, und ein technischer Beirat 
(der Departementsgesundheitsrat und die Bezirksgesundheitskommis¬ 
sionen). An der Spitze des Ganzen steht der Minister des Innern und 
das Comite consultatif d’Hygiene publique de France; das letztere hat 
jedoch mit dem deutschen Gesundheitsamt keine Ähnlichkeit und tritt 
nur auf Wunsch des Ministers zusammen. Der beste Teil des Ge¬ 
setzes ist nach Mosny der der Wohnungshygiene. Impfung (im 
1. Jahr) und zweimalige Wiederimpfung (im 11. und 21. Jahr) wird 
durch das Gesetz obligatorisch gemacht, für einen Teil der Infektions¬ 
krankheiten ist Anzeigepflicht und Desinfektion obligatorisch, für den 
anderen fakultativ. Übertrifft die Sterbeziffer in einer Gemeinde während 
drei aufeinanderfolgender Jahre die mittlere Sterbeziffer Frankreichs, 


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220 


P. Referate. 


so ist eine Untersuchung über die sanitären Zustände dieser Ge¬ 
meinde anzustellen. Die Schwächen des Gesetzes sind, daß die Aus¬ 
führung fast nur in die Hände der Maires und Präfekten gelegt ist, 
die ihre Popularität unter keinen Umständen aufs Spiel setzen werden, 
daß kein Aufsichts- und Kontrolldienst vorgesehen wurde, und daß 
die Gesundheitsbeiräte keine Bezahlung für ihre Tätigkeit erhalten. 

F. Prinzing. 


Medieinalstyreiset is underduniga berättelse für dr 1901. 
Bericht der Medizinalverwaltung für 1901. Bidrag tili 
Sveriges officiella Statistik. K. I. Stockholm. 58 u. LXII S. 

Die schwedische Statistik wird in schwedischer Sprache ver¬ 
öffentlicht; die Inhaltsangaben der Kapitel und die Köpfe der Tabellen 
Anden sich zugleich in französischer Sprache. Das vorliegende Heft 
enthält Mitteilungen über die gesundheitspolizeiliche Tätigkeit in den 
Städten, über das Impfwesen, über die Sterblichkeit in den größten 
Städten, über die Tätigkeit der Medizinalverwaltung, über das Militär¬ 
sanitätswesen, über die Zivilkrankenhäuser, über die Kurorte, über 
gerichtliche und Veterinärmedizin, über Apotheken, Hebammen und 
Zahnärzte und über Heilgymnastik. Die Zahl der in den heilgymnasti¬ 
schen Instituten Behandelten war 2823 im Berichtsjahr. In dem 
Tabellenwerk ist die Statistik der Sterbefälle in den Städten hervor¬ 
zuheben, die nach 53 Todesursachen, nach Geschlecht und Alters¬ 
jahren, ferner nach Monaten mitgeteilt sind; dabei ist zu bemerken, 
daß alle Todesfälle in den Städten von Ärzten bezeugt sind. Ferner 
sind zu nennen die Tabellen über die gemeldeten Infektionskrankheiten 
(nach Monaten) und über die Zahlen des Heil Personals. Es waren 
1901 in ganz Schweden 1395 Ärzte, 2793 Hebammen, 324 Tierärzte 
und 326 Apotheken. 

F. Prituing. 


Medicinalstgrelsens und erd an U/n berättelse angäende 
Sinnessjukvärden i riket für dr 1901. Statistik der 
Irrenanstalten. Bidrag tili Sveriges ofüciella Statistik. K. IL 
Stockholm. 69 S. 

Es wird eine allgemeine Übersicht über die Irrenanstalten, über 
den Dienst in denselben und über die Zahl der Verpflegten gegeben. 
Im Jahre 1901 war die Zahl der Geisteskranken im ganzen König¬ 
reich 9582 (4793 männliche und 4789 weibliche) und die der Idioten 
7685 (4240 männliche, 3445 weibliche). Der Zugang in die Irren¬ 
anstalten war 1698 (857 männliche, 841 weibliche), entlassen wurden 
436 (davon geheilt 261), gestorben sind 228, es verblieben in den An- 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


221 


stalten am 31. Dezember 1901 4890 Kranke. Der Zugang an Paralyse 
war 55 (= 3,1 Proz. des Zugangs); es ist jedoch die Einteilung der 
Geisteskrankheiten eine ganz andere als in Deutschland, so daß sich 
keine Vergleiche anstellen lassen. Chronischer Alkoholismus war bei 84 
(= 5 Proz.) des Zugangs als Ursache angegeben, bei 172 (= 10,1 Proz.) 
■war Alkoholismus einer der Eltern vorhanden. Unter den 228 Todes¬ 
fällen ist bei 61 (= 26,8 Proz. der Gestorbenen) Tuberkulose, bei 46 
(= 20,2 Proz.) Lungenentzündung verzeichnet. Eine größere Anzahl 
gerichtlicher psychiatrischer Gutachten beschließen den Bericht. 

F. Prinzing. 


Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Volks¬ 
bäder. II. Band. 1. und 2. Heft. Berlin. August Hirsch¬ 
wald. 270 S. (ä 1,60 M.) 

„Die durch 0. Lassar ins Leben gerufene Deutsche Gesellschaft 
für Volksbäder wurde seinerzeit gegründet, um dem Mißstand, daß 
es der Bevölkerung an ausreichender Badegelegenheit fehlte, zu be¬ 
gegnen.“ Jedem Deutschen wöchentlich ein Bad, ist das Motto des 
Vereins. Die Veröffentlichungen des Vereins bieten eine Fülle 
interessanten Materials; es stehen Fragen technischer, hygienischer 
und wirtschaftlicher Art zur Besprechung. Auf der letzten, in Danzig 
abgehaltenen Hauptversammlung des Vereins wurde die prinzipielle 
Frage erörtert, inwieweit Hallenschwimmbäder als Volksbäder zu 
empfehlen sind. Die beiden Referenten bejahten die Frage und be¬ 
gründeten ihren Standpunkt folgendermaßen: „Das Volk wird, selbst 
wenn Schwimmbäder teurer sind als Brausebäder, die ersteren seiner 
Annehmlichkeit wegen stets vorziehen. Dies haben die in derartigen 
Anstalten gemachten Erfahrungen gelehrt. Die gemeinschaftlichen 
Bäder werden den Einzelbädern vorgezogen, weil sie in bezug auf 
den geselligen Verkehr, welcher in Wasserspielen, turnerischen 
Übungen und ähnlichen Zerstreuungen besteht, einen größeren Reiz 
gewähren. Hierbei ist ganz besonders auf die Jugend Rücksicht 
zu nehmen, muß doch bei ihr, um das Volk zum Baden zu erziehen, 
damit begonnen werden.“ Es kommt noch der Gesichtspunkt hinzu, 
daß sich Hallenschwimmbäder wegen des stehenden ruhigen Wassers 
und ihrer Unabhängigkeit von der Jahreszeit zum Schwimmunterricht 
ganz besonders eignen. So einleuchtend nun auch die Vorzüge des 
Hallenschwimmbades vor den Brausebädern sind, so werden sie sich 
des Kostenpunktes wegen doch nicht überall einführen lassen. Kom¬ 
munen, denen größere Geldmittel fehlen, ist das Brausebad als Volks¬ 
bad noch immer an erster Stelle zu empfehlen. 

* B. Spiet hoff. 


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D. Referate 


Marhuse, *T, f Bäder und Badewesen in Vergangenheit und Gegen wart. 

F. Enke. Stuttgart. 167 S. (5,00 M.) 

Die Reinlichkeit ist einer der wichtigsten Faktoren für die indi¬ 
viduelle wie soziale Hygiene; öffentliche wie private Gesundheits¬ 
pflege stehen aber in den engsten Wechselbeziehungen. In den letzten 
Dezennien ist ein gewaltiger Aufwand im Interesse der öffentlichen 
sanitären Einrichtungen gemacht worden; in grellem Widerspruche da¬ 
zu steht das Schneckentempo, in dem die elementarsten Forderungen 
der Individualhygiene, trotz der wirtschaftlichen Hebung der großen 
sozialen Klassen, allgemeines Bürgerrecht erwerben. Neuerdings hat 
sich jedoch, nicht zum mindesten dank der rührigen Propaganda des 
Vereins für öffentliche Volksbäder, eine Aussicht auf eine bessere 
Zukunft in dieser Hinsicht eröffnet. Als eines der besten Mittel für 
die Reinlichkeit hat sich noch stets das Wasser in seinen mannig¬ 
fachen Anwendungsformen, besonders aber als Bad erwiesen, und des¬ 
halb ist das Einsetzen der Reform gerade in diesem Punkt besonders 
zu begrüßen. Wollen wir die heutige Bewegung im öffentlichen Bade¬ 
wesen vollauf verstehen, so müssen wir auch hier den entwicklungs¬ 
geschichtlichen AVeg beschreiten, d. h. Gegenwart und Vergangenheit 
mit den Mitteln der Geschichte verbinden. Diese Aufgabe versucht 
M a r k u s e zu lösen; über seinem reichen historischen Material be¬ 
hält er stets die Fragen von allgemeinerer Bedeutung, besonders die 
sozialen, im Auge. Der kurze folgende historische Überblick lehnt 
sich eng an die Schilderungen des Autors an. Die Spuren der Bäder 
findet man schon bei den Völkern in der entferntesten Vorzeit; bei 
den althistorischen Völkern wurde das Bad, wie überhaupt die Rein¬ 
lichkeit, bekanntlich wesentlich durch Religionsgesetze eingebürgert. 
Griechen und Römer vereinigten dann später das Bad mit körper¬ 
lichen Übungen anderer Art. In beiden Staaten kannte man öffent¬ 
liche Badeanstalten für die ärmeren Volksklassen, ja in Rom sollen 
zur Zeit, als Konstantin seine Residenz nach Byzanz verlegte, 856 
derartige unentgeltlich zu benutzende Anstalten existiert haben. Den 
Höhepunkt im Altertum erreichte das Badewesen unter den römischen 
Kaisern. Der tägliche Wasserverbrauch Roms allein für seine Thermen 
und kleinen Bäder betrug damals 750 Millionen Liter, eine stattliche 
Zahl, wenn man daneben die Werte für Berlin vergleicht. Der täg¬ 
liche Gesamtwasserverbrauch dieser Stadt mit fast 2 Millionen Ein¬ 
wohnern betrug im Betriebsjahre 1902 3 150 Millionen Liter, also den 
5. Teil von dem Konsum der Bäder Roms mit höchstens 800 000 Ein¬ 
wohnern. Daß die Zahl für den Wasserverbrauch Roms richtig ist, 
muß ganz allgemein bezweifelt werden, wie denn die moderne 
historische Forschung auf allen Gebieten zu erheblichen Reduktionen 
der uns vom Altertum überlieferten Zahleuangaben geführt hat. — 
Auch im Mittelalter fand das Bad in seinen verschiedenen Formen 


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VIII. Öffentliche Gesundheitspflege. 


223 


mehr und mehr Anklang, so daß man in Deutschland im 16. Jahr¬ 
hundert „sowohl in jedem einigermaßen behaglich eingerichteten 
städtischen Bürgerhause wie auf jedem größeren Bauernhof eigene 
Badestiiblein finden“ konnte. Die öffentlichen Bäder nahmen die Rolle 
unserer heutigen Wirtshäuser ein, unserem „Trinkgeld“ entspricht 
das damalige „Badegeld“. Ein ziemlich jähes Ende, vorzüglich der 
öffentlichen Bäder, wurde durch das Eindringen der Syphilis gegen 
Ausgang des 15. Jahrhunderts herbeigefiihrt. ln der Neuzeit ging 
die erste Anregung zur Gründung öffentlicher Bäder von England 
aus, dem klassischen Lande der Gesundheitspflege und des Sports. 
„Heute entbehrt keine englische Stadt eines Winterschwimmbades, und 
in allen Volksschulen ist der Schwimmunterricht obligatorisch.“ Einer 
sehr gesunden, praktischen Idee entspringt die auch wieder in London 
zum erstenmale durchgeführte Vereinigung einer Badeanstalt mit 
einer öffentlichen Lesehalle, wodurch, abgesehen von allen anderen 
Vorzügen, die namentlich im Winter bestehende Erkältungsgefahr 
nach einem Bade wesentlich vermindert wird. Von deutschen Städten 
darf sich Magdeburg rühmen, diesem englischen Beispiel zuerst und 
bis jetzt leider allein gefolgt zu sein. Zum Schluß entwirft der Ver¬ 
fasser ein Bild von dem augenblicklichen Stande des öffentlichen 
Bäderwesens in Deutschland. 

11. Spiethoff. 


Säumer, E., Die Geschuhte des Budeicesens. Erschienen in den 
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin. Breslau. J. U. Kern. 
79 S. (3,00 M.) 

Verfasser schildert uns in 4 Teilen die Geschichte des Bade¬ 
wesens; I. Teil Badewesen des Altertums; II. Teil Badewesen des 
Mittelalters; III. Teil Badewesen der Orientalen, Finnen, Russen und 
Japaner; IV. Teil Badewesen der Neuzeit. Ein Verzeichnis der be¬ 
nutzten Literatur beschließt das Werk. Die interessant geschriebene 
Abhandlung hält sich in dem Rahmen einer gewissenhaften Geschichts¬ 
schreibung und bietet gleiche Vorzüge wie die übrigen neueren Bücher 
über dasselbe Thema. 

B. Spiethoff 


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224 


D. Referate. 


IX. 

Entartungstheorie, Konstitutionspatliologie und 
Sexuelle Hygiene. 

Schallmeyet't W., Vererbung und Auslese im Lebenslauf der Völker. 
Eine staatswissenschaftliche Studie auf Grund der neueren 
Biologie. Aus „Natur und Staat, Beiträge zur naturwissen¬ 
schaftlichen Gesellschaftslehre“, eine Sammlung von Preis¬ 
schriften, herausgegeben von H. E. Ziegler, J. Conrad 
und E. Hä ekel. Mit dem eisten Preise ausgezeichnete 
Schrift. 386 S. Jena. Gustav Fischer. (6,00 M.) 

Schon im Jahre 1891 hat W. Schallmeyer mit programmatischer 
Kürze in einer kleinen Schrift „Über die drohende körperliche Ent¬ 
artung der Kulturmenschheit“ als erster in Deutschland das Ent¬ 
artungsproblem gestellt und kurz die Richtung gewiesen, in der vor¬ 
zugehen sei, wenn man diese Frage einer Lösung näher bringen 
wolle. Leider hat jene Schrift damals nicht die verdiente Beachtung 
seitens der ärztlichen Welt gefunden, einmal weil sie mit der unzeit¬ 
gemäßen und unpopulären Forderung der Verstaatlichung des ärzt¬ 
lichen Standes belastet w r ar, sodann aber auch weil in der Zeit ihres 
Erscheinens die besten Geister der medizinischen Welt von der 
hygienischen Verwertbarkeit der bakteriologischen Erkenntnisse 
geradezu kaptiviert waren. Es ist deshalb mit Freude zu begrüßen, 
daß Schallmeyer jetzt mit einem umfassenden Werke an die 
Öffentlichkeit tritt, das zwar nicht in erster Linie die körperliche 
Entartung behandelt, aber doch jede sich darbietende Gelegenheit 
wahrnimmt, dieses Thema zu erörtern. Der Hauptzweck des Buches 
ist, zu untersuchen, was uns die Deszendenztheorie für die inner¬ 
politische Entwicklung und Gesetzgebung der Staaten lehren kann. 
In 13 Kapiteln erörtert der Verfasser 1. die Deszendenztheorie, 2. den 
Vererbungsvorgang, 3. die Weis mau n’ sehe Kernplasma- und Ver¬ 
erbungstheorie, 4. die erblichen Anlagen des Menschen, 5. die Mög¬ 
lichkeit und die Richtung erblicher Fort- und Rückschritte beim 
Menschen und ihre spezielle Richtung, 6. die Unterschiede zwischen 
unserer und tieferen Kulturstufen hinsichtlich der erblichen Entwick¬ 
lung, 7. die Physiologie und Geschichte der generativen Völkerent¬ 
wicklung, 8. die Übertragung des Selektionsgedankens auf nicht ver¬ 
erbbare und nur traditionsfähige Errungenschaften, 9. das Ziel der 
innerpolitischen Entwicklung, 10. das Wertverhältnis der Vererbung 
und Tradition und ihre Fortschrittsgeschwindigkeiten, 11. die mög¬ 
liche und ersprießliche Fortschrittsgeschwindigkeit der Gesetzgebung 
und der staatlichen Einrichtungen, 12. die Reformbedürfnisse, die sich 


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IX. Entartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene. 225 


auf den einzelnen Gebieten der inneren Politik vom Gesichtspunkte 
der Ausrüstung zum Daseinskampf ergeben, und 13. die politischen 
Parteien. 

Besonders rühmenswert ist die Sorgfalt, mit der Schallmeyer 
die gesicherten Ergebnisse von den zahlreichen sich daran an¬ 
schließenden, geistvollen aber doch hypothetischen Schlußfolgerungen 
getrennt hält und der Versuchung zu verfrühter Generalisation besser 
zu widerstehen weiß, als andere Autoren, die über das schwierige und 
verfängliche Thema der Beziehungen der Deszendenztheorie zu der 
politischen Entwicklung und Gesetzgebung der Staaten gearbeitet 
haben. 

A. Grotjahn. 


JPloetz, A; Der Alkohol im Lebensprozeß der Rasse. Mit einer Ein¬ 
leitung über den Begriff der Basse. Separatabdruck aus der 
Deutschen Warte. Juniheft. 

Bezüglich des Verhaltens der Menschen zum Genuß und Mi߬ 
brauch geistiger Getränke unterscheidet der Verfasser: 1. den un¬ 
schädlichen Genuß, bei dem so geringe Mengen in so langen 
Zwischenräumen getrunken werden, daß die Wirkung stets völlig 
wieder ausgeglichen und der Körper ad integrum restituiert 
wird; 2. den ganz mäßigen Genuß, bei dem infolge der größeren 
aufgenommenen Menge oder des geringeren Zwischenraumes zwischen 
den aufeinander folgenden Genußakten die Regulationsmechanismen 
des Körpers nicht mehr ausreichen, um die völlige Wiederherstellung 
der geistigen und körperlichen Funktionen zu bewirken, jedoch die 
Keimzellen noch nicht jenseits ihrer Regulationskräfte affiziert werden; 

3. den mittelmäßigen Genuß, bei dem Quanta und Zwischen¬ 
räume so beschaffen sind, daß neben der höheren Schädigung des 
Körpers und Geistes nun auch noch eine Schädigung der Keimzellen 
beginnt und die Qualität des Nachwuchses leidet, jedoch die Beein¬ 
trächtigung der Vorgänge der Fortpflanzung noch nicht so schwer 
ist, um auch die Rate der Fortpflanzung nachweisbar zu vermindern; 

4. den übermäßigen Genuß, bei dem die genossenen Mengen so 
sehr gestiegen sind, bzw. die Wiederholungen des Genusses sich so 
rasch folgen, daß die Schädigungen von Körper, Geist, Keimzellen 
und Nachwuchs die höchsten Grade erreichen, und nun auch noch 
die Rate der Fortpflanzung in allen Abstufungen bis zum völligen 
Erlöschen der Zeugungsfähigkeit leidet. Auf Grund dieser An¬ 
schauungen, die er durch zahlreiche Daten der Vererbungsstatistik 
und der medizinischen Stammbaumforschung erhärtet, kommt Ploetz 
zu dem Schluß, daß für die Prophylaxe körperlicher Entartung die 
Bekämpfung der oben an dritter Stelle genannte mittelmäßige Genuß 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 15 


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226 


D. Referate. 


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noch wichtiger sei als die des exzessiven Trinkens. Als Minimal¬ 
forderung gibt er an, „daß die Menschen, die mit der Möglichkeit 
einer Befruchtung zu rechnen haben, sich des Alkohols außer in den 
mäßigsten Mengen enthalten sollen, ebenso natürlich schwangere und 
stillende Frauen.“ 

A. Grotjahn, 


Orchansky, J. f Die Vererbung im gesunden und krankhaften Zustande 
und die Entstehung des Geschlechts beim Menschen. Mit 41 Ab¬ 
bildungen. Stuttgart. Enke. 347 S. (9,00 M.) 

Im ersten Teile des Buches ist eine Übersicht über die älteren, so 
zahlreichen und sich widersprechenden Vererbungstheorien gegeben. 
Seinen eigenen Beobachtungen über Vererbung hat Orchansky 
die Trennung der Ehen in zwei Typen, je nachdem das erste Kind 
ein Knabe oder ein Mädchen ist, zugrunde gelegt Daß beim ersten 
Typus vorwiegend Knaben, beim zweiten vorwiegend Mädchen er¬ 
scheinen, hat er an seinem 8000 Familien umfassenden Material er¬ 
wiesen; denn es kamen bei 

beim I. Typus beim II. Typus 

Familien aus dem Gothasehen Almanach 123 Kn. : 100 Mädch. 153 Mädch. : 100 Kn. 

Deutschen Kolonistenfamilien 125 Kn. : 100 Mädch. 170 Mädch. : 100 Kn. 

Jndenfamilien 134 Kn. : 100 Mädch. 130 Mädch. : 100 Kn. 

Russischen Stadtbewohnern 134 Kn. : 100 Mädch. 128 Mädch. : 100 Kn. 

Russischen Bauern 127 Kn. : 100 Mädch. 124 Mädch. : 100 Kn. 

Diese Tatsachen sind gewiß sehr interessant. Daraus nun aber 
den Schluß zu ziehen, daß auch in allen übrigen Einzelheiten der 
Vererbung die beiden Typen sich getrennt verhalten, dürfte doch eine 
gewagte Generalisation sein. Wenigstens scheint der Verfasser da¬ 
durch, daß er diese beiden Typen immer wieder verfolgt, weiterhin 
jede Unbefangenheit in der Deutung der Vererbungsstatistik eingebüßt 
zu haben. 

Ferner stellte Orchansky umfassende Messungen an Skeletten 
von Neugeborenen an und fand, daß die Skeletteile ihr Minimum 
hatten bei Kindern junger Mütter von 17—20 Jahren (z. B. Länge 
der Knaben 47, der Mädchen 46 cm). Dann steigen die Maße bis 
zum Maximum von 50,5 bei Knaben und 49 bei Mädchen, wenn die 
Mutter 27—30 Jahre alt ist. Nach dem 36. Lebensjahre der Mutter 
sinken sie wieder herab. Bezüglich der Vererbung pathologischer 
Zustände glaubt Orchansky gefunden zu haben, daß sie im allge¬ 
meinen die ersten Kinder stärker trifft, als die folgenden. Als Resultat 
seiner Untersuchungen führt 0rchansky folgende Sätze an, die wir 
im Wortlaut wiedergeben, ohne daß wir zugeben können, daß die im. 


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IX. Entartungstheorie, Konstitutiouspathologie und Sexuelle Hygiene. 227 


Buche mitgeteilten Beobachtungen in zwingender Weise ihre Allgemein¬ 
gültigkeit dartun: 

1. Die Vererbungstendenzen haben beim Vater und bei der 
Mutter einen spezifischen Charakter, entsprechend der speziellen bio¬ 
logischen Natur beider Keimzellen — der männlichen und der weib¬ 
lichen. 

2. Der erbliche Einfluß der Eltern auf die Entstehung des Ge¬ 
schlechts, der Ausbildung des Skeletts und auf das Übertragen von 
Krankheiten bei den Kindern entwickelt sich in derselben, oder 
wenigstens in analoger Richtung und sind diese drei Grundformen 
der Vererbung denselben Gesetzen unterworfen. 

3. Die Macht und die Art der Wirkung bei der Vererbung bleibt 
für jedes Individuum während seines ganzen Lebens keine konstante 
Größe, sondern sie macht eine Evolution durch und die Phasen dieser 
Evolution entsprechen im großen ganzen dem Gang der gesamten in¬ 
dividuellen biologischen Evolution des Organismus. 

5. Damit ist eine Grundlage geschaffen für die Annahme, daß die 
im Organismus der Eltern eingeschalteten Keimzellen nicht als kon¬ 
stante und biologisch unveränderliche Elemente betrachtet werden 
können, sondern daß dieselben während des Lebens ihrerseits auch 
eine, wenn auch nur latente Evolution durchmachen. 

C. Lombroso leitet das Buch mit einer Vorrede ein, die alle 
Schwächen dieses geistreichen Phantasten in Reinkultur aufzeigt. 

A. Groljahn. 


Dierhs, W. f Von der Vererbung und ihrer Bedeutung für die Pädagogik. 
Pädagogische Abhandlungen. Neue Folge. Herausgegeben 
von W. Bartholomäus. IX. Band. Heft 2. 19. S. Biele¬ 
feld. A. Helmich. (0,50 M.) 

Gestützt auf das Werk des Neu-Darwinianers A. Weis mann: 
„Aufsätze über Vererbung und verwandte biologische Fragen“, er¬ 
örtert Verfasser einleitend die verschiedenen Ansichten über Ver¬ 
erbung von Stammes- und erworbenen Eigenschaften und bespricht 
dann die physiologischen Vorgänge bei der Zeugung und die Hypothesen 
Weismanns über materielle Träger der Vererbung in besonderen 
Formelementen der Keimzellen. Am Schlüsse kommt er dann zu der 
Frage, ob diese Vererbungstheorien auch vielleicht für die Pädagogik, 
insbesondere die individuelle Erziehung nutzbar gemacht werden 
könnten. Auf die ausführlichen Darlegungen des Verfassers über be¬ 
kannte und andere noch sehr umstrittene Fragen näher einzugehen, 
würde hier zu weit führen. Der Aufsatz bezweckt offenbar, die 
Lehrer über alle die verschiedenen Hypothesen und Streitfragen in 
betreff der Vererbung und den Einfluß der letzteren auf den Charakter 

15 * 


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D. Referate. 


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des Individuums zu unteiTichten und damit als Anregung zum Selbst¬ 
beobachten zu dienen. Dazu ist er auch wohl geeignet. 

P. HÜl8. 


Gruber, M., Führt die Hygiene zur Entartung -der Basse? Separat¬ 
abdruck aus der Münchener medizinischen Wochenschrift. 
Moritz. Stuttgart. 35 S. (0,75 M.) 

Nach der Lektüre des Aufsatzes, der die Erweiterung eines auf 
der Generalversammlung des Deutschen Vereins für Volkshygiene in 
Dresden am 31. Juli 1903 gehaltenen Vortrages darstellt, hat man den 
Eindruck, daß der um die hygienische Forschung hochverdiente Ver¬ 
fasser zunächst sich ein Gespenst an die Wand gemalt hat, auf das 
er dann seine polemischen Pfeile abschießt. Die Ärzte und Hygieniker, 
die, sei es im Anschluß an die Daten der Medizinalstatistik, sei es von 
der Zuchtwahllehre Darwins aus Stellung zum Entartungsproblem 
nahmen, haben an keiner Stelle mit der Schärfe, die Gruber ihnen 
unterstellt, gegen umfassende hygienische Maßnahmen als degenerativ 
wirkend frondiert. Sie haben nur in wohlbegründeter Weise darauf 
aufmerksam gemacht, daß die Erhaltung der Schwächlinge und 
Minderwertigen, die dank der Verallgemeinerung der Hygiene heute 
uns in größerem Umfange gelingt als früher, doch auch Übelstände 
für die Zukunft der körperlichen Tüchtigkeit unserer Deszendenten 
mit sich führen könne und haben geraten, deshalb nicht etwa die 
Hygiene fallen zu lassen, sondern sie doch nach der Seite der Rück¬ 
sichtnahme auf die Nachkommen fortzubilden. Der Polemik des Ver¬ 
fassers im einzelnen zu begegnen, erübrigt sich, da Gruber keine 
Publikationen und keine Autoren namentlich anführt. Jedenfalls: die 
ganze Richtung paßt ihm nicht. Das wird diese Richtung nicht hindern, 
immer wieder sich zur Geltung zu bringen, nicht aus Animosität gegen 
die Hygiene, sondern gerade weil sie einer weitsichtigen Hygiene da¬ 
mit zu dienen glaubt. 

A. Grotjahn. 


Kruse, 11 ., Entartung. Separatabdruck aus der Zeitschrift für Sozial¬ 
wissenschaft. Band 6. Heft 6 und 7. 

Entartung und kein Ende! ruft der Verfasser in einem ganz un¬ 
gerechtfertigten Zorne über die Pessimisten, denen trotz aller hygie¬ 
nischen Errungenschaften der an der physischen Beschaffenheit der 
Kulturmenschheit gemessene Gesamteffekt wegen der eher zu- als ab¬ 
nehmenden körperlichen Minderwertigkeit nicht gefallen will. Er ist 
der optimistischen Ansicht, für die er uns aber einen zwingenden Be- 


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IX. Entartnngstheorie, Konstitutiouspathologie lind Sexuelle Hygiene. 229 

weis schuldig bleibt, daß „der Degeneration unmittelbar auf dem 
Fuße die Regeneration folge und zwar, ohne daß man etwa durch 
künstliche Mittel die ,Zucht* beförderte“. Kruse stellt dann alle 
Daten aus der Mortalitäts- und Morbiditätsstatistik zusammen, die 
dafür sprechen, daß die körperliche Beschaffenheit der jetzigen Kultur¬ 
menschheit gegen früher sich eher gehoben als verschlechtert habe. 
Das aber wird er doch auch nicht leugnen können, daß innerhalb eines 
jeden Kulturvolkes degenerative Tendenzen bezüglich der körperlichen 
Beschaffenheit der Bevölkerung ihr Wesen treiben und es gerade von 
Vorteil wäre, wenn die hygienische Wissenschaft den ersten Anfängen 
dieser degenerativen Faktoren ihr Augenmerk zuwenden würde, ehe 
diese wie z. B. bei unseren westlichen Nachbarn eine Kraft erlangt 
haben, die jeder Abhilfe spottet. Ein bißchen Pessimismus würde hier 
gar nicht schaden, solange nicht einwurfsfrei festgestellt ist daß die 
Zahl der zum Militärdienst untüchtigen Männer, der zum Stillungs- 
geschäft unfähigen Frauen und der mit Fehlern behafteten Kinder in 
stetiger Abnahme begriffen ist. Diesen Beweis hat auch Kruse in 
der vorliegenden Arbeit nicht führen können. 

A. Urotjahn. 


K ill er t A. JV., Statistische Beiträge zur Beleuchtung der ehelichen 

Fruchtbarkeit. Erster und zweiter Abschnitt. Ohristiania. 

In Kommission bei J. Dybwad. 164 S. 

Der erste Abschnitt gibt eine allgemeine Übersicht über das vor¬ 
handene statistische Material. Der zweite Abschnitt befaßt sich mit 
der Statistik der kinderlosen Ehen. Diese ist noch ungemein wenig 
entwickelt und es ist daher ein erwünschtes Unternehmen des be¬ 
kannten Direktors des norwegischen, statistischen Bureaus, die bisher 
gemachten Angaben über kinderlose Ehen in einer Spezialarbeit zu 
vereinigen. K i a e r konnte sich dabei zugleich auf eigene Aufnahmen 
stützen, die sich auf 17563 Familien Norwegens erstrecken (5,24 Proz. 
der Gesamtzahl). Aus den Untersuchungen Kiaers geht hervor, daß 
die örtlichen Unterschiede der Häufigkeit der kinderlosen Ehen doch 
viel größer sind, als man bisher allgemein angenommen hat. Denn 
bei einer Ehedauer von mehr als 25 Jahren war ihr Prozentsatz in 
Berlin 11,2, in Rio de Janeiro 11,0, im Staat Alagoas (Brasilien) 9,0, 
in Kopenhagen 11,5, in Norwegen 6,8 und in Oldenburg 9,3. In den 
Städten sind die kinderlosen Ehen häufiger als auf dem Lande, ebenso 
sind sie bei den oberen Gesellschaftsschichten zahlreicher als bei den 
unteren Volksklassen. Nur über eine der Hauptursachen der Sterilität, 
die Gonorrhöe, verbreitet sich der Verfasser eingehender. Die Arbeit 
Kiaers ist ein wertvoller Beitrag zur Statistik der ehelichen Frucht- 


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230 


D. Referate. 


barkeit; der dritte, noch nicht erschienene Abschnitt, wird sich mit der 
Kinderzahl der fruchtbaren Ehen befassen. 

F. JPrlming . 


Prinzin ff, F., Heiratshäufigkeit und Heiratsalter nach Stand und Be¬ 
ruf. Zeitschrift für Sozialwissenschaft. Band 6. 1903. 546 
bis 559 S. 

Zur Ermittlung der Heiratshäufigkeit in verschiedenen Berufs¬ 
arten wäre es nötig, daß die Heiratsfähigen jeder Berufsart bekannt 
wären. Dies ist leider bis jetzt nirgends der Fall und man kann 
daher nur die allgemeinen Heiratsziffern mit Bezug auf die Gesamt¬ 
heit der Berufsangehörigen berechnen. Diese Ziffern sind in der In¬ 
dustrie, die am meisten Heiratsfähige hat, am höchsten, sie sind je¬ 
doch auch bei den höheren Gesellschaftsschichten groß. Das durch¬ 
schnittliche Heiratsalter der Männer ist nach Stand und Beruf sehr 
verschieden; wenn es für die Erstheiratenden berechnet wird, so ent¬ 
spricht es etwa dem Alter, in welchem die wirtschaftliche Selb¬ 
ständigkeit erreicht zu werden pflegt. Denn diese gibt den Ausschlag 
dafür, in welchem Lebensalter der Mann die Ehe eingeht; ihr Eintritt 
wird hinausgeschoben durch lange Berufsvorbereitung, durch starke 
Überfüllung der gewählten Berufsart, durch ungünstige Konjunkturen, 
beim Bauernstand durch das Hofsystem. Die Ziffern des mittleren 
Heiratsalters bei verschiedenen Berufen sind für Preußen, für die 
Schweiz, für England, Italien und Österreich mitgeteilt. 

Autoreferat. 


Fahlbeck, F. F Der Adel Schwedens (und Finlands). Eine demo¬ 
graphische Studie. VIII. Jena. G. Fischer. 361 S. (7,00 M.) 

Eine ungemein lehrreiche und mannigfach anregende Arbeit, in 
der der Verfasser die natürliche und soziale Struktur des schwedischen 
Adels statistisch zu erfassen und ihn als Typus der gebildeten Klasse 
in vergleichende Beziehungen zum Volksganzen zu bringen sucht. Die 
Arbeit bietet dem Verfasser reichlich Gelegenheit zu geistvollen 
Parallelen und Schlüssen. 

Die Einleitung orientiert über Umfang und Inhalt des Themas 
und gibt einen kurzen Abriß der Geschichte des schwedischen Adels. 
Die Arbeit zerfällt in zwei Abschnitte. Der erste handelt von der 
Demographie der Geschlechter. Hier werden in neun Kapiteln das Ge¬ 
schlecht als solches, die im Ritterhause introduzierten Geschlechter, ihr 
Aussterben, ihre Lebensdauer nach dem Alter und nach Generationen, 
ihre Sterblichkeit und Absterbeordnung, die statistische Geschichte 


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IX. Entartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene. 231 

der ausgestorbenen Geschlechter, die lebenden Geschlechter und ihre 
statistische Geschichte, Alter und Größe der lebenden Geschlechter 
und endlich die Gründe für das Aussterben der Geschlechter der Be¬ 
trachtung unterzogen. Verfasser kommt zu dem Ergebnis, daß die 
adligen Geschlechter in zunehmendem Maße aussterben, und zwar 
ohne Rücksicht auf ihr Alter, da die älteren, wie eigentlich doch zu 
vermuten, den jüngeren Geschlechtern an Personenzahl durchaus 
nicht überlegen sind. Als Ursachen, oder wie er sagt, „statistische 
Todesursachen“ für das Aussterben der Geschlechter findet er Ehe¬ 
losigkeit, Überwiegen der Mädchengeburten, Sterilität und den Tod 
der Söhne in jungen Jahren. Diese „mehr den äußeren Verlauf an¬ 
gebenden statistischen Todesursachen“ sucht Verfasser auf eine „innere 
physiologische Ursache“: eine durch „höhere Bildung und verfeinerte 
Sitten“ hervorgerufene partielle Degeneration zurückzuführen. Wie 
man sieht, hat Fahlbeck hierbei eher den Begriff der moralischen 
Degeneration, nicht den der körperlichen Entartung im Auge. Im 
zweiten Abschnitt, der der Demographie des Adels als Volksgruppe 
gewidmet ist, nimmt er den Begriff von der demographischen Seite. 
Hier werden in neun weiteren Kapiteln die gesamte Masse des Adels 
in Schweden und Finland, das Geschlecht, das Alter, Zivilstand und 
Ehelichkeit, Heiratsalter und Wiederheirat, Alter der Ehen sowie in- 
und außerhalb des Adels Verheiratete die Fruchtbarkeit der Ehe, 
Unfruchtbarkeit und Größe der Familien, Wohnsitz, Beruf und sozialer 
Niedergang behandelt. In drei die Lebensaussichten des Adels und 
seine Stellung als Volksgruppe, die Standeszirkulation und die all¬ 
gemeine Regeneration und der Neomalthusianismus betitelten Schlu߬ 
kapiteln folgt das Fazit: Die Regenerationsabnahme des schwedischen 
Adels ist nicht etwa abnehmender Heiratsfrequenz, sondern vorwiegend 
verminderter Geburtenfrequenz zuzuschreiben. „Eine stark sinkende 
Fruchtbarkeit ist somit der neueste Zug in der demographischen 
Physiognomie des schwedischen Adels.“ Nun ist der Adel, wenn auch 
nicht als soziale, so doch als demographische Gruppe mit der höheren 
Klasse im allgemeinen identisch, die in ihren Lebensäußerungen, w’ie 
Heiraten, Geburten und Todesfällen, sich von den übrigen Volksklassen 
nicht zu ihrem Vorteil unterscheidet. Liegt nun bei den höheren 
Klassen Degeneration vor? Verfasser beantwortet die Frage im demo¬ 
graphischen Sinne bejahend, indem er unter Degeneration „den Zu¬ 
stand der Schwäche versteht, der bewirkt, daß eine Klasse nicht 
aus sich selbst und durch eigene Regeneration besteht“. Für den 
Bestand der höheren Klassen sorge allein „die Standeszii ku- 
lation“, d. h. der Übergang von einer Klasse zur anderen, wobei 
nur der Abgabe der unteren an die höheren Klassen Bedeutung zu¬ 
komme. Dieser soziale Umsatz müsse sich jedoch in einem maßvollen 
Tempo vollziehen, da ein zu schnelles kraftzerstörend und volksver- 


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232 


D. Referate. 


nichtend wirke. Für das französische und amerikanische Volk scheint 
nach Fahlbeck solche Gefahr zu bestehen. Im letzten Kapitel 
wendet er sich gegen die Malthus’sche Bevölkerungstheorie, die 
praktisch eigentlich gegenstandslos sei, und mit gerechtfertigter Schärfe 
gegen die sogenannten Neomalthusianer, deren Propaganda die 
vitalsten Interessen eines Volkes direkt schädige. Diese besonders 
weist er auf die in Westeuropa zu beobachtende langsame, aber be¬ 
ständige Abnahme der Geburtenziffer bei einer mit dieser Tendenz 
nie gleichen Schritt haltenden Sterbeziffer hin und ruft uns ein be¬ 
herzigenswertes videant consules zu. 

F. Kriege!. 


Brandeis, A,, Über Körpererziehung und Volksgesundheit. Separat¬ 
abdruck „Gesunde Jugend“. Zweiter Jahrgang. Heft 5. u. 6. 
Leipzig. Teubner. 22 S. (0,60 M.) 

Mit Nachdruck mahnt Brandeis die Hygieniker, nicht aus¬ 
schließlich bei der Bekämpfung der Volkskrankheiten die Beseitigung 
der parasitären Krankheitserreger anzustreben, sondern den Hebel bei 
der Stärkung der Körperkonstitution des Menschen anzusetzen. Er 
empfiehlt daher „den Körper von Jugend auf durch möglichste Ab¬ 
härtung im Freien nicht nur seuchenfest zu gestalten, sondern auch 
in ihm in dem Zeitalter der Nervosität und frühzeitigen Erschöpfung 
einen gewissen Reservevorrat von Energie aufzuspeichern“. Zu diesem 
Zwecke rät er zu einer stärkeren Betonung der körperlichen Aus¬ 
bildung unserer Jugend. Darin muß man ihm unbedingt recht geben. 
Doch hat man bei den Ausführungen von Brandeis immer die 
Empfindung, daß er nur an die Jugend der höheren Stände denkt. 
Eine Erörterung über die Maßnahmen, die geignet sind, in den heran- 
wachsenden Kindern und Jugendlichen der industriell tätigen Ar¬ 
beiterschaft die körperliche Deparation fernzuhalten, findet sich in 
der vorliegenden Abhandlung nicht. 

A. Grotjahn. 


Jtothf E., Die Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land in gesund- 
heitlkher Beziehung und die Sanierung des Landes. Nach einem 
auf der 27. Versammlung des Deutschen Vereins für öffent¬ 
liche Gesundheitspflege zu München am 18. September 1902 
gehaltenem Vortrage. Braunschweig. Vieweg. 68 S. und 
VIII Tafeln. (2,50 M.) 

Daß das Landleben gesünder ist als das Leben in der Stadt, ist 
ein Gemeinplatz, der des Beweises nicht bedarf. Wenn aber die ge- 


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XI. Eutartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene. 233 


Minderen Lebensbedingungen des Landes in der Morbiditäts- und 
Mortalitätsstatistik nicht noch auffallender zur Geltung kommen, so 
liegt das daran, daß in den modernen Städten in großartigem Ma߬ 
stabe Aufwendungen für Assanierungszwecke gemacht werden, während 
auf dem Lande in dieser Richtung eine bedauerliche Nachlässigkeit 
herrscht. Wie der Verfasser bis ins einzelne nachweist, ist nicht nur 
nötig, daß die Kreisbehörden und Landgemeinden auf eine Assanierung 
der ländlichen Wohnstätten planmäßig hinarbeiten, sondern daß über¬ 
haupt die öffentliche Meinung sich mehr als bisher bewußt wird, 
welche wichtige Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land in 
hygienischer Beziehung bestehen. 

E. Roth schildert zunächst die Unterschiede zwischen Stadt 
und Land, dann die Gefährdung der Städte durch das Land und 
umgekehrt die des Landes durch die Stadt, und endlich die erforder¬ 
lichen Abhilfemaßnahmen. Er kommt zu folgenden Leitsätzen: 1. Da 
die gesundheitlichen Einrichtungen des Landes in seiner Allgemein¬ 
heit hinter denjenigen der Städte, namentlich der Groß- und Mittel¬ 
städte, auf dem Gebiete der Wasserversorgung, der Beseitigung der 
Abfallstoffe, der Seuchentilgung, des Vertriebes von Nahrungs- und 
Genußmitteln u. a. zurückstehen, sind die Städte durch den stets 
reger werdenden Verkehr zwischen Stadt und Land gesundheitlich 
gefährdet. 2. Durch die Verkehrs- und wirtschaftlichen Beziehungen 
können Infektionskrankheiten, namentlich Typhus, verbreitet werden. 
Außer dem direkten Verkehr kommt das Wasser der Flüsse, Bäche, 
Teiche, Seen, sowie der Brunnen als Vermittler in Frage, ferner 
Nahrungs- und Genußmittel, namentlich Milch. 3. Besondere Auf¬ 
merksamkeit erfordern die Gast- und Schankwirtschaften auf dem 
Lande, sowie die einheimischen und fremdländischen Wanderarbeiter, 
ferner infolge der regeren Verkehrsbeziehungen die Vororte, die 
Sommerfrischen, Bade- und Kurorte, und die Industriebezirke. 4. Die 
Stadt gefährdet das Land durch Verschleppung ansteckender Krank¬ 
heiten, wobei der Verkehr, Nahrungs- und Genußmittel und die Ab¬ 
fallstoffe des menschlichen Haushaltes als Vermittler in Frage kommen. 
5. An der Sanierung des Landes hat die Stadt ein um so größeres 
Interesse, als das Land an sich für die Gesunderhaltung der Städter 
von der größten Bedeutung und in Zeiten körperlicher und geistiger 
Not unentbehrlich ist. Eine originelle und durchaus zur Nachahmung 
zu empfehlende Idee war es, acht höchst instruktive Reproduktionen 
von Photographien besonders krasser Zeugnisse unhygienischer Wohn- 
weise auf dem Lande der Arbeit beizufügen. 

A. Orot Jahn. 


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234 D. Referate. 

Woltmann, L., Politische Anthropologie. Thüringische Verlags- 
anstalt. Eisenach. 325 S. (6,00 M.) 

In geistreicher Weise versucht sich der Verfasser an der 
schwierigen Aufgabe, den Einfluß der Deszendenztheorie auf die Lehre 
von der politischen Entwicklung und der Gesetzgebung der Völker 
zu schildern. Daß er aber, wie er prätendiert, damit schon eine 
wirkliche Theorie der Politik vom biologischen und anthropologischen 
Standpunkte geschaffen hat, kann ihm wohl schwerlich zugestanden 
werden. Allzuhäufig erinnert man sich bei der Lektüre des Buches 
der Worte Sombarts'): „Die Einstellung einer Rasseneigentümlich¬ 
keit in einen sozialen Kausalzusammenhang ist immer nur eine Ver¬ 
legenheitsoperation, ein Durchhauen des Knotens, wo eine Lösung 
verlangt wird; denn das Rassenmerkmal als Erklärung eines Phä¬ 
nomens benutzen, heißt den kausalen Regressus sehr früh abbrechen 
und auf die Aufdeckung intimer psychologischer Zusammenhänge 
verzichten.“ Bewunderungswürdig bleibt, wie Woltmann die Daten 
der verschiedensten Disziplinen der Natur- und Geisteswissenschaften 
zu einem allerdings meist stark subjektiv gefärbten Bilde zu vereinen 
weiß. Nur wirkt an einigen Stellen die Sicherheit peinlich, mit der 
der Autor durchaus problematische Thesen zur Basis weitausgreifen¬ 
der Schlußfolgerungen macht. Der Leser, der sich dieser Schwäche 
jederzeit bewußt bleibt, wird jedoch das mehr anregende als ma߬ 
gebende Buch mit Nutzen lesen. Die zehn Kapitel behandeln: 1. die 
Faktoren der organischen Entwicklung, 2. die physiologischen Grund¬ 
lagen der Variation und Vererbung, 3. natürliche Variation und Ver¬ 
erbung beim Menschen, 4. Vervollkommnung und Entartung der 
Rassen. 5. die biologischen Grundgesetze der KulturentWicklung, 6. die 
Entwicklung der Familienrechte, 7. soziale Geschichte der Stände 
und Berufe, 8. die politische Entwicklung der Völker, 9. die anthro¬ 
pologischen Grundlagen der politischen Entwicklung und 10. die 
politischen Parteien und Theorien. Über die Berechtigung der 
darwinistisch-pangermanischen Anschauungen Woltmanns zu ur¬ 
teilen, ist nicht die Aufgabe des Referenten, sondern die der Anthro¬ 
pologen, Zoologen und Soziologen. Was an dieser Stelle vom vor¬ 
liegenden Buch am meisten interessiert, ist die rückhaltlose Art, mit 
der Woltmann eine Prophylaxe der körperlichen Entartung, die er 
in bedrohliche Nähe gerückt sieht, verlangt: „Die zunehmende erb¬ 
liche Entartung“ sagt er in seinem Schlußwort, „in allen Kreisen 
des Volkes infolge Mangel an physischer Auslese bedarf einer ent¬ 
schiedenen sozialen Korrektur. Ein neues Gewissen über die Pflichten 
der Gatten wähl und der Elternschaft ist ernsthaft zu erziehen; es 
muß zum Bewußtsein gebracht werden, daß es eines der größten 

l ) Per moderne Kapitalismus, lt'02. Bd. I. S. 880. 


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IX. Entartnngstheorie, Konstitntionspathologie und Sexuelle Hygiene. 235 

Verbrechen ist, voraussichtlich kranke Kinder in die Welt zu setzen. 
Jenen Teil der humanen Gesittung haben wir aufrecht zu erhalten, 
daß wir zwar den einzelnen Schwachen, Kranken, Entarteten menschen¬ 
würdige Hilfe zukommen lassen; aber an ihrer Fortpflanzung, was 
wohl zu unterscheiden ist von der Ausübung sexualer Triebe, sollten 
sie durch Sitte, öffentliche Meinung und nötigenfalls durch Gesetz 
verhindert werden. Denn die Zuchtwahl ist unumgänglich notwendig, 
um gesunde organische Grundlagen für die politische und geistige 
Entwicklung zu erhalten, und alle öffentlichen hygienischen Ma߬ 
nahmen sollten von dem Motiv geleitet werden, die besten und zweck¬ 
mäßigsten Erhaltungs- und Entwicklungsbedingungen der Rasse zu 
garantieren.“ 

A. Orotjdhn. 


May et, JP., Die Verwandtenehe und Statistik. Separatabdruck aus 
dem Jahrbuch der internationalen Vereinigung für vergleichende 
Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Band 6 und 7. 
18 S. und 9 Tabellen. 

Es gibt zwei Methoden, mit denen man an die Erforschung des 
Einflusses der Ehe von Blutsverwandten auf die Nachkommen heran¬ 
treten kann, die kasuistische und die statistische. Letztere ist vom 
Verfasser in der vorliegenden Abhandlung in der Weise benutzt 
worden, daß er aus der Irrenanstaltsstatistik des preußischen statistischen 
Bureaus einige wertvolle Schlüsse über die Beziehung der Konsangui- 
nität der Eltern zu der Morbidität der Abkömmlinge gezogen hat. 
Bemerkenswert ist, daß auf 1000 Ehen in Frankreich 11 Blutsver¬ 
wandtenehen, in Bayern und Preußen 6,5 fallen. May et weist an 
der Hand der Zahlen der preußischen Statistik nach, daß nicht ohne 
weiteres die Ehe blutsverwandter nerven gesunder Verwandten auf¬ 
fallend häufig zu Erzeugung geisteskranker Kinder führt, sondern daß 
noch eine in der Familie umgehende erbliche Belastung dazutreten 
muß. Aus derartigen Ehen stammen dann allerdings unverhältnis¬ 
mäßig viele Geisteskranke. Das illustriert folgende, der wertvollen 
Arbeit Mayets entnommene kleine Tabelle über die Fälle mit nach¬ 
gewiesener Erblichkeit: 

Es zeigten 

1. Einfache Seelen Störung. 

Erheblich belastet sind bei 

den Männern den Frauen beiden zusammen 

Von den Kranken über¬ 
haupt . 30,öl Proz. = 10t) 32,56 Proz. = 100 31,7 Proz. = ICH) 

Von den Kranken, deren 

Eltern blutsverwandt. . 71,30 Proz. = 233 66,87 Proz. = 205 60,0 Proz. = 218 


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236 


D. Referate. 


2. Paralytische Seelenstörung. 

Erheblich belastet sind bei 

den Männern den Frauen beiden zusammen 

Von den Kranken über¬ 
haupt . 18,06 Proz. = 100 15,86 Proz. = 100 17,6 Proz. = 100 

Von den Kranken, deren 

Eltern blutsverwandt. . 48,24 Proz. = 267 40,00 Proz. = 252 45.3 Proz. = 257 

3. Seelenstörung mit Epilepsie. 


Von den Kranken über¬ 
haupt . 25,18 Proz. = 100 26,23 Proz. = 100 25,6 Proz. = 100 

Von den Kranken, deren 

Eltern blutsverwandt . . 44,44 Proz. = 176 64,71 Proz. = 247 53,2 Proz. = 208 

4. Imbezillität und Idiotie. 

Von den Kranken über¬ 
haupt . 29,02 Proz. = 100 28,25 Proz. = 100 28,7 Proz. - 100 

Von den Kranken, deren 

Eltern blutsverwandt. . 47,06 Proz. = 162 37,62 Proz. = 133 43,0 Proz. = 150 


Am Schluß der Abhandlung macht der Verfasser Vorschläge für 
eine bessere Gewinnung und Verarbeitung des auf die Folgen bluts¬ 
verwandter Ehen bezüglichen statistischen Materials. 

A. Gro(Jahn, 


Lef/ahn, Erbliche Belastung und Gattenwahl. Ärztliche Ratschläge 
für Eltern erwachsener Kinder und diese selbst. Berlin. 
Vogel & Kreienbrink. 63 S. (2,00 M.) 

Eine Besprechung des vortrefflichen Büchleins kann sich mit der 
Feststellung begnügen, daß der Verfasser in vollem Maße erreicht 
hat, was er sich als Ziel gesetzt hat. Dieses Ziel gibt er selbst mit 
folgenden Worten in der Einleitung an: „Der Zweck dieser Schrift 
ist, dahin zu wirken, daß bei der Wahl des Ehegatten, der Ehegattin 
auf gewisse körperliche Eigenschaften mehr Gewicht gelegt wird, als 
dies häufig der Fall ist. — Sie soll sagen, welche Krankheiteu der 
Eltern sich auf die Nachkommenschaft vererben und an welchen 
Zeichen man diese Krankheiten erkennt. — Indem sie die Jünglinge 
und Mädchen an die Verantwortlichkeit erinnert, w'elche sie dem 
kommenden Geschlechte gegenüber haben, soll es ihnen zugleich den 
ärztlichen Ratgeber in diesen Fragen, sow r eit das möglich ist, ersetzen.“ 
Das medizinische Detail ist sachlich einwurfsfrei und, was die Form 
anbelangt, in guter populärer Sprache wiedergegeben. Das Buch ver¬ 
diente jedem Paare bei der standesamtlichen Anmeldung zwecks 
Selbstprüfung in letzte]’ Stunde von Staatswegen überreicht zu werden. 

A. Grotjahn . 


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IX. Entartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene. 237 


Frank, Keifer und Mainyie, Die Versicherung der Mutterschaft. 
Aus dem Französischen übersetzt von N. C. M a r d o n. Leipzig. 
Seemann. 102 S. (2,00 M.) 

Das Buch behandelt in anregender und übersichtlicher Weise den 
Schutz der Wöchnerinnen und des Säuglings von medizinischen, sozial¬ 
politischen und versicherungstechnischen Gesichtspunkten aus. Es ist 
vorwiegend auf die französischen Verhältnisse mit ihrem mangelhaft 
ausgebildeten Arbeiterversicherungswesen zugeschnitten, berührt aber 
auch die auf den Wöhnerinnenschutz sich beziehenden Bestimmungen 
der außerfranzösischen Gesetzgebung. Die Arbeit empfiehlt die Bildung 
von freien Hilfskassen zur Unterstützung im Wochenbett und Ge¬ 
währung einer arbeitsfreien Schutzzeit von zwei Wochen vor und sechs 
Wochen nach der Entbindung der Arbeiterin. Daß für deutsche Ver¬ 
hältnisse natürlich nur ein Ausbau des leistungsfähigeren und be¬ 
währten Zwangskassensystems nach der Richtung einer intensiveren 
Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der Wöchnerinnen als 
bisher in Frage kommen könnte, hätte vielleicht die Herausgeberin 
noch besonders betonen müssen. Die Schrift ist mit zahlreichen 
interessanten statistischen Daten über den Bevölkerungsstillstand in 
Frankreich versehen. a. orotjahn. 

Koester, H. L-, Das Geschlechtliche im Unterricht und in der Jugend¬ 
lektüre. Leipzig. Wunderlich. 64 S. (0,60 M.) 

Ein erfahrener Pädagoge, der sich an E. H a e c k e 1 und • 
W. Bölsche gebildet hat, verficht hier mit Nachdruck und großem 
Geschick die beiden Grundsätze, daß die Jugend in der Schule lernen 
müsse, über natürliche Dinge natürlich zu denken und daß die Kinder 
alles hören und lesen dürfen, was in der Form keusch ist, und was 
nicht über ihr Auffassungsvermögen hinausgeht. Daß wir von der 
Erfüllung dieser dem Arzte selbstverständlich klingenden Forderungen 
noch himmelweit entfernt sind, erfüllt den Verfasser selbst mit ge¬ 
rechtem Zorn, und er tut sein bestes, in dem vorliegenden Büchlein 
seine Kollegen und weiterhin alle Eltern und Erzieher von der jetzt 
noch allgemein grassierenden Methode der Heimlichtuerei in geschlecht¬ 
lichen Dingen abzubringen. Seinem Vortrage ist besonders in den 
Kreisen der Geistlichen und Lehrer die weiteste Verbreitung zu 
Wünschen. A. Orotjahn. 

Soppe, H., Krankheiten und Sterblichkeit bei Juden und Nichtjuden. 
Mit besonderer Berücksichtigung der Alkoholfrage. Berlin. 

S. Calvary. 64 S. (1,00 M.) 

Mit vielen, stellenweise allzuvielen Zahlen, die nicht eigenen Er¬ 
mittlungen, sondern statistischen Quellen alter und neuer Zeit ent- 


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238 


D. Referate. 


nommen sind, schildert der Verfasser das bekannte demographische 
Verhalten der Juden, das durch geringe Mortalität, reichliche aber 
nicht übermäßige Natalität und Wiederstandsfähigkeit gegen In¬ 
fektionskrankheiten nach der positiven, durch erhöhte Neigung zu 
Nerven- und Geisteskrankheiten nach der negativen Seite gekenn¬ 
zeichnet wird. Ob für diese relativ günstige Stellung die größere 
Mäßigkeit im Gebrauch alkoholischer Getränke, die bei den Juden 
offenbar besteht, in so hohem Maße, wie der Verfasser glaubt, verant¬ 
wortlich ist, bedarf aber doch noch eingehenderen Beweises, als des 
hier gebotenen. Die demographische Entwicklung der Juden scheint 
vielmehr die für ein uraltes Kulturvolk überhaupt charakteristische 
zu sein, ohne daß es nach den bisherigen immer noch mangelhaften 
statistischen Grundlagen schon möglich wäre, diese Resultante in ihre 
Komponenten zuverlässig aufzulösen. 

A. Grotjahn. 

Alsberg, M., Erbliche Entartung bedingt durch soziale Einflüsse . Kassel 
und Leipzig. Th. G. Fischer. 31 S. (1,00 M.) 

Der vorliegenden Schrift liegt der auf der 75. Versammlung 
deutscher Naturforscher und Ärzte zu Kassel gehaltene Vortrag des 
Verfassers zugrunde. Als Entartung definiert Alsberg Jene Ab¬ 
weichungen von der Norm, die besonders geeignet sind, die der Fort¬ 
pflanzung dienenden Keime zu schädigen und dadurch eine von Gene¬ 
ration zu Generation sich vererbende Herabsetzung der Lebensfähig¬ 
keit hervorzurufen und für Krankheit, Verkümmerung und Mißbildung 
die Grundlage abzugeben“. Er sammelt dann die in dem letzten Jahr¬ 
zehnt in der medizinischen und volkswirtschaftlichen Litteratur zer¬ 
streuten Äußerungen über das Verhältnis von Stadt und Land, über die 
wachsende oder abnehmende Tauglichkeit zum Kriegsdienst bei den 
Männern, zum Stillungsgeschäft bei den Frauen u. a. m. zu einem all¬ 
gemeinen Überblick über das nach allen Seiten Beziehungen unter¬ 
haltende Problem der körperlichen Entartung. Wenn auch keine 
eigenen Beobachtungen mitgeteilt worden sind, so ist die Publikation 
doch zu schneller Einführung und die so überaus wichtige, heute noch 
ganz allgemein unterschätzte Frage wohl zu empfehlen. 

A . Grotjahn* 


Judt, J. 11'., Die Juden als 11lasse. Eine Analyse aus dem Gebiete 
der Anthropologie. Mit 24 Abbildungen, 1 Karte und mit im 
Text abgedruckten Tabellen. Jüdischer Verlag. Berlin. IV. 
243 S. (4,50 M.) 

Diese gewissenhafte, auf sorgfältiger Verwertung aller nur 
irgendwie ernsthaften Daten und aller wissenschaftlich diskutierbaren 


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IX. Entartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene. 239 

Hypothesen zurechnungsfähiger Forscher beruhende Arbeit wirkt um 
so wohltuender, da diesem Thema gegenüber bekanntlich der dreisteste 
Dilettantismus sich am Platze dünkt. Die Polemik bleibt stets ob¬ 
jektiv; die Diskussion fremder Ansichten könnte dagegen zuweilen 
schärfer und erschöpfender sein. Ein weiterer Vorzug des Werkes 
ist der, daß der scheinbar zionistische Standpunkt des Verfassers 
nirgends seine wissenschaftliche Haltung bestimmt, daher seine Schlu߬ 
folgerungen besonders beachtenswert sind. Ich hebe die folgenden 
hervor: 1. Die Juden, als physische Rasse, sind ein Produkt der nicht 
in Europa (im Exil), sondern in den fernen Zeiten der primären 
Wanderungen und der politischen Selbständigkeit der Hebräer, also 
in der vorgeschichtlichen und der Altertumsepoche (bis zum 5. Jahr¬ 
hundert vor Chr.) stattgefundenen Amalgamierung. Die hebräische 
Abzweigung der Semiten hat verschiedene Rasseubestandteile in sich 
aufgenommen, welche die Juden von ihrem ursprünglich semitischen 
Typus stark abgelenkt haben. 2. Die Juden sind keiner Rassen¬ 
kreuzung mit der eingeborenen Bevölkerung, weder auf dem Wege 
des Proselytismus noch auf dem der Mischehen, erlegen. Von dieser 
Regel bilden die Juden des Kaukasus eine Ausnahme. 3. Die physio- 
gnomischen Merkmale der jetzigen Juden, die eine gewisse Einheitlich¬ 
keit aufweisen, bestätigen sowohl den ersten Schluß — die starke 
Rassenkreuzung in der vorchristlichen Epoche mit den Völkern 
Syriens, Armeniens, Turans und Pamirs — als auch den zweiten: 
die Rassenevolution zur Zeit der Zerstreuung. 4. Die Einreihung der 
Juden als Rasse in die Gruppen der semitischen Völker hat keine 
rationelle Begründung. Der Grund dieser Verirrung liegt in der 
falschen Identifizierung der philologischen Klassifikation mit der 
anthropologischen. 5. Die Juden der Gegenwart sind, als physische 
Rasse, eher der alpäisch-himalayischen (Kurz- oder Mittelköpfigkeit, 
breites Gesicht, braune Haare [chätain], graue Augen, mittlere Größe) 
als der mittelländischen Rasse verwandt, können also als ein Zweig 
des großen asiatisch-europäischen kurzköpfigen Stammes angesehen 
werden. Von absoluter physischer Identität ist natürlich nicht die 
Rede, da für eine so zahlreiche Völkerschar auf so riesigem Terrain 
Raum und Gelegenheit für die reichste JRassendifferenzierung vor¬ 
handen ist. 

S. Saenger. 


Rosenbach, O., Warum sind wissenschaftliche Schlußfolgerungen auf 
dem Gebiete der Heilkunde so schwierig und in welchem Umfange 
können wesentliche Fehlerquellen durch die betriebstechnische 
(< energetische ) Betrachtungsweise vermindert oder beseitigt werden ? 


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240 


D. Referate. 


Separatabdruck aus der Zeitschrift für klinische Medizin. 

Band 50. Berlin. Hirschwald. 62 S. (1,60 M.) 

Die heutige Medizin wird beherrscht durch die faszinierenden 
Resultate der pathologisch-anatomischen Forschung auf der einen, der 
Bakteriologie auf der anderen Seite. Daneben werden bis vor wenigen 
Jahren nur vereinzelt und nur von wenigen beachtete, jetzt aber 
doch auch schon der Masse der Mediziner vernehmliche Stimmen 
laut, die die allgemeine Körperkonstitution in der Ätiologie 
und natürlich auch Pathologie und Therapie der Krankheiten der 
Beachtung der Forscher anempfehlen. Als einer der ersten und nach¬ 
drücklichsten Mahner hat 0. Rosenbach zu gelten. Wer sich 
schnell über seine Anschauungen orientieren will, dem ist gerade die 
vorliegende Publikation zu empfehlen. Die zahlreichen naturwissen¬ 
schaftlichen Banausen, die dem Mediziner verdenken, ein Denker zu 
sein, werden allerdings keine Freude an der Arbeit haben. Das 
Durchringen konstitutions-pathologischer Anschauungen in der Medizin 
werden allerdings auch diese Nichtsaisbeobachter nicht hindern können. 
Die junge Wissenschaft der sozialen Hygiene aber wird diesen Um¬ 
schwung mit Freuden begrüßen, da sie weiß, daß der Einfluß des 
sozialen Milieus auf die Entstehung der Krankheiten sich nur dann 
mit einiger Zuverlässigkeit aus dem Ursachenkomplex heraustrennen 
läßt, wenn Entstehung, Variabilität und Vererbung der Körper¬ 
konstitution besser als gegenwärtig gekannt sein wird. 

A. Groljahn . 

Stratz, C. H. f Der Körper des Kindes. Für Eltern, Erzieher, Ärzte 
und Künstler. Mit 187 in den Text gedruckten Abbildungen 
und zwei Tafeln. Stuttgart. F. Enke. (10,00 M.) 

Seinen bekannten Büchern über die Schönheit des weiblichen 
Körpers hat der Verfasser hier eine ebenso musterhafte Darstellung 
des „schönen“ Kindes folgen lassen. Der Ausdruck „schön“ steht 
hier natürlich nur im objektiven Sinne, nicht in dem der subjektiv- 
künstlerischen Darstellung. Ein rhachitisches Kind werden wir nicht 
schön im Sinne Stratz’ nennen können, während wir deshalb den 
die Spuren der Rhachitis und der Skrophulose tragenden Engeln 
Uh des in seiner „Heiligen Nacht“ nicht das Prädikat der Schön¬ 
heit und zwar dem Bilde als Gesamtkunstwerk ganz unentbehrlicher, 
eigenartiger Schönheit abzusprechen brauchen. 

Für die Entartungstheorie sind die Ausführungen und Dar¬ 
stellungen, wie sie uns der Verfasser nun schon in einer ganzen 
Reihe von Publikationen dargeboten hat, deshalb von besonderem 
Wert, weil wir daraus Normen ableiten können, an denen wir die 


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IX. Entartungstheorie, Konstitutionspathologie und Sexuelle Hygiene. 241 


Verbesserung oder Verschlechterung der körperlichen Beschaffenheit 
des der entartungstheoretischen Betrachtung unterstellten Menschen¬ 
materials messen können. Die Methode des Verfassers, die Vorzüge 
des Körpers auf negativem Wege, d. h. durch Ausschluß der Fehler 
zu bestimmen, macht uns Ärzten seine Zusammenstellungen besonders 
wertvoll. Aus dem reichhaltigen Material des mit vortrefflichen Illu¬ 
strationen versehenen Buches teilen wir hier eine Tabelle mit, in der 
Stratz im Anschluß an Monti die Normaldaten der körperlichen 
Entwicklung der Kinder unserer Breiten zusammengefaßt hat: 






Gesamthöhe 

Gewicht 


Altersstufen 

Lebens¬ 

jahr 

Kopf- 

höhen 

cm 

Zu- 

kg 

Zu- 





nähme 

nähme 

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5 

60 

5 


Hoffentlich schenkt uns Stratz nun auch bald eine Darstellung 
des schönen männlichen Körpers in Wort und Bild. 

A, Qrotjahn. 


Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III Jahrgang. 


16 


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242 


D. Referate. 


X. 

Vermischtes. 

Von neubegründeten Zeitschriften sind an dieser Stelle folgende 
zu erwähnen: 

Reichs-Arbeitsblatt. Herausgegeben vom Kaiserlichen Sta¬ 
tistischen Amt, Abteilung für Arbeiterstatistik, im Verlage von Carl 
Heymann in Berlin. Der Bezugspreis der monatlich erscheinenden 
Zeitschrift beträgt 1,00 M. Der Inhalt gliedert sich in die Rubriken: 
Arbeitsmarkt, Arbeitsvermittlung und Arbeitslosigkeit, Arbeitsbe¬ 
dingungen, Arbeiterschutz, Arbeitsstreitigkeiten, Wohnungswesen, Ge¬ 
setzgebung, Tätigkeit der Gewerbegerichte und Tabellen zur Arbeits¬ 
marktstatistik. 

Zeitschrift für ärztliche Fortbildung . Herausgegeben 
von dem Zentralkomitee für das ärztliche Fortbildungswesen in 
Preußen, unter ständiger Mitwirkung von E. v. Bergmann und 
M. Kirchner redigiert von R. Kutner, im Verlage von Gustav 
Fischer in Jena. Preis vierteljährlich 2,00 M. Die monatlich zweimal 
erscheinende Zeitschrift verspricht in ihrem Programm eine Ergänzung* 
der Fortbildungskurse dadurch zu geben, daß sie dem praktischen 
Arzte das Lehrmaterial in der für ihn besonders geeigneten Form 
zusammenfassender Aufsätze darbietet. Auf alle Sondergebiete sich 
erstreckend, sollen letztere jeweilig eine für die ärztliche Praxis 
wichtige Frage so umfassend behandeln, daß der Leser von deren 
gegenwärtigem Stande ein klares und für die Nutzanwendung brauch¬ 
bares Bild erhält. 

Monatsschrift für Soziale Medizin. Zentralblatt für die 
gesamte wissenschaftliche und praktische Sozialmedizin. Herausgegeben 
von M. Fürst und K. Jaffd im Verlage von Gustav Fischer in 
Jena. Preis jährlich 10,00 M. Die neue Zeitschrift will nach dem 
Prospekte sich in objektiv wissenschaftlicher Weise mit den Grenz¬ 
gebieten der praktischen Medizin und der sozialen Praxis beschäftigen. 
Demgemäß soll in Originalartikeln und Referaten alles das aus der 
Tätigkeit des Arztes gebracht werden, w r as sich auf die soziale Ge¬ 
setzgebung und die sozialen Wohlfahrtseinrichtungen bezieht. Es 
w'erden also zunächst folgende Kapitel bearbeitet werden: Soziale 
Prophylaxis, Soziale Krankenpflege, d. h. die ärztliche Tätigkeit in 
Krankenhäusern, Heilstätten und im Samariter- und Rettungswesen, 
Armen-Krankenpflege (Kinderfürsorge), Ärztliche Tätigkeit in Be¬ 
ziehung zur Kranken-, Unfall- und Invaliditätsgesetzgebung, Ärzt- 


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X. Vermischtes. 


243 


liehe Beaufsichtigung der Prostitution, Tätigkeit des beamteten Arztes, 
Hafen- und Schiffshygiene, Wohnungshygiene, Gefängnishygiene, Schul¬ 
hygiene, Hygiene der Ernährung, Ärztliche Standesangelegenheiten. 
Auch ist dafür gesorgt, daß von geeigneter volkswirtschaftlicher 
Seite in bestimmten Zeitabschnitten kurze präzise Übersichten über 
diejenigen Punkte der Volkswirtschaft geboten werden, die für den 
Arzt von grundlegender Bedeutung sind. Der Kampf gegen die 
großen Geißeln der Menschheit Karzinom, Alkohol, Tuberkulose und 
Syphilis ist jetzt überall aufgenommen. Es besteht ein eigenes 
Komitee für Krebsforschung, das außer der wissenschaftlichen Er¬ 
kenntnis des Karzinoms eigene Spitäler nach englischem Muster er¬ 
bauen will. Gegen die Alkoholpest kämpfen die Guttempler-Orden, 
kräftig unterstützt durch den Verein abstinenter Ärzte, deren Zahl 
dank der Rührigkeit ihrer Führer von Jahr zu Jahr wächst. Gegen 
die Tuberkulose streiten nationale und internationale Konferenzen, 
und allein in Deutschland helfen 78 Sanatorien mit 30000 Kranken 
den trotz aller bakteriologischen Fortschritte hartnäckig die Mensch¬ 
heit dezimierenden Feind bekämpfen. Und gegen die Syphilis tritt 
als jüngste Tochter der sozialen Medizin die deutsche Gesellschaft 
zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten auf den Plan. Diesem 
allgemeinen Interesse will die Monatsschrift entgegenkommen, und 
sie hofft dabei außer der tatkräftigen Unterstützung ihrer Mitarbeiter 
auch bei ihren Lesern Entgegenkommen und Verständnis zu finden. 


Zeitschrift für Krebsforschung. Im Aufträge des Komitees 
für Krebsforschung herausgegeben von E. von Leyden, M. Kirchner, 
Wutzdorff, v. Hansemann und George Meyer im Verlage von 
Gustav Fischer in Jena. Preis jährlich 20 Mark. Zwei Gründe haben 
laut Prospekt die Herausgeber bewogen, eine besondere Zeitschrift der 
Krebsforschung zu widmen. Der eine liegt in dem stets wachsenden 
Interesse, das den Geschwülsten und besonders den bösartigen in allen 
ärztlichen Kreisen entgegengebracht wird. Dieses Interesse ist aufs 
neue angefacht worden durch die Tätigkeit des Komitees für Krebs¬ 
forschung in Berlin. Durch die Anregung des Komitees haben sich 
ähnliche Vereinigungen in vielen Kulturstaaten selbständig oder unter 
dem Schutze ihrer Regierung gebildet, wodurch der Krebsforschung 
neue Wege und große Mittel eröffnet worden sind. Die Folge davon 
w r ar, daß sich auch außerhalb dieses Komitees fast die gesamte Welt 
aufs neue und mit größerer Intensität dieser Forschung widmete. 
Daraus ergibt sich der zweite Grund für die Gründung einer beson¬ 
deren Krebszeitschrift. Es ist für den einzelnen Forscher nicht mehr 
möglich, diese gewaltige Literatur zu übersehen und es erschien des¬ 
wegen geboten, eine Sammelstelle einzurichten, an welcher die Arbeit 

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244 


D. Referate. 


ausgeführt wird, die der einzelne zu leisten nicht mehr imstande ist. 
Diese Sammelstelle soll nicht nur die Arbeiten über die Krebskrankheit 
nach einer bestimmten Richtung sammeln, also nicht bloß die ätio¬ 
logische Seite derselben berücksichtigen, oder die anatomische, sondern 
ganz besonders auch die klinische Seite, die prophylaktische, die thera¬ 
peutische und die kasuistische. Es werden daneben auch ganz be¬ 
sonders, und zwar an erster Stelle, Originalartikel aufgenommen 
werden, da die Zeitschrift nicht nur ein referierendes Blatt sein, son¬ 
dern auch ganz wesentlich die Krebsforschung selbst fördern soll. 

Zeitschrift für Bekämpfung der Geschlechtskranke 
heiten. Herausgegeben von A. Blaschko, E. Lesser und 
A. Ne iß er im Verlage von Johann Ambrosius Barth in Leipzig. 
Preis jährlich 12 M. Über die Aufgaben der monatlich erscheinenden 
Zeitschrift macht der Prospekt folgende Angaben: Unter den Auf¬ 
gaben, welche sich die Deutsche Gesellschaft bei ihrer Begründung 
in erster Reihe gestellt hatte, war eine der wichtigsten die, das 
öffentliche Interesse auf die Bedeutung der venerischen Krankheiten 
für das Volksw'ohl und auf die Wichtigkeit der Verhütung und Be¬ 
kämpfung dieser Krankheiten hinzulenken. In der kurzen Zeit des 
Bestehens der Deutschen Gesellschaft ist gerade diese Seite ihres 
Wirkens von dem schönsten Erfolge gekrönt worden. Rascher als 
man erwarten konnte, ist die bis dahin allerorten bestehende Scheu, 
Fragen aus dem Gebiete der Geschlechtskrankheiten öffentlich zu be¬ 
handeln, überwunden, und fast in ganz Deutschland tritt ein außer¬ 
ordentlich lebhaftes Interesse für diese Fragen zutage. Diesem In¬ 
teresse entspricht es auch, daß die Zahl derjenigen Arbeiten, welche 
Einzelfragen in wissenschaftlicher AVeise zu erörtern bestrebt sind, 
mehr und mehr zunimmt. Die Mitteilungen der Deutschen Gesell¬ 
schaft bieten leider für derartige größere Arbeiten keinen Raum. 
Dieselben wenden sich mehr an diejenigen Kreise, die sich nur im 
allgemeinen über die Fortschritte der Bewegung unterrichten wollen 
und die nicht selbst tätig an der Verbesserung der Verhältnisse mit¬ 
zuwirken in der Lage sind. Diese Lücke auszufüllen, dient die neue 
Zeitschrift für Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, bestimmt zur 
Aufnahme derjenigen Arbeiten, welche wegen ihres größeren Um¬ 
fanges oder ihres streng wissenschaftlichen Charakters nicht in den 
Vereinsmitteilungen Platz finden können. An Material für diese Zeit¬ 
schrift fehlt es nicht; schon die allgemein theoretischen Erörterungen 
der genannten Fragen von ihrer sozialen, ethisch-pädagogischen, 
rechtlichen und hygienischen Seite beanspruchen einen nicht geringen 
Raum. Fragen der Gesetzgebung und Verwaltungstechnik, der öffent¬ 
lichen Krankenfürsorge, inbegriffen das Krankenhaus-, Krankenkassen- 
und Poliklinikw’esen bilden Gegenstand eingehender Diskussionen; die 


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X. Vermischten. 


245 


gesamte Prostitutionsfrage, das große Gebiet der Statistik und Ge¬ 
schichte, die individuelle Prophylaxe — diese und noch viele andere 
Punkte harren der Erörterung. 

Alkoholfreie Industrie. Zentralblatt für die Herstellung und 
den Vertrieb von alkoholfreien Getränken, Mineralwässer, Limonaden und 
natürlichen Brunnen, zugleich Organ für die Bekämpfung des Alkoholis¬ 
mus. Die neue Zeitschrift wird redigiert von J. Bresler und er¬ 
scheint wöchentlich zum Preise von 0,60 Mark vierteljährlich bei 
Carl Marhold in Halle a. S. Dem Prospekte gemäß sieht sie den 
Angelpunkt ihrer Bestrebungen naturgemäß in der Technik der Her¬ 
stellung möglichst einwandfreier, sozusagen idealer alkoholfreier Ge¬ 
tränke, ein Gebiet, auf dem die Industrie noch vor viele Probleme 
gestellt ist. Sie soll aber ferner zur Mitteilung der Erfahrungen 
dienen, welche mit der Produktion und dem Verkauf jener Getränke 
in industrieller und sozialer Hinsicht gemacht werden, und zur 
Wahrung der Interessen dieses Industriezweiges und seiner Vertreter. 
Sie hofft, daß aus dem Lager der letzteren dem neuen Organ, dem 
ersten und einzigen seiner Art, recht warmes Interesse zuteil werden 
möge, zumal es ja ihr Fachblatt im besten Sinne des Wortes ist. 
Aber auch an die Streiter gegen den Alkobolismus wendet sich die 
„Alkoholfreie Industrie“ in dem Bewußtsein, daß sie berufen ist in 
den ersten Reihen mitzuwirken gegen die Verbreitung des Alkohol¬ 
genusses und seiner Gefahren, und daß sie daher auf wechselseitige 
Unterstützung rechnen darf. 

Blätter für Schulgesundheitspflege und Kinderschutz. 
Korrespondenzblatt der schweizerischen Gesellschaft für Schulgesundheits¬ 
pflege. Beilage zur schweizerischen Lehrerzeitung. Redigiert von 
Kraft im Verlage von Orell Füßli in Zürich. Erscheint zweimonatlich. 
Preis jährlich 1,00 M. 

Die Gesundheitswarte der Schule . Monatsschrift für 
Stadt- und Landlehrer. Redigiert von A. Baur. Erscheint im Ver¬ 
lage von 0. Nemnich in Wiesbaden monatlich. Preis jährlich 1,50 M. 
Fragen, die an dan Lehrer im Schulbetrieb herankommen, will diese 
Zeitschrift gern neantworten, die Qualität ihrer Mitarbeiter auf 
allen Gebieten, die mit der Schulgesundheitspfiege verbunden sind, 
mögen dem Lehrer die Garantie bieten, daß die Antworten, soweit 
schriftliche Auskunft dies ermöglicht, bestens ausfallen werden. Sei 
es die Bauhygiene der Schulhäuser oder aber die Behandlung der ab¬ 
normen Kinder in der Schule, sei es das Turnwesen oder die mannig¬ 
fachen Zweige der körperlichen Hygiene wie sie Spezialisten zu¬ 
gewiesen sind: Augen, Ohren, Zahnpflege usvv. usw. sie alle finden 
durch Autoritäten in der Zeitschrift ihre Vertretung. Mit Rücksicht 


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246 


D. Referate. 


darauf, daß der Lehrer der Pionier der Gesundheitspflege auf dem 
Lande ist und sein muß, werden selbstredend auch alle Fragen all¬ 
gemeinen hygienischen Inhalts, mögen sie die Familie des Lehrers 
oder andere Familien betreffen, in der Zeitschrift prompt und kosten¬ 
los beantwortet werden. Ausgeschlossen von der Berücksichtigung 
sind die Fragen, die sich mit der Heilung von Krankheiten befassen. 

Archiv für Rassen- und, Gesellschaftsbiologie, ein¬ 
schließlich Rassen- mul Gesellschaftshygiene, Herausgegeben 
von A. Ploetz, H. Friedmann, A. Nordenholz und L. Plate 
im Verlage der Archivgesellschaft in Berlin (W. 62). Preis jährlich 
20,00 M. Die in jährlich sechs Heften erscheinende Zeitschrift hat 
sich zur Aufgabe gemacht die Erforschung des Wesens von Basse 
und Gesellschaft und ihres gegenseitigen Verhältnisses, der biologischen 
Bedingungen ihrer Erhaltung und Entwicklung, sowie der grund¬ 
legenden Probleme der Entwicklungslehre. Dem Prospekt entnehmen 
vir folgende orientierende Bemerkungen: Rassenbiologie ist die Lehre 
vom Leben und von den inneren und äußeren Lebens- und Entwick- 
lungsbediugungen der Rasse und, da man die Rassenhygiene mit ein¬ 
beziehen muß, auch die Lehre von den optimalen Erhaltungs- und 
Entwicklungsbedingungen der Rasse. Das Wort Rasse ist in diesem 
Zusammenhänge nicht gleichsinnig mit morphologischer Varietät, 
sondern die Bezeichnung für den wesentlich physiologischen Begriff 
einer durchdauernden Lebenseinheit, gebildet durch die Zusammen¬ 
fassung der dafür notwendigen und mitwirkenden ähnlichen Indivi¬ 
duen. Die allgemeinen biologischen Gesetze der Erhaltung und Ent¬ 
wicklung aller Rassen, handle es sich um Menschen, Tiere oder 
Pflanzen, Gesetze, wie sie von Darwin und Wallace begründet, 
von Haeckel, Galton, Weismann, Roux, de Vries und 
anderen Forschern nach z. T. verschiedenen Richtungen weiter ent¬ 
wickelt wurden, müssen der ferneren Diskussion unterworfen bleiben. 
Es stellt sich daher das Archiv allen den Forschern zur Verfügung, 
die sich mit allgemeinen biologischen Problemen theoretischer oder 
praktischer Art beschäftigen, und bitten sie um solche Arbeiten, 
welche die Abstammungslehre und die mit ihr zusammenhängenden 
Fragen (Variabilität, Vererbung, Selektion, Lamarckismus, Vitalis- 
mus usw.) zu fördern suchen. Speziell beim Menschen gehören in die 
Rassenbiologie alle Betrachtungen über Geburten- und Sterbeziffer, 
Aus-, Ein- sowie Binnenwanderung und daraus resultierende quanti¬ 
tative und qualitative Veränderungen der Rasse, über Fortpflanzung, 
Variabilität und Vererbung (Genealogie), über Kampf ums Dasein, 
Auslese und Panmixie, über wahllose Vernichtung und kontraselek- 
torische Vorgänge (Kriege. Schutz der Schwachen), über direkte Um¬ 
wandlung durch Umgebungseinflüsse wie Klima, Bodenbeschaffenheit, 


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X. Vermischtes. 


247 


Ernährung, soziale und wirtschaftliche Einflüsse usw., über die Un¬ 
gleichheit der verschiedenen Rassen in bezug auf Entwicklungshöhe, 
über ihren Kampf ums Dasein gegeneinander, sowie über die aus 
allen diesen Faktoren sich ergebenden Konsequenzen für die Erhal¬ 
tung und Entwicklung einer Rasse. Zur Rassenhygiene gehören zu¬ 
nächst alle Versuche, ihr Ziel wissenschaftlich festzustellen, sodann 
aber die Herstellung aller der von diesem Ziel ausgehenden Kausal¬ 
ketten bis zu beherrschbaren materiellen und psychologischen Fak¬ 
toren unserer Gegenwart, mögen sie die einzelnen, die Familie (Fort¬ 
pflanzungshygiene), Gesellschaften oder Staaten betreffen, mit allen 
ihren Ausstrahlungen auf Moral, Recht und Politik. Die Gesellschafts¬ 
lehre entnimmt der Biologie deren Grundtatsachen und Gesetze, um 
dafür zum Vorstellungskreis der letzteren ihre eigenen Ergebnisse 
über die Voraussetzungen, Gesetzlichkeiten und Formen der Assoziation 
unter den Lebewesen, vor allem aber den höchst organisierten Lebe¬ 
wesen, den Menschen, hinzuzutun. Unter Ablehnung falscher Ana¬ 
logiespielereien und kritikloser Übertragung eigenartiger und ver¬ 
wickelter anatomischer und physiologischer Verhältnisse und Vorgänge 
bestimmter Arten von Lebewesen auf die menschliche Gesellschaft, 
kommt es hier auf die Aufdeckung der wirklich allen assoziativen 
Bildungen gemeinsamen Prinzipien und der identischen Gesetze an. 
Des weiteren gilt es die Verwertung der biologisch-evolutionistischen 
Erkenntnisse für die praktischen Bedürfnisse von Gesellschaft und 
Staat; für die Beurteilung der auf die Wohlfahrt und den Schutz der 
schwachen Individuen gerichteten Tätigkeit vou Staat und Gemeinde, 
sowie privater Vereinigungen; für die Fragen des Laisser faire und 
des Interventionsprinzips, des Freihandels und Schutzzolls, überhaupt 
der Völkerkonkurrenz und ihrer Bedeutung für Gesellschaft und Rasse. 
Ebenso haben die Rechts-, Staats- und Verwaltungswissenschaft, die 
allgemeine politische und die Kulturgeschichte, sowie überhaupt alle 
zum Gesellschaftsleben in Beziehung tretenden Disziplinen aus der 
gehörigen Berücksichtigung der biologischen und rassewissenschaft¬ 
lichen Ergebnisse, aus ihrer direkten Beziehung auf die Entwicklung 
von Rasse und Gesellschaft neues Licht und neue Wendungen zu er¬ 
warten. Schließlich bietet die moderne naturwissenschaftlich-biolo¬ 
gische Anschauung auch der Moralphilosophie neue Ausgangspunkte 
dar, deren Tragweite für unsere grundsätzliche Auffassung, für unser 
Tun und Lassen, für Gesetzgebung und Politik von gar nicht zu über¬ 
schätzender Bedeutung ist. — Aus dieser kurzen Skizzierung des In¬ 
halts von Rassen- und Gesellschaftsbiologie geht hervor, wie zahl¬ 
reiche Hilfswissenschaften herangezogen werden müssen: nahezu sämt¬ 
liche Zweige der Naturwissenschaft, sowohl der exakten, da Chemie 
und Physik für viele biologische Fragen grundlegend sind, wie der 
biologischen, Physiologie und Morphologie einschließlich der phylo- 


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248 


D. Referate. 


und ontogenetischen Entwicklungsgeschichte der Pflanzen, Tiere und 
besondere des Menschen. Speziell die Anthropologie und Medizin, 
Nationalökonomie und Statistik werden im weitesten Umfang berück¬ 
sichtigt werden müssen. Die Psychologie ist als Grundlage mancher 
Probleme der Gesellschafts- und der Rassenbiologie ebensowenig zu 
entbehren als die historischen und die Sprachwissenschaften. Wegen 
der großen Wichtigkeit dieser Hilfswissenschaften will sich das Archiv 
bemühen, auch die allgemeinen Fortschritte derselbsn, soweit sie für 
unser Gebiet von Bedeutung sind, den Lesern zugänglich zu machen. 
Kulturelle und politische Ereignisse, Agitationen und Tendenzen von 
hervorragend großer Tragweite für unser Gebiet sollen registriert und 
in ihrer Bedeutung gewürdigt werden. Die Beiträge werden vor¬ 
wiegend in deutscher Sprache abgefaßt sein, jedoch sollen englische 
und französische Texte nicht ausgeschlossen werden. 


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E. Bibliographie. 


(Die mit * versehenen Veröffentlichungen haben ira Referatsteil eine Besprechung 
gefunden. — Wo keine Jahreszahl angegeben ist, ist stets 1903 zu lesen.) 


I. 

Methode und Geschichte der sozialen Hygiene. 

1« Allgemeines. 

Arnold, H. D., The relation of laboratory research to the general practitioner of 
medicine. Boston med. a. surg. Journ. CXLIX, 18. 

* Ascher, L., Soziale Medizin und soziale Hygiene. S.-A. aus Encyklopädische Jahr¬ 

bücher der gesamten Heilkunde. N. F. 2. Bd. 

* Berlepsch, Frhr. v., Warum betreiben wir die soziale Reform? Nebst einem 

Bericht über die Tätigkeit d. Gesellsch. für soziale Reform i. J. 1903. (48 S.) 
Mk. 0,30. Schriften d. Gesellsch. f. soz. Reform. Hrsg. v. Vorstande. H. 11. 
Jena, Gustav Fischer. 

* Breitung, M., Die sozialpolitische Bedeutung der Volkshygiene. Vortrag, gehalten 
auf der 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Kassel. 
Berlin. A. Duncker. 

Eulenburg, A., Das soziale Uebel. D. med. Woch. XXIX, 25. 

Förster, J., Bakteriologie und Hygiene. Rektorats-Rede. (18 S.) Mk. 0,80. 
Straßburg, J. H. E. Heitz. 

Hellpach, W., Zur Logik der Sozialpathologie. Soz. Monatsh. VII (IX), 7. 
Hohmann, G., Aufgaben der Sozialhygiene. Zeit. II, 14. Berlin. 

Jaffö, Über soziale Medizin. Münch, med. Woch. 50. Jahrg. 8. 

Kirchner, M., Die Mitwirkung des ärztlichen Praktikers bei den Aufgaben der 
Hygiene. Deutsche Klin. I. 

Koch-Hesse, A., Soziale und anthropologische Ideen in der Hygiene. Polit.- 
anthropolog. Revue. I, 11. 

*Kriegel, F., Zusammenarbeit von Nationalökonomen und Aerzten auf dem Gebiet 
der Sozialstatistik. Monatsschr. f. soziale Medizin. I, 1. 

*Lassar, O., Die Ziele der hygienischen Bewegung. Festrede zur Eröffnung der 
Stettiner Ausstellg. f. Gesundheitspflege u. Volkswohlfahrt. (12 S.) Mk. 0.40. 
Berlin, A. Hirschwald. 

Leyden, E. v., Das Denken in der heutigen Medizin. Festrede. Die Kranken¬ 
pflege. II, 5. 


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250 E. Bibliographie. 

*Leyden, E. v., Das Denken in der heutigen Medizin. Festrede. (28 S.) Mk. 0,80. 
Berlin. A. Hirschwald. 

Liebe, G., Soziale Hygiene. Blätter f. Volksgesundhtspfl. III, 9. 

Neumann, O., Beziehungen zwischen Zivihnedizin und Militärmedizin. Reichs- 
medizinalanz. H. 1«?—19. 

*Schmoller, G., Heber einige Grundfragen der Sozialpolitik und der Volkswirt¬ 
schaftslehre. 1. Heber einige Grundfragen des Rechts und der Volkswirtschaft. 
1874 - 75. 2. Die Gerechtigkeit in der Volkswirtschaft. 1881. 3. Die Volks¬ 
wirtschaft, die Volkswirtschaftslehre und ihre Methode. 1893. 4. Wechselnde 
Theorien und feststehende Wahrheiten im Gebiete der Staats- und Sozial¬ 
wissenschaften und die heutige deutsche Volkswirtschaftslehre. 1897. 2. verm. 
Anti. (IX. 393 S.) Mk. 7,20. Leipzig, Duncker & Huinblot. 

Storch, E., Psychologie und Medizin. Arch. f. Physiologie. XC1II, 9 u. 10. 
*Wasserrab, K ., Soziale Frage, Sozialpolitik und Carität. (27 S.) Mk. 0,80. 
Leipzig, Duncker & Humblot. 

*Sechs Vorträge aus dem Gebiete der sozialen Medizin, geh. im Rostocker Aerzte- 
verein 1901/02. (Aus Münch, raed. Wochenschr.) (107 S. mit 1 Tab.) Mk. 3. 
München, J. F. Lehmanns Verl. 

2. Ärztliche PfUchtenlehre. 

Beck, Die medizinische Fortbildungsschule in New York. Münch, med. Woch. 
50. Jahrg. 12. 

Faustus, H. f Aus dem Leben eines Arztes. (23 S.) München, Seitz & Schauer. 
Fischkin, E. A., Aerztliche Ethik. New Yorker med. Monatsschr. XV, 2. 

Groß, H., Zur Frage des Berufsgeheimnisses. Arch. f. Kriminalanthrop. u. Krimi¬ 
nalistik. XIII. S. 241. 

Karger, Hehertreibungen in der Medizin. Münch, med. Woch. 50. Jahrg., 19. 
Moll, A., Aerztliche Ethik unter besonderer Berücksichtigung der Psychotherapie 
und Psychohygiene. New Yorker med. Monatsschr. XIV, 12. 1902. 

Osler, W,, On the educational value of the medical society. Boston med. and 
surg. Journ. CXLVIII, 11. 

Sugar, M., Arzt und Politik. Klin.-therap. Wochenschr. 40. 1902. 

Steinen, E. von den, Gesundheit und Sittlichkeit. Vortrag. (15 S.) Mk. 0,20. 
Düsseldorf, J. Baedecker. 

Wagner, G., Aerztliche Kunst und medizinische Wissenschaft. Neue Zeit. XXI, 15. 
Soziale Gesetzgebung und ärztliche Praxis. Von R, B. (30 8.) Mk. 0,75. 
Leipzig, K. Oberländer. 


3. Methode der Statistik. 

Biermann, W. E., W. Wundt und die Logik der Sozialwissenschaft. Jahrb. f. 

Nationalökon. u. Statistik. III. F. 25. Bd. S. 50 f. 

Fischer, C., Zur Stellung der Statistik in der Medizin. Zeitschr. f. schweizerische 
Statistik. XXXIX, I. S. 590. Bd. I. 

Macleod, H. W. G., Methods and calculations in hygiene and vital statistics. 
Includiug the use of logarithms and logarithmie tables. Illustr. S. 158. 5 s. 
London. 0. Griftin. 

March, L ., Questions de methode statistique. Journ. de la Soc. de Statist. H. 11 
u. 12. 

*Lexis, W„ Abhandlungen zur Theorie der Bevölkerungs- und Moralstatistik (V, 
253 S. m. 10 Abbild.) Mk. 0. Jena. G. Fischer. 

*Spiethoff, A., Die Krisentheorien von M. v. Tugan-Baranowsky und L. Pohle. 
(S. 331—300.) (Nicht im Handel.) S.-A. aus Jahrb. f. Gesetzgebg.. Verwaltg. 
u. Volkswirt sch. im Deutschen Reiche. Herausg. v. G. Schmoller. Leipzig, 
Duncker & Humblot. 


4. Geschichte. 

Adachi, B., Syphilis in der Steinzeit in Japan. Arch. f. Dermatol, u. Syph. LXIV. 1. 
*Bergmann , J Geschichte der Anti-Alkohol-Bestrebungen. Ein Heberblick über 
die alkoholgegnerischen Bestrebungen aller Kulturländer seit den ältesten 


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E. Bibliographie. 


251 


Tagen bis auf die Gegenwart. Mit besond. Berücksicht, des Vereinswesens. 
Aus dem Scliwed. übersetzt, neu bearb. u. herausg. von R. Kraut. 1. Ltg. 
(128 S.) Hamburg, Gebr. Lüdeking. 

Blenck, E„ Nekrologe. S -A. aus d. XLIII. Jahrg. d. Ztschr. d. kgl. preuß. Statist. 
Bureaus. Berlin, Buchdr. W. Koebke. 

Blind, lieber altgermanische Heilkunde. Arch. f. öffentl. Gesundheitspfl. in E.-L., 
XXII, 10. 

Boom, E. v . d., Friedrich Wörishoffer. Arbeiterwohl. XXIII, 7—12. 

Brunner, C., Die Verwundeten in den Kriegen der alten Eidgenossenschaft. Ge¬ 
schichte d. Heeressanitätswesens u. d. Kriegschirurgie in schweizer Landen 
bis zum J. 1798. (XVI, 418 S. mit 13 Abbild, u. 1 Taf.) Mk. 12. Tübingen. 
H. Laupp. 

Ebstein, W., lieber das Alter der Bubonenpest. Janus VII, 3. 1902. 

— Ob es sich bei der Pest des Thukydides um die Bubonenpest gehandelt hat? 

Janus. VII, 1. 1902. 

— Die Medizin im Neuen Testament und im Talmud. (VII. 338 S.) Mk. 8, 

Stuttgart, F. Enke. 

Frankel, B., Robert Koch. Tuberkulosis II, S. 549. 

Francke, E., Richard Roesicke f. Soziale Praxis. Jahrg. XII. Nr. 44. 

Fuchs, A„ Hofrat Richard Freiherr von Krafft-Ebing. Münch, med. Wocli. L, 4. 
Gruber, Hans Büchners Anteil an der Entwicklung der Bakteriologie. Münch, med. 
Woch. 50. Jahrg., 13. 

Haas-Zumbühl, F Die Butterpreise von Luzern von 1601 bis 1903. Zeitschr. 
f. Schweiz. Statist. XXXIX. Lief. 6. 

— Die Milchpreise in Luzern ausgemessen von 1553 bis 1903. Zeitschr. f. Schweiz. 

Statist. XXXIX. Lief. 6. 

Bahn, M„ Hans Büchner. Deutsche Vjhrschr. f. off. Geshpfl. XXXV, 1. 
Herkner, H., Friedrich Wörishoffer. Zur Erinnerung anläßlich der ersten Wieder¬ 
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Hoppe-Seyler, G., Johannes Bockendahl. Ein Gedenkblatt. (Aus: „Mitteil. f. d. 

Verein schlesw.-holst. Aerzte u .) (27 S. m. 1 Bildn.) Mk. 1. Kiel, R. Cordes. 
Inama-Sternegg, K. Th. von, August Meitzen. Zeitsohr. f. Volkswirtseh., Sozial¬ 
politik u. Verwaltg. Bd. XII. S. 110. 

Kohut, A., Justus v. Liebig, sein Leben und Wirken. Auf Grund der besten und 
zuverlässigsten Quellen geschildert. Mit ungedruckt. Briefen Liebigs, 2 Briefen 
Liebigs in Fksm. u. 34 Orig.-Illustr. (VIII, 394 S.) Mk. 6. Gießen, E. Roth. 04. 
Kure, S., Geschichte d. Psychiatrie in Japan. Jahrb. f. Psych. XXIII, 1 u. 2. 
Lannolse, de, Professor Nocard. Zeitschr. f. Tuberk u. Heilst. V, 2. 

Lifschitz, F., Robert Thomas Malthus und Johann Heinrich von Thünen als Be¬ 
völkerungstheoretiker. Zeitschr. f. d. ges. Staatswissensch. 59. Jahrg. S. 553. 
Loeffler, F., Robert Koch, zum 60. Geburtstage. Deutsche med. Woch. XXIX, 50. 
Marcuse, J., Zur Geschichte der Sozialhygiene der Völker. Separatabdr. Die 
Krankenpflege II, 10. 

Moeller, C., Die Medizin im Herodot. Für Mediziner und Philologen. (36 S.') 
Mk. 1. Berlin S. Karger. 

Müllerheim, R., Zur Kulturgeschichte der Wochenbettstube vergangener Jahr¬ 
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*Pagel, J., Zur Geschichte der sozialen Medizin, besonders in Deutschland. Monats- 
schr. f. soziale Medizin. I, 1, 2, 3. 

Schmidt, M. B., Worte der Erinnerung au Rudolf Virchow. Arch. f. öffentl. Ge¬ 
sundheitspfl. in E.-L. XXII, 8. 

Schrohe, H., Kurmainz in den Pestjahren 1666—67. Erläuterung, u. Ergänzung. 

zu Janßens Geschichte des deutschen Volkes. III, 5. 

Schwartz, O., Zur Geschichte der Sozialhygiene der Völker. D. Krankenpflege. 

II, 11. 

— Der Einfluß des Christentums auf die wissenschaftl. Heilkunde, Hygiene und 

Krankenpflege in alter und neuer Zeit. Die Krankenpflege. II, 9. 

Seitz, Fabrikiuspektor Fridolin Schiller. Corresp.-Bl. f. Schweiz. Aerzte. XXXIII, 15. 
Siegl, K„ Eine „Wnndärzte-Ordnung“ vom J. 1574 im Egerer Stadtarchiv. Prager 
med. Woch. XXVIII, 3. 


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252 E. Bibliographie. 

Sölder, v., Zum Gedächtnis Richard Freiherr von Krafft-Ebing’s. Psych.-neurol. 
Woch. V, 21. 

Stübben, J., James Hohrecht. Deutsche Vjhrschr. f. öff. Gesundheitspfl. XXXV, X. 
Tschudy, R., Fabrikinspektor Dr. Fridolin Schüler. Schweiz. Bl. f. Wirtsch. u. 
Sozialpol. XI, 12. 

Urban, M., Zur Geschichte der Pocken. Prag. med. Woch. XXVIII, 46. 

Voigt, J. F., Geschichtliches über die Versorgung Hamburgs mit Milch. 63 S. 
Mk. 1,50. Hamburg, C. Boyaen. 

Waldeyer, W., Gedächtnisrede auf Rudolf Virchow. (52 S.) (Aus Abhandl. der 
preuß. Akad. d. Wissensch.) Mk. 2. Berlin, G. Reimer in Komm. 


5. Vermischtes, 

Becher, W., Internationaler Kongreß für Hygiene und Demographie in Brüssel. 

Zeitschr. f. Tuberk. u. Heilstättenwesen. Bd. V. H. 2. 

Brault, J., Les religions devant l’hygi&ne dans les pays coloniaux. Ann&les d’Hyg. 
publ. X>LIX, 3. 

Grotjahn, A., Der XI. internationale Kongreß für Hygiene und Demographie in 
Brüssel vom 2.-8. Sept. 1903. D. med. Woch. vom 24. Sept. S. &)7. 
Johnston, J. C., 6 years of medical joumalisme. Philad. med. Journ. XI, 4. 
Neuburger, Aerztliche Reiseerinnerungen an Paris und London. D. Vjhrschr. f. öff. 
Gesundheitspfl. XXXV. S. 321. 

*Neumann, O., Die soziale Bedeutung der Militärmedizin. Med. Reform. XI, 18. 
Roth, E., Das medizinische Zeitschriftenwesen in Deutschland von 1853, 1875 und 
1901. Münchn. med. Woch. L, 15. 

*W. Roth's Jahresbericht über die Leistungen und Fortschritte auf dem Gebiete 
des Militär-Sanitätswesens. Herausg. v. d. Redaktion der Deutschen militärärztl. 
Zeitschr. XXVIII. Jahrg. Bericht für d. J. 1902. Ergänzungsband zur D. 
militärärztl. Zeitschr. XXXVIII, 185 S. Mk. 5. Berlin, E. S. Mittler & Sohn. 
Sudhoff, K., Das medizinische Zeitschriftenwesen in Deutschland bis zur Mitte 
des 19. Jahrhunderts. Münchn. med. Woehenschr. L. 11. 

Wolzendorff, G., „Gesundheitspflege und Medizin der Bibel (Christus als Arzt).“ 
8tudien und Betrachtungen. (Mk. 1) Wiesbaden, Otto Neumich. 
Zimmermann, Der XI. internationale Kongreß für Hygiene und Demographie zu 
Brüssel, 2.—8. September 1903. Statist. Monatschr. N. F. VIII, 11, 12. 
Compte rendu du Congr&s International d’Hygi&ne et de Demographie. Bruxelles, 
P. Weißenbruch. 

Jahresbericht über die Fortschritte in der Lehre von den pathogenen Mikro¬ 
organismen, umfassend Bakterien, Pilze und Protozoen. Unter Mitwirkung v. 
Fachgenossen bearb. u. herausg. v. P. v. Baumgarten u. F. Tangl. 14. Janrg. 
1901. 1. Abteil. (560 S.) Mk. 16. 2. Abteil. (S. 560—1114) Mk. 16. Leipzig, 
S. Hirzel. 

*19. Jahresbericht über die Fortschritte und Leistungen auf dem Gebiete der 
Hygiene. Begr. von J. Uffelmann. Jahrg. 1901. Herausg. von A. Pfeiffer. 
X, 660 S.) Mk. 12. Deutsche Vierteljahrrschr. f. öffentl. Gesundheitspfl. Red. 
A. Spieß u. M. Pistor. 34. Bd. Suppl. Braunschweig, F. Vieweg & Sohn. 

Jahresbericht über die Fortschritte und Leistungen auf dem Gebiete der sozialen 
Hygiene und Demographie. 2. Bd.: Bericht über d. Jahr 1902. Herausg. v. 
A. Grotjahn u F. Kriegei. (X, 473 S.) Mk. 12. Jena, G. Fischer. 


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E. Bibliographie. 


253 


II. 


Bevölkerungsstatistik und Mortalität. 

1. Allgemeines. 

Anderegg, H., Die amtlichen Statistiker und die Schweizerische Statistische Gesell¬ 
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Baines, J. A., On the census of uuenumerated populations. Bull, de linst. Internat, 
de Statist. Tome XIII, I. 

Bertillon, J„ Le recensement de la population en 1900 dans les divers pays. Rev. 
gener. d’administr. XXVI. 

Bortkiewicz, L. v„ Ueber die Methode der „Standard population“. Drucks, d. 

IX. Tagung d. Intern. Statist. Inst. 

Bowley, A . L., Elements of Statistics. 336 S. London 1902, King. 

Brialmont, De l’accroissement de la population et de ses efFets dans Favenir. 
Frs. 0,75. Paris, Fischbacher. 

Cameron, J. Sp., The estimation of intercensal populations. Public Health. XVI, 1. 
Cauderüer, G„ Les lois de la population. Revue Internat, de Sociologie. XI. Jahrg. 
p. 108 f. 

Fahlbeck, P. E., Der Adel Schwedens (und Finnlands). Eine demographische 
Studie. VIII. 362 S. 7 Mk. Jena, G. Fischer. 

Foville, A. de, La statistique et Fopinion. Bull, de FInst. Internat, de Statist. 
Tome XIII, 1. 

Haushofer, M., Bevölkerungslehre (VI. 128 S.) Aus Natur u. Geisteswelt. Sammlg. 
wissenschaftlich-gemeinverständl. Darstellgn. aus allen Gebieten des Wissens. 
44 Bdchn. Leipzig, B. G. Teubner. 

Jacquart, C., Etüde de la demographie statique et dynamique des agglomerations 
urbaines et specialement des villes beiges. 118 pp. Bruxelles. 

Juglar, C., Tableau des naissances (1850—1900) en France, en Angleterre, en Prusse, 
en Allemagne et dans leurs capitales. Y a-t-il des periodes pour les mariages 
et les naissances, comme pour les crises commerciales? (Frcs. 1,50.) Paris, 
Guillaumin et Cie. 

Juglar, C., X a-t-il des periodes pour les marriages et les naissances comme pour 
les crises commerciales? Bull, de FInst. Internat, de Statistique. Tome XIH, IV. 
Kiaer, A . N., Statistische Beiträge zur Beleuchtung der ehelichen Fruchtbarkeit. 

I. u. II. Abschnitt. M 3 graphischen Beilagen. Videnskabs-Selskabets-Skrifter. 

II. Historisk-filosofisk Klasse Nr. 1. Christiania, Jakob Dybwad. 

Körösy, J . de. Weitere Beiträge zur Statistik der ehelichen Fruchtbarkeit. Bull. 

de FInst. Internat, de Statist. Tome XIH, III. 

Latzina, F., Demografia. Buenos Aires. 

Le Montreer, L’emigration de la Campagne vers la ville. 23 p. Vannes. Lafolye 
fr&res. 

Levasseur, E., IX e Session de Finstitut internat. de statistique, tenue a Berlin 
du 20 au 25 septembre. Journ. de la Soc. de Statist. XLIV, 10. H. 11. 

Mc Vail, J. C„ The population in intercensus years. Public Health. XVI, 1. 
Mayet, P., Die schematisch-statistischen Karten des Kaiserlichen Statistischen Amtes 
zu Berlin. Drucks, d. IX. Tagung d. Intern. Statist. Inst. 

— Stichproben - Erhebungen in der Zwischenzeit zwischen großen Vollzählungen 

längerer Periodicität. Drucks, d. IX. Tagung d. Intern. Statist. Inst. 

Mayr, G. v., Die Ziele des Ausbaus der Auswanderungsstatistik. Bull, de FInst. 
Internat, de Statist. Tome XIH, I. 

— Die Statistik der äußeren Wanderungen. Drucks, d. IX. Tagung d. Intern. 

Statist. Inst. 

Meinzingen, F. v., Die Wanderbewegung auf Grund der Gebiirtigkeitsdaten der 
Volkszählung vom 31. Dezember 1900. Statist. Monatsschr. N. F. VHI, 3. 4. 
Menikophilos, Ueber die Altersgliederung von Stadt und Land. Neue Zeit XXn, 2. 
Newsholme, A., and Stevenson, T. H. C., The graphic method of constructing a 
life table illustrated by the Brighton life table 1891—1900. Journal of Hygiene. 
IV. Nr. 3. 


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254 


E. Bibliographie. 


Oppenheimer, Une nouvelle loi de la population. Revue d'Econ. Polit. S. 333. 

Prinzing, F., Heiratshäufigkeit und Heiratsalter nach Stand und Beruf. Ztschr. 
f. Sozialwissensch. VI, 8/9. 

— Die Leichenschau in Siiddeutschland. „Gesundheit“ XXVHI, S. 437. 

Rubin, M., Sur les explorations demographiques ä executer dans les pays ou il 
n’existe pas encore de recenseraent et sur Torganisation d’une statistique inter- 
nat. reguliere du mouvement de la population dans tous les pays. Kopen¬ 
hagen, Imp. Bianco Luno. 

Thirring, G., Plan einer internationalen Statistik der Wanderungen. Bull, de 
linst. Internat, de Statist. Tome XIII, I. 

Weinberg, W., Methode u. Ergebnis d. Erforschung d. Ursachen d. Mehrlings¬ 
geburten. Virchows Arch. CLXXI, 2. 

Winslow, C . E. A., Notes on Vital Statistics. Quart. Publ. of the Americ. Statist. 
Soc. New Series No. 63/64. 

Yule, G. U., Notes on the Theory of Association of Attributes in Statistics. Bio- 
metrika II, p. 121. 

Die Beschlüsse der von 1879 —1903 abgehaltenen Konferenzen der Vorstände 
statistischer Aemter deutscher Städte. Zus. gest. im stat. Amt der Stadt 
Breslau unter Leitg. von M. Neefe und E. Kieseritzky. S.-A. aus d. XI. Jahr¬ 
gang d. Statist. Jahrb. deutscher Städte. Breslau, W. G. Korn. 

Die amtliche Statistik Deutschlands. Der neunten Tagung des internationalen 
statistischen Instituts — Berlin, den 21. bis 25. September 1903 — vorgelegt 
vom Kaiserlichen Statistischen Amt. Berlin J. Springer. 

Die Leichenschau in Italien. „Gesundheit“ XXVIII, S. 132. 


2« Bevölkerungsstatistik der einzelnen Länder und Städte. 

Ballod, C., Die Sterblichkeit der Großstädte. Drucks, d. IX. Tagung d. Intern. 
Statist. Inst. 

0. Hübner's statistische Tafel aller Länder der Erde. 52. Aufl. f. 1903. Hrsg. 

von F. v. Juraschek. Mk. 0,60. Frankfurt a/M., H. Keller. 

Juraschek, v., Flächeninhalt und Bevölkerung Europas. Statist. Monatsschr. N. F. 
VIII, 1. 

Die Staaten Europas. Statist. Darstellg., begründet v. H. F. Braehelli. 5. Aufl. 
Hrsg, von F. v Juraschek. In 8—10 Lfgn. 1. Lfg. (S. 1 — 80). Mk. 2. 
Brünn, F. Irrgang. 

Marbot, H., Ueber die Größe und das Wachstum der Bevölkerung im Deutschen 
Reiche. Soz. Monatsh. VII (IX), 11. 

Sydow, G., Die Volkszählung 1900. Soziale Praxis, Jahrg. XII Nr. 31. 

Die Volks Zahlung vom 1. XII. 1900 im Deutschen Reich. I. Teil (VIII. 204 u. 
372 S. to. 13 färb. Taf.) Mk. 8. II. Teil (IV, 789 S.) Mk. 4. Statistik des 
Deutschen Reichs. Hrsg, vom kaiserl. Statist. Amt. 150. u. 151. Bd. Berlin, 
Puttkammer & Mühlbrecht. 

*Die Bevölkerung des Deutschen Reichs im 19. Jahrhundert auf Grund der deutschen 
und d. internationalen Bevölkerungsstatistik. Ref.: F. Zahn. S.-A. aus d. 
Vierteljahrsheften zur Statistik d. Deutschen Reichs; Jahrg. 1902. I. H. 
*Die Volkszählung am 1. XII. 1900 im Deutschen Reich. Bearb. im kaiserl. 
Statist. Amt. (Aus: „Statistik d. Deutschen Reichs“) (VI. 204 S. m. 16 (14 färb.) 
Taf.). Berlin, Puttkammer & Mühlbreeht. 

*Eheschießungen, Geburten und Sterbefälle im Jahre 1901. Ref.: Zahn. S.-A. 

aus d. Vierteljahrsheften zur Statistik des Deutschen Reichs. XII. Jahrg. H. 1. 
Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. Hrsg. v. kaiserl. Statist. Amt. 
24. Jahrg. 1903. (VIII. 274 u. 31 S. m. 5 färb. Taf.) Mk. 2. Berlin, Putt¬ 
kammer & Mühlbrecht. 

*Die endgültigen Ergebnisse der Volkszählung vom 1. XII. 1900 im preußischen 
Staate sowie in den Fürstentümern Waldeck und Pyrmont nebst e. aktenmäß. 
Bericht e üb. d. Ausführg. dieser Zäh lg. I. Teil (VI, XLII. 431 S.) Mk. 12,60. 
II. Teil. Gebürtigkeit. Blinde. Taubstumme. Arbeitsort und Wohnort (IV. 
539 S.) Mk. 13,80. III. Teil. Die Muttersprache. (XXVIII. 432 S.) Mk. 11,60. 


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E. Bibliographie. 


255 


Preußische Statistik. (Amtliches Quellenwerk.) Hrsg, in zwanglosen Heften 
vom kgl. Statist. Bureau in Berlin. H. 177 Teil I, II, III. Berlin 1902/3, 
kgl. Statist. Bureau. 

*Die Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle im preuß. Staate während des 
J. 1901. (XXII. 612 S.) Mk. 16. Preußische Statistik. (Amtl. Quellenwerk.) 
Hrsg, in zwanglosen Heften v. kgl. Statist. Bureau in Berlin. 178. H. Berlin, 
Verlag des kgl. Statist. Bureaus. 

Die Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle im preußischen Staate während des 
Jahres 1902. Ztschr. d. kgl. preuß. Statist. Bur. XLIII. p. 403—410. 

* Statistisches Handbuch für den preuß. Staat. Hrsg. v. kgl. Statist. Bureau. 

4. Bd. XXI. 685 S. Mk. 5. Berlin, Verlag des kgl. Statist. Bureaus. 
Bewegung der Bevölkerung in Bayern in den Jahren 1825/26 bis 1902. Ztschr. d. 
kgl. bayr. Statist. Bureaus. XXXV, 3. 

Geburten und Sterbefälle in 25 bayrischen Städten im ersten Vierteljahre 1903. 

Ztschr. d. kgl. bayr. Statist. Bureaus. XXXV, 1. 

Geburten und Sterbefälle in 25 bayrischen Städten im zweiten Vierteljahre 1903. 

Ztschr. d. kgl. bayr. Statist. Bureaus. XXXV, 2. 

Geburten und Sterbefälle in 25 bayrischen Städten im dritten Vierteljahre 1903. 

Ztschr. d. kgl. bayr. Statist. Bureaus. XXXV, 3. 

Geburten und Sterbefälle in 25 bayrischen Städten im vierten Vierteljahre 1903. 

Ztschr. d. kgl. bayr. Statist. Bureaus. XXXV, 3. 

Lommatzsch, G., Beiträge zur Statistik der Geburten, Eheschließungen und Sterbe¬ 
fälle in den drei sächsischen Großstädten. (Fortsetzung und Schluß.) Ztschr. 
d. kgl. sächs. Statist. Bureaus. 49. Jahrg. H. 1 u. 2. 

— Beiträge zur Statistik der Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle in den drei 
sächsischen Großstädten. I. u. II. Eheschließungen und Sterbefälle. Ztschr. 
d. kgl. sächs. Statist. Bureaus. ^ 48. Jahrg. 1902. H. 3 u. 4. 

Wächter, G,, Die Bevölkerung Sachsens nach Geschlecht, Alter und Familienstand. 
Sterbliehk. Altersklassen und Civilstand. Geschlecht, Alter u. Familienstand 
d. sächs. Bevölkerung im J. 1900. Ztschr. d. kgl. sächs. Statist. Bureaus. Red. 
v. E. Würzburger. 48. Jahrg. H. 3 u. 4. Dresden, v. Zahn & Jaensch. 
Kalender und statistisches Jahrbuch für d. Kgr. Sachsen nebst Marktver¬ 
zeichnissen f. Sachsen u. d. Nachbarstaaten auf d. Jahr 1904. Hrsg. v. Statist. 
Bureau d. kgl. sächs. Ministeriums d. Innern. (95. X. 185 S.) Mk. 1. Dresden, 
G. Heinrich. 

*Lang, H, Die Entwicklung der Bevölkerung in Württemberg und Württembergs 
Kreisen, Oberamtsbezirken u. Städten im Laufe des 19. Jahrh. Mit Tab. u. 
5 Karten. (XII. 247 S.) Mk. 9. Beiträge zur Geschichte der Bevölkerung in 
Deutschland, seit dem Anfänge des 19. Jahrh. Hrsg. v. F. J. Neumann. 7. Bd. 
Tübingen, H. Laupp. 

Losch, H., Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. XII. 1900 für das Königreich 
Württemberg. Württemb. Jahrb. f. Statistik u. Landesk. Jahrg. 1903. Stuttg., 
W. Kohlhammer. 

*Württembergische Jahrbücher für Statistik u. Landeskunde. Hrsg. v. d. 
königl. Statist. Landesamt. Jahrg. 1902. (III, XXIV. 291 S. m. Abbildgn. 
u. färb. Karten.) Mk. 3. Stuttgart, W. Kohlhammer (in Komm.). 
*Württembergische Jahrbücher für Statistik u. Landeskunde. Hrsg. v. d. 
kgl. Statist. Landesamt. Jahrg. 1903. 2 Hefte (1. H. 1, 176 S.). Mk. 3. 
Stuttgart, W. Kohlhammer (in Komm.). 

*Statistisches Jahrbuch für das Großherzogtum Baden. 33. Jahrg. 1902. (XX. 
552 S.) Mk. 6. Karlsruhe, (Macklot). 

Knöpfei, L., Die Volkszählung im Großherzogtum Hessen vom 1. XII. 1900. (IV, 
XXXII. 203 S.) Mk. 4,50. Beiträge z. Statistik des Großherzogt. Hessen. 
Hrsg. v. d. großherzogl. Zentralstelle f. d. Landesstatistik. 51. Bd. H. II. 
Darmstadt, G. Jonghaus. 

*Statistisches Handbuch für das Großherzogtum Hessen. Hrsg. v. d. gro߬ 
herzogl. hess. Zentralstelle f. d. Landesstatistik. (XII. 318 S.) Mk. 3. Darm¬ 
stadt, G. Jonghaus. 

Die natürliche Bewegung der Bevölkerung in Anhalt während der letzten 
zwanzig Jahre (1883 bis 1902 inkl.). Mitteilgn. d. herzogl. anhalt. Statist. 
Bureaus. Nr. 43. 


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256 


F. Bibliographie. 


Zimmermann , F. W. R., Die Bevölkerungszunahme und die Bevölkerungsdichtig¬ 
keit des Herzogtums Braunschweig im 19. Jahrh. unter d. Einfluß d. natürl. 
u. Wirtschaft!. Lebensbedingungen. S.-A. aus d. Beitr. zur Statistik d. Herzogt. 
Braunschweig. H. XVII. Braunschweig. 

Beiträge zur Statistik des Herzogtums Braunschweig. Hrsg. v. Statist. Bureau d. 

herzogi. Staatsministeriums. XVII. H. (VI. 117 S.) Braunschweig (Schulbuchh.). 
*Die Volkszählung vom 1. Dez 1900 im Bremischen Staate. L Bd. Einleitg. 
I. Teil. (Bevölkerungsstatistik. Hrsg. v. bremischen Statist. Amt.) Bremen. 
G. A. v. Halem, in Komm. 

Deströe, J„ Der Zug nach der Stadt. Neue Zeit. XXI, 44. 

Reisner, W„ Die Einwohnerzahl deutscher Städte in früheren Jahrhunderten m. 
besonderer Berücksichtigung Lübecks. (VIII. 152 S.) Mk. 4. Sammlung 
nationalökonom. u. Statist. Abhandlgn. des staatswiss. Seminars zu Halle a/S. 
Hrsg. v. J. Conrad. 36. Bd. Jena, G. Fischer. 

Zahn, F., Die Volkszählung 1900 und die Großstadtfrage. Jahrb. f. Nationalökon. 
u. Statistik. UI. F. 26. Bd. p. 191 f. 

*Statistisches Jahrbuch deutscher Städte. In Verbindg. m. H. Bleicher, Böckh, 
K. Büchel, A. Dullo, M. Flinzer, N. Geißenberger, E. Hasse, E. Hirschberg. 
G. Koch, G. Pabst, F. X. Probst, H. Rettich, IL Schöbel, S. Schott, H. Silber¬ 
gleit, K. Singer, G. Tenius, E. Tretau, G. Tschierschky, K. Zimmermann, 
hrsg. v. M. Neefe. XI. Jahrg. Breslau, W. G. Korn. 

*Die deutsche Städte Statistik am Beginne des Jahres 1903, dargestellt nach 
den Veröffentlichungen d. statistischen Aemter deutscher Städte. Beitrag des 
Statist. Amtes der Stadt Dresden f. d. deutsche Städteausstellg. in Dresden 
1903. (VII. 122 S.) Mk. 4. Allgemeines statist. Archiv. Hrsg. v. G. v. Mayr. 
6. Bd. Ergänznngsh. Tübingen, H. Laupp. 

Geburten und Sterbefälle des Jahres 190iiu deutschen Städten (einschl. Wien 
u. Zürich). (Aus: „Ztschr. d. bayer. statist. Bureau w .) (S. 139—152.) Mk. 0,40. 
München, J. Lindauer. 

* Statistisches Jahrbuch der Stadt Berlin. 27. Jahrg. enth. d. Statistik der 
Jahre 1900—1902 (z. T. auch 1903). Im Auftr. d. Magistrats hrsg. v. E. Hirsch¬ 
berg. Berlin, P. Staukiewicz’ Buchdr. 

Tabellen über die Bewegung der Bevölkerung der Stadt Berlin. A. Geburten und 
Legitimationen; B. Sterbefälle; C. Eheschließungen und Aufgebote; D. Ehe¬ 
scheidungen; E. Zu-und Abzüge. 69 S. Veröffentlichungen des statist. Amts 
der Stadt Berlin. 1902. Suppl. I. Berlin, L. Simion. 
*Bevölkerungswechsel, Erkrankgn. meteorologische Verhältnisse, Nahrungsmittel¬ 
preise im Jahre 1901. Sterblichkeitstafeln f. 1881/1900. (VIII. 132 S. m. 1 Taf.) 
Mk. 1. Breslauer Statistik. Im Aufträge des Magistrats der königl. Haupt- 
u. Residenzstadt Breslau, hrsg. v. statist. Amt d. Stadt Breslau. 22. Bd. 2. H. 
Breslau, E. Morgenstern, Verl. 

*Stand und Bewegung der Bevölkerung bis zum Jahre 1902 (Zu- und Fortzüge, 
Ebeschließgn., Geburten, Sterbefälle) u. d. Grundbesitzwechsel bis zum J. 1902. 
(III. 47 S.) Mk. 0,80. Charlottenburger Statistik. Hrsg. v. statist. Amt der 
Stadt. 15 H. Charlottenburg, C. Ulrich & Co. in Komm. 

*Tabellarische Uebersichten, betr. den Civilstand der Stadt Frankfurt a/M. 
im J. 1902. In Verbindg. m. d. Stadtarzte bearb. durch d. Statist. Amt d. 
Stadt. Vorl. Abdr. aus den Beiträgen zur Statistik d. Stadt Frankfurt a/M., 
neue Folge. Frankfurt a/M., R. Mahlau (Fa. Mahlau & Waldschmidt.). 
Dullo, A., Das Wachstum der Bevölkerung Königsbergs und die dadurch bedingte 
Notwendigkeit der Stadterweiterung. 34 S. Königsberg i. P., Hartung. 

* Geburten, Eheschießungen und Sterbefälle in München 1902. Mitteilungen 
des statistischen Amtes der Stadt München. XVIII, 2. 

Münchener Jahresübersichten für 1902. (II. 109 S.) Mitteilgn. des statist. 

Amtes der Stadt München. Bd. 18. H. 3. München, J. Lindauer. 

*Statistisches Jahrbuch für die Stadt Dresden. Jahrg. 1902. Hrsg. v. statist. 
Amt d. Stadt Dresden. Chronik der Stadt Dresden für d. J. 1902 bearb. vom 
Ratarchiv. Dresden, v. Zahn & Jaensch. 

*Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. XII. 1900 in der Stadt Leipzig. 
Bearb. im statist. Amt der Stadt Leipzig. III. TI. (Aus: „Stadt. Verwaltgsber. 
f. d. J. 1901“.) (113 S.) Mk. 1. Leipzig, 1902. Duncker & Humblot. 


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Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. XII. 1900 in der Stadt Leipzig. 
Bearb. im Statist. Amt der Stadt Leipzig. IV. TI. (Ans: r Städt. Verwaltungs¬ 
bericht f. d. J. 1902“). (21 S.) Leipzig, Duncker & Humblot. 

*Statistisches Notizbuch für die Stadt Leipzig. Bearb. im Statist. Amte der 
Stadt Leipzig. (72 S.) Mk. 0,30. Leipzig, Duncker & Humblot. 
Statistisches Jahrbuch der Stadt Stuttgart für das Jahr 1901. Im Auftr. d. 
bürgerl. Kollegien hrsg. vom Statist. Amt. VIII. 122 S. Stuttgart, W. Kohl¬ 
hammer. 

Fflügl, R. v Die überseeische österreichische Wanderung in den Jahren 1899 bis 
1901. Statist. Monatsschrift. N. F. VIII, 7. 8. 

*Bewegung der Bevölkerung der im Reichsrate vertretenen Königreiche und 
Länder im Jahre 1899. (II. LXXV. 269 S.) Mk. 10. Oesterr. Statistik. Hrsg, 
v. der k. k. statistischen Zentralkommission. 62. Bd. III. H. Wien 1902. 
C. Gerolds Sohn in Komm. 

Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. XII. 1900 in den im Reichsrate 
vertretenen Königreichen und Ländern. II. Bd. 2. H. Die Bevölkerung nach 
Größenkategorien der Ortschaften, nach der Gebiirtigkeit, nach d. Konfession 

u. Umgangssprache in Verbindg. m. d. Geschlechte, nach d. Bildungsgrade 
innerhalb d. Größenkategorien d. Ortschaften u. d. Familienstande. (LXV. 
150 S.) Mk. 6. Oesterreich. Statistik. Hrsg. v. d. k. k. Statist. Zentralkomm. 
63. Bd. II. H. Wien, C. Gerolds Sohn in Komm. 

Bewegung der Bevölkerung der im Reichsrate vertretenen Königreiche und 
Länder im J. 1900. (II, LXXXI. 269 S.) Mk. 10. Oesterr. Statistik. Hrsg. 

v. d. k. k. statist. Zentralkomm. 67. Bd. I. H. Wien, 1902. C. Gerolds 
Sohn in Komm. 

*Oesterreichisches statistisches Handbuch für die im Reichsrate vertretenen 
Königr. u. Länder. Nebst e. Anhänge f. d. gemeinsamen Angelegenheiten der 
österreich.-ungar. Monarchie. Hrsg. v. d. k. k. Statist. Zentralkomm. Jahrg. 
21. 1902. (III. 428 S.) Mk. 6. Wien, C. Gerolds Sohn in Komm. 
Erühbauer, A Cenni sommari sul censimento della popolazione a Trieste al 
31. XII. 1900. Studio di demografia statistica. 156 S. Triest, F. H. Schimpft. 
*Körösy, J. v., und Thirring, Cr., Die Hauptstadt Budapest im Jahre 1901. Re¬ 
sultate der Volkszählung und Volksbeschreibung. 1. Bd. I. Hälfte. Publika¬ 
tionen des Statist. Bureau der Haupt- u. Residenzstadt Budapest. XXXIII, 
1/1. Berlin. Puttkammer & Mühlbrecht. 

* Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien für das Jahr 1900. 18. Jahrg. Bearb. 

v. Steph. Sedlaczek, Willi. Löwy und Wilh. Hecke (Mitteilgn. d. statist. Ab- 
teilg. des Wiener Magistrates). (XII. 915 S.) Mk. 10. Wien 1902, W. Brau¬ 
müller in Komm. 

Statistische Daten über die Stadt Wien für das Jahr 1900. (VIII. 40 S.) Mk. 0,40. 
Wien 1902, W. Braumiiller in Komm. 

* Statistisches Handbuch der kgl. Hauptstadt Prag und der Vororte Karolineu- 

thal, Smiehow, kgl. Weinberge und Zizkow f. d. Jahr 1900. Hrsg. v. d. statist. 
Kommission d. kgl. Hauptstadt Prag u. Vororte unter d. Red. v. Josef Erben 
und Josef Husak. Neue Folge. 20. Jahrgang. Prag 1903, Verlag d. statist. 
Kommission (Fr. RivnaÖ in Prag). 

Gemeinde-Verwaltung und Gemeindestatistik der Landeshauptstadt Brünn. Be¬ 
richt v. Aug. Ritter v. W T ieser f. d. J. 1901. (XI, 452; HI, 147 u. III, 233 S. 
m. 11 Tab.) Mk. 4. Brünn, (C. Winiker). 

Mühlemann, C., Ueber die Aufgabe und Pflege der amtlichen Statistik in der 
Schweiz. Ztschr. f. schweizerische Statistik. XXXIX, II. S. 1. 

*Ehe, Geburt und Tod in der Schweiz. Bevölkerung, während der zwanzig Jahre 
1871—90. III. TI. II. Hälfte: Die Todesursachen. Schweizerische Statistik. 
137. Lfg. Hrsg. v. statist. Bureau d. eidg. Departem. d. Innern. Bern, Art. 
Inst. Orell Füßli in Zürich. 

Die Lebensdauer in der Schweiz. Vom eidg. statist. Bureau. Ztschr. f. schwei¬ 
zerische Statistik. XXXIX, I. S. 152. 

Appenzellische Jahrbücher. Hrsg, im Auftrag d. appenzell, gemeinnütz. Gesell¬ 
schaft v. A. Blatter. 3. Folge. 15. H. (III. 200 S.) Mk.2,40. Trogen (St. Gallen, 
Fehr in Komm.). 

Föhr, F., Kurze Erläuterungen der Bevölkerungsbewegung in Basel-Stadt in den 
letzten 30 Jahren der XIX. Jahrhunderts. Ztschr. f. Schweiz. Statistik. XXXIX, 
II. S. 69. 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 17 


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Befolkningens Fordeling. 1. Febr. 1901. Tabelvaerk til Kobenhavr.s Statistik 
Nr. 13. Kopenhagen. 

Folketaellingen i Kongeriget Danmark den l.Febr. 1901. Forste Del. (Population 
du Royaume de Dänemark.) 44 r. 152 pp. Udgivet af Statens Statistiske Bureau. 
Kobenhavn, B. Lunos. 

Tabellarisk fremstilling af befolkningens fordeling efter k0n of aldes, civil- 
stand og trossamfund samt af beboelsesforholdene for staden K0benhavn, Sund- 
byerne, Frederiksberg og Gentforte-Ordrup paa grundlag af folketaelingen den 
1. Februar 1901 ved C. Trap. Tabelvaerk til Kobenhavns Statistik Nr. 13. 77 S. 
Udgivet ved Köbenhavns Kommunalbestyrelses Foranstaltning. K0benhavn. 

Vielser, Fodte og Dode i Aarene 1895—1900 (Mariages, naissances et deces). 
Statistisk Tabelvaerk, Femte Haekke, L. A. Nr. 2. 23 r. 142 S. Udgivet af 
Statens Statistiske Bureau. Kobeuhavn, B. Lunos. 

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Söners. 

*— Statistiska Oefersiktstabeller för olika Länder. 8. Jahrg. Stat. Tidskr. H. 127. 
S. 135 — 284. Stockholm. 

Be folknings Statistik. * Ny fölgd XLII, 1. Bidrag tili Sveriges Officiela Statistik. 
Statistika Centralbyräns underdaniga berättelse för är 1900. Första afdelningen: 
Folknuingd vigde, födde och döde samt emigranter och immigranter ür 1900. 
XXIII. 55 S. Stockholm, P. A. Norstedt. 

Annuaire Statistique de la Norv&ge. Vingt-deuxiöme ann£e 1902. 176 S. Kristiania 
1902. H. Aschehoug & Co. 

Folketaellingen i Kongeriget Norge 3 Deceraber 1900. Andet Hefte. Folkemaengde 
fordelt efter Kjon, Alder og aegteskabelig Stilling. Population classee par 
sexe, par äge et par etat civil.) 224 S. Udgivet af det statistiske Central¬ 
bureau. Norges Officielle Statistik. Fjerde Raekke Nr. 73. Kristiania, H. Asche¬ 
hong & Co. 

Statistik Aarbog for Kongeriget Norge. XXXIII Aargang. 172 pp. (Annuaire 
statistique de la Norvege.) Udgivet af det Statistiske Centralbureaux. Kristiania, 
H. Aschehoug et Co. 

labeller vedkommende Folkemaeugdens Bevaegelse i Aarene 1896—1900. (Mouve¬ 
ment de la population.) Udgivne af det statistiske Centralbureau. 47 S. 
Norges Officielle Statistik. Fjerde Raekke Nr. 64. Kristiania, H. Asche¬ 
houg & Co. 

Aarbog , statistisk, for Kristiania by XVII. Aargaug (1902). X. 196 pp. Kristiania, 
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tion du Bureau Central de Statistique de Finlande. XXI. 398 S. Helsingfors. 

*Befolknings - Statistik Oefversikt af folkmängdsförändringarna i Finland är 
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Statistiek van den loop der bevolking in Nederland (Bevölkerungsbewegung) over 
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in Komm. 


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606 pp. Bruxelles, A. Lesigne. 

Colin, A., L T influence des lois successorales sur l’expansion de la France. La Reforme 
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Gonnard, R., Depopulation et legislateurs. Revue d’Econ. polit. S. 97. 

Jung , J. F., Population. Etüde critique des moyen9 actuellement proposes pour 
favoriser l’accroissement de la natalite en France. XXVI. 250 p. (Frcs. 5.) 
Paris, A. Pedone. 

Thozöe, P. de, La d^croissance de la natalite en France; ses causes, ses con- 
sequences. lö p. Bruxelles. Societe beige de libr. 

Toutöe. Un moyen d’augmenter la natalite des Franoais. Fr. 0,50. Paris, Colin. 

Annuaire statistique. XXII® Vol. 1902. Statistique generale de la France. 
Direction du Travail. XXXVIII. 528 pp. Paris. 

Statistique annuelle du mouvement de la population. Annee 1901. Tome XXXI. 
Publication du Minist&re du Commerce. Paris, Berger-Levrault. 

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Numero delle famiglie e numero degli abitanti classiticati secondo la qualita della 
dimora il luogo di nascita, il sesso, letä, la stato civile e Fistruzione, ciechi 
e sordo-muti, stranieri, liugue parlate. 387 pp. Centimento della Popolazione 
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Etat de la population dans le Grand-Duche de Luxembourg d'apr&s les resultats 
du recensement du l*r decembre 1900. Publications de la Commission per¬ 
manente de Statistique. I ü et II u Partie. 217 et 343 pp. Luxembourg, 
P. Worre-Mertens. 

Colesco, L., Population de la Roumanie. Resume demograph. presente a la IX® 
session de ITnst. internat. de Statist. 

Mouvement de la population de la Roumaine en 1896 et 1897. (Introd. par 
L. Colescu.) LI. 121 pp. Bukarest, C. Gobi. 

Denombrement de la population dans le royanme de Serbie le 31 Decembre 1900. 
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arranged in tabular form, together with an explanatory introduction, and pro- 
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Statistical Abstract for the United Kingdom in each of the last fifteen years 
from 1888 to 1902. Nr. XV. VI. 288 pp. London, Wymau & Sons. 

Births, Deaths and Marriages, England and Wales. LXI Vth animal report of the 
Registrar-General. CLXX1X. 320 pp. 2 s. London, Darling & Son. 

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nation. (XXVI. u. 63 S.) Glasgow 1902. 

Births, Deaths and Marriages in Scotland during the year 1902. XLVIIItk 
Annual Report of the Registrar General. XXVI. 63 pp. Glasgow. 

Births, Deaths and Marriages, Irelaiul - Report of registrar-general for 1901. 
2 s. 2 d. 

Condition of Trade and People: Return for the United Kingdom for each of the 

17* 


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Years 1801, 1811, 1821, 1831, 1841, 1851, 1861, 1871, 1881, 1891, 1901, and 
1902, showing Population, Death Rate, and Birth Rate, etc. 

The municipal year book of the United Kingdom. Edited by Robert Donald. 
3 s. 6 d. London, E. Lloyd. 

Annual summary of births, deaths, and canses of death in London and other 
large towns, 1902. LXXVI pp. London, Darling & Son. 

Census of London 1901. Report by the Statistical officer. Maps. 2 s. 6 d. Publica- 
tions of the London county council. 

London Statistics for 1902—3. Vol. 13. With index and diagrams. 5 s. Publica- 
tions of the London county council. 

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Part. I. Population and habitations. Part. II. Ages. Part. VIII. Sickness 
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in the Government Statistician’s Office, Perth, from Official Returns. Part. I. 
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New South Wales Statistical Register for 1901 and previous years. Com¬ 
piled from official returns. 1137 pp. Sydney. Gullick. 

Statistics of the State of Queensland for the year 1902. Compiled from official 
records iu the Statistical oftice. Part. I. Population. Part. VI. Social Statistics. 
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gistrar-Generars Office from Official Records. Part. II. Population and Vital 
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Census of the State of Tasmania for 1901. Parts I—VIII with introductory report 
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Coghlan, T. A., Statistics. Six States of America and New-Zealand, 1861 to 1902. 
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194. H. 25. Jahrg. 2. H. Berlin, L. Simion. 

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f. Nationalökon. u. Statistik. III. F. 25. Bd. S. 372. 

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Nr. 4. 63 pp. Washington. 

Twelfth Census of the United States. Vol. III. Vital Statistics. Part. II. Statistics 
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Mouvement de la Population de l’Empire du Japon pendant l’an 1900 (Tableaux). 

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Buschan f Zur Selbstmordfrage. Arch. f. Kriminalanthrop. u. Kriminalistik. XIII. 
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Cauderlier, G Note sur le calcul de la mortabilite. Journ. de la Soc. de Statist. 
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Chalmers, A. K., How to reduce the death-rate. Sanitary Record. XXXI. Nr. 707. 
Fackler, B. P., A Mortality Investigation. Quart. Publ. of the Americ. Statist. 
Soc. New Series Nr. 66/64. 

Falkiner, N. 3f., The nomenclature of disease and causes of death. Dubl. Journ. CXV. 
Florschütz, Die neue Sterblichkeitstafel der Gothaer Bank. Vortrag. Aerztl. Sach- 
verst.-Ztg. IX. Nr. 11. 

Garnier, P., Les gains de survie de la veuve en Lorraine. Frs. 4. Paris, Berger- 
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Gollmer, Eine Untersuchung über die Sterblichkeit minderwertiger Leben. Masius’ 
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Mk. 0,80. Tübingen, F. Pietzoker. - 

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'Körösy, J. v.. Die Sterblichkeit der Haupt- und Residenzstadt Budapest in den 
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Nr. XXXVI. Berlin 1902, Puttkammer & Mühlbrecht. 

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anderen Staaten. Ceutralbl. f. allgem. Gesundheitspti. XXlI. S. 26. 

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N. F. VIII, 10. 

Rosenfeld, S., Zur Verbesserung des amtlichen Morbiditäts-, Mortalität»- und Be¬ 
rufsschemas. Wien. med. Wochenschr. LIM, 38. 34. 

— Die Totgeburten in Oesterreich während der Jahre 1886—1898. Statist. Monats¬ 

schrift. N. F. VIII, 5. 6. 

— Der Eiufluß von Beruf und sozialer Stellung auf die Totgeburtenquote. Jahrb. 

f. Nationalökonomie u. Statistik. III. F. 26. Bd. S. 522. 

Variot, G., Rapport sur la mortalite des enfants de 1 ä 14 ans en France, presente 
ä la commission de la depopulation. 71 pp. Melun. 

Villaret, La mortalite comparee des armees francaises et allemandes de 1880 ä 1900. 
Semaine med. XXIII, 17. 

1 Westergaard, H., Ein paar Bemerkungen betreffend die Lehre von der Mortalität. 

Jahrb. f. Nationalökon. u. Statistik. III. F. 25. Bd. S. 251. 

Wheatley, J„ Trade mortality statistics. Public Health. XV, 5. 

Zeuner, G., Neue Sterblichkeitstafeln für die Gesamtbevölkerung des Königreichs 
Sachsen. II. Teil. Ztschr. d. kgl. sächs. Statist. Bureaus. 49. Jahrg. H. 1. u. 2. 
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1881, 1886, 1891, 1896 u. 1901. Der Internationalen Tuberkulose-Konferenz 
in Berlin 1902 überreicht vom kgl. statistischen Bureau (Aus ..Preuß. Statistik*.) 
(20 S. m. 2 Taf.) Mk 1,20. Berlin 1902, Verlag d. kgl. Statist. Bureaus. 
Bodsaarsagerne i Kongeriget Danmarks Byer i aaret 1902. 29 p]». K’auses des 
deees dans les villes du royaume de Dänemark 1902.) Udgivet af det kgl. 
Sundhed9kollegium. Kjobenhavn, B. Lunos. 

*Statistiek van de Sterfte naar den Leeftijd en naar de oorzaken van den 
Dood over het Jaar 1902. (XIX. 55 u. 93 S.) Bijdragen tot de Statistiek 


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Industria e Commercio, Direzione Generale della Statistica. Roma. 

Die Sterblichkeit nach Todesursachen und Altersklassen der Gestorbenen, sowie 
die Selbstmorde und die tödlichen Verunglückungen im preuü. Staate während 
d. J. 1901. (Mit 2 Taf. IV, XXIV. 268 S.) Mk. 8. Preuß. Statistik. (Amtl. 
Quelleuwerk.) Hrsg, in zwanglosen Heften vom kgl. Statist. Bureau in Berlin. 
179. H. Berlin, Verlag des k. statist. Bureaus. 


m. 


Morbidität, Prophylaxe und Krankenfürsorge. 

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Backmann, W., Ueber die Verbreitung des runden Magengeschwürs in Finnland. 
Ztsch. f. klin. Med. XLIX, 1 u. 2. 

Heinemann, A., Zur Statistik der in der medizinischen Klinik zu Göttingen be¬ 
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Troje, G., Beitrag zur Frage der Identität der Rinder- und Menschentuberkulose. 
D. med. Wochenschr. XXIX, 11. 

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Weigert, C., Bemerkung zu v. Behrings Vortrag über Lungenschwindsucht¬ 
entstehung und Tuberkulosebekämpfung“. D. med. Wochenschr. XXIX, 41. 
Weintraud, W., Die Fürsorge für die ambulant zu behandelnden Schwindsüchtigen. 

Zeitschr. f. Tuberk. u. Heilstättenw. Bd. IV. H. 1. 

Wernicke, E., Birgt die Errichtung einer Erholungsstätte für Tuberkulöse in der 
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(aus „Posener Tagebl.“). (12 S.) Mk. 0,20. Posen, J. Jolowicz. 

Williams, M. F., How to take care of a consumptive. 1 s. London, J. Long. 
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Wochenschr. XVI. S. 10. 


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270 


E. Bibliographie. 


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*Ergebnisse des von der Landesversicherungsanstalt der Hansestädte bis Ende 
1902 eingeleiteten Heilverfahrens bei Versicherten, die an Emphysem, Asthma, 
Bronchitis, Neurasthenie, Chlorose. Gelenkrheumatismus usw. erkrankt waren. 
10 S. Hamburg, Lütcken & Wulff. 

*Ergebnisse des von der Landesversicherungsanstalt der Hansestädte eingeleiteten 
Heilverfahrens bei lungenkranken Versicherten bis Ende 1902. 34 3. Ham¬ 
burg, Lütcken & Wulff. 

* Geschäftsbericht des Vorstandes der Landesversicherungsanstalt der Hanse¬ 
städte für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1902. 57 S. Hamburg, 

Lütcken & Wulff. 

*Die Handhabung des Heilverfahrens bei Versicherten durch die Landesversiche¬ 
rungsanstalt der Hansestädte im Jahre 1902 sowie die Jahresberichte über die 
Heilstättenanlagen. 49 S. Hamburg, Lütcken & Wulff. 

Tuberkulosekonferenz , erste internationale, Berlin 22.—26. Okt. 1902. Bericht. 
Im Aufträge des internat. Centralbureaus zur Bekämpfung der Tuberkulose 
herausg. v. Pannwitz. (In deutscher, engl. u. franz. Sprache.) (XXX. 461 S.) 
Mk. 10. Berlin, Leipzig, J. A. Barth in Komm. 

Zur Tuberkulosebekämpfung 1903. Verhandlungen d. Deutschen Central¬ 
komitees zur Errichtung v. Heilstätten f. Lungenkranke in d. 7. Generalver¬ 
sammlung 1903. Red. v. Pannwitz. (66 S.) Berlin, Deutsches Centralkomitee 
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aufgetretenen Geschlechtskrankheiten. Festsehr. z. I. Kongreß d. d. Gesellsch. 
z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. z. Frankfurt a. M. 

— Statistik über die Geschlechtskrankheiten in Dr. Baers Poliklinik. Festschr. 

z. I. Kongreif d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. z. 
Frankfurt a. M. 

Bar, v., Gutachten, betr. den Erlaß eines besonderen Strafgesetzes gegen schuld¬ 
hafte venerische Infektion. Ztschr. z. Bekämpfg. der Geschlechtskrankh. I, 1. 
Beer, S. de, Das Verschleierungssystem und die Prostitution. (35 S.) Mk. 0,50. 
Leipzig, Verlag d. Frauen-Rundschau. 

Berger, H„ Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Alte und neue Be¬ 
trachtungen und Vorschläge. Vierteljahrssehr. f. gerichtl. Medizin. XXVI. 
Suppl.-Heft p. 128. 

Blaschko, A., Welche Aufgaben hat die öffentliche Krankenpflege im Kampfe 
gegen die Geschlechtskrankheiten zu erfüllen? Die Krankenpflege. II, 5. 
Bramwell, B. f Syphilis and life assurance. Edinb. med. Journ. N. S. XHI, 1. 
Chrzelitzer, Der Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten. (14 S.) Mk. 0,40. 
Berlin, Vogel & Kreienbrink. 

— Der Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten. Hyg. Volksbl. IV, 6/7. 

Clado, Veneriologie sociale. Progres med. XVII, 15. 

Ettlinger, K., Die Reglementierung der Prostitution, ihre Gegner und Fürsprecher. 

(49 S.) Mk. 0,50. Leipzig, Magazin-Verlag. 

Feibes, E. J., Zur Verhütung der Geschlechtskrankheiten. Die Krankenpflege. II, 6. 
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Betrachtgn. v. ärztl., jurist. u. ethischen Standpunkt. (VII, 82 S.) Mk. 2. 
Jena, G. Fischer. 

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Grandhomme und Grünwald, Uebersicht über die in der Zeit von 1893—1902 bei 
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Frankfurt a. M. 

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Jordan, Geschlechtskrankheiten und Prostitution. Münch, med. Wochenschr. 50. 
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• Joseph, M., Die poliklinische Behandlung der Prostituierten und die Notwendigkeit 
einer Krankennnterstiitzung für Prostituierte. Medizin. Reform. XI, 3. 

—, Ein Beitrag zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Hyg. Volksbl. IV, 11. 
Kampffmeyer, P., Das Wohnungselend der Großstädte und seine Beziehungen 
zur Verbreitung der Geschlechtskrankheiten. Ztschr. z. Bekämpfg. d. Ge- 
schlechtskraukh. I, 2. 

Kann, A., Schutz gegen die Geschlechtskrankheiten! Ein Wort der Aufklärung. 
(16 S.) Mk. 0,50. Berlin, 0. Coblentz. 

Köhler, J., Stellung der Rechtsordnung zur Gefahr der Geschlechtskrankheiten. 

Ztschr. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. II, 1. 

Kohn, J., und Baerwald, A., Statistische Mitteilungen über die Geschlechtskrank¬ 
heiten in der allgem. Ortskrankenkasse zu Frankfurt a. M. im Jahre 1902. 
Festschr. z. I. Kongreß d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. d. Geschlechts¬ 
krankh. z. Frankfurt a. M. 

Landau, L., Warum braucht Berlin eine Spezialabteilung für Geschlechtskrankheiten? 

Interpellation an d. Stadtverordneteuversammlg. Med. Reform. XI, 49. 
Laurent-Montanus, Prostitution und Entartung. Ein Beitrag zur Lehre von 
der geborenen Prostitutierten. (50 S.) Mk. 1,20. Freiburg i. B., F. P. Lorenz. 

— Die Prostitution in Indien. (19 S.) Mk. 0,60. Freiburg i. B. u. Leipzig, 

Fr. P. Lorenz. 

Ledermann, R., Einige Betrachtungen zu Dr. W. Bechers Vorschlag, betr. die 
Errichtung von Waldsanatorien für Geschlechtskranke. Med. Reform. XI, 23. 

— Ueber Errichtung ambulanter Behandlungsstätten für Syphilitisch-Kranke. Volks- 

tüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiterversicherg. IX, 15. 

Lesser, E„ Die gesundheitlichen Gefahren der Prostitution und deren Bekämpfung. 
Mitteilg. d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. I. 3. 

— Die Gefahren der Geschlechtskrankheiten. Mitteilgn. d. deutsch. Gesellsch. z. 

Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. I, 1 u. 2. (1902.) 

Liszt, F. v., Der strafrechtliche Schutz gegen Gesundheitsgefährdung durch Ge¬ 
schlechtskranke. Ztschr. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. I. 1. 
Marshall, C. F., Syphilis and inarriage. Edinb. med. Joum. N. S. XIV, 2. 
Matthes, P., Ein Beitrag zur Lehre von den Geschlechtscharakteren. Wien. klin. 
Wochenschr. XVI, 49. 

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Neisser, A., Nach welcher Richtung läßt sich die Reglementierung der Prostitution 
reformieren? Referat. Ztschr. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. I T 3. 
Neuberger , Wie können die Aerzte durch Belehrung der Gesunden und Kranken 
der Verbreitung der Geschlechtskrankheiten steuern? Ztschr. z. Bekämpfg. 
d. Geschlechtskrankh. I, 2. 

*Niessen, M. v., Womit sind die ansteckenden Geschlechtskrankheiten als Volks¬ 
seuche ira Deutschen Reiche wirksam zu bekämpfen? (40 S.) Mk. 1,50. 
Hamburg, Gebr. Lüdeking. 

Olberg, O., Der Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten. Soz. Monatsh. VII 
(IX), 4. 

PappritzA., Die gesundheitlichen Gefahren der Prostitution. (20 S.) Mk. 0,30. 
Abülitionistisehe Flugschriften. 3. H. Dresden-A., 1902. Frau K. Scheven. 

— I. KongreÜ der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrank¬ 

heiten. Soziale Praxis. Jahrg. XII. Nr. 25. 

— Labt sich die heutige Reglementierung reformieren und in welcher Weise? 

Ztschr. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. I, 4. 

Parker-Weber, F., Note sur la syphilis en matiere d'assurances et considerations 
resultant de Texamen de cinq cents deces d’assures. Bull, des Medecins- 
Experts. II, 3. 

Pfeiffer , Das Wohnungselend der groben Städte und seine Beziehungen zur 
Prostitution und den Geschlechtskrankheiten. Ztschr. z. Bekämpfg. d. Ge- 
schlechtskraukh. I, 2. 

Reichl, R Womit sind die ansteckenden Geschlechtskrankheiten als Volksseuche 
wirksam zu bekämpfen. Med. Reform. XI, 33/34. 

Richter, P. t Zur Geschichte der Geschlechtskrankheiten. Hyg. Volksbl. IV, 9. 
*Ries, K., Ueber unverschuldete geschlechtliche Erkrankungen. Vortrag. (31 S.) 
Mk. 1. Stuttgart, F. Euke. 

Rosenak, L., Zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Referat. (14 S.) Frank¬ 
furt a. M., J. Kaufmann. 

Rosenthal, O., Die unentgeltliche Behandlung der Geschlechtskrankheiten. Hyg 
Volksbl. IV, 3/4. 

— Nachkläuge an den Kongreß der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der 

Geschlechtskrankheiten zu Frankfurt a. M. Hyg. Volksblatt. IV, 8. 
Saalfeld, E., Ein Beitrag zur sozialen Fürsorge für Geschlechtskranke. Berl. 
klin. Wochenschr. XL. S. 890. 

— Geschlechtskrankheiten und Ehe. Hyg. Volksbl. IV, 6. 

Sachs, Th., Ueber außergeschlechtliche Syphilisansteckung und ihre soziale Be¬ 
deutung. Festschr. z. I. Kongreß d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. d. Ge¬ 
schlechtskrankh. z. Frankfurt a. M. 

Salomon, Statistisches über die Bedeutung der Syphilis für Tabes, Paralyse und 
Aortenaneurysma. Festschr. z. I. Kongreß d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. 
der Geschlechtskrankh. z. Frankfurt a. M. 

Schmölder, R., Strafrechtliche und zivilrechtliche Bedeutung der Geschlechts¬ 
krankheiten. Referat. Ztschr. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. I, 1. 
Schreiber, A. f Kinderwelt und Prostitution. (20 S.) Mk. 0,30. Leipzig, Verlag 
d. Frauen-Rundschau. 

Seelmann, H., Krankenkassen für Prostituierte. Medizin. Reform. XI, 3. 

Sioli, E., Die Geschlechtskrankheiten in ihren Beziehungen zu den Psychosen in 
der Irrenanstalt. Festschr. z. I. Kongreß d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. 
d. Geschlechtskrankh. z. Frankfurt a. M. 

Sternthal, A., Die deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrank¬ 
heiten und ihre Bedeutung für Braunschweig. Vortrag. Monatsbl. f. öffentl. 
Gesundheitsptl. XXVI. 

*Ströhmberg, C., Die Bekämpfung der ansteckenden Geschlechtskrankheiten im 
Deuschen Reich. (VII, 87 S. m. 1 färb. Karte.) Mk. 2,80. Stuttgart, F. Enke. 


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E. Bibliographie. 


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Festschr. z. I. Kongreß d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. 
z. Frankfurt a. M. 

Tschlenow, M., Zur vererbten Immunität gegen Syphilis und das sogen. Gesetz 
von Profeta. Monatsh. f. prakt. Dermatol. XXXVI, 9. 

Uhl, F., Zur Prophylaxe der Geschlechtskrankheiten. (Aus: „Die ärztl. Praxis“.) 

(15 S.) Mk. 0,40. Berlin, 1902, Vogel & Kreienbrink. 

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Windeier, Ueber die Vorzüge der Behandlung Geschlechtskranker in Kurorten. 
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*Zepler, G„ Ueber die Notwendigkeit einer Krankenunterstützung für Prostituierte 
und einige andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. 
Für e. weiteren Leserkreis umgearh. u. verm. S.-A. aus: „Medizin. Reform“. 
(32 S.) Mk. 0,60. Berlin, 0. Coblentz. 

Geschlechtskrankheiten und Prostitution in Frankfurt a. M. Festschr. z I. 
Kongreß d. deutsch. Gesellsch. z. Bekämpfg. der Geschlechtskrankh. in Frank¬ 
furt a. M. v. 8.—10. März 1903. Red.: M. Flescb, C. Grünwald, K. Herxheimer. 
(XVI, 155 S. u. 1 Tab.) Frankfurt a. M., J. Alt. Mk. 3,80. 
Verhandlungen des I. Kongresses der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der 
Geschlechtskrankheiten in Frankfurt a. M. am 9. u. 10. März. Hrsg, vom 
Vorstande d. Gesellsch. (Ztschr. f. Bekämpfg. d. Geschlechtskrankh. I. Bd.) 
(XXII, 405 S.) Mk. 12. Leipzig, J. A. Barth. 


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(64 S) Mk. 1. Volksausg. Mk. 0,30. Leipzig. J. A. Barth. 

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Augustinus, Der Kampf gegen den Alkohol in Rußland und Finnland. Das Freie 
Wort, n, 20. 

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Behrens, O., Der Kampf gegen den Alkoholismus durch die Krankenkassen. Mo- 
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(54 S.) Mk. 1. Basel, F. Reinhardt. 

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schr. z. Erforschg. d. Alkoholism. XIII, 3. 

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Böhmert, V., Die Alkoholfrage in der Vergangenheit und Gegenwart. Alkoholismus. 
IV. S. 367. 

Bonne, G., Unsere Trinksitten in ihrer Bedeutung für den Eisenbahner und das 
reisende Publikum. Vortrag. (24 S.) Mk. 0,25. Flensburg, Deutschlands 
Großloge II des J.O.G.T. (Geschäftsstelle P. Jepsen.) 

Bratz, Die Krankenkassen im Kampfe gegen den Alkoholismus. Psych.-neurol. 
Woch. V, 2. 

Brendel, C„ Deutschlands Alkoholverbrauch 1902 und speziell der Münchener Bier¬ 
verbrauch. Internat. Monatsschr. z. Erforschg. d. Alkoholism. XIII, 9. 
Contet, E., La phase actuelle de la question de l alcoolisine. Gaz. des Hop. 17. 
Gramer, A., Entmündigung wegen Trunksucht. Alhoholismus. IV. S. 217. 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 18 


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E. Bibliographie. 


Dietz, A., Der Alkoholismus in Elsaß-Lothringen an der Wende des 19 u. 20. Jahr* 
hunderts. (1880—1903). Vorhandensein, Charakter, Ursachen, Folgen, Mittel 
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Stand der Alkoholfrage überhaupt. Ein Beitrag zur Sittengeschichte unserer 
Zeit. XII, 164 S. Mk. 3,50. Straßburgs F. H. E. Heitz. 

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Abhandlgn. herausg. von A. Finger, A. Hoche u. J. Bresler. Bd. I. H. 4. 
Halle, 0. Marhold. 

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Forel, A., Die internationalen Kongresse gegen den Alkoholismus auf dem europä¬ 
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geguerbundes. 

Frans, K., Die vom 1. X. 1900 ab gültigen Bestimmungen über die Besteuerung 
des Branntweins mit Beschränkung auf die abgefundenen Materialbrennereien, 
nebst Anh., enth.: 1. D. Vorschriften über d. steuerfreie Ausfuhr von Brannt- 
u. Branntweinfabrikaten. 2. D. Bestimmungen über d. Verkehr m. Branntwein 
zwischen Ersaß-Lothringen u. der anderen Staaten des deutschen Zollgebiets 
Berarb. f. Elsaß-Lothringen. 2. Auti. m. Ergänzungsh. (X, 210 S.) Mk. 2,50. 
Metz, G. Scriba, in Komm. 

Frnenkel, C., Alkohol und Unfall. Alkoholismus. IV. S. 63. 

*— Gesundheit u. Alkohol. Vortrag. 2. Aufl. (16.—30. Taus.) (46 S.) Mk. 0,30. 
Veröffentlichungen des deutschen Vereins für Volkshygiene. Im Aufträge dea 
Centralvorstandes in zwanglosen Heften herausg. von K. Beerwald. 4. H. 
München, R. Oldenbourg. 

— Mäßigkeit oder Enthaltsamkeit? Eine Antwort der deutschen medizin. Wissen¬ 

schaft auf diese Frage. (IV, 90 S.) Mk. 1. Berlin, Mäßigkeits-Verlag. 

Frey, H., Alkohol und Muskelernährung. Eine krit. Studie über d. diesbezügl. 
Arbeiten v. Pestree, Kraepelin, Scheffer u. Schnyder, nebst neueren eigenen 
Beiträgen. (62 S. m. 7 lith. Taf.) Mk. 4. Wien, F. Peuticke. 

Fuchs, Vorschläge zur Ermittelung des Zusammenhanges zwischen Alkoholismus 
und gewerblicher Erkrankung. Alkoholismus. IV. S. 147. 

— Zur Neuregelung des Schankkonzessionsw r esens. I. Gasthaus-Reform. Jahrg. 2. 

Nr. 11. 

*Grotjahn, A., Alkohol und Arbeitsstätte. Eine Abhandlg. über Wesen, Ursache 
u. Wirkg. d. Alkoholgenusses während d. Arbeit u. in d. Arbeitspausen, sowie 
eine Uebersieht d. Maßnahmen, die schon getroffen oder noch zu treffen sind, 
um den Genuß geist. Getränke v. d. Arbeitsstätten fernzuhalten. (V, 94 S.) 
Mk. 1,50. Berlin, Mäßigkeits-Verlag. 

— Glossen zum Bremer Antialkoholkongreß. Med. Reform. XI, 19. 

Gruber, M., Der neue österreichische Gesetzentwurf zur Hintauhaltung der Trunk¬ 
sucht. Arch. f. soz. Gesetzgebg. XVIII. S. 184. 

Helenius, M., Die Alkoholtrage. Eine soziologisch-statist. Untersuch. (VII, 334 S.) 
Mk. 6,00. Jena, G. Fischer. 

Hoppe , Der Einfluß der Mäßigkeit der Juden auf ihre Mortalität und Morbidität 
Internat. Monatsschr. z. Erforschg. d. Alkoholismus. XIII, 10/11. 

— Neuere Arbeiten über Alkoholismus. Oentr.-Bl. f. Nervenheilk. u. Psych. N. F. XIV. 
*Hueppe f F., Der Kampf gegen den Alkoholismus auf dem Kongresse in Bremen. 

(28 S.) Breslau, Druck v. W. G. Korn. 

*— Körperübungen und Alkoholismus. Vortrag. (Aus: „Berl. klin. Wochenschr.“) 
(28 8.). Mk. 0,60. Berlin, A. Hirselnvald. 

— Ist Alkohol nur ein Gift ? (16 8.) Berlin, Mäßigkeits-Verlag des D. V. g. d. M. g. G. 

— Körperübungen und Alkoholismus. Berl. klin. Woch. XL. S. 436, 460, 477. 
Kappelmann, Das Trinkerfürsorgegesetz. Alkoholismus. IV. S. 313. 

Keferstein, Alkoholismus und Bier. Münch, med. Woch. 50. Jahrg. 33. 

Koppe , R., Nochmals die Errichtung von Lehrstühlen der Alkohologie. Internat. 

Monatsschr. z. Erforsch, d. Alkoholism. XIII, 6. 


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Marcnse, J., Kultur und Alhoholismus. Das freie Wort m, 4. 

— Schankwesen und Bedürfnisfrage mit besonderer Berücksichtigung badischer Ver¬ 

hältnisse. Alkoholismus. IV. S. 240. 

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Mayet, L., Zur Frage der Unterbringung von Alkoholkranken in Frankreich. 
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Näf, E., Zur Revision der Gesetzgebung über das Alkoholmonopol. (Aus: „Neue 
Zürcher Zeitung 44 .) (26 S.) Mk. 0,40. Zürich, E. Rasclier’s Erben. » 
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Schnyder, L., Alkohol und Muskelkraft. Schweiz. Corr.-Bl. XXXIII, 19. Arch. 
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Seiffert, K., Der Alkoholgenuß und seine Folgen, vom wissensch. u. prakt. Stand¬ 
punkt des Arztes aus dargestellt. (63 S. m. Abbild, u. 2 Taf.) Mk. 0,50. 
Beuthen O.-S. Oberschics. Bezirksverein gegen den Mißbrauch geist. Getränke. 
(Geschäftsstelle: Graf Sckaffgotsch’scke Verwaltung). 

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Waldschmidt, J., Der neunte internationale Kongreß gegen den Alkoholismus. 
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— Rußland auf der Pariser Weltausstellung in bezug auf die Bekämpfung des 

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mus. IV. S. 109. 

18* 


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E. Bibliographie. 


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handl. in Komm. 

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in Wien, 9.—14. IV. 1901. Unter dem Ehrenpräsidium des k. k. Kultus- 
mininisters. Ritters v. Hartei, herausg. v. Kongreß-Bureau. Red. v. R. Wlassak. 
(VII, 591 8.) Mk. 5,00. Wien 1902, F. Deuticke. 

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Biberfeld, Geisteskrankheit oder Geistesschwäche? D. med. Wochenschr. XXIX, 17. 
Bresler, J., Die Rechtspraxis der Ehescheidung bei Geisteskrankheit und Trunk¬ 
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C. Marhold. 

Deiters, 2. Bericht über die Fortschritte des Irrenwesens. Nach den Anstalts- 
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Determann, Volksheilstätten für Nervenkranke. Ihre Notwendigkeit, Einrichtung 
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Hoche, A., Die Grenzen der geistigen Gesundheit. (22 S.) Mk. 0,80. Samm¬ 
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heiten. Begr. v. Konr. Alt. Herausg. v. A. Hoche. IV. Bd. H. H. Halle, 
C. Marhold. 

Ilberg, G. t lieber Geistesstörungen in der Armee zur Friedenszeit. 27 S. Halle a. S., 
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verständl. Aufsatz. (32 S.) Mk. 0,20. Berlin, 0. Koselowski. 

Kidder, W. H., The insane in Brazil. Amer. Journ. of Insanity. LIX, 3. 


J ) Ueber Irrenanstalten und Xervenlieilstätten vergl. den Abschnitt „Krankenhaus¬ 
und Heilstättenwesen.“ 


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E. Bibliographie. 


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v. J. Trüper und Chr. Ufer. 8. Jhrg. I. H. Langensalza, Herrn. Beyer u. Söhne. 
Koren, J., Statistics of Insanity. Quart. Publ. of the Americ. Statist. Soc. New 
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Rrafft-Ebing, R. v„ Ueber gesunde und kranke Nerven. 5. durchgesehene Aufl. 

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Krayatsch, J., Zur Pflege und Erziehung jugendlicher Idioten und Schwach¬ 
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C. Marhold. 

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Rusak, Ueber die reichsgesetzliche Regelung des Irrenwesens. Psych.-neurol. 
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Schreber, P. D., Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken, nebst Nachträgen und 
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Schnitze, E., Die Stellungnahme des Reichsgerichts zur Entmündigung wegen 
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Schuster, Unfallheilkunde und Neuropathologie in ihren Wechselbeziehungen. Berl. 
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Shaw, J„ The physiognomy of mental diseases and degeneracy. pp. 96. 3 s. Lon¬ 
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Spratling, E . J., The legal and social Standing of the epileptic. Med. News. 
LXXXIII, 3. 

Stakemann, H., Welche besonderen Einrichtungen sind bei der Anstaltsbehand¬ 
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Stempel, W., Epilepsie und Hysterie vom Standpunkt der Invalidenversicherung. 
Aerztl. Sachverst.-Ztg. IX. Nr. 17. 


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Wickel, C., Sittlichkeitsverbrecheu und Geistesstörung. Vierteljahrsschr. f. gericht. 
Med. 3. F. XXVI, 1. 

Wildermuth, Die Fürsorge für Idioten und Epileptische in Württemberg. Zeit¬ 
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Wood, T. O., Lunacy and the law. Lancet. I, 9. 

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Jhrg. 1903. 1. Lfg. Bern (A. Francke). 

Lunatic Asylums report, Madras. 1902. 1 s. 2 d. Publications of the Indian 
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bis 1900 auf Grund des § 81 der Strafprozeßordnung und § 656 der Zivil¬ 
prozeßordnung infolge Anordnung des Gerichts zur Vorbereitung eines Gut¬ 
achtens über ihren Geisteszustand in öffentlichen Irrenanstalten beobachtet 
worden sind. Allg. Zeitschr. f. Psych. LX, 4. 

Statistik über die in den Anstalten für Geisteskranke, Idioten und Epileptiker am 
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7. Massenpsychologie und Kurpfuscherei« 

Abraham, J., Naturheilkunde und Schulmedizin. Med. Reform. XI, 19. 
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kämpfung d. Geschlechtskrankh. I, 6, 7. 

Back, Ein Beitrag zur Kurpfuschereifrage. Deutsche med. Woch. XXIX, 22. 
Beerwald, K., Die Ursachen und die Beseitigung der Kurpfuscherei. Vortrag. 
(20 S.) Berlin, 0. Coblentz. 

Biberfeld, Das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs in seiner An¬ 
wendung auf die Kurpfuscherei. Deutsche med. Woch. XXIX, 49. 

Clemm, Homöopathie und Kurpfuscherei. Münch, med. Woch. 50. Jahrg. 19. 
Coester, Ein Beitrag zur Anzeigepflicht bei Infektionskrankheiten und zur Kur¬ 
pfuschereifrage Zeitschr. f. Medizinalbeamte. Jahrg. XVI. S. 314. 
Deutsch, E., Ueber Kinderselbstmorde. Arch. f. Kinderheilk. Bd. XXXVIII. S. 37. 
Eisenstadt, Ueber die Gemeingeführlichkeit der Naturheilmethode. Hyg. Volksbl. 
IV, 12. 

— Wer hilft mit im Kampfe gegen das Kurpfuschertum? Zeitschr. f. Samariter- 

n. Rettungswesen. IX. S. 101. 

— Ueber die Schädigungen der arbeitenden Klassen durch das Kurpfuschertum. 

Hyg. Volksbl. IV, 12. 

Feige und Scheibe, Was ist Kurpfuscherei. Aerztl. Vereinsbl. Oktober. I. 
Flügge, Kurpfuscherei und Recht. Deutsche Juristen-Ztg. VIII, 8. 

Forel, Pie Hypnose vor der Aerztekammer. Münch, med. Woch. 50. Jahrg. 32. 
Fournier, A., Du suicide dans la syphilis. Bull, de PAcad. XLIX, 20. 

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E. Bibliographie. 279 

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Gumprecht, F., Die Kurpfuscherei in Sachsen-Weimar. Neuere Gesetzgebung und 
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H enni g, Geschlechtskrankheiten und Kurpfuscherei. Korreferat. Mitteil, der d. 

Ges. z. Bekämpfung d. Geschlechtskrankh. I, 7. 

Sofia, Th., Zur Bekämpfung der Kurpfuscherei. Aerztl. Vereinsbl. Juli II. 
Huber, P., Psychopathie epidemics. Philad. med. Journ. XI, 12, 13. 
Keferstetn, Bekämpfung der Kurpfuscherei auf gerichtlichem und polizeilichem 
Wege. Zeitschr. f. Medizinalbeamte. Jahrg. XVI. S. 585. 

Knieke, Zur Bekämpfung der Kurpfuscherei durch verschärfte Anwendung des 
Gesetzes, betr. aeu unlauteren Wettbewerb. Med. Reform. XI, 25/26. 

Jlossmann, R., Homöopathie und Kurpfuscherei. Aerztl. Vereinsbl. April II. 

Juli n. 

Kowalewski, A., Studien zur Psychologie des Pessimismus. Mit 4 Fig. im Text. 
(X. 122 S.) Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. Einzeldarstellgn. f. 
Gebildete aller Stände. Herausg. von L. Loewenfeld und H. Kurella. 24. H. 
Wiesbaden, J. F. Bergmann. 

Landsberger, Kuiyfuscherei und Recht. Deutsche med. Woch. XXIX, 22. 

— In Sachen Kurpfuscherei. Deutsche med. Woch. XXIX, 26. 

Langerhans, Der Arzneiaberglaube. Zeitschr. f. Samariter- u. Rettungswesen. 

IX. S. 60. 

Loewenfeld, L., Ueber die geniale Geistestätigkeit mit besond. Berücksicht, des 
Genies f. bildende Kunst. (X, 104 S.) Mk. 2,80. Grenzfragen des Nerven- 
u. Seelenlebens. Einzeldarstellgn. f. Gebildete aller Stände. Herausg. von 
Loewenfeld u. H. Kurella. 21. H. Wiesbaden, J. F. Bergmann. 
Loewenstimm, A., Aberglaube und Verbrechen. Zeitschr. f. Sozialwissensch. 
VI, 4, 5. 

Lohnstein, Zur Aetiologie und Pathogenese des Kurpfuschertums. Allg. med. 
Centr.-Ztg. LXXII, 9, 10. 

*Magnus, H., Der Aberglauben in der Medizin. Mit 5 Abbild, im Text. (VIII, 
112 S.) Mk. 3,50. Abhandl. z. Geschichte d. Medizin. Herausg. v. H. Magnus, 
M. Neuburger u. K. Sudhoff. 6. H. Breslau, J. U. Kern. 

*— Das Kurpfuschertum. Eine medizin.-geschichtliche Studie. (32 S.) Mk. 0,75. 
Breslau, J. U. Kern. 

Moebius, P. J., J. J. Rousseau. XXTV u. 312 S. 3 Mk. Leipzig, A. Barth. 
Neuberger, Geschlechtskrankheiten und Kurpfuscher. Hyg. Volksbl. IV, 10. 
Niessen, v., Mittel zur Kurpfuschereibekämpfung. Aerztl. Vereinsbl. Juli. II. 
Pauli, H., Kurpfuschertum. Hyg. Volksbl. IV, 15. 

Robinovitch, L. C., Suicidal and homicidal acts. Journ. of ment. Pathol. V, 1. 
Rollett, A., Die wissenschaftliche Medizin und ihre Widersacher von heute. In¬ 
augurations-Rede. (25 S.) Mk. 0,70. Graz, Leuschner & Lubensky. 
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Bericht, erstattet v. d. ad hoc gewählten Kommission (K. Müller, Roth, Wulff) 
in d. ordentl. Generalversamml. d. Oldenburger Aerztevereins am 6. VI. 1903. 
(24 S.) Mk. 0,30. Oldenburg, A. Littmann in Komm. 


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*Kurella, H., Die Grenzen der Zurechnungsfähigkeit und die Kriminalanthropo¬ 
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20 Abbild.) Mk. 3. Halle, Gebauer-Schwetschke. 

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*Mönkemöller, Geistesstörung und Verbrechen im Kindesalter (108 S.) Mk. 2,80. 
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Herausg. v. Th. Ziegler u. Th. Ziehen. Bd. VI. H. 6. Berlin, Reuther & 
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Ostwald, H., Die Bekämpfung der Landstreicherei. Stuttgart, R. Lutz. 278 S. 
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Pelman, C., Strafrecht und verminderte Zurechnungsfähigkeit. Polit-anthropolog. 
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*Pelman und Finkelnburg, Die verminderte Zurechnungsfähigkeit. 2 Vorträge. 

(31 S.) Mk. 0,80. Bonn, Rührscheid & Ebbecke. 

Rath, Z ., Communication sur la methode de la statistique criminelle de la Hongrie, 
reorganisee en 1900. Bull, de l inst. Internat, de Statist. Tome XIH, I. 


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1902. Dörffling & Francke. 

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Weidemann, W., Die Ursachen der Kriminalität im Herzogt. Sachsen-Meiningen. 
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J. Guttentag. 

Weinberg, S., Der werdende Verbrecher. Eine kriminalistische Untersuchung. 
Neue Zeit. XXI, 27. 


9. Krebs. 

Aschoff, Notizen über den gegenwärtigen Stand der Krebsforschung in London und 
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Hirsch, L., Untersuchungsstationen für Krebsverdächtige. Mit Antwort v. J. Boas. 
Deutsche med. Wochenschr. XXIX, 5. 

Jonas , A . F., Cancer and immunity. Med. News. LXXXII, 19. New York med. 

Record. LXIII, 19. Boston med. and surg. Journ. CXLVIII, 19. 

Leyden, H, Bericht über die am 1. Mai 1902 in Spanien veranstaltete Krebs¬ 
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Mohr, H., Die Prophylaxe des Karzinoms, ein Ueberblick über den augenblickl. 

Stand der Frage. Therapeut. Monatsh. XVII, 1/2. 

Pili, Die Krebserkrankungen des Dorfes Plötzkau von 1883 bis 1902, topographisch 
dargestellt. Zeitschr. f. Medizinalbeamte. Jahrg. XVI. S. 242. 

*Prinzing, F., Die Krebssterblichkeit in Württemberg. Württemb. Korr.-Bl. 
LXXIII, 22. 

Robertson, W. G . A., A contribution to the study of the local distributiou of 
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Stauß, Beitrag zur Verbreitung des Krebses. Zeitschr. f. Medizinalbeamte. Jahrg. 
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10. Geburtshilfe und Frauenkrankheiten* 

Baumm, P., Wochenbettfieber und Fieber im Wochenbett. Verhalten der Hebamme 
dabei. Zeitschr. f. Medizinjilbeamte. Jahrg. XVI. S. 261. 

Bossi, Einfluß der Menstruation, der Schwangerschaft, der Geburt und des Puerperal¬ 
stadiums auf die Muskelkraft. Areh. f. Gynäkol. LXVHI, 3. 

Bucura, C. J., Wochenbettsstatistik. Areh. f. Gynäkol. LXIX, 2. 

Büttner, O., Statistik und Klinik der Eklampsie im Großherzogtum Mecklenburg- 
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Fellner, O. 0., Inwiefern verbieten interne Krankheiten vom geburtshilflichen 
Standpunkte aus das Heiraten? Vortrag. D. Medizinalztg. XXIV. Nr. 86. 
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Fürth, H Krankenkassen und Wöchnerinnenschutz. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. 
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Hahn, W., Tuberkulose und Schwangerschaft. Berl. klin. Woch XL. S. 1194. 
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Hub ach, Unsere Hebammen. Ver.-Bi. d. pfalz. Aerzte. XIX, 3. 
Jaffö-Richthofen, E., Wöchnerinnenfürsorge und Krankenkassen. Soziale Praxis. 
Jahrg. XII. Nr. 24. 

Kornfeld, H., Zur Desinfektion der Hebammen. Zeitschr. f. Medizinalbeamte. Jahrg 
XVI. S. 618. 

Münsterberg, Die Wöchnerinnenfürsorge in Frankreich. Jugendfürsorge. IV, 3. 
Rißmann, P., Eine modifizierte Methode zur Herbeiführung der weiblichen Sterilität, 
angewandt wegen seltener Erkrankung. Gynäkol. Centr.-Bl. XXVII, 50. 
Schroeder, H, Zur Eklampsiestatistik. Mon.-Schr. f. Geburtsh. u. Gynäkol. XVII, 2. 
* Schnitze, B. S., Unser Hebammenwesen und die Reformpläne. (12 S.) Mk. 0,75. 
Sammlung klinischer Vorträge, begr. v. R. v. Volkmann. Neue Folge. Hrsg, 
v. E. v. Bergmann, F. Müller u. F. v. Winckel. Nr. 349. Leipzig, Breit¬ 
kopf & Härtel. 

Wheeler, J. T„ The prevention of puerperal eclanipsic. Albany med. Ann. XXIV, 6. 


11. Augen- und Ohrerkrankungen. 

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Bailey, W. O., Causes of blindness in Kentucky. Amer. Pract. and News. XXXIV, 12. 

Baldrian, K., Die Mitwirkung der Aerzte bei der Taubstummenbildung. Monats¬ 
schrift f. d. ges. Sprachheilk. XIII. S. 65. 

Bourgeois, Les nialadies des yeux dans la loi du 15 fevrier 1902. Ann. d’Oculist. 
CXXIX, 6. 

Cohn, H., und Rübencamp, R., Wie sollen Bücher und Zeitungen gedruckt werden? 
Für Hygieniker, Aerzte, Erzieher, Redakteure, Schriftsteller, Verleger, Schrift- 
gielier und Buchdrucker vom augenärztl. u. techn. Standpunkt besprochen. 
Mit Abbildgu. im Text u. 10 Druckprobentafeln. (VII, 113 S.) Mk. 2. Braun¬ 
schweig, F. Vieweg & Sohn. 

Conrad, F., Beschäftigungsarten und Beschäftigungsmittel für Blinde. D. Kranken- 
pflege-Ztg. VI. 2. 

DÖlger, Rob., Die Mittelohreiterungen. Auf Grundlage der statistischen Berichte 
Bezolds (1869—1896 inkl.) u. e. eigenen Fortsetzg. derselben bis zum Jahre 
1901 inkl. bearb. (145 S. m. 5 Tab.) Mk. 3. München, J. F. Lehmanns Verlag. 

Feilchenfeld, W., Gesundheitspflege des Auges nebst Ratgeber zur Berufswahl 
f. Augenleidende. Mit 5 Orig.-Zeichngn. im Text. (79 S.) Mk. 1,20. Berlin, 
E. Staude. 

Gutmann, Die Schwachsichtigkeit nach skrophuloser Augenentzüudung, ihre wirt¬ 
schaftliche Bedeutung und ihre Verhütung. Hyg. Voksbl. IV, 23/24. 

Hamm, Ueber Verhütung und Behandlung von Ohreukraukheiten. Monatsbl. für 
öffentl. Gesundheitspfi. XXVI. 

Hauptvogel, R., Das internationale Komitee zur Hebung des Blindenwesens. Die 
Krankenpflege. II, 4. 

Heimann, G Blinde und Taubstumme in Preulien. D. med. Woch. XXIX, 33. 

Jäger, H., Haben wir die ägyptische Augenentzüudung ins Land bekommen oder 
nicht? Württemb. Korr.'-Bl LXX1I1, 148. 

König, Ohruntersuchungen in der Dorfschule. Ein Beitrag zur Schularztfrage. 
(24 S. m. Abbildgu.) Mk. 0,80. Sammlung zwangloser Abhandlgn. aus dem 
Gebiete der Nasen-, Ohren-, Mund- und Halskrankheiteu. In Rücksicht auf 


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allgemein-ärztl. Gesichtspunkte begründet v. M. Bresgen. Hrsg. v. G. Heer¬ 
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Laubi, O., Ohrenuntersuchungen von 22894 Schülern der Primarklassen Zürichs. 

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Nager, Gr., Die Taubstummen der Luzerner Anstalt Hohenrain. Ztschr. f. Ohren- 
hkde. XLIII. 

Osborne, A., Die Ursachen der Erblindung in Aegypten. Arch. f. Augenhkde. 
XLVII, 4. 

JSeeügsohn, W., Gesundheitspflege des Auges. Hyg. Volksbl. IV, 10/11. 
Stilling, J„ Die Kurzsichtigkeit, ihre Entstehung und Bedeutung. Mit 4 Abbildgn. 
(75 S.) Mk. 2. Sammlung v. Abhandlgn. aus dem Gebiete der pädagog. Psy¬ 
chologie und Physiologie. Hrsg. v. T. Ziegler u. T. Ziehen. VI. Bd. 3. H. 
Berlin, Reuther & Reichard. 

Tweedy, On the relations of ophthalmology to general medicine and surgery and 
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Wessely, K., Auge und Immunität. (23 S.) Mk. 0,60. Berliner Klinik. Sammlg. 
klin. Vorträge. Begründet v. F. Hahn u. P. Fürbringer. Hrsg. v. R. Rosen. 
Jahrg. 03. H. 182. Berlin, Fischers medizin. Buchh. 

Zweck und Methode der Ohrenuntersuchungen in den Volksschulen und Vorschläge 
zur Verhütung der wichtigsten Ohrenkrankheiten: a) Referat von 0. Laubi. 
b) Rapport von Schaetzel. Jahrbuch d. Schweiz. Gesellsch. f. Schulgesundheits¬ 
pflege. Jahrg. IV. 


12. Zahnkrankheiten. 

Grreve, H., Ergebnisse einer zahnärztlichen Untersuchung von 84 Kindern der 
Magdeburger Hilfsschulen. Zeitschr. f. d. Behdlg. Sch wachs, u. Epilept. XIX, 
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Jessen, Von der Zahnpflege. Blätter f. Volksgesundhtspfl. III, 11. 

Kirchner, M., Der Zahnarzt als Hygieniker. Deutsche Mon.-Schr. f. Zahnhkde. 
XXI, 3. 

* Kümmel, H., Zahnarzt und Arbeiterschutz. Eine sozialwissensch. Studie. (III. 
131 S. m. 1 Abb. u. 3 Taf.) Mk. 4. Jena, G. Fischer. 

— Die progressive Zahnkaries in Schule und Heer und die zahnhygienischen Auf¬ 

gaben der Sanitätsbehörden im Interesse der Volkswirtschaft, Archiv f. soz. 
Gesetzgebg. XVHI. S. 591. 

— Zahnarzt-Medizinalbeamter. Soziale Praxis. Jahrg. XII, Nr. 42. 

Lührse, L., Die Errichtung von Volkszahnkliniken, e. soziale Pflicht der Städte. 
Aus e. größeren Arbeit: Zahuverderbnis und Volkshygieue. (12 S.) Stettin, 
Keimling & Grünberg. 

Newsholme, A., The relation of the dental profession to public health. Lancet. II, 2. 
*Ritter, P., Zahn- und Mundhygiene im Dienste der öffentlichen Gesundheitspflege. 
Mit 5 Abbildgn. u. 2 Kurven im Text. (237 S.) Mk. 5. Handbuch d. Hygiene. 
Hrsg. v. Th. Weyl. II. Suppl.-Bd. 4. Lfg. Jena, G. Fischer. 

Sickinger, A., Ueber die Notwendigkeit der Zahnpflege in der Armee. D. Krankenpfl. 
II, 9. Med. Reform XI, 15. 

— Ueber die Notwendigkeit einer besseren Zahnpflege in der Schule und bei der 

Armee. Wien. Zahuärztl. Mon.-Schr. V, 10. 

Worm, W., Ergebnisse einer zahnärztlichen Untersuchung von 3183 Volksschul¬ 
kindern. Wien. Zahnärztl. Mon.-Schr. V, 9. 


13. Arzneiversorgung« 

Abraham, J., Der reale, ideelle und materielle Wert der Medikamente. Med. Reform. 
XI, 43. 

Binz, C., Für eine deutsche Reichsarzneitaxe. Deutsche med. Wochenschr. XXIX, 23. 
Busch (Bochum), Nochmals die freie Arznei der Krankenkassen. Aerzt-1. Vereinsbl. 

April I. 


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284 E. Bibliographie. 

Heger, H., Die offizielle Arzneitaxe f. d. J. 1903 in Tabellenform. (2 S.) Mk. 0,80. 
Wien, M. Perles. 

Neubronner, J., Die Brieftaube im Dienst der leidenden Menschheit. Ein Beitrag zum 
Kapitel: „Die rasche Arzneimittel-Versorgung.“ (17 S. m. Abbildgn. u. Bildnis.) 
Mk. 0,50. Frankfurt a/M. 1902, Gebr. Knauer. 

Schwartz, Der heutige Arzneimittel verkehr und dessen Einfluß auf die Kranken¬ 
behandlung. Münch, med. Woch. L, 1. 

Unger, H, Der Apothekenboykott und die Krankenkassen in Berlin. Arbeiterver¬ 
sorgung. Jahrg. XX, Nr. 16, 25. 

Arzneitaxe f. d. J. 1903 zu der durch die Additamenta vom J. 1900 ergänzten 
österreichischen Pharmakopoe vom J. 1889. (XLVIII, 68 S.) Mk. 1,10. Wien 

1902, Hof- u. Staatsdruckerei. 

Arzneitaxe für das Königreich Bayern 1903, mit Dr. Bedalls Ergänzungstaxe. 
Hrsg. v. Verein der Apotheker Münchens. 2. Aufl. (247 S.) Mk. 3. München, 
J. Grubert. 

Ergänzungstaxe des deutschen Apothekervereins zur kgl. preuß. Arzneitaxe t 

1903. Hrsg, vom deutschen Apothekerverein und in dessen Auftrag bearb. 
v. Stein. 2. Ausg. (119 S.) 31k. 2. Karlsruhe, G. Braunsche Hofbuchdr. 

Ergänzungstaxe zur kgl. preuß. Arzneitaxe f. 1903. Im Aufträge des Ausschusses 
der Apotheker in Baden für den Gebrauch in den Apotheken des Großherzogt. 
Baden. Hrsg. v. Stein. 11. Aufl. (131 S.) 31k. 2. Karlsruhe, G. Braunsche 
Hofbuchdr. 

Grundzüge über die Regelung des Verkehrs mit Arzneimitteln außerhalb der Apo¬ 
theken u. d. Beaufsichtigung desselben. (Preuß. Ministerialerlaß v. 22. XII. 
1902.) (6 S.) Mk. 0,30. Berlin, Selbstverlag des deutschen Apothekervereins. 


14. Samariterwesen und Krankenpflege. 

Abraham, P., Vorschläge zur Poliklinikenfrage. Berl. Aerzte-Korresp. VIII, 37. 
Baur, A., Die Grenzen der Samaritertätigkeit. Ein 3Iahnwort an alle Samariter. 

(21 S. m. 1 Abbild.) München, Seitz & Schauer. 

Brasch, M., Die ärztliche Versorgung der Berliner Armenkranken. Med. Reform. 
XI, 46/47. 

Buehl, F,, Die Bedeutung der Polikliniken für die öffentliche Armenpflege. Deutsche 
Krankenpflege. II, 11. 

Düms, F. A., Die Ausbildung der Feuerwehr in der ersten Hilfeleistung bei Un- 
glücksfällen. (97 S. m. 27 Abbild.) Mk. 0,75. Leipzig, G. Thieme. 

Feis, Von den Erholungsstätten in Frankfurt a. M. Med. Reform. XI, 49. 
Flesch, K., Die Hauspflege. Frauendienst. II. S. 61. 

— Hauspflege; Hauspflegekasse; Hauspflegeversicherung. Concordia. Jahrg. X. 
Nr. 11. 

Fuchs, M., Der Verein Hauspflege in Berlin, seine Bedeutung und sein Wirken. 
Soziale Praxis. Jahrg. XII. No. 22. 

Henius, Der Zentralkrankenpflegenachweis für Berlin und Umgebung. Deutsche 
med. Woch. XXIX, 2. 

Jacobsohn, P., Zur Ausbildung der Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen. 
Deutsche med. Woch. XXIX, 18. 

Ledermann, R., Einige Betrachtungen zu Dr. W. Becher’s Vorschlag, betr. die 
Einrichtung von Waldsanatorien für Geschlechtskranke. 3Ied. Reform. XI, 23. 
Lennhoff, R. Die Bedeutung der beruflichen Organisation der Krankenpflegerinnen 
für die Schwesternschaft und für das Publikum. D. Krankenpflegeztg. VI, 24. 
Marcuse, J., Was muß jedes 3Iitglied der Sanitätskoloune wissen? Prakt. leicht 
faßl. Unterweis, in Frage u. Antwort. (IV, 60 S.) 31k. 0,60. Dessau, Anhalt. 
Verlagsanstalt. 

Meyer, G., Die Beteiligung der öffentlichen Krankenhäuser am Rettungswesen. 

Zeitscbr. f. Samariter- u. Rettungswesen. IX. S. 34. 

Peters-Damnatz, Die Organisation der Krankenpflege auf dem Lande. Vortrag. 
Das Land. IX, S. 1, 26 u. 43. 


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E. Bibliographie. 


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Reißmann, O., Ueber den Gesetz-Entwurf betr. ergänzende Vorschriften über den 
Dienstvertrag f. Krankenpflege, Unterricht, Erziehg. u. andere höhere häusl. 
oder persönl. Dienstleistungen. Ein Beitrag zur Reform d. Dienstvertrages 
nach allgemeinem Zivilrechte. (58 S.) Mk. 1. Wien, M. Breitenstein. 
Richter, M., Die Friedenstätigkeit der österreichischen Gesellschaft vom Roten 
Kreuz. Die Krankenpflege. II, 7. 

*Roth, JE?., Bibliographie der gesamten Krankenpflege. Anhang zum Handbuch der 
Krankenversorgung und Krankenpflege. Hrsg. v. G. Liebe, P. Jacobsohn u. 
George Meyer. Bd. II. Abt. II. Berlin, A. Hirschwald. 

Rühlemann, Leitfaden für den Unterricht der freiwilligen Krankenträger (Sanitäts- 
Kolonnen). Im Auftr. d. Zentralkomitees d. preuß. Landesvereins vom Roten 
Kreuz auf Grund aller die Verwendung d. Sanitätskolounen im Kriege betreff, 
amtl. Bestimmungen, unter gleichzeitiger Berücksicht, d. Ausbildg. ders. zum 
Samariterdienste im Frieden verf. 14. Aufl. (230 S. m. Abbild.) Mk. 1. Berlin, 
E. S. Mittler & Sohn. Dresden, C. Höckner’s Sort. in Komm. 

Salzwedel, Aerztl. Forderungen zur Reform des Krankenpflegewesens. Berl. klin. 
Woch. XL, 14, 15, 16. 

Stieger, Die Landpflegerin. Frauendienst. II. S. 21. 

Stoecker, A Die häusliche Krankenpflege. 6 Vorträge. (VIII, 112 S.) Mk. 1,25. 
Karlsruhe, J. Lang. 

Streffer, Amtliche Erhebungen über das Rettungs- und Krankentransportwesen in 
Preußen. Zeitschr. f. Samariter- u. Rettungswesen. IX. S. 189. 

Stroebe, F., Die Sicherstellung des Personals der freiwilligen Krankenpflege. Die 
Krankenpflege. II, 5. 

Weiß, H., Ein Hilferuf für unsere armen Kranken. Streiflichter auf die Kranken¬ 
pflege in Oesterreich. (Bestrebgn. u. Enttäuschgn.) (67 S.) Mk. 1. Wien, 
M. Perles. 

Zimmer, Staatsaufsicht über das Krankenpflegewesen. D. med. Woch. XXIX, 4. 
*Handbuch der Krankenversorgung und Krankenpflege. Herausg. v. G. Liebe, 
P. Jacobsohn u. G. Meyer. Bd. II. Abteü. II. Lfg. 2. (XIV u. S. 353 bis 
1396.) Berlin, A. Hirschwald. 

Erste ärztliche Hilfe bei plötzlichen Erkrankungen und Unfällen. In Verbind, 
m. E. v. Bergmann, C. Gerhardt, 0. Liebreich, A. Martin bearb. u. herausg. 
v. G. Meyer. (XVI, 438 S. mit 5 Abbild.) Mk. 8. Berlin, A. Hirschwald. 
Freiwillige Krankenpflege, S.-A. d. Teil VI der Kriegs-Sanitätsordnung. (Zu 

D. V. E. Nr. 21. III. S. 175—194 s. u. 586 b-n.) Mk. 0,35. Berlin, 

E. S. Mittler & Sohn. 


15. Krankenhaus- und Heilstättenwesem 

Adam, Die Notwendigkeit von Privatkrankenhäusern für ansteckende Krankheiten. 
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Craggs, J. G., Rate-supported versus voluutary hospitals. 37 pp. 


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Krukenberg, H., Ueber Anstaltsfürsorge für Krüppel. Mit 7 Textabbild. (24 S.) 
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Zwecke. Beihefte zur Zeitschr. f. Kinderforsch. Herausg. v. J. L. A. Koch, 
J. Triiper u. C. Ufer. 6 H. Langensalza, H. Beyer & Söhne. 

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Moeller, A., Nach welchen Bedingungen soll die Aufnahme von Lungenkranken in 
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1902. Separatabdr. aus Zeitschr. f. Tuberkulose u. Heilstättenw. IV, 4. 


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E. Bibliographie. 


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Stakemann, H., Welche besonderen Einrichtungen sind die bei der Anstaltsbe¬ 
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handlung und Heilung der Nervenschwäche auf dem Wege ärztlicher Klöster. 
Hannover, Schmorl & Seefeld Nachf. 119 S. 2 Mk. 

Stein, J., Bemerkungen zu den Monats- und Jahresberichten über die Kranken¬ 
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Volkssanatorium Krankenheim, Görbersdorf. Statistische Erhebungen von 1902. 
— Statistik über die Dauererfolge der von 1895—1900 entlassenen 3299 Personen. 
123 S. Mk. 9. Leipzig, F. Leineweber. 

Weyandt, W., Ueber die Leitung der Idiotenanstalten. Psych.-neurol. Wocheuschr. 
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Würzburg, A., Literatur der Tuberkulose und des Heilstättenwesens. Ztsclir. f. 
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Charit6-Annalen lirsg. vou d. Direktion d. kgl. Charite-Krankenhauses zu Berlin. 
Red. v. Schaper u. Müller. 27. Jahrg. Mit 3 Portr., 1 Taf., 5 Holzschn. u. 
Tabellen. (V, 714 S.) Mk. 24. Berlin, A. Hirschwald. 

Die Ergebnisse der Sommerpflege in Deutschland (Ferienkolonien, Kinderheil- 
8tätten usw.) im J. 1901. Bericht d. Zentralstelle der Vereiniggn. f. Sommer- 
pflege in Deutschland. (51 S.) Mk. 1,50. Berlin, Puttkammer & Mühlbrecht. 

Jahrbuch der Wiener k. k. Krankenanstalten. Hrsg, von der k. k. n.-österr. Statt¬ 
halterei. Jahrg. IX. 1900. X, 549 S. (Mk. 10.) Wien, W. Braumüller. 

Krankenhaus Statistik für 1902. Beiträge zur Statistik der Stadt Karlsruhe im 
Auftr. d. Stadtrates. Nr. 14. 13 S. Karlsruhe, G. Braun. 

Lunatic Asylums report, Madras, 1902. 1 s. 2 d. Publications of the Indian 

Government. 

Normalverordnung der kgl. ungar. Ministers des Innern über Spitäler, Heil¬ 
anstalten, Rekonvaleszentenhäuser und Asyle für unheilbare Kranke. Das 
österr. Sanitätswesen. XV. Beilagen S. 57. 

Oversigt over Sindssygeasylernes virksomhed i aaret 1902. (Statistique des hospices 
d’alienes.) 111 S. Etter de fra asyleine inkomne aarsheretninger. Udgiven 
af Medicinaldirektoren. Norges Ofticielle Statistik. Fjerde Raekke Nr. 74. 
Kristiania, H. Aschehoug. 

*Statistik der Heilbehandlung hei den Versicherungsanstalten und zugelassenen 
Kasseneinriehtungen der Invalidenversicherung f. d. Jahre 1898, 1899, 1900, 
1901 n. 1902. Bearb. im Reichs-Versicherungsamt. (145 S.) Mk. 4. Amt¬ 
liche Nachrichten des Reichs-Versicherungsamtes 1903. 1. Beiheft. Berlin. 
A. Asher & Co. 

Statistische Untersuchung (des Statist. Amtes in Dresden) über die Ursachen 
der ungewöhnlichen Steigerung der Ausgaben für das Dresdener Stadtirren- u. 
Siechenhaus. 73 S. Dresden, Buchdr. der Dr. Giintzschen Stiftung. 


16. Krankenversicherung. 

Ambrosius , Erfolge der Heilstättenhehandlung hei lungenkranken Mitgliedern 
zweier Krankenkassen. Münch, med. Wochensehr. 50. Jahrg. 19. 

Batocki, v., Erfahrungen bezüglich der Krankenversicherung ländlicher Arbeiter. 

(21 S.) Mk. 0,60 Königsberg 1902 (Gräfe & Unzer. Buchh.). 

Behrens , O., Der Kampf gegen den Alkoholismus durch die Krankenkassen. 

Monatsbl. f. öffentl. Gesundheitspflege. XXVI. 

* Bleicher , H: f Krankenversicherung. S. 425—459 (unverkäuflich). S.-A aus 
Statist. Jahrbuch deutscher Städte. Jahrg. 11. Nr. XXVII. Breslau, W. 
G. Korn. 

Bratz, Die Krankenkassen im Kampfe gegen den Alkoholismus. Psyck.-neurol. 
Wochenschr. V, 2. 

*Busch, Die freie Arznei der Krankenkassen. Aerztl. Vereinsbl. Januar. I. u. II. 
Düttmann, A. f Kraukenversieherungsgesetz in der Fassung der Gesetze vom 
10. IV. 1892, 30. VI. 1900 u. 25. V. 1903 m. Nebengesetzen u. Ausfiihrungs- 
bestimmungen. Handausg. m. Einleitung, Erläuterungen u. Sachregister. 
(VI, 183 S.) Mk. 2,50. Altenburg, St. Geibel. 

Eisenstadt, Feber die wissenschaftliche Ausbildung von Beamten der Kranken¬ 
kassen. Monatssohr. f. Soziale Medizin. I. 2. 

Erismann, F,, Die Organisation der unentgeltlichen ärztlichen Fürsorge mit Hilfe 
des Bundes in der Schweiz. Schweiz. Bl. f. Wirtschaft»- u. Sozialp. XI, 5, 6. 
*Fiebig, C., und Hanauer, W., Die Krankenkontrolle. Ein Leitfaden z. prakt. 
Gehr. f. Kassen Vorstände u. Krankenkontrolleure im Kampf gegen Simulation 
u. hygien. Milistünde ( VI, 85 S.). Mk. 0,00. Frankfurt a. M., E. Schnapper. 
Flöchey, E., Contribution ä un projot d’assurance contre la maladie et Tinvalidite. 

Journ. de la Soc. de Statist. XLIV. H. 10. 

Frankenberg, H. v., Aufsichtsbehörden und Krankenkassen. Arch. f. öffentl. 
Recht. XVIII, 1. 

— Krankenkassen und Aufsichtsbehörde. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiter¬ 

versicherung. IX, 22. 

— Sind die Kassenmitglieder zur Uebernahme der Krankenaufsicht verpflichtet? 

Arbeiterversorgung. Jahrg. XX. Nr. 4. 


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E. Bibliographie. 289 

Fürth, H., Krankenkassen und Hauspflege. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiter- 
Versicherung. IX, 11. 

— Krankenkassen und Wöchnerinnenschutz. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiter¬ 

versicherung. XI, 5, 6. 

Götze, E., Krankenversicherungsgesetz vom 15. VI. 1883, 10. IV. 1892, 30. VI. 
1900, 25. V. 1903 nebst dem Hilfskassengesetz u. den die Krankenversicherung 
betr. Bestimmungen des land- und forstwirtschaftlichen Unfallversicherungs¬ 
gesetzes. Textausg. m Anmerkungen u. Sachregister. 2. Aufl. (VIII, 162 5.) 
Mk. 1. Gesetzsammlung. Textausg. m. Anmerkungen. 5. Bd. Berlin, F. 
Siemenroth. 

Graef, W., Die Krankenkassennovelle und die Handlungsgehilfen. Soziale Praxis. 
Jahrg. XII. Nr. 26. 

Greulich, H., Die Krankenkassen u. die gesetzliche Regelung der Krankenver¬ 
sicherung. Monatsschr. f. Christi. Sozialreform. XXV. Jahrg. Nr. 8, 9. 
Sahn, Berechnung der Unterstützungsdauer nach dem Krankenversicherungsgesetz. 
Arbeiterversorgung. Jahrg. XX. Nr. 16. 

— Zum Entwurf eines Gesetzes, betr. weitere Abänderungen des Krankenversiche¬ 

rungsgesetzes. Arbeiterversorgung. Jahrg. XX. Nr. 8. 

— Nochmals zur Krankenkassenzugehörigkeit der Hausgewerbetreibenden. Arbeiter¬ 

versorgung. Jahrg. XX. Nr. 11. 

— Uebergangsnormen beim Inkrafttreten der Novelle zum Krankenversicherungs¬ 

gesetz. Arbeiterversorgung. Jahrg. XX. Nr. 34. 

Hanauer, W., Die wichtigsten Krankheiten der Krankenkassenmitglieder. (Aus 
C. Fiebig u. W. Hanauer: „Die Krankenkontrolle.“) (39 S.) Mk. 0,40. Frank¬ 
furt a. M., E. Schnapper. 

Heindl, R,, Zentralisation der Krankenkassen. Soziale Praxis. Jahrg. XIII. Nr. 5. 

— Zentralisation der Ortskrankenkassen in München. Soziale Praxis. Jahrg. XIII. 

Nr. 11. 

Heymann, W., Zur Krankenkassennovelle. Med. Reform. XI, 17. 

*— Praktische Vorschläge zur Richtigstellung der deutschen Krankenkassenstatistik. 
Für den Verband der Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftl. 
Interessen bearb. Mit einer Einleitung von L. Pfeiffer sen. (16 u. 15 S.) 
Mk. 2,25. Leipzig-Neustadt, Otto Regel. 

Hilse, B., Die Orts- bez. Betriebskrankenkassen sind nicht befugt, die aus K.V.G. 
§ 3 befreiten Personen als freiwillige Kassenmitglieder fortzufübren. Volks¬ 
tüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiterversicherung. IX, 3. 

— Krankenversicherungspflicht des neben häuslichen zu gewerblichen Verrichtungen 

verwendeten Hausgesindes. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiterversicherung. 
IX, 5. 

— Ausführung des Krankenversieherungsgesetzes vom 25. Mai 1903 auf die be¬ 

stehenden Kassenstatuten. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiterversicherung. 
IX, 14. 

— Krankenfürsorge für die in der Landwirtschaft betriebsverletzten Dienstver¬ 

pflichteten. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiterversicherung. IX, 18. 
Hoch, G., Zwanzig Jahre Krankenversicherung. Neue Zeit. XXII, 13. 

— Die Krankenversicherung im Jahre 1900. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. Arbeiter¬ 

versicherung. IX, 21, 22. 

— Krankeukassenstatistik und Kassenvervvaltung. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. 

Arbeiter Versicherung. IX, 1. 

Hofmann, Die Krankenversicherungsnovelle und die Aerztefrage. Deutsche med. 
Wochenschr. XXIX, 21. 

Hoffmann, F., Krankenversicherungsgesetz und Gesetz über die eingeschriebenen 
Hilfskassen nebst Ausführungsbestimmungen. Erläutert v. H. 3 u. 4. neubearb. 
Auflage. (XXIV, 363 S.) Mk. 2. Taschengesetzsammlung. 43. Bd. Berlin, 
C. Heymann. 

Honigmann, P., Die Aufgaben der Krankenkassen in Vergangenheit, Gegenwart 
und Zukunft. Arbeiterversorgung. Jahrg. XX. Nr. 28 u. 29. 

Illing, A., Das Krankenversicherungsgesetz in der Fassung des Reichsgesetzes vom 
25. V. 1903, sowie das Gesetz üb. d. eingeschrieb. Hilfskassen v. 7. IV. 1876 
u. 1. VT. 1884. Textausg. unter Hervorhebung d. Neuerungen in. Anh. u. 
Sachregister lierausg. (IV, 142 S.) Mk. 1,20. Juristische Handbibliothek. 
Heraus»’, v. M. Hallbauer u. W. Scheleher. 156. Bd. Leipzig, Roiibergsche 
Verlagsbuchh. 

Jahresbericht über Hygiene und Demographie. III. Jahrgang. 19 


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290 E. Bibliographie. 

Jaff6-Richthofen, E., Wöchnerinnenfürsorge und Krankenkassen. Soziale Praxis. 
Jahrg. XII. Nr. 24. 

Kampffmeyer, P. t Die Mission der deutschen Krankenkassen auf dem Gebiete der 
öffentlichen Gesundheitspflege. Programmatische Gedanken zur Reform des 
Krankenversicherungsgesetzes. (52 S.) Mk. 1,25. Frankfurt a. M., E. Schnapper. 
Katz, J., Zentralisation der Tuberkulosebehandlung bei den deutschen Kranken* 
kassen. Med. Reform. XI, 12. 

Klumker, Chr. J., Die rechtliche Stellung der Walderholungsstätten im Kranken- 
versicherungsgesetz. Soziale Praxis. Jahrg. XII. Nr. 24. 

Krause, Die Versicherung der Heimarbeiter und Hausgewerbetreibenden in den 
Betriebskrankenkassen. Arbeiterversorgung. Jahrg. XX. Nr. 5. 
Landsberg, Die Mängel des Heilverfahrens und Vorschläge zu deren Beseitigung 
unter besond. Berücksichtigung der Verhältnisse Posens. Vortrag. (23 S.) 
Mk. 0,30. Veröffentlichungen des Vereins zur Fürsorge f. kranke Arbeiter zu 
Posen. 4. H. Posen, J. Jolowicz. 

Landsberger, Die Stellung zu den Krankenkassen. Deutsche med. Wochenschr. 
XXIX, 3. 

Lazarus, E., Arzt, Zahnarzt u. Krankenkassen. Allg. med. Centr.-Ztg. LXXH, 3. 
Lennhoff, R., Krankenkassen und Wohnungsfürsorge. Med. Reform. XI, 37. 
Lindemann, H., Krankenkassen und Wohnungsfrage. Volkstüml. Ztschr. f. prakt. 
Arbeiterversicherung. IX, 11. 

Mayer, W., Die Krankenversicherung im Jahre 1900. Aerztl. Vereinsbl. Sept. I. 
Mugdan, O., Zum Krankenkassentage. Med. Reform. XI, 11. 

Muser, E., Krankenversicherungsgesetz (u. Hilfskassengesetz) m. d. Vollzugs- und 
Ausführungsbestiramungen f. d. Groüherzogtura Baden nebst Zusätzen und 
Verweisungen. (VI, 622 S.) Karlsruhe, G. Braunsche Hofbuchdr. u. Verlag, 
j Neukamp, Eine empfindliche Lücke im Krankenversicherungsgesetz. Soziale Praxis. 
Jahrg. XII. Nr. 22. 

Olshausen, A., Die Ansprüche des erkrankten Schiffsmanns auf Verpflegung und 
Heilbehandlung (§$ 59 u. 62 d. Seemannsordnung v. 2. 6. 1902). Arbeiter¬ 
versorgung. Jahrg. XX. Nr. 19. 

Petersen, Th., Das Krankenversicherungsgesetz in der Fassung des Gesetzes v. 
25. V. 1903. Ergänzungsheft zu dem Krankenversicherungsgesetz v. 15. VT. 
1883, in der Fassung der Gesetze v. 10. IV. 1892, v. 26. VII. 1897 und v. 
30. VI. 1900, nebst dem Gesetz üb. d. eingeschriebenen Hilfskassen v. 7. IV. 
1876 in der Fassung des Gesetzes v. 1. VI. 1884 und den in d. Unfallver¬ 
sicherungsgesetzen v. 6. VII. 1884, 5. V. 1886 und v. 30. VI. 1900, sowie in 
dem Invalidenversicherungsgesetz v. 13. VII. 1899 enthaltenen, die Kranken¬ 
versicherung betr. Bestimmungen. Mit Berücksicht, d. Materialien, d. Aus¬ 
führungsbestimmungen u. insbes. auch d. Rechtsprechung bearb., 4. neu bearb. 

u. erheblich verm. Aufl. (VII, 160 S.) Mk. 1,60. Hamburg, Grefe & Tiedemann. 

— Das Krankenversicherungsgesetz v. 15. VI. 1883 in d. Fassung d. Gesetze v. 

10. IV. 1892, v. 26. VII. 1897 und v. 30. VI. 1900, nebst dem Gesetz über d. 
eingeschr. Hilfskassen v. 7. IV. 1876 in d. Fassung d. Gesetzes v. 1. VI. 1884 
und den in den Unfallversicherungsgesetzen v. 6. VII. 1884, ö. V. 1886 und 

v. 30. VI. 1900 sowie in dem Invalidenversicherungsgesetz v. 13. VII. 1899 
enthaltenen, d. Krankenversicherung betr. Bestimmungen. Mit Berücksicht, 
d. Materialien, d. Allsführungsbestimmungen u. insbes. auch d. Rechtsprechung 
bearb. 4. neu bearb. u. erheblich verm. Aufl. 6. (Schluli-) Liefg. (XVI und 
S. 657—812.) Mk. 2. Hamburg 1902, Grefe & Tiedemann. 

Prinz, Fr., Milch als „Heilmittel“ im Sinne des Krankenversicherungsgesetzes. 
Arbeiter Versorgung. Jahrg. XX. Nr. 17. 

— Fortlaufende Nachweisung der Bestände der mit Erwerbsunfähigkeit verbundenen 

Erkrankungsfälle. Arbeiterversorgung. Jahrg. XX. Nr. 20. 

Rasp, K. v., Kommentar zum Krankenversicherungsgesetz v. 15. VTI. 1883 in der 
Fassung der Novellen v. 10. IV. 1892, 30. VL 1900 und 25. V. 1903, nebst 
seinen Nebengesetzen und den Vollzugsvorschriften f. das Königr. Bayern. 
Unter Zugrundelegung des Kommentars zum Krankenversicherungsgesetz von 
v. R. in 2. Aufl. vollst. neu bearb. v. K. Meinel. (VIII, 489 S.) München, 
0. H. Beck. 

Rössing, G., Gewerkschaften und Krankenversicherung. Neue Zeit. XXI, I. 


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E. Bibliographie. 


291 


Roth, Das staatliche Aufsichtsrecht über die Krankenkassen. Yolkstüml. Ztschr. 
f. prakt. Arbeiterversicherung. IX, 7, 8. 

Santtehberg, Die deutsche Krankenversicherung, enth. d. Krankenversicherungs¬ 
gesetz v. 15. VI. 1883 in der Fassung d. Novellen v. 10. IV. 1892, v. 30. VL 
1900 und v. 25. V. 1903 nebst Ergäuzungsgesetzen u. Anlagen, darunter d. 
Gesetz über d. eingeschr. Hilfskassen v. 1. VI. 1884 und Entwurf des Statuts 
e. Ortskrankenkasse u. e. Betriebs-(Fabriks-)Krankenkasse auf Grund d. Novelle 
zum Krankenversicherungsgesetz v. 25. V. Textausgabe m. kurzen Anmer¬ 
kungen u. Sachregister. 4. And. (244 S.) Mk. 0,80. Universalbibliothek 
Nr. 3564 u. 65. Leipzig, Ph. Reclam jun. 

Schenk, P., Alkohol und Krankenkassen. Alkoholismus. IV, p. 247. 

Schmitz, Der Anspruch der Invalidenrentner auf Krankengeld. Arbeiterversorgung. 
Jahrg. XX, Nr. 3. 

Schwartz, O., Die Beaufsichtigung des Krankenversicherungsgesetzes durch die 
zuständigen Behörden der deutschen Bundesstaaten. D. med. Woch. XXIX, 31. 

Seelmann, Krankenversicherung ländlicher Arbeiter. Invaliditäts- u. Altersver¬ 
sicherung. XII, 21/23. 

Sydow, Q., Die Novelle zum Krankenversicherungsgesetz. Soziale Praxis. Jahrg. 
XII. Nr. 32. 

Thomalla, R., Ueber die Behandlung erkrankter Kassenmitglieder. Neue (Titel-) 
Ausg. (41 S.) Mk. 0,90. Berlin, Berlin. Verlagsanstalt (1894). 

Uhlmann, Geschlechtskrankheiten und Krankenkassen. Mitteil. d. d. Ges. z. Be¬ 
kämpfung d. Geschlechtskrankh. I, 3. 

Watson, A . W,, Account of an investigation of the sickness and mortality 
experience of the J. 0. 0. F. Manchester Unity Friendly Society, during 1893 
bis 97 . . . with life and monetary tables. XV, 489 pp. Manchester. 

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Woedtke, E. v., Krankenversicherungsgesetz. Textausg. m. Einl., Anmerk., Anh. 
u. Sachregister. 10. umgearb. Aufl. herausg. v. G. Eucken - Addenhausen. 
(593 S.) Mk. 3,50. Guttentags Sammlung deutscher Reichsgesetze. Text¬ 
ausgaben m. Anmerkungen. Nr. 20. Berlin, J. Guttentag. 

Aenderungen zum Entwürfe des Statuts e. Betriebs-!Fabrik-jKraukenkasse (Cen¬ 
tralblatt f. d. Deutsche Reich vom 15. VII. 1892 S. 547 ff.) m. Rücksicht auf 
die Vorschriften des Gesetzes, betr. weitere Abänderungen des Krankenver¬ 
sicherungsgesetzes vom 25. V. 1903 (Reichsgesetzbl. S. 233.) (16 S) Mk.0,50. 
Berlin, F. Kortkarapf. 

Aenderungen zum Entwürfe des Statuts e. Ortskrankenkasse (Centralblatt f. d. 
Deutsche Reich v. 15. VII. 1892 S. 515 ff.) m. Rücksicht auf d. Vorschriften 
d. Gesetzes, betr. weitere Abänderungen d. Krankenversicherungsgesetzes v. 
25. V. 1903 (Reichsgesetzbl. 8. 233). (35 S.) Mk. 0,60. Berlin, F. Siemenroth. 

Aenderungen zu den Entwürfen von Statuten f. e. Ortskrankenkasse u. e. Betriebs- 
(Fabrik-)Krankenkasse. (Centralbl. f. d. Deutsche Reich v. 10. VII. 1903. 
ö. 243ff.) 3. Aull. (36 S.) Mk. 1. Berlin, C. Heymanu. 

Anleitung zur ökonomischen Verordnungweise f. Krankenkassen. Hrsg. v. Verband 
d. Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftl. Interessen. (23 S.) 
Mk. 0,50. Leipzig (Leipzig-N., Otto Regel). 

Bericht über die Enquete bei den schweizer. Krankenkassen betreffend die Wieder¬ 
aufnahme der Krankenversicherung. Aufruf an die schweizer. Krankenkassen. 
(19. Juü 1902.) 42 8. Zürich, Grütli-Buchdr. 

Bericht der Gremial Krankenkasse der Wiener Kaufmannschaft für das Jahr 1902. 
71 S. 

Revidierte Bestimmungen für die (gemeinsame) Gemeindekrankenversicherung 
der Gemeinde ...(11S.) Mk. 0.60. Flölia, A. Peitz & Sohn. 

Entwurf eines Gesetzes, betr. weitere Abänderungen d. Krankenversicherungs- 
gesetzes (Reichstagsvorlage). Beilage z. Arbeiterversorgung. 1903. Nr. 7. 
(16 S.) Mk. 0,40. Grunewald-Berlin, Verlag d. Arbeiterversorgung, A. Troschel. 

19* 


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292 


EL Bibliographie. 


Entwurf des Statuts einer Betriebskrankenkasse. Nach d. Krankenkassenversiche¬ 
rungsgesetz v. 10. IV. 1892 u. d. Abänderung desselben v. 25. V. 1903. 
(Reichsgesetzblatt, 1892 S. 397, 1903 S. 233.) (20 S.) Mk. 0,60. Flöha, A. 

JPeitz & Sohn. 

Entwurf des Statuts einer Betriebs-(Fabrik-)Krankenkasse (Centralbl. f. d. Deutsche 
Reich vom 15. VII. 1892 S. 547 ff.) mit Berücksichtigung der Vorschriften des 
Gesetzes, betr. weitere Abänderungen d. Krankenversicherungsgesetzes v. 25. 
V. 1903 (Reichsgesetzbl. S. 233). Nach d. Beschlüssen d. Bundesrats v. 1. VII. 
1903. (24 S.) Mk. 0,60. Berlin, F. Kortkampf. 

Entwurf des Statuts einer Betriebs-(Fabrik-)Krankenkasse nach dem Krankenver¬ 
sicherungsgesetz in der Fassung des Gesetzes vom 10. IV. 1892. (R.G.B1. 

S. 379) m. d. Aenderungen, gemäß d. Vorschriften d. Gesetzes, betr. weitere 
Abänderungen d. K V.G. vom 25. V. 1903. (R.G.B1. S. 233.) Mit Vorbe¬ 
merkungen u. Erläuterungen. Veröffentlicht auf Grund von Beschlüssen des 
Bundesrats durch Bekanntmachungen d. Reichskanzlers vom 3. VII. 1892 u. 
vom 1. VII. 1903. Nebst Erlaß des preuß. Ministers f. Handel u. Gewerbe 
über d. Anführungen d. Gesetzes, betr. weitere Abänderungen d. K.V.G. vom 
30. V. 1903. (32 S.) Mk. 0,60. Altenburg, St. Geibel. 

Entwurf des Statuts einer Betriebs-(Fabrik-)Krankenkasse in d. v. Bundesrat auf¬ 
gestellten Fassung. Mit d. Aenderungen nach d. Gesetze betr. weitere Abände¬ 
rungen d. Kranken versicherungsgesetzes v. 25. V. 1903. (Centralbl. f. d. Deutsche 
Reich. XXXI.Jahrg. Nr. 30. (21 S.)Mk.l. Grunewald-Berlin, Verl. d.Arbeitervers. 

Entwurf des Statuts einer Ortskrankenkasse, (52 S.) Mk. 0,60. Altenburg, St 
Geibel. 

Entwurf des Statuts einer Ortskrankenkasse (Centralbl. f. d. Deutsche Reich vom 
15. VII. 1892 S. 515 ff.) m. Berücksichtigung der Vorschriften des Gesetzes 
betr. weitere Abänderungen d. Krankenversicherungsgesetzes v. 25. V. 1903 
(Reichsgesetzbl. S. 233). Nach den Beschlüssen d. Bundesrats vom 1. VII. 
1903. (39 S.) Mk. 1. Berlin, F. Kortkampf. 

Entwurf des Statuts einer Ortskrankenkasse in der vom Bundesrat aufgestellten 
Fassung. Mit den Aenderungen nach dem Gesetze, betr. weitere Abänderungen 
d. Krankenversicherungsgesetzes, vom 25. V. 1903. (Centralbl. f. d. Deutsche 
Reich. XXXI. Jahrg. Nr. 30.) (35 S.) Mk. 1. Grunewald-Berlin, Verlag 
d. Arbeiterversorgung, A. Troschel. 

Entwurf des Statuts einer Ortskrankenkasse. Nach dem Krankenversicherungs¬ 
gesetz vom 10. IV. 1892 in der Abänderung desselben vom 25. V. 1903. 
(Reichsgesetzbl. 1892 S. 379, 1903 S. 233.) (37 S.) Mk. 1. Flöha, A. Peitz &Sohn. 

Die Gebahrung und die Ergebnisse der Krankheits-, Mortalitäts- u. Invaliditäts- 
Statistik der Bergwerksbruderladen im Jahre 1900. Statist. Jahrb. d. k. k. 
Ackerbauminist, f. 1901. H. 2. Lief. 3. 

Die Gebahrung und Ergebnisse der Krankheitsstatistik der nach dem Gesetze 
vom 30. III. 1888 (R.G.B1. Nr. 33) betr. die Krankenversicherung der Ar¬ 
beiter eingerichteten Krankenkassen im Jahre 1901. 169 S. Wien, K. K. 

Hof- u. Staatsdruckerei. 

*Geschäftsbericht der Ortskrankenkasse f. d. Gewerbebetrieb d. Kaufleute, 
Handelsleute u. Apotheker zu Berlin f. d. J. 1902. Berlin, Vorwärts Buchdr. 
u. Verlagsanst. 

Das Krankenversicherungsgesetz vom 15. VI. 1883/10. IV. 1892 in d. Fassung 
nach Erlaß der Novelle v. 25. V. 1903. Textausg. m. Anmerk. u. Sachregister. 
(VIII, 154 S.) Mk. 0,80. Ansbach, C. Brügel & Sohn. 

Das Krankenversicherungsgesetz in der Fassung der Novelle vom 25. V. 
1903, nebst Hilfskassengesetz vom 7. IV. 1876, den noch geltenden Bestim¬ 
mungen des Gesetzes vom 5. V. 1886, betr. die Unfall- und Krankenversiche¬ 
rung der in land- u. forstwirtschaftlichen Betrieben beschäft. Personen, und 
Invalidenversicherungsgesetz in d. Fassung d. Bekanntmachung vom 19. VII. 
1899. Textausg. m. Einleitung u. alphabet. Register. (XVI, 228 S.) Mk. 1,50. 
München, C. H. Beck. 

Krankenversicherungsgesetz vom 10. IV. 1892. In der vom 1. I. 1904 an 
gütigen Fassung. Mit ausführl. Sachregister. (92 S.) Mk. 0,60. Breslau, 
J. U. Kern. 

*Die Krankenversicherung im Jahre 1900. (XII, 57 u. 192 S. m. 4 (einfarb.) 
Tafeln.) Mk. 5. Statistik des Deutschen Reichs. Hrsg. v. kaiserl. Statist. 
Amt. Neue Folge. 140. Bd. Berlin, Futtkaminer & Mühlbrecht. 


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E. Bibliographie«, 


293 


Die Krankenversicherung im Deutschen Reich. 2. erweit. ti. bis auf die neueste 
Zeit ergänzte Aufl. (9 S.) Mk. 0,40. Vorträge über Gesetzeskunde und Ver¬ 
waltung. Hilfsmittel zur Vorbereitung f. d. Beamtenprüfungen. Hrsg. v. 
Verein der Finanzbeamten zu Dresden. 8. H. Dresden, C. Weiske. 
Protokoll über die Verhandlungen des II. Allg. Kongresses der Krankenkassen 
Deutschlands. Abgehalten zu Berlin am 15. u. 16. März 1903. 203 S. 

Berlin. E. SimanowskL 


17# Aerztliche Standesangelegenheiten. 

Alexander, S., Geschichte des Verbandes der Berliner ärztlichen Standesvereine. 
Festschrift, anläßlich des 25 jährigen Bestehens im Aufträge des Geschäfts¬ 
ausschusses verf. (156 S. mit 2 Tao.) Mk. 2,50. Berlin, Vogel & Kreienbrink. 
Becher, W., Die freie Arztwahl in der Berliner Armen-Krankenpflege. Med. Reform. 
XI, 48. 

Christian, J., Da la Situation des mSdecins d’asiles d’alien6s en Allemagne. Ann. 
m6d.-psychol. XVII, 2. 

Flügge, G., Das Recht des Arztes zum Gebrauch f. den Arzt nach den reichsrecht¬ 
lichen u. d. preuß. landesrechtl. Bestimmgn. (unter Abdr. dieser Bestimmgn.) 
dargestellt. (VIII, 210 S.) Mk. 6. Wien, Uroan & Schwarzenberg. 
Freudenberg, C., Statistisches zur freien Arztwahl. Med. Reform. XI, 44. 
Kasseler, Ueber Vertragskommissionen. Monatsschr. f. Soziale Medizin. I, 2. 
Halle, Zur Poliklinikenfrage. Berl. Aerzte-Korresp. VIII, 39. 

Heimann, G., Deutschlands Aerzte im Jahre 1902. D. med. Woch. XXIX, 1. 

— Die Aerzte Deutschlands im Jahre 1903. Deutsche med. Wochenschr. XXIX, 61. 
Horsley, V ., Medical politics. Brit. med. Journ. Dez. 19. 

*Jaffö, K., Stellung und Aufgaben des Arztes auf dem Gebiete der Krankenver¬ 
sicherung. 238 S. Mk. 6. Handbuch der Sozialen Medizin. Bd. II. Jena, 
Gustav Fischer. 

— Ueber den Leipziger wirtschaftlichen Verband. Monatsschr. für Soziale Medizin. 1,1. 
Joachim, K, Aerzte und Krankenkassen. Berliner Aerzte - Korresp. VHI, 12. 

— Aerzte und Krankenkassen in München. Berliner Aerzte-Korresp. VIII, 40. 

— Die Aerztefrage in der Krankenversicherungs-Kommission des Reichstages. Berl. 

Aerzte-Korresp. VHI, 14. 

Kastl, K, Wie schützt sich die deutsche Aerzteschaft vor den Folgen der Novelle 
zum Krankenversicherungsgesetz? Referat. (32 S.) Mk. 0,50. München, Seitz 
und Schauer. 

Kleeis, F., Die Aerzte und die Krankenkassen im Königreich Sachsen. VollißtümL 
Ztschr. f. prakt. Arbeiterversicherung. IX, 21. 

Klein, A., Der sozialärztliche Reichskongreß. Wiener klin. Woch. XVI. S. 131. 

— Standesangelegeuheiten. Wien. klin. Woch. XVI, 1. 

*Knieke, H., Die Kassenarztfrage und das öffentliche Gesundheitswesen in Beziehung 
zu der sozialpolitischen Gesetzgebung. (74 S.) Mk. 1,20. Grunewald-Berlin, 
Verlag d. Arbeiterversorg., A. Troschel. 

— Die Verstaatlichung des Aerztewesens. Polit.-anthropolog. Revue. II, 5. 
Kollwitz, K, Aerzte und Krankenkassen. Soz. Monatsb. VII (IX), 8. 

Koppe, O., Das Kirchspielsdoktorat. Petersb. med. Wochenschr. N. F. XX, 18. 
Küchel, Sonntagsruhe und Nonnalarbeitstag für die Aerzte, insonderheit der Kassen¬ 
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*Lennhoif; R., Die zukünftige staatsrechtliche Stellung der Aerzte in Deutschland 
unter Berücksicht d. Verhältnisses d. Aerzte zum Krankenversicherungsgesetz. 
Eine kritische Studie. (48 S.) Mk. 1. Berlin, 0. Coblentz. 

— Die zukünftige staatsrechtliche Stellung der Aerzte. Med. Reform. XI, 25—28 

u. 32—36. 

— Aerztetag und Krankenkassentag. Med. Reform. XI, 38. 

Manes, A., Die Bedeutung des Gesetzentwurfs über den Versicherungsvertrag für 
die Aerzte. Aerztl. Sachverst. Ztg. IX, Nr. 23. 

Mattutat, Unfallheilverfahren u. Krankenunterstützung. Arbeiterversorg. Jahrg. 
XX, Nr. 33. 

Mugdan, O., Die freie Arztwahl in Berlin. Im Auftr. d. Vorstandes d. Vereins d. 
freigewählten Kassenärzte für d. Mitgl. d. außerordentl. deutschen Aerztetagea 
d. J. 1903. 


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294 


E. Bibliographie. 


Nauß, E,, Aerztliche Erfindungen u. Aerztefürsorge. Aerztl. Rundschau. Nr. 30. 
Neuberger, Aus den preuß. Aerztekammern. Münch, med. Woch. 60. Jahrg. 22. 
Neumann, M. t Der wirtschaftliche Tiefstand der Aerzte in Berlin. Med. Reform. 
XI, 27—32. 

Pagel, J., Zur Geschichte der freien Arztwahl in der Berliner Armenpraxis. Med. 
Reform. XI, 44. 

*Pfeiffer, L Der Anschluß der Aerzte an die freiwillige staatliche Alters- und 
Invalidenversicherung. (28 S.) Mk. 0,50. Weimar, K. Wagner & Sohn. 
Prinz, F., Die Statistik im Dienste der Lösung der Kassenarzt-Honorierungsfrage. 
Monatsschr. f. Soziale Medizin. I, 2. 

JRundö, A. t Nachklänge vom Breslauer Ortskrankenkassentag. Soz. Monatshefte. 
VII (IX), 12. 

Schnitze, E., Der Arzt als Sachverständiger und sachverständiger Zeuge. (Aus : 
„ Viertel jahrsschr. f. gerichtl. Medizin u. offentl. Sanitätswesen.“) (54 S.) Mk. 1,20. 
Berlin, A. Hirsch wald. 

Seelmann, H., Der Anschluß der Aerzte an die freiwillige staatliche Alters- und 
Invalidenversicherung. Arbeiterversorgung. Jahrg. XX, Nr. 36. 

Siebert, Einige Worte zur sozialen Umgestaltung unserer Standesorganisation. 
Münch, med. Woch. 50. Jahrg. 44. 

Stern, Zur sozialen Umgestaltung unserer Standesorganisation. Münch, med. Woch. 
50. Jahrg. 48. 

Stern, J., Aus dem „Verein der Berliner Armenärzte“. Monatsschr. für Soziale 
Medizin. I, 2. 

Stulz, O., Ein Vorschlag zur Aenderung der kassenärztlichen Funktionen. Med. 
Reform. XI, 33. 

Timm, J., Welche Stellung haben die Arbeiter zur Aerztebewegung einzunehmen? 
Soz. Monatsh. VII (IX), 11. 

Urban, M., Zur Notlage der praktischen Aerzte. Prag. med. Wochenschr. XXVIII, 14. 
*Zepler, G„ Die Lage der Aerzte und ihr Verhältnis zu den Krankenkassen. Unfug 
m. Zahlen u. weiteres. Argumente zur Abwehr u. Aufklärung. (Aus: „Deutsche 
Medizinalztg.“) (43 S.) Mk. 0,80. Berlin, E. Grosser. 

Ziegler, Zur freien Arztwahl. Arch. f. üffentl. Gesundheitspfl. in E.-L. XXII, 9. 
Bericht über die Verhandlungen des 5. Verbandstages deutscher Bahnärzte zu 
München am 18. u. 19. IX. 1902. (137 S.) Mk. 2. Nürnberg, F. Weigel, Nachf. 
Betrachtungen über die Aerzte- und Apothekerfrage und die Stellung der Staats¬ 
regierung und des Reichstages hierzu, sowie über den bevorstehenden allgem. 
deutschen Aerztestreik. (39 S) Mk. 0,50. München, J. Lindauer. 
Gebührenordnung, ärztliche, für das Königr. Bayern. Gebührenordnung f. ärztl. 
Dienstleistgn.in d. Privatpraxis (vom 17. X. 1901). Gebührenordnung f. ärztl. 
Dienstleistgn. bei Behörden (vom 17. XI. 1902). Hrsg. v. Verband d. Aerzte 
Deutschlands z. Wahrung ihrer Wirtschaft!. Interessen. (27 S.) Leipzig-N., 
Otto Regel. 

Verhandlungen des außerordentlichen deutschen Aerztetages in Berlin am 7. März 
1903. Aerztl. Ver.-Bl. XXXII. 


IV. 

Soziale Hygiene der Arbeit 

1. Allgemeines. 

Berlepsch, Frhr. v., Warum betreiben wir die soziale Reform? Soziale Praxis. 
Jahrg. XIII. Nr. 1 u. 2. 

Blondei, G., Idees sociales et faits sociaux, par G. Blondel, A. Souchon, M. Saint- 
Leon, Ch. Combes, Dufounnanteile, E. Rivi&re. Introduction de G. Goyau. 
Frs. 3,50. Paris, Fontemoing. 


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E. Bibliographie. 295 

Gauderlier, 1 L’Svolution Sconomique du XIX® si^cle (Augleterre, Belgique, 
France, Etats-Unis). 246 pp. (Frcs. 4,50). Paris, Giard & Brtere. 

Franc ke, E., Der Ausbau der sozialen Gesetzgebung als Aufgabe unseres Jahr¬ 
hunderts. Soziale Praxis. Jahrg. XII, Nr. 18. 

Fürst, M., Gesellschaft für soziale Reform. Monatsschr. f. Soziale Medicin. I, 1. 
Neurath, W., Elemente der Volkswirtschaftslehre. 4. Aufl. (XVI, 358 S.) Mk. 4,50. 
Leipzig, G. A. Gloeckner. 

Platter, J., Grundlehren der Nationalökonomie. Kritische Einführung in d. soz. 

Wirtschaftswissenschaft. (IX, 588 S.) Mk. 11. Berlin, J. Guttentag. 

Pudor, H, Hygiene der Arbeit. Frauendienst. II, 1. 

Boscher, W., System der Volkswirtschaft. Ein Hand- u. Lesebuch f. Geschäfts¬ 
männer und Studierende. 2. Bd. Nationalökonomik des Ackerbaus und der 
verwandten Urproduktionen. 13. verm. Aufl. bearb. v. H. Dade. Mit 2 bildl. 
Darstellgn. (XIV, 864 S.) Mk. 13. Stuttgart, J. G. Cotta Nachf. 
Schmoller, G., Ueber das Maschinenzeitalter in seinem Zusammenhang mit dem 
Volkswohlstand und der sozialen Verfassung der Volkswirtschaft. Vortrag. 
(31 S.) Mk. 0,60. Berlin, J. Springer. 

*Sombart, W., Die deutsche Volkswirtschaft ira 19. Jahrhundert. 1.—5. Taus. 
(XVIII, 647 S.) Mk. 10. Das neunzehnte Jahrhundert in Deutschlands Ent¬ 
wicklung. Hrsg, von P. Schlenther. VII. Bd. Berlin, G. Bondi. 
Wenckstern, A . v., Einführung in die Volkswirtschaftslehre. (VII, 239 S.) Mk. 5. 
Leipzig, Duncker & Humblot. 

Weymann, Zur Frage des Arbeitsverhältnisses zwischen Eheleuten. Arbeiterver¬ 
sorgung. Jahrg. XX. Nr. 14. 

Handwörterbuch der Schweiz. Volkswirtschaft Hrsg. v. Reichesberg. 19—30 Lfg. 
Bern, Verlag Encyklopädie. 

* Volkswirtschaftliche Chronik für das Jahr 1902. (Aus: „Jahrb. f. National¬ 
ökonomie und Statistik“.) (636 S.) Mk. 14. Jena, G. Fischer. 


2. Psychologie und Physiologie der Arbeit. 

Albu, A., und Caspari, W., Bericht über die Untersuchungen an den Dauergehern 
beim Distanzmarsch Dresden-Berlin am 18./19. Mai 1902. D. med. Woch. 
XXIX, 14. 

Bernstein, A., und Poher, E., Ueber den respirator. Stoffwechsel bei statischer 
Arbeit. Mit Zusatz von N. Zuntz. Arch. f. Physiol. XCV, 3. u. 4. 

Bossi, Einfluß der Menstruation, der Schwangerschaft, der Geburt und des Puerperal¬ 
stadiums auf die Muskelkraft. Arch. f. Gynäkol. LXVIII, 3. 

Enderlin, M., Erziehung durch Arbeit. Eine Untersuchg. üb. d. Stellg. d. Hand¬ 
arbeit in d. Erziehg. (112 S.) Mk. 0,75. Leipzig, Frankenstein & Wagner. 

Frey, H., Alkohol und Muskelernährung. Eine krit. Studie üb. d. diesbezügL 
Arbeiten v. DestrSe, Kraepelin, Scheffer u. Schnyder, nebst neueren eignen 
Beiträgen. (62 S. m. 7 lith. Taf.) Mk. 4. Wien, F. Deuticke. 

Hoeflmayr, L., Ueber vollständige, nur teilweise oder verminderte Arbeitsfähig¬ 
keit. Die Krankenpflege. Heft 4. 

Jacob, J., Die Grenzen, bzw. Gefahren und Schäden der Gymnastik und Arbeit. 
31. schles. Bädert. 

Karrenstein, Blutdruck und Körperarbeit. Zeitschr. f. klin. Med. L. 3 u. 4. 

Kraepelin, E., Die Arbeitskurve. 51 S. Mk. 1,50. Leipzig 1902, W. Engelmann. 

Mainzer, Stoffwechselstudien über den Einfluß geistiger Tätigkeit und protrahierten 
Wachens. Mon.-Schr. f. Psych. u. Neurol. XIV, 6. 

Moritz, O., Der Blutdruck bei Körperarbeit gesunder und herzkranker Individuen. 
Deutsches Arch. f. klin. Med. LXXVH, 3 u. 4. 

Musafia, E. M. A., Wie fördern wir unsere geistige Arbeitsfähigkeit? Psycholog, 
u. hygien. Hauptregeln beim geist. Arbeiten. (47 S.) Mk. 1. Bibliothek 
Soziale Bildung. 2. Bd. Leipzig, Sozialer Verlag. 

Pistor, E., Ein Beitrag zur Psychologie des amerikanischen Arbeiters. Jahrb. f. 
Nationalökon. u. Statistik. III. F. 25. Bd. S. 455 f. 

Pudor, H., Die Einseitigkeit der Leibesübung beim Handwerk. Zeitschr. f. Ge¬ 
werbehygiene etc. X, 2. 


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296 


E. Bibliographie. 


Richter, E., Versuch der Aufstellung eines chemischen Gesetzes für Erregung und 
Nacherregung, Ermüdung und Erholung unserer Sinnesnerven und Nerven. 
Internat. Mon.-Schr. f. Anatomie u. Physiol. XX, 4—6. 

Sehe ff er, W., Weiteres über mikroskopische Erscheinungen am ermüdeten Muskel. 
Wien. klin. Rundschau. XVII, 19. 

Schnyder, L., Alkohol und Muskelkraft. Schweiz. Korr.-Bl. XXXIII, 19. 

— Alkohol und Muskelkraft. Arch. f. Physiol. XCIII, 9 u. 10. 

Schücking, A., Ueber die lebenserhaltende Wirkung des Reizes. Deutsche med. 
Wochenschr. XXIX, 33. 

Schüler, F., Ueber den Einfluß der Fabrikarbeit auf die geistige Entwicklung der 
Arbeiterschaft. Zeitschr. f. Sozialwissensch. VI, 1. 

Tewildt, F., Ueber den Einfluß körperlicher Bewegungen auf die Pulszahl bei 
Gesunden. Arch. f. Physiol. XCVIII, 7. u. 8. 

Weygandt, W., Die Forschungsrichtung der „psycbolog. Arbeiten“ (hrsg. von 
Kraepelin). Centralbl. f. Nervenheilk. u. Psycholog. N. F. XIV, 1, 2, 3. 
(Jan., Febr., März.) 

*Zander, R., Körperliche und geistige Arbeit. Populär-wissenschaftl. Vortrag üb. 
d. Wesen, d. Bedeutg. u. d. Hygiene d. Arbeit. (30 S.) Mk. 1. Königsberg, 
Bons Buchh. 

Ziehen, Th., Ein einfacher Apparat zur Messung der Aufmerksamkeit. Mon.-Schr. 
f. Psych. u. Neurol. XIV, 3. 

Denkwürdigkeiten und Erinnerungen eines Arbeiters. Herausgeg. u. mit einem 
Geleitwort versehen von Paul Göhre. (Mk. 4,50.) 2. Aufl. Leipzig, E. Diederichs. 


3. Sozialstatistik. 

Abelsdorff, W., Die hygienische Lage der Tapezierer Deutschlands. Soziale 
Praxis. Jahrg. XII. Nr. 48. 

Bauer, St., The International Labour Office in Basle. Economic Journal. XIII, 51. 
Beck, H., Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der deutschen Maschinenindustrie am 
Ausgange des 19. Jahrhunderts. Dresden 1902. 0. V. Böhmert. 

Böhmert, V., Das neue Reichs-Arbeitsblatt des Kaiserlichen Statistischen Amts. 
Der Arbeiterfreund. XLI, 2. 

— Die Lage der Seeleute im Wesergebiet. Die Lage der in der Seeschiffahrt be¬ 

schäftigten Arbeiter. II, 1. Schriften d. V. f. Sozialpolitik. CIV, 1. 

Boom, E. van den. Die Lage der Bergarbeiter im Ruhrrevier. Soziale Praxis. 
Jahrg. Xni. Nr. 11. 

Booth, C., Life and labour in London Ist series. Poverty. Maps, 2 s 6 d. London, 
Macmillan. 

— Life and labour of the people in London. Final vol. Notes on social influences 

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Melbourne, R. S. Bram. 

Pappenheim, B., und Rabinowitsch, 8., Zur Lage der jüdischen Bevölkerung in 
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C. L. Hirschfeld. 

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Simon, H., Die amtlichen Erhebungen über die Arbeitszeit der Fabrikarbeiterinnen 
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sowie einem Gesamtregister. Dem Bundesrat u. d. Reichstag vorgelegt. 4 Bde. 
Berlin, (R. v. Decker). 

* Verwaltungsberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten in Elsaß-Lothr. f. 1902. (II, 
129 S. Mk. 1,50. Berlin, (Straßburg, E. d’Oleire). 

Jahresberichte der königl. preul*. Regierungs- u. Gewerberäte u. Bergbehörden 
f. 1902. Mit Tabellen u. Abbildgn. Amtl. Ausg. (LV, 688 S.) Mk. 6,41. 
Berlin, R. v. Decker. 


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£. Bibliographie. 


299 


*Die Jahresberichte der kgl. bayerischen Fabriken- und Gewerbeinspektoren, dann 
der kgl. bayerischen Bergbehörden f. d. J. 1902. Mit einem Anhang, betr. d. 
Bierbrauergewerbe. Im Auftr. des kgl. Staatsministeriums des Innern, Abtlg. 
f. Landwirtschaft, Gewerbe u. Handel, veröffentlicht. (XXIX, 304 u. 128 S.) 
Mk. 5,60, München, Th. Ackermann. 

* Jahresberichte der kgl. sächsischen Gewerbeaufsichtsbeamten f. 1902. Nebst 

Berichten der kgl. sächs. Berginspektoren betr. d. Verwendg. jugendl. u. 
weibl. Arbeiter beim Bergbau, sowie d. Beaufsichtigg. der unterirdisch be¬ 
triebenen Brüche u. Gruben. Sonderausg. nach den vom Reichsamt des Innern 
veröffentlichten Jahresberichten der Gewerbeaufsichtsbeamten. (XVI, 423 S.) 
Mk. 3. Berlin, Dresden-A, F. A. Schröer. 

*Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten im Königr. Württemberg f. 1902. 

(IV, 240 S.) Mk. 2. Stuttgart, H. Lindemann in Komm. 

*Jahresbericht der großherzogl. bad. Fabrikinspektion f. d. J. 1902. Erstattet 
an großherzogl. Ministerium des Innern. (147 S.) Mk. 2,50. Karlsruhe 

F. Thiergarten. 

Jahresbericht der großherzogl. hessischen Gewerbeinspektionen f. d. J. 1902. Hrsg, 
im Aufträge d. großherzogl. Ministeriums des Innern. (VII, 254 S.) Mk. 1. 
Darmstadt, G. Jonghaus. 

*Jahresbericht der Gewerbeinspektion der freien und Hansestadt Hamburg für 
das Jahr 1902. 31 S. Hamburg. 

*Jahresbericht der Gowerbeaufsichtsbeamten des Aufsichtsbezirks Lübeck für 
1902. 23 S. Berlin. Gedruckt in der Reichsdruckerei. 

* Jahresbericht der Gewerbeinspektion für Bremen für das Jahr 1902. 61 S. 
Bericht der k. k. Gewerbeinspektoren über die Amtstätigkeit im J. 1902. Bericht 

des k. k. Binnenschiffahrts-Inspektorates als Spezialgewerbeinspektorat f. d. 
Schiffergewerbe auf Binnengewässern (Amtssitz: Wien) im Anschlüsse an d. 
Vorlagebericht u. d. allgemeinen Bericht des k. k. Zentralgewerbeinspektors. 
(74 S. u. S. 689—701.) Mk. 0,40. Wien, Hof- und Staatsdruckerei. 

*Die Bergrwerksinspektion in Oesterreich. Berichte d. k. k. Bergbehörden üb. 
ihre Tätigkeit im J. 1899 bei Handhabe, d. Bergpolizei u. Beaufsichtigg. d. 
Bergarbeiterverhältnisse. Veröffentl. v. k. k. Ackerbauministerium. 8. Jahrg. 
1899. 4. Lfgn. 694 S. Wien, Hof- u. Staatsdruckerei. 

Rapports annuels de ITnspection du Travail, 8« annee. 340 S. Minist&re de 
lTndustrie et du Travail. Office du Travail et Administration des Mines. 
Bruxelles, Society beige de librairie. 

Rapports sur Papplication, pendant l’annee 1901, des lois reglementant le travail. 
Par les membres de la commission superieure du travail, le ministre du 
commerce, les inspecteurs divisionnaires du travail, et les ingenieurs en chef 
des mines. Frs. 4. Paris, Berger-Levrault. 

* Animal Report of the Chief Inspector of Factories and Workshops for the Year 

1902. Part. I. Reports XL, 347 p. London, Darling and Son. 

Report of the Chief Inspektor of factories, work-rooms, and shops, for the year 
ended 31 »t XII, 1901. (Colony of Victoria.) 84 pp. Melbourne, R. S. Brain. 
*Dritter Jahresbericht des Arbeitersekretariats Altona-Ottensen nebst Jahres¬ 
bericht des Gewerkschaftskartells Altona-Ottensen f. d. Geschäftsj. 1902. Altona- 
Ottensen, Selbstverlag. 

* Jahresbericht des Arbeitersekretariats Darmstadt für das vierte Geschäftsjahr 

1902. Darmstadt, Selbstverlag. 

*Erster Jahresbericht des Arbeitersekretariats zu Gotha auf die Zeit vom 
1. Januar 1902 bis 31. Dezember 1902. Gotha. 

*2. Jahresbericht des Arbeitersekretariats für Kiel und Umgegend. Geschäfts¬ 
jahr 1902. Kiel, Selbstverlag. 

* 2 . Jahresbericht des Arbeitersekretariats Köln nebst Bericht über den Stand d. 
Gewerkschaftsbewegung in Köln f. d. Geschäftsj. 1902 nebst einer Abhandlg. 
üb. d. Krankenkassen d. Stadt Köln. Köln, Selbstverlag. 

* Zweiter Jahresbericht des Arbeitersekretariats in Lübeck nebst Jahresbericht 
d. Aufsichtskommission und des Gewerkschaftskartells. Lübeck, Selbstverlag. 
*5. Jahresbericht des Arbeitersekretariats München und Geschäftsbericht des Ge¬ 
werkschaftsvereins München pro 1902. Anh.: Wohnungsmietrecht v. M. Ahles. 

. (IV, 88 S.) Mk. 0 ,75. München, (Expedition d. Münch. Post). 

*8. Jahresbericht des Arbeitersekretariats Nürnberg, nebst Berichten üb. d. 
Gewerkschaftsorganisationen, Lohnkämpfe, das Gewerbegericht u. Sozialist. 


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300 


E. Bibliographie. 


Monographien etc. Geschäftsjahr 1902. (III, 80 S. m. 1 Tab.) Mk. 0,50. 
Nürnberg, Arbeitersekretariat. 

*Sechster Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1902 nebst Geschäftsbericht des 
Vorstandes der Vereinigten Gewerkschaften Stuttgart. Arbeitersekretariat 
Stuttgart. Stuttgart, Selbstverlag d. Vereins: Gewerkschaften Stuttgart. 

*4. Jahresbericht des Waldenburger Arbeitersekretariats in Altwasser f. d. 

Geschäftsj. 1902. Erstattet v. E. Kirchberg. Breslau, Th. Schatzky. 
Jahresbericht des schweizerischen Grütlivereins, umfassend d. Zeitabschnitt vom 
1. Januar bis 31. Dezember 1902. Zusammengestellt u. bearb. vom Zentral¬ 
komitee Luzern und Biel, August. (116 S.) Mk. 1,20. Zürich, Buchh. cL 
Schweiz. Grütlivereins. 

16. Jahresbericht des leitenden Ausschusses des Schweiz. Arbeiterbundes und 
des Schweiz. Arbeitersekretariats f. d. J. 1902, nebst den Protokollen der 
Sitzgn. des Bundesvorstandes. (80 S.) Mk. 1. Zürich, Buchh. des Schweiz. 
Grütlivereins in Komm. 

IX h animal abstract of labour statistics of the United Kingdom. 1901—1902. 
XV, 226 pp. London, Darling & Son. 

Die Arbeitszeit in Handelsbetrieben m. Ausschluß des Detail-Warenhandels. Auf 
Grund e. Umfrage bei kaufmänn. Genosseusch. u. Vereinen hrsg. vom k. k. 
arheitsstatist. Amte im Handelsministerium. (XIX, 103 S.) Mk. 3. Wien, 
A. Holder. 

Ergebnis der statistischen Erhebungen über Arheits- und Lohnverhältnisse in der 
Metallindustrie in Berlin. Aufgenommen im Herbst 1902 vom deutschen 
Metallarbeiterverband. 146 S. Mk. 2. Berlin, Buchh. Vorwärts. 
Statistische Erhebungen über Arbeits- und Lohnverhältnisse der Steinarbeiter 
Deutschlands mit Berücksichtigung der Krankheitsart und -dauer, sowie der 
Zahl und Ursache der Todesfälle. Vom 1. Juli 1901 bis 30 Juni 1902. 39 S. 
Die Lage der Bediensteten der Staatsbahnen. I. TI. Die Lage der Wächter der 

k. k. Staatsbahnen. Auf Grund einer Erhebg. des k. k. Eisenbahnrainisteriums 
hrsg. vom k. k. arheitsstatist. Amte im Handelsministerium. (HI, 91 S. m. 

l. Tab.) Mk. 1,50. Wien, A. Holder. 

Die LohnArbeits - und sanitärischen Verhältnisse der Bäckereiarbeiter 
Zürichs. Von Aug. Merk. (10 S.) Mk. 0,25. Zürich, Buchh. d. Schweiz, 
Grütlivereins in Komm. 

Over zieht betreffende de loonen en den arbeidsduur bij rijkswerken in 1902. 
(Löhne u. Arbeitszeit bei den üffentl. Regierungsbauten.) XXX, 115 S. 
Bijdragen tot de Statistiek van Nederlaud. Nieuwe volgreeks. XXXV. 
s'Gravenhage, Gebr. Belinfante. 

Protokoll des internationalen Steinarheiterkongresses, abgeh. vom 31. Mai bia 
2. Juni 1903 in Zürich. (32 S.) Mk. 0,25. Zürich, Buchh. d. Schweiz. 

Grütlivereins. 

Protokolle über die Verhandlungen des Beirats für Arbeiterstatistik vom 13. De¬ 
zember 1902. (III, 30 S.) Mk. 0,40. Drucksachen d. Beirat9 f. Arbeiter¬ 
statistik. Verhandlgn. Nr. 2. Berlin, C. Heymann. 

Report on changes in rates of wages and hours of labour in the United Kingdom 
1902. With comparative statistics for 1893—1901. LXXXIV, 54 pp. London, 
Darling & Son. 

Seemanns Ordnung vom 2. Juni 1902, nebst den Gesetzen, betr. d. Verpflichtg d. 
Kauffahrteischiffe zur Mitnahme heimzuschaffender Seeleute, die Stellenver¬ 
mittelung f. Schiffsleute, Abänderg. seerechtlicher Vorschriften des Handels¬ 
gesetzbuches sowie d. Dienstanweisung betr. d. Strafverfahren vor d. kaiserL 
Konsulaten als Seemannsämtern. 2. Aufl. (III, 95 S.) Mk. 1. Berlin, 
C. Heymaun. 

Sitzungsprotokolle des ständigen Arbeitsbeirates 1902. (11.—13. Sitzg.) Hrsg, 
v. kaiserl. kgl. arheitsstatist Amte. (VIII, 281 S.) Mk. 2. Wien, Hof- und 
Staatsdruckerei. 

Statistik über die Verhältnisse der Volksschullehrer im Großherzogtum Sachsen. 
Hrsg, durch das Statist. Bureau des weimar. Lehrervereins. (55 S.) Mk. 1. 
Weimar, R. Wagner Sohn in Komm. 

Verhandlungen des 14. evangelisch-sozialen Kongresses, abgehalten in Darm¬ 
stadt am 3. u. 4. Juni 1903. Nach d. Stenograph. Protokoll. (IV, 157 S.) 
Mk. 2. Güttingen, Vandenhoeck & Ruprecht. 


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E. Bibliographie. 


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Eckstein, G., Arbeiterschutz in Japan. Neue Zeit. XXI, 43. 

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Fehlinger, H., Die Arbeiter-Schutzgesetzgebung in Neu-Seeland. Soziale Praxis. 
Jahrg. XII. Nr. 42. 

Francke, E„ Dringende Aufgaben der Sozialreform in Deutschland. Soz. Praxis. 
Jahrg. XII. Nr. 34. 

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Fuchs, Die Verhandlungen der ständigen Kommission der internationalen Ver¬ 
einigung für gesetzlichen Arbeiterschutz in Basel am 9., 10. u. 11. Septbr. 03. 
Soz. Praxis. Jahrg. XU. Nr. 52. 

Gareis, K„ Neues Seemannsrecht. A. Seemannsordnung. Vom 2. VI. 02. B. Ge¬ 
setz, betr. die Verpflichte, d. Kauffahrteischiffe zur Mitnahme heimzuschaffen¬ 
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Haldane, R, B,, The labourer and the law. Contemporary Review, March. 
Basbach, W., Noch einmal die Handwerkerversicherung. Soz. Praxis. Jahrg. XIII. 
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Höinghaus, R„ Gewerbeordnung f. d. Deutsche Reich. Nach d. Bekanntmach, des 
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gewerbl. Betrieben. Fortgesetzt u. ergänzt v. 0. Kotze. 14. bis auf d. neueste 
Zeit ergänzte Aufl. (214 S.) Mk. 1. Berlin, F. Düramlers Verlag. 
Huberich, C. H,, Die amerikanische Arbeitergesetzgebung des Jahres 1901 u. 1902. 

Archiv f. soz. Gesetzgebg. XVIII, S. 199 u. 578. 

Hutchins, B. L,, and Harrison, A,, A History of Factory legislation. With a 

Preface by Sidney Webb. 10 s. 6 d. London, P. S. King. 

Jacquot, L,, La reglementation de la duree du travail dans les mines. Paris. 

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302 


E. Bibliographie. 


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Vorschriften f. d. Arbeiter in industriellen n. gewerbl. Betrieben, nebst d. all¬ 
gemeinen staatsbürgerl. Hechten n. Pflichten sowie d. wichtigsten Vorschriften 
u. Einrichtgn. d. Hygiene. Für d. Praxis zusammengestellt (80 S.) Mk. 1. 
Berlin, H. Steinitz. 

Kalif, J., Die Arbeiterschutzgesetzgebung. Gemeinverständl. erläutert 2. Aufl. 
nach dem neuesten Stande der Gesetzgebung bearb. y. W. Hering. (162 S.) 
Mk. 0,75. Keil’s Rechtsbibliothek. Samml. neuerer Gesetze in volkstüml. 
Sprache. H. 4. Trier, Paulinusdruckerei. 

*Klein, E., Arbeiterschutz und Gewerbeaufsicht, die gesetzt Bestimmungen darüber 
u. ihre Ausführung. Ein Handbuch aus d. Praxis. Mit e. Ank, betr. den 
speziellen Arbeiterschutz in der Kleider- u. Wäschekonfektion, den Werkstätten 
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Stuttgart 1902, W. Kohlhammer. 

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(80 S.) Mk. 1,50. Schriften der internat. Vereinig, f. gesetzl. Arbeiterschutz. 
Nr. 2. Jena, G. Fischer. 

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